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Wiennerisches DIARIUM

Nr. 382, 30.–1. April 1707

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Wienn / vom 30 . Merz biß 1 . April / 1707 .

MJttwoch den 30 . Mertz . Wegen jüngst erwehntem neu = auffgerichte=
ten
Versatz = und Frag = Ambt hat man auch dieses melden wollen / daß
solches folgender Gestalt gehalten werden solle ; nemblichen wird auff
Gold / Silber / und Jubelen / zwey Drittel nach der Schätzung / gegen
wochentlicher Reichung eines Pfening Interesse vom Gulden : auff Kupffer
Zinn / Messing / Metall / Eysen / Stahel / Bley und dergleichen eben=
falls
zwey Drittel / jedoch gegen Wochentlich vom Gulden zubezahlen ha=
benden
Pfening Interesse : auff diejenige Pfänder aber / als Kauffmanns =
Waaren / Kley der und solche Sachen / so mit der Zeit im Werth fallen / die
Helffte / gegen ebenmässigem schon gedachtem Wochentlichen 1 . Pfening
Interesse vom Gulden / geliehen werden / und das Pfand außzulösen jeder=
zeit
frey : das Ambt hingegen darvor stehen / auch Bürg und Zahler seyn
solle ; damit aber die Pfänder nicht verligen / noch durch das auff=
schwellende
Interesse sich selbsten verzehren möchten ; als sollen alle Pfän=
der
von Zeit des Versatzes / innerhalb einem Jahr und 6 . Wochen : die
rauhe Fuder = und Kürschner = Waaren aber / innerhalb einem Viertel Jahr /
wann man die Interesse nicht abgeführet / oder auff ein neues tractiret / of=
fentlich
verkaufft / und nach dreymahliger Failbietung dem Meistbiethenden
das Pfand überlassen werden : und wann einer seinen Nahmen in dem Ambt
nicht offenbahren wolte / der kan sich bey dem Annehmer / Herrn Marco del -
la Rua , auff der Brandstatt wohnhafft / anmelden . Weilen es sich auch
leicht ereignen könte / daß jemand gestohlene / oder aber ihm zu verkauffen gege=
bene
Sachen in dem Ambt versetzete ; als solle künfftighin solches bey schwe=
rer
Leibs = Straff verbotten seyn ; wie dann diese / so dergleichen in das Ambt
bringen thäten / und denenselben würcklich darauff geliehen worden / wann
das Darleyhen von 6 . biß 25 . Gulden / mit einem gantzen Schilling : so es


[2]

aber über 25 . Gulden belieffe / mit der gewöhnlichen Lebens = Straff wider
Sie verfahren werden solle . Wann sonsten auch einer sein Gut / Hof / Hauß /
oder Grundstuck / item Körner / Wein / Viehe / oder andere Sachen / wie
die Nahmen haben / verkauffen / oder kauffen wolte / der solle solches in dem
Ambt anmelden / allda selbiges in ein darzuhabendes Prothocoll / gegen Be=
zahlung
17 . Kreutzer Einschreib = oder Auffsuch = Geld / eingetragen und män=
niglich
zur Nachricht vorgewiesen werden solle . Sofern imgleichen einer
Effecten / die nicht im Versatz gewesen / verkauffen wolte / sollen solche durch
den Außruffer fail gebotten / und dem armen Hauß vom Gulden ein Creutzer
bezahlet werden . Gleichwie nun männiglich gegen 5 . biß 6 . pro Cento jähr=
lich
auff Pfänder zu leihen zugelassen bleibe / so seye hingegen ein mehrers zu
nehmen / bey Straff der Confiscirung / hiermit allerdings verboten / ꝛc .

Heute hat bey Jhro Kayserl . Majestät Obrist Cammerern / ( Titl ) Hrn .
Johann Leopold Donat Trauthson / Grafen zu Falckenstein / ꝛc . ( Titl ) Herr
Johann Fridrich Graf von Windischgrätz ꝛc . als Kayserl . Cammerer den ge=
wöhnlichen
Eyd abgestattet .

Eodem wurde allhier eine ledige Manns = Person / Nahmens Carl Chri=
stian
N . etlich und 20 . Jahr alt / auß der Marckt Brandenburg ( so vor=
hin
schon wegen vielfältigen begangenen Diebstählen mit der Lebens = Straff
verschonet / und ihme von Jhro Kayserl . Majestät allergnädigst nachge=
sehen
worden ) umb willen selbiger vor einem Jahr allhier in der so ge=
nannten
Rossau / vermittels eines starck geladenen Terzerols / einen Uhr=
fahr
= Uberführer erschossen / auff der neuen Richtstatt / andern zum Bey=
spiel
/ mit dem Schwerd vom Leben zum Todt hingerichtet .

Dito vernahme man auß Ungarn . Daß die Rebellen bey dem
Weissenberg sich wieder starck zusammen gezogen ; des willens / falls die
Kayserl . Leopoldstadt entsetzen wolten / denenselben mit aller Macht wieder=
standt
zu leisten ; auch hätten die Rebellen vor etlich Tagen abermahlen
sich starck und nahe vor Presburg sehen lassen ; wie sie dann oberhalb
derselben 8 . Schiffmühlen loß gemacht und solche gegen dasige Schiffbru=
cken
treiben lassen / in der Meinung diese zu zertrennen / und nachgehends
so wohl deren Schiffen / als Mühlen sich zu bemächtigen / dahero eine
Rebellen Parthey unterhalb Preßburg / nemblich zu Gresling / darauff
gepasset ; allein es wäre ihr der Handel fehl geschlagen ; massen 4 . Schiff=
mühlen
davon auff dem Sand stehen blieben / die andern 4 . aber / ob sie
schon biß an die Brucken getrieben worden / hätten keine Würckung gethan .

Donnerstag den 31 . Mertz . Heute haben sich Jhre Majestät / die ver=
wittibte
Kayserin / sambt Dero Durchleuchtigsten Jungen Herrschafft / in
Begleitung der gewöhnlichen Hofstatt / in die Kayserliche Hof = Kirchen de=
ren
WW . EE . PP . Augustiner Barfüssern erhoben / und in der alldasigen

[3]

Todten = Capellen dem Gottes = Dienst beygewohnet / welcher vor eine / den
3 . Febr . dieses lauffenden Jahrs / zu Udine verstorbene Creutz = Dama ( Titl )
Frauen Felicitas Gräfin von Colloredo / einer gebohrnen Gräfin von Ra=
batta
/ gehalten worden .

