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Wienerisches Diarium

Nr. 49, 17. Juni 1772

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[1]

Venedig, den 30. May.

Da durch die vor kurzem ausgestandenen
grossen Ueberschwemmungen, in den
verschiedenen Vertiefungen der Erde
vieles Gewässer stehen geblieben, durch deren
mit der Zeit gewiß entstehende Faulung den
benachbahrten Landesbewohnern sowohl, als
dem Viehe eine, der Gesundheit nachtheilige
Ausdünstung, sich ergeben könnte, so hat
ein hoch weiser Rath den edlen Hrn. Phi=
lipp
Nani eigends dazu bestellet, das ganze
Polesinesische sorgfältig zu untersuchen, und
das zurückgebliebene Gewässer durch Ablei=
tungen
, und andere Mittel von Feldern,
und Strassen wegzuschaffen. Diesem Be=
fehl
zufolge ist dieser Herr auch wirklich von
hier bereits abgereiset.

Seit kurzen befanden sich in hiesigen Ha=
fen
2. Schiffe in der Quarantaine, deren
eines mit Sklavonischer Mannschaft, bese=

tzet war, und von den äußersten Gränzen
des Venetianischen Albaniens hieher kam,
beyde Schiffe aber verschiedene Waaren für
einige hiesige Kaufleute am Bord hatten.
Die Sklavonier da sie ihre aufhabenden
Waaren, den Zoll= und Gesundheitsbedien=
ten
angeben solten, ließen sich beygehen,
eine große Menge Oehls, das sie unter
Weegs geladen hatten, zu verschweigen, und
nächtlicher Weile auf das andere, von er=
wehnten
Beamten bereits durchsuchte Schif
zu überbringen, durch welchen Kunstgrif sie
bereits wirklich diese öffentl. Beamten hin=
tergangen
hatten. Die Sänitätscomm⟨i⟩ßion
sowohl, als die Zolleinnehmer bekamen
den andern Tag Nachricht von dieser Unter=
schlagung
, und sandten daher alsogleich ei=
nige
Abgeordnete auf das Sklavonische
Schif, um die Waaren noch eimal zu scon=
triren
, allein es fande sich kein Oehl daselbst

[2]

weil es, wie schon gesagt, bereits auf das
andere Schif überbracht war. Stolz, und
gleichsam triumphirend über diesen gelunge=
nen
Betrug, empörten sich die Sklavonier
wider diese Abgeordneten, ergriffen 2. der=
selben
, die sich am eifrigsten in ihrer Unter=
suchung
bezeigten, übergossen sie vom Kopf
bis auf die Füsse mit fließigen Bech, und
nachdem sie sie hierauf recht derb abgeprü=
gelt
hatten, warfen sie selbe mit Gewalt von
dem hohen Bord ihres Schiffes in den klei=
nen
Nachen, der sie dahin gebracht hatte;
Sie ließen es aber bey diesem alleine nicht
bewenden, sondern sie mißhandelten auch alle
die übrigen mitgekommenen Beamten sehr
gröblich, und jagten sie wirklich in die Flucht.
Jnzwischen hatte man bereits ausgespähet,
wohin sie das unterschlagene Oehl gebracht
hatten, und alsogleich mußten sich 2. bewaf=
nete
Fregatten diesem Schiffe entgegen stel=
len
; Die Sklavonier rieffen bey Erbli=
ckung
derselben überlaut, daß sie sich bis auf
den letzten Blutstropfen wehren wollten, um
ihrer wohlverdienten Straffe nicht zu unter=
liegen
, weswegen man sich auch bemüßiget
sahe, die Galeeren wider sie anrücken zu
lassen, mit Befehl, bey der geringsten Be=
wegung
der Sklavonier auf ihr Schif
scharf zu feuern.

Dieses benahm endlich den Meutlingen
den Muth, daß sie sogleich die Waffen strek=
ten
, und sich ergaben. Sie wurden wehrend
der übrigen Contumazzeit scharf bewachet,
und nach derselben Vollendung die ganze
Sklavonische Besatzung, die aus 26. Mann
bestund, in schwere Ketten geschlagen, die
zwey Schiffe wurden völlig ausgeladen,
und verflossenen Diensttags in unserm Kanal,
Marani genannt, auf Befehl der Sänitäts=
commißion
mit ihrer ganzen Rüstung ver=
brandt
.

Bononien, den 2. Brachmonats.

Se. Königl. Sardinische Majest. Höchst=
welche
durch dero Brustwassersucht einigen
Beschwerlichkeiten in Athem hohlen, und
anderen Ungemächlichkeiten ausgesetzet waren,
befinden sich zwar etwas besser, man hat
aber doch schlechte Hoffnung zu einer gänzli=
chen
Wiederherstellung. Man sagt Se. Ma=
jest
. haben dero 2. Königl. Prinzeßinnen,

die eine zur Gouverneurinn von Aosta und
die andere von Nizza, mit einem, diesen
hohen Würden angemessenen Gehalt ernannt.

Danzig den 20. May.

Mit den letzten Briefen von Petersburg
haben wir die Nachricht, die Kaiserinn habe
an den Gouverneur von Archangel Befehl er=
gehen
lassen, daß diesen Sommer 400000.
Zetwert Roggen dürften ausgeführt werden,
doch mit der Bedingung, daß von alle dem,
was über die zuerst bewilligte Quantität von
250000. Zetwert ausgeführt wird, 50. Ko=
pekens
Zoll für den Zetwert, und folglich 37
Kopekens mehr, als gewöhlich, bezahlt
werde. Man wird Vorstellungen dagegen
machen, und hoffet, daß sie gnädiges Gehör
finden werden.

Noch ist hier die Ausfuhre von Roggen
verbothen, und in Königsberg ist sie, nach
den letzten Briefen, aufs neue verboten worden.

Regenspurg, den 10. Brachmonats.

Bey dem neulich angekündeten betrübten
Todfall Jhro Durchl. der regierenden Frauen
Fürstinn von Thurn und Taxis, haben wir
noch nachzutragen, daß der Hochfürstl. Leich=
nam
, nach einer zweytägig öffentlichen Aus=
setzung
, den 8ten dieses Abends um 9. Uhr.
unter Läutung aller Glocken hiesiger Stifter
und Klöster, in dem Fürstl. Reichsstift St.
Emeran in folgender Ordnung beygesetzet
worden seye:

Den Anfang machten 2. Flambeaux=
träger
in schwarzen Kleidern, und langen
Flören. 2) Ein Genius der Bruderschaft
mit Flor bedeckt. 3) Zwey Leichenprocura=
tores
in langen Mänteln und Flören. 4)
Zwey Flambeauxträger. 5) Die sämmtliche
Geistlichkeit mit brennenden Kerzen, jedes
Crucifix mit Flor bedeckt. 6) Der Hoffou=
rier
mit einem langen Flor, worauf die
sämmtliche Dienerschaft in Trauerkleidern
mit Flambeaux. 7) Zwey Flambeauxträger.
8) Die Fürstl. Trompeter und Paucker. 9)
Zwey Flambeauxträger. 10) Die Todensän=
ger
mit dem Hrn. Stadtpfarrer. 11) Der
Leichenwagen mit 6. drappirten Pferden be=
spannt
, wovon jedes von einem Kutscher in
Stiefeln und Sporn geführet, diese aber
von zwey Stallmeistern angeführet worden.
Neben dem Leichenwagen, woran die Hoch=

[3]

fürstl. und Ahnenwappen angemacht waren,
und oben auf einem Küssen der Fürstenhut
lag, giengen 8. dazu geordnete Kammerdie=
ner
und Hofofficianten in langen Mänteln
uad Flören, neben solchen 6. Edelknaben
Wachskerzen tragend; die Ende des Leichen=
tuchs
trugen 4. Herren Kavaliers in langen
Mänteln und Flören. Sodann schlossen sich
an beeden Seiten 16. Personen, welche die
16. Ahnen der Hochfürstl. Leiche hielten.
12) Zwey Flambeauxträger. 13) Der
Herr Hofmarschall im langen Mantel
mit dem Marschallstab, so mit Flor behan=
gen
, den Trauerconduct führend. 14) Zwey
Kammerdiener in Mänteln und Flören wie
Wachsflambeaux. 15) Jhro Durchl. der
Herr Erbprinz, und hinter Hochdenenselben
ein Page, so den Schlepp des Mantels
truge. 16) Zwey Flambeauxträger. 17) Die
Hochfürstl. Herren geheime Räthe und Ka=
valiers
in langen Mänteln und Flören. 18)
Zwey Flambeauxträger. 19) Die Herren
Hofräthe, und das Kanzleypersonale in Män=
teln
. 20) Zwey Flambeauxträger. 21) Der
Haushofmeister in langen Flor, gleich her=
nach
die Fürstl. Hausofficianten in Trauer=
kleidern
und Flören.

Den Beschluß machten 2. Flambeaux=
träger
, und sämmtlicher hohen Gesandt= und
Herrschaftenbediente mit Flambeaux. Der
Leichenconduct gienge von dem Fürstl. Pa=
lais
, allwo eine Kompagnie bürgerlicher
Kavallerie rechts mit gestimmten Trompeten
und Paucken, Links aber 60. Mann von der
hiesigen Stadtgarnison mit rührenden Spiel
paradirten von welch letzterer ein Theil mit
geschränkten Gewehr, nächst dem Trauer=
wagen
und Conduct sich angeschlossen, bey
dem alten Waisenhaus vorbey, durch die
Fisch= und rothe Fahnengasse, dann der Be=
wohnung
des Herrn Hofmarschalls gegen das
bemeldte Palais durch das große Emeraner=
thor
nach der Kirche, allwo die Hochfürstl.
Leiche von des Herrn Fürsten von St. Eme=
ran
Fürstl. Gnaden und dasigem Stiftska=
pitul
übernommen, und in der Fürstlichen
Gruft beygesetzet worden.

Weißenstadt den 2. Brachmon.

Diese Nacht, gegen 1. Uhr, kam ein un=
beschreibliches
Wetter über dieses armselige
Ort. Südwestwärts von der Pfalz, nachdem

es in der Stadt Ce⟨mm⟩at 20. Städ⟨el⟩indie
Asche gelegt, und ein anders Westsüdwärts
dazu, welche sich gegen halb 2. Uhr derge=
stalt
vereinigten, daß es anfieng unaufhör=
lich
zu blitzen, und Schlag auf Schlag folgte,
und solche Schlossen fielen, daß sie an man=
chen
Orten 2. Schuh hoch zusammen gescho=
ben
wurden, alle Feldfrüchte, absonderlich
die Wintersaat ist von Leipolsdorf an, bis
gegen Schwarzenbach an der Saal in den
Erdboden geschlagen, der Sommerbau hin=
gegen
meistentheils verflösset und aus der Erde
gerissen, so, daß schlechte Hofnung übrig zu
einer künftig gesegneten Erndte: die Grösse
der Schlossen ist meistentheils den Taubeney=
ern
gleich, viele aber noch grössere fielen mit
vielen Zacken, und kein Fenster, welches nicht
mit Läden versehen, blieb unzerschmettert: die
Frösche und Mäuse liegen auf dem Erdboden,
theils todt und ausgestreckt, theils noch halb
lebend und beschädiget. Es ist erbärmlich
anzusehen, und der arme Landmann weiß sich
nunmehr mit nichts zu retten, indem aller
Vorrath von Nahrungsmitteln, wegen des
vorhin schon schlechten Getraids aufgezehret.

Marienwärder, den 27. May.

Sr. Preußische Majestät werden den 4ten
des kommenden Monats hier erwartet. Den
Tag zuvor werden die Truppen ins Lager
bey dieser Stadt rücken. Man hat schon für
das nöthige Brod im Lager gesorgt, da seit
einiger Zeit auf allen Mühlen in unserer
Nachbarschaft Rogken gemahlen, und ver=
schiedene
von Königsberg gekommene Feld=
ofens
aufgerichtet worden. Aus Thorn schreibt
man, daß der Adel von Pohlnischpreußen
gegen den 2ten sich bey uns einfinden werde.


Wien. den 17. Brachmon.

