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Wiener Zeitung

Nr. 73, 12. September 1789

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[]

Jnländische Begebenheiten.

Wien.

Des Kaisers Majestät haben den K.
K. Rath, und vormahligen Leh=
rer
der Aesthetik an der Universität,
Direktor der Humanitäten, und Beysitzer
der Studien=Hofkommission, Johann
Adam Haßlinger, nebst dessen Bruder,
den fürstl. Schwarzenbergischen Hofrath,
in den Adelstand der gesammten K. K.
Erbländer zu erheben geruhet.

Aus Petersburg ist unter dem 27. Aug.
die Nachricht eingegangen: der von dem
Oberbefehlshaber der Russischkaiserlichen
Galereenflotte in den Finnischen Gewäs=
sern
, Prinzen v. Nassau, als Kurier an
die Kaiserinn abgefertigte Offizier von der
Leibwache, Graf v. Stackelberg, habe
den Bericht erstattet, daß es dem Prin=
zen
, in einem am 24. Aug. der Schwe=
dischen
Galeerenflotte gelieferten Treffen,

geglückt habe, dieselbe nach einem hefti=
gen
Gefechte, gänzlich zu besiegen und in
die Flucht zu schlagen. Das feindliche
Admiralsschiff, vier andere von der grös=
seren
Gattung und ein Kutter, nebst vie=
len
Stabs= und Oberoffizieren, wie auch
mehr als tausend Mann von den Schwe=
dischen
Truppen, sind den Ueberwindern
in die Hände gerathen. Die Feinde ha=
ben
jedoch tapfer gestritten, und lan=
ge
mit Muthe sich vertheidiget. Zwey
Russische Galeeren sind in die Luft ge=
flogen
, und unter andern auch der Ge=
neralmajor
Balle und der Kapitan Win=
ter
, Russischer Seits, verwundet worden.
Die aus dem Treffen gekommenen Schwe=
dischen
Fahrzeuge wurden bis in die Mün=
dung
des Kymene=Flusses getrieben.
Die Kaiserinn, um dem Prinzen v. Nas=
sau
ein Merkmahl ihrer aus dieser Nach=

[]

richt geschöpften Zufriedenheit zu geben,
hat ihm sogleich das Zeichen des Andreas=
orden
übersandt, den Grafen v. Stackel=
berg
aber, als Ueberbringer dieser er=
freulichen
Nachricht, zum Oberstlieutenant
ernannt und mit einer kostbaren Tabaks=
dose
, nebst 1000 Dukaten, beschenkt.

Der Feldmarschall und Präsident des
Hofkriegsraths, Graf v. Haddick, ist zur
vollkommenen Herstellung seiner Gesund=
heitsumstände
, am 10. d. M. hieher
zurück gekommen.

Der an die Pforte bestimmte Gesand=
te
der Republik Pohlen, Graf v. Po=
tocki
, ist auf seiner Reise nach Venedig,
am 4. d. M. in Jnnsbruck eingetroffen.
Am 5. setzte er seine Reise fort und an
eben dem Tage kam daselbst der Graf v.
Artois an, der aus der Schweitz nach
Turin reiset und sich in Jnnsbruck nur
wenige Stunden verweilte.

Böhmen. Fortsetzung des letzthin ab=
gebrochenen
Patentes über die Steuern
der Juden:

$. 12. Die Abgabe von Eßwaaren oder
Verzehrungsteuer wird folgendermassen
abgenommen: 1) Von einem Pfunde
Rind= Kalb= Lamm= Schöpsen= oder Zie=
genfleisch
in Prag 3 Kr.: auf dem Lande
2 Kr. 2) Von einem Hahne, oder einer
Henne, einem Kapaun, oder einer Ente,
sowohl in Prag als auf dem Lande 2 Kr.
3) Von einem Hahne, oder einer Taube,
sowohl in Prag als auf dem Lande 1 Kr.
4) Von einer Gans, sowohl in Prag
als auf dem Lande 5 Kr. 5) Von einem
indianischen Huhne, sowohl in Prag als
als auf dem Lande 10 Kr. 6) Von je=
dem
Pfunde frischer, gesalzener, oder ge=
schmelzter
Butter (Schmalz) oder Käse
in Prag sowohl als auf dem Lande 1 Kr.
7) Von jedem Pfunde Fisch, in Prag
3 Kr.: auf dem Lande 2 Kr. 8) Von je=
dem
Maße Koscherwein in Prag 4 Kr.:
auf dem Lande 2 Kr. 9) Von jedem
Maße Branntwein, in Prag allein 2 Kr.
10) Von jedem Maße Bier, in Prag
allein 1 Kr. 11) Von jedem Lothe rafi=

nirten und sogenannten Kandelzucker, Kaf=
fee
, und Chokolat, in Prag sowohl als
auf dem Lande 1/4 Kr. Jedoch ist der Zu=
cker
, welcher in den jüdischen Apotheken
zur Arzeney gebraucht wird, von diesem
Verzehrungsaufschlag überhaupt befreyet.

§.13. Wenn in Böhmen ansäss⟨i⟩ge Ju=
den
in ein fremdes Land verreisen; so
hat jeder für sich täglich 2 Kreuzer als
Verzehrunsssteuer so lange zu entrichten,
bis er in Böhmen wieder zurückkehret.
Doch sind von dieser Abgabe diejenigen
Juden befreyet welche sich in einem Erb=
lande
aufhalten, wo bereits die Verzeh=
rungsteuer
besteht, oder die aus Böh=
men
auf in= oder ausländischen Märk=
ten
abwesend sind.

(Die Fortsetzung folgt.)

Ungarn. Se. Maj. haben dem Poli=
zeydirektor
zu Preßburg, Rittmeister v.
Deitenhof, so wie den beyden Polizey=
direktoren
zu Ofen und Pest, Major v.
Perczel und Hrn. v. Gotthardi, den Rang
der königl. Statthaltereyräthe ertheilet.

Der größte Theil der Zipser Gespan=
schaft
, besonders am Poper, wie auch
diesseits und jenseits der Magura und des
Karpathischen Gebirges, hat im abgewi=
chenen
Monathe durch Ueberschwemmun=
gen
die traurigsten Verheerungen erlitten.
Schon am 7. Aug. nach einem vorher=
gegangenen
heftigen Ungewitter, und er=
folgten
Wolkenbruche schwoll der Poper
so sehr an, daß sein Wasser die Höhe vom
J. 1774 um 2 Schuh überstieg, und al=
le
Gegenden weit umher überschwemmte.
Eben so traten auch alle minderen Flüsse
und Bäche dieser Gegend aus den Ufern,
und die Verheer⟨u⟩ngen, die dadurch an
Ackerfeldern sowohl als an bewohnten
Orten angerichtet wurden, sind schau=
dernd
. Einzelne Häuser und halbe Dör=
fer
, sammt derselben Bewohnern, sind
ein Raub der Fluthen geworden. Gär=
ten
, Zäune, Mühlen, Stiege und Brü=
cken
, wurden abgetragen, die Ufer zer=
rissen
, und die überschwemmten Gegen=
den
ausgewühlet und mit Sandhaufen

[]

überschüttet: kurz alles Unglück, das je=
mahls
durch Ueberschwemmungen ange=
richtet
ward, vereinigte sich hier, den Un=
glücklichen
die es traf, das traurigste
Loos zu bereiten.

Noch waren ihre Thränen nicht ver=
siegt
, noch hatten sie kaum den ganzen
Umfang ihres Elendes übersehen, als
neuerdings die Fluthen ausbrachen, Ver=
derben
und Verheerung zu verbreiten.
Ein durch mehrere Tage anhaltendes Re=
genwetter
schwellte die im Gebirge be=
findlichen
Seen, besonders den Poper=
See, dermassen, daß die Wässer wieder
austraten, auch der Poper=Fluß, den
24. eine Höhe erreichte, die noch die vo=
rige
, selbst die Höhe vom J. 1726 bey
weitem übertraf. Der ganze Umfang
zwischen Georgenberg, Michelsdorf
und Poprad, schien ein See zu seyn.
Eine Menge Flachs, Holz von zerrisse=
nen
Gebäuden, die stärksten Bäume sammt
Wurzeln, Stege, Betten und anderes
Hausgeräthe, wie auch sehr viele Balken
von zerrissenen Wasserwehren, Brücken,
Mühlen ꝛc. sah man häufig auf den un=
geheuern
Ströhmen hinwegfließen. Ge=
gen
Mittag sank zwar das Wasser, weil
aber der Regen anhielt, und Nachts noch
heftiger wurde, so erreichte die Fluth am
25. des Morgens eine erstaunliche und
noch weit grössere Höhe als am vorigen
Tage. Nun ward auch der sogenannte
hohe Steg, der die Gemeinschaft zwischen
Michelsdorf und Georgenberg erhält,
fortgerissen, und diesen Einwohnern, ein=
ander
Beystand zu leisten, unmöglich ge=
macht
. Jn den mittägigen Theilen der
Gespannschaft, ist der Fluß Hernath zu
eben dieser Zeit, ausgetreten, und hat in
den Gegenden von Jglo nicht weniger
Unheil angerichtet. Das Unglück derje=
nigen
die dadurch litten, ist nicht zu
übersehen und zu beschreiben.

