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Wienerisches DIARIUM.

Nr. 75, 17. September 1760

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[1]

Neu=york 30. Junii.

DJe Franzosen haben uns 8. Officiers
und 112. Soldaten zur Auswechs=
lung
zugeschickt, die der Capitain
Bonneau überbracht hat. Das Schif,
an dessen Bord sie eingeschift gewesen, ist
durch unsere Capers auf der Jnsel aux Noix
angehalten worden, von dar am 19. des
Monats die 8. Officiers und 48. Gemeine
durch unsere Schiffe nach Crown=point
seynd geschaffet worden, wohin auch die
ü⟨b⟩rige nach und nach transportiret werden.
Zwey von diesen Officiers, nämlich: der
Leutenant Goddard, und Leutenant Sherif,
vom Regiment Lascelles sind alsobald zum
General Amherst abgegangen. Von allen
unseren Kriegs=gefangenen befindet sich
nur noch der einzige Obriste Young vom
Regiment der Königl. Americaner zu Mont=
real
, und dis aus der Ursache, weilen wir
keinen Französischen Officier vom gleichem

Rang zu seiner Auswechslung haben. Der
Capitain Jnee, vom Regiment Otway,
nebst noch vier andern Officiers aber sind
zu gedachtem Montreal an ihren Blessuren
gestorben, die sie bey der Affaire vom 28.
April auf der Ebene Abraham bey Quebec
bekommen hatten. Diese Gefangene rüh=
men
indessen das von denen Franzosen er=
haltene
Tractament sehr. Ein jeder von
denen Officiers hat eine vollkommene Klei=
dung
und 3. Hemder bekommen. An dem
Tag ihrer Abreise von Montreal, ist ein
Officier von dem Französischen Hof mit De=
peschen
für den Marquis von Vaudrevil
do⟨r⟩t angekommen. Das obgedachte Fran=
zösische
Schif ist auf der Jnsel anx Noix
aus keiner anderen Ursache angehalten wor=
den
, als zu verhindern, daß die Feinde
unsere Bewegungen und Desseins nicht =
gen
ausspühren können.

[2]

Londen 7. Sept.

Nach Briefen aus Süd=car⟨o⟩lina von 5.
Julii hatten ⟨d⟩ie J⟨n⟩dianer das Fort Lo⟨n⟩don
noch immer eing⟨e⟩schlossen, und sind, seit=
dem
ihnen der Obriste Montgomery 4.
Städte verbrannt, auf neue Rache bedacht.
Jhr Haupt=anführer ist jetzt der Groß=
krieger
Cunnasteta, und sie verfolgen den
Att⟨a⟩kulla, weil er auf der Engländer Sei=
te
ist. Die Crecks hingegen, sowol von
der obern als untern Nation, haben sich
zum Zweck gelegt, und ihre Haupt=leute
haben den Engländischen Gouverneur in
Ge⟨o⟩rgien, Herrn Ellis, feyerlich ersuchet,
das Vergangene zu vergessen, und in Freund=
schaft
mit ihnen zu tretten. Man lieset in
ihrer Anrede unter andern folgende Aus=
drücke
: Ungeachtet unsere alten verstän=
digen
Leute nun todt sind, so haben wir,
die wir nicht so weise sind, uns doch allhier
versammelt, Ruhe nnd Friede mit den En=
gländern
zu begehren. Es soll nichts ver=
mögend
seyn, uns euch zu widersetzen, so
lange als die Sonne scheinet, und der Herr
unsers Athems über uns ist. Unsere
Haupt=leute haben keine Hand bey den ge=
habt
, was einige unserer jungen Unsinnigen
gethan haben, und ihr werdet nicht um ei=
niger
wenigen Rasenden unsere ganze Na=
tion
verwerfen ꝛc.

Verfolg von der Königl. Französi=
schen
Armee unter dem Hrn. Mar=
schall
Herzogen von Broglie
vom 27. bis 3. Sept.

Die letzteren Täge des August=monats
waren in keinerley Stück merkwürdig, we=
der
bey uns noch den Reserven gienge in
der Stellung eine Veränderung vor; auch
die Feinde verblieben in ihrer Position,
seitdeme sie ihr Lager bey Brüne verlassen,
und auf die Höhen bey Warburg geschla=
gen
haben. Den 2. wurde eine General=

fouragirung einen Stuck=schuß weit von
dem feindichen Lager vollbracht; Se. =
nigl
. Hoheit der Prinz von Conde führte
solche mit den Grenadiers= und Jäger=ba=
taillons
aus, und ware mit 24. Compa=
gnien
Grenadiers von Frankreich, nebst
den Königl. Grenadiers, 800. Reitern,
300. leichten Reitern, und 600. Mann Pi=
queter
zu Fuß unterstützet. Der rechte Flü=
gel
des Fourage=zugs stunde an der Spitze
des Waldes unter Büne, der linke aber
stieß auf die Eingänge von Liebenau, und
bedeckte die Weege von Nieder=meissen.
Die Feinde machten gegen den rechten Flü=
gel
gar keine Bewegung, um 2. Uhr Nach=
mittags
aber ruckten aus dem Walde un=
ter
Geismar 800. Reiter nebst vielem Fuß=
volk
und Canonen gegen uns in die Ebene
in der schönsten Ordnung an. Der Herr
Graf von Schomberg setzte sich gegen sel=
bige
mit dem Herrn Ritter Jaucourt in Mar=
sche
, und nöhtigte sie zum Rückzug bis nach
dem Wald, woher sie kamen. Einige zu
rechter Zeit angebrachte Canonen=schüsse
thaten hier vortrefliche Würkung. Die
Vor=wachten scharmutzirten den übrigen
Tag mit einander, und der Feind hinderte
uns nicht im mindesten die General=foura=
girung
glücklich zu vollbringen.

Jmmenhausen 6. Sept.

