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Wienerisches DIARIUM

Nr. 67, 21. August 1754

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[1]

Aus Spanien.

Madrid 6. Julii.

IN unsern See=häfen dauren die Kriegs=
rüstungen
noch immer fort, und be=
sonders
zu Ferrol; man will beständig
behaupten, daß sie bloß gegen die räuberi=
schen
Barbaren gemünzt seynd. Vor einigen
Tagen entstand alhier in einem kleinen Gäß=
gen
Feuer, welches weit um sich griffe ohne
die gute Veranstaltungen würde ein grosser
Theil der Stadt in die Asche gelegt worden
seyn; so aber hat man vieles erhalten, und
es ist nicht ein einziger Mensch dabey ver=
unglückt
.

Cadix 14. Jullii.

Die Fregatte, welche der Capitan Jo=
hannes
Colina commandiret, und im April=
monat
aus der Hayana abgesegelt, und den
7. dieses Monats alhier ungelanget, hat
27. tausend 555. Spanische Pattacons, wie
auch 10. tausend 110. gemünzte Pistolen,
nebst 158. Unzen feine Perlen für den König
mit sich zurücke gebracht. Dieses Schif wird
nebst dem Kriegs=schif, dem Heil. Joseph
nach Carthagena und Havana zuruck kehren.

Madrid 20. Julii.

Der König hat die jährische Einkünfte der
Academie, welche unter dem Namen des
Heil. Ferdinandus aufgerichtet worden, mit
25. tausend Piasters vermehret, weswegen
vor einigen Tagen der Herzog von Huescar
nebst dem Herzog von Bejar, im Namen
deren sämtlichen Gliedern dieser Academie,
die schuldige Danksagung bey dem König ab=
gestattet
. Man fahret in allen Provinzen

der Monarchie fort, zur Anwerbung meh=
rerer
Recruten, wie auch Matrosen die
Trommel zu rühren.

Aus Jtalien.

Neapel 30. Julii.

Aus Sicilien ist die Nachricht eingelof=
en
, daß der dasige Vice=könig Herzog von
Vieuville den 24. dieses zu Palermo mit
Tod abgegangen: worauf dem Commen=
danten
von Messina Den Giuseppe Gri=
macci
durch einen Expressen der Befehl zu=
geschicket
worden, solches Amt anzutretten.
Samstag in der fruhe wurde der D. Gae=
tano
Festa, welcher 3. Tag vorhero das
Doctorat genommen, auf der Gassen von
einer Wunden in der Brust, und mit blos=
sen
Degen in der Hand ertödtet gefunden.
Eben diesen Tag wurde ein Weib auf der
Jnsul Jschia hingerichtet, welche das Ehe=
weib
von einer Manns=person mit dem sie
in unerlaubter Bekanntschaft ware, zu er=
morden
getrachtet, darauf aber, weilen ihr
solches nicht von statten gegangen, ihren
Sohn in einen Brunnen geworfen.

Rom 3. Augusti.

be=

[2]

begeben. Bey alhiesiger Staats=cailzey ist
die Nachricht eingeloffen, daß die Bischöffe
von Capo d'Jstria, und Pieve mit Tod ab=
gegangen
; Se. Päpstl. Heiligkeit haben de
P. Baldaßini General=procuratorn deren
Barnabiten zum Bischoffen von Bagnarea
ernannt.

Genua 3. Augusti.

Durch ein von Cadix alhier angelangtes
Engländisches Schif vernimmet man, daß
ein See=rauber von Sale in das Mittel=
ländische
Meer ausgeloffen, und bereits ei=
nige
Beute gemacht hätte. Ein anderes
von Cadix und Lisabon angekommenes Eng=
ländisches
Schif hat Briefe aus Lisabon er=
halten
, mit der Nachricht, daß ein Aviso=
schif
von Basile alda angelandet, welches be=
kräftiget
, daß die Jnwohnere von Paraquai
hartnäckig entschlossen hätten, ihre Freyheit
zu handhaben, und weder denen Spamern,
weder denen Portugesen sich zu unterwerfen;
angesehen sie eine betrechtliche Anzahl Fuß=
volk
mit Flinten und Säbeln versehen,
nebst, einem, wol, ausgerüsteten Caval=
lerie
=corpo auf denen Füssen hätten,
welche von Europäischen Officieren comman=
diret
wurden. Montag kamen zwey Franzö=
sische
Fahr=zeug mit Getreid von Ancona
hier an, deren Patronen berichten, daß sie
die zwey Neapolitaniiche Kriegs=schiffe in
dasigen Gewässern gesehen, und ein unseri=
ge
Pinque hat in dem Canal von Piombino
2. Neapolitanisce Galeeren, wie auch das
Kaiserl. Kriegs=schif der Adler genannt, in
denen Toscanischen Meeren begegnet, wel=
ches
alda wider die See=rauber annoch herum
kreutzet. Durch eine Feluque von Civita= ve=
chia
vernimmet man, daß zwey Barbarische
Galeoten gesehen worden, welche eine erbeu=
tete
leere Tartana bey sich gehabt, ohne
zu wissen, von was für einer Nation selbe
seye, oder wo dero Equipage hingekommen.

Aus Jrrland.

Dublin 16. Julii.

Die Regierung hat den 9. dieses eine Ver=
ordnung
kund machen lassen, wodurch dem=
jenigen
, welcher einen der fünf erstern von
den 3. bis 400. Personen, welche den 3ten
dieses in dem Hause des Herrn Hogton, eine
grosse Unordnung angestellet haben, entdecket,

eine Belohnung von 100. Pfund Sterl. ver=
sprochen
wird, und wann schon derselbe,
welche sie entdecken wird, mit schuldig ist
so solle er noch über deme Gnad erlangen.
Gestern hatten wir zwey entsetzliche Hagel=
wetter
, welche Anlas geben zu förchten, daß
die Erd=früchten dadurch einen grossen Scha=
den
dörften erlitten haben.

Aus Groß=Brittannien.

Londen 30. Julii.

