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Wiener Zeitung

Nr. 72, 9. September 1789

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[]

Jnländische Begebenheiten.

Wien.

Se. Maj. haben dem Hrn. Kardinalen
Erzbischof Migazzi aufgetragen,
als Höchstdero Konmissarius, dem vor
einigen Tagen hier eingetroffenen Hrn.
Kardinalen Fürstbischof von Passau das
durch den Monsignore Conte Sbara aus
Rom überbrachte Kronkardinalatsbiret
in Sr. Maj. Nahmen aufzusetzen. Die=
semnach
hat sich der Hr. Kardinal Fürst=
bischof
von Passau den 8. d. M. Mor=
gens
um 8 Uhr, ohne alles Gefolge, in
den sogenannten Kardinalshof begeben,
wo in der dortigen Hauskapelle, nach vor=
hergegangener
öffentlichen Ablesung des
Kaiserlichen Kommissionsdekretes, diese
Handlung von dem Hrn. Kardinal Erz=
bischof
ganz in der Stille vollzogen wurde.
Sonntags früh hatte der von Sr.
Maj. zum Präsidenten der obersten Ju=

stizstelle und Tavernikus im Königreiche
Ungarn ernannte Peter v. Vegh bey dem
Ungarischen Hofkanzler, Grafen Karl v.
Palfy, im Beyseyn beyder Ungarischen
Vizekanzler, in der angetretenen Eigen=
schaft
den Eid abgelegt.

Se. Majestät haben den im Märzmo=
nathe
dieses Jahrs in Rücksicht seines
ganz besonderen Diensteifers, seiner Thä=
tigkeit
und Geschicklichkeit, zum wirkl. K.
K. N. Oest. Regierungsrath und Staats=
güter
=Administrator ernannten Ehren=
reich
Wolscheck, nun auch in den Rit=
terstand
der gesammten K. K. Erbländer
allergnädigst zu erheben geruhet.
Se. K. K. Maj. haben gleichfalls den
Joseph Rebay Großhändler zu Günz=
burg
, wegen des durch den Handel mit
Thalern nach der Levante, dem Aerarium
verschaften beträchtlichen Nutzens, so wie

[]

in Rücksicht seines ausgebreiteten auf den
größten Theil von Jtalien und Spanien
sich erstreckenden Leinwandhandels, der
dem dürftigsten Theile der V. Oest. Unter=
thanen
durch Spinnerey und Weberey er=
öffneten
ergiebigen Nahrungsquellen, und
mehrerer anderer Verdienste, sammt allen
seinen leiblichen Erben in den Adelstand mit
dem Ehrenwort von Ehrenwiesen erhoben.

Böhmen. Fortsetzung des letzthin ab=
gebrochenen
Patentes über die Steuer
der Juden:

§. 7 Die Vermögenssteuer wird von
dem in Geld, Grundstücken, Waaren,
Geschmeide, wie auch sicheren und unsi=
cheren
, angeblich verlornen Aktivschulden,
und unbeendigten Prozessen bestehenden
Vermögen einer jeden Familie in Prag
sowohl als auf dem Lande, ohne Unter=
schied
, von grösseren oder kleineren Ver=
mögen
sobald solches 150 Gulden ⟨üb⟩er=
steiget
, mit zwey Drittheilen eines Gul=
den
, oder 40 Kreutzern von 100 Gulden
abgenommen, wovon auch der unverhei=
rathete
Jude, sobald er mehr als 150
Gulden im Vermögen besitzt, nicht aus=
genommen
ist.

§. 8. Wer aber weniger als 150 Gul=
den
im Vermögen besitzt, ist sowohl von
der Familien= als der Vermögenssteuer
frey.

§. 9 Alle Juden, die in Böhmen
steuerbar sind und bisher ohne in dem
Lande zu wohnen, zur Judensteuer bey=
getragen
haben, sind auch nun verpflich=
tet
, die Familien= und Vermögenssteuer
so zu entrichten, als ob sie wirklich in
Böhmen wohnten.

§. 10. Zu Erhebung des Vermögens=
standes
hat jeder Jude nach dem vor=
geschriebenen
Formulare, welches ihm von
der Gefällsdirekzion wird zugestellt wer=
den
, sein Vermögen getreu zu bekennen
(⟨f⟩atiren). Wer fälschlich weniger, als
er besitzt, angibt, verfällt, sobald es
entdeckt wird, unter Aufsicht des Gu=
berniums
und der Kreisämter, in die
Strafe des grossen Banns, und soll aus=

serdem zur Entrichtung einer doppelten
Steuer von dem verheimlichten Vermö=
gen
, nach dem bis zur Zeit der Entde=
ckung
laufenden Betrage, angehalten wer=
den
. Von diesem Strafgelde hat ein Drit=
theil
dem Angeber ein Drittheil der Ar=
menkasse
des Orts, und ein Drittheil
der Gefällskasse zuzufliessen.

§. 11. Alle drey Jahre müssen die Be=
kenntnisse
(Fassionen) erneuert werden.
Wenn in der Zwischenzeit das Vermögen
eines Juden um mehr als 1000 Gulden
angewachsen ist, oder abgenommen hat, wird
die Vermögenssteuer erhöhet oder vermin=
dert
. Jedoch findet ausser einer Vermö=
gensvermehrung
oder Abnahme von 1000
und mehr Gulden, und in der Zwischenzeit
von 3 Jahren keine Aenderung in der
Entrichtung der Steuer statt; die Ver=
mögensverminderung
aber muß allzeit
durch Zeugnisse der Ortsobrigkeit bewiesen
werden. (Fortsetzung folgt.)

Nach Privatbriefen aus Weißkirchen
sind nun die sämmtlichen dort im Haupt=
quartier
gestandenen Truppen in Bewe=
gung
, um nach Syrmien sich zu ziehen.
Den 30. Aug. brachen die Bataillonen von
Pellegrini und Ferd. Toskana, und den
31. die Grenadierbataillonen und die Ar=
tillerie
auf: diese beyden Abtheilungen
nehmen den Weg über Alibonar nach Op=
powa
. Am 2. Sept. folgten eben dahin
über Versecz und Denta: die Kavallerie=
regimenter
Zeschwitsch, Großherzog
Toskana, Nassau und Schackmin, den
3. Toskana Dragoner und das Haupt=
quartier
. Den 11. soll die ganze Armee
bey Banovcze in das Lager rücken.

Die aus dem Lager von Gradiska in
5 Abtheilungen nach Syrmien aufgebro=
chenen
Truppen, sind bis zum 14 Aug.
sämmtlich in Mitrowicz eingetroffen, und
von da weiter hin über Ruma und Ogar
an die Save gerückt, wo sie im Lager
bey Polievcze die weiteren Befehle ab=
warten
sollen.

Jnzwischen fängt die Besatzung von
Belgrad an, immer thätiger zu wer=

[]

2299

den. Seit dem 23. Aug. hat dieselbe fast
täglich unsere Mannschaft beunruhiget.
Schon an diesem Tage erschienen einige
feindliche Tschaiken auf der Save; die Un=
serigen
gingen ihnen entgegen, und man
kanonirte von beyden Seiten doch ohne
Wirkung, bis das eingefallene Regenwet=
ter
dem Feuern ein Ende machte. Am 24.
griff ein feindlicher Haufe eine Patrouil=
le
unseres Freykorps an, machte 2 gefan=
gen
, haute einen zusammen, und jagte
die übrigen in die Flucht. Am 25. war
die Witterung so stürmisch, daß kein
Fahrzeug auf dem Wasser fortkommen
konnte. Am 26. August gegen 6 Uhr
Abends kamen feindliche Tschaiken am
linken Arm der Donau herauf, griffen
die Patrouilletschaike an, und nöthigten
solche, sich mit noch einer Vierteltschaike
zurückzuziehen. Drey feindliche Tschai=
ken
wagten sich unter anhaltender Kano=
nirung
bis zur Spitze der Kriegsinsel her=
auf
, wo sie die Stadt Semlin im Ange=
sicht
hatten; als aber unsere Fregaten
und Tschaiken ihnen entgegen kamen, zo=
gen
sie sich etwas weiter zurück; darauf
dauerte aber die beyderseitige Kanonade
bis nach 8 Uhr fort. Von den feindlichen
Tschaiken sah man 2 sich zurückziehen,
woraus man schließt, daß sie Schaden
gelitten haben. Die Türken haben noch
lange fortgefeuert, als die Unserigen we=
gen
der eingefallenen Nacht die fruchtlose
Kanonade schon eingestellt hatten. Aus
der Belgrader Festung wurden während
dieser Zeit gegen 30 Kanonenschüsse ge=
than
. Am 27. kanonirten die Belgra=
der
seit 12 Uhr sehr stark aus ihrer Fe=
stung
. Eine Kanonenkugel kam wirklich
bis über das Semliner Dreyßigstamt
herauf, fiel aber dort in die Donau.
Unsere grosse Fregate, die weiter auf der
Donau vorgerückt war, um den feindli=
chen
Tschaiken den Weg zur Kriegsinsel
zu sperren, mußte sich Nachmittags wie=
der
etwas zurückziehen, weil die Belgra=
der
stark dahin kanonirten.

Die feindliche Festung hat auch die

drey folgenden Tage gegen unsere Seite
aus Kanonen gefeuert, und täglich streif=
ten
einige Tschaiken einer Seits auf der
Save bis Ostrovicza, anderer Seits
auf der Donau bis Pantsova hin.

Den 31. Aug. erschienen bey Ovcza
mit Tagesanbruch bis 30 grössere und
kleinere feindliche Tschaiken, welche dort
auf unsere Vorposten ein heftiges Feuer
machten, bald aber wieder zurückfuhren.
Nachmittags ist wieder aus der Festung
stark gegen unsere Pik⟨et⟩e gefeuert worden.

Zur Deckung des Beschanier Dammes
sind an diesem Tage 4 Redouten ausge=
steckt
worden, auch fing man an die Brü=
cken
an dem Damme wieder herzustellen.

Verschiedene in Trieste eingelaufene
Berichte melden, daß der R⟨u⟩ssischkaiserl.
Major Lambro Cazzioni, Kommendant
des Russischen Geschwaders in dem Ar=
chipelagus
, über die dortige türkische
Flotte, welche aus 3 Karavellen, 4 Fre=
gaten
, 5 Ghirlangitzen von 24 Kano=
nen
, und 2 Galeotten besteht, verschie=
dene
Vortheile erfochten habe:

Gegen Ende des abgewichenen Mo=
raths
Junius soll schon ein Gefecht in
den Gewässern von Tine vorgefallen seyn,
wobey ein Reiß mit 18 Mann getödtet
worden ist. Der Major Lambro Caz=
zioni
, welcher inzwischen die Jnsel Zea
erobert, und zum Sammelplatz seiner
Flotte erwählt hatte, vereinigte sich so=
dann
mit 5 seiner Schiffe, hohlte am 6.
Julius bey der Jnsel Sire die türkische
Flotte ein, und griff selbige mit solcher
Herzhaftigkeit an, daß, nachdem der
Russische Major selbst mit seiner Frega=
te
das türkische Kommendantenschiff ganz
beschädigt und entwaffnet hatte, das gan=
ze
feindliche Geschwader in dem elendesten
Zustande die Flucht ergreiffen mußte, und
mehr als 300 Mann, worunter 1 Pascha
war, an Todten hatte. Hierauf segelte
der Major Lambro Cazzioni mit seiner
ganzen Flotte nach Zea zurück, entschlos=
sen
den flüchtigen Feind aufzusuchen,
weiter hin zu verfolgen und zu schlagen.