Den 2. dieses giengen der Herr Mar=
schall
durch Cassel zu der Reserve des Herrn
Grafens von der Lausitz; heute früh kamen
sie wieder zurück. Gestern brachte man zu
Cassel die Quartiere für das Haupt=quar=
tier
des du Muyschen Corps in Ordnung;
man vermutet also, daß diese Reserve bald
das verschanzte Lager bey Cassel besetzen
werde. Die Brigade von Vaubecourt, die
seit dem 1. hier stehet, arbeitet mit allem
Eifer an denen Schanzen der Neustadt.

Vorgestern langte der Herr Marschall

[3]

wiederum in alhiesigem Haupt=quartier an.
Gestern ware eine Fouragirung in den Ge=
genden
Geismar und Humme bestimmt, da
aber die Feinde solche Absicht vermuteten,
so gienge ein Corps von etwann 12000.
Mann über die Dimel, und besetzte die Wal=
dungen
und die Anhöhen von diesen Ort=
schaften
, und vermüßigte uns folglich an=
derswo
die Fouragirung vorzunehmen; übri=
gens
ist noch alles in voriger Stellung.

Aus Hinterpommern 28. Aug.

Die Russen sind nun auf einmal vor Col=
berg
erschienen, und haben mit einem Corps
vom 5. bis 6000. Mann die Belagerung
dieser Stadt zu Lande vorgenommen, so
wie solche auch durch die vereinigte Rußi=
sche
und Schwedische Flotte von der Wasser=
seite
geschiehet. Der dortige Commandant,
der Genenaral=major von Heyden, welcher
schon bey der letzten Belagerung als Major
die Befehl haberschaft in dem Platze führte
und denselben bekanntlich mit so vielem
Ruhme behauptete, hat diesmal zu einer
nicht minder stattlichen Gegenwehr alle An=
stalten
vorgekehrt. Die Schweden stehen
noch in der Gegend von Pasewalk. Am
27. des vorigen Monats ist an der Meck=
lenburgischen
Gränze ein Scharmützel vor=
gefallen
, wobey die Preußische=trupen durch
die Schweden mit einigem Verluste aus
einem Passe vertrieben worden.

Salzburg 9. Sept.

Den 7. dies hat der junge Reichs=graf
Vincentius von Schrattenbach, aus dem
Hoch=adelichen Theresianischen Collegio zu
Wien, Logices, Methaphysices und Ma-
theseos
Auditor in dem sogenannten Kaiser=
saal
der Hochfürstl. Residenz, und zwar
in höchster Gegenwar Sr. Hochfürstlichen
Gnaden unseres gnädigsten Landes=fürsten
ꝛc. ꝛc. wie auch in Beyseyn des alhiesigen
hoch=berühmt=Hoch=würdigen hohen Dom=
capitel
, und ganzer Hof=staat, desglei=

chen in Anwesenheit alhiesig Hoch=fürstl.
Welt berühmten Universität, Theses ex Ma-
thesi
, und zwar aus der Geometria sublimi-
ori
, Mechanica, Hydrostatica, Aerometria,
Hydraulica, Optica, Catoptrica, Dioptrica,
mit so ausnehmender G⟨e⟩schicklichkeit und
ganz besondern Fertigkeit sine Præside defen=
diret
; daß nicht nur allein Höchst=bemeldt
Se. Hoch=fürstl. Gnaden ꝛc. ꝛc. wegen
vollkommener Apprabation und Applausu
der wolgedacht Hoch=löbl. Universität in
ein ganz ungemein, und entzückendes Ver=
gnügen
, sondern auch alle hoch und niedere
Anwesende durch die allenthalben bind⟨i⟩gsten
Beantwortungen des hochgedachten jungen
Herrn Reichs=grafen in gröste Verwunde=
rung
gesetzet worden.

Parma 8. Sept.

Nachdeme von dem Kaiserl. Hof dem Für=
sten
von Liechtenstein die drey so ansehnliche
Aufträge geschehen:

Erstens Jhre Königl. Hoheit die Jnfan=
tin
Jsabella als eine Braut für Se. Königl.
Hoheit den Erz=herzog Joseph anzubegehren.

Andertens Höchst=dieselbe nach erlang=
ter
Päpstl, Dispens wegen der Befreund=
schaft
im vierten Grad im Namen Sr. =
nigl
. Hoheit des Erz=herzogens tam ritui
der Catholischen Kirchen gemäß zu dispen=
siren
, nach der Hand aber

Drittens Jhre Königl. Hoheit die Jn=
fantin
zu Castel=maggiore als bevollmäch=
tigter
Commissarius zu übernehmen, und
sie bis nach der Kaiserl. Hof=stadt zu be=
gleiten
. So seynd Se. Gnaden der Fürst
den 2. Sept zu Parma incognito angelan=
get
, und in dem eigends darzu bereiteten
Pallast des Marchise Pallavicini abgestie=
gen
; bald darauf aber einen deren Edel=
leuten
seines Gefolgs an den Staats=secre=
tair
Mr. du Fillott abgeschicket, um ihme
seine Ankunft anzukünden; dieser hat sich

[4]

zu dem Fürsten verfüget, um sich über sei=
ne
Ankunft zu erfreuen, auch über sich ge=
nommen
, ihn bey Sr. Königl. Hoheit dem
Jnfanten zur Audienz anzumelden, welche
auch bald darauf erfolget ist, und darbey ein
besonders Ceremoniel beobachtet worden.

Dahingegen ist den 3. die offentliche Au=
dienz
des Fürstens zur Anwerbung der Durchl.
Braut mit dem grösten Pracht und Ansehen
von Seiten Sr. Fürstl. Gnaden vollzogen.
worden, gleichwie anderer Seits hiesigen Ho=
fes
an nichts hat erwinden lassen, um diese
solemne Function zu beehren, wie dann die
Wachten das Spiel gerühret, das Gewehr
präsentiret, und während der Audienz 40.
Canon=schüsse von der Festung geschehen.