Es ist eine Königliche Verordnung zum
Vorschein gekommen, wodurch demjenigen,
so den Verfasser oder die Verfassere eines
Schreibens in Versen, welches den 13. die=
ses
auf dem offentlichen Mark der Stadt
Oxford gefunden worden, entdecket, eine
Belohnung von 200. Pfund Sterling ver=
sprochen
wird; diese Schrift enthalt sehr
kühne und aufrührische Ausdruckungen, gleich=
wie
auch sehr vergiftete, falsche und ver=
rätherische
Verleumdungen wider den Hof und
die Ministros. Man ist würklich beschäftiget,
diejenige Hindernusse aus dem Weeg zu rau=
men
, welche verhinderen, daß sich der Gou=
verneur
und die Besatzung der Jnsul Minorca
mit dem Magistrat und denen Einwohnern
noch nicht vergleichen können. Von St. Jago,
einer der Jnsuln des grünen Vorgebürgs, wird
berichtet, daß die der Jndianischen Com=
pagnie
gehörigen Schiffe, der Kent und Lon=
den
, zu End abgewichenen Monats, mit
einigen Officiers von dem Regiment Adler=
cron
, welches nacher Ost=indien abgegan=
gen
, alda angelanget seyn, und nachdeme
sie sich mit frischem Wasser und andern Le=
bens
=mitteln, gegen Tauschung einigen
Geschmucks, weilen, das Geld daselbst
keinen Lauf hat, versehen, seynd diese Schiffe
wieder nacher Madagascar unter Seegel ge=
gangen
; dieselbe hatten seit ihrer Abreise
von Jrrland nur einen einigen Mann ver=
lohren
. Am Sonntag legte der Hof die
Trauer für die verstorbene Herzogin von
Penthievre, Tochter der Herzogin von Mo=
dena
, auf 8. Tage an. Die Regimenter
von Manners und Stuart, so neulich von
Gibraltar und Minorca herüber gekommen,
seynd nach Schottland marschiret, woselbst
sie vertheilet werden sollen. Der König hat

das

[3]

das Regiment Cavallerie des General= leu=
tenants
Grangnes in Jrrland an den Ober=
sten
Conway, und das Regiment von Con=
way
zu Fuß, dem Obersten Monstyn erthei=
let
, und sonst noch verschiedene andere Mi=
litair
=erhöhungen vorgenommen.

Londen 31. Julii.

Nachdeme man hier die Nachricht erhal=
ten
, daß die 6. Jndianische Nationen, wel=
che
in dasiger Gegend wohnen, wo die Eng=
länder
sich niedergelassen, den Schluß ge=
fasset
, unserer Nation beyzustehen, und
mit gewafneter Hand gegen den Fluß Ohio
wider ihre Feinde anzurucken, so wird sich
der Zustand der Sachen in dasiger Gegend
bald ändern, zumalen da diese Jndianische
Nation sich in ein Corpo, 6000. Mann
ansmachend, zusammen gezogen. Als den
22. dieses der Prinz von Wallis, der Her=
zog
von Cumberland und die jungen Prin=
zen
und Prinzeßinnen nach Woolwich abfuh=
ren
, um ein Bombardier=schif und das
Kriegs=schif, Duyn=kirchen genannt, vom
Stappel in die See ablauffen zu sehen, so
führen Jhro Königl. Hoheit. zuerst in den
Tour mit Kutschen, woselbst der Prinz von
Wallis mit dem Lord Harcourt und dem
kord Anson in eine Chalsupe von 10. Ru=
dern
traten; Jn der Königl. Barque waren
der Herzog von Cmmberland, der Prinz
Cdonard, der Prinz William, die Prinzeßin
Augusta, die jungen Prinzeßinnen, und ver=
schiedene
Standes=Persenen. Die Lords=
commissarien
der Admiralität waren in der
Admiralitäts=barque. Bey ihrer Abfahrt
vom Tour, wie auch bey ihrer Ankunft zu
Woolwich wurden 21. Stuck gelöset. Alle
Schiffe auf der Themse, von der Londoner=
brücke
bis an das Werft, liessen ihre Flag=
gen
und Wimpels wehen, und viele löseten
beym Vorüberfahren ihre Stucke. Auf der
Jacht Carolina ward eine herrliche Mahl=
zeit
für die Königl. Famille angerichtet, und
auf dem Werfte ward eine Tafel von 200.
Couverts für die übrigen Personen vom
Kange gedeckt.

Aus Frankreich.

Avignon 27. Julii.

Der Monsig. Paßianci welcher seit dem No=

vember des abgewichenen Jahres zum Vice=
legaten
hiesiger Stadt ernannt worden, kam
vorgestern fruhe um 8. Uhr mit der Equi=
page
des Hrn. Erz=bischofs an, die ihm ent=
gegen
geschickt worden. Vor ihme zog ein
Detaschement Dragoner vorher, und die
Reuter der Marechaussee folgten ihnen. Der
Herr Marquis d'Aulan war als erster Con=
sul
bereits den 13. mit einem Theil des vor=
nehmsten
Adels nach Aix abgegangen, die=
selben
alda zu erwarten, weil man in Er=
fahrung
gebracht, daß sie zu Genna ange=
kommen
; die ungünstigen Winde haben die=
sen
Herrn aber einige Tage auf dem Meer
aufgehalten, und er ist erst den 21. zu Mar=
seille
an Land gestiegen, wohin sich gedach=
ter
Hr. Marquis sogleich mit seiner Beglei=
tung
begeben, und Se. Excellenz in Namen
hiesiger Stadt complimentiret. Dieser Ta=
gen
hat unser Ort alle seine Freude und
Pracht bey der Taufe einer 60. jährigen Jüdin
gezeiget, die in der Kirche zu St. Agricola
mit dem grösten Gepränge getauffet wurde,
der Dechant des Stiftes Herr Brun hielt
bey dieser Gelegenheit eine kleine aber wol=
gesetzte
Rede, und der Hr. Marquisd'Aulan
ließ der Neu=bekehrten die Namen Maria
Anna Agricola geben.

Aus Niederland.

Rotterdam 31. Julii.

