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Wienerisches Diarium

Nr. 53, 5. Juli 1775

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[1]

Madrid den 30. May.

Nach den so eben aus Car=
tagena
eingegangenen
Nachrichten, waren die
verschiedenen Geschwa=
der
alle daselbst vereinigt, und die Schiffe
mit allen Erfordernissen vesehen, so daß
die Abfahrt der ganzen Florte auf heute,
als am Feste des heiligen Ferdinands,
anberaumt worden. Es heißt immer, sie
werde die Segel nach Algier richten, so
aber der Erfolg erst erweisen wird. Das
Kriegsmanifest ist noch nicht verlautbart;
wohl aber hat der König ein neuntägi=
ges
öffentliches Gebeth, und in allen Pfar=
ren
einen feyerlichen Umgang, mit Zu=

ziehung der Ordensgeistlichen, auch Bey=
wohnung
der Dikasterien, verordnet, um
von dem Allmächtigen einen glücklichen
Ausschlag einer so wichtigen Unterneh=
mung
zu erflehen. Mit dieser Andacht
ist am vergangenen Freytage der Anfang
gemacht worden.

Außer den bereits bekannten beyden
Befehlshabern zu Lande und zu Wasser,
den Herren O = Reilly und Casatelly, hat
der König dem Generallieutenant, Don
Riccardos, das Kommando von der Ka=
vallerie
, die aus 6000 Mann bey dieser
Ausführung bestehet, anvertraut.

Londen den 16. Brachm.

Ein von Neuyork den 7. May abge=
gangenes
Schif ist am 13. dieß zu Dou=
vres
vor Anker gelaufen, und bringt
frischere Nachrichten, als das am 12.

[2]

angekommene Packetboot, so zween Ta=
ge
vor demselben abgegangen. Alles war
daselbst in der größten Verwirrung. Nach
dem Auftritte zu Concord, wurden 12
Delegirte ernannt, um von Seiten der
Kolonie Neuyork dem Generalkongresse zu
Philadelphia am 10. May beyzuwohnen.
Kaum war der Gouverneur von der Pro=
vinz
, Herr Tryon, aus England in dem
Hafen zu York angekommen, da ließ
man ihm sagen, er würde in dieser Ei=
genschaft
nicht aufgenommen werden,
und dörfte sogar nicht aus Land kommen;
aus Achtung aber die man gegen ihn
trüge, sollte ihm kein Leid widerfahren,
und er könnte mit den Seinigen unge=
stöhrt
wieder abfahren, wozu er sich
dann auch angeschickt hätte. Der Kapi=
tain
von diesem Schiffe kam unverweilt
mit seinen aufhabenden Briefschaften an
das Ministerium hieher, übergab sie an
der Behörde, und am 14. wurde dersel=
ben
Jnhalt in einer grossen Rathsversam=
lung
zu St. James erwogen. Man will
wissen, es sey darinn beschlossen worden,
einen neuen auf die Proposition des Lord
Norths vom 20. jüngstverwichenen Hor=
nung
sich füssenden Versuch zu einem
Vergleiche zu machen, und wann dieses
einzige und letzte Ausgleichungsmittel die
Amerikaner nicht auf bessere Gedanken
bringen sollte, so wird man sie als Re=
bellen
behandeln. Dieses soll man ihnen
ehestens bekannt machen, und noch in
dieser Woche neue Verhaltungen an den
General Gage fertigen, mittels welcher
derselbe den Kolonien den Aussöhnungs=
plan
des Ministeriums vorlegen, und
alsdann nach den Erklärungen der Ko=
lonien
zu Werke gehen wird. Es ist wahr
daß befagter General die Stadt Boston
in Händen hat, allein, es ist ein Unglück
daß er den Rest der Kolonie, imgleichen
alle übrigen Kolonien besorget, und sich
nicht durch Detaschemente entkräften
darf. Was von Truppen in Candia,
Florida, und an den übrigen äußersten
Gegenden des weitschichtigen festen Lan=
des
in den Standquartiren ist, hat er
zu sich entboten, und andere Maßneh=

mungen getroffen, in Erwartung der
neuen Verstärkungsvölker aus England,
die zum Theil daselbst angekommen wa=
ren
. Bey dieser mißlichen Lage der Sa=
chen
in den Kolonien, hat der Hof dem
Grafen von Sandwich aufgetragen, er
soll bey seiner Revüe des Seewesens
auf den Fall, da mehrere Kriegsschiffe
nach Amerika gesendet werden müßten,
wirklich das nöthige vorkehren. Auch
wird in den sämmtlichen Provinzen Eng=
lands
die Militz auf die Beine gesetzt wer=
den
, um die Detaschementer zu erjetzen,
die man aus den drey Königreichen nach
eben derselben Bestimmung abzuschicken
gezwungen seyn würde. Jndessen sagt
man, das Gutachten des königl. gehei=
men
Raths sey bey weitem nicht einstim=
mig
in den Maßnehmungen, die man in
Ansehung der Kolonien bewerkstelligen
will.

Es ist noch aller Anschein vorhanden,
daß diese Unruhen für einen oder den
andern Theil eine traurige Wendung ge=
winnen
werden. Zu York hat jedermann
die Waffen ergriefen, und die Artillerie
ist aus der Stadt, 18 Meilen von da,
in Sicherheit gebracht. Die Handlung
war gänzlich eingestellt, und viele Fa=
millen
begaben sich auf das Land. Vir=
ginien
ist dem Beyspiele von York ge=
folgt
, und hat den dasigen Gouverneur,
Lord Dunmore, höflichst gebeten, er
möchte das Gouvernement niederlegen,
und die Provinz räumen, sonst müßte
man ihn wider Willen mit Gewalt
dazu zwingen. Auf die eingegangene
Nachricht von dem Treffen bey Concord
sind verschiedene mit Taback nach Eng=
land
befrachtete, und zum Anslaufen fer=
tig
gelegene Schiffe wieder ausgeladen
worden. Aus Hallifax wird berichtet,
es sey aus Boston die Nachricht einge=
gangen
, daß in der Gegend letzterer
Stadt an die 40 bis 50000 Mann Militz
versammelt, und schlüßig wären, nicht
nur allein einen Sturm auf dieselbe zu
wagen, und den General Gage daraus
zu verdrängen, sondern auch versuchen
würden, die in dem dasigey Hafen lie=

[3]

genden kön. Schife in Brand zu stecken.
Zu Philadelphia, wo das Volk bisher
eine Art von Neutralität beobachtet hat,
sind endlich unterschiedliche Kompagnien
Militz aufgerichtet worden, die sich täg=
lich
in den Waffen üben. Kurz, das
Kriegsfeuer scheint in allen Provinzen
des engländischen Amerika aufzulodern,
um so mehr, da sie bey ihrem Schlusse
fest stehen, sich den jüngsten Akten des
brittischen Parlaments nicht zu unterwer=
werfen
. Heute wird zu St. James aber=
mal
eine grosse Rathsversammlung ge=
halten
, und alle Glieder sind entboten,
derselben beyzuwohnen.

Ein anders Londen den 20. Brachm.

Am 17. ist bey Hofe ein neuer Expres=
ser
von dem Generale Gage angekommen.
Die Minister halten über sein Mitbringen
ein tiefes Stillschweigen; dagegen mel=
den
die Nachrichten aus den Kolonien
einstimmig, daß eine jede sich gefaßt macht,
den Zwangmitteln kräftig zu widerstehen.
Von Neuschottland bis Georgia haben
alle die Waffen ergriffen, und sind von
einem bewunderungswürdigen Eifer be=
lebt
, ihre Rechte und Freyheiten zu be=
haupten
, oder bey der Verfechtung der=
selben
umzukommen. Briefe aus Hali=
fax
vom 8. May bestättigen, daß Boston
und das königl. Kriegsheer von dem übri=
gen
Theile der Kolonie abgeschnitten sind,
mit dem Zusatze, es seyn 4 Schiffe mit
Heu und Haber für die noch im Lager er=
wartete
leichte Reuterey aus dem dasi=
gen
Hafen abgelaufen, und noch 20 an=
dere
würden in der Bucht von Fundi mit
Lebensbedürfnissen für das Kriegsheer be=
frachtet
. Bey dem Landkongresse von
Massachuset soll, nach einem Berichte aus
Boston, beschlossen worden seyn, 10tau=
fend
Mann zur Vertheidigung der Pro=
vinz
; auszuheben, und den hiezu erfor=
derlichen
Aufwand mit Wechselscheinen,
die in ganz Amerika Curs haben wür=
den
, zu bestreiten.

Bey dieser noch so widrigen Aussicht
ist in der am 16. dieses gehaltenen gros=
sen
Rathsversammlung die Vollziehung
der Schärfe wider die Amerikaner be=

schlossen worden, im Falle die friedsa=
men
Vorschläge nicht durchsetzen sollten.
Diesemnach wird der Hof, wie man ver=
sichert
, 6 neue Regimenter auf dem
Etablissemente von Jrland, nämlich 4
Jnfanterie, 1 Bergschotten und 1 leich=
ter
Reuterey nach Boston beorderen. Die
Befehle sind bereits an den Vicekönig in
Jrland ergangen, die nöthigen Anstal=
ten
zur Einschiffung dieser Kriegsvölker
zu machen. Auch läßt die Regierung ei=
ne
grosse Menge Gewehrs und Kriegs=
munition
nach der Armee des Generals
Gage abgehen.

Nach Portsmouth ist der Befehl ge=
schickt
worden, ein starkes Geschwader
auf das schleunigste in Bereitschaft zu
setzen. Es wird aus den Kriegsschiffen,
der Neptunus von 90 Kanonen, der Hof=
färtige
von 74, der Standhafte von 64,
der Windsör und Amerika von 60 Ka=
nonen
jedes, bestehen. Von Plymouth
werden der Kent, der Dublin und Al=
bion
, jedes von 74. Kanonen, zu den
ersteren stossen, und dieses Geschwader
mit einigen Fregatten und Schlupen un=
ter
den Befehlen des Admirals Pye aus=
laufen
. Man hält dafür, daß es nach
Amerika bestimmt sey. Kurz, Alles ver=
kündigt
einen öffentlichen Krieg zwischen
England und den Kolonien, und die ge=
troffenen
Einrichtungen zeigen deutlich,
daß der Hof schlüßig ist, die Ehre und
Würde der Krone und die Abhängigkeit
der Kolonien zu behaupten.

Livorno den 14. Brachm.

Man ziehet es hier nicht mehr in Zwei=
fel
, daß der Hafen zu Algier die ersten
Angriffe der spanischen Flotte werde aus=
zuhalten
haben. Der Dey riechet die
Lunten, und machet Anstalten zu einer
tapfern Vertheidigung. Er hat verschie=
dene
neue Werker anlegen, und andere
Sicherheitsanstalten vorkehren lassen. Ob=
gleich
die verschiedenen daselbst residiren=
den
Konsuls vom besagten Dey ersucht
waren, daß sie sich nicht von der Stadt
entfernen möchten, mit dem Zusatze, daß
er für ihre Sicherheit schon sorgen wür=
de
, so hat doch eine gestern, Morgens,

[4]

in 8 Tagen Fahrt von Algier hier ange=
komment
französische Brigantine, die
Freundschaft genannt, geführt von dem
Kapitaine Anton Dejcan, nebst verschie=
denen
Kaufmannswaaren und Baarschaf=
ten
für die hiesigen Handelsleute, auch
die Famille des venetianischen Konsuls,
von da mitgebracht. Man vernimmt,
daß die übrigen Konsuls, auch andere
Personen sich von da wegbegeben haben,
und nach Marseille abgegangen sind.
Der holländische Konsul ist aus der Stadt
auf das Land gezogen, und hat einige
Stücke Artillerie dahin abführen lassen,
um bey dieser Gelegenheit sich wider die
Anfälle der Mohren zu schützen. Ueber=
haupt
sind die dasigen Einwohner, be=
sonders
die Handelsleute in grosser Furcht,
und auf den Verdacht einer Ausspähung
sind viele Schiffe mit französischer Flagge
aus dem Hofen fortgewiesen worden.
Man versiehet sich, mit ehestem wichtige
Nachrichten aus den dasigen Gegenden
zu erhalten.