Zu Empfang des Fürstens hat der Hof,
nebst dem Jntroducteur der Ambassadeurs
den Marchisen Roma Pallavicini, mit etli=
chen
mit 8. Pferden bespannten Hof==
gen
abgeschicket. Die Auffahrt hat besag=
ter
Jntroducteur mit einem Hof=wagen er=
öfnet
, worauf des Fürstens von Liechten=
stein
Livree gefolget, als: Zw⟨e⟩y Thor=
steher
zu Pferd, 6. Lauffer, 24. Livree=
bediente
, 2. Büchsen=spanner, und 6.
Heyducken. Die Livree ware sehr prächtig
von dem schönsten roten Scharlach, mit
durchbrochenen goldenen Bor⟨t⟩en und etwas
blauen Sammet fast gänzlich bedecket, gleich
wie die blauen Besten eben mit Gold darauf
galoniret waren.

Der Livree folgte der Fürstl. Stall=mei=
ster
mit 12. Hand=pferden, welche den
Zug ungemein gezieret haben, weilen nichts
so schönes als der Pferd=aufputz und Haud=
decken
zu sehen ware.

Der Obrist=wachtmeister Tomaggoli,
folgte gleich darauf zu Pferd mit 8. reich ge=
kleideten
Edel=knab⟨e⟩n.

Alsdann kame zum Vorschein der Hof=wa=
gen
, in welchem Se. Fürstl. Gnaden allein
oben angesessen, und gegenüber der von Hof

abgeschickte Marchise Roma Pallavicini, den
Wagen haben 12. Bediente von Hof umge=
ben
.

Des Fürsten prächtige und grosse Wägen
folgten leer gleich darauf; die Schönheit der
8. Pferden, die prächtige Geschirr, und über=
haupt
alles stimmt über eins, so, daß man
nicht aussprechen kunte, welches den Vor=
zug
verdiente.

Drey andere Hof=wägen waren mit 8.
von Wien mitgekommenen Kaiserl. Cammer=
herren
, und dem Legations=secretario bese=
tzet
, und hierauf folgten noch 3. Fürstl. Pa=
rade
=wägen, 2. mit 8., und einer mit 6.
Pferden bespannet, in welchem die Edel=leut
gesessen, die den Fürsten von Wien aus an=
hero
begleitet haben.

Nebst denen schon vorhero erwehnten
Livree=bedienten waren noch zwey neben je=
dem
Fürstl. Wagen zu sehen. Die Gassen
waren auf beeden Seiten mit Trupen besetzet.
Das Gedräng deren Zusehern, als der Fürst
bey Hof abgestiegen, ware ungemein, die
Halle=bardieres besetzten die Stiegen, und
zu Anfang derselben fande sich der Ober=ce=
remonien
=meister ein, und in dem Saal der
Guardi=hauptmann, und nachdeme in der
Audienz der Fürst das Begehren in einer
zierlichen Anrede angebracht, wurde so⟨l⟩che
von Seiner Königl. Hoheit dem Jnfanten
auf das freundlichste beantwortet, und bald
hernach ist die Jnfantin zum Vorschein ge=
kommen
, und hat mit Bewilligung Jhres
Herrn Vatters aus Händen des Fürstens das
mit sehr kostbaren Diamanten besetzte Por=
trait
Seiner Königl. Hoheit des Erzherzogs
samt einem Schreiben Sr. Königl. Hoheit
übernommen, und das Portrait an Dero
Brust stuck angeha⟨n⟩gen.

Nach dieser Audienz hat der Fürst auf
gleiche Weis sich zu denen Audienzen des
Prinzens Ferdinand, und Prinzeßin Louise ver=

[5]

füget, nach welchen der Abzug auf gleiche
Weis, wie die Auffart von dem ganzen Fürstl.
Gefolg geschehen, der Fürst aber bliebe bey
Hof mit einigen wenigen Personen zu seiner
Bedienung, weilen ihm ein zierlich ausge=
ziertes
Apartement aldaselbst angewiesen
worden.

Diesen eigenen Abend wurde die prächtige
Opera auf hiesigem so berühmten Theatro
aufgeführet, nach welcher nach Mitter=nacht
der Fürst v. Lichtenstein einen herrlichen Ball
dem hiesigen Adel gegeben. Seine Königl.
Hoheit Herr Jnfant haben sich selbst etwas
später darbey eingefunden, und seynd bey
einer Tafel von Damen auf das herrlichste
bewürtet worden.

Den darauf folgenden Tag als den 4. hat
der Fürst noch ein Merkmal wie weit die
Pracht konnte getrieben werden durch ein
Mittag=mal von 70. Couverts gegeben, zu
welcher Mahlzeit sowol der hiesige Adel, als
fremde Ministri eingeladen worden.

Den 5. und 6. dieses M⟨o⟩nats war der
Fürst bey ein und anderen fremden Ministris
zu Mittag eingeladen, hingegen

Den 7. war zu der Desponsation der
Durchlauchtigsten Braut bestimmet, an wel=
chem
Nachmittag der Fürst von Liechtenstein
sich mit seinen Wägen und zahlreichen Ge=
folg
etwas voraus in die Kirchen begeben,
und alda von einem Präposito und 6. Dom=
herren
empfangen worden.