Der Feldmarschall Baron v. London,
ist am 3. Sept., und des Erzherzogs
Franz K. H. den 4. in Semlin einge=
troffen
.

Nach Privatberichten aus Syrmien
wird die aus Weißkirchen vom 29. Aug.
bis 3. Sept. abgezogene Hauptarmee,
mit dem Feldmarschalle Baron v. Lau=
don
, am 11. Sept. im Lager bey Ba=
novcze
erwartet; inzwischen soll die aus
Slavonien herbeygekommene Mannschaft
das Lager bey Polievcze an der Save bezo=
gen
haben. Am 13., heißt es, wird die
Hauptarmee dort ebenfalls eintreffen, und
das ganze Heer über die dortige Brücke in
Servien einrücken, um Belgrad einzu=
schließen
und zu belagern. Das hierzu
nöthige Geschütz wird aus Peterwardein
herbey gebracht.

Jm Banate ist ein zureichendes Korps
unter den Befehlen des Gen. Wartens=
leben
zurück geblieben, und hat den
Berg Ailion besetzt.

Schreiben aus Rubin, vom 1. Sept.
"Am 26. Aug. wurde der Bruch des bis=
herigen
Waffenstillstandes mit Belgrad
publizirt, und noch an eben diesem Ta=
ge
schienen die Türken, vermuthlich um das
kurz vorher abgehaltene Te Deum wegen
des Siegs bey Focksan zu rächen, einen
nachdrücklichen Angriff auf Semlin ma=
chen
zu wollen. Wirklich kamen sie zu
Wasser im linken Arme der Donau mit
ihrer ganzen Donauflotte, und mit vollen
Rudern aufgefahren. Vorbereitet durch die
kluge Vorsicht des Kommandirenden Für=
sten
von Ligne, für jedes Unternehmen,
rückte der Major v. Redange mit seiner
Tschaikendivision sogleich aus, und besetz=
te
alle Posten die im vorigen Jahre die
Türken zu ihren Vortheile benützt hatten.
Diese Stellung kam unseren Tschaiken
sehr wohl zu Statten. Aus der Festung
wurde zwar stark gefeuert; aber alle
Schüsse flogen über dieselben hin, und
die feindlichen Schiffe konnten mit Kar=
tätschen
so gut verstrichen werden, daß sie
nach einem zweyststündigen Versuche unver=
richteter
Dinge zurück zu kehren sich ge=
nöthiget
sahen. Von ihren Tschaicken
wurden 3 ganz unthätiggemacht, woven
eine die ganze Nacht unter Wasser war,

[]

und den folgenden Tag mit Mühe an die
Festung gezogen wurde. Der Fürst de
Ligne, der diesen Vorgang von dem Ob=
servatorio
beobachtete, bezeigte dem Ma=
jor
v. Redange, und Hauptmann Anto=
novich
seine Zufriedenheit in den verbind=
lichsten
Ausdrücken nicht nur mündlich,
sondern des andern Tages auch schriftlich
durch einen Kommandobefehl an die gan=
ze
Truppe, der also lautet: "Der Herr
Generalfeldzeugmeister, Fürst v. Ligne,
danket dem Hrn. Oberstwachtmeister Re=
dange
für die bey dem gestrigen feindli=
chen
Vorfalle so schnell bewirkte Vor=
rückung
und den bezeigten Eifer, so wie
auch dieselben Jhm und dem gesammten
Tchaikistenkorps für das bey dieser Ge=
legenheit
bezeigte tapfere Benehmen, das
billige Zeugniß geben, daß solches alles
Lobes würdig sey."

"Am 31. Aug. wagten die Türken mit
12 Tschaiken und 2 Fregaten vor Tages
Anbruch, im Nebel, einen neuen Angriff,
der aber dieses Mahl auf Pancsova gerich=
tet
war. Sie wurden entdeckt, als sie
eben 4 Wasserpatrouillen, ein Landpiket
des Pallavicinischen Regiments von 1 Of=
fizier
und 50 Mann, dann eine schwim=
mende
Batterie von 4 sechspfündigen Ka=
nonen
aufzuheben im Begriffe waren.
Ersteres rettete sich durch die Leichtigkeit
der Fahrzeuge, und nur ein Tschaikist
wurde durch eine Kanonenkugel am linken
Fuße gestreift. Die Batterie empfing den
Feind so nachdrücklich, daß er von seinem
Angriff abließ, und sich gegen die vor=
rückende
Tschaicken wendete, da dann das
Landpiket Zeit gewann, sich in die Re=
doute
auf der Vorkontumatz zurückzuzie=
hen
. Jndessen rückte das Tschaikistenpi=
ket
mit 4 Tschaiken, und 22 Kanonen mit
der bewundernswürdigsten Lebhaftigkeit,
und mit vereinter Kräften den feindlichen
Fahrzeugen entgegen. Der Hr. Tschaiki=
sten
Oberlieut. v. Vidak nahm mit einer
Tschaike von 8 Kanonen den linken, und
Hr. Unterlieut. Schwind mit 6 Kanonen
den rechten Flügel. Kaum hatten sie in

ihrer Vorrückung die Distanz erreichet,
als sie durch ein gewaltiges Kreuzfeuer
die beyden Fregaten auf der Stelle sich
zurückzuziehen nöthigten; auch die übri=
gen
feindlichen Tschaiken wichen, bis auf
3, welche einer andern sehr beschädigten
beyzustehen hatten, und welche gewiß
würden weggenommen worden seyn, wenn
solche nicht durch Landkanonen nebst Ka=
vallerie
und Jnfanterie Türkischer Seits
mit Vorsicht gedeckt gewesen wären. Die
Veranstaltung des Hrn. Divisionskom=
mandanten
Hauptmann Bar. v. Pemler
machte, daß derselbe in dem Augenblicke
mit seinen 5 Reservetschaiken zu Hülfe
eilte, und die vortheilhafteste Stellung
nahm, die Flanke des weichenden Fein=
des
zu beschießen, und seinen Rückzug
dergestalt zu beschleunigen, daß solcher wie
geflügelt mit gespannten Segeln davon eil=
te
. Der Generalfeldmarschallieutenant
Bar. v. Keisky kam nun selbst auf einem
kleinen Fahrzeuge nachgefahren, und
dankte dem Hrn. Hauptmann wie auch dem
ganzen Offizierskorps mit der lebhaftesten
Freude für ihr tapferes Benehmen."

"Sehr rührend ist der Muth der ge=
sammten
Truppe, da bey diesem Vorfalle
einige Gemeine des Kavanaghischen Kui=
rassierregiments
, 8 Offiziere des Pallavi=
cinischen
Jnfanterieregiments, der Hr.
Oberlieut. v. Neudek, der Hr. Oberlieut.
v. Vidak, und der Hr. Unterlieut. Poppo=
vics
vom Tschaikistenkorps, ungeachtet ih=
rer
Krankheit und Schwäche, sich nicht ab=
halten
ließen gegen den Feind auszurücken."

Jn Briefen aus Karlstadt vom 4.
Sept. wird gemeldet, die Bosniaken hät=
ten
den Antrag gemacht, die in ihre Ge=
fangenschaft
gerathenen Offizier, den Haupt=
mann
Siegenfeld, Oberlieutenant Phi=
lippowitsch
, und Oberlieutenant ⟨T⟩ink=
heimer
auszuliefern, wenn man dagegen
einige Türkische Aghen von Dubicza oder
Novi, die in unserer Gefangenschaft sind,
auswechseln wollte. Diese Auswechslung
soll nun mit Sr. Maj. Bewilligung,
nächstens erfolgen.

[]

Sonst schreibt man, daß an den Grän=
zen
alles ruhig sey.

Mehrere zur See in Trieste eingelau=
fene
Briefe bestätigen die letzthin mit=
getheilten
Berichte von den durch das
Russische Geschwader des Majors Caz=
zioni
im Archipel erfochtenen Vortheilen.
Der Anführer der Türkischen Flotte ist
in dem Treffen am 6. Jul. so gefährlich
verwundet worden, daß er wenige Tage
nachher in Scio gestorben ist; sein sehr
übel zugerichtetes Schiff konnte nur mit
Mühe nach Milo gebracht werden, wo=
hin
sich das ganze feindliche Geschwader
geflüchtet hat.

Ausländische Begebenheiten.

Jtalien.