Mayland den 17. Brachm.

Morgen wird man in der Hauptkir=
che
des heiligen Ambrostus dem Aller=
höchsten
öffentliche Dankgelübde für die
glückliche Entbindung unserer durchlauch=
tigsten
Erzherzoginn mittels eines Hoch=
amts
, und feyerlichen Herr Gott, dich
loben wir! bringen. Am 25. sollen beede
königl. Hoheiten sich nach Pavia bege=
ben
, um einem Singspiel in dasiger neuen
Schaubühne beyzuwohnen, am 27. aber
dero Reise nach Wien antretten.

Am vorigen Montag ist der König,
und die Königinn von Sardinien nebst
dem Prinzeu von Piemont, nach Cham=
bery
abgegangen, wohin am 14. die
Prinzeßinnen Schwestern dieses Monar=
chens
gefolget sind. Morgen nehmen
der Herzog, und die Herzoginn von
Chablais eben diesen Weg. Jnzwischen
hat man die kleine Prinzen nach Mont=
calier
gebracht.

Florenz, den 22. Brachm.

Gestern fand sich der Prinz Leopold von
Braunschweig Wolffenbüttel unter dem
Namen eines Grafens von Blankenburg

bey Hofe ein, und wurde von beeden kön.
Hoheiten mit den entschiedensten Merkma=
len
der Hochachtung empfangen. Zu
Mittag hatte der Großprior, Fürst Kor=
sini
, die Ehre, diesen hohen Fremden an
einer großen Tafel zu bewirthen.

Hingegen ist der Prinz Ludwig von
Rohan, Koadjutor von Straßburg, wel=
cher
sich 14 Tage lang unter dem Namen
eines Grafens von Coupria hier aufgehal=
ten
, wieder nach Frankreich abgegangen.
Fürst Gregor Orlow will nach Spa rei=
sen
, um dasige Wasserkur zu gebrauchen.

Genua den 17 Brachm.

Ein englisches Schiff langte von
Jviza mit der Nachricht an, es =
ren
allda 8 aus Algier auf einem kleinen
Fahrzeuge entflohene Christenskaven be=
findlich
, welche aussagten, daß man nicht
nur zu Algier sich in den beßten Wehr=
stand
gesetzt, sondern auch in den Platz
Arzen, oder nach der Landessprache Ar=
zeyla
eine große Menge Türken zur Be=
satzung
gelegt hätte. Arzeyla ist eine noch
von den alten Römern erbaute Stadt,
14 Meilen von der Meerenge von
Gibraltar, und 4 von Fez, Hauptstadt
des Königreiches dieses Namens, ent=
legen
.

Venedig den 17. Brachm.

Dieser Tagen ist bey der hiesigen Was=
seramtskasse
ein beträchtlicher Abgang
von 16000 römischen Thalern entdecket
worden. Der Rechnungsführer. Joseph
Girardi hat sich aus dem Staube ge=
macht
.

Jn der Nacht vom 11. dieses schlug
ein Wetterstrahl in den Pulverthurm,
auf der St. Leonhardsinsel ein. Da
diese Jnsel kaum eine halbe welsche Mei=
le
von hier entlegen ist, so hätten die
traurigsten Folgen für diese Stadt dar=
aus
entstehen können, wenn die erbar=
mende
Hand der Allmacht solche nicht
verhütet hätte.

Den folgenden Tag wurde der Thurm
durch obrigkeitliche Kommißion besichti=
get
, und die außerordentlichsten Wirkun=
gen
wahrgenommen. Unter andern fand
man, daß der Blitz bis in die Pulver=

[5]

kammer eingedrungen, einige Fässer von ih=
rem
Orte weit weggeschleudert, hierauf auf
der andern Seite sich Oefnung gemacht,
verschiedene Thüren beschädiget, Steine
zerschmettort, und einiges Holzwerk ge=
zündet
. Jn der Pulverkammer lagen 395
Fässer, bey 124 Pf. jedes. Die PP.
Dominikaner stellten wegen der erstau=
nenden
, und in der That wundervollen
Abwendung des größten Unglücks, ein
breytägiges Dankgebet an.

Da eben zu der Zeit, als der Strahl
auf den Thurm gefahren, ist von einem
sichern Patrizier an dem Fenster seines
Zimmers ein Getöse bemerkt worden,
welches demjenigen ganz ähnlich ist, so
man an der elektrischen Maschine spürt,
wenn sie berührt wird, und Feuerfunken
von sich giebt, so läßt sich hieraus Ver=
schiedenes
zur Bestätigung des franklini=
schen
Lehrgebäudes, wie auch den Er=
fahrungen
des P. Beccaria, und des
paduanischen Professors Toaldo folgern.
Unlängst hat auch Herr Abt Toderini
diesen Gegenstand in einer gelehrten
Schrift behandelt, und sich dadurch die
Ehre zugezogen, daß Se. Majestät der
König von Preußen Höchstdero Beyfall
ihm in einem sehr gnädigen Handschrei=
ben
zu erkennen gegeben.

Stettin den 8. Brachm.

Den 3. dieses Mittags bald nach 12
Uhr sind Se. Majestät der König, nebst
des Prinzen von Preußen kön. Hoheit,
in Begleitung des Prinzen von Braun=
schweig
und Prinzen von Würtemberg
Durchlauchten, wie auch der Herren Ge=
neralen
von Krockow und von Anhalt,
mit verschiedenen Herren Flügeladjutan=
ten
, beym höchsten Wohlseyn zu Scar=
gard
angelangt, und erhoben sich so=
gleich
zu Pferde, nach dem Kampement,
wo Höchstdieselben die Specialrevüe über
die 5 Jnfanterieregimenter, von Braun=
schweig
=Bevern, von Hake, von Plötz,
von Sobeck und von Billerbeck hielten.
Den 4. dieses Morgens um 6 Uhr er=
folgte
die Specialrevüe über die daselbst
benudlichen Kavallerieregimenter, als

von Löllhöfel Küraßirer, von Anspach=
Bayreuth und von Reizenstein Drago=
ner
, und von Belling Husaren, nach
deren Endigung mit sämmtlicher Jnfan=
terie
manöuvriret wurde. Am 5. dieses
haben Se. Majestät der König das gan=
ze
bey Stargard versammelt gewesene
Korps, sowohl Jnfanterie als Kavalle=
rie
ein grosses Manöuvre ausführen las=
sen
, und sind darauf am 6. ganz früh,
nebst der bey sich gehabten hohen Gefol=
ge
nach Westpreußen abgereist. An eben
diesem Tage ließen des Herzogs von
Braunschweig=Bevern Durchlaucht das
ganze versammelte Korps, Vormittags
nochmals manöuvriren, worauf sämmt=
liche
Regimenter aufbrachen, und nach
ihren gewöhnlichen Standquartieren zu=
rück
marschirten. Den 7. Vormittags
sind bereits die beyden Regimenter, als
von Braunschweig=Bevern und von Ha=
ke
, wieder hieselbst eingerückt, nachdem
kurz vorher die sämmtlichen Esfadrons
des von Anspach=Bayreuthschen Drago=
nerregiments
, so disseits der Oder ihre
Standquartiere haben, hier durchgegan=
gen
waren, welchem am 8. des Morgens
das Jnfanterleregiment von Sobeck folg=
te
, und seinen Marsch nach Anklam und
Demmin fortsetzte. Die 3 Kompagnien
des von Vittinghofischen Garnisonsba=
taillons
, so die Revüezeit über hieselbst
gestanden, giengen auch noch Vormit=
tags
wieder nach Colberg ab.

Biberich den 22. Brachm.

Gestern Abends wurden wir und das
ganze Land durch einen plötzlichen To=
desfall
unsers regierenden Fürsten Karls
zu Nassau=Usingen, eines seinen getreuen
Unterthanen unvergeßlichen Regenten, in
die tiefeste Trauer versetzt. Bekanntlich
war derselbe den 1. Jänuer 1712 geboh=
ren
, und schon 1718 unter der Vormund=
schaft
seiner Frau Mutter, einer gebohr=
nen
Prinzeßinn von Nassau=Dillenburg,
zur Regierung gelangt. So lang diesel=
be
auch gedauert hat, so würde sie uns
doch zu kurz gewesen seyn, wenn wir
nicht an dessen Nachfolger, unsern nun=

[6]

mehrigen Fürsten, Karl Willhelm, ei=
nen
andern Landesvater ganz gewiß zu
hoffen hätten. Das Seniorat des fürstl.
Gesammthauses aber fällt nun auf Nas=
sau
=Weilburg.

Regensburg den 28. Brachm.

Nicht weit von der Brücke zu Danau=
stauf
, 2 Stunden von hier, ereignete
sich am 25. dieß, Mittags nach 12 Uhr,
das Unglück, daß ein schwer beladenes
und mit vielen Menschen besetztes Schif,
so von dem sogenannten Grieß bey Stadt
am Hof abgefahren, und nach Wien be=
stimmt
war, vermuthlich aus Unvorsich=
tigkeit
der Schifleute, bey dem hohen
Wasser und starken Winde, auf die ver=
borgene
Steinkugeln auffuhr, und mit
fürchterlichen Krachen in Stücken gieng.
Der höchsttraurige Anblick, auf einmal
so viele Menschen im Wasser, und am
Rande des Todes ohne Rettung zu se=
hen
, läßt sich nicht beschreiben. Des
höchstansehnlichen kais. Herrn Principal=
kommissarins
Fürsten v. Thurn und Taxis
hochfürsiliche Gnaden, welche gedachtes
Donaustauf zu ihrem Sommeraufenthal=
te
erwählet, wurden, da sich dieser schreck=
liche
Zufall gleichsam vor ihren Augen
ereignete, hierüber äußerst gerührt, und
gaben bey dieser Gelegenheit die preis=
würdigsten
Beweise von Dero ganz eige=
nen
Großmuth und wahren Menschenlie=
be
. Sie ertheilten nicht nur in Person
die gemessensten Befehle, den Verunglück=
ten
alle Hülfe zu leisten, und die Geret=
tete
aufs beßte zu verpflegen, sondern
geruheten auch sogar verschiedene von de=
nen
, die gar nichts als das Leben ge=
rettet
hatten, reichlich zu beschenken.
So groß inzwischen die Sorgfalt dieses
erhabenen Fürsten war, so mußten den=
noch
wegen Ermanglung hinlänglicher
Fahrzeuge, und bey dem so reißenden
Strome, die meisten von den auf dem
Schife gewesenen Leuten, wobey sich auch
viele Kinder befanden, ihr Leben auf das
erbärmlichste und unter dem kläglichsten
Schreyen und Händewinden einbüssen.
Die Grösse des Verlustes an aufgehab=
ten
Waaren, so wie auch die Anzahl der

Verunglückten und Geretteten käßt sich
zur Zeit noch nicht bestimmen.

Preßburg den 1. Heum.

Zu Frauendorf in der Schütt ist den
25. jüngst abgewichenen Monats eine
seltene Feyerlichkeit vor sich gegangen,
die wir unsern Lefern mit Vergnügen
mittheilen. Es feyerte daselbst der ehr=
würdige
und gelehrte Herr Matthäus
Laab das fünfzigste Jahr seines Priester=
thums
. Derselbe erblickte 1696. den 22.
Herbstmonat zu Bezenye im Wieselburger=
komitat
das Licht der Welt, und legte
den Grund zu den Studien allhier in
Preßburg, wo er auch seine Hamuniora
endigte. Hierauf legte er sich, nachdem
ihm auf der Universität zu Tyrman, we=
gen
seinen ausnehmenden Fähigkeiten die
Laurea philosophica zugestanden wurde,
in Raab mit allem Fleiße auf die theo=
logischen
Wissenschaften, und erwarb sich
dadurch bey vorgefallenen Prüfungen nicht
geringen Beysall. Jm Jahre 1725. den
31. März empfieng er die Priesterweihe,
und wurde in der Abtey von Batta Szek
als Pfarrherr, und zugleich bey dem all=
dortigen
hochwürdigsten Herrn Abten als
Hofkaplan eingesetzet. Seine Vorzüge,
sein besonderer Eiser in Berufsgeschäften
seine Rechtschaffenheit machten ihn über=
all
bekannt, und Se. Excellenz der da=
malige
Herr Hofkanzler weyl. Graf Nikl
Jlleshäzy, bestellten ihn zum Pfarrherrn
nach Frauendorf, allwo er mit allem Ruh=
me
bis auf die gegenwärtige Zeit diesem
so wichtigen Amte vorstand, und bey
seinen Schäflein alles Zutrauen und Lie=
be
erwarb.