Als der Hof bald nachfolgte, fande sich
der Fürst bey der Kirchen=thür ein, um Jh=
rer
Königl. Hoheit der Jnfantin die Hand
beym Aussteigen zu präsentiren, Sr. Königl.
Hoheit Dero Herr Vatter führten sie auf
der andern Seiten bey der rechten Hand, und
in dieser Ordunng ist man bis zu dem vor
dem Altar zubereiteten Bett=stuhl gegangen,
bis das Se. H⟨o⟩ch=fürstl. Gnaden der Bi=
schof
von Piacenza, der diese Function ver=
richtet
hat, sich auf dem Hoch=altar umge=

wendet. Alsdann haben Sich di⟨e⟩ Durchl.
Braut sowol, als der Fürst von Lichtenstein
denen Staffeln des Altars genähert, und
wurde sowol die Päpstl. Dispensation, als
das Mandatum procuratorium Se. =
nigl
. Hoheit des Erz=herzogs abgelesen;
Gleich darauf hat der Bischof sich zu dem
Fürst gewendet, um ihm die in dem
gewöhnliche Frage zu thun, welche er mit
volo, & ita promitto beantwortet. Nach
welchem der Bischof die gleiche Frage an
Jhre Königl. Hoheit die Jnfantin gestellet,
welche vor Ertheilung dergleichen Antwort,
Sich gegen Se. Königl. Hoheit Dero Herrn
Vattern mit einer Reverenz gewendet.

Als nach der Hand der Hr. Bischof die
Ringe geweihet hat, so hat der Fürst von
Liechtenstein den für die Durchl. Braut ge=
wiedmeten
ihr auf einer Soucouppé präsenti=
ret
, um daß Sie solchen selbst Sich an den
Finger anstecke, und der für Se. Königl.
Hoheit dem Erz=herzog ist auf der Soucouppé
ligen geblieben, um nach der Hand Jhrer
Königl. Hoheit der Jnfan⟨t⟩in von dem Bi=
schoffen
zugestellet zu werden, welcher als=
dann
die gewöhnlichen Gebetter ausgespro=
chen
, so von der Ablesung des darüber ver=
fasten
Notariat=instrument gefolget wurde.

Letztlich gabe der Hr. Bischof von dem
hohen Altar den Bischöfl. Seegen, worz⟨u⟩
Jhre Königl. Hoheit die Jnfantin und der
Hr. Fürst von Liechtenstein niedergekniet,
und hernach sich zuruck zu dem Bett=stuhl
begeben, allwo noch ein kurzes Gebett ver=
richtet
worden.

Aus der Kirchen ist man in derjenigen
Ordnung gegangen, wie man dahin gekom=
men
, nämlich die Erz=herzogl. Braut in der
Mitten, Se. Königl. Hoheit der Jnfant
auf der rechten, und der Fürst von Liechten=
stein
auf der linken Seiten, welcher, nach=
deme
die Durchl. Braut in Wagen gesessen,

[6]

sich voraus zu denen Seinigen verfüget,
um wiederum bey Hofe einzutreffen, und der
Jnfantin beym Absteigen die Hand geben
zu können.

Nach diesem vollzogenen Act haben sich
Se Fürstl. Gnaden mit allen mitgekommenen
Kaiserl. und Königl. Cammer=herren und
Unterthanen zu Jhrer Königl. Hoheit der
schon vermählten Erz=herzogin begeben,
um Jhr als Kaiserl. Königl. Unterthanen=
die Hand zu küssen.

Abends wurde auf das prächtigste das
Hochzeitsmahl gehalten, und ist man dar
bey in der eigenen Ordnung, welche in der
Kirchen schon vorhero beobachtet worden,
auch bey der Tafel gesessen, so, daß die Neu=
vermählte
Erzherzogin den mittern Se. =
nigl
. Hochheit der Jnfant den Rechten, und
der Fürst von Liechtenstein den linken Platz
besetzte;

Das Nachtmahl wurde von einer präch=
tigen
Jllumination, Feuerwerk und Ball bey
Hof gefolget, und anmit die Festivitäten be=
schlossen
.

Heunt solte der Fürst von Liechtenstein die
Urlaub=audienzen wie bey der Ankunft vollzie=
hen
, um den 13ten dieses zu Casal Maggio=
re
sich einzufinden, und die ihm aufgetragene
dritte Beschäftigung der Ubernahm der Durch=
lauchtigsten
Braut zu vollziehen.


Wien den 17. September 1760.

Sonntag den 14. Sept. Nachdeme der
vorläuffige Bericht bey Hof eingetrof=
fen
, daß des in dem Vermählungs=geschäft
Seiner Königl. Hoheit des Durchleuchtig=
sten
Königl. Crons=prinzens und Erz=herzogs
Josephi mit der Durchl. Prinzeßin Jsabella
von Parma abgeschickten Kaiserl. und Kön.
Herrn gevollmächtigten Hrn. Joseph Wenzel
Fürsten v. Lichtenstein Fürstl. Gnaden den
4. Dieses mit all=erdenklichem Pracht da=

selbst nacher Hof zu denen ersten offentlichen
Audienzien abgeholet worden, und auf⟨g⟩e=
fahren
, einfolglich die solemne offentliche
Anwerbung um höchst=gedachte Durchl. Prin=
zeßin
bey Sr. Köni⟨g⟩l. Hoheit dem Jnfanten
von Spanien, und Herzogen von Parma, als
Dero Durchl. Herrn Vatter mit aller Feyer=
lichkeit
vor sich gegangen; anheute früh aber
der würkliche K. K. Cammer=herr Hr. Graf
v. Kaunitz Rittberg älterer Sohn Sr. Excell.
des K. K. Herrn Hof= und Staats=canzlers
Hrn. Wenzel Anton Grafen zu Kaunitz Ritt=
berg
Excell. per Postam von Parma mit der
höchst angenehm, und vergnüglichen Nach=
richt
zu Schönbrunn angelanget, daß den
7. darauf die Desponsation per Procuratio=
nem
auf das herrlichst= und vortreflichste voll=
zogen
worden. So erschiene der ganze Kais.
und Kön. Hof in kostbarester Gala, und hat=
ten
Jhre Kaiserl. und Königl. Apostol. Ma=
jestät
sowol, als auch Sr. Königl. Hoheit
Josephus von dem Päpstl. Herrn Nuntio,
und denen anwesenden Herren Bottschafte=
ren
, dann von denen Herren fremden Herren
Ministres, und hiesigem hohen Adel dieser=
halben
die Glück=wunsch=complimenten zu
empfangen geruhet.