[]

Oesterr. Niederlande. Das Gebäu=
de
des zu Brüssel aufgehobenen Peters=
kloster
ist zu einem Generalspital, Ge=
bährhaus
und Findelhaus bestimmt wor=
den
, und wird zu dem Ende ansehnlich
vergrössert. Jnzwischen ist das bereits
bestehende Gebäude so weit eingerichtet
worden, daß nach Maßgabe des Raums
bereits vom Monath September ange=
fangen
, Kranke darin aufgenommen wer=
den
können. Mittellose, welche ein Zeug=
niß
der Armuth von ihrem Pfarrer über=
bringen
, werden unentgeltlich aufgenom=
men
, und für diese ist das Haus vorzüg=
lich
gewidmet. Personen, die an chroni=
schen
Krankheiten leiden, werden nicht
eher aufgenommen, bis das neue Gebäu=
de
vollendet ist; aber schon von nun an
werden sie durch die Aerzte des Spitals
unentgeltlich Vorschriften und Arzneyen
erhalten.

Als am 27. Aug. zu Brüssel wegen des
bey Focksan erfochtenen Sieges das Te
Deum gesungen wurde und der Herzog
Albert von Sachsen=Teschen, der Ge=
neralkommandant
, alle Generale, Offi=
ziere
und die ganze Besatzung dazu ver=
sammelt
war, wurde an der Kirchthüre,
auf allerhöchsten Befehl, dem Korporalen
Petit, vom Regimente Ligne, durch sei=
nen
Obersten den Baron Renette, der
goldene Ehrenpreis ertheilet, der für ta=
pfere
Soldaten bestimmt ist, um ihn für
den ausgezeichneten Muth zu belohnen,
mit dem er an der Spitze von 9. andern
Soldaten eben dieses Regiments, durch
10 Stunden einem zahlreichen Haufen
des empörten Pöbels widerstand, der nach
vielen andern Gewaltthätigkeiten, der öf=
fentlichen
Kasse zu Dienst sich bemächtigen
wollte. Die Entschlossenheit, womit die
kleine Mannschaft dem wüthenden Haufen
sich entgegen setzte, ist für dieselbe beson=
sonders
rühmlich; erst nachdem sie ganz
verschlossen war, und die Kasse in Sicher=
beit
gebracht hatte, suchte sie selbst durch
Schwimmen sich zu retten.

Ein gemeiner Soldat vom Regimente

Murray, Nahmens Fierville, machte
bey dieser Gelegenheit folgendes Jm=
promtü
:

Brave homme, quel beau jours l vois l'eclat
qu'il te donne!
Les Dieux sont des heros: ton prince les
couronne.

Ausländische Begebenheiten.

Frankreich.

Jn der Sitzung der Nationalversamm=
lung
am 17. Aug. überreichte der Mar=
quis
de Mirabeau die von ihm gemein=
schaftlich
mit vier andern hierzu bestimm=
ten
Gliedern, entworfene Erklärung über
die Rechte der Menschen und Bürger,
die zur Einleitung des Französischen
Staatsrechtes dienen soll, welches die
Versammlung auszuarbeiten vorhat. Man
beschloß diesen Entwurf drucken zu lassen,
und an die Büreaux zur Untersuchung
abzugeben. Hierauf las Hr. Berga⟨sse⟩
ein von ihm bearbeitetes Werk über die
Natur und Beschaffenheit der richter=
lichen
Gewalt, welches ebenfalls zur
weitern Prüfung in Druck gegeben ward.

Auch wurden Bittschriften von dem
Hrn. Cazales und andern Edelleuten aus
Bretagne gelesen, die das Volk in Ver=
haft
genommen hat, und man beschloß
derselben Loslassung zu verlangen.

Die Offiziere des Brester Hafens,
mit einigen Edelleuten von Bretagne
verbunden, bathen die Nationalversamm=
lung
über den gräulichen Anschlag gegen
den Hafen weitere Untersuchungen an=
zustellen
, und in den Englischen Both=
schafter
zu dringen, daß er die Personen
nenne, welche ihm die Sache anvertrauet
haben. Der Düc de Chatelet bemerkte,
solche Anschläge könnten nur Thoren oder
Bösewichte der niedrigsten Art entwer=
fen
; es wäre gefährlich sich damit lange
Zeit abzugeben; auch ihm, als er Both=
schafter
in England war, hätten mehr=
mahls
unbedeutende Leute angetragen,

[]

den Hafen von Plymouth in Brand zu
stecken, er habe sich begnügt, solche An=
träge
von sich zu stossen, und die Urhe=
ber
zu verachten. Dieses ward man ei=
nig
auch in dem gegenwärtigen Falle zu
thun.

Am ⟨1⟩3. Aug. nahm die Versammlung
die neuentworfene Erklärung der Rechte
des Menschen und Bürgers vor; ver=
schiedene
Glieder sprachen darüber; alle
stimmten darin überein, diese Erklärung
müßte so einfach und deutlich seyn, daß
jedermann, auch Kinder dieselbe verste=
hen
, und die Grundsätze, worauf das
Staatsrecht beruht, sich einprägen könn=
ten
. Man faßte an diesem Tage keinen
Schluß, um vorher das Gutachten der
Büreaux über die neue Erklärung ab=
zuwarten
.

Vom 19. bis zum 20. Aug. beschäftigte
man sich ganz mit eben dem Gegenstande.
Man fand, daß die von dem Marquis
de Mirabeau übergebene Erklärung die
zweckmäßigste sey, und nachdem man
solche noch einmahl genau durchgangen,
und alle Ausdrücke und Jdeen strenge
geprüfet und abgewogen, auch verschie=
denes
geändert hatte, ward man einig,
dieselbe unter folgender Gestalt anzu=
nehmen
:

"Die Vertreter der Französischen Na=
tion
haben in der Betrachtung, daß die
Unkunde, die Vergessenheit und die Ver=
schmähung
der Rechte des Menschen, die
einzigen Ursachen von den öffentlichen Un=
glücksfällen
und dem Verderben der Re=
gierungen
sind, den Entschluß gefaßt, in
einer feyerlichen Erklärung, die natür=
lichen
, unwandelbaren und geheiligten
Rechte des Menschen auseinander zu se=
tzen
, damit diese Erklärung allen Glie=
dern
der bürgerlichen Gesellschaft bestän=
dig
gegenwärtig sey, und sie stäts ihrer
Rechte und ihrer Pflichten erinnere; da=
mit
die Handlungen der gesetzgebenden
und der vollstreckenden Gewalt, wenn
sie jeden Augenblick mit dem Zwecke der
politischen Verfassung verglichen werden

können, um so mehr geehret werden; da=
mit
endlich die Forderungen der Bürger,
auf einfache und unbestrittene Grundsä=
tze
gestützt, immer zur Aufrechthaltung
der Staatsverfassung und zur allgemei=
nen
Glückseligkeit abzielen."

"Diesemnach erkennt und erklärt die
Nationalversammlung, in Gegenwart
und unter dem Schutze des höchsten We=
sens
, folgende Rechte des Menschen und
Bürgers:

1) "Alle Menschen sind frey geboren,
und bleiben frey und gleich in Ansehung
der Rechte; die gesellschaftlichen Unter=
scheidungen
können nur auf den gemein=
schaftlichen
Nutzen gegründet seyn. 2)
Der Endzweck jeder Staatsgesellschaft muß
die Erhaltung der natürlichen und unver=
jährlichen
Rechte des Menschen seyn:
diese Rechte sind Freyheit, Eigenthum,
Sicherheit und Widerstand gegen Unter=
drückung
. 3) Der Grund aller Sou=
verainität
ist in der Nation. Kein Korps
kein Einzelner hat das Recht, eine Ge=
walt
auszuüben, die nicht ausdrücklich
von der Nation herrührt. 4) Die bür=
gerliche
Freyheit besteht in dem Vermö=
gen
alles zu thun, was einem andern
nicht schadet; folglich hat die Ausübung
der natürlichen Rechte eines jeden Men=
schen
keine andere Gränzen, als die=
jenigen
, welche den übrigen Gliedern der
Gesellschaft den Genuß der nähmlichen
Rechte sichern. Diese Gränzen können
nur durch das Gesetz bestimmet werden.
5) Das Gesetz darf nur die der Gesell=
schaft
schädlichen Handlungen verbiethen:
was nicht durch das Gesetz verbothen ist,
kann nicht gehindert werden, und nie=
mand
kann zu etwas, so dasselbe nicht ver=
ordnet
, gezwungen werden. 6) Das Ge=
setz
ist der Ausdruck des allgemeinen
Willens. Alle Bürger haben das Recht,
persönlich oder durch ihre Stellvertre=
ter
das Gesetz machen zu helfen; es muß
für alle gelten, es mag nun beschützen
oder strafen. Da alle Bürger vor den
Augen desselben gleich sind, so sind sie

[]

zu allen öffentlichen Würden, Stellen
und Aemtern gleich geeignet nach ihrer
Fähigkeit, ohne einen andern Unterschied,
als den ihre Tugenden und Geistesgaben
unter ihnen machen. 7) Kein Mensch kann
angeklagt, verhaftet oder gefangen gehalten
werden als ⟨bl⟩os in den durch das Gesetz be=
stimmten
Fällen, und nach den von dem=
selben
vorgeschriebenen Förmlichkeiten.
Diejenigen, welche willkührliche Befehle
er〈…〉 ausfertigen, vollziehen oder
vollziehen lassen, müssen bestraft wer=
den
; dagegen muß jeder Bürger, der
Kraft des Gesetzes vorgeladen oder er=
griffen
wird, sogleich gehorchen und er
macht sich durch Widersetzlichkeit straf=
fällig
. 8) Das Gesetz darf nur solche Stra=
fen
festsetzen, die schlechterdings und of=
fenbar
nothwendig sind, und niemand kann
gestraft werden, als zufolge eines Gese=
tzes
, das vor dem Verbrechen eingeführt
und bekannt gemacht worden ist, und das
gesetzmässig angewendet wird. 9) Da
jedermann so lange für unschuldig zu hal=
ten
ist, bis er für schuldig erklärt wird,
so muß, wenn man die Verhaftneh=
mung
desselben für unumgänglich nöthig
hält, alle Strenge, die, um sich seiner
Person zu versichern, nicht nothwendig
ist, durch das Gesetz scharf verbothen
werden. 10) Niemand kann über seine
Meinungen, selbst in Religionssachen,
beunruhiget werden so lange derselben
Bekanntmachung die durch das Gesetz be=
stimmte
Ordnung nicht störet. 11) Die
freye Mittheilung der Gedanken und Mei=
mungen
, ist eines der schätzbarsten Rechte
des Menschen; jeder Bürger kann dem=
nach
frey reden, schreiben und drucken
lassen; doch bleibt er immer für den Mis=
brauch
dieser in den durch das Gesetz be=
stimmten
Fallen verantwortlich. 12) Die
Sicherheit der Rechte des Menschen und
Bürgers macht eine öffentliche Gewalt
nöthig; diese Gewalt ist demnach zum
Vortheil aller eingeführet, und nicht zum
besonderen Nutzen derjenigen, denen sie
anvertrauet worden ist.