Von der unter dem Kommando des
Ritters Condulmer stehenden Flotte,
welche die Bucht von Tunis blokiret,
und längst der Tunisischen Küste kreuzet,
erhielt man jüngsthin zu Venedig folgen=
de
Berichte: Der Kommandant Condul=
mer
näherte sich den 19 Julius, unweit
Galipia, der feindlichen Festung, wo
in einer Entfernung von einem Kanonen=
schuß
, eine sogenannte Marabute ( Bat=
terie
) mit 2 schweren Kanonen stand.
Eine Tunische Schebecke, welche ihre
Masten in Ordnung brachte, war nicht
weit von dieser Batterie geankert. Auf
selbige ließ der Ritter feuern, und
gleich mit dem ersten Schuße ward ein
Tunier erschossen; die übrige feindliche
Mannschaft flüchtete sich in ein Both,
welches mit einigen Kanonenschüssen in
Grund gebohret wurde, daher die Leute
nur mit grosser Mühe sich durch Schwim=
men
an das Land retteten. Der Kom=
mandant
ließ hierauf sein Both und 2
Tschaiken bewaffnen, und, ungeach=
tet
der heftigen Kanonade von der Bat=
terie
, die feindliche Schebecke wegneh=
men
. Man fand an derselben Bord 12
neunpfündige, und 2 sechspfündige Ka=

nonen, 8 kleine Aufsteckkanonen, verschie=
denen
Stech= und Haugewehre, und ei=
ne
Ladung Salz, welche nach Terni be=
stimmt
war.

Diese Schebecke ward auf Befehl des
Kommandanten mit 50 Soldaten und 30
Matrosen besetzt, und seiner Flotte un=
tergeordnet
.

Zwey Tage vorher hatte der Oberst=
lieutenant
Cleva mit 2 Galeoten, und
der Schebecke Neptun, welche zu obiger
Abtheilung gehören, unweit Cao=Bon
ein Tunisches Raubschiff in Brand
gesteckt, und mehrere andere Fahrzeuge,
welche einzuhohlen der Wind ihm nicht
gestattete, in die Flucht getrieben.

Der Vicelegat zu Avignon, hat jüngst=
hin
an das Staatssekretariat zu Rom
berichtet, das dortige Volk habe die Na=
zionalkokarden
ergriffen, und auch ihm zu
tragen angebothen; nachdem er solche an=
genommen
hatte, habe ihm das Volk 12
Artikel schriftlich überreicht, welche einige
Privilegien des Magistrats betreffen, so
dieser seit vielen Jahren genoß, und das
Volk abgestellet wissen will. Der Vicele=
gat
antwortete, er habe keine Macht,
Neuerungen einzuführen, und wenn er
sie auch einführen wollte, so würde es
denselben an dem gehörigen Ansehen
mangeln; er wolle aber das Ansu=
chen
nach Rom an Se. Heil. berichten.
Diesen Bericht hat der Vicestaatsseketar,
Monsignor Federici, Sr. Heiligkeit über=
bracht
, noch weiß man aber keinen Ent=
schluß
darüber. Jm Gebiethe von Avig=
non
ist übrigens eben so grosser Getreide=
mangel
als in ganz Frankreich, und die
Einwohner verlangen Hülfe aus Rom,
oder dem übrigen Kirchenstaat.

Der König von Neapel hat an die
Stelle des verstorbenen Marquis Carac=
cioli
, den Kriegsminister, Ritter Acton,
auch zum ersten Minister und Chef des
Departements der auswärtigen Angele=
genheiten
, und den zweyten Staatsmini=
ster
, Hrn. de Marco, zum Chef der
inländischen Angelegenheiten ernannt.

[]

Die Geschenke, welche der Tripolita=
nische
Gesandte dem Könige von Nea=
pel
überbracht hat, bestehen, in einem
auf orientalische Art prächtig gesattelten
Pferde, 15 arabischen Pferden, 5 Straus=
sen
, 4 Leoparden, 12 barbarischen Scha=
fen
nebst Widdern, 1 Dromedar, einigen
Gazellen, 2 Affen, 2 Papageyen und ei=
nigen
Tapeten. Dem Kronprinzen und
dem General Acton sind ebenfalls eini=
ge
Pferde und andere Thiere überreicht
worden.

Nun ist auch ein Kommissar der Re=
gierung
von Algier in Neapel angekom=
men
, welcher mit diesem Hofe einen Frie=
den
zu schliessen anträgt.

Der vor einiger Zeit aus Rom nach
Neapel gekommene Kardinal Spinelli
soll den Auftrag haben, die unterbroche=
nen
Unterhandlungen zwischen dem Nea=
politanischen
und Römischen Hofe zu
erneuern.

Frankreich.

Da es sich zeigt, daß zu dem eröffne=
ten
Anlehn von 30 Mil. Livres, wahr=
scheinlich
wegen der nicht sehr aufmun=
ternden
Bedingungen, so die Nazional=
versammlung
den Darleihern anboth, we=
nig
Gelder eingehen, und man keine
Hoffnung mehr hat, die Summe zur ge=
hörigen
Zeit zusammen zu bringen, so hat
Hr. Necker einen neuen Plan zu einem
Anlehn von 80 Millionen zu 5 v. H.
entworfen und denselben am 27. Aug.
durch den Generalkontrolleur, Hrn. Lam=
bert
, der Versammlung vorlegen lassen,
weil seine mislichen Gesundheitsumstände
ihm nicht erlaubten, selbst in der Ver=
sammlung
zu erscheinen. Diese hat er=
kannt
, es komme ihr nicht zu, dem Fi=
nanzminister
einzugreifen, nachdem die
Minister überhaupt wegen ihrer Unter=
nehmungen
für verantwortlich erkläret
worden sind, und hat sogleich den Plan
des Hrn. Neckers, wie er war, genehmiget.

Nachdem die Versammlung die noch
übrigen Sitze der allgemeinen Rechte des

Menschen und Bürgers festgesetzt hatte
so nahm sie am 28. August die Landes=
verfassung
insbesondere vor, die nun in
allen Theilen, nach den vorausgesandten
Grundsätzen, berichtiget und bestimmet
wird.

Pohlen.

Die Stände beschäftigen sich noch im=
mer
mit Einrichtung des Militarwesens.
Jn der Sitzung am 20. Aug. wurde ein
Bericht abgelesen, daß ungefähr 60 Rus=
sische
Kosaken ihre Flüchtlinge bis in das
Pohlnische Gebieth verfolget hätten, wo=
durch
zwischen ihnen und den Republi=
kanischen
Truppen ein Streit entstanden
sey, und von beyden Seiten einige Mann=
schaft
geblieben wäre. Hierüber erlies=
sen
die Stände den schärfsten Befehl an
die Kriegskommißion, alles auf das ge=
naueste
untersuchen zu lassen.

Dieser Vorfall gab Anlaß, daß wie=
der
manches gegen die Getreidelieferun=
gen
an die Russen gesprochen wurde, und
einige Eiferer wiederhohlten bey dieser
Gelegenheit die Bemerkung, daß der Ge=
neral
F. Z. M. der Republik, Graf v.
Potocki, nebst so vielen andern Grossen
noch immer so sehr an Rußland hing,
und dieses Reich zu begünstigten suchten.

Die aus solchen Beschwerden sichtba=
ren
Mishelligkeiten haben unter den
Ständen noch mehr zugenommen, seit
dem über die neuerrichtete Nationalka=
vallerie
, und den Unfug, den sich solche
erlaubt, aus mehreren Provinzen Be=
schwerden
eingegangen sind.

Durch diese Umstände bewogen, hielt
der seit kurzem in die Versammlung ge=
kommende
Bischof von Kaminieck, Hr. v.
Krasinsky, am 28. Aug. folgende An=
rede
an die Stände: Jch bin, sagte er
kein Russe, kein Oesterreicher, kein Preus=
se
; meiner Wünsche Gegenstand ist bloß
das Wohl des Vaterlandes, ob ich gleich
noch keine Aussicht zu diesem Glücke vor
mit habe, indem die Uneinigkeiten selbst
unter den Patrioten unsere bessere Hoffnung

[]

untergraben und den Nahmen eines
Pohlen auf ewig vertilgen können. Jch
beschwöre Euch, durchlauchtigste Stän=
de
, Euch hauptsächlich die Befestigung
der Einigkeit angelegen seyn zu lassen, und
jeden Anlaß zur Zersplitterung der theuren
Zeit aus Eurer Versammlung zu ver=
bannen
. Es sind nun schon eilf Mona=
the
verflossen, und ich sehe fast kein ein=
ziges
heilsames Werk zu Stande gebracht.
Nirgends sehe ich noch eine Festigkeit in
den Gemüthern, die uns gegen unsere
gewöhnliche Unbeständigkeit sicher stellen
könnte. Diese ist unser größter Feind.
Die alte Regierungsform ist von ihrem
Throne herunter geworfen, und man
macht noch so wenig Anstalt, eine neue
einzuführen. Die Vermehrung der Trup=
pen
ist zwar auf dem Papiere angeschrie=
ben
; allein was sind das für Kriegs=
leute
, die wir nun beysammen haben?
Einige sind fast nackend und unbewaff=
net
; andere sind schön montiret, aber
ohne Kriegszucht, ohne einige Fertigkeit
in den militarischen Uebungen, und mei=
stens
den Ausschweifungen ergeben. Wir
verlieren die Zeit theils mit Harren und
Zaudern, theils mit Ausfällen auf den
einen oder den andern von unsern gelieb=
ten
Brüdern. Auf einmahl werden unsere
Nachbarn Frieden schliessen, um unsere
Uneinigkeit zu benutzen; und wer weiß,
was alsdann noch weiter mit unserm
Vaterlande geschehen kann, indem wir
ihnen die Gelegenheit und den Weg da=
zu
bahnen. Durchlauchtigste Stände!
rettet Euch, rettet Eure Freyheit, Eure
Brüder, Euer Vaterland, um Euch
nicht unter fremdes Joch beugen zu müs=
sen
. Jhr würdet nachher vergeblich nach
Rettungsmitteln seufzen."