Es haben die Herren General=staaten den
Hrn. Heinrich Zäermann ernannt, um als
Holländischer Commissarius nach Danzig
zu verreisen, und die Stelle anstatt des ver=
storbenen
Hrn von Bleiswyk daselbst zu ver=
walten
. Der Hr. Kalkden, welcher sich als
Holländischer Minister bey dem Königl.
Pohlnischen und Chur=sächsischen Hofe auf=
gehalten
, ist aus Dresden im Haag ans
gelanget.



Wien den 21. Augusti, 1754.

SAmstag, den 17 Augusti, haben Jhro
Durchl. der Erb= und Kron=prinz Erz=
herzog
Joseph mit Dero Durchl. zweyen
Herren Gebrüdern, wie auch die Durchl.
Erzeherzoginnen dem ordinari GOttes=dienst
in der Schönbrinner Schloß=kapellen bey=

[4]

gewohnet, so auch Sonntag und Montag
als den 18. und 19. Augusti von denen
sammentlichen Durchl. Herrschaften besche=
hen
.

Dienstag den 20. Augusti, Vormittags
vor 9. Uhr nach gehörter Heil. Meß seynd
Jhro Königl. Hoheit die Prinzeßin Char=
lotte
in Gefolg Dero Dames und Cavalie=
ren
, wie auch einiger Kaiserl. Königl. Her=
ren
Cammerern, als Titl. Hrn. Franz Grafen
von Esterhazi, und Titl. Hrn. Anton Grafen
Schaffgotsch, mittels der Post über Mährisch
Budwitz (als dero Nachts=station) und fol=
genden
Tages nacher Neuhof zur beeden Kai=
serl
. Königl. Majestäten abgegangen, von
dannen Hoch=dieselbe mit allerhöchst=Kaiserl.
Herrschaften nacher Prag, und von da aus
dero weitere Reis nacher Mons in Nieder=
land
antretten werden.


Lista deren Verstorbenen zu Wien
in= und vor der Stadt.

Den 17. Augusti.

In der Stadt.

  • Der Maria Anna Wattastorferin, Burgerl. Witt=
    we
    , ihr S. Andre, bey denen 3. Lil. am hohen
    Marki, alt 22. J.

Vor der Stadt

  • Dem Christoph Turitzella, Gips=gies., s. W. Anna,
    beym weis. Lämmel in der Rossau, alt 33. J.
  • Dem Georg Weber, Brätel=brat., s. K. Anna, bey
    dem schwarz. Adler bey St. Ulrich, alt 3. J.
  • Summa 3. Persoh., darunter 1. Kind.

Den 18. Augusti.

Jn der Stadt.

  • Dem (Tit.) Hrn. Jgnatz Stoger, K. K. Hof= kriegs=
    agenten
    , s. Fr. Maria Fekiritas, beym grün. -
    bel
    in der Krugerstr., alt 51, J,
  • Dem Jarob Schmid, Hausmeist., s. K. Joh., im
    Hederichis. H. am alt. Haar=markt, alt 2. J.

Vor der Stadt.

  • Dem Jos. Großman, Burgerl. Wirk., s. K. Glis.,
    in s. H. in der Alster=gas., alt 1. J.
  • Dem Joh. Mutsam, Mullner=meist., s. W. Anna,
    im Thunis. H. in der Leopoldst., alt 49. J.
  • Dem= Paül Hans, Bestand=wirt. s. K. Jos., beym
    gold. Ochs. bey Maria=hülf, alt 5. v. J.
  • Ebethard Walz, Wirt, beym schwarz. Thor am
    Thury alt 40. J.
  • Suma 6. Person., darunter 3. Kinder.

Den 19. Augusti.

In der Stadt.

  • Hr. Joh. Golkl Nohk v. Rohrenfels, Arademie=
    mähl
    ., im grossen Federlehof, alt 52. J.
  • Hr. Joh. Linderl, Kais. Kammer=dien., im Raben=
    hof
    in der Römerstr., alt 67. J.
  • Hr. Tohias Strauß, gew. Burgerl. Handels=m.,
    im Krammeris. H. im Schlosser=güs., alt 79. J.
  • Dem Hin. Joh. Georg Reuter, Herrschaftl. Kam=
    mer
    =dien., s. Ehew. Josepha, im Uhlefeldisch. H.
    unterm Land=H., alt 23. J.
  • Joh. Gruber, Lack., im Kupferschmidis. H. in der
    Ragler=gas., alt 66. J.

Vor der Stadt.

  • Dem Mich. Mabi, Burgerl. Bild=hauern, s. K.
    Math., im Bild=haueris. H. in der Josephst.,
    alt 1. J.
  • Dem Georg Huber, Zimmer=ges., s. W. Anna, bey
    der rot. Bretz. in der Josephst., alt 42. J.
  • Dem Heinr. Schuster, Kutsch., s. K. Joh., im Fleisch=
    selkeris
    . H. bey Maria=hülf, alt 2. J.
  • Math. Eder, Tagw., bey der grün. Saul. in der
    Rossau, alt 69. J.
  • Vomin. Wilinger, Hafner=jung, alt 18. J., bey
    dennen FF. Mis.
  • Summa 10. Person., darunter 2. Kinder.

Den 20. Augusti.

In der Stadt.

  • Dem Hochedl=geb. Hrn. Steph. Bened. v. Rohr, der
    R. K. K. M. würkl. Hof=raht, und Generaiehof
    kriegs=commissariats=referendar., s. Fr. Gemah=
    lin
    Clara, geborne v. Zeblitz, im Oefrancis.
    H. in der Kärntnerstr., alt 36. J.
  • Dem Franz Hummel, Burgerl. Schneid., s. K. Ca=
    thar
    ., in s. H. auf der Schotten=hastey, alt 1. J.
  • Andre Härsch, Maurer, im Kaiseris. H. in der Him=
    mel
    =pfort=gas., alt 64. J.

Vor der Stadt.

  • Dem Simon Koch, Bruderschafts=ansag., s. W.
    Sophia, bey der golb. Eul bey St. Ulrich, 77. J.
  • Dem Joh. Schirmer, Lauf., s. K. Joh., im Spal=
    liet
    =macheris. H. bey St. Ulrich, alt 5. v. J.
  • Glisab. Veilingerin, alt 70. J. und Math. Strauf,
    alt 72. J., beyde in St. Joh. Ney. Spital.
  • Summa 7. Person., darunter 2. Kinder.

