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Wiener Zeitung

Nr. 101, 17. Dezember 1785

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[1]

Nro.

101

Wiener Zeitung.

Sonnabend den 17. December 1785.


Quid VERUM atque DECENS curo et rogo


Jnländische Nachrichten.

Wien.

Des Kaisers Majestät haben aller=
gnädigst
geruhet, den Grafen La=
dislaus
Erdödy von Manyoro Kerek,
des Kreuzerkomitats Obergespann, und
den bisherigen Hofsecretair bey der Un=
garisch
=Siebenbürgischen Hofkanzley,
Hrn. Franz Bedekovics von Kumur zu
Kön. wirkl. Hofräthen an dem Statt=
haltereyrathe
von Ungarn zu ernennen.

Den Kön. Hofrath und Referenten bey
der Ungarisch = Siebenbürgischen Hofkanz=
ley
, Hrn. Joseph Nagy von Fölsö=Bük
haben Se. Maj. in Rücksicht seiner vor=
züglichen
Verdienste mit dem Kleinkreu=

ze des Kön. Ungarischen St. Stephans=
orden
zu beehren geruhet.

Durch ein Hofdekret vom 27ten No=
vemb
. haben Se. Maj. zu befehlen ge=
ruhet
, daß die bisher gewöhnliche Aus=
räucherung
der Häuser an den Voraben=
den
der Weihnachten, des Neujahrs
und des Dreykönigfestes in Zukunft
gänzlich eingestellt seyn, und unterblei=
ben
soll.

Die N. Oest. Landesregierung macht
nachstehende allerhöchste Verfügungen zu
jedermanns Wissenschaft kund:

„Durch ein höchstes Hofdekret vom 9.
d. M. ist verordnet worden: daß, ob=


[2]

gleich in dem 31. §. des neuen Zollpa=
tentes
die Städte Klagenfurt und Lay=
bach
unter jenen Städten nicht begriffen
seyn, in welchen den auswärtigen Kauf=
leuten
die Besuchung der Jahrmärkte er=
laubt
worden ist, es doch bey der un=
ter
dem 9. September 1783 ergangenen
Verordnung sein unverändertes Ver=
bleiben
habe, vermög welcher die Jahr=
wärkte
zu Klagenfurt und Laybach, so
wie jene zu Grätz und Linz dergestalten
frey erklärt worden sind, daß sie von
inn= und ausländischen Handelsleuten al=
ler
Religionen besucht werden mögen.

„Durch höchstes Hofdekret vom 9. d.
M. ist verordnet worden: da in der im
verflossenen Jahre kundgemachten neuen
Zolltariffe in den Abdrücken bey dem Es=
sitozolle
von dem gelben oder ungebleich=
ten
Wachse die Ziffer verwechselt, und
anstatt 12 1/2 kr. pr. Centen, 21 1/2 kr.
angesetzt worden seyen; so sey das Pub=
likum
von diesem unterlaufenen Druck=
fehler
mit dem Beysatz zu verständigen,
daß von dem gelben, oder ungebleichten
Wachse der Essitozoll nur mit 12 1/2 kr.
pr. Centen zu entrichten ist.

Für die hiesiger neuerrichtete chirurgi=
sche
Akademie in der Währingergasse sind
vor Kurzem aus Florenz mit 20 Maul=
thieren
79 Kisten und 6 Statuen anato=
mischer
Wachspräparate angekommen,
die von grosser ⟨⟩ ⟨⟩barkeit und Schön=
heit
sind.

Böhmen. Da der Erzbischof von Prag,
als Metropolit, den 11. d. M. zur Kon=
sekrirung
des neuen Bischofs von Bud=
weis
, Grafen von Schafgotsch bestim=
met
hatte, so ist dieser den 9. in Prag
angelangt.

An dem bestimmten Tage Morgens
um 9 Uhr fuhren Se. bischöfliche Hoch=
würden
mit 4 Galawägen, worinn die
begleitenden Personen sassen, gegen das
Schloß auf, wurden allda von der ho=

hen Geistlichkeit empfangen, und in die
Metropolitankirche begleitet. Nach 10
Uhr sieng der ordentliche feyerliche Kon=
sekrazionsaktus
an, den der Fürst Erz=
bischof
von Prag mit den gewöhnlichen
Ceremonien der Salbung, und des Auf=
legens
der Evangelien und kanonischen
Bücher auf das Haupt, vornahm. Bey
dem Meßopfer, welches der Fürst Erz=
bischof
mit dem neuen Bischofe an zwey
Altären neden einander verrichteten, und
wobey Ersterer dem Letztern die geweihte
Hostie, und den Kelch zum Genuße mit=
theilte
, haben die Herren Weihbischöffe
von Prag und Ollmütz dem neugeweih=
ten
Bischofe, so wie auch bey den übri=
gen
Handlungen assistirt.

Der Budweiser Dombechant Hr. An=
ton
Büttner, und der Domprobst Frey=
herr
von Hegenmüller sind mit Bewilli=
gung
Sr. Kaiserl. Maj. in Ansehung
ihrer Würden, mit Jnfel und Stab be=
ehrt
worden.

Aus Brünn wird unter dem 10. De=
zemb
. geschrieben: „Der 21. November
war für den Markflecken Hösting im
Znaymerkreise ein höchst unglücklicher
Tag, indem durch eine aus Unvorsich=
tigkeit
eines Weibes entstandene Feuers=
brunst
, der eifrigst angewandten =
schungsmittel
ungeachtet, fast alles auf
einmal in Brand gerieth, so, daß man
ausser dem Gatterburgischen Schlosse,
der Kirche, dem Pfarrhofe und dem
Bräuhause, binnen zwey Stunden 80
Häuser und 60 Scheuern mit allem vor=
räthigen
Getraide, in Schutt und Asche
verwandelt sah, ohne auch nur das Ge=
ringste
retten zu können. Bey diesem so
schweren Unglücke äusserte sich das Mit=
leiden
der Nachbarn mit grosser Thätig=
keit
, indem den bedauernswürdigen. Ein=
wohnern
von Hösting gleich folgenden
Tages eine Mengr Brods und anderer
Lebensmittel zugeführt wurden, wobey
die Frau Gräfinn von Gatterburg, die

[3]

Herren von Barchonides und Pilers=
dorf
, nebst den Herren Pfarrern von
Ezastohoritz, Mährisch=Budweis und
Biskowis, sich besonders großmüthig
bewiesen.



Ausländische Begebenheiten.

Frankreich.

Für die von Monsieur, dem Bruder
des Königs, an den zweytgebohrnen
Sohn Sr. Maj. dem Düc de Norman=
die
, gemachte Schänkung hat der König
seinem Bruder eine von ihm für ein An=
lehen
von 1,800,000 Livres ausgestellte
Obligation zurückgegeben. Auch heißt
es, läßt ihm der König ein Schloß auf
dem Landgute Brünoi erbauen. Dieses
Schloß sammt dem Gute und den übri=
gen
Besitzungen des Monsieur, selbst sein
ganzer Hofstaat, sind nach seinem To=
de
für den Herzog von Normandie be=
stimmt
.

Der König hat dem Hause Orleans
alle 6 Regimenter gelassen, die es bis=
her
befaß, obschon durch den Tod des
alten Herzogs drey davon erlediget wor=
den
sind. Das Regiment Savoye= Ca=
rignan
haben Se. Maj. dem Düc d’An=
gonleme
, einem Sohne des Grafen von
Artois, verliehen. Der Herzog ist daher
zum Obristen und Commandanten, der
Graf von Serent zum zweyten Obersten
ernannt worden.

Der bisherige Gouverneur von St.
Domingue, Hr. v. Bellecombe, ist nach
Paris zurückgekommen, und am 20. Nov.
bey Hofe vorgestellt worden. Am 26.
v. M. nahm der an seine Stelle ernann=
te
Graf von Lüzerne bey JJ. MM.
seinen Abschied.

Unter dem 13. Nov. ist ein Arret des
Staatsrathes erschienen, welches auf alle
fremde in das Königreich eingeführte
Wägen zu 4 Rädern einen Zoll von 800

Liv. legt. Fremde Reisende, die mit ih=
ren
Wägen in das Land kommen, erle=
gen
die nämliche Summe, erhalten aber
dafür eine Consignazion, gegen welche
ihnen dieselbe wieder ersetzt wird, wenn
sie mit den nämlichen Wägen fortreisen.
Wenn sie Willens sind, mit dem näm=
lichen
Wagen wieder zu kommen, und
es anzeigen, so erhalten sie ein Certifi=
kat
, gegen welches sie alsdann ganz un=
gehindert
wiederkehren können.

Die Auslieferung der ungeprägten
Louisd’or ist durch einige Tage verzögert
worden, weil der Stempel, womit die
ersten bereits geschlagen waren, dem Hrn.
v. Calonne, in Ansehung der Kunst,
zu schlecht schien. Er hat daher einen
neuen verfertigen und alle mit dem vo=
rigen
Stempel schon ausgeprägte Louis=
d’or
wieder einschmelzen lassen.

Man glaubte, das Parlament würde
am 4. Dec. in der Sache des Card. Ro=
han
einen Ausspruch thun; aber nun
heißt es, soll wieder ein Verschub Statt
haben. Dieser soll durch das Memoire
veranlasset worden seyn, das die Dame
de la Mothe durch ihren Sachwalter, Hrn
Doillot, zu ihrer Vertheidigung hat be=
kannt
machen lassen. Dieses giebt der Ge=
schichte
mit dem Halsbande eine neue für
den Cardinalen sehr ungünstige Erläute=
rung
. Es besteht aus 46 Seiten in 4to.
Ein grosser Theil desselben enthält die Ge=
nealogie
der Dame de la Mothe, gebohrne
St. Remi=Valois; hierauf erzählt man
darinn die Art, wie dieselbe mit dem
Cardinalen bekannt geworden ist, und
die Unterstützungen, die sie von Sr. Em.
erhalten hat. Endlich kömmt man an
die Angelegenheit mit dem Diamanten=
Halsband. Es heißt allda, der Cardi=
nal
selbst habe dasselbe in Stücke zerthei=
len
lassen, und einen Theil der Diaman=
ten
dem Hrn. de la Mothe, Gemahl
der Gefangenen, gegeben, damit er die=
selben
in England verkaufe; es sey auch
das davon gelöste Geld aus London an
den Wechsler des Cardinals zu Paris

[4]

angewiesen worden; einige andere Dia=
manten
soll der Cardinal gebraucht ha=
ben
um eine Bonboniere damit zu bese=
tzen
; wieder andere sollen zu Paris an
zwey Juweliere verhandelt worden seyn,
und sie Mad. de la Mothe soll selbst ei=
nige
erhalten haben. Der Graf von Ca=
gliostro
wird vieler Betrügereyen be=
schuldiget
. Um Ende beklagt die Gefange=
ne
, daß der Kardinal bey seiner Verhaft=
nehmung
Zeit und Gelegenheit gefunden
habe, einen Theil seiner Correpondenz
verbrennen zu lassen; sie behauptet,
das müsse eben diejenige seyn, die in
Betref des Halsbandes zwischen dem
Cardinalen und ihr geführet worden ist,
und die allein im Stande wäre, die Sa=
che
auf die überzeugenste Weise aufzu=
klären
.

Die in diesem Memoire angeführten
Thatsachen haben die allgemeine Aufmerk=
samkeit
um so mehr rege gemacht, als
man fast allgemein geneigt wurde zu
glauben, der Cardinal sey in der Sache
ganz ohne Wissen und Willen hintergan=
gen
worden. Seine vier Advokaten ha=
ben
sich alsogleich zu ihm in die Bastille
begeben, um ihn über den Jnhalt jenes
Memoires zu vernehmen, und dagegen
zu vertheidigen.