Dito wurde allhier / auff Jhrer Röm . Kayserl . auch zu Hungarn und
Böhaim Königl . Majestät / Ertz = Hertzogens zu Oesterreich / ꝛc . ꝛc . unsers
allergnädigsten Herrn und Lands = Fürsten / allergnädigste Verordnung /
jedermänniglich angedeutet : Demnach unter weyland der glorwürdigsten
Regierung des in Gott abgeleibten Kaysers und Lands = Fürsten / den 12 .
Octob . 1696 . und den 5 . Febr . 1701 . alle hohe Spiel / und insonderheit die
Bassette , Trenta Quaranta , der so genannte Lands = Knecht / und dergleichen /
wie auch das heimblich = hohe Winckel = Spielen ( es seye mit Karten /
oder anderer Manier ) bey Vermeydung schwerer Straff und Ungnad
verbotten worden ; Als haben Jhre Römische Kayserl . Majestät in aller=
gnädigster
Betrachtung / daß bey dergleichen hochen Spielen / so grosses
Ubel / Schaden / Fluchen / Schelten und Gottslästern verursacht werden /
obangezogene hievon schon publicirte Kayserl . und Lands = Fürstliche Befehl
und Verbott / damit der gerechte Zorn GOttes nicht erwecket / und schwäre
Straffen über Leuth und Land verhenget werden möchten / nicht allein hier=
mit
wiederholen / und allerdings bekräfftigen / sondern auch dahin verschärf=
fen
wollen / daß über ob bestättigte Befehl und Verbott / bey ferners be=
trettendem
Bassette = Spiel / der Tailleur umb 1000 . Ducaten / andere Mit=
spieler
aber / jeder umb 1000 . Rthlr . nicht weniger der Hauß = oder Quar=
tiers
= Jnnhaber / auß dessen Uberseh = und Zulassung / wo dergleichen verbot=
tenes
hoches Spiel geschicht / ebenfalls umb 1000 . Ducaten / der es aber in
Geld nicht zu bezahlen hat / am Leib gestrafft / dem Anbringer jedesmahl ein
Drittel von der aufferlegten Straff gereichet / und dessen Nahmen allerdings
in Geheim gehalten werden solle ꝛc .

Eodem hat ( Titl ) Herr Gundacker Poppo / deß Heil . Römis . Reichs
Graf von Dietrichstein / ꝛc . Als extra ordinari Pottschaffter der Hoch = Rit=
terlichen
Maltheser Religion , sein offentliche Urlaubs = Audientz mit dem ge=
wöhnlichen
Cerimonien bey allen Kayserl . Majestäten ꝛc . ꝛc . gehabt ; dabey
Jhro Kayserl . Majestät selbsten / und zwar eigenhändig / mit Dero Bildnuß
von reichen Diemanten besetzet obbesagten Herrn Botsafftern allergnä=
digst
beschencket .

Eodem langte Hr . Obrist / Graff von Vehlen auß Mayland dahier
an / welcher nicht allein die Bestättigung / sondern auch hierbey gehende Capi -
tulation mitgebracht / Vermög welcher geschlossen worden / daß auß allen in
der Lombardey ligenden Plätzen die Frantzosen auß = und nacher Frankreich
abziehen müssen .

[4]

Freytag den 1 . April . Heute ist allhier eine ledige Manns = Person /
Frantz N . etlich und 20 . Jahr alt / auß Bayern gebürtig ( so schon / wegen
vielfältig = und unterschiedliche nahmhaften Kirchen = und anderen Diebstäh=
len
/ auß verschiedenen Städt = und Ländern verwiesen / auch bereits / wegen
Außreissung von der Militz / mit Abschneidung eines Ohrs / abgestrafft
worden ) umb willen selbiger in zweyen Würths = Häusern allhier groß und
hoch sich betragende Diebstahl begangen / auff den Wienner = Berg / an=
deren
Dieben zum Abscheu / mit dem Strang hingerichtet worden .

Dito erhielte man von Raab die Nachricht / mit Brieffen vom 27 . Mertz /
daß allda der Kayserl . General = Wachtmeister / Herr Baron d’Arnan
ankommen / nachdeme derselbe jüngst = berichter massen / mit dem General =
Feld = Marschallen Lieutenant / Herrn Grafen von Löwenburg auß der Rabau
die Rebellen verjaget / und den einaugigen Bothian mit seinen völlige Corpo
über die Donau sich zu ziehen gezwungen / wie auch den Paß auß der Rabau
in den Hayd = Boden meistens benommen / hingegen die Gemeinschafften de=
ren
Kayserl . Truppen in der Rabau versichert .

Dito wurde von Presburg mit Brieffen vom 31 . Mertz berichtet / daß /
den 30 . dito / in der Nacht / der Kayserl . General Feld = Marschal / Herr Gui=
do
Graff und Herr von Stahrenberg / mit seinen Truppen / so in lauter und
der besten Reutterey bestanden / zu Presburg über die Brucken passiret / umb
ein gewisses Vorhaben zu bewerckstelligen ; obschon die Rebellen mit 30000 .
Mann solches zu verhindern suchten ; welchen ein gewesener Kauffmann
zu gedachtem Presburg durch einen Brieff / den ihnen ein 17 . Jähriger
Knab gebracht / davon schon Nachricht geben : aber ertappet / und beede
bereits gefangen gesetzt worden .

Auß Pohlen vom 23 . Mertz . Daß man an denen neu = angelegten ve=
sten
Werckern zu Cracau mit allem Fleiß zu arbeiten fortfahre ; und wei=
len
Jhre Czaarische Majestät Biala Zierkow zu raumen entschlossen ; als
hätten Dieselbe zu diesem Ende bereits scharffe Ordre an den Kossackischen
Feld = Herrn Mazeppa ergehen lassen / umb auß diesem Orth abzuziehen / auch
denen Auffrührischen keinen Schutz mehr zu gestatten ; Vermög Brieffen
auß Churland / solle der Schwedis . Gen . Löwenhaubt auffgebrochen /
und von dar mit einem Theil seiner Reutterey und Dragoner nach der Düna
marschiret seyn / auch würcklich die Besatzung in Pliscau verstärcket haben .

Auß Rom vom 12 . Mertz . Daß allda den 11 . dito 6 . Cardinäl und
4 . Prælaten bey dem Hrn . Cardinal Acciajoli über jüngst berührtes eine
Unterredung gepflogen / und wolte man vorgeben / daß die kürtzlich gemeldte
Rumor = und andere Stadt = Soldaten alla longara darumb verlegt worden /
weilen der Cardinal Aquaviva bey seiner Ankunfft den Pallast des Duca di
Salviati beziehen wollen ; zumahlen nun dieser in selbiger Gegend gelegen / und

[5]

erwehnter Cardinal des Hertzogen von Anjou Parthey zugethan ; als möch=
te
/ unter des Hrn . Cardinalen Grimani und Aquaviva Bedienten / eine und
andere Ungelegenheit vorfallen / welcher vorzubiegen man sich bemüssiget be=
finde
.

Auß Genua vom 12 . Mertz . Daß alldort ein Schiff von Alicante an=
kommen
/ welches erzehlet / daß unter denen Alliirten Truppen / die in
letzterem Orth außgestiegen / 4 . Regimenter Frantzös . Flüchtlinge / unter
Anführung des Duc de Miremond und des Cavalier sich befinden solten ;
auch habe man allda nebst einem grossen Vorrath von Lebens = und Kriegs =
Mitteln biß 40 . schwere Stuck an das Land gebracht .

Auß Venedig vom 19 . Mertz . Daß allda Bericht eingeloffen / was mas=
sen
die Kranckheiten in Dalmatien nachgelassen ; und würden zu Venedig
2 . Kriegs = Schiffe verfertiget / welche den Hrn . Angelo Morosini , als ernenn=
ten
Bottschaftern / nach der Ottomannischen Pforten begleiten sollen . Son=
sten
mache in Jtalien vieles Nachdenken / daß die Frantzosen denen Kayserl .
alle besetzte Oerther in der Lombardey abzutretten bewilliget / und die
Hertzogen von Mantua und Mirandola / sambt dem Fürsten von Castiglio -
ne all = ihrer Güter und Herrschafften dadurch verlustiget werden .