Den 13. dieses kam ein Kourier von Nea=
pel
mit der erfreulichen Nachricht alhier an,
daß Jhre Maj. die Königinn beyder Sicilien,
Erherzoginn zu Oesterreich und Jnfantinn
von Spanien dero ersten hochgesegneten Lei=
besbürde
zwischen den 5 und 6. laufenden
Monats mit einer Prinzeßinn glücklich entbun=
den
worden, der allerhöchste kais. kön. Hof
wurde durch diese frohe Bottschaft in eine
außerordentliche Freude versetzet, und diese
vergnügliche Nachricht sogleich dem hohen
Adel und der ganzen Stadt kund gemacht.

[4]

Sonntags darauf hat der kön. neapolita=
nische
Hr. Gesandte Marchese Zambuka Ex=
cell
. Vormittags nach Schönbrun sich erho=
ben
, bey Jhrer Majest. der Kaiserinn Köni=
ginn
Audienz genommen, und die Wünsche
abgestattet. Die allerhöchst= und höchsten
Herrschaften haben diesen Vor= und Nach=
mittags
dem hochfeyerlichen Gottesdienst des
Festes der allerheiligsten Dreyfaltigkeit in der
Schloßkapelle zu Schönbrun beygewohnet;
und es wurde dem hohen Adel zur Gala auf
Montag angesaget.

Montags hat der kais. kön. Hofe die Gala
angezogen, und sind die deutsch= und hunga=
risch
adelichen Leibgarden, in ihren Gala=
uniformen
erschienen. Nachmittags haben
alle Hrn. Botschafter und Gesandte bey Jh=
rer
Majest. der Kaiserinn Königinn die Auf=
wartung
gemacht, und die Wünsche abgestat=
tet
; die kais. kön. geheimden Räthe, Käm=
merer
Hof= und Staatsdamen Hrn. Offi=
ciere
und adelichen Leibgarden, mit den übri=
gen
Hofpartheyen sind zum allergnädigsten
Handkuß gelassen worden. Gleich nach 7.
Uhr hat das große Apartement angefangen
wobey die allerhöchst= und höchsten Herr=
schaften
mit allen Hrn. Botschaftern und Ge=
sandten
, nebst einer unzähligen Menge des
hohen Adels beyderley Geschlechts in kostba=
rester
Gala erschienen und nach 8. Uhr sich
geendet hat. Vor dem Apartement ist eine
Promotion von nachfolgenden neu ernannten
Kämmerern öffentlich abgelesen worden; Als

Wirkliche Kämmerer.

  • Wratislau v. M⟨itr⟩owitz Graf Franz Wenzel.
  • Szöreny Freyherr Joseph.
  • Haller Graf Peter.
  • Schafgotsch Graf Franz.
  • Senzeille Baron v. Soumaigne und v. Han
    Arnold Mathias Franz.
  • Zavaglia Freyherr Karl.
  • Nalatzky Freyherr Karl.
  • Pertusati Graf Franz.
  • Trivulzi Marcheß Hieronymus.
  • Raigecourt Graf Karl Hieronymus.
  • St. Jgnon Graf.
  • Nitzky Stephan Graf.

Decretisten.

  • Waldstein=Wartenberg Graf Karl Joseph.
  • Schwerts=Sporck Graf Philipp Benitins
  • Hartig Graf Franz.
  • Roden Freyherr v. Hierzenau Franz Joseph.
  • Trasaignies v. Jttre Graf.

Sonn= und Montags sind die Stadtthöre
von dem Sperrgeld, und am Montag Nach=
mittags
auch die Linien von dem sonst ge=
wöhnliche
Weggeld freygelassen worden.

Dienstags sind der Hr. Herzog Albert zu
Sachsenteschen in Schlesien mit höcht dero
Frauen Gemahlinn königl. Hoheiten wieder
nach Preßburg abgegangen.

Eben diesen Tag da der Hochwürdige Pa=
ter
Cäsarius Marc, des minderen Ordens
St. Francisci Reform. durch 22. Jahr würk=
licher
Commissarius Generalis des Löbl.
Jungfrauenstifts St. Clarä Ordens bey Ma=
ria
deren Engeln genannt, die glückliche Ju=
belzeit
seiner 50. jährigen Priesterschaft mit
allem Ruhme erlebet, haben Jhre Majest.
die Kaiserinn Königinn mit des Erzherzogs
Maximilian, wie auch den zwey Erzher=
zoginnen
Maria Anna und Elisabeth kön.
Hoheiten um 8. Uhr frühe von Schönbrun
herein in das Löbliche königl. Jungfrau=
enstift
sich erhoben, allwo der Hochwürdig=
jubilirte
Primitiant in Gegenwart aller=
höchst
= und Höchster Herrschaften, hohen
Alters halber, in der Stille in der Ma=
rianischen
Gnadenkapelle seine zweyte Heil.
Meße Gott dem Allmächtigen geopfert,
Jhre Majest. die Kaiserinn geruheten aller=
gnädigst
den Brautkranz Sr. königl. Hoheit
dem Erzherzogen Maximilian zu übergeben,
welche königl. Hoheit selben dem Jubilirten
an den Arm gebracht, und zugleich aus an=
gebohrner
Andacht auferbäulichst ministriret;
Se. Hochwürden und Gnaden Hr. Jgnatz
Müller des hochlöbl. Stifts deren regulirten
Chorherren bey St. Dorothe würdigster Prä=
lat
ꝛc. haben sich gewürdiget dem Primitian=
ten
zu aßistiren, und der hochwürdige P.
Provincial und P. Quardian des hiesigen
Convents bey St. Hieronymus sind ihme bey=
gestanden
. Nach der Primitz geruheten Jhre
kais. kön. apost. Majest. in allerhöchsten Gna=
den
nicht nur allein den P. Primitianten, son=
dern
auch den P. Provincial und P. Guar=
dian
mit göldenen Medaillen zu beehren, so=
dann
sich wieder nach Schönbrun zu verfügen.

[5]

Mittags wurde der hochwürdige Primitiant
sammt seinen dazu eingeladenen Gästen, wie
auch das ganze löbl. königl. Jungfrauenstift
auf Kosten des allerhöchsten Hofes gespeiset.

Nachdem Jhre k. k. apost. Majest. zur
Abhülf der im verflos⟨s⟩enen Jahr 1771. für=
gewesten
Getreid= und Brodnoth, welche
auch allerhöchst Dero Unterthanen in Schwa=
ben
gedrücket, aus angebohrner Landesmüt=
terlicher
Gutthätigkeit und Mitleiden nicht
nur diesen, sondern auch denen in der Marg=
grafschaft
Burgau befindlichen Reichsstän=
den
, eine Menge Getreid aus Hungarn na=
cher
Günzburg senden zu lassen geruhet. So
waren Se. Excellenz der Herr Reichsprälat
zu Wettenhausen der erste, welcher für die=
se
unschätzbareste k. k. Wohlthat sowohl ein
besonderes Dankfest unter Einberufung der
Reichsstistischen Unterthanen abgehalten,
und durch eine in Druck bekannt gemachte
zierliche Dankrede das Volk zu Abstattung
des eifrigen Gebeths für der großmüthigsten
Wohlthäterinn Majestät ermahnet, als zu
Verewigung der Dankbarkeit eine Denkmün=
ze
zu errichten sich beeiferet, und verwendet
hat. Dessen Vorstellung ist folgende.

Auf der Reversseite wird der Empfang
der Wohlthat ausgedrücket: allwo die Stadt
Günzburg mit der umliegenden angenehmen
Landschaft, durch welche die Donau schlän=
gelnd
herabfließet, in einem künstlich bear=
beiteten
Perspective sich zeiget, und vor der
Stadt am Ufer verschiedene mit Getreid
beladene Schiffe anländen, die Bürger aber
in Ausschiffung der Getreidsäcken beschäfti=
get
sind. Jm Luftkreis stehet die Umschrift:

Et facta est quasi navis de longe portans
panem.

Sie ist einem Schif ähnlich worden, wel=
ches
von Ferne her, das Brod zuführet.

Jn dessen Abschnitt aber:

In memoriam beneficii tempore famis ac-
cepti
,

Augustinus Prælatus,

Canonici Lateranenses,

& populus Wettenhusanus.

Auf der Aversseite befindet sich das un=
gemein
ähnliche Brustbild ihrer Majestät
auf einer von dem Dank errichteten Denk=
säule
mit der Umschrift:

Mariæ Theresiæ Aug. Vid.
nostræ.

Jn Fußgestelle der Säule sind die Wort des
Propheten Joel.

Ego mittam vobis frumentum.

Neben derselben stehet die Bildniß des
Hrn. Reichsprälaten mit einigen Canonicis,
und zeiget einem Bürger, welcher sich dank=
bar
verbeugt, und einem Bauer, der seine
Augen gegen den Himmel erhebend, den
Allmächtigen für die Erhaltung der Kaise=
rin
anflehet, die Pflicht des Dankes, und
wie sie solchen auch ihren Kindern einprä=
pen
sollen. Auf der anderen Seite erschei=
net
eine Schwäbinn, die ihre Kinder zu die=
sen
Dank ermunteret, und ihr Töchterl mit
beeden Armen in die Höhe hebet, welches
sich bemühet, mit Hinstreckung ihrer kleinen
Hände dem Bild der Wohlthäterinn einen
Blumenkranz darzureichen: das Söhnlein
aber eben mit einem Kranz in der Hand ist
mit vermischten Geberden der Bewunderung
und des freudigen Dankes beschäftiget, die
auf den Fußgestell stehende Worte seiner
Gedächtniß einzudrücken.

Mit allergnädigster Erlaubniß ist diese
silberne Denkmünze, woran der k. k. Münz=
graveur
Hr. König die Stärke seiner Kunst
bestättiget hat, in Günzburg gepräget wor=
den
, und ist nun auch allhier bey dem k. k.
Böheim=Oesterreichischen Hofkanzley Agen=
ten
Hrn. Epp in dem Winterischen Haus
unter dem Tuchlauben, für 2. fl. das Stück
zu haben.

Den 8. Junii hat die allhiesige k. k. Aka=
demie
der Mahler=Bildhauer= und Bau=
kunst
eine besondere Versammlung gehalten,
und den Hrn. Johann Plazer, Bildhauer von
Prag gebürtig, wie auch Hr. Karl Schütz,
Architekten von hier, über ihre eingereichte
wohlausgeführte Stücke durch die gewöhnli=
chen
Stimmen als Mitglieder aufgenommen.

Der erste hat in einen grossen Bassorilie=
vo
von Metall, das Modellzimmer der Aka=
demie
vorgestellet; auf dessen Vorgrund die
Minerva sitzet, und dem Mahler in Gestalt
eines Kindes mit Pinseln, und Palette in der
Hand auf die Natur weiset: neben diesem
beschäftigen sich zwey andere Kinder als Ar=
chitekten
ein Kapitell mit Zirckel, und Senk=

[6]

bley abzumessen: auf der Seite arbeitet ein
Bildhauer an einer Statue, welche einen mit
Sternen besetzten Schleyer in die Höhe hält,
und mit diesem, sammt dem Monde auf dem
Kopf die Nacht anzeigt: auf der andern
Seite sitzt ein Kind mit einem Perspectiv,
und sieht auf die in der Entfernung liegende
Stadt; in der Mitte sind die Kunstbefliesse=
nen
in der Uebung nach dem unter einer
grossen Lampe aufgestellten Modell begriffen.
Der Saal ist mit Architektnr nach ionischer
Ordnung gezieret, wo auf einem Wandpfei=
ler
ein Medaillon als das Bildniß ihrer Ma=
jestät
. auf den Wänden aber verschiedene
Bassorilieven zu sehen sind.

So schwer dieses alles in gehöriger Ab=
weichung
in einem solchen Stück anzubringen
scheinet, so hat doch Hr. Plazer nicht weni=
ger
die optische Haltung als richtige Zeich=
nung
bey so vielen in manigfältiger Stellung
vorkommenden Gegenständen genau beobach=
tet
, mithin von den Mitgliedern einen ein=
helligen
Beyfall der Stimmen zu seinem be=
sonderen
Lob, und Ehre erhalten.