Es verdient eine Bemerkung, daß die
Druckereyen zu Paris jährlich eine Sum=
me
von 46 Millionen Livr. hervorbrin=
gen
. Von diesen Schriften geht ein gros=
ser
Theil ausser Landes, vorzüglich auch
nach Deutschland (London bringt nur
ein Viertheil dieser Summe hervor, und
Leipzig, die Riederlage des deutschen
Buchhandels, hat auf den Messen nur
einen Bücherumschlag von etwa 500,000
Rthlr. im Durchschitte.)

Großbritannien.

Durch eine Proklamazion von 22. Nov.
hat der König aufs neue die Parlaments=
sitzung
vom 1. Dezemb. zum 24. Jäner
k. J. verschoben.

Auf gleiche Weise ist die Sitzung des
Parlamentes zu Dublin vom 22. Nov.
zum 6. Dezemb. verschoben worden.

Der Staatssekretaire von Jrland,
Sir Thomas Orde, ist von Sr. Maj.
zum geheimen Nath ernannt worden, und
hat in dieser Eigenschaft am 23. Nov.
den Eid der Treue geschworen.

Für den zu Tyrnau in Ungarn am 6.
Nov. verstorbenen Herzog Georg von
Meklenburg=Streliz, Brudern der =
niginn
, hat der Hof am 1. Decemb. die
Trauer angezogen.

Der bisherige Kommandant von Si=
braltar
, General Elliott, wird ehestens
von seinen Posten abgelöset werden, und
nach England zurückkommen. Der König
hat den General Rainsforth an seine
Stelle ernannt.

Ein neuerbautes grosses Ostindisches
Theeschif wurde vor Kurzem zu London
mit vielem Gepränge vom Stappel ge=
lassen
, und erhielt dem Minister zu Eh=
ren
, den Namen Pitt. Er war mit dem
Großkanzler, und dem Präsidenten der
Ostindischen Compagnie selbst gegenwär=
tig
, und nahm darauf mit diesem, den
Direktoren der Compagnie, und mehr als
200 Gästen, in einer Taverne das Mit=
tagmahl
ein.

Man versichert, daß der schon er=
wähnte
Finanzplan, den dieser Minister
dem Parlamente vorlegen will, zum
Vortheil des Staats sehr tief durchdacht
sey, und die Nazion sehr angenehm ü=
berraschen
werde. Die Budentaxe soll
dahin abgeändert werden, daß sie auch
den Großhändlern auferleget wird, da=
mit
die Krämmer nicht mehr über Par=
theylichkeit
klagen mögen.

Vereinigte Niederlande.

Die Ratifikazionen des Definitivfrie=
dens
mit dem Kaiser, und des mit Frank=
reich
geschlossenen Allianztraktates gehen
nun nach und nach in allen Provinzen
vor sich. Die Staaten von Holland und

[5]

Westfriesland haben sie am 30. Nov.
vorgenommen. Auch die Provinz Gel=
dern
, obschon sie die Ratifikazion des
ersteren Traktates denjenigen Provinzen
überläßt, welche die Preliminarien ge=
schlossen
haben, ist ohne Vorbehalt dem
Allianztraktate beygetretten. Jn See=
land
hat die Stadt Zirriczee am 25.
Nov. eine weitläufige Entschliessung ab=
gefaßt
, wodurch sie nicht nur die Rati=
fizirung
beyder Traktate genehmigen,
sondern auch die von der Stadt Mid=
delburg
unter dem 5. Nov. in der Ab=
sicht
gefaßte Entschliessung, die Allianz
mit Frankreich zu hintertreiben, Punkt
für Punkt bestreitet. Man zweifelt
überhaupt gar nicht, daß endlich alle
Provinzen dem Beyspiele der Staaten
von Holland und Westfriesland folgen
werden.

Diese Staaten haben durch den mit
dem Kaiser zu Stande gebrachten Frie=
den
, und durch die Allianz mit Frank=
reich
ein neues Ansehen, und eine ver=
doppelte
Macht erhalten. Da es
sonst seit 1748 gewöhnlich war; daß die
Offiziere von der Garnison an den Ge=
burtstage
der Prinzen und Prinzessinnen
von Oranien in Galauniforme auf der
Parade erschienen, so ist ihnen dieses bey
der am 28. Nov. eintreffenden Gelegen=
heit
für immer gänzlich untersaget wor=
den
. Es ist auch beschlossen, daß in Zu=
kunft
vor allen Wohnhäusern der De=
putirten
bey der Versammlung der Staa=
ten
eine Wache aufgestellt werden soll.
Die Hauptwache soll in dem Hause seyn,
wo die Staaten ihre Versammlung hal=
ten
, und soll in das Gewehr tretten, so
oft der Präsident der Versammlung allda
angefahren kömmt.

Zu diesem Ende haben die Staaten
ihre Garde aus Breda zurück verlanget,
und sind darüber mit dem Prinzen Erb=
statthalter
in Jrrungen gerathen. Es
haben nämlich die deputirten Räthe der
Staaten die Marschordre für gedachte
Garde ausgefertiget, und dem Statt=

halter nur zur Unterschrift zugesandt.
Dieser aber hat dieselbe verweigert, und
sich auf sein Recht derley Marschordres
zu ertheilen, beruffen; dennoch ist
die Garde am 27. Nov. im Haag ein=
gerücket
.

Auch in Ansehung des Regiments der
Schweizergarden ist man nun im Streite.
Die Staaten behaupten nämlich, es sey
durch einen blossen Misbrauch geschehen,
dan man diesem Regimente den Namen
und das Ansehen einer Leibwache des
Prinzen gegeben habe; der Statthalter
sey dazu nicht berechtiget gewesen, und
daher wollen die Staaten das Regiment
auf einen ganz andern Fuß setzen.

Als am 24. Nov. der General, Graf
Maillebois, zum Gouverneur von Bre=
da
wirklich angestellet worden ist, hat
die Provinz Holland erkläret, daß sie
das Recht zu den Gouvernements zu er=
nennen
, welches der Prinz Erbstatthal=
ter
sich vorbehalten zu können glaubet,
nicht für entschieden erkenne, bis in der
aufferordentlichen Versammlung der U=
nion
darüber eine Untersuchung angestellt,
und irgend etwas festgesetzet seyn wird.

Dennoch heißt es nun allgemein, daß
der Erbstatthalter ehestens wieder nach
dem Haag zurückkommen werde, und
wirklich trift man im Pallaste dieses Prin=
zen
solche Vorkehrungen, die das Ge=
rücht
wahrscheinlich machen. Unter den
verschiedenen Ursachen, die man von
dieser Veränderung anführt, erwähnt
man auch eines Schreibens, so der Prinz
von einem erhabenen Monarchen erhal=
ten
haben soll, der ihm anräth, sich
nachgiebig zu zeigen, und eine Aussöh=
nung
zu treffen.

Der mit der Antwort der Staaten von
Holland auf das Schreiben des Königs
von Preussen nach Berlin gesandte
Staatsbothe ist am 29. Nov. nach dem
Haag zurückgekommen.

Die Generalstaaten haben auf gedach=
tes
Schreiben noch immer nicht geant=
wortet
. Eben so wenig haben sie über


[6]

das süngsthin angeführte Memoire des
Englischen Ministern eine Entschliessung
gefaßt.

Die Westindische Handlungskompagnie
hat die Generalstaaten nochmals um ei=
nen
Vorschuß von 3 Million Gulden er=
sucht
. damit sie von dem während des
letzten Krieges erlittenen Schaden sich er=
holen
könne, da sie widrigenfalls sich ge=
nöthiget
sehen würde, ihre Besitzungen
gänzlich aufzugeben.

Dänemark.

Die bey der zu Kopenhagen entstan=
denen
Gesellschaft für Bürgertugend, am
14. Sept. zuerst festgesetzten sogenannte
Beliebungen, deren wir letzthin erwäh=
net
haben, bestehen in folgenden künf
und zwanzig Punkten, wovon jedes Mit=
glied
einen, oder beliebigermassen auch
mehrere, sich zum Gesetze macht:

„Unser täglich Mittagstisch soll nur
drey warme Gericht; unser Abendtisch
durchaus kein; oder doch nur Ein war=
mes
Gericht enthalten. Bey festlichen
Gelegenheiten geben wir zu Mittagsmahl=
Zeiten nur vier, höchstens fünf Schüsseln;
zum Abendessen nicht mehr als zwey Ge=
richt
; so auch Dieser höchstes nur vier
Teiler. Wir setze keine Desert= oder
heisse Weine vor, auch geniessen wir sol=
che
durchaus nicht Gegend anderswo, es
sey denn, daß sie von vaterländischen Pro=
dukten
bereitet werden könnten. Wir
rechnen es uns zur besondern Ehre an,
Tücher von vaterländischer Wolle, so wie
auch einheimische manufakturirte Zeuge
zu tragen. - - Bey feyerlichen Gelegen=
Seiten bedienen wir uns schwartzen Klei=
der
, doch mit Vorbehalt des seidenen Un=
verfutters
, und einer weissen seidenen
Veste. Zu täglichen Kleidern wählt
sich jeder eine beliebige Farbe, die er aber
dann mit keiner andern verwechselt.
Zum täglichen Gebrauch tragen wir keine
seinen Strümpfe Ausser dem einfa=
chen
Uhrschlüssel und Bettschaft, tragen
wir keine Uhrketten und Verlocken so wie

auch keine zwey Uhren. Wir kau=
fen
keine fremden Uhren, Dosen, Etuis.
Schnallen, Stockknöpfe ⁊c. Wir ent=
halten
uns des Ankaufs ausländischer
Kutscher, Chaisen, so wie alles frem=
den
Sattelzeugs, Pferdedecken u. s. w. - -
Wir enthalten uns des Ankaufs aller
fremden Hausmeubeln; aller Sorten
fremder Porzelaine, Fayance und Elas=
waaren
; so wie auch aller ausländi=
schen
Küchengeräthschaft. - - Zu Auf=
bauung
oder Jnstandsetzung unserer Häu=
ser
bedienen wir uns keiner fremden
Schmiede=oder Gürtlerarbeit. Papier=
Wachstuch=oder lederne Tapeten werden
zu Beziehung unserer Zimmer gebraucht.
Wir zur Miethe wohnenden nehmen in
unserem täglichen Wohnzimmer Besuche
an, ohne dazu besondere Visitenzimmer
zu halten. Die Tranungen der Unsri=
gen
geschehen lediglich in der Kirche und
zwar zur Mittagszeit. ohne staatli=
chen
Anzug wohnen wir der Handlung.
der Kindtaufe in der Kirche bey, besu=
chen
aber keineswegs nach verrichteter
Handlung die Wochenstube. An Ballen
und Lustbarkeiten ausser den Thoren der
Stadt nehmen wir keinen Antheil; auch
enthalten wie uns der Fastnachtsvergnü=
gungen
auf Amak. Bälle, die später
als bis 12 Uhr in die Nacht hinein dauern=
wo
warmes Essen, Eis, oder sonstige hef
tig kühlende Erfrischung gegeben wird
werden von uns vermieden; wir lassen
uns auf keinen Englischen Tanz, der aus
mehr als 10 oder höchstens 14 Paar be=
steht
, auf keinen sogenannten Kehraus
ein. - - Jede Gattung hoher Spiele wird
von uns vermieden (es wird specificirt
angegeben, wie hoch jedes Spiel gespielt
werden darf.) Jn der hier gewöhnli=
chen
Brunnenzeit machen wir keine Lust=
fahrten
nach dem Thiergarten. Wir
enthalten uns des Schlittenfahrens durch
die Strassen der Stadt Wir kaufen
kein Nürenbergisches Spielzeng.

Die Gesellschaft hat Mitglieder au¬
allen Ständen vom Geheimrath durch

[7]

alle Rangklassen hindurch bis auf einfa=
che
Bürger, Handwerker und Nahrung
treibende Personen. Am 26. Sept. gieng
die Anzahl ihrer Mitglieder die wieder
ausgetrettenen nicht mit eingerechnet,
über 260 hinaus.