Den 20. Augusti st Vormittags in
Folge des bey dem allhiesig Kaiserl. Königl.
Stadt= und Landgericht über den allda ab=
geführten
Criminal=proceß geschöpften End=
urtheil
eine verheyratete Mannswperson zur
wol verdienten Straf wegen an feiner leib=
lichen
Mutter begangener Mord=that vor
dem alhiesigen Schotten=thor auf dasiger
Richt=stadt mit dem Schwert vom Leben
zum Tod hingerichtet, und demselben zugleich
die rechte Hand abgeschlagen, die abge=
schlagene
Hand aber an dem dasigen Pran=
ger
angeheftet worden.

[5]

Den vierten künftigen Monats Septemb.
fruh um 9. Uhr werden bey dem Löbl. Stift=
und Kloster=maurbacher=Grund=buch des Ma=
thias
Jurlpauer, und Anna Maria dessen
Ehe=wirthin eigentumliche drey viertl in
Hornsperg, dann zwey viertl im langen Feld
zu Unter=sifering gelegeue anhero dienstbare
Wein=garten dem Meistbiettenden verkauffet
werden, wer demnach solche käuflich an sich
zu bringen gedenket, kan sich an obbemeldten
Tag und Stund alda anmelden.


Es wird jedermänniglich kund und zu wis=
sen
gemacht, daß ein weiß=rautener Haupt=
stein
aus einem Ohr=gehäng verlohren gegan
gen, wer solchen hiemit gefunden, oder an=
sonsten
Wissenschaft hievon überkommet,
wird höflich ersuchet, solchen gegen guter
Recompens in das Kaisersteinische Haus über
die vordere Stiegen in dritten Stock zu
überbringen.


AVERTISSEMENT.

Es dienet hiemit zu jedermanns Wissen=
schaft
, und geziemender Nachricht, wie daß
von einer allhier in Wien der Deutschen
Sprache beflissenen Feder mittelst viel jährig
angewendter Bemühung die 4. Theile des
Oesterreichischen Lehrbüchleins in zweyerley
Schriften zum rechten Anfange, und Grun=
de
der Deutschen Schulen, und dahin ein=
schlagenden
Wissenschaften verfasset, auch
mit Allerhöchstem Kaiserl. Privilegio verse=
hen
, und zum Drucke befördert worden seyen,
mittels welcher an den 1mo regelmäßigen
Verstand, 2ds den reinen Ausdruck, und
ztiö eine nützliche Wissenschaft unserer vor=
treflichen
Muttersprache, samt einer schönen
Handschrift füglich erlangen kann.

Jn Wien um einen geringen Preis zu fin=
den
bey Johann Jgnatz Heyinger, Buch=
drucker
in der Römerstrasse, in seinem Hau=
se
und Gewölbe.

Jtem bey dem Buchbinder Leopold Grund,
in seinem Gewölbe neben dem Hauptthor
bey St. Stephan, wo die Schul=bücher ver=
kauffet
werden; und kostet der erste Theil 7.
Kreutzer, der zweyte 12. Kr., der dritte
40. Kr., der vierte Theil aber, nämlich
Faiserl. Deutsche Grammatick, welche an=

jetzo neu ist aufgeleget, und sehr viel ver=
bessert
, auch mit einem Examine, und voll=
ständigen
grammaticalischen Register verse=
hen
worden, kostet nunmehro 1. Fl.

Das weitere von diesen 4. Lehrbüchlein
ist aus einer besonderen, bey oberwehntem
Heyinger und Grund ohne Entgelt austhei=
lenden
Nachricht, zu entnehmen.


EDICT.

Von der Kaiserl. Königl. N. Oe. Reprä=
sentation
und Kammer, wird durch gegen=
wärtiges
Edict all= und jeden, welche an
die Orientalische Compagnie=massam, we=
gen
der gewesten einhundert=fachen Lotterie
oder in andere Weege einige Auforderung zu
haben vermeinen, kund und zu wissen ge=
macht
; wasmassen Ihro Kaiserl. Königl.
Majest. unsere allergnädigste Erb= landes=
fürstin
und Frau auf allerunterthänigstes
Anlangen der Orientalischen Compagnie=
deputation
, und von dem mehreren Theil
deren Lotterie=interessenten eingericht= schrift=
liche
Erklärung sich allermildest entschlossen
haben: Die dem Publico hinausgegebene so=
genannt
=orientalische Compagme= aushilfs=
recognitiones
mit dreyßig pro Cento einzu=
lösen
, und dargegen förmliche Stadt= banco=
obligationes
, nach zehen Jahren zahlbar
mit dem vom 1. Octobris instehenden Jahrs
à 4. pro Cento lauffenden Jnteresse aus=
fertigen
, die geringere unter 500. ausge=
stellte
Recognitions=posten aber bey der
Stadt=banco Haupt=cassa baar bezahlen
zu lassen; Dahingegen dem Banco von der
Orientalischen Compagnie-deputation, und
Jnteressenten die Wollen=zeug=fabrique zu
Lintz mit allen Vorraht, Zugehörungen und
Gerechtsamen, dann auch die übrige zur
Orientalischen Compagnie=massa gehörige
Effecten und Forderungen, wie die immer
Namen haben mögen, rum onere & co-
modo
übergeben werden, folgends anmit
alle fernere Ansprüche mehr besagter Jn=
teressenten
gänzlichen getilget und abgethan
seyn sollen; Solchemnach werden sie Jnter=
essenten
von Zeit der Affigirung dieses Edicts
binnen dreyen Monaten nicht nur ihre in Han=
den
habende Aushilfs=recognitiones auf dem
Comptoir der Orientalischen Compagnie in

[6]

der goldenen Rosen am alten Fleisch=markt
alhier in Wien (welches in jeder Wochen
bemeldter drey=monatlichen Zeit am Mon=
tag
, Dienstag, und Freytag, wann kein
Feyertag nicht einfallet, und zwar Vor=
mittag
von 9. bis 12. und Nachmittag von
3. bis 6. Uhr zu dem Ende offen seyn wird
zur behörigen Scontrier= und Aßignirung in
Originalen beybringen, sondern auch alle
und jede, welche an die Orientalische Com=
pagnie
=massa ex quocunque Titulo vel
causa Sprüch und Forderungen zu haben
vermeinen, solche so gewiß anmelden, als
im widrigen dieselbe nach verstrichenen Ter=
min
deren drey Monaten nicht mehr gehö=
ret
, sondern ihre Aushilfs=papier, und
alle andere Prätensiones für erloschen und
abgethan gehalten seyn sollen. Wornach
sich ein jeder zu richten und vor Schaden
zu hüten wissen wird. Wien den 9. Augusti
1754.