Den 29. um 8 Uhr früh wurde der
vielmahls erwähnte Fürst Poninski,
Krongroßschatzmeister unter Bedeckung
von 100 Mann zu Pferd und zu Fuß,
in einer Kutsche, worin 3 Offiziere bey
ihm sassen, aus seinem Gefängnisse nach
dem Schlosse in die Reichstagsstube ge=

bracht, wo die ernannten Richter bereits
ihre öffentlichen Sitzungen zu halten an=
gefangen
haben. Seine Bedeckung hat
ihn der Kronmarschallsgarde überliefert,
welche denselben während der ganzen Si=
tzung
bewachte. Der Fürst hatte zwar
den Stern, aber kein Ordensband, und
keinen Degen. Er verlangte, daß zu
dem Gerichte Jedermann der Zutritt of=
fen
stehe, und dieses wurde bewil=
liget
. Der Kläger fing hierauf an, den
Lebenslauf des Gefangenen zu schildern.
Dieser las eine Vertheidigungsrede, und
bathe die Richter um Erlaubniß, jene Per=
sonen
zu seiner Rechtfertigung berufen zu
können, die zur Zeit des Reichstages
von 1773 und 75. seine Mitgehülfen wa=
ren
; welche ich (sagte er) sehr um Ver=
gebung
bitte, daß sie wegen meiner Per=
son
einige Beschwerlichkeiten haben sollen.
Der Fürst Calixt v. Poninski war be=
ständig
um seinen Bruder. Die Sitzung
dieses Gerichts wurde bis auf den 5.
September verschoben, und der Fürst
erst des Abends, unter derselben Bede=
ckung
, mit der er gekommen war, nach sei=
nem
Gefängnisse zurück gebracht, um all=
len
Auflauf zu verhüten.

Rußland.

Von dem bey Foksan durch die ge=
meinschaftlichen
Waffen des Oesterrei=
chischen
und Russischen Heeres erfochte=
nen
Siege, gibt die Petersburger Zei=
tung
vom 21. Aug. folgenden vorläufi=
gen
Bericht:

"Schon bey der Eröffnung des Feld=
zuges
gab der Generalfeldmarschall, Fürst
Potemkin Tawritscheskoy, dem über die
in der Moldau und in Bessarabien ste=
henden
Truppen, kommandirenden Ge=
nerale
, Fürsten Repnin, den Befehl, nie
zu dulden, daß der Feind sich vor ihm
sammle sondern wo er sich immer zu=
sammenziehen
wollte, ihn sogleich anzu=
fallen
. Diesem zufolge, beorderte der
General, Fürst Repnin, den General
Suworow, vereinigt mit dem Kaiserl.

[]

Königl. Generalen der Kavallerie, dem
Prinzen von Sachsen=Koburg, auf das
Korps der Türkischen Truppen von un=
gefähr
30,000 Mann, das sich in Foksan
zusammengezogen hatte, einen Versuch
zu wagen. Dieses Unternehmen ward
am 1. Aug. unter dem Beystande des
Allerhöchsten zur völligen Niederlage des
Feindes, mit nur geringem Verluste von
un⟨sr⟩er Seite ausgeführt. Acht Kanonen,
zwölf Fahnen, das feindliche Lager und
eine ansehnliche Beute ist den alliirten
Truppen der beyden Kaiserl. Majestäten
zu Theil geworden. Ein umständlicher
Bericht des Befehlshabers, von diesem
Vorfalle wird nächstens erwartet."

Eben gedachte Zeitung enthält von den
Bewegungen der Finnländischen Armee
Folgendes:

"Sobald der Oberbefehlshaber der Ar=
mee
von dem Generalmajor S⟨u⟩chtelen
die Nachricht erhalten hatte, daß der
Feind unserem Memelschen Posten ge=
genüber
, an seinem Ufer des Flußes
Kymene, eine Batterie errichte, mittels
welcher er unsere diesseits des Flußes
stehende Wache, welche die daselbst ge=
schlagene
Brücke deckte, vertreiben wolle,
so befahl er dem Generalmajor, sein
Augenmerk darauf zu richten, sich der
Brücke ganz zu bemeistern, und wenn es
ohne grossem Verluste anging, hinüber
zu dringen, die feindliche Batterie und
Kanonen zu erobern, oder wenigstens
zu demontiren. Diesem Auftrage gemäß
erlas der Generalmajor von den Grena=
dieren
einige Freywillige, welche die
Brücke mit einem Taue auf unsere Seite
zogen und befestigten; und in der Nacht
auf den 15. Aug. ging er mit dem zu
diesem Versuche bestimmten, aus Gre=
nadieren
und Jägern bestehenden Deta=
schement
über, und bestürmte die feind=
liche
Batterie. Unsere Grenadier, un=
geachtet
der Feind zweymahl auf sie aus
⟨Kartät⟩schen Feuer gab, gingen mit Bajo=
netten
auf die Batterie los, und nachdem
sie die Besatzung derselben niedergemacht

hatten, bemächtigten sie sich dreyer Kano=
nen
von denen zwey auf unsere Seite ge=
bracht
, und die dritte, ihrer Schwere
wegen, in das Wasser versenkt wurde.
Von dem beyderseitigen Verluste ist noch
keine umständliche Nachricht eingegan=
gen
; doch aber bald zu erwarten."

Diese und die im vorigen Blatte ge=
gebene
Nachricht zeigt, daß die Schwe=
den
nun auch schon jenseits des Kymene
Flußes auf ihrem eigenen Gebiethe nicht
mehr sicher sind, und alle Anfangs von
dieser Seite erfochtenen Vortheile wie=
der
verloren haben.

Die grosse Russische Seeflotte, unter
den Befehlen des Admirals Tschitschakow
des Viceadmerals M⟨u⟩ssin Puschkin und
des Contreadmirals Spiridoff, besteht
aus 22 Linienschiffen, 9 Fregaten und
einer verhaltnißmässigen Anzahl kleinerer
Fahrzeuge. Nach dem Treffen vom 26.
Jul. vereinigte sich diese Flotte mit der
Abtheilung des Admirals Koslainoff,
die 11 Linienschiffen und 4 Fregaten zählt,
und also ist nun die Flotte im Baltischen
Meere 33 Linienschiffe und 13 Fregaten
stark.

Deutschland.

Die Landstände von Lüttich haben sich
den 31. Aug. versammelt, und man schmei=
chelt
sich, derselben Berathschlagungen wer=
den
ruhig und zur allgemeinen Zufrieden=
heit
ablauffen, nachdem der Adelstand,
welcher sich bey den Spaltungen stäts so
standhaft, rechtschaffen und vaterländisch
bezeigte, nun auch schon in einer vorläu=
fig
gehaltenen Versammlung beschlossen
hat, die Abstellung der lästigen Abgaben
vorzuschlagen, und die Friedensschlüsse
des Lütticher Landes, nähmlich den Schluß
von Ferhe und der XXI. als die Grund=
feste
der Lütticher Landesverfassung wie=
der
empor zu bringen, die Geistlichkeit
aber sich aus Vaterlandsliebe bereits am
26. Aug. erkläret hat, daß sie zu den
allgemeinen Lasten beytragen will, und
solches durch ihre Deputirte dem Ma=
gistrate
hat anzeigen lassen.

[]

Wien.

Da zur Bequemlichkeit des Publikums
die Einhebung der Zoll= und Dreyßigst=
gebühren
an den Mährisch=Schlesischen
Gr⟨ä⟩nzen gegen Ungarn, künftig nur bey
einem Zollamte geschehen wird, und da=
her
einige Zollämter aufzuheben, für =
thig
befunden worden ist: so wird sol=
ches
, einem Hofdekret vom 29. Aug. zu
Folge, durch die K. K. Ni. Oest. Lan=
desregierung
, mit dem Beysatze bekannt
gemacht, daß diese Vereinigung der zoll=
ämtlichen
Amtirung zwischen Mähren,
Schlesien und Ungarn mit 1. Novem=
ber
dieses Jahr den Anfang nehmen,
und sowohl die Mährisch=Schlesischen
Bankal= als Ungarischen Dreyßigstge=
bühren
nur bey nachstehenden Aemtern
werden eingehoben werden. Kommer=
zialgränzämter
sind: Jabl⟨un⟩ka, Lissa,
Brunow, Hrosinka, Strani, Wel⟨ch⟩a,
Gödring, und P〈…〉. Zollämter zum
täglichen Vekehr sind: Jstebna, Thur=
sowska
; Wissocka, Karlowitz, Kutze=
lau
, Sudomirzitz, und Neudorf. Ge=
geben
Wien, den 2. September 1789.