Diese Gott gewidmete Feyerlichkeit nah=
me
am Vorabende mit einer musikalischen
Vesper ihren Anfang, und den folgenden
Tag als am obbemeldten 25. hielt der
ehrwürdige 50jährige Priester unter As=
sistirung
einer zahlreichen hohen Geistlich=
keit
, die sich aus verschiedenen Kirch=
sprengeln
eingefunden, dann in Beyseyn
einiger Ordensobern das Hochamt mit
einer sonderbaren Auferbaulichkeit, wo=
bey
der hochwürdigste Herr von Görgey,

[7]

Domherr bey der hiesigen Kollegiat Stadt=
pfarrkiche
, die Stelle eines Ceremonia=
rius
vertrat. Zween geistliche Lobredner
unterhielten mit ihren wohlüberdachten
Vortrage mehr dann 5000 Personen.
Der hochwürdigste Herr Galgotzy, Dom=
probst
bey dem granerischen Erzkapitel,
welcher seine vortreflichen Gaben in der
Beredsamkeit schon bey mehr andern feyer=
lichen
Gelegenheiten gezeiget, legte seine
Rede in ungarischer Sprache ab, und der
hochwürdige Pfarrher aus kroatisch Kim=
ling
in kroatischer. Nach dieser feyerli=
chen
Handlung sind sowohl die geist= als
weltlichen Herren Gäste, nebst ihrem Ge=
folge
in einer Anzahl, die sich auf 104
Personen belief, diesen Tag auf das herr=
lichste
bewirthet worden. Jedermann
nahm an dieser Feyerlichkeit souderbaren
Antheil, jedermann segnete den abgeleb=
ten
Priester mit vielen Glückswünschen,
und so wurde dieser Tag unter der voll=
kommensten
Freude vollzohen.



Wien den 5. Heum.

Die allerhöchsten Herrschaften befinden
sich in dem Lustschloße Laxenburg noch
immer in erwünschlichstem Wohlseyn, und
erlustigen sich mit Spazierenfahren, und
Besuchung des Schloßtheaters, auf wel=
chem
deutsche Lustspiele aufgeführt wer=
den
.



Verzeichniß der Verstorbenen zu Wien
in und vor der Stadt.

Den 28. Juny. Jn der Stadt.

  • Dem wohledlgeb. Hrn. Franz Xav. Zwerenz, k.
    auch k. k. wirkl. Hofkriegsseke. s. . Aloysius,
    Nr. 194. in der Naglerg. alt 4. J.
  • Fr. Genovefa Riedlbergerin, k. k. Proviankamt.
    Schreib. Wir. Nr. 512. am hoh. Markt, a. 50. J.
  • Dem Joh. Hofer, Stadtlehnkutsch. s. K. Johann,
    Nr. 766. in der unt. Bäckenstr. alt 4. J.
  • Heinrich Krönig, burgl. Gold= und Silberarbeit.
    in der Vers. im Burgerspit. welcher sich durch
    einen Fall beschädiget, und hierauf verstorben,
    ist allda vom k. k. Stadt= und Landger, am
    Schlagfluß beschauet worhen, alt 78. J.

Vor der Stadt

  • Elisabeth Gartnerin, burgl. Bestandw. Wit. Nr.
    26. am Getreidmarkt, alt 77. J.
  • Dem Joh. Adamberger, burgl. Schlossermeist. s.
    K. Helena, Nr. 305. auf der Landstr. alt 3. J.
  • Dem Thomas Held, Wollgrampler, s. Stieftö.
    Aloysia Gamlin, Nr. 138. am Neubau, 10. J.
  • Catharina Medlin, Schneid. Wit. Nr. 28. zu St.
    Ulrich, alt 85. J.
  • Theresia Schmidin, Wit. alt 68. J. im Johan=
    nesspital
    .
  • Joh. Schmetz, gmr Sold. alt 22. J. im Militar=
    spit
    . zu Gumpend.
  • Joh. Georg Lang, Hausmeist. Nr. 26. am Ge=
    treidmarkt
    , welcher gäb gestorben, und allda
    vom k. k. Stadt= und Landger. am Schlagfluß
    beschaut worden, alt 87. J.
  • Cathar. Schinaglin, in der Vers. im gr. Armenh.
    welche gäb gestorben, und allda vom k. k. Stadt=
    und Landger. am Schlagfl. beschauet worden,
    alt 47. J.
Summa 12. Personen, darunter 3. Kinder.

Den 29. Juny. Jn der Stadt.

Niemand.

Vor der Stadt.

  • Jungfr. Regina Kriegebaumin, ni. öst. Lands.
    Cass. binterl. T. Nr. 10. zu Mariah. alt 39. J.
  • Dem Karl Merk, burgl. Wirth, s. K. Johann, Nr.
    49. in der Leopoldst. alt 1. J.
  • Dem Joseph Pfaringer, kais. Kucheltrag. s. K.
    Wenzel, Nr. 77. an der Wien, alt 1. J.
  • Anna Mar. Lustigin, Laq. Wit. Nr. 10. in der
    hint. Alsterg. alt 68. J.
  • Joh. Georg Frischholz, in der Vers im Grundspit.
    Nr. 31. außer Mariah. alt 70. J.
  • Catharina Wenzin, Wit. alt 62. J. im gr. Ar=
    menhause
    .
  • Georg Dittert, Jnvalid, alt 81. J. im Mili=
    tarinvalidenh
    .
  • Catharina Wandelin, Wit. alt 73. J. im
    Contum.
  • Jakob Latitz, Tagl. alt 19. J. im Bäckenh.
    Jakob Haberl, Bauernkn. alt 46. J. in St.
    Marx.

Summa 10. Personen, darunter 2. Kind.

Den 30. Juny. Jn der Stadt.

  • Dem Jakob Perschi, burgl. Schnelbermeist. s. W.
    Juliana, Nr. 755. am Lugegg, alt 64. J.

Vor der Stadt.

  • Catharina Bergauerin, Maurerpol. Wit. Nr.
    14. in der Josephst. alt 71 J.
  • Dem Conrad Richer, Tändler, s. W. Anna Mar.
    Nr. 91. am Neubau, alt 78. J.
  • Dem Georg Wallner, gew. Wirth, s. K. Mar.
    Anna, Nr. 93. in der Rossau, alt 4. J.
  • Dem Franz Thauer, herrsch. Zimmerputz. s. K.
    Franz, Nr. 89, in der Rossau, alt 5. v. J.
[8]
  • Thomas Aibel, gew. Schulmeist. zu Axen, Nr. 8.
    auf der Windmühl, alt 75. J.
  • Leopold Ehrgott, Holzhack, Nr. 104. im Lichten=
    thal
    , alt 60. J.
  • Joh. Sielling, Phil. Stud. alt 20. J. beyn Barm=
    herzigen
    .
  • Joh Ulbrich, Schreib. alt 56. J. im Bäckenh.
Summa 9. Personen, darunter 2. Kind.

Den 1. Heumon. Jn der Stadt.

  • Dem wohtedlgeb. Hrn. Franz de Ponty. k. k. Lieut.
    vom löbl. Graf v. Wiedischen Jnf. Regim. s.
    Fräu e . Mar. Julia, in der Kasserne am
    Salzgries, alt 2. J.
  • Dem Hrn Joh. Georg Weinstab, k. k. ni. öst. Reg.
    Mathsthürhüt. s. Jr. T. Eva Rosa, im obern.
    Mölkerhof, alt 12. J.
  • Dem Mauriz, Pulk, burgl Schneidermeist. s. W.
    Catharina, Nr. 450. am hoh. Markt, alt 28. J.
  • Dem Thomas Böschet, burgl. Schneidermeist. s.
    K. Joseph, Nr. 240. im Currentgäßl. alt 2. J.
  • Simon Birker, gew. herrsch. Bed. Nr. 1201. auf
    der Wasserkunstbast. alt 84. J.

Vor der Stadt.

  • Titl. Fr. Mar. Magdal. v. Blida, geb. v. Wal=
    lich
    , k. k. pens. Oberstlieut. Wit. Nr. 19. auf
    der Wieden, alt 86. J.
  • Theresia Rudolphin, gew. burgl. Bäckenmeist.
    Wit. Nr. 22. in der Josephst. alt 92. J.
  • Anna M. Riderbacherin. gew. Kupferschm. Wit.
    in Tyrol, Nr. 14. zu St. Ulrich, alt 52. J.
  • Dem Franz Harrer, Oberkn. im k. k. Obersthof=
    postamt
    , s.Fr. Josepha, Nr. 77. in der Un=
    gergasse
    . alt 28. J.
  • Jakob Sellner, Schust. Nr. 56. im alt. Lerchenf.
    alt 37. J.
  • Helena Deitlerin, verh. alt 85. J. im Johan=
    nesspital
    .
  • Franz de la Hage, gew. Koch, alt 60. J.
  • Franz Süß, Biertrag. alt 36. J. brede im heil.
    Dreyf. Spital.
  • Severin de Polin, Jnvalid, alt 59. J. im Mi=
    litarinvalidenh
    .
  • Joseph Steinbauer, alt 32. J.
  • Juliana Meyerin, Wit. alt 63. J. brede im gr.
    Armenhause.
  • Joh. Preiß. alt 79. J. in der Vers. am Alsterb.
    Franz Jeßlein, Tischlergs. alt 23. J.
  • Martin Paulisch, vac. Schneidergs. alt 25. J.
    beede beyn Barmherz.
  • Maximilian Schweltzer, gew. Fourier, alt 46. J.
    Ludwig Reuger, reis. verabschiedt. Feldscherer,
    alt 38. J. beede im Contum.
  • Franz Weigethofer, Tagl. alt 56. J.
  • Joh. Georg Hammerschmid, Tagl. alt 22. J.
    beede im Bäckenh.
Summa 23. Personen, darunter 2. Rinder.

Nachricht.

Der Verfasser der Wochenschrift von
dem österreichischen Rechte ist bemüßiget
hiemit öffentliche Nachricht zu ertheilen,
daß der Herr Joh. Thomas Edler v. Tratt=
ner
ihm erst gestern als den 4. July
Abends, nachdem schon sammeutliche
Stücke zur Austheilung bereit lagen, von
der hochlöbl. N. Oest. Reglerung einen
Stillstand zugeschickt, und eine Tagsa=
zung
bewirkt habe. Er bittet daher ge=
ziemend
um eine noch kurze Gebuld wo
sodann das Weitere abermal durch die
öffentlichen Blätter bekannt gemacht wer=
den
soll.


Von der röm. k. k. apost. Majestät N. O.
Regierung wegen, wird dem Publikum
hiemit bekannt gemacht, daß die Zucker=
preise
für die Monate July, August und
Sept. dieses itztlaufenden 1775sten Jnh=
res
abermal regulirt, und dergestalt be=
stimmet
worden seyen, daß das Pfund=
blossen
Zuckers und zwar Candisbrod 54
Kreuzer, Feinfein 51 kr. ordinari. fein
49. kr. Fein Raffinat 46. kr. Mittel deto
45. kr. ord. deto 44 kr. Fein klein melis
42 kr. Fein groß melis 40 kr. ord. melis
39 kr. Lumpen 38. kr. Fein weiß Candis
1. fl. ord. deto 58 kr. Fein geld Candis 47 kr:
ord. deto 44 kr. Fein braun Candis 43 kr.
ord. deto 41 kr. und nicht höher allhier
verkauft werden solle. Wien den 26ten
Juny 1775.