Zu Mittag wurde bey einer schönen Ta=
fel
=music offentlich gespeiset, und Abends
ware Ball paré, nebst einem grossem Sou=
pee
in Schönbrunn. Vor der Mittags=
tafel
hatten des Kaiserl. und Königl. ersten
Hrn. Obristen Hof=meisters, Hrn. Grafen von
Ulfeld Excell. den K. K. Hrn. General=feld=
zeug
=meistern Grafen Leopold von Palfy
Excell. als Leib=garde=haupt=mann, der von
dem Königreich Hungarn neu errichteten
Königl. Hungarisch=Adelichen Garde auf
allerhöchsten Befehl in der Raht=stuben ge=
wöhnlicher
massen declariret.

Eben heute Vormittags um 9. Uhr be=
liebten
Jhre Kaiserl. und Königl. Apostol.

[7]

Majest. mit Seiner Königl. Hoheit dem
Durchl. Königl. Erb=cron Prinzen Erz=her=
zogen
Joseph, und der Hof=staat, der von dem
Augustiner=GOttes=haus nach der hiesigen
Metropolitan=kirchen ad S. Stephanum an=
geordneten
Proceßion, und darauf allda=
selbsten
dem all=jährlich zu begehen üblichen
Dank=fest, wegen des Anno 1683. beglück=
test
erfolgten E⟨n⟩tsatzes dieser Haupt= und
Residenz=stadt Wien, unter 3=maliger Ab=
feurung
des klein= und grossen Geschützes
beyzuwohnen.

Gestern als den 16. Dieses legten obge=
dachte
Se. Excell. Herr Graf Leopold von
Palfy, als allergnädigst ernannter Leib=gar=
de
Haupt=mann bey der neuen Königl. Hun=
garischen
Leib=garde in allerhöchster Gegen=
wart
beeder Kaiserl. und Königl. Majestä=
ten
die Eides=pflichten ab.


Lista deren Verstorbenen zu Wien
in= und vor derStadt.

Den 13. Sept.

Jn der Stadt.

  • Dem Hrn. Barthl. Hörman, Hof=control.-schreib.,
    s. K. Josepha, im Kirschneris. H. in der Wolzeil,
    alt 3. J.

Vor der Stadt.

  • Der Wol-ehrw. Hr. Theo⟨p⟩h., weltl. Priest.,
    im Maut=H. am Wienerberger-vosto, 37. J.
  • Cathar. Wundin, Burgerl. Wittwe, im Lucatelis.
    H. zu Gumpendorf, alt 67. J.
  • Dem Georg Mundschedl, Schneid., s. W. Eleon.,
    beyn 2 Brandwein. bey Maria-hülf, alt 57. J.
  • Jacob Schretzecker, Brudersch. ansag., beym gold.
    Fässel auf der Wied, alt 58. J.
  • Anna Schmicklin, led. M. beym gold. Anker am
    Neubau, alt 56. J.
  • Joh. Schlichtinger, Holz-hack, beym schwarz. Ele=
    phant
    am Neubau, alt 78. J.
  • Dem Mich. Eckart, Lack., s. K. Cathar., bey dem
    Reichs adl. am Himmel=pfort=gr, alt 9. J.
  • Summa 8. Pers. darunter 2. Kind.

Den 14. Sept.

Jn der Stadt.

  • Pet. Sedelmayr, gew. Burgerl. Pfaidl., im -
    ckis
    . H. in der Kärntnerstr. r alt 77. J.
  • Dem Georg Voit, Burgerl. Schneid, s. K. Theres.
    im Rumoldis. H. in der Wildwerkerstr., 7. J.

Vor der Stadt.

  • Dem Hrn. Math. Gössenhart, K. K. Saal-thür-=,
    tern, s. Fr. Theres., in s. H. in der Leopold., alt
    44. J.
  • Dem Hrn. Ant., Sper einnehm.. s. Fr. Cath.
    beym gr. Kranz auf der Wied., alt 62. J.
  • Dem Leonh. Hafenbratl, Schneid., s. W. Anna,
    bey der H. Dreyfaltigk. auf der Laimgr, 32. J.
  • Dem Hrn. Joh. Raberger, Hausmeist., s. W. Ca=
    thar
    ., beym weis. Kreutz am Spitalberg, 47. J.
  • Dem Math. Wenzky, Schneid, s. K. Wolf, bey dem
    Blumen=stock am Hundsth, alt 8 J.

Summa 7. Pers., darunter 2. Kind.


Den 22. Sept. 1760. fruh von 9. bis 10. Uhr
wird zu Pentzing die Leopold Michael Huberische
Behausung samt dabey befindl. Gärtel, und Hof=
statt
-wein=garten nebst 148. E⟨m⟩er leere eisene
Banden dem Meistbietenden verkauffet werden.
Wer also ein oder anderes an sich zu bringen geden=
ket
, hat sich dessentwegen auf bestimten Tag und
Stund in dem sogenant=Märtlischen Haus allda
anzumelden.


Nachdeme zu Befolgung des unterm 31. De=
cemb
. 1751. erlassen allerhöchsten Landes-fürstl.
Befehl vor anheuer das Wein=lösen unter des
Fürstl. Stifts Closter=neuburg Berg=herrlichen
Jurisdiction, als zu und um Kallenberg, Meid-
ling
, um Closter=neuburg, Kritzendorf, und
Höflein; Jtem Heilingstadt, Nußdorf; Grin=
zing
, Unter=töbling, Sallmannstorf, Meidling
und Ottakrin bey anhoffend fürdaurenden guten
Wetter, auf den 30. Septemb. in der Ebne;
und den 1. Octob. in dem Gebürg seinen Anfang
nehmen solle. Als wird ein solches jedermänni=
glich
kund gemachet.