Hr. Schütz hat zu einer Wohnung für
eine Akademie der drey vereinigten Mahler,
Bildhauer, und Baukünste ein ansehnliches
Gebäude, des in dem Aufzug,. Durchschnitt,
und zweyen Grundrissen. bestehet, aufgeführt.
Das Hauptgebäude ist nach römischer, und
das Portail nach dorischer Ordnung. Bey
der Einfahrt nebst den zweyen Seitenthüren
sind Säulen, im ganzen Gebäude aber Wand=
pfeiler
angebracht: dieses krönet in der Mit=
te
ein Giebel, in welchem die Freygebigkeit,
wie sie die Wohlverdienten belohnet, gezeich=
net
ist. Darauf stehet ein Gruppo von der
Mahler, Bildhauer, und Baukunst; auf
beyden Seiten des Gebäudes noch andere
Figuren: wie ingleichen auf dem Portail:
Apollo, und Minerva; in der Mitte des
Gebäudes ist der kaiserl. Adler, und an ge=
hörigen
Orten Fruchtgehänge zu sehen.

Die Zusammstimmung des Aufzuges mit
den Grundrissen, und Durchschnitt, die ver=
nünftige
Eintheilung der Gemächer, die La=
ge
der Stiegen mit guter Wahl des Lichts,
und die ganze reinliche, und fleißige Zeich=
nung
der Figurn sowohl als des Gebäudes,
geben genugsames Zeugniß von der Geschick=

lichkeit des Künstlers, wodurch er mit allem
Recht als ein würdiges Mitglied aufgenom=
men
zu werden verdienet hat.

Den 13. dies Monats ist die Ziehung der
Lotterie allhier vor sich gegnngen, und sind
die Num. 65. 2. 83. 36. und 67. gehoben
worden. Man gehet mit Stillschweigen über
die große Zahl der übrigen Ambi, Terni,
und Estraten, und sagt lediglich daß bey dem
in tiefen Graben angestellten Collektanten
Nro. 10. an Estrat. 120. fl. bey jenem an
Luweg Nro. 15. ein Terno mit 160 Dukat.
bey diesem Nro. 20. an Estrat 500. fl. bey
dem Nro. 21. nebst 2. Terni auch ein deto
pr, 120. deto bey jenem Nro. 26. ein deto
140. fl. deto bey diesem Nro. 32. ein Terno
mit 300. Dukat. bey dem in Benzing Be=
nedikt
Fischer Nro. 94. ein Terno mit 120.
Dukat dann bey jenem Nro. 242. ein deto
mit 160. Dukat. gewonnen und abgeführet
worden. Den 27. deto wird die fernere
Ziehung in Gräz vorgenommen werden.


Von Seiten des Probhauses der Socie=
tät
Jesu zu St. Anna dienet man zur Nach=
richt
, daß die geistlichen Exercitien auf der
Mauer, nach dem Beyspiel voriger mehre=
ren
Jahren den 17 künftigen Monats Julius
Abends zwischen 4. und 5. Uhr anfangen,
und den 22. darauf erst bemeldten Monats
Julius Vormittag ihr Endschaft nehmen
werden: es ist sich derohalben bey der Porten
obbenannten Probhauses mittelst Ueberschi=
ckung
des Namen, oder selbst bey dem P.
Direktor der Exercitien zu melden. Dieses
damit zur guten Zeit beschehe, wird höflichst
und freundschaftlichst hiemit gebetten, um
nach Erforderung der Umstände das be=
hörige
fürkehren zu können.

Bey höchstpreislichen kais. Reichshof=
rathe
ist vorgekommen:

Montags den 1. Brachm.

  • 1) Hertwig cont. die hochfürstl. Speyerische
    Hofkammer, appell.
  • 2) Zu Leiningen Guntersblum regierenden Gra=
    fen
    Friederichs ärgerliches Betragen betreffend
    in spec. G⟨o⟩ldhanin cont. den über die Reichsgraf=
    schaft
    Leiningen Dachs= und Falkenburg angeord=
    neten
    Administ. Grafen zu Leiningen Hardenburg
    & Cons rescripti.
  • 3) Deutschorden contra Hessendarmstadt &
    Cons. mandati.
[7]
  • 4) Von Uckermann contra den Magistrat zu
    Nordhausen, rescripti.
  • 5) Voigtländische Ritterschaft Hofischen Bezirks
    cont. die hochfürstl. brandenburgische Kammer
    zu Bayreut, appell.
  • 6) Zobel von Giebelstadt ꝛc.

Desselben Nachmittag.

  • 1) Von Bülow cont. Doctorem Krüger, appell.
  • 2) Zu Lübeck Maureramt cont. den Kirchen=
    vogt
    zu St Marien daselbst, appell.
  • 3) Zu Lübeck sämmtliche gemeine Träger cont.
    Holstenstrass⟨e⟩n Kohlenträger & Cons. appell.
  • 4) Zum Jungen modo von Berßner cont. die
    Gemeinden zu Ginns und Astheim, mand. & parit.
  • 5) Zu Maria Kirchheim Reichsgotteshaus cont.
    Magistrat zu Bopfingen, mandati.
  • 6) Knebel von Katzenelnbogen Freyherr contra
    Baadenbaaden, appell.
  • 7) Schenck v. Kastell cont. Schenck v. Kastell,
    puncto malæ administ. Fidei commissis Familiæ.
  • 8) Leiningen Westerburg cont. v. Blumenkron,
    mand. S. C.
  • 9) Solms Hohensolms und Lich cont. Hessen=
    darmstadt
    , das Solmsische ein 6tel des Amts Klee=
    berg
    cum appert. & alia bona & Jura betreffend.
  • 10) Von der Taun cont. v. der Taun appell.
  • 11) Hohenlohe Oehringen cont. Hohenlohe
    Schillings=Fürst, & Cons. mand & paritoriæ.
  • 12) Zu Solms vermählte Gräfinn cont. An=
    halt
    Bernburg, rescripti.
  • 13) Von Stain cont. von Stain, mand. S. C.
  • 14) Von Rauschenblatt cont. die Freyherrlich
    v. Weißbergische Vormundschaft, appell.
  • 15) Deutschorden cont. die Oetting= Oettin=
    gische
    Kanzley & Cons. mandati.
  • 16) Von Hallweyl & Cons. cont. den Herrn
    Bischof zu Basel & Cons appellationis.
  • 19) Niederbessungen Gemeinde cont. Solms
    Braunfels, rescripti.
  • 18) Zu Kirchheim an der Eck Landschultheiß
    Blankenheim & Cons. cont. den Grafen zu Alt=
    leiningen
    Westerburg & Cons. rescripti.
  • 19) Zu Thorn Frau Fürstinn und Abtißin cont.
    Thornisches Kapitul, Stände und Gericht
    puncto renitentiæ, nunc vice versa petiti mand.
  • 20) Fri⟨e⟩dland Stadt cont. das herzogl. Meck=
    lenburg
    Strelitzische geheime Rathskollegium, &
    Cons. appell.
  • 21) Ringer cont. den Freyherrn von Stain zum
    Altenstein, appell.
  • 22) Martini cont, Wanhour, puncto violat.
    special. concordat & sumpti Romam recursus.
  • 23) Von Vucht cont. Sciens, & Cons. appell.
  • 24) Grienwaldt Joh. Bapt. Sperr und Ver=
    lassenschaft
    betreffend.
  • 25) Reichsritterschaft in Franken Orts am
    Steigerwald contra Bamberg, illicita recursus
  • ad forum feudale & turbatæ possessionis vel
    quasi Juris collectandi auf den Bibra⟨i⟩schen ein=
    zeln
    Lehen zu Hechs⟨t⟩ätt.
  • 26) Von Boineburg cont v. Boineburg, appell.
  • 27) Feuerlein cont. den Freyh. v. Stein zum
    Altenstein, resc. puncto debiti.
  • 28) Zu Frankfurt geschworne des Glaserhand=
    werks
    cont. Gümbel, appell.
  • 29) Hirsch Süßlein cont. Herst Marx, appell.
  • 30) Kiefer cont. seine Kinder erster Ehe, und
    den Hrn. Marggrafen zu Baadendurlach, appell.
    Besoldungsabtheilung betreffend.
  • 31) Nürnberg cont. die hochfürstl. brandenbur=
    gische
    Regierung zu Bayreuth & Cons mand. &
    parit. nunc vice versa restitut. in integrum.
    puncto turbationis in possessione vel quasi Juris
    die innbemeldte Nürnbergisch⟨e⟩ Censiten zu ex⟨eg⟩ui=
    ren
    .

Wechselcours der öffentlichen Börse
Wien, den 13. Juny 1772.



Lett. Den.
6,7ne Amsterdam Bco. . 140 1/2 140 1/4
6,7ne Amburgo Bco. . . 141 1/2
2,msi Londra p 1. L Stna. 3 fl. 35
2,msi Parigi p 1. L. Torse. 23
Uso Venezia Bco. . . 127 1/4
Do Augusta Corrti. . 992/3
Do Praga Corrti. . . 99 1/2


Bey dem Verleger des wienerischen Dia=
riums
ist zu haben: Ordnung der bürgerli=
chen
Handwerkszunften allhier zu Wien, wie
selche am Fronleichnamstag, und in der
Octav bey der grossen Proceßion mit ihren
Fahnen zu gehen pflegen: wie auch der
Spitäler, und Ordensgeistlichen, ꝛc.



Verzeichniß der Verstorbenen zu Wien
in, und vor der Stadt.

Den 11. Brachm. Jn der Stadt.

  • Die wohledlgeb. Fr. Eleon. v. Scheurl, k k. Land=
    probier
    . Wit. von Brünn aus Mähr. im Dokt.
    Häusler. H. am grün Anger, alt 82. J.
  • Dem Hrn Gottfr. Scherr, gew. burgl. Handlern.
    s. Jgf. T. Ther. b. Aug Gott am Pet. alt ⟨2⟩7. J.
  • Elisab. Gla〈…〉erin, led. Dienstm. im Mauermeister
    Hacklisch. H. im Kumpfg. alt 50. J.

Vor der Stadt.

  • Dem Ant. Streit, burgl. Tändler, s. W. Regina,
    in s. H. Nro 25. am Magdalgr. alt 48 J.
  • Fridr. Stöckler, Bräukn. im Bräuh. zu Margar.
    alt 30 J.
[8]
  • Anna M. Straublin, Wit. im Grundspit im Lich=
    tenthal
    , alt 71. J.
  • Math. Wernböck, Schust. b. grün Stiefel im Ler=
    chenfeld
    , alt 43. J
  • Dem Math. R⟨a⟩thner, Fragn. s. W. Anna, beym
    blauen Stern im Lichtenth. alt 30. J.
  • NN. ein unbek. Mannspers. b. roth. Jgl am Neu=
    bau
    , alt 66. J.
  • Dem Joh. Weber, Schneid. s. T Ther. b. blauen
    Löwen am Neust. alt 16 J.
  • Leonh. Ackermann, Kutsch. b. 3. Lilien in der Jo=
    sephst
    . alt 53. J.
  • Joh. Ag⟨n⟩er, Tagl. im Piron. H. in der Roßau,
    als 52. J.
  • Franz Oßberger, Bräuln. alt 24. J.
  • Franz Benedict, Gartn. alt 52. J. beede b. Barmh.
  • Karl Schwasda, Wais, alt 7. J.
  • Jos. Mertz, Wais, alt 7. J. beede im Waisenh. am
    Rennweg.
  • Sibylla Dabökin, verh. alt 70 J. b. Elisabethinn.
  • Eva Lab⟨s⟩chin, Wit. alt 73. J. im gr. Armenh.
  • Joh. Aschinger, reis. Strickergs. a 22. J. im Cont.
  • Andre Gabalofski, alt 35. J.
  • Josepha Mayerin, led. M. a. 35. J. beede im Bäckh.
  • Joh. Ridler, reis. gew. Fleischh. alt 72. J.
  • Georg Binder, Bauernkn. alt 40. J. beede im Mil.
    Zimm. am Bäckenh.
  • Eva Mayrin, Schneid. Wit alt 41. J.
  • Lor. Arenberger, Tagl. alt 36. J. beede im Krankh.
    am Alsterbach.
  • Lor. Widmann, Rekr. alt 18. J. im Milit. Krankh.
  • Adam Hofmann, alt 21. J. in St. Marx.

Summa 27. Personen.