EDICT.

Jch Johann Wilhelm des Heil. Röm.
Reichs Fürst Trautson, Graf zu Falcken=
stein
, Freyherr zu Schroffen und Sprechen=
stein
, Ritter des goldenen Vliesses, der
Röm. Kaiserl. Königl. Majest. würklicher
geheimer Raht, Obrist=hofmeister und Land=
marschall
in Oesterreich unter der Ennß:
Entbiete N. allen und jeden, was Stands
und Würden die seynd, der Gebühr nach,
meinen respective Dienst und guten Willen
zuvor, und füge hiemit zu vernehmen. Es
habe bey diesem mir allergnädigst anver=
trauten
Gericht der Johann Altmann, als
verordneter Creuzmüllerischer Gerhab wider
die Frau Josepha Cajetana verwittibte
Gräfin von Schallenberg, und derselben ver=
ordneten
Curatorem Pöltner, schriftlichen
vorgestellet; welcher gestalten die vorh
angeordnet geweste Licitations=tagsatzung
des der Creuzmüllerischen Gerhabschaft ver=
setzt
, und bereits geschätzten Geschmucks
Cals einem Hals=creutz mit 2. Brillanten,
und Rantten, einer Nadl mit einem Schma=
ragde
, einen Händl mit einem braunen
Rautten, einer Nadl mit 3. Schmaragde
und Rautten, zweyen Schmaragd=tropfen,
und 6. Tropfen von Rautten) in Erman=
glung
einger Licitanten ihren Fortgang nicht

hätte erreichen können, diesemnach gehor
samst gebetten, ich geruhete ein nochmaliges
Licitations=edict bey der Canzley ausferti=
gen
zu lassen, Wann nun hierinfalls ver=
williget
, und zur nochmaligen Licitations=
tagsatzung
der 30ste künftigen Monats Au=
gusti
bestimmet worden ist; Als hat man
ein solches zu dem Ende hiemit jedermän=
niglich
kund machen wollen, damit der, oder
diejenige, so gemeldten Geschmuck käuflichen
an sich zu bringen willens seynd, an obbe=
stimmten
Tag fruh um 8. Uhr ad licitan-
dum
& tractandum vor Gericht zu er=
scheinen
wissen werden, Wien den 15.
Julii 1754.


EDICT.

Wir Burgermeister=amts= verwalter und
Raht der Stadt Wien, geben hiemit all=
und jeden, sonderlich denen, so es zu wis=
sen
nöhtig, hiemit zu vernehmen; daß uns
der Herr Franz Roßi Canonicus zu Mün=
ster
dargethan, welchergestalt en ein auf die
Preneysische Behausung in der sogenannten
Geld=schmidten vorgemerkter, auf den Ja=
cob
Hirschhofer Burgerl. Cränzelbinder al=
hier
lautender Satz pr. 100. fl. de dato 20.
Jumi 1724. cum sua causa anfänglich an
den Jacob Hummel, dann an den Gottfried
Habermayr, und endlichen an ihne Herrn
Roßi unterm 18. Julii 1750. Jure cesso ge=
diehen
seye; dahero, und damit selber
hierinfalls allwegs in Sicherheit gesetzet
werden möge, um Affigirung eines in der
liy Fällen gewöhnlichen Valval-edicts an=
gelanget
hat; und zumalen wir in dieses Ge=
such
unterm 14. jüngst abgeloffenen Monats
Januarii auch gewilliget.

Solchemnach werden all die jenige, so
zu erwehnten Satz pr. 100. fl. oder verfal=
lenen
Jnteressen, quocunque jure, einige
Sprüch zu haben vermeinen, von Zeit heut
gesetzten Dato an inner Jahr und Tag bey
unser, und gemeiner Stadt Grund=buch,
entweder selbsten persönlich, oder durch ei=
nen
hierzu genugsam beyollmächtigten Ge=
walt
=trager erscheinen, ihre Anforderun=
gen
, wie es sich zu recht gebühret, liqui=
diren
, wie im widrigen nach Verstreichung
gedachten Termins memand mehr angehöret,
zondern mit seinem etwa habenden Anforde=

[7]

rungen gänzlichen abgewiesen werden solle.
So man mittels gegenwärtigem Edict ver=
künden
, und zu jedermanns Wissenschaft
bringen wollen. Actum Wien den 9. Martii
1754.


EDICT.