Bis hieher war man am 24. Aug.
gekommen, und nun wird so die Berath=
schlagung
über alle übrigen Sätze fort=
dauern
. Bevor diese Schlüsse jedoch die
obige Gestalt erhielten, ist über mehrere
lang und viel gestritten worden. Die
größten Anstände fand der zehnte Satz,
wegen der Freyheit der Religionsmeinun=
gen
. Jedermann gestand, daß die Mei=
nungen
frey seyn sollen: die Schwierig=
keit
war, zu wissen, in wie weit es auch
die Religlonsübung seyn dürfe? Ueber
diese Frage ward der Streit am 23. äus=
serst
lebhaft. Einige Glieder glaubten,
man könne den Begriff der Meinungen
in Religionssachen und der Religionsübung
von einander trennen; Hr. Rab⟨au⟩t de
St. Etienne bestritt diese Meinung. Wenn
die Menschen, sagte er, den Rechten nach
frey gebohren werden, und bleiben so
haben sie ja ein gleiches Recht auf die
Freyheit ihrer Meinungen, folglich auch
ein gleiches Recht nach dieser ihrer Mei=
nung
Gott zu verehren ꝛc. Mehrere Bi=
schöfe
und Pfarrer empfahlen eine unbe=
schränkte
Duldung auf die nachdrücklich=
ste
Weise. Man schritt endlich zur Stim=
mung
, und die Mehrheit der Stimmen
trat dem Satze bey, wie er oben an=
geführt
ist.

Da bey allen Regimentern viele
Soldaten die Fahne verlassen haben,
um nach Paris zu gehen, und hier bey
der sogenannten Pariser Nazionalwache
in Sold zu treten, dadurch aber Paris
überschwemmt, und die Herstellung der
Ordnung verzögert worden ist, so haben
die Repräsentanten der Gemeinde von Pa=
ris
am 17. und 19. Aug. beschlossen,
nun von diesen Soldaten keinen mehr an=
zunehmen
, sondern alle zu ihren Regi=
mentern
mit der nöthigen Wegzehrung
zurück zu senden. Wirklich ist die Na=
zionalwache
schon vollständig, und die Ord=
nung
nimmt sowohl in der Hauptstadt
als in den Provinzen nach vielen er=
schrecklichen
Auftritten, wieder die O=
berhand
.

[]

Dänemark

Der Kronprinz hat am 20. Aug. die
Reise nach dem Lager bey Schleswig an=
getretten
. Man glaubt S. K. H. werden
dort am 24. eingetroffen seyn. Der Prinz
von Hessen, Statthalter von Schleswig
und Hollstein, welchem der König die
Anordnung des Lagers übertragen hat,
ist seit einigen Wochen aus Berlin nach
Schleswig zurück gekommen, um hier
Se. K. H. zu erwarten.

Nach den letzten Briefen aus Nor=
wegen
, sind im Kirchspiele Tönsel, im
Stifte Aggerhuus, durch fürchterliche
Ueberschwemmung 2 Höfe und 4 Häuser,
mit den Plätzen, worauf sie gestanden
sind, weggerissen, und 28 Höfe und Plä=
tze
ganz zu Grunde gerichtet worden,
indem Häuser und Ländereyen mit Sand,
Steinen und Bäumen belegt sind. Man
fürchtet, daß dort alles Vieh aus Man=
gel
an Futter umkommen werde. Eben
so sind in Walders, im KirchspielOur=⟩⟨daldurch Wasserfluth und Erbstürze
schröckliche Verwüstungen angerichtet
worden; über 400 Landbesitzer haben
mehr als die Hälfte des Jhrigen ver=
lohren
, und die Fluthen haben ein Thal,
5 bis 600 Ellen lang, 20 Ellen breit,
und 20 Ellen tief ausgeschnitten.

Finnland.

Seit dem der Generalmajor Baron
Kaulbars von Kaipias zurück geschla=
gen
, und dadurch die Armee des =
nigs
genöthiget worden ist, die gemach=
ten
Eroberungen aufzugeben, und sich
nach Kymenegard an die Gränze zu=
rück
zu ziehen, scheint der Feldzug in
Finland beynahe geendiget zu seyn; we=
nigstens
melden die Schwedischen Be=
richte
nichts von neuen Vorfällen, und
die neuesten Berichte aus Petersburg
vom 18. Aug. enthalten nach langem
Stillschweigen, die einzige Nachricht, daß
der Generalmajor Denisow auf Anord=
nung
des Oberbefehlshabers, am 8. Aug.
mit 120 Kosaken und einem Bataillon

Jäger auf das feindliche Gebieth über=
gegangen
sey, die Schwedischen Vorpo=
sten
vertrieben, und bis zur nächsten
Verschanzung verfolgt habe, aus wel=
cher
die Schweden ebenfalls eilig ent=
flohen
, so bald die Jäger anrückten.
Es wurden dabey 4 Mann gefangen
und Rußischer Seits 7 Mann verwun=
det
. Jn der folgenden Nacht sandte
der Oberste Posedow aus dem Dorfe
Güruksala 30 Kosaken über denKyme=⟩⟨newelche den dortigen Schwedischen
Posten zerstreuten, einige Mann nieder=
machten
und einen Jäger fingen.

Man muß nun erwarten, ob es noch
vielleicht nach Ankunft der aus Stock=
holm
erwarteten Truppen zu wichtigeren
Auftritten kommen werde.

Da seit dem Seetreffen am 26. Jul.
die Rußischen Flotten sich vereiniget,
und eine grosse Uebermacht über die
Schwedische Flotte erhalten haben, so
glaubt man auch nicht, daß letztere den
Hafen von Carlscrona noch einmahl ver=
lassen
werde.

Deutschland.

Der König von Preussen und der
Kronprinz sind am 24. August zu Bres=
lau
eingetroffen, wo Se. Maj. am 25.
anfiengen, über die im Lager stehenden
Truppen die Musterung zu halten.

Die Regulirung des Judenwesens in
den Preussischen Staaten, woran seit
dem Antritte der Regierung Sr. jetztreg.
Maj. gearbeitet wird, soll nun ehestens
zu Stande kommen. Es ist dabey ein
ganz neues System angenommen, und sol=
len
den Juden viele Freyheiten gestattet,
auch wird ihnen ein Theil des bisherigen
Schutzgeldes erlassen werden. Sie sol=
len
sämmtlich alle Rechte der christlichen
Unterthanen erhalten, nähmlich sich ohne
alle Einschränkung verheirathen und an=
setzen
, Häuser, wo und wie viele sie wol=
len
, kaufen, zur Erlernung aller Hand=
werke
zugelassen werden, und überhaupt
jedes bürgerliche Gewerbe treiben dür=
fen
, dagegen aber auch von dem Kriegs=

[]

dienste, so wie andere Unterthanen nicht
verschonet bleiben. Hauptsächlich geht die
Absicht des Königs dahin, diese Nation,
welche wirklich unter dem Druck ansehn=
licher
Abgaben seufzet, und um solche
herbey zu schaffen, unerlaubte Wege ein=
schlagen
mußte, und wovon viele Mit=
glieder
unerhörten Wucher treiben, zu
arbeitsamen und nützlichen Mitgliedern
der menschlichen Gesellschaft zu machen.

Der Fürstbischof von Lüttich hat ganz
unvermuthet sich aus seiner Residenz hin=
weg
begeben, ohne die Eröffnung des
versammelten Landtages abzuwarten, hat
aber doch bey der Abreise folgende Er=
klärung
hinterlassen:

"Da der bevorstehende Landtag sehr un=
ruhig
seyn dürfte, so, daß Meine Gesund=
heit
, die Jch zur Wohlfahrt Meiner Na=
zion
beyzubehalten wünsche, darunter lei=
den
könnte, so habe Jch für gut gefun=
ten
, Mich auf einige Zeit aus Meiner
Hauptstadt zu entfernen."

"Jch versichere die Nazion, welche Jch
liebe, daß meine Absicht keineswegs da=
hin
gehet, irgend eine fremde Hülfe an=
zuflehen
, noch Mich mit Beschwerden an
Se. Kaiserl. Maj., an den Reichstag,
der an die obersten Gerichtshöfe des
Reichs zu wenden. Auch habe Jch nie=
manden
den mindesten Auftrag gegeben,
irgend eine Beschwerde anzubringen, und
Jch m⟨ißb⟩ilige von dem Angesichte der
ganzen Welt alle diejenigen, womit man
vielleicht bey gegenwärtigen Umständen
im M⟨ei⟩nem Nahmen irgendwo einkonm=
men
könnte, indem Jch keinem Menschen
irgend einen Auftrag deswegen. gegeben,
noch ein Verlangen dazu geäussert habe."

"Jch ermahne die Nazion, über die
nützlichen und nöthigen Veränderungen,
denen man die Landesverfassung fähig
halten wird, ruhig und mit Mässigung
sich zu berathschlagen, jedes Eigenthum
in Ehren zu halten, und wider nieman=
dem
irgend eine Art von Rache auszu
üben."

"Jch werde den Ort Meines Aufent=

haltes bekannt machen, damit man Mich
von den noch zu nehmenden Entschlies=
sungen
unterrichten könne. Jch empfeh=
le
die ganze Nation mit aller Jnbrunst
der göttlichen Vorsicht, damit sie diesel=
be
aufklären, und ihr den Geist des
Friedens und der Einigkeit einflössen,
und damit das Werk, welches sie zu un=
ternehmen
vorhat, den Nachkömmlingen
Ruhe und Glückseligkeit versichern =
ge
. Gegeben zu Seraing den 26. Aug.
1789."

Franz Fürstbischof zu Lüttich.
Der Rath der Stadt Lüttich hat
darauf am 27. nebst der Erklärung des
Fürstbischofs Folgendes kund machen
lassen:

"Nach Vorlesung einer eigenhändig
geschriebenen, und heute Morgens durch
den Kanzelisten auf dem Rathhause ein=
gereichten
Erklärung Sr. Hochfürstl.
Gnaden befiehlt der Rath, dieselbe im
Drucke herauszugeben."

"Vermuthlich haben wieder einige ver=
kehrte
Personen das Gemüth Sr. Hoch=
fürstlichen
Gnaden überrascht, und die=
selbe
durch die Vorspieglung einiger auf
dem Landtage zu be⟨s⟩orgenden Anordnun=
gen
beunruhigt. Die Güte des Lütti=
cher
Volkes, seine bisher stäts an Tag
gelegte Liebe für Gesetz und Ordnung,
sind Bürgern der allgemeinen Ruhe. Bloß
die Feinde des allgemeinen Wohls und
der Glückseligkeit des dürftigen Volkes,
denen es Zeit ist, aufzuhelfen, können
sich die Störung dieser Ordnung in den
Sinn kommen lassen. Um dieselbe also
desto mehr zu versichern, erkläret der
Rath; daß alle diejenigen, welche sich
werden beygehen lassen, wider das Beste
ihrer Mitbürger und das Verboth des
Magistrats, die geringste Unruhe zu
erregen, sich den mindesten Ausschwei=
fungen
zu überlassen, und in diesem Zeit=
punkte
wo die Einigkeit der Gemüther
durchaus nöthig ist Zwiespalt zu stif=
ten
, nach der Schärfe der Gesetze ge
straft werden sollen."

[]

Wien.

Meteorologische Beobachtungen
auf der k. k. Sternwarte.

Vom 1. bis 8. Sept⟨eme⟩r.

Barometerstand.

Täg. 8 Uhr früh 3 U. nachm. 10 U. abend
Den Zoll Lin. Zoll Lin. Zoll Lin.
1 27 9 27 9 27 9
2 27 9 27 83/4 27 8 2/3
3 27 8 1/2 27 8 3/4 27 8
4 27 8 1/2 27 9 27 9
5 27 10 27 10 1/2 27 11 1/2
6 27 11 27 10 27 10 2/3
7 27 10 1/3 27 10 27 11 1/4

Reaumur scher'Thermometerstand.