Türkey.

Briefen aus Konstantinopel vom 25.
Nov. melden: „Die Bestürzung, welche
sein einer Zeit in dem Serail wegen ein=
gerissener
Krankheit unter der Großherr=
lichen
Familie Platz genommen hat
ist noch nicht ganz vorüber; noch eine
Prinzeßinn; Tochter des Sultan Abdul=
bamid
, ist mit Tode abgegangen; doch
fangen die zwey Prinzen, die ebenfalls
krank lagen, nunmehr an sich zu bessern.
Jndessen ist aber andererseits der Neve
des Sultan, des vorigen Großherrn Sul=
tan
Selmi Sohn, welcher den 24. Dec.
1761 zur. Welt gekommen, und als der
eigentliche Thronfolger anzusehen ist, sehr
schwer erkranket; die Betrübniß darüber
hat sich in der ganzen Stadt verbreitet.
Bey allen Moscheen geschieht die bey sol=
chen
schweren Fällen gewöhnliche Ver=
theilung
des Allmosens unter die Armen;
nebst dem Hekim Paschi, oder Protome=
dikus
, einem gedohrnen Türken, ist auch
der sehr geschickte Leibarzt, Hr. Gobbis,
und der ebenfalls berühmte Wundarzt,
Hr. Lorenzo, Tag und Nacht bey dem
Kranken, den auch sonst niemand als
seine eigene Mutter und leiblichen Schwe=
ster
verpflegen. Man hat die Vorsicht
gebraucht, den Kulkihaja, der den zwey=
ten
Rang unter dem Militare hat, in
das Jnnere des Serails einzuführen. da=
mit
er von allem Augenzeuge sey, was
bey dem kranken Prinzen vorgehet; man
hoft Jedoch, daß die Krankheit von kei=
ner
schlimmen Folge seyn werde, und
diese Vorkehrungen sind vielmehr der
grossen Liebe zuzuschreiben, so man all=
gemein
für diesen Prinzen hat, als sonst
irgend eine Besorgniß, Der gegenwär=

tig regierende Großherr war gleichfalls
von einem Flusse belästiget, befinden sich
aber nun gänzlich hergestellt.

Bey diesen Umständen ist man auf
die übrigen Vorfallenheiten gegenwärtig
wenig aufmerksam, auch stocken alle Ge=
schäfte
an der Pforte.

Nordamerikanische Staaten.

Der Kongreß hat unter dem 17. Se=
ptember
nachstehende Entschliessung ge=
faßt
: „Da mehrere von den vereinig=
ten
Staaten fortfahren; keine Reprä=
sentanten
zu dem Kongresse zu schicken.
oder sich nur durch zwey Glieder reprä=
sentiren
zu lassen, ungeachtet der drin=
genden
Vorstellungen, die der Kongreß
unter dem 1. Novemb. 1783, und dem
19. Aprils 1784 ausdrücklich zur Abstel=
lung
dieses Misbrauchs gemacht hat;
und da durch den Mangel einer hinläng=
lichen
Repräsentazion die wichtigsten An=
gelegenheiten
der vereinigten Staaten
ost vernachlässigt, und verzögert worden
sind und noch werden; und da die Kon=
föderazion
selbst, oder der Kongreß, der
die Verwaltung derselben auf sich hat=
als
die Ursachen des Uibels angesehen wer=
den
könnte, das doch nur aus einer un=
vollkommenen
Repräsentazion entspringt;
und da dem Kongresse daranliegt, die
Meinungen, die seiner Ehre nachtheilig.
und für das allgemeinen Beßte gefährlich
sind, zu vernichten; so ist beschlossen
worden: daß der Sekretair des Kon=
gresses
allmonatlich der gesetzgebenden
Macht der Provinzen eine liste der im
Kongresse repräsentirten und der nicht
repräsentirten Provinzen vorlegen soll
um jenem Gebrechen abzuhelfen.

Durch eine andere Entschliessung vom
27. Sept. verlangt der Kongreß für den
Dienst des J. 1785, zur Bezahlung der.
Jnteressen, und zur Verminderung der
Razionalschuld, den Betrag von 3 Mil¬
lionen Dollar. Aber auch in dieser Ent¬
schliessung beschwert sich der Kongre,

[8]

daß die Staaten noch nicht alle den vo=
rigen
Petizionen genuggethan haben; daß
man auch noch nicht im Stande gewe=
sen
ist, eine gleichmässige genaue Ver=
theilung
der Quoten zu bewirken, da
einige Provinzen über diesen Gegenstand
sich noch gar nicht geäussert haben. Die=
semnach
macht der Kongreß seine Ver=
theilung
bloß nach seinem Gutdünken,
und, um die Staaten zur Zahlung zu
bewegen,stellt er ihnen vor, daß, nach=
dem
der Kongreß grosse Landsstrecken von
den Wilden an sich gebracht hat, und
nun dieselbe verkauft, das eingelösten
Geld aber zur Tilgung der Nazional=
schuld
anzuwenden gedenkt, daß dadurch
allmählich die jährlichen Petizionen wer=
den
geringe werden.

Die letzten aus Amerika eingelaufe=
nen
Nachrichten melden daß man in
allen Amerikanischen Freystaaten und im
Kongresse zu dem Entschluße gekommen ist,
die Häven von Norden bis Süden, vom
1. Novemb. d. J. an, gegen Britische
Schiffe zur Handlung zu schliessen.

Jn Süd= und Nordcarolina hat man
mit so gutem Erfolge Papiergeld einge=
führt
, daß es eben so bereitwillig, als
klingende Münze, von jedermann ge=
nommen
wird.

Jn der Provinz Connecticut ist eine
Sozietät entstanden, welche sich Silk So-
ciety
, oder die Seidengesellschaft nennt.
Jhre Absicht ist, den Seidenbau in Ame=
rika
zu befördern, und sie hat nun des=
willen
schon angefangen, grosse Pflan=
zungen
von Maulbeerbäumen zu veran=
stalten
.

Um den Fortgang der Jndustrie und
der Amerikanischen Fabriken zu befördern.
hat der Staat von Pensylvanien ziem=
lich
schwere Zölle auf die Einfuhr frem=
der
Manufakturprodukte gelegt. Am mei=
sten
sind die Englischen Fabrikwaaren be=
schwert
. Die Portugiesischen nicht viel
weniger B. ein Schill. auf jedes
Stübchen. Galone Portugiesischer

Weine; 5 Schill. auf jede Kiste Citro=
nen
, und 7 Schill. auf jeden Ctr. Por=
tugiesischer
Früchte. Diese Auflage soll
so lange danern, als die Portugiesen die
Einfuhr vom Amerikanischen Korn und
Mehl in ihre Häven verbieten werden.
Es ist auch festgesetzt, eine Auflage von
15 Procent, nach dem Werthe gerech=
net
, auf alle Englische und Deutsche
Bibeln, Gesangbücher, Fabeln, Ro=
mane
und Lustspiele zu legen; Deutsche
Sensen zum Mähen, und Deutsche
Messer und Gabeln zum Eisen sind frey
einzuführen erlaubt u. s. w.

Aus Richmond in Virginien wird ge=
schrieben
, daß die wilden Stämme an den
westlichen Gränzen der Provinz grosse Räu=
bereyen
und Mordthaten ausüben. Sie
haben verschiedene Dorfschaften überfal=
len
, und mit Mord und Tod erfüllt.
Unter den Opfern ihrer Wuth nennt und
beklagt man absonderlich den Obersten
Lewis. Er war ein Sohn des Gene=
ral
Lewis und einer der ersten, der
gegen den Lord Dummore, Gouverneur
von Rhode=Jsland, die Waffen ergrif.
Man erinnert sich bey Gelegenheit seines
Todes einer merkwürdiger Thatsache, die
ihn betrift: Zehn Jahre vor dem Aus=
bruche
des Kriegs wurde er im Walde
von einer Klapperschlange gebissen; eine
bejährte Wilde erbarmte sich seiner; und
heilte ihn von dem sonst tödtlichen Bisse:
aber alle Jahre, am Tagen da er gebis=
sen
worden, schwoll ihm das Bein, und
verursachte ihm lebhafte Schmerzen; sie
dauerten durch 24 bis 30 Stunden, und
verschwanden dann sammt der Geschwulst.

Die den Einfällen der Wilden ausge=
setzten
Provinzen der vereinigten Staa=
ten
machen ernstlichen Anstalten zur Ge=
genwehre
.

[9]

Anhang zur Wiener=Zeitung Nro. 101 1785.


Wien.

Nachricht.

Mittelst höchsten Hofdekrets vom 24.
Novemb. ist verordnet worden: Obschon
durch das neue Zollpatent vom 16. Sept.
1784 überhaupt alle vorher bestandenen
Zollgesetze aufgehoben worden sind, so sey
doch nothwendig befunden worden, eini=
ge
vor gedachtem Zeitpunkte erlassen
Spezialverordnungen zu erneuern, und
in ihrer vorige Gültigkeit zu belassen,
und zwar 1) werde erlaubt, daß ge=
meine
Asche mit 1 Denar Essitozoll vom
Metzen nach Hungarn ausgeführet wer=
de
. 2) Das in Tyrol erzeugte Bley,
welches durch ein Zeugniß des Schwatzer
Bergwesens=Direktorats als eine tyro=
lische
Erzeugniß legitimiret ist, habe in
der Einfuhr die nämliche Begünstigung,
wie die tyrolischen Fabrikaten zu genies=
sen
. 3) Die von der Rüderischen Com=
pagnie
zu Arlo in Tyrol zubereiteten
Feuersteine haben bey ihrer Einfuhr,
wenn sie behörig legitimiret sind, in die
übrigen K. K. Erbländer eine gänzliche
Zollfreyheit bis auf weitere Verordnung
zu geniessen. 4) Von Haufzelten, wel=
che
à 3 fl pr. Zenten geschätzet werden,
soll der Einfuhrszoll à 10 pr. Cto. mit
18 kr. vom Zenten abgenommen werden.
5) Hönigwasser ist bey der Einfuhr mit
2 kr. vom Eimer in die Verzollung zu
nehmen. 6) Die zu Wartberg in Hun=
garn
verfertigten ganz und halb seidenen
Kotzen haben bey ihrem Eintritte in die
deutschen und galizischen Erbländer nur
15 kr. an Consummozoll von einem ein=
sachen
Stücke zu entrichten. Welches
von der K. K. N. Oe. Landesregierung
zu jedermans Wissenschaft hiemit be=
kannt
gemacht wird. Wien den 2. De=
cember
1785.

Jm k. k. Nationalhoftheater

ist heute Srmstag den 17. dieses zum ersten=
mal
: die Nachschrift, ein neues Originallust=
spiel
in einem Aufzuge.


Reichhofräthliche Protokollsauszüge.

Dienstag den 6. Dezember.

Wagenseil, contra v. Schule, appel. pcto
indemnisat.

v. Birkenstock, contra die v. Birkenstocki=
sche
Gedettere und Verwandte, citat: modo
revisionis.

Fürlinger, contra den Grafen v. Schön
burg, pcto deb.

Zu Mecklenburg Herzogthümer, Landräthe
und Deputirte von der Ritterschaft zum en=
geren
Ausschuß, contra v. Lützow, appel.
pcto sori.

v. Ulm zu Erbach auf Mittelbiberach, cont.
v. Ulm auf Marbach, revis.

Reichs=Ritterschaft am Niederrheinstrom,
contra Kur Trier, mdr. pƈto turb. immed.
imperti, nunc revis.

v. Murr, pcto Invest. über einige reichs=
tehenbare
Güter zu Zirndorf. Weyhersbuch u.
Rehedorf.

v. Seckendorf Gebrüder, modo v. Borié
Freyherr, pcto Inveftiruræ über 2 3tel des
Zehens zu Unternessenbach.