NB. Bey dem eintrettenden 3ten Jahr
resquartal werden abermal die Lieb=
baber
dieses Wienerischen Diariams, wie
auch des Posträglichen Frag= und Kund=
schaftsbogens
, um deren gewöhnliche
Vorhineinbezahlung ersuchet. Wenn
jemand das Diarium Bestallungsweis
nehmen will, so haben sich die hier in Wien
anwesende in der diesfälligen Schreib=
stube
in dem von Mannerischen Haufe
Nro. 931. in der Singerstrasse die aus=
wärtigen
Liebhaber aber in dem k. k.
Obristpostamte diesfalls anzumelden.

[9]

Nro. 53.
Anhang zum Wiener=Diarium.
Mittwoch den 5. Heumonat.

1775.


Rheims den 15. Brachm.

Den Tag nach der Salbung hörte der
König die Messe in der Kapelle des erz=
bischöfl
. Palastes, und nach derselben
hatten die Damen des Hofes die Ehre
Se. Majestät Dero Ehrerbietung zu be=
zeugen
. Nachmittags begaben sich die
Königinn und Madame außer der Stadt,
und sahen allda das Esterhazysche Husa=
ren
Regiment seine Kriegsübungen ma=
chen
. Monsieur und der Graf von Ar=
tois
in Dragoner Uniform machten an
der Spitze einiger Schwadronen gegen
andre einen Aufall; der Herzog v. Char=
tres
, der Prinz von Conde und der
Herzog von Bourbon auch in ihren Uni=
formen
, mischten sich ebenfalls in diese
kriegerische Angriffe, und auch die Her=
zoginn
von Bourbon nebst noch vielen
andern Damen des Hofs sahen diesen
kriegerischen Lustübungen zu.

Den 13. komplimentirte die Geistlich=
keit
den König, nach der derselben ge=
gebenen
Audienz hörten des Königs Maj.
in der Kapelle zu St. Nicaise die Messe,
und bey der Zurückkunft von da legten
Hochdieselbe den ersten Grundstein zu dem
neuen Kollegio der Universität.

Nachmittags fanden sich auf des =
nigs
Befehl alle anwesende Ritter, Kom=
mandeurs
und in Diensten stehende Per=
sonen
des Ordens vom heil. Geist bey
Se. Majestät ein, da sich dann der
König in größter Feyerlichkeit mit den=
selben
nach der Metropolitankirche begab,
und allda die Vesper anhörte, nach wel=
cher
der König zum Großmeister dieses
hohen Ordens aufgenommen wurde. Nach
der Zurückkunft hielte der König Ordens=
kapitel
, und ernannte in demselben zu
Rittern: den ehmaligen Herrn Bischof
von Limoges, den Erzbischof von Nar=
bonne
, den Vicomte de la Rochefoucault,
den Grafen von Talleyrand, den Mar=
quis
de Rochechouart, und den Marquis

de la Roche Aymon, welche Se. Maj.
zu Geisseln für die heil. Ampel ernannt
hatten, nebst dem Vicomte de Talarn,
welchen der König ernannt hatte, ihm
die Mantelschleppe nachzutragen, da er
als gebietender Großmeister des Ordens
aufgenommen worden.

Den andern Morgen begab sich der
König in einer feyerlichen Cavalcade nach
der Abtey von St. Remy, Se. Majest.
wurden von Monsieur, dem Grafen von
Artois, den Herzogen von Orleaus und
Chartres, dem Prinzen von Conde, dem
Herzogen von Bourbon und einer grossen
Anzahl der fürnehmsten Herren und gros=
ser
Officianten gegleitet. Der König hör=
te
allda Messe, empfieng das Abendmahl
von der Hand des Kardinals de la Ro=
che
Aymon, begab sich nachher in den
Park der Abtey, und berührte allda 2400
Personen welche sich versammelt hatten
und mit Kröpfen behaftet waren, und
theilte denselben zugleich reiches Allmosen
aus. Nachmittag spazierte der König
auf dem Kours, und begab sich von da
nach dem Lager der Französischen= und
Schweizergarde, das Volk gab aller Or=
ten
die lebhafteste Zeichen seiner ausneh=
menden
Herzensfreude über die Gegen=
wart
des gütigsten Königs.

An dem Fronleichnams Tag wohnte
der König mit Monsteur, dem Grafen
von Artois und den Prinzen vom Geblüt
der grossen Proceßion bey, wie auch der
grossen Messe in der Metropolitankir=
che
⁊c.; die Königinn, Madame und Ma=
dame
Clotilde, wie auch die Herzoginn
von Bourbon nebst einer grossen Anzahl
Herren und Damen wohnten beyden bey,
wie auch der Madame Elisabeth königl.
Hoheit.

Als die Zeit der königl. Gasterey am
Salbungstage gekommen war, sahe man
in dem Saal des erzbischöfl. Pallastes,
welcher aufs prächtigste zugerichtet wor=

[10]

den, fünf Tafeln: die von dem König
war unter einem Himmel von violet
Sammet mit goldnen Lilien gestickt; die
Tafel der geistlichen und weltlichen Pairs,
war zur rechten und linken Seite des
Königs. Ferner war eine Tafel vor den
päbstl. Nuntius und die Gesandschaft,
und noch eine für den Großkammerherrn
von Frankreich, den ersten Adel, die
Ritter des heil. Geistes und andere Her=
ren
, welche dazu gehörten. Auf die An=
zeige
, welche der Oberceremonienmeister
dem Großmeister des königl. Hauses that,
daß die Speise für den König bereit sey,
gaben Se. Majestät Befehl aufzutragen,
welches in grossem Pracht geschah. Die
erste Schüssel wurde vom Herzog von
Cosse’, und die übrigen von den andern
Herzogen aufgetragen. Als alles in Be=
reitschaft
war, erhob sich der König mit
grossem Gepränge nach dem Speißsaal.
Monsieur nahm, als Herzog von Bour=
gogne
, zur rechten, und der Graf von
Artois, als Herzog der Normandie, zur
linken Seite des Königs Platz, während
als die andre Pairs, sich nach ihrem
Rang, an die für sie bestimmte Tafel
setzten. Als der König sich gesetzt hatte,
gab der Erzbischof von Rheims den Se=
gen
, worauf die Krone Karl des Gros=
sen
auf die Tafel geleget, und der Scep=
ter
und die Hand der Gerechtigkeit aus
beyde Seiten derselben gestellt wurden.
Se. Majestät hatten währender Mahlzeit
die diamantene Krone auf dem Haupte,
und alle Pairs waren noch in den Klei=
dern
, die sie bey der Krönung und Sal=
bung
anhatten, mit den Kronen auf ih=
rem
Haupte. Man hatte in dem Saal
einen Balkon errichtet, auf welchem die
Königinn und alle Hofdamen, den =
nig
speisen sahen. Nach Endigung der
Mahlzeit, stunde der König, als der
Erzbischof die Danksagung gesprochen hat=
te
, auf, nahm den Scepter und den
Gerechtigkeitsstab wieder in die Hände,
und gieng damit in sein Zimmer. Jn=
gleichen
begaben sich alle hohe Reichsbe=
diente
, die während der Krönung und
Salbung ihr Amt verrichtet hatten, nach

dem Stadthaus, und wurden allda auf
Kosten der Stadt bewirthet. Ferner ist
nach der Krönung der 13. Jun. gesetzt,
dem König als Groß= und Souverai=
nenmeister
des Ritterordens des heiligen
Geistes zu huldigen, welches mit grossem
Pracht geschehen wird.

Paris den 20. Brachm.

Die Nachrichten von Rheims melden,
daß allda an Lebensmitteln ein grosser
Ueberfluß und der Preiß derselben nicht
überhoch gewesen.

Die Rede des Herrn Erzbischofs von
Aix über die Pflichten der Könige und
der Völker, war sehr rührend, und der
hohen Feyerlichkeit angemessen. Der
Herr Großallmosenier hat alle die Be=
schwerlichkeiten
dieser Ceremonie wohl
ausgehalten, doch hat man sie um ohn=
fehr
3 Stunden abgekürzt.

Es war beydes ein sehr seyerlicher und
erfreuender Anblick, den König auf sei=
nem
Throne, von allen Prinzen, denen
Pairs, den hohen Kronofficianten und
dem hohen von Adel, alle iu größter
Pracht gekleidet, umgeben zu sehen, da
die Thore des Tempels auf einmal ge=
öffnet
, und dieser Anblick dem ganzen
Volke zu seiner ausnehmenden Freude
verschaft wurde, dessen Freude und Vi=
vatrufen
sich sodann mit dem Donnern
des groß und kleinen Geschützes, dem
Schalle der Trompeten, und der kriege=
rischen
Musik der Trommeln und Pfeif=
fen
vereinigte, und eine Art trunkener
Freude aller Orten verbreitete, bey de=
nen
empfindenden Gemüthern aber Thrä=
nen
der Freude und des Vergnügens
hervor lockte. Köstliche Perlen der sanft
bewegten Seele, welche das Angesicht
des Königs und auch der zusehenden =
niginn
befeuchteten, und sich auch noch
bey vielen andern Zuschauern merken
liessen! Selbst der Gesandte von Tri=
poli
, welchem ein Platz, alles bemerken
zu können, aufbehalten wurde, wurde
durch die Feyerlichkeit dergestalt gerührt,
daß er für Verwunderung die Hände ge=
gen
den Himmel hob, Alla, Alla aus=
rief
und häufige Thränen vergoß.

[11]

Die Stände von Burgund haben am
8. dieses ihre Sitzungen in der Haupt=
stadt
gedachter Provinz eröffnet. Die
Anrede, welche der Prinz von Conde bey
diesem Anlasse gehalten, mußte noth=
wendig
alle Anmwefende rühren. Nach=
dem
der Prinz Thränen über den Ver=
lust
des vorigen Königs stiessen machen,
trocknete er dieselbe durch die Schilde=
rung
ab, wölche er von dem König seinen
Nachfolger machte. Mit eben so glän=
zenden
, als richtigen Zügen malte er
dessen lebhaste Liebe für die Wohrheit in
einem Alter, wo es fast ein Verdienst
ist, ihr blos zu verzeihen. Die Stande
haben befohlen, diese schöne Anrede ih=
ren
Jahrbüchern zum unvergeßlichen An=
benken
einzuverleiben.

Aus der Picardie hat man die unan=
genehme
Nachricht, daß am 15. dieses
ein entsetzlicher Hagel in der Grösse ei=
nes
Taubeneyes gesallen, und die Feld=
früchte
von 5 ganzen Pfarrsprengeln in
dem Bezirke von St. Quentin zu Grun=
de
gerichtet habe.

Herr Sabathier, Mitglied der Akade=
mie
zu Chalons sur Marne, dessen ge=
lehrte
und nützliche Werke bekannt find,
hat von dem Monarchen Schwedens ei=
ne
goldene Denkmünze zum Unterpfand
dero königl. Gewogenheit erhalten. Diese
Denkmünze war mit einem Schreiben des
Herrn Grafens von Scheffer begleitet,
und wurde durch Herrn Bartholomei,
gewesten königl. französ. Geschäftsträ=
ger
an dasigem Hofe den Herrn Saba=
thier
zugestellet.

Dem Duc d'Aiguillon muß sein neuer
Verweisungsort desto verdrüßlicher fal=
len
, weil man erst genöthiget ist, seiner
Gemahlinn eine Wohnung daselbst auf=
zurichten
. Er hat sich einige Täge bey
dem Grafen von Maurepas aufgehalten.
Der Verweisungsbefehl ist ihm mündlich
angekündigt worden. Dann seit der itzi=
gen
Regierung sind die Lettres de Cachet
aufgehoben.