Grad Grad Grad
1 11 aber 0 12 ober 0 11 ober 0
2 12 17 14 ——
3 15 17 1/2 15
4 14 1/2 19 16
5 14 1/2 17 1/2 15
6 14 19 16
7 15 1/2 14 1/2 13

Anzeige des Windes.

1 W. mitelm. W. mitelm. West klein
2 Windstill Windstill Windstill
3 ——
4 Süd klein
5 West klein West klein West klein
6 Windstill Windstill Windstill
7 —— N. mitelm. West klein

Getreidepreis von Wien.

Vom 31. August bis 5. Septemb.

〈…〉 Metzen Groschen
Weitzen von 78 bis 94
Korn von 60 bis 65
Gersten von 49 bis 51
Haber von 39 bis 43

Nachricht.

Um in Zukunft bey Vertheilung oder
Verpachtung obrigkeitlicher Gründe an
die Unterthanen, allen Streitigkei=
ten
oder Jrrungen desto sicherer vor=
zubeugen
, haben Se. Maj. vermöge Hof=
dekrets
vom 24. d. M. zu verordnen ge=
ruhet
, daß von nun an alle obrigkeit⟨il⟩=
chen
Grundvertheilungen, Verpachtungen,
und anderweitige Verträge, die zwischen
Obrigkeit und Unterthanen wenigstens auf
3 Jahre geschlossen werden, jederzeit bey
dem Kreisamte angemeldet, und von die=
sem
bestätiget werden sollen. Wien den
29. August 1789.

Nachricht

Da zur Bequemlichkeit des Publikums
die Einhebung der Zoll= und Dreyßigst=
gebühren
an den Mährisch=Schlesischen
Gränzen gegen Ungarn, künftig nur bey
einem Zollamte geschehen wird, und da=
her
einige Zollämtern aufzuheben, für =
thig
befunden worden ist: so wird sol=
ches
, einem Hofdekrete vom 29. Aug. zu
Folge, durch die K. K. Ni. Oest. Lan=
desregierung
, mit dem Beysatze bekannt
gemacht, daß diese Vereinigung der zoll=
ämtlichen
Amtirung zwischen Mähren,
Schlesien und Ungarn mit 1. Novem=
ber
dieses Jahrs den Anfang nehmen,
und sowohl die Mährisch=Schlesischen
Bankal= als Ungarischen Dreytßigstge=
bühren
nur bey nachstehenden Aemtern
werden eingehoben werden. Kommer=
zialgränzämter
sind: Jablunka, Lissa,
Brunow, Hrosinka Strani, Welcka,
Göding, und Protzka. Zollämter zum
täglichen Verkehr sind: Jstebna, Thur=
sowska
, Wissecka, Karlowitz, Kutze=
la⟨u⟩
, S⟨ud⟩omirzitz, und Neudorf. Ge=
geben
Wien, den 2. September 1789

Nachricht

Von der K. K. Landesregierung in dem Erz=
herzogthum
Oesterreich unter der Ens. Da

2

[]

ein Mittel vorgeschlagen worden ist, wodurch
schon mehrer⟨s⟩ von wüthigen Hunden gebisse=
ne
Personen glücklich geheilet worden sind, und
welches nach Angabe des Besitzers dieses Ar=
kannus
von der 〈…〉gen 〈…〉 in dem sich
unterscheiden soll 〈…〉 in drey Stunden nach
desselben Gebrau⟨ch⟩e bey den Personen, welche
von einem wirkli⟨ch⟩ wüthigen Hunde gebissen
worden sind, eine Krysis erfolget, diese Kry=
sis
aber in jedem Falle unterbleibt, wenn der
Hund nicht wirklich wüthig gewesen ist, auch
bey dieser Kurart überhaupt niemand gebrannt,
geschnitten, noch mit Vesikatorien oder sonst
auf eine ähnliche bisher ähliche Art behan=
delt
wird: und da erforderlich ist, daß die
Kurart in dem hiesigen allgemeinen Kranken=
spitale
, und zwar gleich, wenn das Unglück
geschieht, vorgenommen werde, weil die Hei=
lung
bey schon ausgebrochener Wuth gefähr=
licher
und unsicherer wird. So sind alle Per=
sonen
, welche das Unglück trifft, von einem
wüthigen oder auch nur wüthig scheinenden Hun=
de
gebissen zu werden, ohne Verzug in das
hiesige allgemeine Krankenspital zur Heilung
um so mehr zu überbringen, als diejenigen,
bey welchen sich zeigen wird, daß der Hund,
von welchem sie gebissen worden sind, nicht
wüthig gewesen ist, nicht länger werden auf=
gehalten
werden. Uebrigens haben sämmtliche
Grundobrigkeiten auf die unverweilte Einlie=
ferung
dergleichen verunglückten Personen Sor=
ge
zu tragen.

Endlich versieht man sich der richtigen Ein=
lieferung
solcher verunglückter Personen um
so mehr, als nicht der Eigenthümer des das
Unglück angerichteten wüthigen Hundes, noch
jener, bey welchem derselbe gefunden wird, son=
dern
bloß diejenigen mit den bestimmten Stra=
fen
werden beleget werden, welche einen =
thigen
Hund verhehlen, oder die unverzügli=
che
Anzeige eines solchen Unglücksfalles zu ma=
chen
verabsäumen. Wien den 21. Aug. 1789.

Nachricht.

Obschon in der Sto⟨lo⟩rdnung klar bestim=
met
, und durch weitere Hofentschliessungen vom
5. und 24. April 1784 freygestellet worden ist,
die Leichen nach der bestehenden Gebühr tra=
gen
, oder führen zu lassen, so soll es doch
geschehen, daß, wenn die Leiche gefahren
wird, und die Träger den ausgemessenen Be=
trag
erhalten, die Gebühr für den Todtenwa=
gen
vom Hause bis zur Pfarre, und dann
insbesondere wieder von der Pfarre bis zum
Freythofe, mithin zweymahl verlangt wer=

de; ferner ergebe sich auch der Fall, daß
manchmahl für den Todtenwagen, welche zu=
folge
höchster Entschliessung vom Li⟨nt⟩engeld
befreyet ist, dennoch auch dieser Betrag von den
Todtenträgern gefordert werde. Da nun von
Seite der N. Oe. Landesregierung bereits un=
ter
dem 30. Oktober 1788 wegen Abstellung die=
ses
Unfugs an die Behörden die nöthige Ver=
ordnung
erlassen, und dadurch die A〈…〉
solcher Mißbräuche den Todtenträgern und an=
deren
, welche bey Leichen gebraucht werden,
unter Bedrohung der schweresten Ahndung,
und Entlassung vom Dienste untersagt,und
dieses Verboth nunmehr zu erneuernn für
nöthig befunden worden ist, so wird hier=
von
jedermann zu dem Ende verständiget, 〈…〉
sich gegen alle solche unerlaubte Geldabsonde=
rungen
verwahren zu können. Wien den 30.
August 1789.

Jm k. k. Nationalhoftheater

ward Sonntag den 6. dieses das erstemal
aufgeführt ein komisches Singspiel in zwey
Aufzügen, betitelt: Li due Baroni. Die
Musik ist vom Herrn Cimarosa, in wirklichen
Diensten Jhrer Rußisch. Kaiserl. Majestät.

Jahr= und Wochenmärkte.

Se. k. k. Majestät haben untern 15. Juny
l. J dem Markt Neu⟨pölla⟩ in N. O. V. O.
M. B. aus landesfürstlichen Gnaden jährlich
zwey Jahrmärkten, an Margaretha, und Ka=
tharinatag
, und alle Donnerstag im Jahre,
einem Körner= und Viehmakt abhalten zu
dürfen, allergnädigst erlaubet. Da nun den
1. Oktober damit der Anfang gemacht wird,
als wird solches jedermann zur beliebigen
Wissenschaft bekannt gemacht, und zugleich
erinnert, daß, wann an einen dieser Tägen
ein gebothener Feyertag einfallet, diese Jahr=
und Wochenmärkte, den folgenden Werktag
darauf das ganze Jahr hindurch werden ab=
gehalten
werden.

Verstorbene zu Wien.

Den 1. Oktober. Jn der Stadt
Niemand.

Vor der Stadt.

  • Dem Simon Peter, bürg. Fragner, s. K. Jos. alt
    3 J. an der Wien N. 42.
  • Dem Jakob Fally, bürg. Schuhmacher, s. K.
    Maria A. alt 1 J. in der Josephst. N. 76.
  • Frl. Elis. v. Steidony, k. k. Hauptm. T. alt 40 J.
    auf der Wieden N. 332.
  • Dem Joh. May, herrs. Bedient. s. K. Elis. alt
    1 J. am Spitalberg N. 14.
[]
  • Dem Georg Wener, Tischler, s. K. Anton, alt
    3 J. im Lichtent. N. 176.
  • DemMathias⟨Graf⟩mülner, Hauskn. s. K. An=
    tonia
    , alt 4 J. auf der Landstr. N. 197.
  • Joh Ru〈…〉, Schneider, alt 67 J. in der Josephst
    N. ⟨6⟩9.
  • Math⟨ias⟩, Gem. alt 65 J. im Jnvalidenh.
  • Paul 〈…〉neter, Gem alt 32 J. im Militärspit.
  • Thaddä Thaler, Tagl. alt 63 J.
  • Theresia Petrofsk. Gärtn. W. alt 23 J.
  • Theresia Bit, led. Dienstm. alt 23 J.
  • Mathias Stengel, Mühlj alt 25 J.
  • Rosalia Zieglmar, led. Dienstm. alt 23 J. alle 5
    im allg. Krankenh.
  • Jos. N⟨enin⟩ger, Holzhauer, alt 75 J.
  • Joh. Mich. Glaser, Seidenzeug= u. Dintuchm.
    alt 47 J. beede im Siechenh.
  • Summa 16. Personen, darunter 5 Kind.

Den 2. Oktober. Jn der Stadt.

  • Hr. Anton Wieser, Exjesuit, alt 72 J. am hoh.
    Markt N. 523.
  • Dem Andr.Assem, bürg Chyrurgus, s. K. Jo=
    hann
    , alt 2 J. am Bauernm. N. 557.
  • Dem Joh. Pertolini, bürg. Schneidermeist. s.
    K. Joh. alt 1 J. am Stockameisenpl. N. 861.
  • Dem Andrä Peitzwang, bürg. Schneidermeist.
    s. S. Franz, alt 19 J. beym roth. Thurm N.679.

Vor der Stadt.

  • Dem Joh. Maria, bürg. Bäckermeister, s. K.
    Ferdin alt 2 J. auf der Windmühl N. 19.
  • Dem Simon Peter, bürg Fragner, s. K. Simon,
    alt 1 J. auf der Wien N. 42.
  • Dem Franz Boch, schutzv. Piketmach. s. K. Anna
    Maria, alt 3 J. am ob. Neustift N. 231
  • Veronika Osterauer, Stickerswit, alt 40 J. auf
    der Windmühl N. 27.
  • Dem Mich. Fogt, Grenadier, s. K. Kath. alt
    1 J. am Getraidm. N. 25.
  • Dem Mathias Milbeck, Bedienter, s. K. Anna,
    alt 5 J. am Getraidm. N. 33.
  • Heinrich Fisch, Bedienter, alt 59 J.
  • Franz Lehner, Tagl. alt 67 J.
  • Jos.Rehrkitz, Bandmacherlehrj. alt 18 J. alt=
    3

    3 b. Barmh.
  • Niklas Schlowotezianiuck, Gem. alt 20 J. im
    Militärspit.
  • Adam Sommer, Tagl. alt 77 J. im Siechenh.
  • Joh ⟨M⟩utzbauer, Anstreicherlerj. alt 13 J.
  • Wenzel Paba, Schneider, alt 23 J.
  • Jakob Baltauf, Schuhmachermeist. alt 42 J.
  • Martin Müller, Polizeysoldat, alt 60 J.
  • Wolfg. Haxeneder, Zimmerm. alt 45 J.
  • Kath. ⟨D⟩ommor, led. Tafetmacherin, alt 16 J.
  • Jos. Christ, Kammerdiener, alt 32 J.
  • Theresia Neukamm, led. Dienstm. alt 59 J.
  • Rosalia Kruksch, Tagl. Wit. alt 69 J. alle 9 im
    allg. Krankenh.
  • Summa 24. Personen, darunter 7. Kind.