Auß Engelland vom 18 . Mertz . Daß Jhre Königl . Majest . von Groß =
Britannien / wegen des geschlossenen Vereinigungs = Tractat beeder =
nigreichen
Engell = und Schottland / die Glückwünschung erhalten / auch zu
Londen deswegen die Glocken geläutet / die Fahnen außgesteckt / und das
Geschütz gelöset / sodann solche gute Zeitung durch einen besonders Abge=
schickten
dem Schottländis . Parlament zu wissen gemacht worden .

Auß Holland vom 22 . Mertz . Daß der Herr General Feld = Mar=
schall
/ Graff von Nassau und Hr . von Oberkirchen / ehistens auß dem Haag
abreysen werde / umb die General = Musterung deren Holländischen Trup=
pen
vorzunehmen ; davon die völlige Reutterey mit Cuirrass zu versehen be=
schlossen
und / deßwegen ein gewisser Officier nach Franckfurt abgeschickt wor=
den
. Jn besagten Haag seye man der Ankunfft des Fürsten und Hertzogen
von Marlborug nachdeme nunmehro der vereinigungs Tractat zu Lon=
den
seine Richtigkeit erhalten / ehestens gewertig / dabey nicht wenig er=
freuet
/ daß nicht allein die Alliirte Flotta glücklich zu Alicante angelän=
det
/ sondern auch / daß sich Murcia / Carthagena und Porto Mahone vor
Jhro Königl . Majestät / CARL dem III . erklärt haben sollen .

Von dem Maasstrohm vom 24 . Mertz . Daß der Commendant zu Lüt=
tig
an dessen untergebenen Truppen die Ordre ergehen lassen / umb sich
Marsch fertig zu halten ; weilen Kundschafft eingeloffen / daß die Frantzo=
sen
auff der Seithen von Namur würcklich in Bewegung begriffen ; und /
Vermög der Nachricht auß Flandern / sollen auch allda sich die Feinde zusam =

[6]

men ziehen ; worgegen man Alliirter Seithen auff guter Hut zu stehen be=
flissen
.

Auß der Schweitz vom 24 . Mertz . Daß alldasiger Orthen der Königl .
Groß = Britannische extraordinari Gesandte / Hr . von Stanian / seinen Zweck
mithin den begehrten Durchzug deren Alliirten Truppen erhalten haben solle ,
auch seye die Allianz deren dreyen Graubündnerischen Eydgenossenschafften
mit dem Canton von Zürch geschlossen / und deßwegen die Abgeordnete be=
nennt
worden / dieselbe zur völligen Richtigkeit zu bringen . Vermög Brief=
fen
auß Franckreich / sollen abermahlen schlechte Zeitungen auß Spanien
eingeloffen seyn ; und daß der Hertzog von Orleans gewiß alldorten dieses
Jahr commandiren werde / wolte man noch versichern .

Vom Ober = Rheinstrohm vom 26 . Mertz . Daß es dasiger Orthen nun=
mehro
das Ansehen habe / als wolten die Frantzosen ihren Feldzug diesen
Sommer hinter denen Linien halten ; indeme sie Tag und Nacht mit denen=
selben
/ wie auch mit Machung neuer Canalen beschäfftiget / wie sie dann
abermahlen einen von der Wantzenau biß gegen Seltz zu ziehen kürtzlich
angefangen .

Ankunfft aller Hoch = und nidrigen Standts = Persohnen .

Den 30 . Mertz .

  • Stuben = Thor . Herr Aloysius Tollheimb /
    kombt von Prag / logirt im wilden Mann .

Den 31 . dito .

  • Cärntner = Thor . Herr Obrist Schneberg /
    und Herr Obrist Leimburg / kommen auß
    Ungarn / logiren im schwartzen Thor .
  • Herr Graf Kueffstein / kombt von Lintz /
    logirt in seinem Hauß .
  • Burgg = Thor . Herr Obrist Graf Vehlen /
    kombt auß Mayl . geht gleich nach Hof .

Den 1 . April .

  • Ein Romanischer Currier / kombt von dan=
    nen
    / logirt in der Nuntiatur .
  • Stuben = Thor . Herr Ober = Kriegs = Com =
    missarius Brentano di Cimarolo ,
    kombt von der Armee / auß Ungarn / log .
    im Cöllner Hof .
  • Cärntnert = Thor . Herr Salomon Currier /
    kombt von Triest / logirt in Kintzkischen
    Hauß .

Lista aller Getaufften in = und vor der Stadt .

Den 11 . Mertz .

  • Dem Johann Georg Luc und Barbara sein .
    Ehew . ihr T . Maria Anna .
  • Dem Simon Perckhofer und Eva seiner
    Ehew . ihr S . Frantz Joseph .
  • Dem Georg Hegl und Anna sein . Ehew .
    ihr T . Maria Catharina .
  • Dem Leonhard Reffl und Eva sein . Ehew .
    ihr S . Paul Christian .
  • Dem Carl Laiminger und Maria Salome
    sein . Ehew ihr S . Johann Peter Joseph .
  • Dem Johann Wentz und Maria Eva sein .
    Ehew . ihr S . Conrad Joseph .
  • Dem Johann Brätl und Rosina seiner
    Ehew . ihr S . Oßwald Joseph .

Den 12 . dito .

  • Dem Herrn Andre Kerntier und Maria
    seiner Ehefr . ihr T . Maria Theresia .
[7]
  • Dem Herrn Jacob Hiermon und Sabina
    seiner Ehefr . ihr S . Hieronymus Joseph .
  • Dem Herrn Wilhelm Zanckl und Anna
    Maria Rosina sein . Ehefr . ihr T . Maria .
  • Dem Herrn Johann Baptist de War Uni=
    versit
    . Sprachmeister bey der blauen
    Flaschen am Stock im Eysen und Bar=
    bara
    Angelia sein . Haußfrauen ihr S .
    Lambert Joseph Carl .
  • Dem Herrn Mathias Antoni Mandl und
    Anna Catharina sein . Ehefr . ihr T . An=
    na
    Margaretha .
  • Dem Lorentz Neubauer und Theresia
    sein . Ehew . ihr T . Gertrud Catharina .
  • Dem Joseph Kolm und Maria Magdalena
    sein . Ehew . ihr T . Maria Magdalena .
  • Dem Johann Jacob Sprenger und Rosi=
    na
    sein . Ehew . ihr T . Maria .
  • Dem Martin Heller und Catharina sein .
    Ehew . ihr T . Maria Barbara .
  • Dem Mathias Kritz und Margaretha sein .
    Ehew . ihr S . Henrich Joseph Ferdinand .
  • Dem Stephan Morihord und Eva Rosina
    sein . Ehew . ihr S . Mathias Joseph .
  • Dem Jacob Nerzinger und Maria Mag=
    dalena
    sein . Ehew . ihr T . Ursula Ger=
    trud
    .
  • Dem Wolffgang Laichberg und Maria sein .
    Ehew . ihr S . Peter Ferdinand .
  • Ein armes Kind Ferdinand .

Den 13 . dito .