Ohngeachtet nun alles wieder ruhig
in dem Königreiche ist, so werden doch
hier und in andern grossen Städten Frank=

reichs die Fruchtmagazlnen mit Truppem
bewachet; ein gleiches geschichet auch,
wenn Markt gehalten wird. Uebrigens
biret man offenrlich in den Kirchen um
Regen, der schon eine gar lange Zeit
ausgeblieben.


Nachricht.

Den 1. Juli hat jemand von der Augustiner=
kirche
an bis zum sogenant Tarocatichen Haus an
der Pasten vorbey in einem verpitschirten Paquet
8 Kreinnitzerdukaren verlohren; wer solche ge=
funden
, wird um Gottes willen gebeten, selbe
gegen guten Rekompens zu denen PP. Augu=
stinern
in die Satrister zu bringen.


Den 2. Juli d. J. ist ein in Gold gefaßter
Mannsring, dessen mitterer Stein blan mit 12
Brillanten karmoisirt, verlohren gegangen; wer
solchen gefunden, oder etwa hievon einige Wis=
senschaft
hat, wird höflichst ersucht, selben ge=
gen
einem Rekompens von 20 Dukaten zu dem
kais. Hofjuwelier, Herrn Joseph Reidect, auf
dem Graben in das Anton Lethische Haus Nr.
1163 im vierten Stock zu bringen.


Jn der Jahnischen Universitätsbuchdruckerey
in der Weihburggasse im Baron Audritzkischen
Hause Nro. 938 im Hof im ersten Stock ist
neu herausgekommen und zu haben:

Patris Leopoldi Fischer Notieia Vindobo-
nensis
, Pars ultima, oder brittes Supplemen-
tum
, für 15 kr.

Auch sind allda um gleichen Werth die vor=
hergehende
6 Theile zu haben.


Den 7. Juli Vommittag von 9 bis 12, und
Nachmittag von 3 bis 6 Uhr, werden bey dem
Kärntnerchor hinauf an der Pastey im Jnge=
nierhaus
Nro. 1193 unterschiedliche Effekten, als
ein Kreuzel mit Rauten, Porcellain, Frauen=
kleider
, schöne Wäsche, Schopfhauben, Kästen,
Sessel, Bertgewand, und andere Einrichtungs=
sachen
den Meistbietenden verkauft.


Die unterm 8. Februar d. J. im Mölterhof
nächst dem Schottenthore angezeigte und bis nun
verschobene Licitation des mit dem k. k. aller=
gnädigst
priv. Realzeitungskomtoir vereinbar=
ten
Lekturkabinets wird den 10. Juli und fol=
gende
Tage um die gewöhnliche Stunden Vor=
und Nachmittag in dem Graf Windischgrätzi=
schen
Hause hinter dem Landhaus, an das fürstl.
Lichtensteinische Hans anstossend, zu ebener Erde
gehalten werden. Man will die Bücher dieses
Kabinets durch keine Lobeserhebungen anprei=
sen
, da ohnehin der Werth derselben durch den
schen vorhin abgereichten gedruckten Katalog

[12]

dem geneigten Pubtikum zur Genüge bekannt
ist; es werden zugleich verschiedene im Katalog
angezeigte ökonomisch= und mathematlsche Jn=
strumente
auf gleiche Weise veräussert, auch bey
der Licitation selbst noch einige Katalog aus=
getheilet
werden.


Den 10. Juli werden die Raneckerischen Ver=
lassenschastseffekten
, bestehend in Kästen, Spie=
gel
, Tische, Better, Uhren, Zinn, und an=
dern
unterschiedlichen Fahrnissen, in der Leo=
poldstadt
in der kleinen Pfarrgasse Nro. 96 am
schwarzen Ochsen an, Vormittag von 8 bis 11,
und Nachmittag von 2 bis 5 Uhr den Meist=
bietenden
verkauft.


Den 11. Juli Bormittag um 9 Uhr werden
in dem von Tillischen Haus in der Singerstrasse
Nro. 932 zwey lichtköstenbraune Wallachen,
zwey Schwimmer mit grünen Blüsch gefüttert,
dann 2 parr Pferdgeschirr, den Meistbietenden
gegen baarer Bezahlung verkauft werden.


Den 18. Juli Vormittag um 9 Uhr wird
das k. k. Colleg. Acad. zu Wien dero eigen=
thümlich
zwenfachen Weinkeller zu Sietten un=
weit
Bissamberg in dero Freyhef zu Tresdorf
auf 3 Jahre den Meistbietenden in Bestand
verlassen. Wer demnach sothanen Weinkeller in
Bestand zu nehmen gedenket, hat an obbestim=
mten
Tag, Stund und Ort zu erscheinen.


Von dem k. k. ni. óst. Waldamt, allen und
seden hiemit anzudeuten: Wasmassen von dem
gerichtlich verordneten Siglischen Curatore ad
Actum, Herrn Doktor Sortschan, wegen von
der Barbara Siglin, Waldamtsunterthanin zu
Kaltenleutgeben, in die Siglische Massa schul=
digen
229 fl. 46 kr. die Licitirung des dersel=
ben
zu gedachtem Kaltenleutgeben eigenthümli=
chen
Hauses, und dazu gehörigen Grundstücke
in ordine exceutionis bewirket, und zu bemeld=
ter
Licitation der 15. Juli d. J. festgesetzet
worden sey. Es haben demnach diejenige, wel=
che
erdeutes der Barbara Siglin angehöriges
Haus und Grundstücke zu erkaufen willens sind,
an oberwähntem Tag früh um 9 Uyr vor dem
k. k. ni. óst. Waldamt allhier zu ericheinen, und
sich anmelden zu lassen, wo sodann mit dem
Meistbletenden der Kauf geschlossen werden wird.


Von N. Stadtrichter und Rath der landes=
fürstl
. Stadt Baaden wird hiemit jedermänni=
glich
zu wissen gemacht: Welchergestalten des
Thoma-Schwab, burgl. Bäckenmerster daselbst,
seine vor der Sradt gelegene Behausung nebst
Backgerechtigkeit licitando zu verkaufen sey, zu
welchem Ende der 29. Juli bestimmet ist. Wer
nun hiezu Belieben tragr, hat sich an obbesag=

ten Tag fruh um 9 Uhr auf allhlesigen Nach=
haus
einzufinden, und durch den geschwornen
Rathsdiener anmelden zu lassen.


Hiemit wird jedermänniglich zu wissen ge=
macht
, daß eine nochmalige Licitation zu Ver=
kaufung
der Albert Weinzörlischen Behausung
auf den 29. Juli anberaumet worden sey. Wer
dann solche Behausung zu kaufen gedenket, hat
sich an obbestimmten Tag fruh um 9 Uhr auf
dem Rathhaus in der landesfürstl. Stadt Baa=
den
einzusinden und behörig anmelden zu lassen.


Wir NN. Superintendenten und Spiltalmei=
ster
des Burgerspitals in Wien, geben hiemit
jedermann zu vernehmen: Wasmassen die Frau
Barbara Crusiusin, nun seel. bey diesseitigem
Grundbuch um ein viertel gewesten Weingarten,
nun ein halb Joch Acker in Haberin zu Ober=
döbling
, dann die Eva Hockin um vier sechstel
geweste Weingarten, anjetzo anderthalb Joch
Acker allda richtig dergwöhrt stehet, welch letz=
tere
Gründ, sie Hockin vorermeldter Frau Cru=
siusin
⟨ ⟩ ⟨ ⟩is verkaufet haben solle, hierorts
aber weder der Kauf angemeldet, noch die
Gwöhrsrichtigkeit sothaner Gründen halber von
den Crusiusischen Erben gepflogen, weniger durch
3 Jahr das landesf. ContributionaIe Grund=
dienste
und die Grundbuchstaren entrichtet, son=
dern
auch diese Gründe nach der von den Berg=
amt
zu Oberdöbling gegebenen Auskunft in das
dritte Jahr oede liegend gelassen worden, und
zumalen in Folge deren ergangenen kais. Ge=
neralien
die Gründe in allweg fruchtbar gemacht
werden sollen, auch dem Grundbuch diesfalls
und zu den Ausständen zu gelangen von selb=
sten
daran gelegen ist, als hat man über die
bereits vorgenommene unpartheyische Schätzung,
wegen käuflicher Hindanlassung Eingangs be=
meldter
Gründe eine Licitationstagsatzung mit
Einschließung der bevorstehenden Schnittferien,
in der Burgeripitalsgrundstube in Wien auf
den 17. Augusti d. J. früh um 9 Uhr ex of-
ficio
anzuordnen, für nöthig defunden. Sol=
chemnach
haben all und jede, so obbesagte Wein=
gartsgründe
und Acker zu erkaufen gesinnet sind,
an vorbestimmten Tag und Stund in der Bur=
gerspitalsgrundstube
in Wien zu erscheinen, wo
sodann mit den Meistbietenden der Kauf ge=
schlossen
, und hierüber das weitere fürgekehret
werden soll.


Wir Burgermeister und Rath der Stadt
Wien, geben hiemit sedermann zu vernehmen:
Es seye über die schon ehedessen angeordnete
Licitationstagsatzungen verwilliget worden, das
Ungleichisch auf der Windmühl Nr. 14 liegende
zum goldenen Schlitten genanhte Haus abermal

[13]

öffentlich auszufeilen und an den Meistbieten=
den
zu verkaufen. Da nun zu diesem Ende
der 18. des Monats August dies Jahrs bestim=
met
ist. So haben diejenige, welche das ge=
dachte
Haus zu kaufen willens sind, an dem
bestimmten Tage, oder da wir anderer Ver=
hindernissen
halber diesen Tag nicht zu Rath
sässen, den nächst darauf folgenden Rathstag
fruh um 8 Uhr vor uns zu erscheinen, und sich
ben unserm und gemeiner Stadt Wien Grund=
buch
durch den Amtsschreiber anmelden zu las=
sen
, und folglich der weitern Behandlung ab=
zuwarten
.


Von der gräst. Ubensberg und Traunischen
Herrschaft Meissau wegen, wird jedermänni=
glich
zu wissen gemacht: daß des Joseph Kiell=
mann
, und Magdai. dessen Ehewirthin, in der
Stadt Meissau, eine Poststation herunter Horn,
an der Commercial= und Poststrasse, liegende
radicirte burgl. Lebzelrergerechtigkeit, samt der=
selben
befindlichen Behausung und Ueberländ=
grundstücken
licitando plus offerenti zu ver=
kaufen
sey. Daher dann die Kauflustige, so
solches Lebzeltergewerb entweder allein, oder
mit dem Hause und Ueberländgrundstücken an
sich zu bringen gedenken, den 19. August d. J.
früh um 9 Uhr in allhiesiger Amtskanzley sich
einzufinden haben, wo mit dem Meistbietenden
der Kauf geschlossen werden solle.


Wir Burgermeister und Rarh der Stadt
Wien geben hiemit jedermann zu vernehmen:
Es sey Peter Paul Treve, gewester Handlungs=
bedienter
mit Tod abgegangen, und daher um
mit der künftigen Verlassenschaftsabhandlung si=
cher
fürgehen zu können, für nothwendig befunden
worden, diejenige fürzuladen, und anzuhören,
welche an diese Verlassenschaft einige Ansprüche
und Forderungen haben möchten. Da wir nun
entschlossen sind eben diese Sprüche und Forde=
rungen
, an dem eigends, und zwar für das
erst und letztemal hiezu bestimmten Tag, näm=
lich
den 12. Juli dies Jahrs, oder da wir diesen
Tag anderer Verhindernissen halber nicht zu
Rath sässen, den nächst darauf folgenden Raths=
tag
fruh um 8 Uhr zu hören und zu vernehmen.
So haben all jene, welche an des Perer Paul
Treve seel. Werlassenschaft eine rechtmäßige Fo=
derung
, es sey um Erbschaft, Schuld, oder
anderer Ursachen willen zu haben glauben, den
bestimmten Tag selbst persönlich, oder durch ei=
nen
hinlänglich versehenen Gewalttrager soge=
wiß
vor uns zu erscheinen, sich behörig zu legi=
timiren
, und ihre Ansprüche und Forderungen
darurthun, als im widrigen Falle auf die aus=
bleibenden
, oder nicht behörig liquidirenden Er=
ben
, Gläubiger und Prätendentenkeine Rucksicht

genommen, mit der Abhanblung und Vertheiz
lung des Verlassenschaftsguts von Amts wegen
vorgegangen, und dasselbe den etwa vorkoni=
menden
Erben unbedenklich überlassen werden,
auch den etwa existirenden Schuldprätendenten
das ewige Stillschweigen auferleget seyn würde.