Es ist tägl. eine grosse Connexion von Antiquen
Römisch= und anderer raren goldenen Metaillen,
mehr ein dergleichen von Silbernen und Kupfer=
nen
, welche zwar noch nicht rangiret seynd, und an=
deren
dergleichen Raritäten zu verkauffen, wer
darzu ein Belieben traget, kan sich in dem soge=
nannten
Steinl=wirts=haus im dritten Stock nebst
denen obern Jesuiten anmelden.


Es wird hiemit jedermänniglich kund und zu
wissen gemachet, welchergestalten den 22. dies lauf=
fenden
Monats Septembris die auf der neuen Wie=
den
gelegen sogenannt⟨=⟩Kaiserische Behausung of=
fentlich
wird feil geboten werden, wer nun sothane
Behausung käuflichen an sich zu bringen gedenket,
derselbe beliebe sich an ob bestimmten Tag fruhe um
8. Uhr auf dem allhiesigen Raht=haus anzumelden.

[8]

Es wird hiemit jedermänniglich zu wissen an-
gefüget
, welcher=massen die Frau Maria Elisa=
beth
Zellnerin, verwittibt=Burgerl. Lebzelterin
in der Stadt Korneuburg, ihre alda besitzend=
wol
gebaute Behausung und Lebzelters=profeßion,
samt allen Zugehörungen licitando dem Meistbie=
tenden
zu verkauffen entschlossen seye; Wer dem=
nach
hierumen Kauffer zu seyn Verlangen traget,
der beliebe sich den 27. dies Monats Septemb.
fruh um 9. Uhr in bemeldter Frau Zellnerin Be=
hausung
zu Korneuburg einzufinden.


Den 26. Septemb. fruh um 8. Uhr wird auf
der Hoch=gräflichen Herrschaft zu Unterwalter-
storf
des Gregorii Schmid, uud Annä Mariä
dessen Ehewirtin, das zu Unterwalterstorf sich be=
⟨fi⟩ndliche
Halb=lehen=haus samt dem Saiffensie=
der
-gewerb und vorhandenen Handwerks-requisi=
ten
, dann 13. ein Viertl Joch zu dieser Behau=
fung
gehörige Haus=äcker plus offerenti verkauf=
fet
werden; wer solches Schmidische Halb=lehen=
haus
samt dem Saiffen-sieder-gewerb und vor=
handenen
Handwerks=requisiten, dann 13. ein
Viertl Joch Haus=äcker käuflichen an sich zu
bringen gedenket, wird an obbestimmten Tag
und Stund auf der Hoch gräfl. unterwalterstor=
fischen
Herrschafts=canzley zu erscheinen einge=
laden
.


Jn des Hermann Joseph Krüchtens Buch=ge=
wölb
bey der Welt kugel im Seitzer⟨=⟩hof sind
nachstehende Bücher um beygesetzten Preis zu
haben:

Esprit du Chevalier Folard tiré de ses co⟨m⟩entaires
sur l'histoire de Polybe pour l'usage d'un Officier
de Main de Maitre, avec les Plans & les figures
necessaires pour l'intelligence de cet abregé, gros
8. Paris 1760. à 4. fl. 15. kr.

K⟨e⟩rn aus des Ritters Herrn von Folard Er-
klärungen
über die Geschichte des Polybius zum
Gebrauch eines Officiers von hoher Hand, nebst
den zum Verstande dieses kurzen Begriffes nöhti=
gen
Rissen und Vorstellungen, aus dem Fran=
zösischen
übersetzet, groß 8vo. 1760. à 3. fl. 15. kr.

Dictionaire portatif de santé dans lequel tout
le monde peut prendre une connoisance suffisante
de toutes les maladies. 2. Tomes, 12. Paris
1760. à 2. fl. 30. xr.


Nächstkünftigen Dienstag, als den 23. dies Mo=
nats
werden auf dem Hohen markt in dem Maure=
rischen
Haus im 2ten Stock auf die Gassen ge=
gen
über dem Brunn haus verschiedene Verlassen=
schafts
=effecten, als: Jubellen, goldene Toback=
⟨d⟩osen
, silberne Uhren, Silber, Kleidung, Wäsch,
Beth, und Lein=gewandt, Sessel, Tisch, und
⟨K⟩ästen, Vormittags von 9. bis 12. und Nach=

mittags aber von 3. bis 6. Uhr dem Meistbie⟨=⟩
tenden
licitando verkauffet werden.

NB Es befinden sich auch verschiedene Hist⟨o=
rische
und Mathematische Bücher, wovon der Ca⟨=
talogus
in der Buchhandlung zum goldenen Vlie⟨s⟩
auf der hohen Brucken gratis zu haben ist.


Den 24. dieses Monats Septemb. wird in de⟨r⟩
Vor=stadt am Spitlberg bey dem grossen Pelli⟨=
can
im grossen Hof im ersten Stock Num. 61
eine schöne in 700. Stück bestehende Orangeri⟨e⟩
zerschiedener Welschen Bäumen und anderer der⟨=
ley
Gewächsen, auch Blumen dem Meistbieten⟨=
den
Vormittags von 9. bis 12. Nachmittags abe⟨r⟩
von 3. bis 6. Uhr licitando verkauffet werden
wessentwegen, falls ein= oder andere r⟨e⟩spectiv
Liebhabere ersagte Orangerie vorläufig anzusehe⟨n⟩
belieben würden, sich jene in bemerkter Behau⟨=
sung
Num. 61. melden können.