  • Dem Niclas Arnold und Maria Cæcilia
    sein . Ehew . ihr S . Carl Joseph Frantz .
  • Dem Christian Peter und Theresia sein .
    Ehew . ihr S . Frantz Joseph .
  • Dem Andre Wißmann und Catharina sein .
    Ehew . ihr T . Maria Veronica .
  • Dem Lorentz Ardner und Maria Anna sein .
    Ehew . ihr T . Maria Rosalia .
  • Dem Georg Schönbauer und Maria sein .
    Ehew . ihr T . Theresia .

Den 14 . dito .

  • Dem Mathias Weber und Agatha sein .
    Ehew . ihr T . Ester Anna Barbara .
  • Dem Johann Henrich Gall und Barbara
    sein . Ehew . ihr S . Johann Joseph Georg .
  • Dem Georg Schmidt und Rosina seiner
    Ehew . ihr T . Maria Gertrud .
  • Dem Johann Hauser und Theresia sein .
    Ehew . ihr T . Mariana .
  • Dem Paul Kling und Christina sein . Ehew .
    ihr T . Maria Joseph .
  • Dem Johann Mathias Weiß und Wal=
    burg
    sein . Ehew . ihr T . Maria Theresia
    Christina .
  • Dem Peter Schwäger und Gertrud sein .
    Ehew . ihr S . Joseph Gabriel .
  • Zwey arme Kinder Johann Michael und
    Antonia Francisca .

Den 15 . dito .

  • Dem Johann Jacob Reich und Polixena
    sein . Ehew . ihr S . Adam Antoni Jo=
    hann
    .
  • Dem Jacob Haußhofer und Anna Barba=
    ra
    sein . Ehew . ihr S . Joseph Carl .
  • Dem Lorentz Pößmayr und Maria seiner
    Ehew . ihr T . Maria Eva .
  • Dem Johann Florentin Oeggl und Maria
    Catharina sein . Ehew . ihr S . Ferdinand
    Andre .
  • Dem Jacob Michael und Maria Christina
    sein . Ehew . ihr T . Maria Josepha Sa=
    bina
    Christina .
  • Dem Christoph Seidenlander und Barbara
    seiner Haußfr . ihr S . Carl Joseph .
  • Dem Herrn Mathias Par und Maria
    Theresia sein . Ehefr . ihr S . Antoni
    Jgnati .
  • Dem Herrn Johann Lothringer und Ma=
    ria
    Magdalena seiner Ehefr . ihr T . Ma=
    ria
    Josepha .
  • Dem Herrn Peter Burger und Catharina
    sein . Ehefr . ihr S . Johann Joseph .
  • Dem Johann Wilhelm Kremer und Anna
    Christina sein . Ehew . ihr T . Maria .

Den 16 . dito .

  • Dem Georg Wolffgang Filtzecker und Ma=
    ria
    Reosalia sein . Ehew . ihr T . Maria
    Barbara .
  • Dem Herrn Joseph Ludwig Piller und Do=
    rothea
    Catharina sein . Ehefr . ihr T . Re=
    gina
    Rosina Josepha .
[8]
  • Dem Jacob Michael und Maria Christina
    sein . Ehew . ihr T . Maria Josepha Sa=
    bina
    Christina .
  • Dem Herrn Johann Reisenstein und Anna
    Rosina sein . Ehefr . ihr T . Eva Juliana
    Josepha .

Lista aller Verstorbenen in = und vor der Stadt .

Den 21 . Mertz .

  • Johann Jacob Hohlfelner / Kayserl . Cam=
    mer
    = Haitzer / im Cammer = Fourierischen
    Hauß am Kohlmarckt / alt 52 . Jahr .
  • Dem Johann Bürian / Sticker / beym
    braunen Hirschen bey Maria = Hülff / sein
    Kind Wolffgang / alt 3 . und ein halb
    Jahr .
  • Frantz Angerer / Schneider / im Hoffrieme=
    rischen
    Hauß in der Leopoldstadt / alt
    43 . Jahr .
  • Dem Johann Eder / Hünerhandler / im
    Wisinischen Hauß zu Gundendorff / sein
    Kind Joseph / alt 6 . viertl Jahr .
  • Dem Adam Riser / Tagwercker / beym weis=
    sen
    Engl am Neustifft / sein Weib Ursula /
    alt 40 . Jahr .

Den 31 . dito .

  • Martin Venus / Graf Lobkowitzischer Cas=
    sier
    / im Hertzogburger Hof in der Anna =
    Gassen / alt 39 . Jahr .
  • Mathias Mayrschitz / Kayserl . Hartschiren
    Provisoner / im Paurischen Hauß zu Nickl=
    storff
    / alt 81 . Jahr .
  • Dem Mathias Kraußler / Burgerl . Schueh=
    macher
    / beym grünen Lambl in der Jo=
    sephstadt
    / sein Kind Anna / alt 2 . Jahr .
  • Dem Georg Krauß / Herrn Koch / beym
    grün Jäger am Spitlberg / sein Kind
    Barbara / alt 6 . viertl Jahr .
  • Dem Christoph Geisenhofer / Garde = Sol=
    dat
    / bey der grün Weintrauben am
    Neubau / sein Kind Frantz / alt 3 . viertl
    Jahr .
  • Dem Michael Freybrich / Stöcklschneider /
    beym guldenen Ring bey St . Ulrich / sein
    Kind Balthasar / alt 2 . Jahr .
  • Der Sophia Glasin / einer armen Wittib / im
    Cantzelistischen Hauß auff der Wind=
    mühl
    / ihr Kind Jgnati / alt 9 . Jahr .

Den 1 . April .

  • Dem Daniel Clement / Burgerl . Baader /
  • in seinem Hauß im Roth = Gäßl / sein
    Weib Rosa / alt 36 . Jahr .
  • Max Christel / Herrn = Taffeldecker / beym
    rothen Gattern unterm Land = Hauß / alt
    36 . Jahr .
  • Dem Johann Osterman / Kayserl . Burgg =
    Nachtwachter / im Reschgallischen Hauß
    im Ballgäßl / sein Kind Antoni / alt 3 .
    viertl Jahr .
  • Dem Herrn Johann Baptist de War Uni = versi tätischem Sprachmeister / bey der
    blauen Flaschen am Stock im Eisen / sein
    Kind Norbert / alt 6 . viertl Jahr .
  • Peter Kemptner / Kayserl . Kutscher / beym
    weissen Ochsen an der Wienn / alt 40 .
    Jahr .
  • Dem Johann Grenthauer / Bierversilberer /
    im St . Peters Hauß zu Gundendorff /
    sein Kind Johann / alt 1 . Jahr .
  • Dem Philipp Wolff / Soldat im Feld / im
    Opplischen Hauß zu klein Margarethen /
    sein Weib Magdalena / alt 42 . Jahr .
  • Dem Martin Fuser / Hauer / in seinem Hauß
    am Hundts = Thurn / sein Tochter Eva /
    alt 24 . Jahr .
  • Thomas Wölffl / Tagwercker / bey der gul=
    denen
    Weintrauben in der Leopoldstadt /
    alt 62 . Jahr .
  • Dem Martin Grabner / Tagwercker / bey
    der guldenen Weintrauben in der Leo=
    poldstadt
    / sein Kind Anna / alt 3 . viertl
    Jahr .
  • Justina Anstötterin / lediges Mensch / beym
    guldenen Stuck zu Gundendorf / alt 24 .
    Jahr .
  • Maria Branin / ein armes Weib / beym
    Grundstein in der Josephstadt / alt 50 .
    Jahr .
  • Magdalena Robitzin / ein armes Weib / im
    Wuschinischen Hauß zu Gundendorff /
    alt 40 . Jahr .
[9]

CAPITULATION ,

Oder

Bedingnussen /

So / zwischen

Der Kayserlichen und Frantzösischen

Generalität

Jn Jtalien geschlossen worden ;

Vermög welcher die Frantzosen auß allen
in der Lombardey von ihnen besetzten Plätzen
ab = und nacher Franckreich ziehen müssen .