Von des k. k. im Erzherzogthum Oesterreich
unter und ob der Enns aufgestellten Jud. Del.
Mil. Mixti wegen, wird mit gegenwärtigen
Edikt jedernänniglich kund und zu wissen ge=
macht
: Es habe dieses k. k. Jud. Del. Milit.
Mixti nach unterm 22. April d. J. allhier er=
folgt
=zeitlichen Hintritt, der pensionirten k. k.
Hauptmannswittib, Frau Maria Anna Fridlin,
zu Ausfindigmachung derselben etwa vorhande=
nen
Æris aheni, folgends auch zu desto siche=
rer
Abhandlung sothaner Verlassenschaft für
nöthig befunden, die sämtliche Hauptmannin
Maria Anna Fridlische Gläubiger zu Anmeld=
und Liquidirung ihrer an sothane Verlassenschaft
zu stellen habenden Sprüche und Foderungen
gerichtlich vorzuladen, und einzuberufen; da
nun auf gehorsamstes Anlangen des zu Ver=
trett
= und Richtigstellung sothaner Verlassenschaft
gerichtlich verordneten Curatoris Joseph Scken=
de
, k. k. Kriegsagenten, der 14. Augusti d. J.
früh um 9 Uhr zur gewödnlichen Konvokations=
und Anmeldungstagsaßung zu allendlicher Frist
anberaumet worden. Solchemnach werden all
und jede, welche bey gedachter Hauptmannin
Maria Anna Fridkischen Werlassenschaft um
rechtmäßiger Foderung willen einige Sprüche
haben, oder zu haben vermeinen, an obbestim=
ten
Tag und Stund in der, in der Wallner=
strasse
im Kaiserhaus im ersten Stock befindlichen
Konzley dieses k. k. Jud. Del. Mil. Mixti ent=
weder
selbst persönlich, oder durch hiezu genug=
sam
bevollmächtigte Gewaltträger alsogewiß zu
ericheinen, und ihre an sothane Verlassenschaft
habende Anfoderungen mitels Einlegung der mit
behörigen Stempel versehenen Liquidations= und
Legitimationsdokumenten anzumelden haben, als
im widrigen sie nicht mehr angehöret, sondern
ex officio vorgekehret werden wurde, was Rech=
tens
ist.


Von der gräfl. Abensberg und Traunischen
Amtskanzlen der Herrschaft Meissau wegen,
wird hiemit jedermänniglich durch dieses Edikt
kund und zu wissen gemacht: Welchergestalten
die Nothwendigkeit ersodert, wegen des bey
Jgnatz Stangl, burgerl. Leinwandhandler und
Krammer in der Stadt Meissau, sich geäußer=
ten
grossen Schuldenlast, bevorderist aber auf
desselben Behausung und Ueberländgrundstüchen
haftenden Pupillengeldern, die Jgnatz Stang=
lische
Creditores durch ein gewöhnliches Kon=

[14]

vokationsedikt bey ber allhiesigen Amtskanzley
fürfodern zu lassen Solchemnach dann wird
all und jeden, welche an befagten Stangl in
der Stadt Meissau einige Schuldfoderung zu
machen haben, eine Tagsatzung auf den 17ten
Augusti d. J. in allhiesiger Herrichafrskänzley
zu erscheinen anberaumes, welchen Tag jede
Parthey entweder selbsten, oder durch einen ge=
nugsam
Gevollmächtigten zu erscheinen, wie im
widrigen die Ausbleibende, und nicht anmelden=
te
Prätendenten mit ihren Foderungen nicht mehr
gehöret, sondern selden das ewige Stillschwei=
gen
auferleget werden wird.


Von des hochwürdig erzbischöfl. wienerischen
Konsistoriums wegen, wird hiemit jedermann
zu wissen gemacht: Es sey weyl. Herr Anton
Sobihart, resignirter Pfarrer zu St. Veit, mit
Todt abgegangen, und daher, um mit künftiger
Verlassenschaftsabhandlung sicher vorgehen zu
können, für nothwendig befunden worden, die=
jenigen
vorzuladen und anzuhören, welche an
diese Verlassenchaft einige Sprüche und Fode=
rungen
haben dürften. Da nun zu diesem En=
de
auf den 17. Augusti d. J. Rachmittag um
2 Uhr in der erzbischöfl. Konsistorialkanzley ei=
ne
Tagsatzung angeordnet worden; als haben.
all jene, welche an der Anton Sobihartlichen
Verlassenschaft eine rechtmäßige Foderung, es
sey um Erbschaft, Schuld, oder anderer Ur=
sachen
willen zu haben vermeinen, am bestim=
sen
Tag Nachmittag um 2 Uhr in der erzbi=
schöfl
. Konsistorialkanzley selbst persönlich, oder
durch einen hinlänglich versehenen Gewaltträ=
ger
alsogewiß zu erscheinen, sich behörig zu le=
gitimiren
, und ihre Ansprüche und Foderungen
darzuthun, als im widrigen auf die Ausblei=
bende
, oder nicht behörig liquidirenden Erben,
Gläubiger und Prätendenten keine Rucksicht ge=
nommen
, dieselben weiters nicht mehr gehöret,
sondern mit ihren. Sprüchen und Foderungen
für allzeit abgewiesen, und mit der Abhand=
lung
weiters vorgegangen, und was Rechtens
ist, vorgekehret werden soll.


Von des löbl. Stifts und würdigen Gottes=
haus
unser lieben Frauen zum Schotten in Wien
Grundgerichts wegen, wird hiemit zu verneh=
men
gegehen: Es habe der Justina Donatin,
einer in goldenen Degen zu St. Ulrich verstor=
benen
Laquenswittib, seel. hinterlassene Schwe=
ster
und Jnrestarerbin Magdalena Mauserin um
Ausfertigung der Konvokationsedikten, damit
in der Verlassenschaftsabhandlung um so siche=
rer
fürgeschritten werden könnte, unterm 31ten
May d. J. schriftlich angelanget, und da also
in das Begehren gewilliger, deswegen auch al=
len
und jeden, welche an der Eingangs gemeld=

ten Justina Donatin Verlassenschaft unter was
immer Namen einige Anfoderungen zu stellen
vermeinen, der 30. Augusti d. J. zur Anmeld=
und rechtlicher Erweifung ihrer Foderungen früh
um 9 Uhr in hiesiger Sristakanzley bey Be=
drohung
des ewigen Stillschweigens zu erschei=
nen
bestimmet worden. Als wird dieses allen
hierau Theilnehmenden zur Nachricht und War=
nung
hiemit erinnert.


Von der röm. kais. zu Ungarn und Böheim
königl. apost. Majestät, Erzheroginn zu Oe=
sterreich
⁊c. ⁊c. unser allergnädigsten Frauen
wirkl. geheimen Rath, Obersthofmeistern und
Landmarschallen in Oesterreich unter der Enns,
des hochgeb. Herrn Johann Wilhelm, des
heil. röm. Reichs Fürstens Trautson, Grafen zu
Falkenstein, Freyherrn zu Sprechen und Schro=
fenstein
⁊c. ⁊c. Rittern des goldenen Vließes
wegen: Den hoch= und wohlgeb. Ferdinand
Grafen v. Schullenburg hienur alles Ernsts an=
zubefehlen
, daß er sich wegen der im vorigen
Jahr sträflich begangenen Schwängerung und
Entführung einer adelichen verehligten und min=
derjährigen
Weibsperson, nach Affigirung die=
sen
Ctrationsedikt inner 6 Wochen und 3 Täg
gewißlich und unfehlbar für das löbl. abeliche
Kriminalgericht in das Landhaus anher stellen,
und keineswegs ausbleiben, widrigenfalls, da
er nicht erscheinet, er ipso facto aus der Coņ-
sortio
der Landleute excludiret werden soll: wel=
chen
er nachzukommen wissen - wird; und ge=
schieher
hieran höchsternannt Jhrer k. k. apost.
Majestät gefälliger Willen und Meynung. Wien
den 31. May 1775.


Es ist bereits im Jabr 1762 Johann Michael
Pausch, hiesiger Burgen, ohne Hinterlassung ei=
niger
Notherben verstorben, dessen Vermögen
unterm 30. April obbesagten Jahres, behörig
obrigkeitlich inventarisiret, und unter seine vor=
handene
leibliche Geschwistrigte und derselben
Kinder vertheilet worden. Nachdeme nun bey
damals vorgenommener gedacht Johann Michael
Pauschischen Vermögensvertherlung sich gezeiget,
daß der jüngste Bruder Namens Friderich Pausch,
vorhin allhier gewesener Burger und Riemer=
meister
, allschön Landabwesend, und von die=
sem
weiters nichts bekannt gewesen, als daß
er ohngefehr vor 30 Jahren mit seinem Ehe=
weib
hieher gekommen, und nach einen kurzen
Aufenthalt sich mit solcher vom hier wiederum
hinweg, und dem Vernehmen nach, nacher J=
talien
, dann von da aus wieder zurück in das
Königreich Ungarn begeben haben soll, seitde=
me
aber von seinem weitern Aufenthalt, Leben
oder Todt nicht das mindeste mehr hören ins=

[15]

sen, weswegen zwar der ihme zugefallene brü=
derliche
Erbantheil der obrigkeitlich bestellten
Vormundschaft zur behörigen Verrechnuug über=
geben
worden, gegenwärtig aber nur bemeldt
Friderich Pauschens nächste Anverwante, um
Extradirung desselben geziemend angestanden,
welches zu thun man auch von hiesigen Stadt=
magistrats
wegen nicht ungeneigt ist; als wird
vor allen oftbemeldten Friderich Pausch hiemit
in öffentlichen Zeitungsblättern kund und zu wis=
sen
gethan, auch edittaliter vorgeladen, daß sel=
ber
oder allenfalls dessen Leibeserben in Zeit
3 Monaten peremptorie a dato angerechnet,
als nämlich das 1. Monat vor den ersten,
das 2. Monat vor den zweyten, und das 3.
Monat vor den dritten Termin, entweder in
Person, oder durch einen legitimen Anwald
auf hiesigen Rathhaus erscheinen, und den be=
troffenen
Erbtheil erheben, oder in Entstehung
dessen gewärtigen solle, daß solcher den näch=
sten
Anverwanten erga cautionem extradiret
werde. Kuhrfürstl. Pfalz=Sulzbachische Stadt
Weyden den 19. Juni 1775.

Georg Thomas Goaler, Amtsburgermeister.


Von der. k. k. ni. öst. Regierung wegen, wird
blemit jedermännglich kund gemacht: Es sey
der in der hiesigen Vorstadt auf der Landstrasse
in der sogenannten Rabengasse liegende, dem
diesigen Collegio Academico der erloschenen
Gesellschaft Jesu eigenthümlich, in 4 ein halb
Joch bestehende sogenannte Ziegelacker, samt
dem darauf stehenden Gebäude, an den Herrn
Karl Grafen v. Polfy, Threr k. k. ap. Majestät
wirklich geheimen Rath, Kämmerer und Hof=
kammervitepräsidenten
, verkaufet, auch demsel=
ben
die Schutz= und Schirmung dieses Grunds
halber verschrieben, und daher bey Ratificirung
des vesfälligen Kaufkontrakts dem ni. öst. Fi=
sciadjunkto
primario Dr. Haggenmüller als
Vertretter des höchsten Aerarii aufgetragen wor=
den
, um ein in derley Fällen gewöhnliches
Schirmungsedikt anzulangen. Gleichwie nun
besagter Fisciadjunkt sothanen Auftrag befol=
get
, und auf dessen Anlangen kein Bedenken
getragen worden, in die Ausfertigung des dies=
fälligen
Schirmungsedikts zu gewilligen; als wird
hiemit allen und jeden, welche an oben benann=
ten
sogenannten Ziegelacker, samk dem darauf
stehenden Gebäude sub quocunque titulo ei=
nigen
Anspruch oder Foderung zu haben ver=
meinen
, hiemit ausgetragen, solche binnen 3 Jahr
18 Wochen und 9 Täg alsogewiß bey Regie=
rung
anzubringen, und Rechtsbeständig darzu=
thun
, als im widrigen nach Verlauf sothaner
Frist Niemand mehr angehöret werden würde.
Wien den 23. May 1773.