Erledigte Bürgermeisterstelle.

Da Se k. k. apost. Majestät mittels höchster
Entschliessung von 3. dies über eingelegte Re=
signation
des Doktor Anton v. Milo⟨si⟩, für
die andurch erledigte Bürgermeisterstelle in
Görz den Konkurs sogleich auszuschreiben al=
lergnädigst
anbefohlen haben; als wird mittels
gegenwärtigen öffentlichen Edikts für diese er=
ledigte
Bürgermeistersbedienstung die Frist zur
Anmeldung bis auf den 28. September d. J.
bestimmet, der Wahltag aber auf den 19. Ok=
tober
darauf anberaumet, mit dem Bedeu=
ten
, daß die hierzu ⟨all⟩enfalls aspiriren wol=
lende
, der deutschen und wällischen Sprache
kündige bey diesem inner= u. oberöst. Appella=
tionsgericht
um zur vorschriftmässigen Prü=
fung
zugelassen zu werden, binnen der bemeld=
ten
Anmeldungsfrist schriftlich anlangen sol=
len
, und da künftig an dem Görzerischen
Stadtmagistrat auch die Kriminal Justizver=
waltung
übertragen wird, so haben die der
deutschen, und italienischen Sprache kündigen
Kompetenten sich auch über die Kenntnisse
im Kriminalfache der Prüfung zu unterziehen,
wo sodann denen tüchtig befundenen von die=
sem
inner u. oberöst. Appellazionsgericht das
Wahlfähigkeitsdekret ertheilet werden wird.
Klagenfurt den 7. August 1789.

Nachricht.

Von Seiten des k. k. Kriminalgerichts zu
Wisnicz im Königreiche Gallizien wird der
wegen Malversazion beschuldigte und entflo=
hene
Bochniger Kreiskassier, Thomas Ferdi=
nand
Halla, vorgefodert, binnen 60 Tägen
vor erwähnten Kriminalgericht zu erscheinen.
Wisnitz den 24. Juni 1789.

Anzeige.

Da der königl. Preußische Gesandte Graf
v. Podevils in seinen eigenen Angelegenheit=
ten
einige Monathe auf Urlaub voernach
Berlin abgehet. So ersuchet er hi⟨erd⟩urch je=
dermänniglich
mit ihren etwa habenden For=
derungen
, spätestens bis 13. dieses Monats
bey ihm in dem gräflich Gundakker= Stah=
rembergischen
Haus unter den Tuchlauben zu
melden.

Nachricht.

Nachdem Herr Johann Baptist Prati, bee=
der
Rechten Doktor, auch Hof= und Gerichts=
Advokat, mit Tod abgegangen, so wird al=

[]

〈…〉 von ihm jemals vertrettenen Partheyen
hiemit die Erinnerung gemacht, daß sie ih=
re
in des Verstorbenen Kanzley etwa noch er=
liegen
habende Acta um so gewisser binnen
3 Monaten an sich zu bringen suchen möch=
ten
, als sonst nach Verlauf dieser Zeit die
erliegen bleibende Acta wegen Mangel an
⟨Rau⟩m vernichtet werden wurden.

Verlohrne Dose.

Montag den 31. August ist in dem Leo=
poldstädter
Theater auf dem Nobleparterre
eine runde goldene Tabakdose ohne Schar=
nier
, über 26 Dukaten schwer, entfrendet
worden. Der Uiberbringer oder Entdecker
erhält eine Belohnung von 8 Dukaten, und
hat sich bey der Leopoldstädter Theater Kasse
anzumelden.

Verlohrne Bankozettel.

Es hat jemand auf dem Wege von dem
Gasthofe zur heil. Dreyfaltigkeit bis in die
Singerstrasse ein Bankozettel von 50 fl. ver=
lohren
. Der redliche Finder wird ersucht,
gegen ein Rekompens von 2 Dukaten dasselbe
in das deutsche Zeitungskomptoir zu über=
bringen
.

Verlohrne Uhr.

Sonntags den 6. September ist Abends
zwischen 8 und 10 Uhr entweder auf dem
Burgbasteyplatz bey der Limonadehüte, oder
auf dem Wege von da über die neue Brücke,
den Burgplatz, Michaelerplatz, Kohlmarkt,
Graben, dann über den Graben wieder zurück
bey den Paulerthor vorbey unter die Tuchlau=
ben
bis zu dem Haus beym Aug Gottes eine
goldene gilochirt=kolerirte Frauenzimmeruhr
mit zwey Gläsern, sammt einer goldenen
Kette mit einem blau emaillirten Mittelstück
und einem goldenen ordinären Schlüssel ver
lohren gegangen. Die Uhr hat in der Mitte
einen kolorirten kleinen Vogel, und auf dem
Uhrplatt stehet Paris, auf der blauen Emaille
der Uhrkette ist ein Blümel emailliret. Wer
diese Uhr sammt Ketten gefunden hat, wird
ersuch⟨t⟩, selbe unter die Tuchlauben in das
Haus beym Aug Gottes im 2. Stock gegen
gute Rekompens zu bringen.

Dienstsuchender.

Aus Mangel der Bekanntschaften schlägt
ein lediger Mensch, der zwar in Diensten
steht, die aber seinen Fähigkeiten, nicht an=
gemessen
sind, den Weg der öffentlichen Kund=
machung
ein, vermög welcher er suchet bey
ein oder anderer hohen Herrschaft als Buch=

halter, Wirthschaftsbeamter, oder sonst auf
eine anständige Art in einer Kanzley ange=
stellet
zu werden. Er verspricht auch demje=
nigen
, welcher ihm einen bessern Dienst, als=
er
dermal hat, verschaffet, nach Proportion
eine ansehnliche Belohnung. Uebrigens giebt
von seinem Aufenthalt das löbl. Zeitungs=
komptoir
Auskunft.

Dienstsuchender.

Jemand wünscht als Sekretär oder Gou=
verneur
angestellt zu werden; nebst den da=
hin
einschlagenden Kenntnissen, besitzt er noch
die deutsche, latein= italien= und französische
Sprache. Das mehrere ist im Zeitungskom=
toir
zu erfragen.

Die Firma der Bürgsteiner Fabrike
betreffend.

Allen Herren Haupt= und andern Verle=
gern
, Kauf= und Handelsleuten, und dem
gesamten Publikum, wird hiemit bekannt ge=
macht
, daß die zu Bürgstein im Leutmeri⟨tzer=
und Studenbach im Prachinerkreise unter der
Vereinigung bestandene FabrikenMay, Rasch,
und Kompagnie, so seit langen Jahren her
nur ein angenommener Name gewesen, vom
30. September d. J. nunmehr aufgehoben,
und vom 1. Oktober den Namen des Eigen=
thümers
, Herrn Philip Grafen v. Kinsky, an=
nehmen
und führen werden. Die Leit und
Führung dieser Fabriken stehet unter einem
Oberdirektor und dreyen Beamten, nämlich:
dem Buchhalter, Journalisten zugleich Kon=
zipisten
, und dem Kaßier. Jene Herren Ver=
leger
, Kauf= und Handelsleute, so sich um
Bestellung der ächten Spiegel, Leinwand, zum
Theil Kotton= und Tüchel=Druckereyen, Wax=
Leinwand, Bett= und geschürleten Barchet=
waaren
dahin zu verwenden belieben wollen,
haben ihre Briefe unter der Addresse: "Gräf=
"lich

"lich Philip Kinskische Fabriken Oberdirek=
"tion

"tion zu Bürgstein" abzuschicken, und dabey
versichert zu leben, daß in Hinkunft eine bes=
sere
und schleinigere Bedienung, als bisher
geschehen, geleistet und vollzohen werden wird.

Neue Glasfabrike.

Mit allerhöchster Bewilligung ist auf dem
dem Herrn Anton Mauritz Böhm gehörigen
im Czaslauerkreise in Böhmen liegenden Gut
Koschetitz eine neue Glasfabrike errichtet wor=
den
, bey welcher, nebst allen gewöhnlichen
Glasgattungen, auch verschiedene zu mecha=
nischen
Künsten erforderliche Kunstgläser mit
den besten Eigenschaften erzeuget werden. Es
wird daher jedermann, dem daran gelegen,

[]

mit der Versicherung kund gemacht, daß man
jede Bestellung, wozu man Muster und Vor=
schrift
unter nachstehender Addresse einzusen=
den
bittet, schleunigst in Erfüllung bringen,
und den Abnehmern alle mögliche Zufrieden=
heit
leisten wird.
Jakob Zieggrosser Faktor
in der k. k. priv. Glasfabrike,
über Jglau
und Seelau
zu
Koschetitz
in Böhmen.

Nachricht von Wein= und Liqueurproben.

Bey Mauritius Steiner, k. k. priv. Kunst=
uhrmachers
, wohnhaft in der Josephstadt bey=
den
⟨zw⟩ey grünen Bäumen nächst den Piari=
sten
Nr. 13 im 2ten Stock Nr. 22, sind sehr
⟨kompen⟩dieuse Liqueurproben, die zu allen flüs=
sigen
⟨Körp⟩ern zu gebrauchen sind, das Stück
für 3 Dukaten zu haben. Diese Probe be=
steht
in einer runden vergoldeten Kugel, mit
einem 1 1/2 Zoll langen Röhrlein; in oder
auf das Röhrl werden die Grangewichter
gesteckt, welches Grangewicht nach 〈…〉 schen=
brockischer
Eintheilung ist abgeglichen wor=
den
. Diese Probe in ihrem Futeral ist sehr
bequem in der Tasche auf Reisen bey sich zu
tragen. Auch sind nach nämlicher Muschen=
brackischer
Eintheilung derley Proben von
Glas das Stück für 3 fl. zu haben. Jhr
Gebrauch ist hauptsächlich um die Güte des
Branntweins eines und Weinmostes zu be=
kommen
. Die 〈…〉reibung nebst Tabelle,
wo besonders ei〈…〉 Grad der Güte des
vorjährigen Weitmostes einiger um Wien
liegenden Ortschaften enthält, geben den wei=
tern
Unterricht zum Gebrauch.

Nachricht wegen Weinen.