Den 12. Brachm. Jn der Stadt

  • Dem Jak. Aicher, burgl. Gürtler, s. W. Elis. im
    Baderisch. H. im Rothgäss. alt 35. J.
  • Dem Franz Lang, Laq. s. K Ther. im Handschuh=
    macherisch
    . H. am Salzgr. alt 1. J.
  • Bened. Berger, Hausm. im gross. Rabenh. in der
    Römerstr. alt 88. J.

Vor der Stadt.

  • Dem Alexand. Tausch, burgl. Fleischh. s. K. Ther.
    in s. H. zu Margar. alt 2. J.
  • Ferd. He〈…〉dwerger, Goldschmidgs. b. blauen Pfauen
    am Spitlb. alt 49. J.
  • Rosina Gmeinerin, led Dienstm. im Ulrichisch. H.
    Nro. 265. in der Leopst. alt 78 J.
  • Dem Jos. Koch, Tagl. s. W. M. Anna, zur gold.
    Weintraube am Rennw alt 50. J.
  • Dem Pet. Sedlmayr, Kutsch. s. W. Christina, in
    Mauermeist. Meiß⟨it⟩sch. H. a. d. Wied. alt 38. J
  • Dem Seb. Andrioli, Aufwart. im Theatr. s. K. M.
    Anna b. gold Brunn am Spitlb. alt 4. J.
  • Joh. Leithgeb, Thorwartl im Cont. alt 31. J.
  • Franz Krauß, Baader, alt 46. J.
  • Cath. Dietrichin, led. M. alt 30. J.
  • Ant. Thürmer, Schmid, alt 24. J.
  • Cath. Fo⟨l⟩k, led. M. alt 60., alle 5. im Cont.
  • Joh. Make⟨ld⟩t, Posamentgs. alt 40. J.
  • Clara Naglin, verh. Tagl. alt 26 beede im Bäckh.
  • Sim. Gumberger, Weber, alt 26 J.
  • Joh. La⟨i⟩ster, Bauernbursch, alt 18. J.
  • Joh. Rescheisen, Zimmergs. alt 21. J. alle 3.
    im Mil. Zimm. am Bäckenh.
  • Mart. Mader, R. kr. alt 19 J.
  • Wilh. Heindl, gmr. Sold alt 24. J.
  • Cath. Tschichin, Sold. Weib, alt 36. J. alle 3 im
    Mil. Krankenh. zu Gumpend.

Summa 22. Person. darunter 3. Kind

Den 13. Brachm. Jn der Stadt.

  • Der wohledlgeb Hr Jgn. Frauenberger, Hofbuch.
    halter bey der k. k. Hofkriegsbuchh. in Præter.
    b. gross. Jordan am Judenpl. alt 71. J
  • Joh. Ki〈…〉sner, burgl. Goldschm. im Dokt. Latzenh.
    im Judeng. alt 80 J.
  • Dem Albert Ametschleger, burgl. Schneidm s. S.
    Jak. im Schm〈…〉disch. H. im Färberg. alt 16. J.

Vor der Stadt.

  • Tit. Fr. M. Magd. Schwaner v. Schwanenfeld,
    k. k. Hauptm. Wit. im Matzinger. H. in der
    Alsterg. alt 53. J.
  • Rosal. Schimplin, led. Naderin, im Brunnmeist.
    H. im Heu⟨g⟩ässel. alt 55. J.
  • Dem Joh. Senft, burgl. Rothgärb. s. K. M. Anna,
    in s. H. auf der neuen Wied. alt 5. v. J.
  • Dem Paul Lorenz, Schneid. s. W. Marg. b. Jo=
    sephsberg
    in der Josephst. alt 20. J.
  • Joh. Harer, k. Postil. im Gutisch. H. auf d. Laim=
    grube
    , alt 56. J.
  • Jos. Holzhauser, Wais, alt 7. J.
  • Andre Reiter, alt 12. J. beede im Waisenh. am
    Rennweg.
  • Magd. Kerntlerin, led. M. im Joh. Spit. a. 81 J.
  • Joh. Holtzer, schutzv. Schneid. s. W. M. Anna,
    b. schw. Thor in der Jägerzeil, alt 58. J.
  • Dem Lor. Raßl, Tagl. s. W. Anna M. welche über
    eine Bodenstieg. herunt. gefall. und hierauf ge=
    storb
    . ist vom k. k. Stadt= und Landger. b. grün
    Kranz in der Roßau beschauet word. alt 42. J.
  • Anna M. Stauberin, arm led. b. Burgund. Kreutz
    am Neubau, alt 67. J.
  • Jos. Reither, Tagl. alt 35. J. b. Barmh.
  • Peter Grill, Tagl. alt 53. J.
  • Jos Haßl⟨e⟩chner, reis. Zimmergs. alt 37. J.
  • Phil. Gi⟨eß⟩ler, vac. Koch, alt 39. J.
  • Regina Neubauerin, verh. alt 50. J. alle 4. im
    Krankenh. am Alsterb.
  • Simon Walter, Fleischhackerkn. alt 37. J.
  • Ther. Schiesserin, verh. Tagl. alt 30. J.
  • Pet. Nowak, ohne Prof. alt 15. J. alle 3. im Cont.
  • Magd. Schwarzingerin, Ziegeldeckgs. Wit a. 56. J.
  • Magd Ruppertin, Wit. a. 38. J. beede im Strudlh.
  • Joh. Diefenthaller, Bauernkn. alt 26. J.
  • Joh. Stegner, Bäckenj. alt 22. J. beede im Milit.
    Zimm. am Bäckenh.

Summa 26. Person, darunter 2. Kind.

[9]

Nachricht.

Das Reißgefald bey der gräfl. Schulenburg
Deynhaußischen Herrschaft Tribuswinkl, nahe
an Baaden ist sammt der Bewohnung des Schlo=
ßes
daselbst auf drey auch mehr oder wenigere
Jahre alltäglich in Bestand zu verlassen. Wer
hiezu Belieben tragt, kann sich des näheren bey
dortiger Amtskanzley erkundigen, woselbst auch
sonach der Bestandskontract geschloßen werden
wird.


Den 30. Junii Vormittag von 9. bis 12. Uhr
wird ein sehr wenig gebrauchter Gallawagen mit
grün geblumten Samet gefüttert, mit 3. Spie=
gelgläser
, mit grünseidnen Crepinen ausgeziert,
der Kasten auswendig sehr fein gemahlen, mit
Firnis überzogen, auf das feinste geschliffen,
durchaus mit Bildhauerarbeit verschnitten, alles
so von Messing fein und stark vergoldt, nicht
weniger ist das Gestell mit vieler Bildhauerar=
beit
ausgeziert. Bey diesem Wagen sind auch
ein paar Pferdgeschirr, das Beschlägt davon
ist stark im Feuer vergoldt, mit grünseidnen Cre=
pinenschöpfen
, Einflechtschnür, Leitseilen und
Doppelkrepinquasten, licitando verkauffet wer=
den
. Wenn sich nun ein Liebhaber dazu finden
sollte, der hat sich bey dem Satler in der Sin=
gerstrasse
in dem Nikolaerhaus, gegenüber des
Graf Hallweilisch, ehehin sogenannten Suttne=
rischen
Haus, in welchem dieser Wagen stehet,
zu melden, und wird auch ausser der bestimm=
ten
Licitation hindangegeben.


Von N. Richter und Rath der Landesfürstl.
Stadt Waydhofen an der Theya wird hiemit
jedermänniglich kund und zu wissen gemacht;
daß die zu gemeiner Stadt anhero gehörig Theils
eigenthumlich theils Bestandweiß anheuer zu ge=
niessen
habende Zehent, gleich anderen Jahren,
den Meistbietenden licitando in Bestand verlas=
sen
werden, und da dann zu dem Ende auf den
8ten eingehenden Monats Julii die Licitations=
tagsatzung
anberaumet worden; als werden an
diesen Tag, nemlich den 8ten mox dicti mensis
diejenige (so etwan erwehnte Zehend in Bestand
zu nehmen gedenken) auf gemeiner Stadt Rath=
haus
fruhe um 8. Uhr erscheinen, und sich allda
durch den Rathsdiener anmelden lassen.


Es werden den 22. und 23. dieses Monats
Junii in dem großen Jesuitenhaus Nro. 772.
im 3ten Stock auf der schmäleren Stiegen Vor=
mittag
von 9. bis 12, Nachmittag von 3. bis
6. Uhr verschiedene reichgestickte, bordirte und
glatte Mannskleider, samete und gespitzte Man=
telkleider
, einenoblevenetian sammt andere⟨n⟩

Maskern, Brüßler ⟨u⟩nd andere ungespitzte Her=
rentäzel
, feine Mannshemeter, wie auch Zinn,
verschiedene andere Sachen, licitando ver=
kauft
.


Von dem löbl. Stift und Kloster Zwetl wird
hiemit dem Johann Vogler, einem gewesten Schul=
meister
von Waizendorf gebürtig angefüget: Es
seyen von Sr. Hochwürden und Gnaden des all=
hiesigen
Stifts gottsel. Herrn Abbten Melchiore
pl. Tit. als Vogtey und Pfarrherrn der obwohl=
besagt
allhiesigen Stift incorporirten Pfarr Win=
digsteig
zwey zu sothaner Pfarr Windigsteig ge=
hörige
zu Waizendorf in der Herrschaft Deinzen=
dorfer
Freyheit liegende Viertel Weingarten in=
halt
Leibgedingsbrief den 27sten May 1740. dem
Simon Vogler herrschaftl. Deinzendorferischen
Unterthann zu wiederholten Waizendorf, und sei=
nem
Eheweib Theresiä, dann seinem Sohn Jo=
hann
Vogler, wie auch dem Johann Bauer herr=
schaftl
. Starreinerischen Unterthann zu Heinrich=
storf
, und seinem Eheweib Gertraud, dann ihrem
Sohn Jakob Bauer, und zwar jeder Partbey ein
Viertel Wein⟨g⟩arten auf Leib überlassen worden.
Da nun aber die Voglerische Eheleut benanntli=
chen
, der Simon Vogler und dessen Ehewirthinn
Theresia bereits verstorben sind, so hätte nun=
mehro
ihr Sohn Johann Vogler ihren Theil näm=
lich
ein Viertel Weingarten gegen denen in ob=
besagten
Leibgedingsbrief enthaltenen Beding=
nussen
Leibgedingsweiß auf sein Lebenlang zu ge=
nießen
. Weilen nun unter gleichbesagten Beding=
nussen
auch die gute Beurbarung der erdeckten
Leibgedingsweingarten begriffen, der Joh. Vogler
hingegen als der noch einzig übrig und bey Leben
seyn sollende Leib abwesend, und unwissend ist,
folglich sich von selbst eröfnet, daß diese Beding=
nuß
nicht in Erfüllung gebracht werden könne,
sondern sowohl das ihne betreffende ein Viertel
Leibgedingsweingarten ohne andere Vorkehrung
in die Verordnung kommen, als auch der jährl.
Leibgedingsbetrag, und was deme weiters anhän=
gig
, in Ausstand bleiben müßte, als erwindet es
an deme, daß der noch übrig seyn sollende Leib=
gedingsinnhaber
Johann Vogler sich bey allhiesi=
ger
Herrschaft persönlich stelle, und mehrbesagten
Leibgedingsweingarten nicht allein bey guten
Bau erhalte, sondern auch die übrige in dem
Leibgedingsbrief enthaltene Bedingnüssen erfülle,
derowegen er Joh. Vogler dann hiemit ediktaliter
dergestalten einberuffen wird, daß er sich binnen
1. Jahr, 6. Wochen und 3. Täg von heute unten
gesetzten Dato anzurechnen alsogewiß anhero per=
sönlich
stelle, und daß er der Joh. Vogler wirk=
lich
seye, sich rechtens legitimire, sohin die sam=
mentliche
Leibgedingsbedingnüssen alsogewiß in

[10]

Erfüllung bringe, wie ansonst nach Verfließung
dieses Termins er Johann Vogler pro mortuo
gehalten, und mit dem Leibgedingsgrund eine
andere beliebige Vorkehrung getroffen, sohin die=
ses
Leibgeding respectu sein Joh. Voglers annul=
lirt
und caßirt werden solle. Kloster Zwetl den
letzten Decemb. 1771.