Bey Rudolph Gräffer, Buchhändler auf
dem obern Jesuiterplätzel, dem gräfl. Collal=
tischen
Hause gegen über, am Ecke, sind nach=
stehende
neue Bücher zu haben:

Conciliorum sacrorum nova & amplissima
Collectio a P. Mansii aliisque eruditiss. Viris
curata, XIX. Tomi, fol. maj. Florentiæ
1759 - 75.

Gleditsch J. J. systematische Einleitung in
die neuere Fostwissenschaft, 2 Thelle, 8. Ber=
lin
1774. 4 fl.

Plenk J. J. Sammlung von Beobachtungen
über einige Gegenstände der Wundarzneywissen=
schaft
, m. Kupf. neue vermehrte Auflage gr. 8.
Wien 1775. 1 fl. 8 kr.

Ejusd primæ Lineæ Anatomes, in Usum
Prælectionum, 8. maj. ibid. 1775. 1 fl. 15 kr.

Gesscher (Dav. van) Abhandlung von der
Nothwendigkeit der Amputation, a. d. Holländ.
übers, 8. Wien 1775. 42 kr.

Onomatologiæ botanicæ, slebenter Theil.
gr. 8. Ulm 1775. 2 fl.

Etat civil, politique & commerçant du
Bengale, ou Histoire des Conquêtes & de
l' Administration de Ia Compagnie angloise
dans ce pays, pour servir de Suite à l'histoi-
re
philosophique & politique, 2 Tomes, fig.
gr. 8. Haye 1775. 2 fl. 45 kr.

Lorezzo, Anecdote, par Mr. d'Arnaud,
fig. gr. 8. PAris 1775. 1 fl. 30 kr.

Fables choisies mises en Vers par J. de la
Fontaine, ornées d'Estampes, IV. Volumes,
gr. fol. Paris 1755. relié.

OrIando furioso di Ludovico Ariosto, con
bellissime stampe in rame, IV Volumi, gr.
8. Birmingham presso Baskerville 1773. ligat.

Theatre de P. Corneille, avce des Com-
mentaires
& autres Morccaux interessans;
orné d'un nombre d'Estampes, VIII Volu-
mes
, gr. 4. Geneve 1774. 36 kr.

Histoire de France depuis l'Etablissement
de Ia Monarchie jusqu'á Louis XIV. XI To-
mes
, gr 4. Paris 1770 - 71.

Histoire naturelle Pline, traduite en
françoise avec le Texte latin & des notes
pour l'ecIairciffement, VI Tomer, gr. 4.
Paris 1771 - 73. 34 fl.


Bey Verlegern dies wienerischen Diariums
ist zu haben:

Die k. k. Haupt= und Residenzstabt Wien
auf einen Bogenstück zu Handwerkskundschaften
eingerichtet, sauber in Kupfer gestochen, mit
der gewöhnlichen Handwerksfertigung das Stück
10 kr., ohne der Handwerksfertigung, das
Stück 7 kr.

[16]

Jn der von Ehelenschen Buchhandlung, auf dem hohen Markt
nahe an den Fleischbänken, der Schlange gegenüber, im Postelschen Hause
Nro. 520 sind nebst vielen alten sehr raren und neuen Büchern, Landkarten
und Kupferstichen, auch folgende zu haben.


  • Entretiens dans les quels on traite de Entreprises de l’Espagne, 8. a Ia Haye 1719. 45 kr.
  • Eloge de M. Pothier, 8. Paris 1772. 30 kr.
  • Elemens de ealcul numerique & algebrique par Nicoleau Angers 1771. 1 fl.
  • Extrait des Epistres de Seneque par M. Sablier, 8. Paris 3770 1 fl.
  • Dictionnaire nouveau historique geographique Univeriel 4 parties. gr. 8. Basle 1766. 6 fl.
  • Elemens de l’Histoire romaine avec des Cartes & der Tableaux analytiques par Mr. Men-
    telle
    , 2 Tomes. gr. 12, Paris 1773. 2 fl. 40 kr.
  • Die Dorfgalla eine Komische Oper, 8. Gotha 1774. 36 kr:
  • Guide de Commerce contenant quatre parties en fol., 8. Paris 1773. 9 fl.
  • Discours Sur l’Importance & Ia neceffité de l’Ecude de l’Architecture, 8. Vienne 17 kr.
  • Histoire de Tacite en Iatin & en francois par Mr. Dotteville 2 Vol., gr. 12. Paris 1772.
    2 fl. 40 kr.
  • - - - - de l’Empire Ottomane depuis Son origine jusqu’ a Ia paix de Belgrad par Mignot,
    4 Vol. gr. 1771. 6 fl.
  • - - - - abregé des philosophes & de semes celebres par Mr. Burry, 2 Tomes, 8. Paris
    1773. 2 fl. 40 kr.
  • La felicité publique, consideré dans Ies paysannes, par Mr. Vignoli, 8. Lausanne 1770.
    40 kr.
  • Histoire generale de l’Asie, l’Afrique & l’Amerique, 12. VoIum. gr. 12. Paris 1770. 15 fl.
  • Lettres Serieusen & badines sur Ies ouvrage des Savans & sur d’autres matieres, V Tomes,
    8. à la Haye 1770. relié 6 fl.
  • Recucil de lettres de Madame Sevigné, 9 Tomes, 8. Dresde 1753. 8 fl.
  • Louise ou la pouvoir de la vertu du Sexe conte moral, 8. Francfort 1771. 40 kr.
  • Maximes & Reflexions nouvelles sur la litterature, 8 Amsterd. 1773. 1 fl. 20 kr.
  • La Messe pascale poeme du St. Alexandre, 8. Paris 1772. 3 fl. 40 kr.
  • Lettres edisiantes, 8. Bruxelles 1771. 40 kr.
  • Le Laboureur, ou cours d’agrieulture pratique, 12. Paris 1771. 1 fl.
  • Lettres à un ami sur les avantages deIa Liberté, du commerce des grains &c.12. Amsterd.
    1768. 40 kr.
  • Louise, oder der Sieg der Unschuld, ein Driginaldrama. 8. Prag 1775. 28 kr.
  • Geschichte der Steinkodlen und des Dorfs, 8. Manheim 1775. 24 kr.
  • Milton und Elmire, ein Singspiel, 8. Franks. 1775. 15 kr.
  • Wohlfärtstädters Anfangsgründe der Rechenkunst, 8. Salzb. 1772. 12 kr.
  • Deßings Schulgeographie für junge Leuts, 8. daselbst 1761. 48 kr.
    Hagers vollständiges Kochbuch, 4. das. 1765. 1 fl. 20 kr.
  • Reichssiegels kurze Erdbeschreibung, 8. das. 15 kr.
  • Geistliches Seelenbrod frommer Herzen, bestehet in wahrer Andacht zu Gott ⁊c. 8. das. 1769.
    34 kr.
  • Les deux Miliciens, ou l’Orpheline Villageoise. 8. Paris 1771. 40 kr.
  • Ia Mere Falouse, Comedie en 3. actes. 8. Paris 1772. 45 kr.
  • - - - - Coquette, ou Ies amans brouillés par Mr. Quinault, 8. Paris 1769. 45 kr.
  • Description des Tableaux de Ia Gallarie Royale & du Cabinet de Sans-Souci, 8. Potsdam
    1771. 1 fl.
  • la Chretien etranger Sur Ia terre, 8. Paris 1771. 1 fl.
  • Dictionaire du Diagnostic, ou I’Art de connoitre les maladies, 8. Paris 1771.1 fl.12 kr.
  • Deliberations & Memoires de Ia Societé royale d’Agrieulture, 2 Tomes, 8. Rouen 177⟨3⟩.
    3 fl. 20 kr.
  • les devoirs de I’home, ou l’abregé de Ia science du Salut &c., 12. Paris 1771. 17 kr
  • Dictionaire de Morale philosophique par Joly, 2 Tomes, Paris 1771. 4 fl.
  • - - - - universel de Medicine de Chirurgic & de l’art Veterinaire &c. 6 Tomes, 8. Paris
[17]
Nachtrag zum Wiener=Diarium Nro. 53. 1775.

Nachricht.

Jn der Römerstrasse Nro. 911. ist im drit=
ten
Stocke ein großes Zimmer auf die Gasse
unmeublirt auf kommenden Michaeli zu verlas=
sen
, und ist sich im ersagten Hause im dritten
Stocke auf der ersten Stiege rechter Hand des
weitern zu erkundigen.


Es sind zwey Zugpferde, Schwarzschimmel,
Hengsten, aus einem guten Gestüt, dann drey
zugerittene Reitpferde, ein Schwarzbraun, Sie=
denbürger
, Wallach; ein Kastanienbraun, eben=
falls
Wallach, und ein schöner Schimmel,
Hengst, zu verkaufen; die Liebhaber hiezu kön=
nen
sich am Kohlmarkt im Wallenfeldischen
Haus Nro. 1179 anfragen.


Zu Gersthof nächst Weinhaus vor der Wäh=
ringerlinte
ist ein wohlgebautes Haus Nro. 10
und 11 samt Einrichtung, Garten und daran
stossenden Hausgrund zu verkaufen; selbes hat
9 bequem abgetheilte Wohnzimmer, hiernächst
sine Salatertena, ein Billardzimmer und Bil=
lard
, ein Glashaus samt Wohnung für den
Gärtner, viele Böden, wohlgebaute Keller auf
2000 Eimer Wein, vier abgesönderte Zinns=
wohnungen
, doppelte Einfahrt, Stallungen für
Pferde und Rindvich,3 gute Brünne, Wa=
genschupsen
und andere Bequemlichkeiten, der
Garten ist mit den beßten Obstbäumen seit vier
Jahren neu ausgesetzt. Das weitere ist in der
Römerstrasse im grossen Romhof im 2ten Stock
zu erfragen.


Jn dem Markt Pottendorf ist ein Freyhaus
samt dabey befindlicher Saifensiedergerechtigkeit,
mit oder ohne Grundstücken zu verkaufen, wer
solches zu kaufen Lust hat, kann sich zu Klo=
sterneuburg
bey Joh. Georg Wischer, burgerl.
Saifensieder melden.


Von der k. k. ni. öst. Vicedomamtsadministra=
tionsgrundbuchs
wegen, wird hiemit jedermann
kund und zu wissen gemacht: Es sey auf das
von Kaspar Ottinger, k. k. Schweizergardisten
m⟨t⟩ario ⟨ ⟩ des Peter Tally, und deren
Gebrüdern Müller in punkto eines wider die
Katharina Rettmayrin als Braunische Univer=
salerbin
in ordine Executionis eingeklagten
Satzkapital pr. 2000 fl. cum sua causacausaunterm
10. des Monats May beschehene Anlangen in
die Licitirung der derselben im alten Lerchenfeld
in der Neugassen liegenden anher dienstbaren
Behausung zum grünen Krenz genannt, gewil=
liget
, und zu dem Ende der 6. Juli d. J. Vor=
mittag
um 10 Uhr zur Licitationstagsatzung

bestimmet worden. Solchemnach werden dieje=
nige
, so die obermeldt = Braunische Behau=
sung
zu erkaufen gesinnet sind, bey vorersagt
angeordneten Licitationstagsatzung in dem in
der Annagassen in dasigen Kloster bey St. An=
na
im ersten Stock befindlichen k. k. Vicedom=
amt
entweder selbst oder durch hiezu Bevollmäch=
tigte
zu erscheinen, und sich behörig anmelden
zu lassen haben, wo sodann mit den Meist=
bietenden
der Kauf geschlossen, und hierüber
das weitere fürgekehret werden wird.