Die fürstlich Lichtensteinischen beträchtliche
Kellnere〈…〉 Wilfersdorf, Poysdorf, Felds=
berg
und Rabensburg sind durch wirksame
Anstalten nunmehr in einen solchen Stand
versetzet, daß durch die Veräußerung der
weniger haltbaren, und denen Käufern mei=
stens
anstössigen Zehendweine nur reine und
keiner Ausstellung unterliegende Weine der
Jahrs Gewächsen 1760, 61, 68, 71, 72, 74,
75, 79, 81 bis 88 vorhanden sind. Dem un=
geachtet
sind auch die Preise, besonders der
älteren Weine merklich herabgesetzet worden,
und um den Kauflustigen Zeit und Mühe zu
ersparen, ist der fürstl. Jnspection die unbe=
schränkte
Vollmacht eingeraumet worden, die
diesfällige Weinverkaufsverträge ohne weiterer
Anfrage abzuschliessen. Kauflustige belieben

sich demnach an besagte fürstlich Aloys= Lich=
tensteinische
Jns⟨p⟩ecion zu Wilfersdorf zu ver=
wenden
, und werden vorläufig die Bedingnisse
dahin bekannt gemacht daß a) jedermann
frey stehe, die Weine selbst auszukosten, und
die ausgekostete in beliebiger Eimeranzahl zu
verlangen. b) Daß der Kaufer bey Schlies=
sung
des Vertrages blos eine verhältnißmäßi=
ge
Darangabe bey der Jnspeciton zu leisten,
die weitere Bezahlung aber nur für so viel
zu leisten habe, als er von dem erkauften
Wein jedesmal abführen wird. c) Daß die
soge〈…〉altge gänzliche 〈…〉 der erkauften
Weine auch auf 3 bis 4 Monate von dem
Käufer ausbedungen werden kann. Auf
nämliche Art ist auch ein vortreflicher Essig,
der Eimer für 4 fl 30 kr. Eimer Faß und
auch 100 Eimerweis zu Wilfersdorf zu haben.

Neu angekommene Mineralien verschie=
dener
Gattungen zu verkaufen.

Darunter finden sich Bergstuffen von
seltener Schönheit und Arten. Liebhaber
können sich des mehreren am Stockameisen=
platz
Nr. 1092 bey den Hauseigenthümer
im ersten Stock täglich von 9 Uhr früh be=
liebig
anmelden.

Billard zu verkaufen.

Jm Pratter beym Joseph⟨b⟩erg sind zwey
neue Billard von der schönsten Grösse zu ver=
kaufen
. Die Liebhaber hiezu können solche
zu allen Stunden sehen.

Nachricht.

Mit obrigkeitlicher Bewilligung ist ein al=
hiesig
burgerl. Landkutscher Gewerb um bis=
ligen
Preis täglich zu verkaufen. Nähere
Auskunft davon ist im Zeitungskomtoir ein=
zuhollen
.

Neue Musikalien.

Bey Artaria Comp. Kunsthändlern am Kohl=
markt
, sind schön gestochen, und auf gutem
Papier abgedruckt, zu haben:

Joseph Haydn ganz neue Fantasie fürs Kla=
vier
, Opera 58. 1 fl.

Pleyel Variazioni auf das Klavier mit Be=
gleitung
einer Violine, 40 kr.

⟨S⟩terkel 3 neue Sonaten fürs Klavier mit
Violin und Violonzello, Op. 30. 4 fl. 30 kr.

Mozart 2 deutsche Arien für das Klavier,
zweyter Theil, 30 kr.

Pleyel Quintetto per 2 Violini, 2 Viola e
Basso, Nr. 12. 1 fl. 30 kr

Detto Quintetto Nr. 6. 1 fl. 30 kr.

Haydn 3 neue Sonaten fürs Klavier mit

[]

Violin und Baß, Op. 57. 3 fl.

Pleyel Sonata für⟩ 〈…〉 Personen auf ein
Clavier, 1 fl. 20 kr.

Mozart 3 Sonaten fürs Clavier, Violin und
Basso, Op 15. 3 fl.

Haydn eine der schönsten Simphonie für das
Klavier, mit Violin und Basso sehr gut
übersetzt, 1 fl. 20 kr.

Detto 3 Quartetti per 2 Violini, Viola Basso,
Op. 59. 2 fl. 30 kr.

Pleyel 1 Concerto per Violino 2 fl. 30 kr

Dettoganzneues Concert für Violo⟨nc⟩ello, 2 fl. 30

Detto 3 Quartetti per Flauto, Violino, Viola
e Basso, Op. 25. 2 fl. 30 kr.

Detto 6 Duetti per due Violini, Op. 19. 2 fl. 30

Pleyel 6 Sonaten fürs Klavier mit Violin
oder Flauto und Violonzello, 5 fl.

Diese so sehr beliebten Sonaten werden
auch einzeln verkauft.

Nachricht an das Publikum,
den Tra⟨ß⟩lerischen Nachdruck der Encyklo=
pädie
des Hrn D. Krünitz betreffend.

Als ich vor einigen Jahren in Erfahrung
brachte, daß der Buchdrucker Traßler in Brünn
mir des Herrn D. Krünitz ökonomisch= tech=
nologische
Encyklopädie nachdrucken wollte,
so warnte ich das Publicum vor solchen Nach=
druck
, weil zu befürchten wäre, daß ein, zu=
mahl
beschleunigter und übereilter Nachdruck
vieler Bände wenig corect gerathen dürfte,
und daß dieses insonderheit die bey den Re=
cepten
wieder Menschen und Vieh= Krankhei=
ten
vor〈…〉enden medicinischen Gewicht= Zei=
chen
treffen könnte, welche letztere Fehler bey
der Verfertigung und dem Gebrauche der Ar=
zeneyen
von unausbleiblich schädlichen Folgen
sind. Leider ist diese meine Vermuthung und
Besorgniß nur zu sehr eingetroffen. Es ist der
sechste Band dieses Nachdruckes in meinen
Händen. Jch habe denselben durchsetzen lassen,
und es si⟨nd⟩ bloß in der ersten Hälfte dieses
Bandes, folgende 48 Druck=Fehler vorge=
funden
worden; der fast unzähligen kleinern
Fehler, in verkehrten Buchstaben, unrechten
Unterscheidung=Zeichen, falscher Ortographie
und österreichischen Provinzialismen, die sich
in dem Originale doch nicht befinden, nicht
zu gedenken.

Seite 2. erbämlich an statt erbärmlich. 5.
H. G an statt H. C. cholchici an statt
colchici. 8. anhält an statt aufhält. 14.
scharzen an statt schwarzen. 18. Unkösten an
statt Unkosten. 30. 3 Unzen an statt 4 Unzen.
5⟨2⟩. nicht anders an statt nichts anders. 53.

dedeutet an statt bedeutet. 57. und 59. Jn=
terressen
an statt Jnteressen. 59. Confication
an statt Confiscation. Vereinungsfallan
stattVerneinungsfall.75. lang sey an statt
lang seyn. 82. Bernstein in der alphabet.
Ordnung der Art. an statt Börnstein. 54.
Gerarde an statt Gerade. 102. druckten an
statt gedruckten. 110. Bohnen an statt Boh=
len
. 112. jede Same an statt jeder Same.
126. Schmikbohnen an statt Schminkbohnen.
123. heivon an statt hiervon. 134. Pauli an
Paulini, 138 wenn sie groß an statt wenn
sie so groß. 138. genommen worden an statt
genommen werden. 140. geschrotten an statt
geschroten. 143. Schramen an statt Schram=
men
. 149. bestängig an statt beständig. 150.
Fig 207. an statt 297. 156. Maquis an statt
Marquis. 177. conards für canards. 1⟨8⟩5.
Walbäume für Waldbäume. 187 Lrpent
für Arpent. 199. Bondie für Bon⟨dir⟩. 201.
Bætilio für Pætilio. 206. Guen〈…〉
ne. Mannsmünzen für 〈…〉
226. Pares an stattPares.257. 〈…〉
statt Argues. 258. Turtue an statt 〈…〉
261. Rinde für Ringe. 266. 〈…〉 für
Bouillir. 298. Rogout für Ragout.
Thierriegel für Thürriegel. 303. Terre en
duére für Terre en guéret. und darauf
für um darauf. 336.Cepar. 〈…〉⟩ an statt
Zij.338. Pappelglas und Bingelkrant an
statt Pappel= Glas= und Bingelkraut. 357.
ranchore an statt Bra〈…〉re Auf der 2ten
Kupfertafel steht bey 〈…〉 294. S. 103. an
statt 105.

Hierunter finden sich Beyspiele von f⟨alsch⟩en
Gewicht=Zeichen, Seite 30, in dem Recep=
te
für die Blut〈…〉aupe bey Pferden; und Sei=
te
336, in dem Recepte für die Bräune beym
Hornvieh. Einen vorzüglichen 〈…〉 erthei=
len
der Encyklopädie die der 〈…〉meuden
medicinischen Artikel. Herr D. Krünitz hat,
aus vierzigjähriger Erfahrung, die in seiner
medicinischen Praxis bewährt befundene Cur=
Methode der Krankheiten der Menschen, oh=
nen
ein Geheimniß daraus zu machen, als
Patriot und Menschenfreund, insonderheit
zum Nutzen der Landsleute, und anderer, die
einen geschickten Arzt zu consuliren, nicht
Gelegenheit haben, getreu bekannt gemacht;
und was die Vieh=Krankheiten betrifft, die=
jenigen
Heilungs=Mittel, die er in allen über
die Vieharzneykunst geschriebenen Werken an=
trifft
, und die er nach sorgfältiger Prüfung
und reifer Beurtheilung als die sichersten und
wirksamsten er⟨kennt⟩, angezeigt.Nichtnur den

[]

Herr Verf., sondern auch ich, haben Briefe
in Händen, darin man den glücklichen und
erwünschten Gebrauch der nach seiner Anwei=
sung
und Vorschrift bey Menschen und Vieh
angewandten Mittel in verschiedenen wichtigen
Krankheiten und Zufällen bezeugt, und mit
den verdientesten Lobsprüchen belegt, welche
Briefe wir, wenn Verfasser und Verleger
ruhmsüchtig und eitel wären, dem Publicum
im Druck vorlegen würden. Durch derglei=
chen
Druck=Fehler nun wird also der Haupt=
Nutzen solcher medicinischen Artikel vereitelt,
der Ruhm des Verfassers und seiner Arbeit
geschwächt, und, was das traurigste ist, Scha=
den
bey Menschen und Vieh angerichtet. Jch
überlasse es also einem Jeden, zu beurtheilen,
ob es vortheilhaft sey, um weniger Thaler
willen, die man etwa bey dem so mangel= und
fehlerhaften Nachdruck ersparet, diesen dem
Originale gleich zu schätzen, oder gar vorzu=
ziehen
. Freylich kann der Nach=Drucker seyn
Werk etwas wohlfeiler geben, denn er hat
bey einem so gemeinnützigen und allgemein ge=
schätzten
Werke nichts zu risquiren, und darf
dem Verfasser kein Honorarium bezahlen.
Allein, ich habe, bey dem Verlage dieses Wer=
kes
, vom Anfange an bis jetzt, die größte
Uneigenützigkeit beobachtet, ob ich gleich bey
der, nach und nach dem Hrn. Verfasser frey=
willig
und nach Würden zuerkannten Erhö=
⟨h⟩ung
seines Honorarium (wie der Hr. Verf.
in der Vorrede zur zweyten Auflage des ersten
Bandes der Encyklopädie, S.XXXIX, selbst
bezeugt,) mehr〈…〉 Kosten gehabt habe, und
verhältnißmäßig auch den Preis des Werkes
billig hätte erhöhen, und mich nach dem je=
tzigen
Preise anderer Verleger und Buchhänd=
ler
richten können. Man bezahlt den Bogen
geringer und weitläuftig gedruckter Schriften,
die gestern gelesen sind, und heute wieder ver=
gessen
werden, den Bogen, ordinär Format,
meistentheils mit 1 Ggr. Von der in Medi=
an
=Format ge⟨d⟩ruckten, ihren Werth und Nu=
tzen
auf viele Jahrzehende behaltenden Ency=
klopädie
, bekommen die Pränumeranten den
Text eines jedes, aus 50 und mehr Bogen be=
stehenden
Bandes, welcher aus lauter Cicero
gesetzt und gedruckt, über 70 Bogen, in Me=
dian
=Octav, betragen würde an statt eines
dafür noch immer billigen Preises von dritt=
halb
Thalern, für 1 Rthlr. 4 Ggr, und je=
des
Octav=Kupfer für 8 Pfennige; wozu noch
kommt, daß ich, jenes ungerechten und unnü=
tzen
Nachducks wegen, mich erbiethe, allen
neu antretenden Liebhabern dieses Werk noch

um den Pränumerations=Preis zu erlassen.
Die bis jetzt heraus gekommenen 44 Bände
betragen, nach ordinären Preise, 128 Rthlr.
1 Ggr.; ich bin aber, dieselben noch um den
Pränumeration=Preis, welcher nur 83 Rthlr.
8Ggr. beträgt, zu verlassen erböthig.
Joachim Pauli, Buchhändler.
Vorstehendes Werk ist sowohl alle 45
Bände komplet, als auch einzelne Theile
hievon in der Joh.Dav. Hörlingischen
Buchhandlung in der Bognergasse Nr. 220
neben dem Todenkopf um den bestimmten
herabgesetzten Preis zu haben.