Von der zum löbl. Stift heil. Kreuz eingestif=
teten
Herrschaft Tromau, wird hiemit jedermann
kund gemacht; welchergestalten die Nothwendig=
keit
erfordere den Schuldenstand des Paul Wa=
singer
hiesigen Stift heiligen kreuzischen Unter=
thans
zu Pfaffstetten in sichere Erfahrenheit zu
bringen. Daher alle diejenige, welche an ihme
Paul Wasinger, der an seiner bereits verstorbe=
nen
Ehewirthin Maria auf dessen Haus, oder
Ueberländgrundstücken, oder sonst auf ausgestellte
Schuldscheine, und sowohl baar geliehenen Geld,
oder ihnen abgegebenen Effekten, als auch unter
was immer für einem andern Namen einige For=
derung
haben, oder zu haben vermeinen, hiemit
auf den 14. Julii 1772. in das Gerichthaus zu
Pfaffstetten frühe um 8. Uhr pro 1mo, 2do, &
3tio Termino peremptorie einberuffen werden,
wie im widrigen Falle alle diejenige, so an be=
meldten
Tag, Stund und Ort nicht selbst, oder
durch hiezu genugsam Bevollmächtigte erscheinen,
und ihre Schuldforderung behörig liquidiren wur=
den
, nicht nur nicht mehr angehöret, sondern
ihnen das ewige Stillschweigen auferleget werden
wurde. Wornach sich ein jeder zu richten, und
vor Schaden zu hütten wissen werden.


Wir Bürgermeister und Rath der Stadt Wien
geben hiemit jedermann zu vernehmen. Es seye
über die schon ehedessen an geordnete Licitations=
tagsatzung
verwilliget worden, das von Meyten=
⟨s⟩isch
auf der Wieden liegende Haus abermals
offentlich auszufeilen, und an den Meistbietenden
zu verkaufen. Da nun zu diesem Ende der 22
Junii dieß Jahrs bestimmet ist. So haben die=
jenige
, welche das gedachte Haus zu kaufen wil=
lens
sind, an dem bestimmten Tage, oder da wir
anderer Verhindernissen halber diesen Tag
nicht zu Rath sässen, den nächst darauf folgen=
den
Rathstag fruh um 8. Uhr vor uns zu erschei=
nen
, und sich bey unserem, und gemeiner Stadt
Grundbuch durch den Amtsschreiber anmelden
zu lassen, folglich der weiteren Behandlung ab
zuwarten.


Zu Wien befinden sich Eheleute, welche gesin=
net
sind, einige Jugend von beyderley Geschlechts
in die Erziehung zu nehmen, diese können erler=
nen
Lesen, Schreiben, latein. französ. italien.
Sprache, sodann die Musik, Singen, Clavier;
Viol. Basset. auch die Harpfen schlagen, Tanzen

und Fechten; was das Frauenzimmer anbetrift,
Nähen, Strücken, Spitzglöckeln, mit Silber
und Gold, auch mit Farben zu stücken, wie auch
nach der Mode zu arbeiten, hier wird noch beyge=
fügt
, um kein Bedenken zu tragen, daß beyder=
ley
Geschlecht eines von dem andern wird abge=
söndert
seyn. Jtem die Musikalien und Jnstru=
menten
werden frey darzu gegeben, so lang als
sie in der Kost sind, jene, welche ein Belieben
hierzu haben, haben sich bey den Verlegern des
wiener. Diarii um das Mehrere zu erkundigen.


Bey Johann Georg Weingandt Buchhändler
in der obern Breunerstraß, im Sulzerischen nächst
dem gräfl. Kavrianischen Haus Nro. 1164. sind
nebst vielen anderen Büchern, Landkarten und
Kupferstichen folgende zu haben:

Le Bret (Joh. Fridr.) Magazin zum Gebrauch
der Staat= und Kirchengeschichte, wie auch des
geistl. Staatsrecht kathol. Regenten in Ansehung
ihrer Geistlichkeit, 2ter Thl. 8. Frankf. 1772.
2. fl. 15. kr. alle 2. Thl. 4 fl. 30. kr.

Freund (der) und Feind ein Lustspiel in 5.
Aufzügen, verbesserte Auflage, 8. Frankf. 1771.
10. kr.

Geschichte des gegenwärtig pohlnischen Krie=
ges
, von seinen Anfange, bis auf den gewaltsa=
men
Königsraub, mit historischen Kupfern, 8.
Augsp. 1772. 24. kr.

Gesellschaftliches Vergnügen, 8. Frkf. 17⟨6⟩9
18. kr.

Theater (das Tragische) der Griechen des So=
phocles
, 1ter Band, und des Euripides 1ter
Band gr. 8. Zürich 1763. 3. fl. 30. kr.

Erzählungen (historische) die Denkungsart
und Sitten der Alten zu entdecken, 8. Zürich
45. kr.

R⟨e⟩isen eines Franzosen, oder Beschreibung
der vornehmsten Reiche in der Welt, herausge=
geben
von dem Hrn. Delaporte, 8ter Thl. 8. Leipz.
1772. 51. kr. alle 8. Theile 6. fl. 54. kr.

Postcharte (neue und vollständige) durch ganz
Deutschland und die angränzenden Provinzen in
XVI. Blättern zusammengefügt, 1. fl. 30. kr.

Posphorus-Thracicus, oder Vorstellung der
Meerenge bey Constantinopel. 24. kr.

Kriegstheatrum, vorstellend Hungarn, Sie=
benbürgen
, Dalmatien, Croatien, Sclavonien,
Bosnien, Servien, Moldau und Wallachey in
4. Blättern zusammgefügt, 1. fl 30. kr.

vorstellend Bosnien, Servien, Dalmatien,
Croatien, Sclavonien, Bu⟨l⟩garien, and einen
Theil von der Wallachey, nebst denen in selben
befindlichen Festungen, in 2 Blättern 36. kr.

Atlas Ducatus Silesiæ generaliter IV Map-
pis
, nec non specialiter XVI. Mappis tot Prin-
cipatus
representatibus geographice exhibitus,
addita Præfatione, qua de Historia hujus at-

[11]

lantis agitur, in lucem emissus ab Homan-
nianis
hære libus Fol. reg. Norimb. 1750. 12. fl.

minor, præcipua orbis terrarum Imperia
tabellis XX. exacte delineatis sistems, usui
militiæ, ducum ac Peregrinantium maxime
accomodatus, opera J. C. Lotteri 4 maj. Aug.
Vind, 1. fl. 30. kr.

idem cum LXXX. Tabellis, ab eod. 4. maj.
ibid. 7. fl.


Den 25. Junii wird im allhiesigen Erzbischof=
hof
in der Armenleutkassa das in der Währingergas=
liegende
zum goldenen Hahn genannte Wirths=
haus
samt aller Zugehör, nebst Wein= und Bier=
schanksgerechtigkeit
, die Ausspeiserey für sam=
mentliche
allda in der christl. Verpflegung ste=
hende
Arme im Contumazhof, sammt Greißler,
Fragner, und Brodsitzerey von 1. Augusti lau=
fenden
Jahrs auf 3. oder mehrere Jahre hin=
durch
dem Meistbietenden gegen Leisung guter
Bürgschaft licitando hindann gegeben. Haben
sich also die hiezu Lusttragende an bestimmten
Tag allda Vormittag von 8. bis 11. Uhr anzumel=
den
, und können sich dieserwegen des weitern in
gedachter Kassa erkundigen.


Wir Burgermeister und Rath der Stadt Wien
geben hiemit den von der Maria Johanna Pa=
saukin
seel. zurückgelassenen Jntestaterben, Glau=
bigern
, dann all denen (welchen daran gelegen)
zu vernehmen. Es sey die Maria Johanna Pa=
saukin
mit Tod abgegangen, und habe ein lezt=
williges
, nur von ihr, und einen Zeugen unter=
schriebenes
Jnstrument zuruckgelassen, worinen
sie §. 4. die Maria Theresia Röglerin gebohrne
Pasaukin in Ansehung der ihr Erblaßerin durch
viele Jahre erwiesenen großen Wohlthaten zur
Universalerbin ernennet hat. Da wir nun, um
hierine sicher vorgehen zu können, für nothwen=
dig
befunden haben, diejenigen vorzuladen, und
anzuhören, welche hierwegen einige Erbsansprü=
che
und Foderungen machen, oder etwann gegen
das gedachte Testament rechtmässige Ausstellun=
gen
anzubringen, und die Erbfolge ab intestato
behaupten zu können glauben möchten So ha=
ben
all jene, welche an der Maria Anna Pasau=
kin
seel. Verlassenschaft einige rechtmässige Fo=
derung
, es sey nun Erbschaft, Schuld, oder an=
derer
Ursachen willen zu haben vermeinen, den
eigens, und zwar für das erste, und leztemal
hiezu bestimmten Tage nemlich den 27. Junii
dieß Jahrs, oder da wir an diesem Tage ande=
rer
Verhindernissen halber nicht zu Rath säßen,
den nächst darauf folgenden Rathstage fruh um
8. Uhr selbst persönlich, oder durch einen hinläng⟨=⟩
lich
versehenen Gewalttrager sogewiß auf unser
und gemeiner Stadt Pupillenraithkammer zu er
scheinen, sich behörig zu legitimiren, und ihre

Ansprüche und Foderungen dazuthun, als in
widrigen Falle auf die ausbleibenden, oder nicht
behörig liquidirenden Erben, Glaubiger, und
Prätendenten keine Rucksicht genohmen, mit der
Abhandlung und Vertheilung des Verlassenschafts=
guts
nach Maßgab des Testaments von Amts
wegen vorgegangen, und dasselbe den in Vor=
schein
kommenden rechtmässigen Erben der Ma=
ria
Johanna Pasaukin seel. unbedenklich über=
lassen
werden, auch den etwa existirenden Schuld=
prätententen
das ewige Stillschweigen auferleget
seyn würde.


Von des landesfürstl. St. Leopoldi Stifts
Oberkammer zu Klosterneuburg wegen, wird hie=
mit
jedermänniglich kund gemacht. Es habe sich
auf den Tod des ab intestato abgelebten Unter=
than
Lorenz Kellner zu Meidling sub Nro. 6. all=
schon
so viele Gläubiger hervorgethan, daß dessen
zurückgelassene Verlassenschaft kaum mehr zuläng=
lich
seyn dörffe dieselbige zu befriedigen; Womit
man demnach Nothgedrungen wurde, einen rich=
tigen
Statum passivum zu Stande zu bringen,
durch gewöhnliche Valvaledicta alle Lorenz Kell=
nerische
Gläubigere der Ordnung nach einzube=
ruffen
. Zu diesem Ende dann wird der 30. Juny
dies Jahrs frühe um 9. Uhr für die erste, anderte,
und dritte auch allendliche Frist sub clausula
præclusi, & perpetui silentii zur dießfälligen
Convocationstagsatzung ihnen Kellnerischen Cre=
ditspartheyen
dergestalten anberaumet und be=
stimmet
, daß alle, so an gesagt ab intestato ab=
geleibten
Lorenz Kellners Verlassenschaft jure
Crediti, aut alio quocunque demum titulo
einige Sprüche und Forderungen haben, oder zu
haben vermeinen, an obbestimmten Tag und
Stund auf der Oberkammer zu Klosterneuburg,
entweder selbst persönlich, oder durch genugsam
bevollmächtigte Gewalttragere also gewiß erschei=
nen
, ihre habende Anforderungen anmelden,
und standhaft liquidiren, wie im widrigenfall,
da deren Schuldenlast die wiederholt Kellnerische
Verlassenschaft absorbirte, die anmeldende Gläu=
bigere
der Ordnung nach claßificiret, den Aus=
bleibenden
, und nicht anmeldenden hingegen aber
das ewige Stillschweigen auferleget, die nicht
liquidirende von dieser Kellnerischen Massa gänz=
lichen
abgewiesen, und anübrigen ex Officio er=
kennet
werden solle, was rechtens seyn wird.
Wornach sich ein jeder zu achten, vor Schaden
zu hütten, und sein Recht zu invigiliren haben
solle.