Nachricht.

Obschon in der Stolordnung klar bestim=⟩⟨met, und durch weitere Hofentschliessungen vom
5. und 24 April. 1784 freygestellet worden ist,
die Leichen nach der bestehenden Gebühr tra=
gen
, oder führen zu lassen, so soll es doch
geschehen, daß, wenn die Leiche gefahren
wird, und die Träger den ausgemessenen Be=
trag
erhalten, die Gebühr für den Todtenwa=
gen
vom Hause bis zur Pfarre, und dann
insbesondere wieder von der Pfarre bis zum
Freythofe, mithin zweymahl verlangt wer=
de
, ferner ergebe sich auch der Fall 〈…〉 daß
manchmahl für den Todtenwagen, welche 〈…〉⟩
folge höchster Entschließung vom Liniengeld
befreyet ist, dennoch auch diesen Betrag von den
Todtenträgern gefordert werde. Da nun von
Seite der N. Oe. Landesregierung bereits un=⟩⟨ter dem 30. Oktober 1788 wegen Abstellung die=⟩⟨ses Unfugs an die Behörde die nöthige Ver=

ordnung erlassen, und dadurch dieAusübung
solcher Mißbräuche den Todtenträgern und an=
deren
, welche bey Leichen gebraucht werden,
unter Bedrohung der schweresten Ahndung,
und Entlassung vom Dienste untersagt, und
dieses Verboth nunmehr zu erneuern für
nöthig befunden worden ist, so wird hier=
von
jedermann zu dem Ende verständiget, um
sich gegen alle solche unerlaubte Geldabforde=
rungen
verwahren zu können. Wien den 30.
August 1789.

Neu aufgenommene Bürger.

Den 3. September.

  • Herr Franz Birger, Bindermeister, auf der
    Wieden Nr. 351.
  • Georg Stigler, Schmalzver〈…〉erer, alda
    Nr. 192.
  • Mathias Appirich, Bäckenmeister, am
    Neustift Nr. 69.
  • Joseph Göschel, Strumpfstricker, zu Ma=
    riahilf
    in zwey weissen Saulen.
  • Franz Pestler, Schnallenmacher, alda Nr. 12⟨4⟩.
  • Lorenz, Ort, Fellfärber und Nestler, zu
    Mätzleisdorf Nr. 151.
  • Lorenz Dietrich, Schlosser, auf der Land=
    strasse
    Nr. 227.
  • JohannZozek, deto, zu St. Ulrich Nr. 23.
  • Wenzel Lang, Zinngießer.
  • Schneidermeister:
  • Franz Jüngs, in der Stadt Nr. 798.
  • Franz Langackehr, alda Nr. 344.
  • Michael Dittmann, alda. Nr. 868.
  • Joseph Werle, alda Nr. 805.
  • Karl Joseph Ludwig, alda Nr. 1354.
  • Johann Joseph Dedecker, alda Nr. 557.
  • Ernest Kecher, alda Nr. 1343.
  • Andreas Schneider, alda Nr. 627.
  • Johann Hagen, alda Nr. 527.
  • Johann Schennel, am Spitalberg Nr. 16.
  • Martin Wertlschi⟨h⟩z, zu Mariahilf Nr. 16.
  • Mathias Kaye⟨x⟩ad, an Neubau N. 141.
  • Franz Beyer, am Schottenfeld Nr. 34.
  • MartinKuka,in der Josephstadt Nr. 119.
  • SebastianHürberlein,in der Roßau N. 19
  • Joh. Georg Himmel, am Thury Nr. 70.
  • Adam Walch, im Lichtenthal Nr. 7

Jahr= und Wochenmärkte.

Se. k. kr Majestät haben untern 15. Juny
l. J. dem. MarktNeu〈…〉lain N. O. V. O.
M. B. aus landesfürstlichen Gnaden jährlich

[]

2338

zwey Jahrmärkte, an Margarätha, und Ka=
eharinatag
, und alle Donnerstag im Jahre,
einem Körner= und Viehmarkt abhalten zu
dörfen, allergnädigst erlaubet. Da nun den
1. Oktober damit der Anfang gemacht wird,
als wird solches jedermann zur beliebigen
Wissenschaft bekannt gemacht, und zugleich
erinnert, daß, wann an einen dieser Tagen
ein gebothener Feyertag einfallet, diese Jahr=
und Wochenmärkte, den folgenden Werktag
darauf das ganze Jahr hindurch werden ab=
gehalten
werden.

Verstorbene zu Wien.

Den 3. September. Jn der Stadt.

  • Niemand.

Vor der Stadt.

  • Hr. Anton Leger, jubilirter Arcier, alt 90 J. in
    der Leopoldst. N. 353.
  • Mathias Eichinger, Musikus, alt 60 J. am
    Neustift N. 58.
  • Kath. Schmid, Tischl. Wit. alt 58 J. am Spi=
    talberg
    N. 100.
  • Dem Leop. Weißhapel, Kramer, s K. Franz, alt
    1 J. im Lerchenf. N. 79.
  • Dem Georg Löfler, Krapfenbacker, s. K. Kath.
    alt 1 J. im Lichtent. N. 36.
  • Barb. Rading, ⟨B⟩ierschreib. Wit. alt 70 J. am
    Rennweg N. 21.
  • Dem Joh Grübl,hölz. Uhrmacher, s. K. Franz,
    alt 4 J. zu St. Ulrich N. 20.
  • Dem Joh. Prinster, Maurer, s. W. Franziska,
    alt 42 J. zu Gumpend. N. 75.
  • Dem Mich. Stutzinger, Maurer, s. K. Kath. alt
    8 J. zu Erdberg N. 217.
  • Dem Anton Semrath, Tischler, s. K. Andrä, alt
    1 J. in der Alsterg. N. 94.
  • Maria A. Waldenreiter, led gew. Handarbeit.
    alt 80 J. zu Erdberg N. 225.
  • Maria A Strobel, Wirthswit. alt 85 J. am
    Neudeggergr. N. 92.
  • Jakob Schmid, Tagl. alt 69 J. zu St. Ulrich N.13.
  • Joh. Kleber, Spengler, alt 26 J.
  • Martin Memauer, Bäckerjung, alt 18 J.
  • Barb. Ebner, led. Dienstm. alt 28 J.
  • Agnes Vogl, led. Dienstm. alt 22 J.
  • Hr. Joh. Schilling. herrs. Hofmeister, alt 34 J.
  • Regina Schneberger, led. Dienstm. alt 60 J. alle
    6 im allg. Krankenh.
  • Summa 19. Personen, darunter 5 Kind.

Den 4. September. Jn der Stadt

  • Dem Karl Vandlingen, gew. Kammerdien. s. W.
    Cath. alt 43 J. in der vord. Schenkenstr. N. 37.
  • Pe〈…〉 Zinzheimmer, Bindermeist., alt 64 J. hint.
    Hohenmarkt K. 463.

Vor der Stadt

  • Dem Hrn. Franz Hübner, k. k. Verpflegsoffiz.
    s Fr. Theresia, alt 34 J. auf d. neu Wied. N. 173
  • Anna M.Uniheuen, kais. pens. Reitkn. Wit. alt
    83. J. in der Alsterg. N. 43.
  • Joh. Mautner, Maurer, alt 35 J. in s. H. zu
    Erdberg N. 159.
  • Dem Jakob Heichler, bürg. Schlossermeist. s. W.
    Elis. alt 37 J. zu Gumpend. N. 22.
  • Dem Karl Gatter, bürg. Schlossermeist. s. W.
    Cath. alt 45 J. zu St. Ulrich N. 6.
  • Dem Niklas Thomas, bürg Fleischselch. s. K.
    Theresia, alt 2 J. in der Josephst. N. 34
  • Ant. Reisinger, k. k. Tabackgefällenamts Kanz=
    leydiener
    , alt 75 J zu Mariah. N. 63.
  • Dem Peter Spagat, herrs. Bedienter, s K. Joh.
    alt 1 J. auf der neu Wien N. 109.
  • Barb. Winkler, Schneid. Wit. alt 43 J auf der
    Windmühl N. 23.
  • Jos. Brand, Wollkämmer, alt 59 J. in der Leo=
    poldst
    292.
  • Joh. Heidl, Wollwäscher, alt 58 J. im Lichtent.
    N. 164.
  • Dem Georg Plank, Tagl. s. K. Anna, alt 3 J.
    am Neustift N. 22.
  • Paul Buchdallner, Schneider, alt 69 J. im Lich=
    tent
    . N. 11.
  • Mathias Königshofer, Tagl. alt 50 J. im Ler=
    chenf
    . N. 118.
  • Laurenz Eckelmann, Tagl. alt 50 J. auf d. Landstr.
    N. 241.
  • Dem Laurent Krauß, Tagl. s. K. Georg, alt 4 J.
    zu Mätzleinsd. N. 3.
  • Dem August Heß, Polizeysold. s. K. Theresia,
    alt 2 J. in der Alsterg. N. 142.
  • Simon Löhm, Hausknecht, alt 19 J.
  • Jos Leber, Bäckerj. alt 20 J. beede b. Barmh.
  • Jakob Prizia, Schlosser, alt 26 J.
  • Kath. Finck, led. Dienstm. alt 20 J.
  • Anna M. Hofbauer, led. Dienstm, alt 50 J. alle
    3 im allg. Krankenh
  • Justina Keck, Tagl. Wit. alt 60 J.
  • Kath. Fuchs, Tagl. Wit. alt 66 J.
  • Kath. Dirnberger, Schuhmach. Wit. alt 60 J.
  • Agnes Veigs, led. Dienstm. alt 31 J. alle 4 im
    Siechenh.
  • Summa 28. Personen, darunter 5 Kind.