WIENN /

Zufinden bey Johann Baptist Schönwetter / Kayserl .
Hof = und Universit : Buchhandlern / im rothen Ygel .


[10]

CAPITULATION ,

Oder

Bedingnussen /

Mit welchen man
Die in der Lombardey ligende Plätze abzutretten /
und die Truppen des König in Franckreich und Hertzo=
gen
von Anjou nacher Franckreich abzuführen /
sich anerbiethet .

1 . ALle von ob = bemeldten Truppen besetzte Plätze sollen auff den Tag / und auff jene
Weise abgetretten werden / wie man sich darüber vergleichen wird .

1 . Jst verwilliget .

2 . Diese sambtliche Truppen / von was Nation selbe seyn möchten / sowohl Reutter
und Dragoner / als Fuß = Völcker und Hussaren / auch durchgehends alle Officiers und
andere zum Platz = Major Staab Gehörige / sollen sambt ihrem Gewehr / Bagage / und an=
deren
Fahrnussen / mit fliegenden Fahnen / auch allen Kriegs = Ehren / in dem Stand /
wie sie sich anjetzo befinden / sambt und sonders / nach eigener Willkühr und Bequem=
lichkeit
/ abziehen / auch durch den kürtzesten Weeg in aller Sicherheit ohne einige Hinder=
nuß
und Aufenthalt nacher Susa abgeführt / nicht weniger unter keinem Vorwand hier=
wieder
gehandelt werden : auff die Weise / wie folget .

2 . Jst verwilliget .

3 . Die Besatzung zu Sestola solle nach Mirandola abziehen / zu dem Ende man Paß=
port
/ umb sicher dahin zukommen / ertheilen solle .

3 . Diese Besatzung ist bereits zu Kriegs = Gefangene gemacht .

4 . Die Besatzung zu Final solle / den 26 . Tag gegenwärtigen Monaths / sambt 10 .
Stucken außziehen / und durch jene Strassen / so man außzeigen wird / nach Susa / mit
der benöthigten Unterhalts Vorkehrung und Sicherheit / sich verfügen .

4 . Es werden nur 4 . Stuck als 2 . von 12 . und 2 . von 6 . Pfunden bewilliget / welche / wann einige
Beschwernuß / solche auff dem Land mitzuführen vorfallen solte / über Meer abgeführet werden können ;
über diß wird man dasiger Besatzung einen General und Kriegs = Commissari umb Sicherheit und Unter=
halt
willen / mitgeben .

5 . Die Besatzung des Cittadell zu Mayland solle den 20 . dieses Monaths außziehen /
umb nach Valenza zu gehen / und von dar mit dasiger Besatzung grad nach Susa auff
eben obberührte Umbständen abzumarschiren .

[11]

5 . Sie solle ohne Umbweg grad nach Novara abgehen / und sich zu dem völligen Hauffen zu Su=
sa
schlagen ; jene aber von Valenza solle von der Versatzung auß Cremona im Vorbeyzug mitgenommen
werden ; auch wolle man ehestens einen allgemeinen Stillstand ausruffen lassen ; zufolg dessen / das Citta=
dell
Geißlen geben solle .

6 . Auff den 29 . diß sollen die in Mirandola liegende Truppen außrucken / und sich
nach Gualtieri begeben / umb zu jenen auß Mantua bey ihrem Vorbeyzug zu stossen .

6 . Jst bewilliget .

7 . Die in Mantua liegende Besatzung solle den 1 . Aprill den Platz raumen / und
den Tag darauff bey Borgoforte über die Brucken / so wir schlagen werden / den Poo passi=
ren
/ sofort biß an die Brucken von Cremona / durch den Weeg / dessen man sich vergleichen
wird / marschiern .

7 . Jst bewilliget .

8 . Die Besatzung in Sabionetta solle auff den 1 . April außziehen / zu jener / so
auß Cremona gezogen / stossen / und also fort den Weeg nehmen / welcher durch die Be=
gleiter
ihnen wird angewiesen werden .

8 . Jst bewilliget .

9 . Die in Cremona gelegene Truppen sollen über die Cremoner Bruck den Poo pas=
sieren
.

9 . Jst bewilliget .

10 . Alle in Mirandola / Mantua / Sabionetta und Cremona gestandene Trup=
pen
sollen sich vor erstgedachter Brucken versamblen / und also durch das Piacen=
tinische
/ Mayländische und Jhro Königl . Hochheit von Savoyen Gebiet / gerad nach
Susa / durch die Strassen / und Anweisung / wie man sich vergleichen wird / den Marsch
nehmen .

10 . Jst bewilliget .

11 . Jede Besatzung solle 10 . Stuck und die Zubehörungen der Artillerie / sambt
100 . Schuß für jedes Stuck / auch jeder Fußgänger und Reutter 20 . Schuß Pulver und
Bley mit sich fortzunehmen befuget seyn .

11 . Man erlaubet 10 . Stuck für sambtliche Plätz abzuführen / ohne deren Stucken / welche für Finale
bewilliget worden / und man wird sich deren Oerther halber / auß welchen sie eigentlich abgeführet werden
sollen / vergleichen : nemblichen 4 . von 12 . Pf . 2 . von 6 . Pf . und 4 . von 3 . Pf . schwehrer Kugel / nebst 50 .
Schuß für jedwederes .

12 . Jm Fall die Commendanten deren Plätzen diesem Articul vor ihre eigene oder
deren Anligenherten / so unter ihrer Besatzung sich befinden / etwas beyzufü⟨g⟩en hät=
ten
/ solle ihnen das zugestanden werden / welches man ehender nicht wissen kan / biß ihnen
der Befehl zu der würcklichen Abtrettung zugeschickt werde .

12 . Wann die Commendanten dem berührten Articul was beysetzen wollen / wird man sich mit ih=
nen
nach Billichkeit abfinden .

13 . Kein Uberlauffer / was Nation derselbe wäre / solle weggenommen werden .

13 . Denen Uberlauffern solle zugelassen seyn / zu denen Jhrigen wiederkehren zu mögen ; im Fall sie
aber nicht wolten / wird man keinen mit Gewalt nehmen .

14 . Es solle kein Officier / Soldat / noch anderer / was Stands derselbe feindlicher
Seits seyn möchte / zwischen die Königliche Truppen sich mischen dörffen / umb die
Fußgänger / Reutter / oder Dragoner abwendig zu machen .

14 . Jst bewilliget .