Von der fürstl. Erzbischöfl. Herrschaft Neun=
kirchen
am Steinfelde Amtskanzley wegen: Wird
hiemit jedermänniglich kund und zu wissen ge=
macht
, den 23ten Brachmonats a. c. Vormit=
tag
um 9. Uhr das allhiesig herrschaftlche freye

[12]

Schildwirthshaus im Thall, zur Schwannen ge=
nandt
, mit zu ebener Erden, und im obern Stock
versehenen Zimmern, Kuchel, Keller, Stallung,
Preßhaus und Stadl, samt= und Umgeld,
dann 4. Joch darzu gehörigen Aeckern in Spiegl,
und 1. Tagwerk detto am Haus an, nebst noch
anderen unweit entlegenen 3. herrschaftl. Tag=
werkäckern
dem Meistbietenden wird in Bestand
verlassen werden. Wer nun solches mit bemeld=
ten
Gründen im Bestand zu nehmen gedenket,
hat sich an obbestimmten Tag und Stund in der
allhiesigen Herrschaftskanzley Neunkirchen am
Steinfelde beliebig einzufinden.


Von der Amtskanzley des kaiserl. Frauenstift
zum heil. Kreuz in Tulln, als Herrschaft Ober=
döbling
, wird hiemit jedermänniglich kund und
zu wissen gemacht: Welchergestalten die nach Ab=
sterben
Konrad Jsaias Denk gewesten Unterthann,
ledig gewardene Behausung an der Nußdorfer=
straß
zu Oberdöbling neben Titl. Herrn von Rohr,
und Leopold Engelbrecht liegend, samt darauf
radicirten Brandweinschanksgerechtigkeit, den
30sten dies laufenden Monats Juny früh um 9.
Uhr, pro 1mo, 2do, 3tio ac ultimo termino
cum clausula præclusi, dem Meistbietenden ver=
kaufet
werden wird. Wer nun vorgemeldt Den=
kische
Behausung käuflich an sich zu bringen,
oder an selber Sprüch, und Forderungen zu ma=
chen
gedenket, kann sich an obbesagten Tag und
Stund in Eingangs erwähnter Stiftsgrundstuben
zu Oberdöbling behörig anmelden.


Von der freyherrl. Waffenbergischen Herrschaft
Mödling vesten Lichtenstein Amtskanzley wegen,
wird hiemit jedermann kund, und zu wissen ge=
macht
. Wasgestalten über die unterm 9. März,
29. August. 16. Sept. 7. Novemb. und 9. Decemb.
vorigen 1771. Jahrs fürgeweste aus Mangel der
Kauflustigen aber jedesmahl fruchtlos abgeloffe=
nen
Licitationstagsatzungen bey der zwischen den
Joh. Georg Held, als Trenckerischen Cessiona-
rium
; dann den gerichtlich verordneten Joseph
Grießbacherischen Hrn. Curatorem ad lites für
den aufgestellten freyherrl. Waffenbergischen Ju-
dicio
Delegato den 21. May dies Jahrs fürgewe=
sten
Tagsatzung verglichen worden, daß auf ein,
oder des andern Theils Anlangen ein allendliches
Licitationsedikt auf 3. Wochen, jedoch mit Ein=
schließung
deren Pfingstferien, und mit der Clau-
sul
, daß im widrigen dem Joh. Georg Held, als
Trenckerischen Cessionario die Wallnerische Wirth=
schaft
nach der Schätzung überlassen seyn solle,
ausgestellet werden solle. Wann nun also auf das
von besagten Joh. Georg Held unterm 23. Curen-
tis
beschehenes Anlangen, und hierüber erlassenes
Decret in eine nochmalig= und all endliche Lici=

tirung sammentlicher Joseph Grießbacherischen
Corporum bestehend in einer zu Enzerstorf am
Gebürg gelegenen Behausung sub Nro. 59. so mit
einem Keller auf 4000. Emmer Wein zu legen
versehen, sammt hierzu gehörigen 10. Pf. Haussätz=
weingarten
, dann 30. Pfund Ueberländweingar=
ten
in der Lucken, oder Mittereggern, 6. Pfund
allda ob Enzerstorf, 23. Pf. Pottendorfer oder
Brunerberg an Minichparz 17. Pf. allda, 18. Pf.
daselbst, 40. Pf. Brunerberg in Leiteln gegen den
Herzogberg, 22. Pf. Gürtler in Rosendorn, 13.
Pf. Krammer oder Hienerkogl, 11. Pf. Langsetz
in Mödlingerfreyheit, und endlichen 4. Tagwerk=
wiesen
in der Goldtruchen, oder Froschenau, wie
nicht minder die über 2000 Emmer vorfindig lehre
Fässer in eisenen Banden, theils brauchbar, theils
unbrauchbar in verschiedenen Gattungen gewilli=
get
, und zu dem Ende hierzu der 24. Juny dies
Jahrs mit Einschließung deren inzwischen fallen=
den
Pfinstferien zur allendlichen Frist hiemit an=
beraumet
worden. Als haben diejenige, welche
ein= und anderes von vorspecificirten Corporibus
zu erkaufen gedenken, an obbestimmten Tag früh
von 9. bis 12. Nachmittag von 3. bis 6. Uhr in
besagter Behausung Nro. 59. zu Enzerstorf zu er=
scheinen
, wozu auch die sämmtliche Joseph Grieß=
bacherische
Creditores nebst Mitbringung anstän=
diger
Käufern dergestalten fürgefordet werden,
wie im widrigen bey nicht vorhandenen Käufern
dem obbemeldten Held als Trenckerischen Ces-
sionario
diese Corpora nach der Schätzung über=
lassen
seyn soll.


Das fürstl. Stiftamt des Jungfrauenklosters zu
Trebnitz ꝛc. citiret hierdurch öffentlich 1. den seit
13. Jahren abwesenden in kön. Artilleriediensten
gestandenen, aus groß Commerawe Trebnitzischen
Creyses gebürtigen Martin Eichner, 2do die seit
40. Jahren abwesenden aus der Obermühle bey
Deutschhamer Trebnitzischen Creyses gebürtige Ge=
brüdere
Ferdinand und Franz Hentschel wovon sich
einer in Ostindien, der andere in Mähren bey Ni=
kelsburg
befinden soll. 3. Den seit 29. Jahren ver=
schollenen
aus Deutmansdorf Löwenbergischen
Creyses gebürtigen angeblich bey dem hochlöbl von
Münchausischen Regimente en⟨g⟩agirt gewesene Je=
remias
Kriebel, oder dessen Erben binnen Dato
und 12. Wochen insbesondere aber auf den pro
Termino ultimo & peremptorio angesetzten 6.
Julii a. c. auf den fürstl. Stiftsamte zu Trebnitz zu
erscheinen ihr in Administration gebliehenes Ver=
mögen
zu erheben, im Fall ihres Außenbleibens aber
zu gewärtigen, daß sie pro mortuis declariret, und
das Vermögen, denen sich meldenden nächsten An=
verwandten
extradirt und zugeschlagen werden soll.
Trebnitz den 3. Apil 1772.

[13]

Londen, den 26. May.

Der König hat seinen dritten Sohn, den
Prinzen Friederich zum Großmeister
vom Bades=Orden ernannt, und dessen
Einsetzung in diese Würde zu Westmünster
auf den 15ten künftigen Monats anberaumt,
an welchem Tage 13 andere Riter daselbst
werden installirt werden, und sind selbige
der Graf von Bellamont; Lord Clive;
die Ritter Traper, Man, Moore, Lind=
say
, Coote, Montayn, Payne, Lynch,
Hotham, Hamilton und Keith. Unserm
Ministerium soll der Fürst von Masserano
die Vorstellung gethan haben, wie der ka=
tholische
König, sein Herr, nicht mit ge=
lassenem
Gemüthe ersehen würde, daß die
Engelländer in Südamerika neue Entde=
ckungen
zu häußlichen Niederlassungen da=
selbst
versuchten. Dieser Vorstellung zu=
folge
hätte der hiesige Hof auf den Pro=
jekt
, die Herren Banks und Solander da=
hin
abgehen zu lassen, verziehen. Da man
indessen keine andere Absichten hat, als
nützliche Entdeckungen für die Schiffahrt
überhaupt, auch Untersuchungen unter den
Landesprodukten in den dasigen Gegenden
anzustellen, so läßt sich hieraus ermessen,
daß daher für keine Macht böse Folgen,
sondern ein allgemeiner Vortheil für alle
handlende Völkerschaften entstehen könnten.
Dies ist der Endzweck, um dessen Willen
das Parlament bey dermaliger Sitzung
4000 Pf. Sterl. zu dergleichen Entdeckun=
gen
ausgeworfen hat.

Das ostindische Kompagnieschiff, der
brittische König, ist, von China kommend,
zu Douvres eingelaufen. Man versichert,
daß der Befehlshaber der engelländischen
Kriegsvölker aus Coromandel in Asien,
welcher bis zu der Hauptstadt Tanja⟨o⟩r vor=
gedrungen
war, und die Belagerung der=

selben vorzunehmen sich gefaßt, m⟨it⟩
dem dasigen Fürsten eine Kapitulation ein=
gegangen
sey, und unsere Truppen, nach=
dem
er den Frieden mit ihm geschlossen,
sofort nach Madras zurückkehren sollten.
Besagter Fürst hatte sich geweigert, den
Englländern einen gewissen jährlichen Tri=
but
zu entrichten. Hierauf wurden die
Zwangmittel wider ihn und seine Lande be=
werkstelligt
. Vermuthlich hat er die Lun=
ten
gerochen und sich in diesem Stücke
den Forderungen der Engelländer gefüget,
um den ihm androhenden Streichen aus=
zuweichen
.

Jn dem Unterhause sind am 22sten un=
terschiedliche
Bills berichtigt worden. Der
Ausschuß, welcher im Auftrage hat, den
Zustand und die Beschaffenheit der ostin=
dischen
Handlungsgesellschaft zu untersuchen,
ist mit diesem Geschäfte zu Ende gekom=
men
, und macht nun seinen Bericht fertig,
um selbigen dem Hause vorzulegen, welches
sofort eine Bill darüber abfassen wird.

Londen, den 29. May.

Der König hat bey dem Kriegsetat eine
ansehnliche Beförderung vorgenommen.
Sechszehn Generallieutenants sind zum Ge=
neralsgrade
gelanget, unter welchen die Her=
zoge
von Ancaster und von Kingston, Lord
Talmouth, die Grafen von Harcourt, von
Pawis, von Sandwich, von Albemarle,
von Waldegrave, auch des Königs Bruders,
der Herzog von Glocester, gezählet werden.
Es heißt, Se. königl. Hoheit würden ehe=
stens
zum Generalissimus oder höchsten
Officier bey den königl. Armeen ernannt
werden. Der Hof erwartet noch einen
Kourier von seinem Minister zu Koppen=
hagen
, Ritter Keith, und alsdann werden
die Kriegschiffe welche nach Dännemark
abzugehen beordert sind, um die königl.
Jachten zu begleiten, an derer Bord die

[14]

Königinn Carolina Mathilda sich nach Sta=
de
⟨beg⟩eben ⟨s⟩oll, nach ihrer Besti⟨mmun⟩g
auslaufen. Uebermorgen wird Herr Gun=
⟨nin⟩g
nach seinem G⟨e⟩sandschaftsposten an
dem kaiserl. Hofe nach Petersburg abgehen.
Lord Li⟨g⟩onier und verschiedene andere Of=
ficiere
bey den Truppen in Jrland sind zu
ihren Regimentern abgegangen.