Wir Burgermeister und Rath der Stadt
Wien, geben hiemit jedermann zu vernehmen:
Es sey auf Anlangen des gerichtl. aufgestellten
Curat. ad lites verwilliget worden, den Seid=
lisch
burgerl. Erbsenhandel öffentlich auszufeilen
und an den Meistbietenden zu verkaufen. Da
nun zu diesem Ende der 8. Juli dies Jahrs be=
stimmet
ist. So haben die jene, welche gedach=
ten
Erbsenhandel zu kaufen Willens sind, an
dem bestimmten Tage, oder da wir diesen Tag
anderer Verhindernissen halber, nicht zu Rath
lässen, den nächst darauf folgenden Rathstag
fruh um 8 Uhr vor uns zu erscheinen, und sich
durch unserm und gemeiner Stadt geschwornen
Rathsdiener anmelden zu lassen, folglich der
weitern Behandlung abzuwarten.


Von der gräst. Perlaßischen Amtskanzley der
Herrschaft Paasdorf wegen, wird hiemit jeder=
mann
kund gemacht: Es sey die zu Verkaufung
der Lorenz Riegerischen Hofstattbehausung zu
Paasdorf samt der darauf radicirt. Huefschmids=
gerechtigkeit
, und einiger Ueberländgrundstücke,
den 14. Juni angeordnet geweste Licitations=
tagsatzung
aus Ermanglung hinlänglicher Käu=
fer
fruchtlos abgeloffen, mithin die Nothdurft
erheischet, eine nochmalige und 2te auf den 12.
Juli anzuberaumen; als werden die hiezu Lust=
tragende
an obbestimmten Tag früh um 7 Uhr
in der Herrschaftskanzley zu Paasdorf zu erschei=
nen
, und der Licitation abzuwarten wissen.


Wir N. N. Superintendenten und Spital=
meister
des Burgerspitals in Wien, geben hie=
mit
jedermann zu vernehmen: Es sey auf das
von dem Joseph Herzogischen Curatore ad li-
tes
Herrn Doktor Trenker, über die in Er=
manglung
einiger Käufer fruchtlos verstrichene
Licitationstagsatzung, unterm 1. Juni d. J.
um eine anderweitige Licitirung der Herzogi=
schen
zur golden Sonn genannt= in Rusten an
der Schönbrunnerstrassen bey Penzing liegenden
Cridäverlassenschaftsbehausung, worauf de= Zeit

[18]

der Weinschank exerciret wird, samt zugehöri=
gen
Garten und Acker, beschehene Anlangen, in
die nochmalige Ausfertigung der behörigen Lici=
tationsedikten
gewilliget, und zu dem Ende der
13. Juli d. J. zur Licitationstagsatzung be=
stimmet
worden. Solchemnach haben all und
jede, welche obgedacht Herzogische Behausung
samt zugehörigen Garten und Acker an der
Schönbrunnerstrassen bey Penzing zu kaufen ge=
sinnet
sind, an vorbestimmten Tag in der Bur=
gerspitalsgrundstuben
früh um 9 Uhr, entwe=
der
selbst persönlich, oder durch genugsam be=
vollmächtigte
Gewaltträger zu erscheinen, wo
sodann mit dem Meistbierenden der Kauf ge=
schlossen
, und hierüber das weitere fürgekehret
werden soll.


Von der k. k. ni. öst. Vicedomamtsadmini=
stration
wegen, wird hiemit jedermann kund und
zu wissen gemacht: Demnach über die letzthin
fürgeweste jedoch fruchtlos abgeloffene zweyte
Licitation des im alten Lerchenfeld in der so=
genannten
Neugassen Nro. 79 gelegen zum gol=
denen
Ochsen genannt, Anton Mütterischen an=
her
dienstbaren Hauses, der in dieser Schulden=
massäsachen
gerichtlich aufgestellte Curator ad
lites Herr Doktor Panstingl um eine nochmali=
ge
anzuordnende 3te Licitation geziemend gebe=
ten
, und dann hiezu der 15. Juli Vormittag
um 10 Uhr in der Annagassen allhier in dasi=
gen
Kloster bey St. Anna im ersten Stock be=
findlichen
Amtskanzley bestimmet worden. Als
werden der oder diejenigen, welche sothane Mül=
lerische
Behausung zu kaufen gedenken, entwe=
der
selbst oder durch genugsam Bevollmächtigte
an obbemeldten Tag. Stund und Ort sich ein=
zufinden
, und behörig anmelden zu lassen ha=
ben
. Wo alsdann mit dem Meistbietenden der
Kauf geschlossen, und das weiters erfoderliche
fürgekehret werden wird


Von der k. k. ni. öst. Vicedomamtsadmini=
stration
wegen, wird hiemit jedermann kund und
zu wissen gemacht: Demnach über die letzthin
fürgeweste, jedoch fruchtlos abgelofene Licita=
tion
, des im alten Lerchenfeld an der Haupt=
und theils in der sogenannten Neugassen, Nr.
115 gelegenen Hirschmannischen Behausung,
der gerichtlich verordnete Windermayerische Hr.
Curator ad Actum, wider den Jakob Hirsch=
mann
gewest= burgerl. Kleinfleischselcher, und
Maria Anna dessen Ehewirthin, um eine noch=
malige
anzuordnende Licitationstagsatzung gezie=
mend
gebeten, und dann hiezu der 15. Juli
d. J. Vormittag um 10 Uhr in der, in der
Annagassen allhier in dasigen Kloster bey St.
Anna im ersten Stock befindlichen k. k. Vice=
domamtsadministrationskanzley
bestimmet wor=

ben. Als werden der oder diejenige, welche
sothane Hirschmannische Behausung zu kaufen
gedenken, entweder selbst, oder durch genug=
sam
Bevollmächtigte an obbemeldten Tag, Stund
und Ort sich einzufinden, und sich behörig an=
melden
zu lassen haben, wo sodann mit dem
Meistbietenden der Kauf geschlossen, und das
weiters erfoderliche fürgekehret werden wird.


Wir Burgermeister und Rath der Stadt
Wien gehen hiemit jedermann zu vernnohmen:
Es sey über die schon ehedessen angeordneten
Licitationstagsatzungen verwilliget worden, das
Strisseckisch in der Rossau liegende Haus sub
Nro. 105 abermal öffentlich auszufeilen, und
allenfalls auch unter der Schätzung, an den
Meistbietenden zu verkaufen. Da nun zu die=
sem
Ende der 15. des Monats Juli d. J. be=
stimmet
ist. So haben diejenige, welche gedach=
tes
Haus zu kaufen willens sind, an den bestim=
ten
Tage, oder da wir anderer Verhindernis=
sen
halber, diesen Tag nicht zu Rath sässen.
den nächst darauf folgenden Rathstag fruh um
8Uhr vor uns zu erscheinen, und sich bey un=
serm
und gemeiner Stadt Wien Grundbuch
durch den Amtsschreiber anmelden zu lassen,
folglich der weitern Behandlung abzuwarten.


Den 17. Juli d. J. fruh um 9 Uhr wird in
dem freyen Thurnhof zu Brunn nächst Enzers=
dorf
das in dieses Grandbuch dienstbare zu der
weil. Anna Maria Kirchmayrin seel. Verlas=
senschaft
gehörige zu Bertholdsdorf in der Wie=
nergasse
gelegene Haus Nro 222 bestehend aus
1 Zimmer und Kuchel zu ebener Erde, dann 3
Zimmer, 1 Kammer und 1 Kuchel im ersten
Stock, Keller, Holzgewölb, Obstgarten und
hieranstossen des Ackert, welch alles zusammen
auf 763 fl. von obbesagten Grundbuch geschätzt
worden, dem Meistbietenden licitando verkauft
werden.


Wir N. N. Superintendenten und Spital=
meister
des Burgerspitals in Wien, geben hie=
mit
jedermann sowohl An= als Abwesenden zu
bernehmen: Wasmassen auf intestat Absterben
wayl. Magdalena Weinhardin, vorhin verehe=
ligt
gewesten Königin, behausten Burgerspitals
Unterthanin zum Reichsapfel in Rustendörfel
an der Penzingerstrassen, über das von der=
selben
aus erst= und anderter Ehe rückgelassenen
5 Kindern sub Dato 6. April d. J. hierorts
schriftlich beschehesse Anlangen ergangene Ver=
ordnung
, wegen sicherer Abhandlung der Ver=
lassenschaft
, absonderlich aber zu Aussindigma=
chung
des etwa vorhandenen Æris alieni für
nöthig befunden worden, die sämtliche sowohl
in, als außer Land befindliche Gläubiger zur

[19]

Anmeld= und Liquidirung ihrer zu stellen ha=
benden
Foderungen gerichtlich vorzuladen und
einzuberufen, da nun hiezu der 10. Juli d. J.
früh um 9 Uhr zur allendlichen Frist bestimmet
worden ist. Solchemnach werden all und jede,
welche an der bemeldten Magdalena Weinhar=
din
, vorhin vereheligt gewesten Königin seel.
Verlassenschaft einige Sprüche in Schuldsachen
ex quocunque titulo zu stellen vermeinen, an
obbestimmten Tag und Stund in der Burger=
spitalsgrundstube
in Wien, entweder selbst per=
sönlich
, oder durch genugsam bevollmächtigte
Gewaltträger alsogewiß zu erscheinen, ihre Fo=
derungen
anzumelden und behörig zu liquidiren
haben, wir im widrigen bemeldte Verlassen=
schaftsabhandlung
dennoch fürgenommen, den
vorhandenen leiblichen Kindern als Jntestater=
ben
das obhandene Vermögen, ungehindert der
etwa vorfindigen Gläubigern, so sich mit ihrer
Foderung nicht gemeldet haben, eingeantwor=
tet
, den Ausbleibenden hingegen das ewige
Stillschweigen auferlegt, und Niemand mehr
angehöret, sondern was Rechtens ist, ex offi-
cio
vorgekehret werden soll.


Von des löbl. k. k. Banalischen Staabs= und
Obergerichts wegen, wird anmit jedermänniglich
dem daran gelegen kund und zu wissen gemacht:
Es sey der in der königl. kroatischen Freystadt
Agram angestellt geweste orientalische Dollmetsch
Herr Johann Nepomuk v. Ettinger den 12. Jän=
ner
d. J. mit Todt abgegangen, und habt ver=
mög
Testament seine Frau Gemahlin, gehobe=
ne
Kirchwegerin v. Hohenbrun, zur Universaler=
bin
der ganzen Verlassenschaft eingesetzet; wann
nun zur ordentlichen Abhandlung dieser Verlas=
senschaft
das Æs alienum zu wissen erfoderlich
seyn will, als werden alle hieran Theilnehmen=
de
zur Anmeld=Legitimir= und Liquidirung ih=
rer
ex quacunque habenden
Sprüche oder Schuldfoderung bey obgenannten
löbl. Gericht den 26. Juli d. J. pro 1mo
3tio Termino peremptocio vorgeladen und in
Warasdin zu erscheinen haben, wie im widri=
gen
, wenn sich dieselbe in der eingeraumten
Zeitfrist nicht gehörig entweder selbst persönlich,
oder durch hiezu genugsam bevollmächtigte Ge=
waltträger
anmelden und legitimiren werden,
man nach Berstreichung der bestimmten Zeitfrist
mit der gewöhnlichen Abhandlung gleichwolen
vorgehen, forthin ungehindert der nicht erschei=
nenden
Gläubigern ex officio vorkehren werde
was Rechtens ist. Warasdin den 10. Juni 1775.


Es wird hiemit kund gemacht