Nachricht.

Bey Jodok Weiß, burgerl. Buchbinder am
neuen Markt Nr. 1102 sind zu verkaufen.

In Folio.

Sacrorum conciliorum nova & amplissima
collectio ex recens. Mansi florentiæ &
Venetiis 1759-82. XXV. Vol. 125 fl.

NB. Die erstern 23 Vol. ganz neu in
Schweinleder gebunden, der 24 und 25te
Band geheftet, die 〈…〉 weiteren Bände kön=
nen
nachgeschaffet werden, der Band a
9 fl. 30 kr.

Blackwell Elisabetha Herbarium seu col-
lectio
stirpium ad usum medicum., Centuriæ
VI. cum præfatione & explicatione figures
incidit & elegantissime pinxit ⟨Eis⟩enberge-
rus
cum auctuario Norimbergæ 1757-73.
VI. Vol. ein herliches Exemplar deutsch und
lateinisch mit 600 feinst illuminirten Platten
ganz mit Papier durchschossen 125 fl.

Celeberrimut Hortus Eystettensis cum Ico=
nibus
Plantarum, Fol. Atlant. 30 fl.

Jacquin Nic. Jos. observationum Bottanica-
rum
Iconibus illustratarom partes IV. Vind.
1764-71. cum 〈…〉enium tabulis 10 fl.

Müllers vollständiges Gartenlexikon, verm.
Ausgabe, Nürnberg 1750-58. 3 Bände,
mit Kupfern 13 fl. 20 kr.

Bidloo Anatomia humani Corporis CV. Tab.
per G. de Lairesse ad virum delineatis de-
monstrata
, Amst. 1685. Fol. atlant. max.
Exempl. splendid. 40 fl.

Idem opus folio majori 30 fl.

Idem opus cum centum duabus tabulis 20 fl.

Cowperi Anatomia corporis humani curI
Dundass. Lugd Bat. 1739. cum CV. fig &
append. cum IX. fig. fol. max. Ex. spl 40 fl.

Cowper Myotamia reformata, cr an anato-
mical
treatise von the museles of the human
Body, London und Jac. Touson 1724 cum
fig. & LXVI. tab. Exempl. splendid. 40 fl.

Vesalii opera omnia anatomica & chirurgica,

[]

cura Herm. Boerhave & Albini. Lugd. Bat.
1725. II. Vol. cum fig. & tab. fol. max. opus
splendidiss. 35 fl.

M⟨unro⟩ Oste⟨o⟩logie l'on à ajouté des plan-
ches
en taille douce, qui represent au na-
turel
tous lesosde l'adulte & du fætus, avec
explications par Mr. Sue, Paris 1759. II.
Vol. fol. max. 45 fl.

Santorini XVII tabulæ anatomicæ, quas ex-
plicat
usque alias addit de structura Mam-
marum
& detunica tesrisvaginali Mich.
G〈…〉, Parmæ ex regia typographia 1775.
cum fig. 10 fl.

Herme⟨t⟩is Mercurii trismegisti divinus Pyman=
der
cum commentariis Roseli. opus recon-
di
〈…〉, Colon. Agrip-
pinæ
1630. libri VI. cum iudice 20 fl.

Thuan〈…〉i Jac Historia sui temporis, Londini
apud SamuelemBukley1733. VII. Vol. 140 fl.

Bey Gräffer dem Jüngern,
Buchhändler am Michaelerplatz Nr 133.
ist zu haben:

Zweyter Band des politischen Codex,
oder wesentliche Darstellung sämmt=
licher
die k. k. Staaten betreffen=
den
Gesetze und Anordnungen im
politischen Fache; praktisch bearbei=
tet
von Jgnaz de Luca, 8. Wien
1789. 1 fl. 30 kr. Beyde Bände
3 fl mit allerhöchster Genehmhaltung.

Kerndel (J. L.) praktische Abhandlung
über die einfachste und sicherste Heil=
art
des Trippers, 8 daselbst 1789.
Diese gut geschriebene und sehr nütz=
liche
Piece kostet 12 kr.

Plan von Belgrad, wie es von der k. k. Ar
mee unter Kommando des Prinzen Eugen
im Jahr 1717 belagert wurde, 10 kr.

Leben und Thaten des Prinzen Eugen, im
Auszuge mit Kupfern, 8. Nürnberg 1739.
1 fl 3⟨0⟩ kr.

Karte vom Temeswarer=Bannat, vom Hrn.
le Maire, sehr schön gestochen und illumi=
nirt
1 fl.

Li⟨sua⟩rt de Grece, Roman de chevalerie,
ou suite d'Amadis de Gaule, par Mr. de
Mayer, 5 Tomes, 12. Paris 788. 5 fl.

Cleopatre Roman historique, fig. 3 Tom.
8. Paris 789 3 fl.

de la Monarchie Pruisienne, par Mr. le
C. die Mirabeau, 8 Vol. gr8. avec l'Atlas
in Fol. Londres 788. 22 fl.

Aurelia ou la vie du grand Monde, 2 vol.
8. Paris 789. 2 fl.

Pauline de Bert, ou Fragmens d'une Cor=
respondance
familiere, 8. Geneve 788.
1 fl. 15 kr.

Coraly & Zamore, ou les illustres Ameri-
cains
, 2 parties, 8. Paris 789. 1 fl. 40 kr.

Jn der J. D. Hörlingischen Buchhandlung
in der Bognergasse Nr. 220 neben den To=
denkopf
und nebst vielen andern Büchern,
auch nachstehende zu haben:

Sichere, leichte und auf Erfahrung gegründete
Art, sich selbst ohne grosse Kosten und ohne
Hülfe eines Arztes von den verschiedenen Ar=
ten
der Gonorrhoe oder Tripper zu heilen,
für das männliche und weibliche Geschlecht;
nebst den venerischen Recepten und des neu=
erfundenen
antivenerischen Mittels von G〈…〉e
Bar. Febure ꝛc. Zweite vermehrt und verbess.
Ausgabe, a d. Franz. von G. v. E 〈…〉.
8. 789. geheft 12 kr.

Herrn Abts Racine Kirchengeschichte. A. d.
Franz. nach der neuen, mit einigen Anmer=
kungen
und Zusätzen vermehrten Ausgabe.
X. Theil, welcher enthält das Ende des
vierzehnten, und den Anfang des fünfzehn=
ten
Jahrhundertes gr. Wien 1789 1 fl.
30 kr. blausteif 1 fl. 37 kr. alle 10 Bände
Präsumerationspreis 10 fl.

Die Herrn Pränumeranten belieben diesen
Band, der besonders wegen der Geschichte
der Koncilien zu Kostnitz und Ba⟨s⟩el merk=
würdig
ist, abermals ge⟨gen⟩ in Handen
habenden Scheine abholen, und sich auf den
11ten in meiner Handlung mit 1 fl. gefäl=
li⟨g⟩st
vormerken zu lassen.

Neues Militairisches Journal, 1sten Bandes
3tes, und 2ten Bandes1tesStück, mit
Kupfern, 8 Hanover 789 1 fl. 48 kr

Vey〈…〉ts(J. R. G) allgemeines Magazin für
Prediger, nach den Bedürfnissen unserer
Zeit, 1sten Bandes 3tes Stück, gr8Lip=⟩⟨zia789. 24 kr.

Wells (J. J. v.) kurzverfaßte Gründe zur
Pflanzenlehre, als ein zur Naturgeschichte
unumgänglich nöthiger Theil, gr8 Wien
785. 39 kr.

methodische Einleitung mineralischer Kör=
per
, zum Gebrauches〈…〉inerVorlesungen, mit
4 Kupfertafeln, gr Wien 786. 1 fl. 15 kr.

P〈…〉ri〈…〉ks (P. Alexius) Erklärungen der sonn=
täglichen
Evangelien in Schulen, zum Gebrau=
che
der Katecheten, 3 Bände, gr8. 788.
4 fl. 30 kr.

[]

Pferd und Wagen.

Jn dem Hause Nr. 255 unter den Tuch=
lauben
ist ein schöner Postzug Schimmeln,
dann ein schöner wohl konditionirter Schwim=
mer
und Pierutsch mit vergoldeten Federn,

täglich zu verkaufen und sich dieserwegen
bey dem dortigen Kutscher in dem ersten
Stall anzufragen.

Wägen zu verkaufen.

Alhier in der Dorothegasse im Dorotheer=
hof
sind verschiedene Wägen, und zwar 1)
ein 2sitziger ganz neuer moderner in Federn
hängender Schwimmer. 2) Ein ganz neues
〈…〉
anderes hoch in Federn 〈…〉
3) ein 4sitziger ganz gedeckter Stadtwagen,
und 4) ein schon gebrauchter 2sitziger Schwim=
mer
um sehr billige Preise zu verkaufen, und
ist sich deshalb bey Herrn Johann Häckl,
Kaufmann im Dorotheerhof im zweyten Stock
zu erkundigen.

Wohnung zu verlassen.

Jn dem gräfl. Abensperg und Traunischen
Haus Nr. 133 am Kohlmarkt zu den 3 Lau=
fern
genannt ist eine in 5 Zimmern auf die
Gase, Kuchel, Holzgewölb und Boden beste=
hende
Wohnung auf künftige Michaeli 1789
bestandweis auf ein oder mehrere Jahre zu
verlassen. Wer demnach Belieben trägt, diese
Wohnung bestandweis an sich zu bringen,
beli〈…〉 sich diesfalls Nr. 51 in der hintern
Schenkenstrasse in dem gräfl. Abensperg= und
Traunischen Haus im ersten Stock des wei=
teren
zu erkundigen.

Wohnung zu verlassen.

Jn der Leopolstadt in der grossen Fuhr=
mannsgasse
im Sch⟨nuder⟩ischen Haus Nr. 346
ist eine grosse Wohnung alltäglich zu verlas=
sen
, welche bestehet in einem grossen Saal,
dann extra kleinem Zimmerl zu ebener Erde,
im ersten Stock sind 5 Zimmer, im zweyten
Stock 4 Zimmer, eine Wagenschupfen, ein
Pferdstall, dann ein grosser Garten. Wer
diese Wohnung ansehen will, hat sich alda
bey dem Hausmeister anzufragen.

Haus zu verkaufen.