Freytag den 9. Dezember.

v. Hatzfeld Graf, contra den Herrn Gra=
sen
v. Limburg=Styrum, modo Herrn Fürst
Bischofen zu Speyer, . ad exequendum.

v. Schönburg Graf, contra Kursachsen,
pcto deneg. Justir.

v. Jflinger üble Aufführung und Güterad=
ministration
über Lackendorf betr. modo Fa=
ber
, als v. Jflingerischer Contradictor, cont.
v. Jflinger, appel.

v. Keller, modo v. Günderode, contra
Schenk v. Schweinsberg, appel.

Idem, contra eundem, appel. in specie
die v. Milchlingerischt Jnterdention betr.

Zu Mecklerburg Herzogthümerꟾ, Landräthe
und Derntirte von der Ritterschaft zum en=
geren
Ausschuß, contra Litzow, appel pcto

Zu Nürnberg Burgermeister und Rath,
contra die fürstl. Brandenburgische Regierung
zu Baytent & cons. pcto juris exequendi


[10]

Subdiros sub Centrana Brandenburgica, in
Specie in pago Hausen habitantes.
v. Ulm, contra v. Ulm, revis.
v. Rottberg Friederich August qua Senior
Familiæ und Lehenträger, proprto & nomine, pcto Investituræ.


Verstorbene zu Wien.
Den 9. December. Jn der Stadt.

Dem Joh. Lumier, bgl. Perückenm. s. K. Theres.
alt 4 J. in d. Weihburgg. N. 938.

Fr. Anna W. Spalofskin, herrs. Sekret. Wit. alt
77 J. im tief. Graben N. 405.

Hr. Joh. Adam Schießl, k k. Trabant. Rottmeist.
alt 80 J. im Schulterg. N. 266.

Vor der Stadt.

Dem Ant. Buchhuber, bürgl. Strumpfwirk. s.
K. Joh. alt 2 J. zu Mariah. N. 28.

Georg Pauer, herrs. Haustapzier. alt 73. J. zu
Mariah. N. 128.

Theris Prischlin, herrs. Kammerdien. Wit. alt
56 J in d. Josephst. N. 114.

Dem Jak. März, Wirth, s. K. Anna, alt 2 J.am
Spitlb. N. 55.

Georg Jahn, Wäscher, a. 68 J. zu Gumpend. N. 62

Eva Kannekin, Landkr. Wit. alt 64. J. am Neust.
N. 53.

Kath Preisin, Schust. Wit. alt 64 J. in d Alsterg.
N. 152.

Joh. Falzhueger, Flormach. alt 30 J. in d. Leo=
poldst
. N. 282.

Der Gertr. Greinerin, Kais. Portiers Wit. i. S.
Joh. alt 14. J. am Rennw. N. 2.

Dem Jonas Nusbaum, Schneid. s. K. Christian,
alt 3 J. auf d. neu Wien N. 142.

Dem Paul Andreas, Kais. Reitkn. s. T. Magdal.
alt 17 J. auf d. Windm. N. 28.

Dem Jak. Weidlinger, Wäscher, s. W. Barb. a.
54 J. zu Gumpend. N. 87

Dem Ludw. Luz, Zimmerm. s. K. Peter, alt 1 J.
im Lerchenf N. 47.

Elis. Klingerin, Webers Mit. alt 57 J. im allg.
Krankenh

Joh. Kozureck, Kanon. alt 25. J. im Militärspit.
Kath Hueberin, Tagl. W. alt 40 J.

Ant. Becher, herrs. Roßwart. alt 31 J. heede im
Siechenh.

Summa 20. Personen. darunter 5. Kind.


Den 10. December. Jn der Stadt.

Kath. Penitschin, Hausmeist. Wit. alt 44. J. auf
d Mölkerpast N. 99.

Vor der Stadt.

Dem Hrn. August. Braunisch, Verwalt. s. Fr.
Susanna, alt 74 J. am Alsterb. N. 78.

Dem Hrn. Franz Schwarzmann, bgl. Handelsm.
s. K. Paul, alt 4 J. auf d. neu Wien N. 68.

Dem Math. Weiß Anstreich. f K. Magdal alt
2 J. am Stroz. Gr. N. 30.

Dem Jgnaz Schenk, bürgl. Binderm. s. K. Jos.
alt 1 J. im Lichtenth. N. 45.

Anna Sixin, Tagl. Wit. alt 80 J. zu Mäzleinsd.
N. 17.

Dem Mich. Niegel, Holzhack, s. K. August. alt
J. im Lichtenth. N. 59.

Ernst Tauf, Schloss. alt 28 J.

Albert Hermle, vaz. Bediente. alt 35 J.

Anna Stumerin, Kutsch. W. alt 85 J. alle 3 im
allg. Krankenh.

Dem Mart. Wilot, Bediente. s. T. Mar. Anna,
alt 29 J. in d. Roßau N. 68.

Thom Kranawet. Schuhkn. alt 22. J.

Joh. Feßel, Tagl. alt 48 J.

Rath. Elias, Pfründl. alt 80 J.

Leop Amon, Bandmach. a. 26 J. alle 4 im Siechh.

Rennerius Bann, Gmr. alt 37 J. im Militärsp.

Summa 16. Personen, darunter 4. Kind.


Erinnerung.

Hr. Jos. Niklas Graf u. Hr. d. Windischgrätz¬
welcher vor einigen Tägen von hier abgerei¬
ser, macht hiermit jedermann bekannt, daß alle
diejenige, so an ihn allenfalls etwas zu sodern
haben möchten, sich längstens binnen 6 Wo¬
chen von untengesetzten Tege an zu rechnen,
bey dem Herrn Frantz v. Haymmerle, k. k.
böhmisch= und österreichischen Hofagenten, am
Kohlmarkt im gräfl. Montecucolischen Haus
Mr. 139 im zweyten Stock mit ihrer angeb=
lichen
Foderung zu melden haben; nach wel¬
cher Zeit denen sich nicht gemeldeten keine Reb
und Antwort mehr gegeben werden wird. Wien
den 9. December 1785.


Nachricht.

Herr Graf Franz v. Eszterhazy, ungarisch=
siebenbirgischer
Hofrath läßt allen Kaufleuten,
Künstlern und Professionisten zu wissen ma=
chen
, daß, nachdem selbe bey seinem seligen
Vater, Ungarisch, siebenbirgischen Hofkanzler,
alzeit am Ende eines jeden Monats richtig
bezahlet, und ihm hierüber die Rechnungen
von dessen Haushofmeister mit aller Richtig=
keit
gelegt worden sind, im ein oder der an=
dere
mit Billigkeit doch noch etwas zu sondern
hätte, derselbe sich in seinem Quartier in der
Annagaffe im ersten Stock des Täuberhofes
bey seinem Haushofmeister bis Ende Jäner
1786 zu melden hätte, indem nach Verlauf
dieses Termins keine dergleichen. Foderungen
mehr angenommen würden.

[11]

Reisekompagnon.

Es gedenket jemand mit Extrapost und sei=
nen
eigenen Wagen längstens bis 24. dieses
nach Anspach zu reifen; wer Belieben trägt
um die Hälfte Spesen diese Tour auch allen=
falls
bis Regensburg oder Nürnberg mitzu=
machen
, kann ein mehreres im Zeitungskom=
toir
erfragen.


Larven.

Mathias Kaltenbrunner und sein Stiefsohn
Joseph Lanz, so von hoher Landesregierung
die Erlaubniß erhalten, alle Gattungen Lar=
veu
zu verfertigen und zu verkaufen, haben
die Ehre Nachricht zu geben, daß sie sich
für die bevorstehende Faschingszeit mit einem
neuen Vorrath von allen Sorten Mann= und
Frauenlarven versehen, und selbe von der be=
sten
Eigenschaft sowohl dutzend= als stückweise
in den billigsten Preisen in eigener Behausung
im Lichtenthal bey dem schwarzen Hand Nr.
14 im ersten Stock verkaufen.


Ankündigung eines ökonomischen Werks.

Zwo Ursachen bewogen mich die Uebersicht
meiner ökonomischen Vorlesungen in Gestalt
eines Tabellarextrakts der Presse zu übergeben.
Die eine findet man in dem Vorberichte an
den Leser; die zweyte ist, daß diese Uebersicht
zu einigem Vorgeschmack, und beyläufiger An=
kündigung
des Jnhalts von meinem künftigen
Werke dienen solle. Es soll sich Güterbesitzern
und ihren Wirthschaftsämtern durch den er=
wiesenen
Nutzen von selbst empfehlen: es sagt
so viel, als einem Oekonome höchst nöthig
ist, es enthält so viel, als ein emsiger Güter=
verwalter
wissen soll, es lehret so viel, als
man von einem Anfänger erwarten kann.
Daß ich Rathschlägen würdiger Oekonomen,
und erfahrner Landwirthe, die in allen zur
Oekonomie unentbehrlichen Wissenschaften be=
stens
bewanderr sind, gesolget sey, kann ich
nicht läugnen; ich that aber hiedurch weiter
nichts, als daß ich die Wahrheiten wiederholte,
die sie sowohl auf öffentlichen Lehrstühlen, oder
durch ihre vornehmen Werke dem Publikum
bekannt gemacht haben. Niemand wird von
mir Neuerungenerwarten, ich trage alte Wahr=
heiten
vor, die eben, weil sie alte Wahrheiten
sind, sich bewährt bezeiget haben, und suche
sie mir mehr bekannt und allgemein zu ma=
chen
. Das ausführliche Werk selbst, wel=
ches
ich hiermit ankündige, wird aus beyläufig
200 Bögen in groß Quart, 40 Tabellen, und
etwann 260 Kupferstichen bestehen Pränu=
merationsgelder
werden nicht angenommen,

die Subscription geschieht darum, damit man
aus der Anzahl der Herren Liebhaber die
Auflage bestimmen, und einen zu beträchtli=
chen
Schaden vermeiden könne. Die Herren
Liebhaber belieben ihre Subscriptionen, wenn
solche abwesend sind, franko zu überschicken;
wer 20 Subscribenten einsendet, bekömmt sein
Exemplar unentgeldlich, man hat sich dieser=
wegen
entweder bey Hrn. Joh. G. Mößle am
Bauernmarkt in seiner Buchhandlung, oder aber
bey mir unter Mariastiegen der Schwergasse
gegenüber Nr. 408 im Passauerhof im ersten
Stock zu melden. Das ganze Werk koster
ungebunden 15 fl. für die, welche subscribiren,
und den Subscriptionsschein aufweisen. Die
meine Vorlesungen hören, bekommen solches
unentgeldlich. Nach Ende Jäner 1786 wird
keine Subscription ferner angenommen, auch
das Werk nicht anders als pr. 24 fl. wegge=
geben
. An Kosten reinen Druck und ächter
Zeichnung wird nichts gesparret; wenn die
Subscription nur zur Deckung der Ausgaben
hinlänglich ist, wird das Werk der Presse über=
geben
. Eigennutz bestimmt mich nicht, ich
hoffe also, daß meiner Arbeit dieser Vorwurf
nicht gemacht werden wird. Was meine
Vorlesungen selbst betrift, so werden dieselben
den 2. Jäner 1786 anfangen, und ununterbro=
chen
fortgesetzer werden. Die veranstalteten
Sammlungen aus den 3 Reichen der Natur,
als auch die in der Uebersicht benannten Mo=
delle
samt den nöthigen physikalischen und me=
chanischen
Apperat und Werkzeugen werden 6
Tage vorher für jedermann öffentlich zu se=
hen
seyn, und die Liebhaber der ökonomischen
Vorlesungen mit Eintrittsbilleten bedienet
werden. Joach. Spalowsky, Med. Dr.


Nachricht

Bey Georg Philipp Wucherer im Seitzerhof
unter den Tuchlauben ist zu haben:

Wiener Musenalmanach auf das Jahr
1786. Herausgegeben von J. F.