Von des Kaiserl. Königl Jud. Del. Mil.
mix. Sup. ac Inf. Austriæ wegen, wird
hiemit durch dieses offentliche Edict jeder=
männiglich
, denen daran gelegen, kund und
zu wissen gemacht, Herr Johann Christian
Steinbrück, Königl. Pohlnisch=Churfürstl.
Sächsischer Commißions=raht und bestellter
Amtmann zu Gommern mit Elbenau, ver=
mög
eines den 4. April letzthin von Amt
Gommern unweit Magdeburg anhero erlas=
sen
: und den 27. dieti Mensis darauf ein=
gelangten
Requisitorialis vorgestellet, wel=
chergestalten
der Amts=richter Nittmar
Besige, als Vormund des unmündigen Franz
Carl von der Schoulenburg, das zu Gom=
nern
gelegene seinem Mündel gehörige Amt=
säßige
Mann=lehn=ritter=gut zum besten
besselben zum Verkauf an den Meist= bietten=
ien
öffentlich anschlagen lassen, worauf so=
vol
ein denen vormaligen Besitzeren denen
ven Alemannen und deren Erben zukommen=
de
Lehn=stamm, als auch unterschiedene an=
dre
Lehn=schulden haftenden und hiernächst
iy des den zu Magdeburg sich aufhalten=
len
Herrn Johann Daniel Friederich Ale=
nann
, als auch dem unmündigen von der
Shoulenburg daran gelegen, daß von de=
nen
Kauf=geldern das Gut von dem darauf
haftenden Lehns=Stamme an 5230. Cr.
b. Gl. 1. dl. und anderen Lehns=schulden
befreyet werde, dahero um gewöhnliche
dictal=citation derer bekannten und unbe=
sannten
Creditoren behörig angesuchet, als
habe er diesem billigen Suchen gemäß inste=
genden
9. Sept. a.c. pro termino liquida-
tionis
anberaumet, und wolle dahero alle
und jede Glaubigere, sowol Bekannte und
darunter besonders die Herren Carl Leopold
Sylvium Ferdinand, und Johann Ladis=
laum
von Alemanne, oder deren Erben, als
auch Unbekannte, welche auf des gedachten
Franz Carl von der Schoulenburg Gut haf=
lenden
Alemannischen Lehn=stamme oder an
tem Gut selbst etwas zu forderen haben,

sub pœna præclusi hiermit citiren und la=
den
, daß selbige gesetzten Tages zu rechter
fruher Gerichts=zeit in Königl. Pohlnisch=
und Churfürstl. Sächsischen Amte Gom=
mern
entweder in Person, oder durch ge=
nugsam
bevollmächtigte Rechts=beständiger
Weise erscheinen ihre Forderungen, und Ge=
rechtsame
bey Verlust dererselben, und des
Beneficii restitutionis in integrum behö=
rig
liquidiren, bescheinigen und deduciren
mit dem Alemann= und Schoulenburgischen
Mandatario dem Stylo gemäß verfahren bin=
nen
3. Wochen beschliessen, und hierauf den
7. Octobris d. a. deren Acten Jntrotula=
tion
und Verschickung dererselben nach recht=
lichen
Erkanntnuß gewärtig seyn sollen. Wie
nun wegen Affigirung sothanen Edicts in
subsidium justitiæ unter einstens die Ansu=
chung
gemacht, und auch darein gewilliget
worden. Als hat man solches hiemit jeder=
männiglich
, denen hieran gelegen, abson=
derlich
denen in diesem Edict gemeldt= Ale=
mann
= und Schoulenburgischen Creditorn
zur Nachricht, und damit dieselbe gewisse
Bevollmächtigte zu Annehmung der gericht=
lichen
Ausfertigungen behörigen Orts zu
bestellen wissen mögen, intimiren wollen,
Wien den 2. May 1754.


EDICT.

Von der N. Oe. Regierung wegen wird
mit gegenwärtig=offenem Edict jedermänni=
glich
sowol An=als Abwesenden, denen
daran gelegen, kund und zu wissen gemacht.
Es habe Regierung nach erfolgt=tödlichen
Hintritt des Johann Peter Halfmann zu
Erfindung desselben etwa verhandenen aeris
alieni, folgends auch zu sicherer Abhand=
lung
solcher Verlassenschaft für nöhtig befun=
den
, die sammentliche sowol in= als ausser
Land befindliche halfmannische Glaubigere
zu Anmeld= und Liquidirung ihrer an wie=
derholte
Halfmannische Verlassenschaft zu
stellen habender Sprüch und Forderungen ge=
richtlich
vorzuladen, und einzuberuffen, zu
welchem Ende denenselben der 2te des zu=
künftigen
Monats Decembris Nachmittag
um 3. Uhr zur gewöhnlichen Convocations=
und Anmeldungs=tagsatzung zu all=endlicher
Frist anberaumet worden. Solchemnach
werden all= und jede, welche bey gedacht=

[8]

Halfmannischen Verlassenschaft um rechtmäs=
siger
Forderung Willen einige Sprüch haben,
oder zu haben vermeinen, an obbestimmten
Tag und Stund vor Regierung in der da-
selbst
zu solchen Ende offen haltenden Com=
mißions
=stuben entweder selbst persönlich,
oder durch hiezu genugsam gevollmächtigte
Gewalt=tragere also gewiß zu erscheinen,
und ihre an solche Verlassenschaft habende
Anforderungen anzumelden, auch rechtlich
zu liquidiren haben, als im widrigen die
Abhanndlung gleichwolen, vorgenommen,
und ungehindert deren etwa vorhandenen
Glaubigern, so sich mit ihren Anforderun=
gen
in bestimmter Zeit nicht angemeldet
solche Verlassenschaft der Franciscä Half=
mannin
, als des obersagten Halfmann in=
situirt
, und cum beneficio legis, & in-
ventarii
erklärten Universal=erbin einge=
antwortet
, auch ansonsten ex officio vor=
gekehret
werden solle, was rechtens ist.
Wornach sich also ein jeder zu richten wis=
sen
wird. So beschehen Wien den 19ten
Augusti 1754.

NB. Bey Johann Thomas Trattner
Kaiserl. Königl. Hof=Buchhandlern, wohn=
haft
in dem Schotten=hof ist zu haben:

Andradæ (P. Alph. S. J.) Raht und
Beysitzers der Gen. Jnquis. oder Ketzer= ge=
richts
zu Madrit, geistreiche Lehr=sprüche
der glorw H. Mutter Theresia à JEiu, mit
sinnreichen Auslegungen und Gedancken er=
kläret
, auch mit Göttlicher Heil. Schrift,
HH. Vättern, bewährten Geschichten und
Exempeln bekräftiget, aus dem Spanischen
übersetzet von P. Phil. à St. Elisco, baarf.
Carmel. 4. Augsp. 1753. pr. 2. 30. kr.