Am 26sten hat sich hier eine Begeben=
beit
ereignet, die allenfalls Folgen nach sich
ziehen dörfte. Der Obriste Luttrell Par=
lamentsglied
für die Grafschaft Middlesex,
kam an der Spitze von 4 bis 5000 Hand=
werksleuten
, die ausgelegte Arbeit ma=
chen
, in das Unterhaus, und übergab eine
Bittschrift von Seiten dieser Leute, welche
sich beschweren, daß eine erstaunliche Men=
ge
Schänker, Stühle, Spiegel, und der=
gleichen
Geräthe aus Frankreich in hiesi=
ges
Königreich gebracht werde, unter dem
scheinbaren Vorwande, sie seyn zum eige=
nen
Gebrauch gewisser ausländischer Mini=
stere
bestimmet, da doch vieles von solchem
Geräthe zum Nachtheil besagter Handwerks=
leute
hernächst unter das Publikum ge=
bracht
würde. Sie stehen bey der Kam=
mer
an, diesem gefährlichen Unterschleife
abzuhelfen. Lord North gestand, diese
Klage wäre von äußerster Erheblichkeit, und
würde derselben für gewiß abgeholfen wer=
den
, es sollten Befehle abgegeben werden,
zu verhindern, daß die wirklich angehalte=
nen
Geräthe, die als einem Minister zu=
ständige
Sachen angegeben seyn, nicht
käuflich veräußert werden möchten. Er
versprach, daß man solche verdeckte Ein=
führungen
nicht mehr zugeben, sondern alle
mögliche Wachsamkeit gebrauchen würde,
um alles so sich von dieser Art dermalen
hier vorfinden sollte, wegzunehmen; die
Kammer könnte aber, da ihre Sitzung zu
Ende gehet, keine Akte zu Abhelfung der
Klage abfassen. Diese Zusage war hin=
länglich
und hierauf begaben sich die Hand=
werksleute
sehr ruhig zurück, und da diese An=
gelegenheit
die auswärttgen Gesandtschaften
überhaupt angehet, so wird man sonder
Zweifel die Freyheiten anführen, welche
das Völkerrecht den mit öffentlichem Cha=

rakter bekleideten Personen verstattet; allein
die engelländischen Ministere sind fest ent=
schlossen
, zu behaupten, daß solche Frey=
heiten
sich allhier fürs Künftige nur auf je=
ne
Artikeln erstrecken sollen, die zum eigenen
und besondern Gebrauch Jhrer Excellenzen
und ihres Gefolges für nöthig werden ge=
halten
werden. Die Sache dörfte also zu
⟨Er⟩lauterungen zwischen den hiesigen und den
ausländischen Ministern Anlaß geben.

Man vermuthet, die Bill betreffend
Angelegenheiten der ostindischen Handlungs=
gesellschaft
, werde zur künftigen Parlaments=
sitzung
ausgesetzt werden.


Wir Bürgermeister, und Rath der Stadt Wien,
geben hiemit dem Karl Augus. Jänsch einen Mül=
lerjunge
, und all jenen, denen daran gelegen ist,
zu vernehmen. Es haben uns die N. N. Herrn
Directoren, und Beysizer bey den Stadtgerich=
ten
der kön. Haupt= und Residenzstadt Breßlau,
mittels Schreiben vom 1. und præs. 27. des jüngst=
verflossenen
Monats May ersuchet, ihm bereits
vom 1742. von dannen abwesenden Jänsch durch
die öffentliche Zeitungsblätter kund zu machen,
daß er falls er noch lebte, allenfals seine eheli=
chen
Leibeserben binnen 3. Monaten, und zwar
langstens den 31. Jäuner 1773. als an dem letz=
ten
, und ausschlüssenden Termin an gewöhnlicher
Gerichtsstelle daselbst erscheinen, oder gewärtigen
soll, daß er für Tod erklärt, und dessen Vermö=
gen
den angegebenen nächsten Erben ab intestato
verabfolget würde. So man hiemit hat kund,
und zu wissen machen wollen.


Den 23. Juni und nachfolgende Täge Vor=
mittag
von 9. bis 12, Nachmittag von 3. bis
6. Uhr werden in der Tainfaltstraßen von Klep=
perstall
herüber in dem Graf Kobenzlischen Haus
Nro. 64. im ersten Stock verschiedene Effekten,
als prokatelene und andere Spalier, Soffa,
Sesseln, Canapee, verschiedene Kästen, und =
cherkästen
, ein Trum⟨eau⟩ und Trumeautisch,
Lustres, Bilder, ein Ben⟨du⟩eluhr ein ganz Mo=
nat
gehend, etwas Japonisches Porcellain, Beth=
stätt
sammt Bethgewand, Caminzeug, und Ei=
senwerk
gegen baarer Bezahlung licitando hin=
dangegeben
werden.


Von des erzbischöfl. wienerischen Konsistoriums
wegen: wird hiemit jedermann zu wissen gemacht,
daß der Franz Xav. Rolle ein weltl. Priester allhier
des Todes verfahren, und ein letztwillig mündli=
ches
Geschäft zurückgelassen, in welchen er zu sei=

[15]

nem Erben den Leopold Heissenhuth zu seinem
Erben benennet habe, damit nun die Abhandlung
gepflogen werden könne, so hat der dem eingesetz=
ten
Universalerben zugegebene Curator ad actum
gebetten, nicht nur allein die Gläubiger zu be=
ruffen
, sondern auch alle, welche auf diese Ver=
lassenschaft
, Erbschaftshalber Sprüche zu ma=
chen
gedenken vorzuladen, zu diesem Ende ist auf
den 8. Julii Nachmittag um 2. Uhr eine Tag=
satzung
angeordnet worden, bey welcher alle, die
eine Forderung es sey Erbschafts= oder Schulden
halber machen wollen, an obbestimmten Tag, und
Stund in der erzbischöfl. Konsistorialkanzley also
gewiß zu erscheinen, und ihre Sprüche, und For=
derungen
entweder persöhnlich, oder durch hierzu
genugsam Bevollmächtigte, wie es sich zu Recht
gebühret, anzumelden haben, als im widrigen
die Ausbleibende nicht mehr gehöret, sondern mit
ihren Sprüchen, und Anforderungen auf allzeit
abgewiesen, und ausgeschlossen seyn sollen.


Wir N. N. Superintendenden und Spitlmei=
ster
des Burgerspitals in Wien geben hiemin je=
dermann
, sowohl An= als Abwesenden zu verneh=
men
: Es seye nach Testatabsterben weyl. Herr
Joseph Balthasar Schweitzer sel. gewest Burger=
spitals
=Zehendhandlers, und behausten Mitnach=
bars
am Spitlberg zu Ausfindigmachung des et=
wa
vorhandenen æris alieni, und wegen sicherer
Abhandlung der Verlassenschaft auf Anlangen der
sämtlich instituirten Universalerben und den 14ten
dies ergangenen Verordnung für nöthig befunden
worden, die sämtlich sowohl inn= als ausser Land
befindliche Glaubigere zur Anmeld= und Liquidi=
rung
ihrer zu stellen habenden Forderungen ge=
richtlich
vorzuladen und einzuberufen. Da nun
hierzu der 15te künftigen Monats July dies Jahrs
Vormittag um 9. Uhr zur Anmeldungstausatzung
zu allendlicher Frist bestimmet worden. Solchem=
nach
werden all= und jede, welche an des gedach=
ten
Herrn Josph Balthasar Schweizer sel. Ver=
lassenschaft
einige Sprüche und Anforderungen
ex quocunque titulo zu stellen haben, an ⟨ob⟩be=
stimmten
Tag und Stund in der Burgerspitals
in Wien Grundstube entweder selbst persönlich,
oder durch genugsam bevollmächtigte Gewalttra=
gere
alsogewiß zu erscheinen, ihre Forderungen
anzumelden und gehörig zu liquidiren haben, wie
im widrigen die gemeldte Verlassenschaftsabhand=
lung
dennoch vorgenohmen, den instituirten Uni=
versal⟨e⟩rben
das vorhandene Vermögen eingeant=
wortet
, auch sonsten was Rechtens ist ex Offi-
cio
fürgekehret werden solle.


Wir Burgermeister und Rath der Stadt Wien
geben hiemit jedermann zu vernehmen: Es s⟨ey⟩
der Balthasar Witzich gewest. burgerl. Weinwirth
mit Tod abgegangen, und daher, um mit der
künftigen Verlassenschaftsabhandlnng sicher vor=

gehen zu können, für nothwen⟨dig⟩ befunden ⟨wor⟩=
den
, di⟨ejenig⟩en vorzuladen und an⟨zuhören⟩, ⟨w⟩el=
che
an diese Verlassenschafteinige Ansprüche
und Forderungen haben möchten.Da wir nun
entschlossen sind, eben diese Sprüche und F⟨orde⟩=
rungen
an dem eigenus, und zwarfür das⟩ ⟨erste,
und letztemal hinzubestimmten Tag,nämlich den
10ten Ju⟨l⟩y dies Jahrs, oder da wirdiesen Tag
anderer Verhindernißen halber nicht zu ⟨Ra⟩th
sässen, den nächst darauf folgenden R⟨athsta⟩g
früh um 8. Uhr zu hören, und zu verne⟨hmen⟩.
So haben alle jene, welche an des Balthasar
Witzich seel. Verlassenschaft eine rechmäßige For=
derung
, es sey um Erbschaft, Schuld, oder an=
derer
Ursachen willen zu haben glauben, den be=
stimmten
Tag selbst persönlich, oder durch einen
hinlänglich versehenen G⟨e⟩walttrager so gew⟨iß⟩vor
uns zu erscheinen, sich behörig zu legitimiren,
und ihre A⟨n⟩sprüche, und Forderungen darzu⟨t⟩hu⟨n⟩,
als im widrigen Falle auf die ausbleibenden, oder
behörig liquidirenden Erben, Glaubiger,und nicht
Prätendenten keine Rucksicht genohmen, m⟨it⟩ der
Abhandlung und Vertheilung des Verla⟨ss⟩en=
schaftsguts
von Amtswegen vorgegangen, und
dasselbe den etwann vorkommenden Erben unbe=
denklich
überlassen werden würde.


Wir Bürgermeister und Rath de. Stadt Wien,
geben jedermann zu venehmen. Es sey der Jo=
hann
Stußi gewesener FeldschereramTod abge=
gangen
, und daher um mit der künftigen Ver=
lassenschaftsabhandlung
sicher vorgehen zu kön=
nen
, für nothwendig befunden worden, diejeni=
gen
vorzuladen, und anzuhören, welche an diese
Verlassenschaft einige Ansprüche und Forderungen
haben möchten. Da wir nun ent⟨schloss⟩en sind,
eben diese Sprüche und Forderungen an dem ei=
gens
, und zwar für das erste und leztemal hiezu
bestimmten Tag nemlich den 15. Julii dieß
Jahrs, oder da wir diesen Tag anderer Verhin=
dernissen
halber nicht zu Rath säßen, den nächst=
darauf
folgenden Rathstag fruh um 8. Uhr zu
hören, und zu vernehmen. So haben alle jene,
welche an des Johann Stußi seel. Verlassenschaft
eine rechtmäßige Forderung, es sey um Erbschaft,
Schuld, oder anderer Ursachen willen zu haben
glauben, den bestimmten Tag selbst persönlich,
oder durch einen hinlänglich versehenen Gewalt=
trager
so gewiß vor uns zu erscheinen, sich be=
hörig
zu legimiren, und ihre Ansprüche und For=
derungen
darzuthun, als im widrigen Falle auf
die ausbleibenden, oder nicht behörig liquidiren=
den
Erben, Gläubiger, und Prätendenten keine
Rücksicht genohmen, mit der Abhandlung, und
Vertheilung des Verlassenschaftsguts von Amts=
wegen
vorgegangen, und dasselbe den e⟨t⟩wa vor=
kommenden
Erben unbedenklich überlassen wer=
den
würde.

[16]

Nachricht.