Ratschky und A. Blumauer.
ungeb. 45 kr.

Damenkalender, zum Nutzen und Ver=
gnügen
eingerichtet, auf das Jahr
1786.

Jn diesem ganz neuen Taschenkalender be=
findet
sich voran das wohlgetroffene, und mit
äußerster Sorgfalt ausgearbeitete Portrait Jr.
Maj. der ruß. Kaiserin. Hierauf folgen 6 Kup=
fertafeln
mit Frauenzimmer=Kopfputz, wor=
an
der seine Geschmack mit der fleißigen Aus=
arbeitung
in so gutem Ebenmaaße steht, daß

[12]

sie den uneingeschränkten Beyfall aller derjeni=
gen
schon jezt vor sich haben, welche dieselbe
bey mir in Augenschein zu nehmen beliebten.
Die 12 Monatskupfer, wozu die Jdeen
aus der Bianko Capello des Hrn. Meisners
genommen sind, haben den Kennzug der Mei=
sterhände
jener Künstler, welche die Zeichnung
entworfen, und dieselbe auf Kupfer übertru=
gen
. Die Namen der Herren Mark und Sam=
bach
sind schon zu vortheilhaft bekannt, als
daß ihre Arbeiten noch weiters müßten angeprie=
sen
werden. Der Kalender selbst bestehet
aus dem Katholischen Protestantischen und
Rußischen. Auf jeden Tag ist der Auf= und
Niedergang der Sonne angezeigt, und neben
den Mondsveränderungen sind noch andere
nöthige Kalenderangaben beygefügt. Die Glei=
chung
der Zeit, oder die tägliche Abweichung
der Penduluhren von dem Mittag, den die
Sonne macht, ist nach den astronomischen
Ephemeriden des Hrn. Pater Hells auf das
Jahr 1786 Tag vor Tag sorgfältig angege=
ben
. Nach dem Kalender sind die Geburts=
täge
des hiesigen Hofes angezeigt. Nach die=
sen
folgt eine andere Kupferplatte, worauf
der Ursprung des Lotharingisch = österreichi=
schen
Hauses, seit dem siebenden Jahrhun=
dert
bis auf unsere Zeiten, vorgestellt und
mit einer Erläuterung beleuchtet ist, die als
eine Einleitung in die Geschichte desselben be=
trachtet
werden kann. Zum Verständniß der
Monatskupfer ist gleich auf den ersten Blät=
tern
des Kalenderbogens ein kurzer Auszug
aus der Geschichte der Bianka Capello.
Das genealogische Verzeichniß der jeztleben=
den
vornehmsten Personen in Europa giebt;
umständliche Nachricht: 1) von den Kaisern;
2) von den Königen; 3) von den Kurfür=
sten
; 4) von folgenden Fürstenhäusern; Repu=
bliken
, und Ritterorden, als: Anhalt, Arem=
b⟨e⟩rg
, Auersberg, Baaden, Baiern, Bran=
denburg
, Braunschweig, Clary, Collore=
do
, Carland, deutscher Ritterorden, Die=
trichstein
, Esterhast, Fürstenberg, Genua,
Hessen, Hohenlohe, Hohenzollern, Holl=
stein
, Johanniterorden, Kauniz, Kheven=
hüller
, Kinsky, Lamberg, Lichtenstein,
Ligne, Lobkowiz, Löbeustein, Mannsfeld,
Meklenburg, Modena, Nassau, Neuwied,
Oettingen, Pasr, Palm, Parma, Pfalz,
Piccolomini, Portia, Renß, Sachsen.
Salm, Schwarzburg, Shwarzenberg,
Solms, Stabromberg, Stollberg, Thurn
und Taxis, Toskana, Trautson, Venedig,
Waldek, Würtemberg, Ysenburg. Man

findet in diesem Verzeichniß die Namen der
Fürsten, und ihrer Familien, deren Geburts=
und Vermählungstäge, Regierungsantritt u.
s. w. Nach der Genealogie der weltlicher Für=
sten
folgt ein Verzeichniß der geistlichen Für=
sten
des römischen Reichs, und dem kaiserl.
Erblande, wie auch eine chronologische Rei=
he
der deutschen Kaiser von Karl dem Gros=
sen
bis auf Joseph II. samt den merkwür=
digsten
Begebenheiten, die sich während ih=
rer
Regierung zugetragen haben. Bei dem
Kalenderanhang ist vorzüglich dieses zu de=
merken
, daß er größtentheils aus neuen Auf=
sätzen
bestehet, und nicht, wie es bisweilen
zu geschehen pflegt, aus Schriften genommen
ist, die ohnedies schon in jedermanns Händen
sind. Der Jnhalt selbst ist folgenden: 1) von
der Zeitrechnung: Ein Artikel, der alles ent=
hält
, was ein Frauenzimmer von dieser Mate=
rie
wissen muß; man schmeichelt sich auch,
daß mancher Leser ihn nicht ohne Nutzen durch=
gehen
werde. 2) Verzeichniß einiger merk=
würdigen
Erfindungen: aus andern weit=
läuftigen
Verzeichnissen dieser Artist das wich=
tigste
ausgehoben, weil man den Raum nicht
mit uninteressanten Dingen füllen wollte. 3)
Eine Probe von Damenphilosophie: dieser
Artikel möchte vielleicht für die Leserinen der
anziehendste und angenehmste seyn. 4) Etwas
aus dem Leben der Königin Christine von
Schweden: räthselhaft, wie Christinens gan=
zes
Leben. 5) Ehrenrettung des Frauenzim=
mers
: der Verfasser hoft für diesen Aufsaz
den Dank der meisten Leserinen zu verdienen.
6) Elisabeth von England: eine von Meis=
ner
gerügte Anekdote aus dem Leben dieser
Königin wird unpartheyisch geprüfet. 7) Weib=
lich
Grausamkeit: Eine wirkliche Geschichte.
8) Von der Verschwiegenheit: Eine morali=
sche
Deklamation, mit Beyspielen aus der Ge=
schichte
belegt. 9) Schande ist stärker, als
der Tod: Eine historische Anekdote zur Ehre
des schönen Geschlechts. 10) Weiberlist, oder
ein guter Einfall der Trojanerinnen. 11) Der
Berg Aetna in Sicilien, eine der schönsten
Stellen aus Brydons Reisen. 12) Der weibli=
che
Heldenmuth, der Belohnung eines Chr⟨ist⟩
würdig. 13) Der Greis und das Mädchen.
14) Fräulein Lotte und die Mama: zwey
wizige Poesien. 15) Frage und Antwort, ein
Wort zu seiner Zeit geredet. 16) Viel Köpfe
viel Meinungen, ober das höchste Verdienst
einer Frau, nach dem Ausspruch alter grie=
chischer
Weltweisen. 17) Widerspruch der
Wünsche: eine Lobrede für die Abwechslung

[13]

der Kälte mit der Wärme. 18) Das räthsel=
hafte
Liebesgeständniß: eine Anekdote, die
gemiß Niemand mißfallen kann. 19) Ahnen=
probe
und Menschenwerth: Ein Beytrag
zur Beruhigung für alle Menschen. 20) Eine
phisikalische Berechnung: Für Wien beson=
ders
erheblich. 21) Gedanken eines Trinkers
über die Erfindung der Luftbälle. 22) Feder=
bette
: Eine ökonomische Berechnung. 23) Frei=
werbers
=Kunstgriffe, aus der römischen
Geschichte entlehnet. 24) Aus Friderikens
Namenstag: Eine Probe der Achtung des
Verfassers des Damenkalenders für das schö=
ne
Geschlecht. 25) Eine Anekdote aus dem
Bade, die sich von selbst empfiehlt. 26) Eh=
renspiegel
unsers Jahrhunderts in gedräng=
ten
und kraftvollen Auszügen. 27) Ein Bey=
trag
zur Ehre des schönen Geschlechts: Ei=
ne
kurze Regierungs=Geschichte Katharinens
II. 28) Verzeichniß von 74 innländischen, und
120 ausländischen Städten, ihrer Entfer=
nung
von Wien, Länge, Breite, Dauer des
längsten Tags, Bevölkerung Klima, und
Verschiedenheit der Zeit, wann es zu Wien
Mittag ist; auf jede Stadt besonders berech=
net
. 29) Verzeichniß einiger berühmten inn=
und ausländischen Messen und Jahrmärkee.
30) Wiener=Postbericht. 31 Verzeichniß der
gangbarsten inn= und ausländischen Gold= und
Silbermünzen. 32) Verhältniß des Goldes
zu dem Silber. 33) Vergleichung der Auslän=
derellen
mit der Wienerelle. 34) Vergleichung
des Ausländergewichts mit dem Wienerge=
wicht
. 35) Vergleichung der eigenen Schwere
einiger flüßigen Körper. 36) Vergleichung der
merkwürdigst. Meilenmaße. 37) Tabelle, die Hof=
nung
unverheirateter Mädchten zu berechnen.
38) Tägliches Luftschiffen. Den Beschluß
macht ein Gedicht an die Liebesgöttin mit einer
ganz neuen Composition. Das Exemplar
kostet gebunden im niedrigsten Preise 1 fl. 30 kr.
und steigt aufwärts nach der grössern oder ge=
ringern
Kostbarkeit des Einbandes, der durch=
aus
nach dem neuesten und niedlichsten Ge=
schmacke
eingerichtet seyn wird, bis auf einen
Souverainsdor. Die Gewinnst= und Verlust=
Tabelle wird auf Verlangen unentgeltlich bei=
gebunden
. Man enthält sich sorgfältig, von
der Schönheit und Gleichheit des Papiers,
von der Zierlichkeit der Schrift, von der
Genauigkeit der Korrektur, die der Herausge=
ber
durchaus selbst besorgte, von der Annehm=
lichkeit
und Reinlichkeit des Druckes, von der
sparsamen Benutznug auch des kleinsten Raumt,
oder von der beym Einband angewandten

Sorgfalt etwas anzurühmen, da man sich
versichert seyn zu dörsen schmeichelt, daß das
ganze Unternehmen den namhaften Aufwand
des Verlegers rechtfertigen, dem Fleiß der
Künstler, der vielfältigen Mühe des Heraus=
gebers
, dem hiesigen Buchhandel und Wiens
Druckerpressen Ehre machen wird. Noch
ist zu erinnern, daß die Geschichte der Bianka
Capello, woraus die Jdeen zu den 12 Monats=
kupfern
genommen sind, bey dem Verleger
des Damenkalenders in einer ganz neuen sehr
zierlichen Ausgabe, mit den Kalenderkupfern,
ehesten zu haben ist.


Anzeige.

Bey Rudolph Gräffer, bey Kraus, und bey
Sebast. Hartl ist zu haben:

Trauerrede auf den w. Br. Franz Esz=
terhazy
v. Galantha, Ungarisch= Sie=
benbürgischen
Hofkanzler ꝛc.

Gehalten am 17. Novemb. in der s. e. Loge
z. g. H. i. O. v. W. von dem s. e. Br. W.
T. E. Zum Besten der Armen herausge=
geben
. 8. Wien 1785. 10 kr.


Jm deutschen Zeitungskomtoir

in der Singerstrasse Nr. 931 ist ganz neu
angekommen und in Kommission zu haben:

Biografie Maximilian III von Baiern,
von Wilh. Rothammer, ehevor kurbair. aus=
serordentl
. Prof. d. z. hochf. Turntaxischer
Bibliothekar, auf sehr schöne Papier, mit
den Portraiten des seel. Kurfürsten und dessen
noch lebenden Gemahlin, gr. 8. Regensb.
1785. 2 fl. 24 kr.

Ferner ist alda zu haben:

Wienerischer Taschenkalender zum Nutzen und
Vergnügen auf das Jahr 1786, mit 12
Kupfern, in Taschenformat, geb. in Papier
mit Schuber 45. kr. deto in Pergament mit
Goldschnitt 1 fl. in Seiden 1 fl. 20 kr.