Der H. Seraph. Jungfrauen Theresia à
JEsu und Mutter der Discalceaten Carme=
litern
und Carmeliterinnen Gottselige =
cher
und Schriften, welche von der Heil.
Mutter Anfangs selbst in Spanischer Sprach
geschrieben, nachmals aber durch einen ih=
res
Ordens=priestern ins teutsche übersetzt,
nebst derselben Lebens=beschreibung, 2.
Theile 4. Cölln, 1730. pr. 2 fl. 30. kr.

Heures & Instrctions chrétiennes a
l'usage des Troupes Imperiales avec
Papprobation de Pordinaire &c. 12. à
Olmuts, 1753. à 34. xr.

Constantini Prophyragenneti Impe-
ratoris
Const. Libri dno de Ceremoniis
Aulæ Pyzantinæ, prodennt nune pri-
mum
Græce cum Lat. Interpretationc
& Commentariis curaverunt Jo. Henr.
Leichius & J. Jac. Reiskius, Tomi II.
fol. maj. Lips. 1751. 1754. pr. 20. x.

Piitteri (Jo. Steph. J. U. D. & P. P.
Ord.) Elementa Juris publici germ. 4.
maj. Götting. 1754 pr. 1. fl. 15. xr.

Ejusd. Introductio in rem judiciario
Imperii speciatim quoque in statum ac
praxin ambor. supremor. imp. Tribu-
nalium
, 4. maj. ibid. 1752. pr. 2. fl.
15. xr.

Rollins Auszug der Historie alter Zeiten
und Völker, aus dem Franz. des Herrn
Abbts Tailhie übersetzt, 4. Theile, gr. 8.
Zürch, 1751. 1753. pr. 4. fl.

Rigantii (Jo. Bapt.) Commentaria
in Regulas, Constitutiones & Ordina-
tiones
Cancellariæ Apostolicæ &c. IV.
Tomi fol. maj juxta Exemplar komæ
excussum Col. allobr. 1751. pr 10. fl.

Gründliche Anleitung zur Teutschen Or=
thographie
, denen Ausländern, welchen
ohne dies die Teutsche Rechtschreibung schwet
fallet, ingleichen dem Frauenzimmer, son=
derlich
aber denenjenigen Personen, so sich
zur Kaufmannschaft und Schreib=kunst wen=
den
, zum besten herausgegeben, nebst einem
Titular=buch, 8. Dres. 1753. pr. 17. kr.

Gropp. (P. Ign. O. S. Bened. Würz=
burgische
Chronik deren letzteren Zeiten,
oder ordentliche Erzehlung deren Geschichten,
Begebenheiten und Denkwürdigkeiten, wel=
che
in denen dreyen letztern hundert Jahr=
lauffen
, das ist, vor dem Jahr 1500. bis
anhero in dem Hoch=stift Würzburg und
Franckenland bey Geistl. und Weltlichen Wee=
sen
sich zugetragen ꝛc. 2. Theile fol. Würz=
burg
, 1754. pr. 10 fl.

Gellerts (C. F.) anmutige Schriften,
enthaltend Fabeln und Erzehlungen, die
zärtlichen Schwestern, ein Lust=spiel, das
Orakul eine Operette, die Beet=schwester
ein Lust=spiel, das Loos in der Lotterie,
die krancke Frau, und Sylvia ein Schäffer=
spiel
, ingleichen Trost=gründe wider ein
sieches Leben ꝛc. groß 8. Straßburg, 1749.
pr. 1. fl. 8. kr.


[9]

Aus Frankreich.

Marseille 20. Julii.

VOn Brest schreibt man, es seye in da=
sigen
Gegenden eine grosse Bewegung,
um Boots=knechte zu werben. Eben das ge=
schiehet
zu Rochefort, und andern benach=
barten
Orten. Die dieserwegen von Hof
aus angelangte Befehle werden mit mög=
lichsten
Fleiß vollzogen. Jnnerhalb 6. Wo=
chen
sollen 8. bis 900. Matrosen beysam=
men
, und angeworben seyn, und wolge=
rüstet
die Einschiffung erwarten, aber nie=
mand
weiß, wohin die Reise gehet. Man
siehet in dasigen Häfen keine kriegerische Zu=
rüstung
; aber einige andere versichern,
es seyen diese See=pursche nach Quelee ge=
wiedmet
, alwo sechs Schiffe von der Linie
schon bewafnet werden, dieses scheinet um
so glaubwürdiger, weil wir eine Menge von
Transport=schiffen machen lassen, um das
gemeldete Volk nach Jndien zu schiffen.

Bourdeaux 22. Julii.

Das Schif, das Fort von St. Peter
genannt, so nach unsern Colonien in Ame=
rica
gewiedmet ist, hält sich bereit, mit
noch 9. andern Schiffen, gleichfalls in Ame=
rica
unter Segel zu gehen, welche Schiffe
mit einander in diesem Hafen seynd equipi=
ret
worden.

Paris 3. Augusti.

Gestern hat sich dahier eine traurige Bege=
benheit
zugetragen: Ein junger Mensch hatte
eine Commißion für eine junge Burgers=rochter
zu verrichten auf sich genommen, als er
aber derselben die Antwort brachte, stiesse er
selbiger zugleich ein Messer in die Gurgel,
gieng demnach auf sein Zimmer, und brach=
te
sich selbst unterschiedliche Wunden bey,
also, daß er auf der Stelle Todes verbli=
chen
. Das verwundete Weibs=bild ist in=
dessen
noch im Leben. Was den Thäter zu
solcher Raserey verleitet, ist unbewust;

doch ist man von Gerichts wegen jetzt beschäf=
tiget
, sich darüber zu informiren.

Aus Polen.

Warschau 3. Augusti.

Am Freytag fanden sich die Herrschaften
bey dem Herrn Premier=minister, zum Con=
cert
und Spiel ein, nachdem Vornnttags
die Königl. Herrschaften dem Hoch=amt bey
denen PP. Reformaten beygewohnet hatten.
Wegen des weissen Adler=ordens=festes seynd
die meisten Ordens=ritter hier eingetroffen,
und werden diesesmal wieder verschiedene
neue Ritter ernannt werden.