Den 22. dies Monats Sept. fruhe von 9. bis 12.
und Nachmittag von 3. bis 6. Uhr wird das Gräfl.
Leopold Kinskysch=Böhmische Pferd=gestütt, be=
stehend
in 45. Stuck grau-weiß= und roten Schim=
mel
=stutten, 15. und meistens 16. Faust hoch, dann
3. und 1=jährigen Fohlen, auch Beschellern von
obig- und anderen Farben, auf dero Herrschaft Ma=
tzen
am Marchfeld an den Meist=bietenden gegen
baarer Bezahlung verkauffet werden.


Es dienet dem Publico zur Nachricht, daß den
18. dieses a. c. in dem Burger=spital im zweyten
Stock gegen der Cärtnerstrassen heraus ein schö=
ner
Vorraht von Historischen und Juristischen
Büchern, licita⟨n⟩do verkauft werden sollen.

Der Catalogus ist in der Buchhandlung zum
goldenen Vließ gratis zu bekommen..


Es ist auf dem Stock am Eisen=platz eine schön
meublirte Gelegenheit von einem Zimmer auf
der Gassen, und 4. Zimmer in dem Hof hinaus
Monat=weis täglich zu verlassen, wer solche be=
stehen
will, hat sich in der Singer strassen in
dem Schweighartischen Hause, oder sogenannten
Jäger-amt in dem ersten Stock rückwärts in
dem Hof anzumelden.


Es werden von einer Hochlöb. N. O. Regie=
rung
den 18. dies Monats von 9. bis 12 und
Nachmittngs von 3. bis 6. Uhr und folgende
Täg verschiedene Verlassenschafts=effecten, als
Manns= und Frauen⟨=⟩kleider, dero Wäsch, rot-
damastene
Sopha, ein weiß=damastener Sessel,
ein Englischer Schreib⟨=⟩kasten, Spiel=tisch,
rot=seidene Fenster=vorhäng, mit Eisen beschla=
gene
Fässer, und verschiedene Gerähtschaften ne=
ben
der neuen Weit im Hacklischen Haus im
vierten Stock auf die Gassen denen Meistbieten-
den
hindann gelassen werden.

[9]

Resolvirte, neu an= und aufgenom=
nene
Hoch=adeliche Stern=kreutz=ordens=
damen
den 14. September 1760.

Gräfin von Gonzalles, Jhrer Königl. Ho=
heit
Prinzeßin von Parma Obrist=hof=
meisterin
.

Renata Fräule Gräfin von Trautmann=
storf
, Kaiserl. Königl. Hof=dame.

Friderica Fräule Gräfin von Cavriani,
Kaiserl. Königl. Hof=dame.

Josepha Fräule Gräfin von Frankenberg
Kaiserl. Königl. Hof=dame.

Maria Antonia Horneck von Wenheim,
Jhrer Durchl. der Chur=fürstin zu Pfalz,
Hof dame.

Claudia Contessa Biglia, nata Contessa
Clerici.

Maria Josepha Gräfin von Poninska,
geborne Fürstin von Lubomirska.

Sophia Gräfin von Waldstein, geborne
Gräfin von Sternberg.

Felicitas Gräfin von Przebendowska,
geborne Gräfin von Wielopolska, Starosti=
ne
von Mirachowsky.

Maria Anna Gräfin von Seinsheim,
geborne Freyin von Hocheneck.

Francisca Gräfin von Pargozin, geborne
Gräfin ven Erdödy.

Maria Carolina Gräfin von Lichnowsky,
geborne Gräfin von Althann.

Maria Maddalena Marchesa di Corsi, na-
ta
Medici.

Maria Francesca Contessa di ⟨B⟩elgioioso,
nata Marchesa di S. Secondo.

Margaritha Spada Lambertini.

Maria Aloysia Freyin von Dobrzensky,
geborne Gräfin von Cavriani.

Rosalia Gräfin von Atthembs, geborne
Gräfin von Leslie.

Maria Aloysia Gräfin von Wapensperg
geborne Gräfin von Saurau.

Ludovica Gräfin von Leslie, geborne G⟨eck⟩=
hn
von Waldstein.

Maria Anna Gräfin von Atthems, ge=
borne
Gräfin von Wurmbrand.

Maria Cajetana Gräfin von Lamberg,
geborne Gräfin von Leslie.

Maria Anna Philippina Gräfin von
Leonrodt, geborne Freyin von Ramschwach.

Antonia Gräfin von Wratislau von Mi=
trowicz
, geborne Gräfin von Kinsky.

Maria Anna Gallio Pignatelli, Duchessa
di Montecalvo.

Ippolita di Grassi, Contessa Bentivoglio.

Carolina Gräfin von Gyulay, geborne
Gräfin von Haller.

Maria Walburga Gräfin von Millesi=
mo
, geborne Gräfin von Schiernding.

Susanna Gräfin von Mickes, geborne
Gräfin von Haller.

Aus dem Hoch=adelichen Stern=
kreutz
=orden seynd vom 3. May bis 14.
September 1760. in Gott seelig ent=
schlaffen
die Hoch= und Wolgeborne
Frauen, F⟨r⟩auen.

Ursula Freyin von Mongelas, geborne
Gräfin von Trauner, zu München.

Josepha Gräfin von Harrach, geborne
Freyin von Gill⟨r⟩is, zu Wien.

Laura Contessa Capponi, nata Ve⟨nt⟩uri, à
Firenze.

Vittoria Piccolormini d'Arragona, Duches-
sa
del Gesso, nata Prencipessa di Valle, à
Napoli.

[10]

Anna Catharina Gräfin von Marchan
von Ansembourg, geborne Gräfin von Vel=
brück
zu Ansembourg.

Bianca Contessa Capecci della Somaglia,
nata Marchesa Anquissola, à Piacenza.

Laura Carraciola Duchessa di Canzana,
nata Marchesa d'Amarossa, à Napoli.