15 . Die nöthige Wägen sollen / sowohl von denen Oerthern / worauß die Besatzun=
gen
außziehen / als von allen anderen / wo selbe vorbey marschiren / biß nach Susa / so viel
als zu Uberführung deren Königlichen Effecten / deren Krancken und Fahrnussen deren Trup=
pen
/ und Generalen erforderlich seynd / umbsonst herbeygeschafft werden .

[12]

15 . Es werden vor jede Bataillon / wie auch vor jedes Reutter = Regiment drey Wägen umbsonst
hergegeben werden : die übrige Wägen aber werden die Feinde schuldig seyn zu bezahlen / außgenommen
die Generals Persohnen / welchen man solche auch umbsonst wird herbey schaffen .

16 . Es soll uns erlaubt seyn 2 . Kriegs = Commissarien in denen Plätzen von Mayland
oder Piemont nach eigener Wahl zu hinterlassen / sowohl umb vor die hinterlassene Kran=
cke
Sorg zu tragen / welchen / nach ihrer Genesung / die freye Zuruckkehrung in Franck=
reich
auff eben dem Fuß / wie solche denen Truppen wiederfahren / gestattet werden solle ;
als alle die Schulden abzuführen / und andere noch nicht außgemachte Geschäffte / sowohl
in der Lombardey / als in Piemont zu schlichten : Mittels dessen die Commissarien / Einnehmer /
Zahlmeister / und andere in Pavia / Allexandria / Casal und Turin / zur Abzahlung deren
Schulden und Beyhülf deren Krancken / Hinterbliebene die Erlaubnuß haben sollen / in
Franckreich ebenmässig zuruck zu kehren ; nachdeme sie denen besagten 2 . Commissarien /
welche der Printz von Vaudemont benennen wird / ihre Rechenschaft abgestattet haben
werden .

16 . Jst bewilliget : mit dem Verstand / daß man unter denen Königl . Effecten keine Munitions =
und Kriegs = Zugehörungen will begriffen haben ; massen bekant / daß man in diesem Articul von keinem
Kriegs = Vorrath redet / so man aber zur Vorsorg hat anmercken wollen .

17 . Die Feinde und Länder / in denen wir Krieg geführet / sollen / wegen derer bey de=
nen
extraordinari Marschen verschafften Fuhr = Wercken / noch für die bey Begleitungen ver=
lohren
gangene Ochsen / oder gelieffertes Heu / Stroh und Holtz / so lang als wir dasige
Orthe besessen haben / nichts anfordern .

17 . Jst bewilliget .

18 . Es solle erlaubt seyn die Spitäler deren Plätze außzulähren / und alles auff dem
Poo / unerwartet des Abzugs deren Truppen / einzuschiffen ; zu Beförderung dessen / man
die Paßport / sowohl für die Schiff / Krancke / Verwundte und Fahrnussen / als die Com=
missarien
und dero Zugegebene / welche über sie die Obsicht biß nach Elivas haben / erthei=
len
solle ; allda die Wägen stehen müssen / umb alles nach Susa zu überführen / und / da
die Noth erfordern möchte / daß man einige Krancke oder Fahrnussen an einem Orth in
Mayland oder Piemont unterweegs lassen müste / solle man selbe alldort annehmen ; da=
hin
verstanden / daß solches auff Unkosten des Königs für dessen Unterthanen beschehe .

18 . Jst verwilliget .

19 . Uber die Stuck / so jedwedere Besatzung mit sich wird abführen dörffen / solle
auch die Feld = Artillerie / welche in 30 . Stucken / unterschiedlicher Schwere / und 5 . Mör=
ser
bestehet / sambt der Munition / so man nach der Hand abholen wolte / hinwegzu=
führen
zugelassen seyn .

19 . Was das grobe Geschütz deren Plätzen betrifft / bleibt oben / unter dem 11 . Articul / verstanden /
belangend aber die Feld = Artillerie / sollen 24 . Stuck / jedoch kein Mörser / wohl aber 20 . Schuß / zu jedem
Stuck / mitzunehmen erlaubet seyn .

20 . Im fall der Noth sollen / feindlicher Seits / zur obbemeldter Artillerie die behö=
rige
Wägen umbsonst herbey geschafft werden .

20 . Uber die Ochsen vor jedes Stuck wird man vor die völlige Artillerie 30 . Wägen umbsonst
herbey schaffen / wofern übrigens was vonnöthen / müssen es die Feind bezahlen .

21 . Alle Zugehörungen der Artillerie / sambt all = dero Bedienten / sollen mit selbi=
ger
nach Susa / eben mit diesen Bedingnussen / wie die Kriegs = Völcker / geführet werden .

21 . Jst bewilliget .
Effecten

22 . Jnnerhalb 3 . Monathen / von Zeit der Unterschreibung des Vergleichs anzu=
rechnen
/ solle uns zugestanden werden / alle Lebens = Mitteln und Kriegs = Geräthschafften /
so in denen Plätzen befindlich / sambt anderen Königlichen Effecten / nach Genua / Vene=
dig
/ oder Susa / sowohl zu Wasser / als über Land / abzuführen / darüber zur Sicherheit

[13]

nöthige Paß = Brieff ertheilet werden solten ; dabey man die Fuhren bezahlen will / jedoch /
mit dem Vorbehalt / an denen Oerthern sich / es seye mit denen Kayserl . Commissarien / oder
insgemein / mit andern Persohnen / auch mit Juden / wer es erkauffen wurde / abzufinden .

23 . Die Lebens = Mittel / so denen Feinden zugehörig / weil unmöglich die Fuhren herbeyzuver=
schaffen
/ mögen diese verkauffen / oder Commissarien hinterlassen / welchen 3 . Monath zum Verkauff und
Entrichtung obberührten Effecten verwilliget seyn sollen : die Kriegs = Geräthschaften haben in denen Plä=
tzen
zuruck zu verbleiben / ausser denen / welche man / sowohl für die Feind = als Besatzungs = Artillerie / auß=
folgen
und austheilen lassen wird ; besag dessen / solches denen Truppen verwilliget worden .

23 . Der Jntendant / die Kriegs = Commissarien / General = Proviantmeister / Spital =
Verwalter / Postmeister / Jngenieurs / Zahlmeister / und ins gesambt alle Beambte /
deren man eine Verzeichnuß durch den Jntendanten einreichen wird / sollen mit denen
Truppen / oder absonderlich außziehen dörffen / denen man Paßport / umb sicher nach
Susa zu gelangen / einhändigen solle .

23 . Jst verwilliget .

24 . Die Gallioten sollen können nach Venedig abgeführet werden / umb sich ihrer
allda zu gebrauchen ; die Officiers und Boots = Gesellen aber sollen mit unseren Truppen
auff eben die Bedingnussen / wie von denen Officieren oben verstanden / erlassen werden .

24 . Jst bewilliget .

25 . Alle in Jtalien gemachte Kriegs = Gefangene / was Stands und Nation sie seyn
könten / sollen uns treulich außgelieffert / und mit unseren Truppen abgefolget werden ;
verbinden uns hinwieder alle diejenige Gefangene / welche in Franckreich / und nicht al=
sogleich
bey der Hand seynd / umb stracks außgehändiget zu werden / in einer Monaths =
Frist zu überlieffern .