Den. 5. September. Jn der Stadt

  • Dem Hrn Joh.Martschleger,k. k. Kameral=
    hauptbuchhalter
    .Raitoffizs. K. Elis. alt 7 J.
    in der Römerstr. N. 909.
  • Hr. Joh. Schulz, reis. Handelsm. alt 56 J. am
    Hof N. 238.
  • Dem Hrn Ant. Rieder, Hauptm. k. k. Schif=
  • Vor der Stadt.
[]
  • amt, s. K. Eleonora, alt 1 J. am Stozischengr.
    N. 10.
  • Dem Jakob Heibl, Schauspieler, s. K. Antonia,
    alt 1 J. auf der neu Wieden N. 260.
  • Dem Karl Habel, Kleinuhrmach. s. W. Susan=
    na
    , alt 36 J. in s. H. im Lerchenf. N 206.
  • Dem Jos. Pilgram, bürg. Schuhmach. s. W.
    Theresia, alt 36 J. in der Josephst. N. 107.
  • Dem Laurenz Steinbacher, gew. Wirth, s. W.
    Mar. Anna, alt 24 J. zu St. Ulrich N. 38.
  • Maria A. Arbeshueberin. led. Pfründlein, alt
    69 J. am Hungelgr N. 32.
  • Dem Georg Kerschbaum, Maurer, s. K. Elis. alt
    2 J. im Lerchenf. N. 23.
  • Dem Joh. Schlipfinger, herrs. Kutscher, s. K.
    Jos. alt 4 J. auf der Wieden N. 272.
  • Mich. Ritzengruber, Schuhmacher, alt 71 J. zu
    Reinprechtsd. N. 16.
  • Der Kath. Fellner, Soldat. Wit. i. K. Joh. alt
    2 J. in der Alsterg. N. 43.
  • Dem Mich. Rauch, Tagl. s. K. Barb. alt 1 J.
    im Lichtent N. 176.
  • Dem Math. Manzenreider, Schifkn. s. K. Joh.
    alt 7 J. in der Rossau N. 18.
  • Andrä Chmil, alt 26 J.
  • Joh. Posch, alt 22 J. bede Gem. im Militärspit.
  • Hr Alexius Purger, k. k. Oberlietn. ꝛc. alt 37 J.
  • Magdal. Rogner, Webers⟨t⟩. alt 9 J.
  • Paul Bauernfeind, Tagl. alt 57 J.
  • Anna Leutner, led Handarbeit. alt 69 J.
  • Theresia Hierhager, led. Dienstm. alt 25 J. alle
    5 im allg. Krankenh.
  • Summa 21 Personen, darunter 9. Kind.

Den 6. September, Jn der Stadt.

  • Hr. Phil. Jak. Bock, Philosoph. u. Mediz. Dr. ꝛc.
    alt 66 J. auf der Sailerst N. 1374.
  • Den Hrn. Joh. Jos. Edler v. Pelser, wirkl. k. k.
    Hofrath b. d. ob. Just⟨izst⟩. s. Hr. S. Jos. alt
    23 J. in s. H. am Peter⟨spl⟩. N. 556.
  • Dem Hrn. Mich. v.Wlassies, Hofrath b. d. kön.
    ungar. u. siebenb. Hofkanzl. s. Fr. Gemahlin
    Josepha, geb. Redl v. Rottenhausen, alt 32 J.
    am Franziskanerpl. N. 949
  • Joh Huglmann, bürg Schneidermeist. alt 58 J.
    im tiefen Graben N. 361.
  • Dem Joh. ⟨R⟩ößner, Friseur, s. W. Kath. alt 46 J.
    im Judeng. N. 500.

Vor der Stadt.

  • Thomas Huber, gew. bürg. Schuhmacher, alt
    74 J. in der Leopoldst. N. 247.
  • Dem Hrn. Anton Bonninger, bürg. Handelsm.
    s. K Anna, alt 2 J. an der Laimgr. N. 17.
  • Dem Joh Lang, bürg. Schuhmacher,s K.⟨The.=
    resia
    , alt 3 J. am Neubau N. 104.
  • Dem Philipp Redl, bürg. Schneidermeist. s. K.
  • Anna, alt 2 J. auf der neu Wien N. 86.
  • Dem Andrä Fortin, Vergoldter, s. K. Elis. alt
    3. J. am Getraidm. N. 37.
  • Dem Joh. Artner, Schneider, s. K. Barb. alt
    1 J. am Spitalberg N. 98.
  • Dem Laurenz Eisensperger, Zischmenmach. s. K.
    Rosalia, alt 2 J. am Neubau N. 122.
  • Barb. Rauch, Bedient. Wit. alt 74 J. in der
    Josephst. N. 26.
  • Jos. Czadeck, Gem. alt 21 J.
  • Sebast. Froger, gem. Jnvalid, alt 67 J. beede im
    Militärspit.
  • Mathias Gemeiner, Tagl. alt 60 J.
  • Josepha Diettrich, Maurersw. alt 40 J.
  • Theresia Todt, led. Dienstm. alt 23 J. alle 3 im
    allg. Krankenh.
  • Joh. Seib, bürg. Schneidermeist. alt 79 J im
    Siechenh.
  • Summa 19. Personen, darunter 6. Kind.

Verlohrne Bankozettel.

Es hat jemand auf dem Wege von dem
Gasthofe zur heil. Dreyfaltigkeit bis in die
Singerstrasse ein Bankozettel von 50 fl. ver=
lohren
. Der redliche Finder wird ersucht,
gegen ein Rekompens von 2 Dukaten dasselbe
in das deutsche Zeitungskomptoir zu über=
bringen
.

Verlohrne Uhr.

Sonntags den 6. September ist Abends
zwischen 8 und 10 Uhr entweder auf dem=
Burgbasteyplatz bey der Limonadehüte, oder
auf dem Wege von da über die neue Brücke,
den Burgplatz, Michaelerplatz, Kohlmarkt,
Graben, dann über den Graben wieder zurück
bey dem Paulerthor vorbey unter die Tuchlau=
ben
bis zu dem Haus beym Aug Gottes eine
goldene g⟨tl⟩ochirt=kolerirte Frauenzimmeruhr
mit zwey Gläsern, sammt einer goldenen
Kette mit einem blau emaillirten Mittelstück,
und einem goldenen ordinären Schlüssel ver=
lohren
gegangen Die Uhr hat in der Mitte
einen kolorirten kleinen Vogel, und auf dem
Uhrplatt stehet Paris, auf der blauen Emaille
der Uhrkette ist ein Blümel emalliret. Wer
diese Uhr sammt Ketten gefunden hat, wird
ersuchet, selbe unter die Tuchlauben in das
Haus beym Aug Gottes im 2. Stock gegen
gute Rekompens zu bringen.

Dienstsuchender.

Aus Mangel der Bekanntschaften schlägt
ein lediger Mensch, der zwar in Diensten
steht, die aber seinen Fähigkeiten nicht an=
gemessen
sind, den Weg der öffentlichen Kund=

[]

machung ein, vermög welcher er suchet bey
ein oder anderer hohen Herrschaft als Buch=
halter
, Wirthschaftsbeamter, oder sonst auf
eine anständige Art in einer Kanzley ange=
stellet
zu werden. Er verspricht auch demje=
nigen
, welcher ihm einen bessern Dienst, als
er dermal hat, verschaffet, nach Proportion
eine ansehnliche Belohnung. Uebrigens giebt
von seinem Aufenthalt das löbl. Zeitungs=
komptoir
Auskunft.

Schneider sucht Dienste.

Jemand wünscht bey einer Herrschaft als
Frauenschneider zur Garderobe, oder auch
zum Zimmerdienst angestellt zu werden. Er
besitzt nebst der deutschen, auch die pohlnische
Sprache, und ist auch willens auf Reisen zu
gehen. Das mehrere ist zu erfragen auf der
hohen Brücke auf der Schneiderherberge.

Anzeige.