Von Kracau hat man Nachricht, daß
um dasige Gegend ein so starkes Ungewitter
mit vielen Wasser=güffen gewesen, daß die
Flüsse so stark angewachsen, und überge=
tretten
, als in Winters=zeit nicht geschehen.
Der Schaden an Feldern und Wiesen ist
sehr beträchtlich.

Warschau 7. Augusti.

Das Namens=fest Sr. Königl. Majest. im=
gleichen
das Fest des weissen Adler=ordens, so
den 3. current. eingefallen, hat zuerst des Mor=
gens
die Kron=artillerie durch Losbrennung
100. Stücke kund gethan, womit die Reichs=
stände
in zahlreicher Frequenz und die aus=
ländischen
Minister in Gala im Pallast sich
versammleten, und ihre Gratulations= com=
plimenten
vor Sr. Königl. Majestät ab=
legten
, und zum Hand=kuß gelassen wurden.
Nachdem Se. Königl. Majestät verschiede=
nen
vornehmen Herren den Orden des weis=
sen
Adlers conferiret, wohnten selbige sams
der Königin und Dero Königl. Hoheiten in
Gesellschaft vieler Reichs=magnaten in der
Schloßekapelle der Andacht bey. Nach ge=
haltener
Andacht fand sich der ganze =
nigl
. Hof nebst denen Rittern des weissen
Adier=ordens, deren Zahl bis 32. ange=
wachsen
, bey der Tafel, und nach Auf=
hebung
derselben beym Scheiben=schiessen.
Des Abends darauf aber, wurde auf
der Holländer=jusul ein vortrefliches Feuer=

[10]

werk angezündet, auch ist der ganze Hof
des Königl. Pallasies vortreflich illuminiret
gewesen.

Posen 7. Augustii.

Da der Ante Comitial=land=tag auf den
bevorstehenden und in Warschau zu halten=
den
Reichs=tag in kurzem vorfallen wird
so befinden sich anjetzo alhier sehr viele Herr=
schaften
, um sich nicht allein derentwegen
zu berahtschlagen, sondern auch einige vor=
handene
Jrrungen unter einander durch Ver=
gleich
beyzulegen. Gestrigen Tages gebahr
auf hiesiger Vorstadt eines Organisten Frau
3. Kinder, nämlich 2. Söhne, und 1. Toch=
ter
, welche alle die Heil. Taufe empfangen,
Mutter und Kinder seynd bey guter Gesund=
heit
.

Aus Teutschland.

Dresden 30. Julii.

Am 21. dieses beliebte die Chur=prinzeßin
aus Dero Hofelager zu Wasser auf einer
Gundel nach dem Dorf Prießnitz zu fahren,
und die dasige Kirche, die erliche hundert
Jahr gestanden, und von dem Bischof
Benno gebauet worden, in Angenschein zu
nehmen. Zu dieser Kirche, seynd einige 20. Dör=
fer
eingepfarret. Vorgestern, als am Na=
mens
=tag der Prinzeßin Christina haben der
Chur=prinz und die Chur=prinzeßin, in=
gleichem
die beyde Prinzen, bey Derosel=
ben
in Uebigan das Mittagmahl eingenom=
men
, und sich bis des Abends alda belusti=


EDICT.

Wir Endes gefertigte von einem Löbl.
Land=marschallischen Gericht verordnete Com=
missarien
, fügen N. allen und jeden, so an
Weil. Mathiä Wißhoffers Seeligen Vei=
lassenschaft
einige Sprüch und Anforderun=
gen
haben, oder zu haben vermeinen, hie=
mit
zu wissen: welchergestalten wir auf An=
langen
Hrn. Doctoris Allmayr, als Wi=
senhofferischen
Verlassenschafts=massä ge=
richtlich
=verordneten Curatoris, und hier=
über
an uns ergangene gerichtliche Auflag,

eine perempkorie rlausulirte Condocations=
und Abhandlungs=tagsatzung auf den 10ten
Sept. dis Jahrs Nachmittag um 2. Uhr
in mein Land=schreibers im Zickinischen
Haus in der Wald=zeil im 3ten Stock ha=
benden
Wohn=zimmer zu erscheinen pro pri-
mo
, secundo, ac ultimo Termino be=
stimmet
haben. Solchemnach werden all
und jede Jntereßirte (so an gedachter Wis=
hofferischen
Verlassenschaft Sprüch und Forde=
rung
haben, oder zu haben vermeinen) an obge=
dachten
Tag, Stund und Ort also gewiß persön=
lich
oder durch genugsam Bevollmächtigte er=
scheinen
, ihre Sprüch anmelden, und zu=
gleich
der Ordnung nach behörig liquidiren,
als im widrigen die Anwesende mit ihren
Nohtdurften vernommen, die Abhandlung
vorgenommen, hierüber ex Officio rela-
tioniret
, denen Ausbleibenden aber das ewi=
ge
Stillschweigen auferlegt werden solle.
Actum Wien den 12ten Junii 1754.


EDICT.

Von des würdigen St. Mariä Magda=
lenä
=stifts Grund=buchs wegen, wird hie=
mit
jedermänniglich kund und zu wissen ge=
macht
, wie daß nach Absterben des Jo=
hann
Georg Märkl, seeligen behaust= gewe=
sten
Nachbars auf dem St. Magdalena=grund
an der Wien hinterlassene Behausung dem
Meistbiettenden solle verkauffet werden: Als
ist zu diesem Ende der 3te künftigen Mo=
nat
Septembris hierzu bestimmet und ange=
ordnet
. Wer demnach besagte Märklisch=auf
dem St. Magdalena=grund an der Wien
ligend, in zweyen Gwöhren stehende Be=
hausung
käuflichen an sich zu bringen Wil=
lens
, mag an vor besagten Tag Vormittag
fruh um 9. Uhr bey dem löbl. St. Mariä
Magdalenä=grund=buch, so der Zeit in der
Singer=strassen in dem Fähnrich=hof, in
dem Maullischen Haus im 3ten Stock ist
entweder selbst persönlich, oder durch einen
genugsam begwalteten Mandatarium erschei=
nen
, alwo mit dem Meistbiettenden der Ver=
kauf
geschlossen, und richtig gemacht wer=
den
solle. Wien den 17ten Julii 1754.

»