Directorium Romano-Viennense, seu Ordo
Missas celebrandi, & horas canonicas re-
citandi
, juxta ritum Missalis, & Breviarii
Romani, ac Proprii Viennensis, pro An.
Dom. 1786. 20 kr.

Proprium Sanctorum Metropolitanæ Eccle-
siæ
& Archi-Diœcesis Vienensis, &c. 8vo. 1 fl. 20 kr. in Franzb. 1 fl. 40 kr.

—— deto in 4to ungeb. 1 fl. 40 kr.

Borlesungen, welche sowohl ordentlich als
ausserordentlich an der Universität in Wien
vom 4. Novemb. 1785, bis 7. Septemb.
1786 gehalten werden, 4 kr.

Vorschlag zu einer Verbesserung aller Gattun=
gen
Herzösen 20 kr.

[14]

Jn der Jak. Ant. Edlen v. Ghelenschen

Buchhandlung im deutschen Hause
in der Singerstrasse sind nebst verschiedener.
alt und neuen Büchern, dann Landkarten
auch folgende zu haben:

Gothaischor Hofkalender zum Nutzen
und Vergnügen eingerichtet auf das
Jahr 1786. 1 fl. 30 kr.

Der Wienerbot, ein Volksbuch für
Oesterreichs Staaten, erster Theil,
erstes Paket, 8. Wien 786. 34 kr.

Gröninger (J. F.) der vom Schlaf er=
weckte
österreichische Handelsmann,
an seine Mitbrüder, 8. 786. 12 kr.

Hildebrandt (G. F.) Handbuch der reinen
Grössenlehre, 1ter Theil, 8. Göttingen
1785. 2 fl.

Methode (neu abgefaßte) die Geometrie von
sich selbst zu erlernen, 3= und 4ter Band,
mit Kupf. 8. Breslau 1782. 6 fl. 45 kr.

Keller (E. U.) das Grab des Aberglaubens
4 Sammlungen, 8. Stuttgart 1785. 3 fl.

Müller (G. H.) die Wahrheit der Geschichte
Jesu nach den Erzählungen der vier Evan=
gelisten
in ihrem höchstzuverläßigen histo=
rischen
Grunde mit praktischen Anmerkun=
gen
, vornehmlich für nachdenkende Jün=
glinge
, 8. Stuttgart 1785. 40 kr.

Henn (E. L.) Nelkenkalender, oder monat=
liche
Verrichtung mit den Grasblumen in
einer Gegend vom 51ten Grad, nach 24jäh=
riger
Erfahrung, 8. Halle 1785. 8 kr.

Der erste öffentliche Konkurs für geistliche
Benefizien beym Linzerkonsistorum, dem ge=
samten
ehrwürdigen Weltoriesterstande im
Oesterreichischen zur nothwendigen Nach=
richt
, 8. 1785. 9 kr.


Jn der Jos. Stahelischen Buchhandlung

in der Wollzeile im aräfl. Pergenschen Hause
Nro. 813. der Briefpost über sind folgende
neue Werke zu haben:

Wahres und Wahrscheinliches für den Den=
ker
, 8. Berlin 786. 7 kr.

Göttinger Taschenkalender, zum Nutzen und
Vergnügen mit 37 Kupfern von Chodo=
wiecki
und Riepenhausen, welche die ueue=
sten
Moden, und andere unterhaltende Ge=
genstände
darstellen, geb. in Pergament mit
Goldschnitt, Schuber und Schreibtafel,
1 fl. 30 kr.

Mendelsohn (Moses) Morgenstunden oder
Vorlesungen über das Daseyn Gottes, 8.
Berlin 785. 1 fl. 30 kr.

Peregrine Pickle, neu übersetzt, 3= u. 4ter Th.
Die Herren Pränumeranten werden ersucht,
ihre Billers zurückzugeben, und den 3= u.
4ten Theil dagegen zu empfangen. Alle 4
Theile dieses Werkes werden um 5 fl. 30
kr. verkauft.

Meisners Skitzen, neue umgearbeitete Aufla=
ge
, 7= u. 8ter Theil mit Kupfern 8. Leipz.
786. 1 fl. 30 kr. Alle 8 Theile 6 fl.

Die Besitzer der ersten Auflage dieses
Buchs werden ebenfalls mit dem zur Fortse=
tzung
gehörigen 7= u. 8ten Theil pr. 1 fl. bedient.
Herder (J. G.) zerstreute Blätter, 1te Samm=
lung
, 8. Gotha 785. 1 fl. 30 kr.
Archenholz (J. W.) England und Jtalien, 2
Bände, 3 Theile, 8. Leipzig 785. 3 fl. 45 kr.


Jn der Jos. Edlen v. Kurzbeckischen

Buchbandlung in der untern Breunerstrasse
im eigenen Hause Nr. 1152 ist zu haben

Buffons Naturgeschichte der Vögel, aus dem
Französischen mit Anmerkungen und Zu=
sätzen
, 6 Theile mit vielen Kupf., gr4.
Leipz. 782. 16 fl. 30 kr.

Historisch kritische Rachrichten von den durch
die Briefe aus Wien und Berlin über die
österreich. Reformation veranlaßten Streit=
schriften
, von J. B. v. A. Breslau 786.
34 kr.

Christkatholische nützliche Hauspostill auf alle
sonn= und feyertägliche Epistel und Evan=
gelien
des ganzen Jahrs, gegen alle sonn=
und feyertägliche Misbräuche eingerichtet,
4 Theile, gr8. 784. 2 fl. 45 kr.

Einrichtung der medizinischen Fakultät zu Wien,
ihre Gesetze, Lehrart und Prüfungen in den
dahin gehörigen Wissenschaften der Arzney,
Wundarzney, Entbindungskunde und Phar=
macevtik
, gr8. Wien 785. 45 kr.

Christoph v. Hellwig vermehrter auf hundert
Jahr gestellter euriöser Kalender, nämlich
von 1701 bis 1801 darinnen zu finden, wie
ein Hausvater solche ganze Zeit über sein
Hauswesen darnach nützlich einrichten könne,
8. Chemnitz geb. 40 kr.

Die theoretischen Brüder, oder zweyte Stuf=
fe
der Rosenkreuzer und ihrer Jnstruction
das erstemal ans Licht herausgegeben, nebst
einem Anhang aus dem dritten und fünften
Grade, 8. Athen 785. 1 fl. 40 kr.

Bernoulli (J.) Archiv der neuern Geschichte
Geographie, Natur und Menschenkenntniß
mit Kupfern, 2 Bände, gr8. Leipzig 785.
2 fl. 40 kr. auf Schreibo. 3 fl. 15 kr.

Nath. Gottfr. Leske Reise durch Sachsen, in
Rücksicht der Naturgeschichte und Oekono=

[15]

mie, 1= und 2ter Theil mit dielen Kupfern,
gr4. Leipz. 785. 15 fl.

F. G. Lueder botanisch praktische Lustgärtne=
rey
, nach Anleitung der besten neuesten brit=
tischen
Gartenschriftsteller mit nöthigen An=
merkungen
für das Clima in Deutschland,
3ter Band, gr4. Leipz. 785. 5 fl. 15 kr.


Bey Gräffer dem Jüngern, Buchhändlern

unter den Tuchlauben neben Nr. 571 sind nebst
vielen andern alten und neuen Büchern
auch nachsiehende zu haben:

Troisieme Voyage de Cook, fait en 1776.
77. 78. 79. & 80. traduit de l‘anglois, avec
Cartes & Estampes, 4 Tomes, gr. 4. Pa-
ris
785. 48 fl.

Collection de petits Auteurs françoiz, dans
de format in 24. varie Impression de Paris,
ensemble 151 Vol. reliés & dorés, 200 fl.

Ristestioni politiche sopra il prospetto attuale
della Città di Triester, in quanto al Com-
mercio
, 8. Vienna 785. 1 fl.

Von dem Daseyn und Wesen Gottes, 3 Stü=
cke
, 8. Wien 178385. 42 kr.

Desselben 2. und 3tes Stück besonders a 14 Fr.
zusammen 27 kr.

Baillet (L.) Handbuch zur französ. Sprach=
lehre
des Herrn Curas, 8. Wien 785. 30 kr.

Macquers chymisches Wörterbuch, a. d. Franz.
und vermehrt von D. Leorhardi, 6 Bände,
gr. 8. Leipzig 78183. 13 fl.

Soherr (C.) Materis medica Austriaco- pro-
vincialis
, 8. maj. Vindob. 783. 1 fl.

Fugger (M.) von der Zucht der Kriegs= und
Bürgerpferde, a. d. Altdeutschen von 1578
übersetzt, und mit einem 2ten Theile ver=
mehrt
von J. G. Wolstein, gr. 8. Wien
786. 1 fl. 20 kr.

Topographia Provinciarum Austriacarum;
Austriæ, Styriæ, Carinthiæ, Carniolæ, Ty-
rolis
, &c. deutsch mit Merianischen Kupf.
fol. Frankf. 1678. 9 fl.

Gedichte von Joseph Franz Ratschky, 8.
Wien 785. 1 fl. 8 kr.


Jn der J. D. Hörlingschen Buchhandlung

in der Bognergasse Nr. 220 neben dem To=
denkopf
sind nebst vielen andern Büchern,
auch nachstehende zu haben:

Bossuet (J. B.) Einleitung in die Geschichte
der Welt und der Religion, fortgesetzt von
D. J. A. Cramer, 6ter Theil, gr8. Leipz.
785. 2 fl. 15 kr.

Geschichte der menschlichen Narrheit; oder Le=
bensbeschreibung
berühmter Schwarzkünstler,
Goldmacher, Teuselsdanner, Zeichen= und

Liniendeuter, Schwärmer, Wahrsager und
anderer philosophischer Unholden, 1ter Band
8. Leipz. 785. 1 fl. 15 kr.

Zöllner (J. Fr.) Lesebuch für alle Stände,
zur Beförderung edler Grundsätze, ächten
Geschmacks, und nützlicher Kenntnisse, 6ter
Band, 8. Berlin 785. 3 fl.

Hillebrand, oder wie könnte man zu einer
Pfarr gelangen. Beyträge zur Kirchenge=
schichte
des itzigen Jahrhunderts, 2 Bände=
8

8. Leipz. 785. 2 fl. 24 kr.

Revision (allgemeinen) des gesamten Schul=
und Erziehungswesens, von einer Gesellschaft
praktischer Erzieher, herausgegeben von J.
H. Campe, 3= u. 4ter Band, 8. Hamburg
785. 3 fl. 15 kr.

Leske (N. G.) Reise durch Sachsen in Rück=
sicht
der Naturgeschichte und Oekonomie,
gr4. Leipz. 785. 7 fl. 30 kr.

Taschenbuch zum Rutzen und Vergnügen fürs
Jahr 1786 mit Kupfern von Chodoviecki,
nebst den neuesten Frauenzimmer= u. Manns=
kleidungen
in Kupfer, 16. Göttingen 785.
45 kr.

Ferguson (A.) Geschichte des Fortgangs und
Untergangs der römischen Republik, a. d.
Engl. frey übersetzt, und mit Anmerkungen
und Zusätzen begleitet von C. D. B. 2ter
Band mit 4 Karten, gr8. Leipz. 785. 2 fl.


Orientalischer Talk, oder weisse Schminke.