Da der königl. Preussische Gesandte Graf
v. Podevils in seinen eigenen Angelegenheit=
ten
einige Monathe auf Urlaub von hier nach
Berlin abgehet. So ersuchet er hierdurch je=
dermänniglich
mit ihren etwa habenden For=
derungen
, spätestens bis 13. dieses Monats
bey ihm in dem gräflich Gundacker= Stah=
rembergischen
Haus unter den Tuchlauben zu
melden.

Knaben in die Kost.

Ein sehr honnetes Haus ist gesonnen, ei=
nen
, höchstens zween Knaben in die Kost zu
nehmen, welche nebst Kost und Wasch, auch
den Unterricht in der französischen Sprache,
und im Tanzen von besondern Lehrmeistern
erhalten können. Da nicht mehr Kostkinder
angenommen werden, so kann man die beste
Aufsicht und einen geschwindern Unterricht,
als wenn viele beysammen wären, verspre=
chen
. Nähere Auskunft ist im Zeitungskom=
toir
in der Singerstrasse einzuhollen.

Die Firma der Bürgsteiner Fabrike
betreffend.

Allen Herren Haupt= und andern Verle=
gern
, Kauf= und Handelsleuten, und dem
gesamten Publikum, wird hiemit bekannt ge=
macht
, daß die zu Bürgstein im Leutmeritzer=
und Stubenbach im Prachinerkreise unter der
Vereinigung bestandene Fabriken May, Rasch,
und Kompagnie, so seit langen Jahren her
nur ein angenommener Name gewesen, vom
30. September d. J. nunmehr aufgehoben,
und vom 1. Oktober den Namen des Eigen=
thümers
, Herrn Philip Grafen v. Kinsky, an=

nehmen und führen werden. Die Leit= und
Führung dieser Fabriken stehet unter einem
Oberdirektor und dreyen Beamten, nämlich
dem Buchhalter, Journalisten zugleich Kon=
zipisten
, und dem Kaßier. Jene Herren Ver=
leger
, Kauf= und Handelsleute, so sich um
Bestellung der ächten Spiegel, Leinwand, zum
Theil Kotton= und Tüchel=Druckereyen, Wax=
Leinwand, Bett= und geschürleten Barchet=
waaren
dahin zu verwenden belieben wollen,
haben ihre Briefe unter der Addresse: "Gräf=
"lich

"lich Philip Kinskische Fabriken Oberdirek=
"zion

"zion zu Bürgstein" abzuschicken, und dabey
versichert zu leben, daß in Hinkunft eine bes=
sere
und schleinigere Bedienung, als bisher
geschehen, geleistet und vollzohen werden wird.

Nachricht.

Den 25 ten Juny 1787 wurde von Seiten
der Herren Fries und Kompagnie in Wien ein
Plan öffentlich herausgegeben, um fl. 175000
Kapital in 350 Aktien, jede Aktie zu fl. 500,
zu Errichtung einer Zuckerraffinerie in König=
saal
zu erheben. Der Erfolg dieser Unterneh=
mung
schon in ersten Jahr, und der weite
Umfang des Gebäudes veranlaßte uns vermög
einem neuen, den 1ten August 1788 bekannt
gemachten Plan, diese Raffinerie mit andern
vier Kesseln, und folglich durch Erschaffung
von 450 neue Aktien mit einem Kapital von
fl. 225000 zu vergrößern, welches zusammen
ein Kapital von fl. 400000 in 800 Aktien be=
stehend
, ausmacht. Das besondere Verlangen
des Publikums nach solchen Aktien, ungeach=
tet
das Kapital schon vollzählig war, nebst der
von Jhro Majestät dem Kaiser den Landesraf=
finerien
verliehenen neuen Begünstigung durch
Auslegung einer höhern Mauth von fl. 2 per
Centner auf die Hamburger Zucker, haben,
den Verschleis unserer rafinirten Zucker der=
gestalt
vermehret, daß diese für jenen kaum
hinlänglich sind. Wir müssen daher bedacht
seyn, immer mehrern Vorrath von rohen Zu=
ckern
auf dem Wege und in unsern Vorraths=
behältnissen
zu haben, und finden deswegen
mit Einverständniß und Bewilligung der Her=
ren
Fries und Kompagnie fürgut, unser Ka=
pital
noch mit fl. 100000 durch Erschaffung
anderer 200 Aktien von Nr 801 bis 1000
zu vergrößern, vermittelst welcher das ganze
Kapital fl. 50000 seyn wird; alles zu den
nämlichen in oben angeführten Planen bekannt
gemachten Bedingungen. Diese 200 Aktien
sind bei Herren Fries und Kompagnie in Wien
niedergelegt, wo man deren so wie bei Her=
ren
BallabeuelKompagnie alhier, oder

[]

bei uns selbst gegen Bezahlung der Hälfte
baar, und die andere Hälfte in drey Monat,
erlangen kann. Die Besitzer derselben erhe=
ben
〈…〉 jährliche Zinsen, mit jedem
halben Jahr, nämlich, den 1. Jäner und 1.
July 1790 zahlbar, und erhalten zugleich den
Dividend, der bei dem Bilanz künftiges Jahr
heraus kommen wird. Diejenigen Liebhaber,
welche diese Eröffnung benützen wollen, wer=
den
wohlthun, sich in Zeiten mit dergleichen
Aktien zu versehen, um der bekannten Vor=
theile
zu genießen, welche das Werk hoffen
läßt, und weil in Zukunft keine Aktien mehr
errichtet werden; auch die Anzahl jener 200
bald angebracht seyn wird. Prag den 1ten
Septem. der 1789.
Die Direktoren der k. k. privilegirten
Raffinerie von Königsaal.
J. v. Sauvaigne. J. Schoffo.

Neue Glasfabrike.

Mit allerhöchster Bewilligung ist auf dem
dem Herrn Anton Mauritz Böhm gehörigen
im Czaslauerkreise in Böhmen liegenden Gut
Koschetitz eine neue Glasfabrike errichtet wor=
den
, bey welcher, nebst allen gewöhnlichen
Glasgattungen, auch verschiedene zu mecha=
nischen
Künsten erforderliche Kunstgläser mit
den besten Eigenschaften erzeuget werden. Es
wird daher jedermann, dem daran gelegen,
mit der Versicherung kund gemacht, daß man
jede Bestellung, wozu man Muster und Vor=
schrift
unter nachstehender Addresse einzusen=
den
bittet, schleunigst in Erfüllung bringen,
und den Abnehmern alle mögliche Zufrieden=
heit
leisten wird.
Jakob Zieggrosser, Faktor
in der k k. priv. Glasfabrike,
überJglau
und Seeland
zu
Koschetitz
in Böhmen.

Nachricht von Wein= und Liqueurproben.

Bey Mauritius Steiner, k. k. priv. Kunst=
uhrmacher
, wohnhaft in der Josephstadt bey
den zwey grünen Bäumen nächst den Piari=
sten
Nr. 113 im 2ten Stock Nr. 22., sind sehr
kompendieuse Liqueurproben, die zu allen flüs=
sigen
Körpern zu gebrauchen sind, das Stück
tur 3 Dukaten zu haben. Diese Probe be=
steht
in einer runden vergoldeten Kugel, mit
einem 1 1/2 Zoll langen Röhrlein; in oder
auf das Röhrl werden die Grangewichter
gesteckt, welches Grangewicht nach Muschen=
brockischer
Eintheilung ist abgeglichen wor=
den
. Diese Probe in ihrem Futeral ist sehr

bequem in der Tasche auf Reisen bey sich zu
tragen. Auch sind nach nämlicher Muschen=
brockischer
Eintheilung derley Proben von
Glas das Stück für 3 fl. zu haben. Jhr
Gebrauch ist hauptsächlich um die Güte des
Branntweins, Weines und Weinmostes zu be=
stimmen
. Die Beschreibung nebst Tabelle,
wo besonders eine den Grad der Güte des
vorjährigen Weinmostes einiger um Wien
liegenden Ortschaften enthält, geben den wei=
tern
Unterricht zum Gebrauch.

Naxhricht wegen Weinen.

Die fürstlich Lichtensteinische beträchtliche
Kellnerey zu Wilfersdorf, Poysdorf, Felds=
berg
und Rabensburg sind durch wirksame
Anstalten nunmehr in einen solchen Stand
versetzet, daß durch die Veräußerung der
weniger haltbaren, und denen Käufern mei=
stens
anstössigen Zehendweine nur reine und
keiner Ausstellung unterliegende Weine der
Jahrs Gewächsen 1760, 61, 68, 71, 72, 74
75, 79, 81 bis 88 vorhanden sind. Dem un=
geachtet
sind auch die Preise, besonders der
älteren Weine merklich herabgesetzet worden,
und um den Kauflustigen Zeit und Mühe zu
ersparen ist der fürstl. Jnspection die unbe=
schränkte
Vollmacht eingeraumet worden, die
diesfällige Weinverkaufsverträge ohne weiterer
Anfrage abzuschliessen. Kauflustige belieben
sich demnach an besagte fürstlich Aloys Lich=
tensteinsche
Jnspection zu Wilfersdorf zu ver=
wenden
, und werden vorläufig die Bedingnisse
dahin bekannt gemacht, daß a) jedermann
frey stehe, die Weine selbst auszukosten, und
die ausgekostete in beliebiger Eimeranzahl zu
verlangen. b) Daß der Kaufer bey Schlies=
sung
des Vertrages blos eine verhältnißmäßi=
ge
Darangabe bey der Jnspection zu leisten,
die weitere Abzahlung aber nur für so viel
zu leisten habe, als er von dem erkauften
Wein jedesmal abführen wird. c) Daß die
sogestaltige gänzliche Abfuhr der erkauften
Weine auch auf 3 bis 4 Monate von dem
Käufer ausbedungen werden kann. Auf
nämliche Art ist auch ein vortreflicher Essig,
der Eimer für 4 fl. 30 kr. Eimer Faß und
auch 100 Eimerweis zu Wilfersdorf zu haben.