Von des Kaiserl. Königl. Jud. Deleg. Milit.
mixti in Militaribus im Erz=herzogtum Oesterreich
unter= und ob der Enns wegen, wird hiemit durch
dieses offentliche Edict denen Don Diego d'Aqui=
larischen
Erben kund und zu wissen gemacht:

Es habe der Aurelius Gazzinelli, Negotiant al=
hier
Kläger und respective Weisungs=führer eines
wider Don Diego d'Aquilar, nunmehro dessen Er=
ben
beklagten andern Theils, in puncto der ihme
Kläger durch den in Sachen unterm 9. Jenner
1755. publicirten Abschied vorbehaltener Weisung
über den weitershin unterm 3. May dies Jahrs
dahin ergangenen Abschied, der Kläger habe das-
jenige
, was ihme durch den ergangenen Abschied
de publicato 9. Jenner 1755. zu erweisen ist, auf-
getragen
worden, wie es sich zu recht gebühret, er-
wiesen
, stehe demnach demselben, wann er jedoch vor=
hero
einen cörperlichen Eid zu GOtt dem Allmäch=
tigen
dahin, daß er an denen ihme von Weil. Herrn
Obristen von Fuster von 1. Novemb. 1739. bis 1.
May 1740. cedirten 2. Gage=quartalien pr. 1830.
fl. ansonsten keine Bezahlung gänzlich oder zum
Theil, noch sonsten einige Vergüt- oder Bedeckung
empfangen, sondern solche 1830. fl. annoch wahr=
haft
zu forderen habe, abgeleget haben wird, um die
Erfoglassung gedachter 1830. fl. von denen in Ver=
bot
gezogenen Obrist=fusterischen, dem Don Diego
d'Aquilar nachhin cedirten 6000. fl. weiters der
Ordnung nach anzulangen bevor, um Anordnung
einer Tag satzung zu Ablegung des ihme durch erst=
angeführten
Abschied aufgetragenen Juramenti
gebeten. Wann nun zu diesem Ende der 13.
Martii künftigen 1761. Jahrs fruh um 9. Uhr
vor diesem K. K. Judicio Deleg. mixto in Mi-
litaribus
zu erscheinen bestimmet worden ist, diese
Tag=satzung aber ihnen Don Diego d'Aquilarischen
Erben ihres unwissenden Aufenthalts halber ad
Ædes gebräuchiger=massen nicht zugestellet werden
kan;

Als wird diese Tag=satzung denenselben mit dem
Anhang, daß sie am ob=erwehnten Tag und Stund
vor diesem Kaiserl. Königl Judicio Deleg. asoge=
wiß
erscheinen sollen, wie im widrigen von dem
Gazzinelli das Jurament ex officio aufgenommen
werden wurde, zufolge der unterm 19. jüngst ver=
flossenen
Monats Augusti ergangenen Auflag per
Edictum ad Valvas hiemit intimiret.


Bey Emerich Felix Bader in der Bogner-gasse
nächst dem Todten=kopf ist zu haben:

Institutions politiques par Mr. Baron de Bie-
lefeld
. Tome I. & II. 4to à la Haye 1760. 9 fl.

Die Pflichten eines in die Welt trettenden Jüng=
lings
, vorgetragen von einem zärtlichen Vatter.
Aus dem Französischen des Hrn. Puy. 8vo
Augspurg 1760. 51. kr.

Neueste Fama, welche die Stabs=Kriegs= und
Friedens=geschichte, nebst andern Denkwürdigkei=
keiten
Europens unpartheyisch erzehlet. 1stes und
letztes Stück, 8vo 1760. pr. 20. Kr. wird
continuirt.

Von Justi Johan Heinrich Gottlob, die
Grund=feste zu der Macht und Glückseeligkeit der
Staaten; oder ausführliche Vorstellung der ge=
samten
Policey=wissenschaft. Erster Band, wel=
cher
die vollkommene Cultur des Bodens, die Be=
völkerung
, den Anbau, Wachstum und Zierde der
Städte, desgleichen die Manufacturen, Fabriquen,
und Commercien abhandelt. 4to Königsberg
1760. 4. fl. 30. kr.

=Ejusdem Moralische und Philosophische
Schriften 1. Band. 8vo Berlin 1760. 2. fl.

=Ejusdem Scherzhafte und Satyrische Schrift=
ten
3. Bände. 8vo Berlin 1760. 5. fl. 30. kr.


Von dem Kaiserl. Königl. Stadt= und Land=
gericht
Wien, wird hiemit jedermänniglichen
kund und zu wissen gemacht, wasgestalten auf
schriftliches Anlangen Stephan Bergers, Bur=
gerl
. Klein-uhrmachers, wider Herrn Johann
Comorell, in die gerichtliche Feilbiet= und Lici=
tirung
einer ihme Comorell pro hypotheca ge=
geben
acht Tag gehende Stock=uhr, welche spie=
let
, und mit einem grünen laquirten Kasten,
und geschmolzenen Zieffer-blat versehen, gewil=
liget
worden; auch zu Vornehmung sothaner Li=
citirung
über die bereits fürgewest= und fruchtlos
verstrichene peremptorisch-eine superperemptorisch
clausulirte Tagsatzung auf den 25. dies lauffen-
den
Monats Septemb. Vormitags präcise um
9. Uhr auf dem. Kaiserl. Königl Stadt=gericht
zu erscheinen anberaumet worden. Dahero dann
der=oder diejenige, welche obbemeldte Stock=
uhr
käuflichen an sich zu bringen gesinnet seyn
möchten, an vorbesagten Tag, Stund und Ort
entweders persönlich, oder durch gevollmächtigte
Gewalt=tragere unausbleiblich ad licitandum
sich einzufinden haben werden.


Auf Verordnung des Hoch=adelich=Land=mar=
schallischen
Gerichts wid das Gütl Haders=feld
cum Appertinen⟨t⟩iis den 25. Septembris 1760.
fruh um 8. Uhr allda vor Gericht dem Meist=bie=
tenden
licitando verkauffet werden.

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