Die allergnädigste privilegirte Realzeitung der
Wissenschaften, Künste, und der Commerzien in
Wien hat nun in das 3te Jahr ihren Fortgang.
Der Endzweck des Unternehmers war die Werke
der besten Künstler neu erfundene Maschinen, neue
Entdeckungen über die Landwirthschaft über den
Bergbau, und die Haushaltungskunst bekannt zu
machen, alle diesem Endzwecke zusagende Modelle
anzuschaffen, alle Preißfragen der europäischen
Akademien anzukündigen, und das Publikum mit
genau= und richtig verfertigten Jnstrumenten und
Modellen um mäßige und billige Preise zu bedie=
nen
. Zu diesem Endzweck wird wöchentlich eine
Realzeitung ausgetheilet, in welcher Auszüge aus
allen allerhöchsten neuen Verordnungen, die Preise
der Lebensmittel, und der Waaren, die zu Triest
ein= und auslaufende Schif⟨l⟩e sammt ihren La=
dungen
, Beurtheilungen über die hier und aus=
wärts
herauskommende wichtige Schriften, Thea=
tralnachrichten
, Abhandlungen, so die vaterlän=
dische
Geschichte betreffen, u. f. w. eingerückt
werden. Künftighin wird man diesem Blatte
einen neuen Artickel einrücken, welcher die Künste
als die Mahlerey, Bildhauer, Zeichnungs= und
Kupferstecherkunst zum Gegenstande haben solle.
Und ist die Zahl der Pränumeranten einmal groß
genug, um den Verleger in Ansehen seiner Unkö=
sten
schadlos zu halten; so verspricht er, daß je=
dem
Blatte eine unter der Regierung unserer glor=
würdigsten
Monarchen herausgekommene Denk=
münze
in Kupfer gestochen, sammt der Beschrei=
bung
beygelegt werden wird, aus welcher mit der
Zeit ein eben so angenehmes Werk wie die Me=
daillengeschichte
Ludwigs des XIV. ist, entstehen
kann. Einen jeden der seine Talente, Beschäfti=
gungen
und Werke bekannt zu machen suchet,
wird dieses, wenn es Postfrey an das kais. kön.
priv. Comtoir der Wissenschaften, Künste und
Commerzien einschicket, mit Vergnügen gestattet.
Die Gesellschaft, welche die Verfertigung dieser
Zeitung unternommen, und wovon das erste
Stück bereits den 5. Novemb. 1770. in Median
8. auf guten Papier mit guten Lettern gedruckt er=
schienen
ist, bestehet aus hiesigen, und den andern
in kais. kön. Erbländern sich aufhaltenden und
auswärtigen Gelehrten. Der Subscriptionspreis
allhier ist des Jahrs 4. fl. auswärtige Liebhaber
können sich dieser Zeitung halber an das hiesige
kais. kön. Obristhofpoßtamt wenden, welches ih=
nen
dieses Blatt für 6. fl. übermachen wird, und
auf Verlangen vom Anfang⟨s⟩ an überlassen
kann.

Bey Joseph Kurzböcken, k. k. Orient. Hofbuch=
druckern
und Universitätsbuchhändlern sind in
seinem Bücherkomtoir am Hofe folgende Bücher
zu haben:

Des Freyherrn Gerhards van Swieten beyder
röm. k. k. Maj. Raths und ersten Leibarztes ꝛc.
Erläuterungen der Boerhavischen Lehrsätze von
Erkänntniß und Heilung der Krankheiten, 4.
Franzbände, 4. 21. fl.

Der röm. k. k. Akademie der Wissenschaften
auserlesene medicinisch=chirurgisch= anathomisch=
chymisch
= und bothanische Abhandlungen, 20.
Thl. in 10. Franzb. 4. Nürnberg 1771. 32. fl.

Hübners Staatszeitungs= und Conversations=
lexikon
, gr. 8. Regensp. 1765. geb. 4. fl. 30. kr.

Natur=Kunst=Berg=Gewerk= und Hand=
lungslexikon
, gr. 8. Leipzig. 5. fl.

Konrad Geßner Fischbuch, das ist ausführli=
che
Beschreibung und lebendige Conterfaitur
aller und jeden Fischen, mit Figur. Fol. Erfurt
1598. geb. 8. fl.

Museum Rusticum & Commerciale, oder
auserlesene Schriften den Ackerbau, die Hand=
lung
, die Künste und Manufakturen betreffend,
10. Thl. Leipz. 1764. in 6. Franzb. 10. fl.

Plinius Naturgeschichte übersetzt von J. D.
Denso, nebst dem dazu gehörigen Wörterbuch,
4. Rostock 1766. 3. Bände. 8. fl.

Anwendung der feinern Mathematik auf die
Physik und Artillerie von P. Barth aus der G.
J. und öffentl. Lehrern der Mathematik, mit
Kupf. gr. 8. München 1772. 1. fl. 30. kr.

Hrn. Paul von Stetten Erläuterungen der in
Kupfer gestochenen Vorstellungen aus der Ge=
schichte
der Reichstadt Augspurg in historischen
Briefen an ein Frauenzimmer, 4. Augspurg
1765. 7. fl.

Denkmäler des alten Roms, oder Sammlung
der vornehmsten und noch in Rom vorhandenen
Alterthümer nach Barbaults Zeichnungen, nebst
einer Erklärung derselben aus dem Französ. mit
sehr vielen Kupf. gr. Fol. Augsp. 1767. 9. fl.

Vier Stücke von der Religionslehre, vefasset
von einem hohen Bischoffe in unsern Gegenden,
4. Wien 1772. 24. kr.

Jugendfrüchte des k. k. Theresianums, oder
Sammlung verschiedener poetisch und prosaischer
Aufsätze der hochadelichen Jünglings von 14. bis
17. Jahren unter Anleitung und Kritik ihre⟨r⟩
Lehrer des k. k. Theresianums, 1ter Band 8.
Wien 1772. 1. fl.

Biblische Lieder, übersezt von P. Riedl. S.
J. 8. Wien 1772. 30. kr.

Der christliche Weltweise in der Allgegenwart
Gottes, 8. Wien 1772. geb. 17. kr.

Historire de l'Academie Royale de Sciences,
chaqueVol,3. fl. 30. kr à Paris 4.32. Vol.
96. fl.

[17]

Wir Joseph Georg Hörl, Jhro k. k. apstol.
Majest. Stadt= und Landrichter in dero Haupt=
und
Residenzstadt Wien, dann N. und N. ge=
sammte
Beysitzere des k. k. Stadt= und Landge=
richts
allda, thuen in Kraft gegenwärtig offenen
Edikts allen und jeden, so daran gelegen kund
und zu wissen; Wasgestalten der Johann Kirrer
burgerl. Fleischhackermeister allhier wegen über=
häuften
Schulden Cessionem bonorum ange=
meldet
, dahero dann die Nothwendigkeit erfor=
deret
ein in dergleichen Fällen gewöhnliche Ein=
beruffung
deren gesamt diesfällig sowohl inn= als
⟨e⟩twa ausser Landes befindlichen Creditspartheyen
anzuordnen, um damit die behörige Abhandlung
vorgekehret werden möge. Solchemnach wird
hiemit all und jeden des obgedachten Kirrer Glau=
bigern
zur Anmeldung ihrer habenden Sprüch=
und
Anforderungen eine Tagsatzung pro termino
1mo, 2do, & 3tio peremptorie von unten ge=
setzten
Dato an und zwar mit Einschließung de=
ren
entzwischen fallenden Pfingstferien auf den
15ten des künftigen Monats July dieß Jahrs
früh um 1. Uhr auf den k. k. Stadtgericht ent=
weders
persönlich oder durch genugsam Bevoll=
mächtigte
alsogewiß zu erscheinen bestimmet, wie
im widrigen die ausbleibend und sich in bestimm=
ter
Zeit nicht anmeldende Glaubigere mit ihren
Sprüche⟨n⟩ nicht mehr angehört, sondern von des
mehr wiederholten Johann Kirrer vorhandener
Habschaft und Vermögen völlig ausgeschlossen
seyn, auch hieran nicht das geringste mehr bey
ewigen Stillschweigen zu forderen haben sollen,
wornach sich dann ein jeder zu richten, und sein
Recht zu besorgen wissen wird.


Von des Löbl. Stifts, und würdigen Gottes=
hauses
unser lieben Frauen zum Schotten in Wien
Grundgerichts wegen wird hiemit zu verneh=
men
gegeben. Es erfodere die Nothdurft,
daß jene, welche an dem entwichenen Joh. An=
dreas
Hierold, gewesten Weinwürth beym rothen
Löwen am Neustift was zu fordern haben, diese
ihre Forderungen nicht nur anmelden, sondern
auch richtig erweisen sollen. Dar⟨u⟩m zu dieser
Anmeldung und Erweisung mit Einbegriff der
Pfingstferien der 14. Tag künftigen Monats July
fruh um 9. Uhr in hiesiger Stiftskanzley zu er=
scheinen
bey Bedrohung des ewigen Stillschwei=
gens
bestimmet worden ist als wird dieses al=
len
hieran Theilnehmenden zur Nachricht und
Warnung hiemit erinnert.


Wir Bürgermeister und Rath der Stadt Wien
geben hiemit jedermann zu vernehmen. Es sey
der Franz Wilhelm Frey gewest burgerl. Schloßer=
meister
alhier mit Tod abgegangen, und daher
um mit der künftigen Verlassenschaftsabhandlung
sicher vorzugehen zu können, für nothwendig be=

funden worden, diejenigen vorzuladen, und an=
zuhören
, welche an diese Verlassenschaft einige
Ansprüche und Foderungen haben möchten. Da
wir nun entschlossen sind, eben diese Sprüche,
und Foderungen an dem eigens, und zwar für
das erste, und letztemal hiezu bestimmten Tag,
nemlich den 13. Julii dieß Jahrs, oder da wir
diesen Tag anderer Verhindernissen halber nicht
zu Rath sässen, den nächst darauf folgenden
Rathstag fruh um 8. Uhr zu hören, und zu ver=
nehmen
. So haben alle jene, welche an des
Franz Wilhelm Frey seel. Verlassenschaft eine
rechtmässige Foderung, es sey um Erbschaft,
Schuld, oder anderer Ursachen willen zu haben
glauben, den bestimmten Tag selbst persönlich,
oder durch einen hinlänglich versehenen Gewalt=
trager
sogewiß vor uns zu erscheinen, sich behö=
rig
zu legitimiren, und ihre Ansprüche und Fo=
derungen
darzuthun, als im widrigen Falle auf
die ausbleibenden, oder nicht behörig liquidiren=
den
Erben, Gläubiger, und Prätendenten keine
Rucksicht genohmen, mit der Abhandlung, und
Vertheilung des Verlassenschaftsgut von Amts
wegen vorgegangen, und dasselbe den etwann
vorkommenden Erben unbedenklich überlassen
werden würde.


Bey Emerich Felix Bader in der Bognergass⟨e⟩
nächst dem Todenkopf ist zu haben:

Le Bret (Joh. Fried.) Magazin zum Gebrauch
der Staaten und Kirchengeschichte, wie auch
des geistl. Staatsrechts kathol. Regenten in An=
sehung
ihrer Geistlichkeit, 2ter Thl. gr. 8. Frkf.
1772. 2. fl. 15. kr. alle 2. Thl. 4. fl. 30. kr.

Wasserberg (Franz Xav. v.) von dem Nutzen
und der Weise die Luft rein, und die Städte u.
Häuser sauber zu halten, besonders bey Gefahr
ansteckender Krankheiten, 8. Wien 1772. 12. kr.
geb. 17. kr.

Sinds (J. B. von) Abhandlung vollständige
von der Rehkrankheit der Pferde ꝛc. 8. Frankf.
1770. 30. kr.

Guyots (Hrn.) neue physikalische und ma=
thematische
Belustigungen, oder Sammlung von
neuen Kunststücken zum Vergnügen mit dem Mag=
nete
, mit den Zahlen aus der Optick sowohl als
Chymie. 2. Thl. mit Kupf. 8. Augsp. 4. fl.

Nachricht (nöthige und zuverläßige) von de=
nenjenigen
Stücken aus dem Pflanzenreiche, wel=
che
in den Apothecker der meisten Länder Euro=
pens
aufbehalten werden müssen, zum Gebrau=
che
der Apotheken verfertiget. 8 Dreßd. 1. fl.

Vollets (Hrn. Abt) Kunst physikalische Ver=
suche
anzustellen, oder Anweisung für die Lieb=
haber
der Naturlehre, 3. Bände, 8. Leipz. 1771.
4. fl. 30. kr.

Medicus (Friedr. Casimir) Sammlung von
Beobachtungen aus der Arzneywissenschaft, 2.
Bände, gr. 8. Zürich 1764. 4. fl.

[18]

Lorry (Annäus Karl) von der Melancholie,
und den melancholischen Krankheiten, 2. Bän=
de
, gr. 8. Frankf. 1770. 4 fl.

Lanahans (Daniel) von Krankheiten des Ho=
fes
und der Weltleute, 8. Bern 1770. 51. kr.

Schule (die) des Menschen, oder Betrach=
tungen
des Todes in Sinnbildern in 30. V⟨o⟩r=
stellungen
in Kupfer gestochen, 8. Frankf. 1772.
1. fl. 8. kr.

Wietrowsky (P. Maximil.) lehrreiche Weiß
und Art ein still, und ruhiges Leben im Kloster
zu führen. 8. Augsp. 1739. 20. kr.

Schauenburgs (P Francisc.) liebenswürdig=
stes
Herz