Es ist in der Stadt in einer sehr beque=
men
und gesunden Lage ein Freyhaus zu ver=
kaufen
, welches aus 3 Stöcken bestehet, und
gute grundfeste Keller und Holzgewölber hat.
Jn dem ersteren Stock sind 12 Zimmer, nebst
dazu zu ebener Erde gehörigen Portier= und
Laqueyzimmer, Kuchel und Speis. Der 2te
Stock hat 10 Zimmer nebst dazu gehörigen
Kuchel, Kammer, wie auch eine Off〈…〉 ierswoh=
nung
im Hof. Der dritte Stock zählet 9
Zimmer, Gewölb und Kuchel. An Stal=
lung
ist für den ersten Stock auf 21 Pferde,
nebst 3 Schupfen, für den zweyten Stock

[]

auf 9 Pferde, samt Wagenschupfen, Haber
und Heuboden. Wann sich hiezu ein Lieb=
haber
findet, so kann derselbe in dem v.
Ghelenschen Zeitungskomtoir deswegen weite=
re
Nachricht erhalten.

Handlung zu verkaufen.

Jm Marggrafthum Mähren in der königl.
Kreisstadt Ungarisch=Hra⟨disch⟩ ist eine 〈…〉
〈…〉
〈…〉waaren=Handlung beym
goldenen Kreuz, mit einem wohl sortirten
Waarenlager von gold und silbernen Borden,
Spitzen, allerhand kurrenten Seidenartikeln,
dann wollenen Zeugen, Tüchern, Mo⟨ll⟩on,
Rattin, Cottons, Leinwand, Blond und Zwirn=
spitzen
, spanischen Röhren, Weinreben, und
lakirten Stöcken, allerhand Knöpf⟨s⟩orten, Hand=
schuhen
, und andern zur gemischten Hand=
lung
geeigneten Erfordernissen, mit oder ohne
Grundstücken, als Wiesen, Weingärten, Kel=
lern
, Preßhaus, gegen baare Bezahlung, oder
in festzustellenden Zahlungsfristen, gegen Si=
cherstellung
der Terminen oder annehmlicher
Caution zu verkaufen; die Kauflustigen haben
sich an das Comtoir des Jnhabers derselben
nach Ungarisch Hradisch Nr. 177 unmittelbar
wegen der weitern Bedingnisse und convena=
beln
Einverständniß zu verwenden.

Erinnerung.

Daß die über das Vermögen, des verstor=
benen
bürgerl. Schifmeisters Paul Tie⟨f⟩engra=
bers
seel. vermög Verordnung des löbl. Stadt=
magistrats
dd. 3. Juny 1789. wieder ausge=
hoben
, und dessen Gläubiger vollständig be=
friediget
worden sind.

Nachricht.

Von der Kanzley der Stiftherschaft Schot=
ten
: Nachdem jener Grund, welcher auf den
Schottenfeld zwischen Martin Küwer, und
K⟨a⟩spar Klinghofer lieget, bis auf diese Stund
zumgröstenNachtheil benannten seiner zwey
Nachbarn noch nicht eingeplanket, viel weni
ger ein Haus darauf erbauet worden, so wird
dem allfälligen Eigenthümer desselben die Erin=
nerung
gemacht, daß er diesen seinen Grund
von heut über 4 Wochen, das ist, bis 7. Oc=
tober
d. J. mit einer aufrechten Planken um
geben ha⟨b⟩en müsse; wie im widrigen Fall er=
wähnter
Grund ohne weiteren an einen ande=
ten
Käufer veräußert werden soll.

Licit. Effekten.

Den 10. September und folgende Täge zu
den gewöhnlichen Vor= und Nachmittagsstun=
den
werden auf Verordnung der k. k. ni. öst.

Landrechten auf dem alten Fleischmarkt Nr.
744 im ersten Stock verschiedene Verlassen=
schaftsfahrnisse
, als karmoißirt und g〈…〉 gol=
dene
Uhren, gold und silberne Münzen, Haus=
und Tafelsilber und andere Galanterien tüch=
und zeugene Mannskleider, und Wäsche,
Luster, Spiegel, schöne Elektril mit Experi=
menten
, 2 sehr schöne und besonders wohl=
eingerichtete
Buchdrucker⟨handpressen⟩ samt 〈…〉=
〈…〉 Lettern und Buchdruckerstöcken, Buch=
b⟨ind⟩erwerkzuug
, Schlagzeug zum Feuerwerk
verfertigen, eine wohleingerichtete Drähbank
samt Werkzeug und einigen Holzvorrath, ein
Schneidzeug für Uhrmacher, eine Menge
Feuergewehr von besten Meistern, und zwar
Flinten einfache und doppelte Schrott und
Kugelstutzen, Pump= Polz⟨p⟩üchsen, Pistollen, u.
Terzerolen, mehr Schießrequisiten, Sattel,
Reitzeug und Schabracken, Tische, Kästen,
Soffen und Sessel, Bettstätte, samt Bett=
gewand
, und andere Effekten, licitando ge=
gen
alsogleich baare Bezahlung hindangege=
ben
werden.

Licit. Fahrnisse.

Von dem k. k. ni. öst. Merkantil= und Wech=
selgericht
wird hiemit bekannt gemacht, daß
den 11. und 25. d. M. dann 9. Oktober früh
um 9 Uhr auf dem Salzgries neben den Glö=
ckel
Nr. 442 im ten Stock rechts 1 gol〈…〉
Manns= und 1 goldene Frauendose, 3 〈…〉
Gold gefütterte Glasdosen,Stein〈…〉allen,
silberne Schnallen, silberne Besteck, 1 Vor=
leg
und 8 Eßlöffel, 6 Kaffeelöfferl, 1 sil=
berne
Zuckerbüchse, 2 Salzfasserl, 2Tatzen,
1Trachterlmit Thee⟨löfferln⟩, und anderes
Silbergeschmeid, dann einige Aus〈…〉=
ren, gestickte Westen und Hauskleider, ver=
steigerungsweise
werden hindangegeben wer=
den
, und falls diese Fahrnissen weder bey
dem ersten noch bey dem zweyten Termin
um den Schätzungsbetrag, oder darüber an
Mann gebracht werden könnten, dieselben
bey dem dritten Termin auch unter der Schä=
tzung
verkauft werden würden.

Licit. Kringerisches Haus.

Von dem Magistrat der Stadt Gmünd in
V. O. M. B. wird hiemit bekannt gemacht:
es sey auf Anlangen der Jgnaz Kringerischen
Gläubiger, in die Feilbietung der in die Jg=
naz
Piringerische Konkursmasse gehörigen,
und auf 500 fl. geschätzten Behausung Nr.
24, samt Hausgründen gewilliget, hiezu der
14. September zum ersten, der 28. Septem=
ber
zum zweyten, und der 12. Oktober zum

[]

dritten Termin mit dem Beysatze bestimmt
worden, daß, wenn sothane Behausung samt
Hausgründen bey dem ersten und zweyten
Termin nicht angebracht wurde, selbes bey
dem dritten entweder den sämtlichen Gläubi=
gern
um den Schätzungpreis eingeantwor=
tet
, oder auf wiederhol⟨t⟩es Anlangen auch un=
ter
der Schätzung hindangegeben werden wür=
de
. Es haben daher die Kauflustigen an ob=
genannten
Tägen früh um 8 Uhr auf dem
allhiesigen Rathhause zu erscheinen.

Licit. Bücher.

Jm grossen Federlhof Nr. 627 im ersten
Stock werden am 14. September und fol=
gende
Täge, Bücher und Landkarten ver=
schiedenen
Jnhalts und mancherley Sprachen,
öffentlich licitando verkauft werden. Die Ka=
talogen
und an dem Orte des Verkaufs, und
in der Johann Paul Kraußischen Buchhand=
lung
am Michaelsplatz Nr. 1183 zu haben.

Licit. Pferd und Wägen.

Von dem k. k. ni. öst. Merkantil= und Wech=
selgericht
wird hiemit bekannt gemacht: daß
den 15. und 29 September, dann 13. Ok=
tober
früh um 9 Uhr auf dem Salzgries beym
weissen Wolfen in derBnNr. 441 ein 2si=
tziger
Reisewagen, ein sogenanntes Bothen=
Calleß, ein 2sitziger Schwimmer, und 3 Stück
Pferde, versteigerungsweis werden hindan=
gegeben
werden, und falls diese Wägen und
Pferde weder bey dem ersten, noch zweyten
Termin um den Schätzungsbetrag, oder dar=
über
an Mann gebracht werden könnten, die=
selben
bey dem dritten Termin auch unter
der Schätzung verkauft werden würden.

Licit. Eckerische Realitäten.

Von der freyhrl. Johann Baptist Ludwigs=
dorfischen
Herrschaft Gundersdorf im V. U.
M. S. wird hiemit bekannt gemacht: Es sey
bewilliget worden, die Verlassenschaft des
Johann Eckers, behaust gewesenen Unterthans
im Dorfe Wagelsdorf, bestehend in dem gut
gebauten Hause, samt Stallungen, Scheuren,
Keller auf 260 Eimer, und den zum Hause
gehörigen 21 Joch 52/64 Aecker, 4 Joch 2/64
Weingärten, 1 Joch 55/64 Wiesen und 4/64
Garten, 1 Joch Uiberländäcker, 106 Eimer
1787er Wein, 90 Eimer 1788er, 1⟨35⟩ Stück
eisene Reife, 32 Eimer Fässer, dann der
heurigen ganzen schweren und geringen Fech=
sung
, endlich in Vieh und verschiedenen Haus=
einrichtungsstücken
und Geräthschaften öffent=
lich
feilzubieten, und gegen gleich baare Be=
zahlung
zu verkaufen. Da nun zur diesfäl=

ligen Versteigerung der 15. September d. J.
bestimmt ist, so haben die Kauflustige an die=
sem
Tage früh um 6 Uhr in der Johann
Eggerischen Behausung zu Wagelsdorf sich
einzufinden; indessen kann die Schätzung al=
täglich
in der hiesigen Amtskanzley eingesehen
werden.

Licit. Böhmerisches Haus.

Von Superintendenten und Spitalmeister
des Burgerspitals in Wien wird hiemit bekannt
gemacht: Es sey auf Anlangen der Anna Ma=
ria
Kerndlin verwilliget worden, die dersel=
ben
verpfändete, und auf 260 fl. gerichtlich
geschätzte Johann Böhmerische Behausung Nr.
39. zu Nußdorf, sammt Hausgarten, Preß=
haus
und Preß öffentlich auszufeilen und an
den Meistbietenden hindanzulassen. Da nun
hiezu drey Termine, und zwar für den ersten
der 17. August, für den zweyten der 14. Sep=
tember
und für den dritten der 12. October
d. J. mit dem Beysatz bestimte w⟨erd⟩en, daß
wenn dieses Haus, und Zugehör weder bey
dem ersten noch zweyten Termin um den Schä=
tzung
Betrag oder darüber an Mann gebracht
werden könnte, solches bey dem dritten auch
unter der Schätzung verkauft werden würde;
als haben all jene, welche gedachtes Haus
und Zugehör zu kaufen willens sind, an den
bestimten Terminen fruhe um 10 Uhr in des
Dorfrichters zu Nußdorf Behausung zu er=
scheinen
.

Licit. Effekten, Wägen, Räder und
Holzwerk.

Auf Verordnung der Herrschaft Hunds=
thurn
werden den 18. September in des sel.
Balthasar Fuchs Haus Nr. 59 am Freygut
Hundsthurn vormittag von 9 bis 12, und
nachmittag von 3 bis 6 Uhr verschiedene Klei=
dungsstüke
, dann Kumeter, Riemwerk, Kal=
lessen
, Wägenkästen, Kalleßgestelle, beschla=
gen
grössere, mittlere und kleinere Wagen=
und Kalleßräder, hinter und vordere Axen,
halb Axen, undeschlagene Räder und ande=
res
Holzwerk, den Meistbietenden gegen baa=
re
Bezahlung verkauft;