Die Tugend dieses Talks ist ohnehin durch
viele Proben schon bekannt, nämlich daß er
weder Augen noch Zähne verdirbt, sondern
das Fell von Wimmern und Flecken reiniget
und bis in das späteste Alter von Runzeln
bewahret. Dieser Talk giebt eine schöne na=
türliche
Weisse und Zarte, auch kann man da=
mit
abgewischter in alle Schweselbäder gehen,
auch unter der Larve tanzen, ohne durch den
Schweiß einen Fleck zu besorgen. Er ist in
Pulver und Abwischpapier zu bekommen; der
Gebrauch des Pulvers ist also: man nimmt
ein wenig von diesem orientalischen Talk auf
ein Handschuhlederl, rauhen Barchet, oder
auf das braune Abwischpapier, welches man
im Nürnbergergewölb bekömmt, reibt solches
in das Papier, und wischt sich nach Belieben
der Weisse damit ab, doch ist zu verstehen,
daß man sich das Gesicht öfters von Schmutz
reiniget. Von den Abwischpapieren ist der
Gebrauch, daß man sich mit den weissen Pa=
pieren
abwischt, und mit den beygegebenen ge=
peitzten
Papieren überwischt, damit kein un=
ordentlicher
Fleck verbleider; das Pulver ist
das Loth 2 fl. das Paket zu 1 Quintel 30 kr.

[16]

das Abwischpapier das Dutzent für 2 fl. 3 in
einem Pakel 30 kr. Nun bleibt zu erinnern,
daß dieser wirkliche orientalische Talk, welcher
von einer hohen Stelle erlaubt, und von einer
medicinischen Fakultät für unschädlich befun=
den
worden, an keinen andern Ort zu bekom=
men
ist, als am Bauerumarkt nächst dem Eis=
grübel
von Trattnerhof über im Baron Sal=
lerischen
Haus Nr. 537 im Marchandemode=
gewölb
; auch ist ebenfals rothe Schminke in
Tögerln und Abwischpapier zu bekommen;
der Preis in Tögerln nach Gröffe der Gat=
tungen
in Abwischpapier 3 in ein Pakl 45 kr.


Nachricht.

Bey Adam Carl, burgerl. Schneidermei=
ster
, wohnhaft am Haarmarkt Nr. 754 im
Goldischen Haus im Hof im 3ten Stock rechts
die Stiege, sind nachstehende Kleidersorten
von eingegangenen Tuch um beygesetzte Preise
zu bestellen. Verpflichte mich, solche gegen baa=
te
Bezahlung von der besten Waare, und gut ge=
arbeitet
(nach Belieben) zu liefern: Ein gan=
zes
Mannskleid von franz. 8 fl. Tuch mit Croi=
see
gefuttert, und gleich überzogenen Knöpfen
40 fl. 30 kr. Rock und Beinkleider 32 fl. 30 kr.
von 6 fl. 30 kr. Tuch 36 fl. Rock und Beinkleider
27 fl. von 5 fl. 30 kr. Tuch das ganze Kleid 30 fl.
Rock und Beinkleider 25 fl. von 4 fl. Tuch 27 fl.
Rock u. Beinkleider 23 fl. von 7/8 breiten feinen
Halbtuch pr. 2 fl. 30 kr. a 30 fl. Rock u. Beinklei=
der
25 fl. von 2 Ell. breiten Halbtuch die Elle zu
3 fl. 21 fl. Rock u. Beinkleider 16 fl. Kaput=
rock
. Ein Kaputrock mit Croisee gefuttert das
Tuch zu 6 fl. 28 fl. mit Damis aber 24 fl. 30 kr.
von 7/4 dreiten 4 fl. Tuch, 24 fl. m. Damis 20 fl.
von 2 fl. 30 kr. mit Damis gefuttert 15 fl. 30 kr.
von 2 fl. Tuch 13 fl. 30 kr. von Doppelmoldon
ohne Futter 13 fl. 40 kr. Livreyen. Eine
ganz glatte Livrey von feinen Gerlitzertuch 2 fl.
30 kr. mit Halbkastor gefuttert, weiße, gelbe,
oder gleichfärbige Knöpfe 19 fl. von 2 fl. Tuch
16 fl. 30 kr. von 1 fl. 30 kr. Tuch 14 fl. von 1 fl.
12 kr. Tuch 12 fl. 30 kr. Sollte aber Weste und
Beinkleid von rother, oder anderer Farbe seyn,
so wird darnach die Gattung des Tuchpreises be=
wehrt
, und das mehrere darauf bezahlt werden.
Werden Westen mit Borden eingefaßt, so ist
20 kr. mehr zu bezahlen; für Rock und Weste
oder 1 fl. Livreykaput. Von 2 fl. 30 kr. T.
13 fl. von 2 fl. T. 11 fl. von 1 fl. 30 kr. T. 9 fl. 30
kr. von 1 fl. 12 kr. T. 8 fl. 30 kr Livreyschmiß.
Von 1. fl. 30 kr. Tuch 11 fl. von 1 fl. 12 kr. Tuch
1fl. 10 kr. Kurscher Pegesch ohne Pelz.
Von 2 fl. 30 kr. Tuch mit kameelhaarenen Bör=
⟨⟩

⟨⟩und Schlingen 20 fl. von 2 fl. Tuch 17 fl. 30

kr. von 1 fl. 30 kr. Tuch 15 fl. von 1 fl. 12 kr. T.
13 fl. 20 kr. Wenn jemand beliebet Tuch u.
Futter selbst zu liefern, bezahlt für das Uebri=
ge
nicht mehr als 5 fl. wobey noch rauher
Barchet verstanden ist. Wann jemand Lein=
wand
verlangt, so ist etwas weniger zu be=
zahlen
, eben so viel für eine Liverey, die Knö=
pfe
miteingerechnet. Für gar zu grosse und
dicke Personen wird mich niemand verdenken,
wenn ich etwas mehr fodere; wohingegen die
Kleinern etwas weniger zu bezahlen haben.
Uebrigens werden alle obige Kleider nach der
letzten Mode, sauber und gut gearbeitet wer=
den
. Jch verspreche mir allen gütigen Zuspruch,
und werde mich bemühen, fernershin desto
würdiger zu machen.


Bandagemacher.

Anton Gayard, Bandagenmacher, hat bey
der hochlöbl. k. k. ni. öst. Regierung um Er=
laubniß
, hier in dieser Haupt= und Residenz=
stadt
Wien Bruchbänder von verschiedener Art,
wie solche von den Herren Doktoren und Aerz=
ten
nach Beschaffenheit der Umstände für un=
schädlich
befunden werden, für das hochgeehrte
Publikum machen, und öffentlich verkaufen zu
dörfen angelanget, und hiezu nch bey hiesiger
löbl. medizinischer Fakultät abgelegt, und un=
schädlich
befundenen Proben, auch die gnädig=
ste
Erlaubniß erhalten. Er schmeichelt sich,
allen denjenigen, die bey ihm Bruchbänder,
Nabelbruchbander, Bruchbeitel, von allen Gat=
tungen
von elastischer und mechanischer Art,
für beyderley Geschlecht von jedem Alter Bauch=
gurten
, Bandagen für kleine Kinder, Ban=
dagen
für diejenigen, welche sich im Reiten,
Tanzen, Fechten und dergleichen Leibesübungen
für Schaden präserviren wollen, neu bestellen,
oder auch alte Bandagen repariren, und frisch
überziehen lassen, und sich somit seiner Arbeit
bedienen werden, alle Zufriedenheit zu ver=
schaffen
, und hoffet, daß seine Arbeit nicht
minder, als der billige Preis bey dem hoch=
geehrten
Publikum für ihn die beste Empfeh=
lung
bewirken werden. Er wohnet auf der
neuen Wieden in der grossen neuen Gasse im
Annaberg Nr. 167 im ersten Stock. Denen
es ungelegen wäre vor die Stadt zu gehen,
oder zu schicken, belieben ihn zu bestellen im
rothen Rössel Nr. 1103 in der Kärntnerstrasse
bey dem Klampfermeister.


Pferde.

Auf der Wieden bey der rothen Ente Nr.
5 ist ein Postzug Siebenbirger= Schwarz=
schimmel
, 5 Jahr alt, zu verkaufen, und ist
sich deshalb beym Wirth alda zu melden.

[17]

Nro 101.


Wagen.

Es ist ein 2sitziger Wagen zu verkausen,
welcher nur ein paarmal gebraucht worden,
auf stark vergoldeten Federn, der Kasten ist
blau lakirt mit einem bor a la maroquin,
inwendig mit feinen weissen Tuch gefüttert,
samt gleicher Sitzdecken, alle Stab und Ver=
zierungen
an Wagen und Gestell, welches ganz
weis ist, sind besonders messerruckendick ver=
goldet
, alles riemwerkweis und blau, der Bock
aus die neuesie Art nieder, die Geschier eben
weis und blau samt Laitsail, Einflechtzeug,
alles von der besten Wolle, die Pouikeln an
den Mundstücken, und alles Beschläg auf den
Geschieren stark vergoldet. Nebst zwey schö=
nen
Panterhäuten mit Bärnpratzen, welche
samt Schlösser aus der Brust stark in Feuer
vergoldet sind. Kauflustige belieben sich des
weitern anzufragen am Platzel neben dem un=
garischen
Gardehof bey die drey Gesichter Nr.
3 im dritten Stock bey der Frau Kraussin,
Logemeisterin von Fürst Auersperg.


Neue Wägen.

Ein 4sitzig englischer Staatswagen auf 4
hohen Schneckenfedern und 2 eisenen Schwa=
nenhäls
, mit sein lichtgrauen Tuch gesüttert,
die Tafeln violet lakirt mit weissen Dessein ge=
malen
, die Saulen, Federn und Schwanen=
häls
gut vergoldet; ein 2sitziger auf 4 Schne=
ckenfedern
und 2 Schwanenhälsen, mit sein
lichtgrauen Tuch gefüttert, die Tafeln auf sil=
bergrün
lakirt, die Saulen, Federu und Schwa=
nenhäls
vergoldet; ein 4sitziges Kalleß auf 2
Prangard und Langriem, mit hohen Aufzug,
roth, halb und ganz gedeckt, das vordere Dach
zum Abnehmen, mit feinen weissen Tuch ge=
füttert
, die Taseln saftgrün lakirt; ein 2sitzige
Postschaise oder Parstart auf 2 Schwanenhäls
und 4 hohen Schneckenfedern, die Tafeln stahl=
grün
mit weissen Dessein gemalen, mit licht=
grauen
Tuch gefüttert, in der vordern Wand
4 Schubladen und ein Tisch zum ausmachen,
mit Magazin und Reiskomodite versehen; ein
deto auf ein Schwanenhals, hinten 2 hohen
Scheckenfendern, voran 2 hölzerne, die Tafeln
karmelitfarb mit weissen Dessein, mit fein grü=
nen
Zeig gefüttert, an der vordern Wand ein
Tisch zum aufmachen und extra zu einer Cha=
tul
eingerichtet; ein 4sitziges Kalleß mit ein
Schwanenhals zum Durchlauf auf 4 hölzenen
Feldern, mit fein lichtgrauen Tuch gefüttert,
die Tafeln und Gestell stählgrün; auch andere
Kallesse mit und ohne Durchlauf auf Lanquie=
den
, dann alle Gattungen englische Sättel und
sogenannte englische Britschen von guten Leder

und besten Qualität sind täglich um billige
Preise zu finden bey dem burgl. Sattlermei=
ster
Joh. Georg Schuhmann in der Adlergasse
nächst dem rothen Thurm Nr. 687.


Aechte Grinzingerweine.

Zwey bis 300 Einier ächte Grinzingerweine
eigener Gewächs, von verschiedenen Jahren,
in 50eimerigen Fassen, sind zu verkaufen. Kauf=
lustige
belieben sich deshalb in der Wollzeile
Nr. 821 im ersten Stock anzumelden.


Wohnung.