25 . Die Gefangene Frantzosen / welche in einer besonderen Verzeichnuß / und in denen Kayserl .
Händen würcklich sich befinden / sollen ausgefolgt werden / sowohlen als die / so zu Roveredo / la Badia
und bey des General Wetzel Corpo anzutreffen ; belangend die Spanier / Welsche / Schweitzer und Grau=
bünder
/ wird man eben also vom Obristen an biß auff den niedrigsten verfahren / jene außgenommen /
welche unter denen Kayserl . oder Sr . Königl . Hochheit Truppen Dienst nehmen / oder aber völlig der
Kriegs = Diensten sich begeben wolten : überigens bleibt man wegen der Kayserl . Gefangenen mit dem ver=
gnügt
/ was in dem Articul enthalten / nemblich vom Obristen angefangen / und sofort ab .

26 . Alle Schweitzer / welche gefangen genommen worden / und in dem Mayländi=
schen
/ oder in ihrem Land seynd / sollen frey gesprochen werden .

26 . Die / so nicht Dienst angenommen / werden erachtet / daß sie unter dem Articul deren Gefan=
genen
begrieffen seyen .

27 . Die Feind sollen allen ob = ermeldten Truppen / sowohl der Reutterey / als Fuß =
Volck / und Gefolg deren Ober = Officieren / deren Truppen / Proviant = Weesens und Artil=
lerie
/ das Brod / Fütterey und Quartier an allen Orthen des Durchzugs umbsonst ver=
schaffen
; über welches eine Verzeichnuß von dem Jntendant außgehändiget werden sol=
le
/ auch die Truppen den vierten Tag Rastag halten / und des Tags weiter nicht / als
10 . Wälsche Meylen / marschiren dörffen :

27 . Das Brod / der Habern / oder andere Körner für die Pferdt können nicht umbsonst gegeben wer=
den
/ weil die Feinde auß denen Vorrath = Häusern deren Plätzen ihren Nutzen ziehen wollen / also werden sie
bemeldte Sorthen bezahlen / oder eine gewisse Mänge Mehls oder Getraids hergeben müssen / wovon man
ihnen das Tägliche biß an die Gräntzen von Piemont erfolgen lassen wird ; das Heu bewilliget man ihnen
umbsonst / und wo man dessen nichts haben kan / werden sich die Feind mit dem Stroh oder mit der Füt=
terey
/ so allda wurde zu haben seyn / begnügen müssen : Jngleichem bleibt der Marsch bey 10 . Welschen
Meylen des Tags beschlossen / und der Rastag auff den 4ten außgesetzet .

28 . Printz von Vaudemont samt seiner Gemahlin / und alle Generals = Personen / was
Nation sie seyn mögen / sollen / nach ihrem Belieben / mit denen Truppen / oder besonders /
sambt all = ihren Kutschen / Wägen / Außrüstungen / Gefolg und Hof = Bedienten / den

[14]

graden und kürtzesten Weeg nach Susa abziehen dörffen ; denen man und ihren bey sich
Habenden die Paßport und geziemende Begleitung / zu dero Sicherheit / auch das Un=
terkommen
und die Fütterung verschaffen solle .

28 . Jst bewilliget / was den Printz von Vaudemont und dessen Gemahlin / wie auch die Generals =
Personen / ihren Gefolg und Außrüstungen belanget / auch trauet man ihren Worten / daß sie nichts als
was die Noth erfordert / begehren werden .

29 . Es solle nicht gestattet werden / daß man einen Officier / Soldaten / Knecht /
oder andere Personen / Schulden halber / anhalte / weilen anerbotten wird / Commissarien
zu hinterlassen / umb sich derentwegen / nach Billichkeit / abzufinden .

Jst bewilliget .

30 . Was die Schulden anbetrifft / welche der Printz von Vaudemont zu Mayland
und in dasigem Staat haben möchte / deswegen solle er durch gültige Bürgschafften
Richtigkeit verschaffen / zur Versicherung solcher in nächsten 6 . Monathen zu bezahlen ;
worüber man ihme Zug umb Zug seine Fahrnussen und Haabschafften erfolgen / und sei=
nen
Hof = Bedienten die Freyheit / solche einzupacken / auch diese nach Genua oder Susa /
mittels deren vor seine Bezahlung erstattenden Fuhren / zu bringen sichere Paß = Brieff er=
theilen
lassen wird ; Es solle erlaubet seyn dem Charle Semple und dem la Gorge ,
Zweyen seiner Hoffbedienten / wie auch allen anderen / so er schicken wird / die ihm zu=
gehörige
Fahrnussen und Geräthschafften zusammen zu suchen / welche vielleicht durch
besondere Leuthe in denen Unordnungen / bey Außraumung seines Hauses / möchten ver=
zogen
worden ; seyn und umb hierinfalls allen nöthigen Fleiß anwenden zu können / wolle
er den Printz Eugeni ersuchet haben / seine hohe Authorität zu ertheilen / auff daß die Be=
meldte
ihre Verrichtungen hierin thun nicht verhindert würden .

30 . Man hat gar kein Bedencken dem Printz von Vaudemont seine Fahrnussen außfolgen zu las=
sen
/ wann nur die Creditorn ihrer Bezahlung vergwisset seyn werden / und Printz Eugeni verwilliget /
sofern man alles nach Recht und Billichkeit vollziehe / seine Authorität vorzuschützen .

31 . Eben dieses solle / wegen der Fahrnussen und Sachen deren Hoffgenossenen des
bemeldten Printz von Vaudemont / was hiervon in Mayland oder dasigem Staat sich be=
finden
möchte / verwilliget werden ; welchen solche auff Genua oder Susa innerhalb drey
Monath / entweder durch ihre Abgeschickte zu bringen / oder selbige selbsten auffzusuchen /
erlaubt seyn : wozu ihnen vor 3 . Monath / sowohl nach Mayland zu reysen / als sich nach
Genua oder Susa zuruck zu fügen / Paßport erfolget werden sollen .

31 . Jst bewilliget / ausser dem / was anfangs eingezogen / oder verzogen seyn möchte .

32 . Alle obere und geringere Officiers / was Nation sie seyn / so villeicht in de=
nen
Piemont = oder Mayländischen Städten etwas von ihren Außrüstungen hinterlassen
hätten / sollen eben Erlaubnuß haben / solche nach Genua oder Susa zu bringen / und ih=
nen
die Paß = Brieff / wann sie eine verlangen / hierzu ertheilet werden .

32 . Jst bewilliget / ausser dem / was anfangs eingezogen / oder verzogen worden .

33 . Es solle / was zu Verpflegung und Sicherheit des Marsches deren Truppen
und ihrer Rüstungen biß nacher Susa / erfordert wird / veranstaltet werden .

33 . Der Sicherheit / des Marsches wegen / wird man die Anstalt machen / und was die Verpflegung
betrifft / ist in denen vorigen Articuln schon beantwortet worden .

34 . Printz von Vaudemont begehret an den Staat von Mayland / von dem Jhm
als Mayländis . General Gouverneur außgeworffenem Gelde / die Bezahlung der 50000 .
Thaler / welche Jhme vom Monath September 1706 . vor dem feindlichen Einfall ruck=
ständig
verbliben .