Künftige Georgizeit ist nächst dem Stuben=
thor
in dem Hauje Nr. 832 im 2ten Stock
eine Wohnung=bestehend aus 3 schön spal=
lirten
Zimmern mit Trumeau und der Aus=
sicht
auf die Gasse, nebst einer Alkofen, und
daranstossenden 5 Zimmern, Kuchel, Boden
und Holzgewöld, auch mit oder ohne Stal=
lung
auf 2, 4 oder 12 Pferde, dann einer ge=
sperrten
Wagenschurfe und 2 Wagenstellun=
gen
, dann guten Heugewölben zu verlassen,
und sich des halb im ersten Stock beym Haus=
eigenthümer
zu melden.


Haus und Gründe zu verkaufen.

Jm Markt Langenlois unweit Krems ist
das Haus Nr. 78 zu verkaufen, bestchend
in 8 Wohnzimmern, 3 Kammer, 2 Ku=
cheln
, 1 grosse Speis,1 Geschirrkammer,
und 3 extra Gewölber, 3 Schüttkästen, Pferd=
Küh= und Schweinstall, 2 grosse Heu= und
1 Strohboden, 1 Stadel, 1 Wagenschupfen,
1 Keller auf 5 bis 6000 Eimer Wein, 1
grosse Preß, bey dem Haus befinden sich 2
Obst= ein Zier= und ein Kuchelgarten, ausser
diesen Gärten ist die Hofstatt, 1/4 Weingar=
ten
, 1 grosser Hof, verschiedene Pferdgeschirr,
2 4sitzige und andere schwere Wägen, 2 A=
ckerpflüg
, 15 Viertel 1/8 Weingärten, 1
grosse Wiesen mit vielen Bäumen, 13 Joch
Aecker; Kauflustige belieben sich deshalb den
18. Jäner 1786. in obbemeldtem Haus bey
dem Eigenthümer allda einzufinden.


Licit. Effekten.

Den 19. dies werden nächst der schöne
Latern Nr. 774 verschiedene Verlassenschafts=
schen
, als goldene und dombackene Sack=
und eine Hänguhr schönes Silber, golde=
ne
und verschiedene Tabatieren, bordirt= und
unbordirte mehresten theils ganz neue Klei=
der
von französisch= und holländischen Tuch,
von Croditor und Brüßlerkamelot, wie auch
verschiedene neue mit Gold, Silber und Sei=
den
gestickte Westen, Aussatz= und Schub=

2

[18]

ladkästen und Tischler, Sessel und Soffe, Bil=
der
, Weißzeug, und andere Effekten von 9
bis 12, und nachmittag von 3 bis 6 Uhr
licitando verkauft.


Licit. Effekten.

Den 19. dies Mon. werden auf Verord=
nung
des allhiesig k. k. Jud. Del. Mil. Mixt.
in der Schenkenstrasse im fürstl. Batthyani=
schen
Haus Nr. 48 im 2ten Seock verschie=
dene
Verlassenschaftseffekten, als 1 goldenen
Uhr, etwas Silber, Mannskleider, dero
Wäsch, 1 grosse Uhr in einem schwarzen Ka=
sten
so den Monatstag zeiget, und ein Mo=
nat
lang ohne aufziehen gehet, 1 Passetel
von Franz Quierez, eine Bratschen, 2 Cre=
moneser
Geigen, ein deto von Jakob Stei=
ner
, verschiedene Musikalien, 3 Bilder von
berühmten Meistern, und mehr andere Jahr=
nissen
zu den gewöhnlichen Stunden licitan=
do
verkauft.


Licit. Effekten.

Den 19. dies werden zu den gewöhnlichen
Vor= und Nachmittagsstunden auf Verord=
nung
des k. k. adel. deutschen Leibgardenau=
ditoriatgerichts
in der untern Breunerstrasse
im Baron Walterskirchischen Haus Nr. 1155
im 3ten Stock linkerhand verschiedene Ver=
lassenschaftseffekten
, als rothen Uniformsröcke
mit goldenen Schlingen, glatte Mannsklei=
der
, goldbordirte Wesien, und andere Klei=
dungssorten
, Spiegel, Luster, Sessel, Sof=
fen
, Tische, Kästen, Bettstätte und Bettge=
wand
, Sattel und Zeug, Porzelain, Zinn,
Kupfer und andere Zimmereinrichtung, lici=
tando
verkauft.


Licit. Effekten.

Den 19. dies und folgende Tage zu den
gewöhnlichen Vor= und Nachmittagsstunden
werden auf Verordnung der k. k. ni. öst. Land=
rechten
unter den Tuchlauben im gräfl. v.
Stahrembergischen Haus Nr. 256 im zwey=
ten
Stock verschiedene Verlassenschaftsfahrnis=
se
, als sehr schöne brillantener Schmuck,
so bestehet aus Tropfen und Rosetennadeln,
Quasten und Maschen, Collie von derley
Schnürkasten, Brillant= und Galanterieringe,
goldenen Brasseleten und Prätansionen, gold=
und silberne Münzen, auch etwas Silber und
Galanterien, sammet= manschester= tüch= sei=
den
= zeug= reich= bordirt= und glatte Manns=
kleider
, reicher Hof= auch Atlaß= Saisson=
Grosdetour= Taffet= Ziz= Musselin und din=
rüchene
Adrien= Angloise= Tureoisse= und Ka=
putrock
, Frauenkleider ⁊c. Dintuch= und andere

Hütte, Blumenfedern und Fächer, einen sehr
schöne Taufzeug samt Wocheubetrdeckeu,
Brüsler= Niederländer= und Blondspitze,
Manns=Frauen= und Hauswäsche, gemait=
und getuschte Bilder von guten Meistern,
Pendiluhren, Laster, Arm= und Spielleuch=
ter
, etwas Porzelain, Fenergewöhr, Sof=
fen
, Sessel, und Spaliere, Roll= Toillet=
und Garderobkästen, Schatoullen, Spiel=
und andere Tische, Bettstätte samt Bettge=
wand
, Meßing= Knofer= und Eisengeschirr,
englisch und französische 4= und 2sitzige Wa=
gen
, Pierutsch und Kallesse, ein Rennschlit=
ten
samt Equipage, mit Gold und Silber
gestickt und bordirte Schaberacken, französisch
und englische Pferdgeschirre, derley Sättel
und Reitzeng, 2 Pferde, Braun, Oesterrei=
cher
= und eine Anzahl Tokayer in Antheilen
und Schumlauerweine, und andere Geräth=
chaften
, licitando verkauft.


Licit. Steinwanders Haus.

Von dem Magistrat der k. k. Haupt= und
Residenzstadt Wien wird hiemit bekannt ge=
macht
: es sey auf Anlangen des Joseph Vet=
ter
, wider Johann Steinwander, wegen cess.
nom. im Reste schuldiger 3800 fl. cum sua
causa in die Feilbietung der gegentheiligen
Nr. 135 am Kohlmarkt liegende um 11250
fl. gerichtlich geschätzten Behausung, gewil=
liget
worden. Da nun hiezu 3 Termine,
nämlich für den ersten der 19. Dezemb. d. J.
für den zweyten der 18. Jäner, und für den
dritten der 20. Hornung 1786. mit dem Bey=
satz
bestimmt worden sind, daß, wenn die=
ses
Haus bey dem ersten oder zweyten Ter=
min
um die Schätzung, oder darüber nicht
an Mann gebracht würde, selbes bey dem
dritten auch unter der Schätzung verkauft
werden würde; so haben die Kauflustige an
den bestimmten Tägen vormittag um 10 Uhr
vor diesem Magistrat zu erscheinen.


Licit. Pferde.

Den 20. d. M. werden in der Kasserne am
Heumarkt junge vollkommene gesunde Pferde,
welche nur vermög des Wachsthums zum Ka=
valleriedienst
, nicht angemessen, sonst aber
eben mit keinen Mängeln behaftet sind, früh
um 9 Uhr an den Meistbiehteuden verkauft
werden.


Licit. Weine.

Den 20. Dezemb werden zu den gewöhn=
lichen
Vor= und Nachmittagstunden zu Ma=
riahilf
in der Leopoldsgasse bey der Stadt
Venedig Nr. 89 etwelche hundert Simer al=

[19]

ten von besten Gebirgweinen, als Gumpolds=
kirchner
, Brunner, Grinzinger, Kaltenber=
ger
, Nußdorfer, und Kritzendorfer, dann 2
Fässer alter Haugsdorfer von 1772 bis 1783.
Gewächs samt Fässer in eisenen Banden, von
20 bis 34 eimerige Gattung, licitando ver=
kauft
.


Licit. im Versatzamt.

Von dem k. k. Versatzamt wird hiemit kund
gemacht, daß die im Monat Septemb. 1784 al=
da
versetzt, und bis 19. dies Monat Decemb.
1785 nicht in gehörige Richtigkeit gebrachte
Pfänder als verlassen angesehen, und in den
folgenden Tägen als den 20. und 21. dies,
(vermög des lu dem Kundschaftsbogen hievon
einkommenden inhaltlichen Verzeichniß) ge=
wöhulich
ausgefeilet, und dem Meistbietenden
käuflich werden überlassen werden.


Licit. Schedisches Haus.

Von der Amtskanzley der fürstl. erzbischöfl.
Herrschaft Neunkirchen am Steinfeld wird
hiemit kund gemacht: daß der verstorbenen
Maria Anna Schedin, gewesten Bürgerin al=
hier
, und ihres noch lebenden Ehewirths,
Johann Michael Sched, Behausung mit der
darauf verliehenen allgemein gewöhnlichen bur=
gerl
. Schankbefugniß Schuldenhalber an den
Meistbietenden veräussert werde. Da nun zu
sothaner Lizitation 3 Termine, und zwar für
den ersten der 20. Dezember d. J. für den
zweyten der 20. Jäner, und für den dritten
der 20. Febr. 1786 früh um 9 Uhr mit dem
Anhange bestimmt worden, daß, wenn sotha=
ne
Behausung weder bey der ersten noch zwey=
ten
Lizitation um den Schatzungswerth oder
darüber an Mann gebracht werden könnte,
solche bey der dritten auch unter der Schä=
tzung
verkaust werden würde; als haben alle,
so diese in Neunkirchen liegende mit der dar=
auf
verliehenen allgemein gewöhnlichen bur=
gerl
. Schankbesugniß auf 523 fl. 13 kr. ge=
schätzte
Schedische Behausung Nr 98, welche
mit schönen Zimmern, Kucheln, Gewölbern,
Vorhaus, Keller, Boden und Hausgarten,
wie auch Holdenwohnungen versehen, zu kau=
fen
Lust tragen, sich an obbemeldten Tag und
Stund früh um 9 Uhr alhier zu Neunkirchen
am Steinfeld in besagter Amtskanzley belie=
big
einzusinden, wo sodann mit den Meist=
bietenden
gegen. alsogleich leistender baarer
Bezahlung der Kauf angeschlossen werden soll.


Licit. Pfadlerwaaren.

Den 21. dies werben in der Leopoldstadt
in der Pfarrgasse im Proglischen Haus im

dritten Stock vormittag von 9 bis 12 Uhr
verschiedene Pfadlerwaaren, als beyene Manns=
und Knabenleibel, barchet=kanafaß= gratler=
ne
und atlassene Kellnerleibel, Mannswesten,
gestrickte und baumwollene Rockerl, licitando
verkauft.


Licit. Grovßisches Haus.

Von der Amtskanzley der freyherrl. Karl
v. Moserischen Herrschaft Harmansdorf wird
hiemit kund gemacht: es sey über den, wi=
der
hiesigen Unterthan, Anton Groyß, The=
resia
dessen Ehewirthin, eröffneten Konkurs,
für nöthig befunden worden, derselben an=
her
dienstbare Behausung in dem Dorf Etz=
mannsdorf
, samt den dazu gehörigen Haus=
gründen
, als 4 1/8 Joch Aecker, 5 Viert.
Weingarten, und 1/16 Tagwerk Garten, so
zusamm auf 250 fl. gerichtl. geschätzt worden,
dann 13. Uiberländweingärten pr. 30 fl. und
endlich die übrige Fahrnisse licitando zu ver=
kaufen
.