34 . Man will dem Printz von Vaudemont die Erleutherung deren Rechnungen / was seine ordentli=
che
Bestallung / als Gouverneur von Mayland betragt / biß dahin / wie der Termin im Articul entworf=
fen
/ gestehen / und im Fall / daß ihm hierin etwas zuruck gehalten werden solte / wolle Printz Eugenius
ihme durch Richtigkeit den Staat von Mayland verschaffen lassen .

[15]

35 . Es solle auch der Mayländische Staat denen Lifferanten der Artillerie / des
Brods / Kriegs = Gezeugs / Fütterey / Getrayds / und anderen / was man ihnen außständig
gebliben / und auff die Weiß / wie in denen hierzu von dem Magistrat und Staat von May=
land
gegebenen Anweisungen ihnen versprochen worden / bezahlen .

35 . Das ist eine Erörterung / so dem Staat und dem Rath von Mayland angehet / und nach den
Rechten / haben die Feind keinen Antheil mehr haben / solle entschieden werden .

36 . Man solle dem Don Jean de Hererra , Groß Cantzlern / welcher zu Bologna ist /
einen Paß ertheilen / damit Er / sambt seine Fahrnussen zu denen Truppen gelangen /
und mit diesen / oder besonders / wie es ihme gefällig / recht nach Susa / oder Genua / den
kürtzesten Weeg gehen könne ; auch solle Jhme zugelassen werden seine Haabschafften / so
Er in Mayland oder dasigem Staat möcht hinterlassen haben / mit sich abzuführen .

36 . Jst / soviel fahrnussen betrifft / eben auff dem Fuß / wie in vorhergehenden Articulen gesagt
worden / bewilliget .

37 . Weil das Modenesische abgetretten / wird erlaubt seyn von dem Ober = Rath zu
Modena Rechenschafft zu begehren / über dasselbe / was man dem König biß auff den
Tag der Außlährung des Cittadell von Modena von Modenesischen Einkünfften / und
denen durch dem Ober = Rath in Summa der 22000 . Pfund / biß zu End des letzt abgewiche=
nen
Septembris / beschehenen Anweissungen schuldig / nembl . 12000 . an den Hrn . Che =
meraut , 6000 . an den Hrn . Chevalier de Luxemburg , und 4000 . an den Hrn . des
Ainuillers zu bezahlen .

37 . Das Cittadell zu Modena hat capituliret / als wird dieser Articul dahin gewiesen .

38 . Alle Officiers / Soldaten und andere Persohnen / was Nation/Stands / oder
Handthierung sie immer seyn mögen / sollen in völliger Freyheit gelassen werden / ohne sie
oder auch Dero Haußgenossene zu zwingen / mit denen Truppen wegzuziehen ; oder in
Jtalien bey dero Verrichtungen und Hanthirungen zu verbleiben : Es solle ihnen frey ste=
hen
die Haabschafften mit sich fortzubringen / oder selbige in Zeit von 3 . Monathen ohne
einigerley Hindernuß zu verhandlen / auch sollen unter keinem Schein jene / welche denen
zweyen Cronen auff einige Weiß gedienet / oder sonst zugethan waren / im geringsten nicht
belästiget werden .

38 . Jst verwilliget / ausser für diejenige / welche über 8 . Monath verbleiben wollen / die sodann ei=
ne
neue Erlaubnuß vonnöthen haben werde .

39 . Alle Generals und nachgesetzte Officiers / wie auch andere / so in beeder Cronen
Dienste seynd / sollen deren Güter / welche sie in dem Mayländischen Staat / Montferrat
Modenesisch = und Mantuanischen haben / geniessen können / oder die Freyheit haben / in=
nerhalb
eines Jahrs / selbe zu verkauffen / oder deshalben andere Anordnung vorzuneh=
men
.

39 . Jst bewilliget auff 6 . Monath sich vor jene Parthey / so ihnen am anständigsten vorkommen
wird / zu erklären .

40 . Dem Hertzogen von Mantua solle man einen Theil von Montferrat , so ihm ge=
hörig
/ oder für eine Gleichgibigkeit Cremona / oder das Cremonesische mit eben dersel=
ben
Neutralität einraumen / mit welcher ihme Mantua und dessen Staat / in wel=
chem
die Guastall = und Bozolische begriffen verbleiben / auch ihme frey stehen solle / nach
Abzug deren Truppen beeder Cronen eine neutrale Besatzung nach eignen Belieben in
Mantua und Cremona hinein zu verlegen .

40 . Jst in allen Puncten abgeschlagen ; indessen wird die Erhaltung denen Jnwohnern zu Man=
tua
und alldort befindlichen Juden versprochen .

[16]

41 . Dem Duc de Mirandola solle Mirandola und sein Staat wieder eingeräu=
met
werden .

41 . Die Antwort ist im vorigen Articul mit verstanden .

42 . Alle Schiff und behöriges Gezeug zu denen Schiff = Brucken / umb über die Was=
ser
währenden Marsches deren Truppen nacher Susa zu setzen / sollen auff Unkosten de=
ren
Feinden herbeygeschafft und gemacht : auch der Befehl zu dem Ende von ihnen erthei=
let
werden / daß die zur Verfertigung der Brucken zu Cremona benöthigte Schiffe unver=
schüblich
abgeführt werden .

42 . Jst bewilliget .

43 . Beederseits sollen Gaiseln / biß zu völliger Bewerckstelligung gegenwärtigen
Vertrages / gegeben werden / über dessen völligen Jnhalt Jhro Königliche Hoheit von Sa=
voyen
/ und Printz Eugenius gutsprechen sollen .

43 . Jst bewilliget durch zwey Officiers : nemblichen einen Feld = Marschallen / und einem Obri=
sten
oder Brigadier / und besagte Gutsprechung . Geschehen zu Mayland / den 13 . Mertz / 1707 .

( L . S ) Graff Schlick .
( L . S ) St . Pater .

( L . S ) Graff Daun .
( L . S ) La Javeliere .

Wir / zufolg des Uns von Jhro allerchristlichsten Majestät gegebenen Befehl und Voll=
macht
/ haben die hierob enthaltene Vergleichs = Articul vor gültig angenommen . Gesche=
hen
zu Mantua den 15 . Mertz / 1707 .

( L . S ) Carl Heinrich von Lothringen .

Obgeschribene Articuln habe ich gutgeheissen / und garantirt .

( L . S ) Eugene der Savoye .

Von GOttes Gnaden Victor Amadé , der Anderte / Hertzog zu Savoyen / Fürst
von Piemont / König zu Cypern / Obrister General = Commendant Jhrer Kayserl . Ma=
jestät
Kriegs = Völckern / in Jtalien / ꝛc . Nachdeme Uns obige durch den Printz Eugeni
unterschriebene Articuln zu Handen kommen / haben Wir selbige gutgeheissen / genehm=
gehalten
/ und bestättiget / billichen / halten genehm / und bestättigen selbige in ihrem Be=
halt
und Form / und versprechen bey Fürstlichem Glauben und Wort solche zu halten und
unverbrüchlich halten zumachen / ohne darwider zu thun / noch zu gestatten / daß weder
offentlich / noch heimlich hierwieder gehandelt werde . Zu Urkund dessen haben Wir Ge=
genwärtiges
eigenhändig unterschrieben / und deme Unser Secret = Jnsigel auffdrucken
lassen . Gegeben zu Turin den 16 . Mertz / 1707 .

( L . S ) V . Amadé .

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