Billard zu verkaufen.

Jm Prater beym Josephberg sind ⟨z⟩wey
neue Billard von der schönsten Grösse zu ver=
kaufen
. Die Liebhaber hiezu können solche
zu allen Stunden sehen.

Forte piano.

Es ist in der Kärntnerstrasse im Stürmi=

[]

schen Haus Nr. 933 im zweyten Stock bey
Herr ⟨B⟩ourgeois in grosses sowohl im Ton
als allen übrigen Eigenschaften wohl ausge=
arbeitetes
Forte Piano zu verkaufen, für
welches der Eigenthümer Jahr und Tag gut
zu stehen sich verbindlich macht.

Neu angekommene Mineralien verschie=
dener
Gattungen zu verkaufen.

Darunterbefindensich Bergstuffen von
seltener Schönheit und Arten. Liebhaber
können sich des mehreren am Stockameisen=
platz
Nr. 1093 des dem Hauseigenthümer
im ersten Stock täglich von 9 Uhr früh be=
liebig
anmelden.

Nachricht.

Bey Jodok Weiß, burgerl. Buchbinder am
neuen Markt Nr 1102sind zu verkaufen.

In Folio.

Hugo Grotius jure belli & pacis, cum com-
ment
. & notis grenovii, Ultrajecti 1696.
Exemplar splendidum 4 fl. 30 kr.

Hübners genealogische Tabellen, Leipz. 1719-
3⟨3⟩

3⟨3⟩. 4 Theile 6 fl 40 kr.

⟨S⟩cotti cursus mathematicus, Francof. 1699.
cum fig. 3 fl.

Nr. 4 9. Weingarten Beschreibung der Mo=
narchie
Oesterreichs Prag 1673. 2 Theile
mit Kupfern 3 fl.

441. Mong⟨itori⟩ monumenta historica S Do-
mus
Mansionis SS Trinitatis militaris Or-
dinis
Teutonicorum, Panormi 1721. 3 fl.

453. Besleri gazophilacium rerum naturalium
e regno vegetabili, animali & minerali,
Lipsiæ 1716. cum fig 3 fl.

457. Jacobo mu〈…〉um regium rerum natura=
lium
& ⟨artifi⟩cialium Daniæ, Hafniæ 1699.
cum fig 4 fl. 30 kr.

460 Bizarii rerum persicarum historia, Franc.
1601. 3 fl.

461. Lowenklau türkische Geschichte, Frankf.
1595. 2 fl

462. J〈…〉astoni historia rerum Brittanicarum,
Amstel 1655 3 fl. 30 kr.

468.Dignitas reipublica genuensis, Genuæ
1645 1 fl.

473. Cufpinia⟨nus⟩de cæsaribus &⟨imp⟩-
bus
ejusdem Austria, Francof. 1601 3 fl 30

476. Kranzii Dania, Suebia, Norvegia, cum
⟨〈…〉 belli historia. Frcf. 1575. 3 fl. 30

479. Ly〈…〉 memorabilia,
⟨〈…〉 1555 2 fl. 30 kr.

480. Baumann volontarium imperii consor-⟩⟨tium inter Fridericum Austr. & Ludovicum
〈…〉

481. Origo, Progressus & Memorabilia Ec-
clesiæ
Cæsareæ S. Augustini, Viennæ 1 fl.

484. Origo, Progressus & Eversio Monaste-
riorum
ordinis Cisterciensis in Bohemia,
Vien. 1647. cum fig. 3 fl.

498. Pontana Bohemia pia, Frcf. 1608. 3 fl. 30

499. Hanselmanns Beweis, wie weit der =
mer
Macht in die Ostfränkische Lande einge=
drungen
, Halle 1768. mit Kupf. 2 fl. 30 kr.

500. Protestationes regis Hispaniarum, con-
tra
Potestatem domus Austriacæ, cum re-
sponionibus
1741. 3 fl.

502. Balbini historia de ducibus ac regibus
Bohemiæ, Pragæ 1735. cum fig. 3 fl.

505. Erbhuldigung Caroli VI. Wien 1712
mit Kupfern 1 fl. 30 kr.

507. Erbhuldigung M. Theresiæ,. Wien 1740.
mit Kupfern 1 fl. 30 kr.

517. Bellii Hungariæ antiquæ & novæ Pro-
dromus
; Norimb. 1753. cum fig. 3 fl. 30

518. De Noris opera varia, Lugduni 1707.
item historia pelagina 2 fl.

Jn der Fr. Chr. Zierchischen Buchhandlung
in der Singerstrasse im deutschen Hause
Nr. 865 ist zu haben:

Födransperg (A. E. v.) alphabetisches Regi=
ster
über alle 4 Theile seiner praktischen
Beobachtungen der allgemeinen Gerichts=
ordnung
, gr8. Wien 789. 15 kr.

praktische Beobachtungen über die all=
gemeine
Gerichtsordnung, 〈…〉 Theile samt
Register, gr8. 788-89. 3 fl.

praktische Beobachtungen über die all=
gemeine
Konkursordnung, gr8. 786. 40 kr.

praktische Beobachtungen über das Ver=
fahren
bey Abhandlungen der Verlassen=
schaften
, gr8. Wien 788. 40 kr.

alphabetischer Auszug aus der allge=
meinen
Gerichts= Konkurs= und Taxordnung,
gr8. 786. 27 kr.

Den P. T. Herren Pränumeranten auf
die deutsche Encyklopedie wird hiemit bekannt
gemacht, daß der 14te Band zu haben, und
gegen Vorhineinbezahlung des Pränumera=
tionspreises
auf den 15ten Band zu haben
sey. Für diejenigen, die sich nicht melden,
und ihre vorhanden liegende Bände nicht ab=
langen
lassen, wird ihre weitere Continuation
abgeschrieben werden.

Schauspiele von W. A. Jffland, 2ter Band.
8. Köln 788. 1 fl.

Don Carlos, Jnfant von Spanien, von
Schiller, 8 daselbst 788 1 fl.

Trauerspiele von F. Schiller, 1. Band, 8
daselbst 788, 1 fl. 30 kr.

[]

Kabale und Liebe, ein Bürgerl Trauersp. in
5 Aufz. von Schiller, 8. das. 788. 30 kr.

Das Bewußtseyn, ein Schausp. in 5 Aufz.
von W. A. Jffland, 8. das. 788. 24 kr.

Der Magnetismus, einMachsp.in einem Aufz.
von ebendemselben, 8. das. 788. 10 kr.

Liebe und Liebe, ein ländl. Schausp. in einem
Aufz. von ebendiesem, 8. das. 788. 8 kr.

Salzmann (Eh. G.) über die heimlichen Sün=
den
der Jugend, 8. Frankf. 788. 36 kr.

Keralio (M. v.) Geschichte der Königin Elisa=
beth
von England, 1. B. 8. Berl. 789. 2 fl. 15

Uiber Wahrheit und Jrrthum, ein nothwen=
diger
Nachtrag zu der Schrift über Auf=
klärung
, 8. Hamburg 788. 24 kr.

Wilhelm Sorgenfrey, oder die Folgen des
Romanlesens, 8. Hamburg 789. 12 kr.

Lebenszenen vielleicht aus der wirklichen Welt,
1ter Abschnitt, 8. das. 788. 24 kr.

Jester (Th. E) praktische Abhandlungen zur
Civil Baukunst, gr8. Königsberg 785 2. fl. 15

Anekdoten und Karakterzüge zur Veredlung
des Herzens, 8. Altona 788. 12 kr

Bey Christoph Peter Rehm,
k. k. priv. Buchhändler, unter den Tuchlauben
beym Aug Gottes vom Seitzerhof gegenüber
ist zu haben:

Zollikofers (G. J) Predigten, nach seinem
Tode herausgegeben, samt dessen Portrait,
5 Theile, gr8. 789. 3 fl. 54 kr.

Campe interessante und durchgängig abgefaßte
Reisebeschreibungen für die Jugend, 6ter
Theil, 8. 789. 30 kr. Alle 6 Theile zu=
sammen
3 fl.

väterlicher Rath für meine Töchter, 2
Theile, gr8. 789. 48 kr.

Kinderbibliothek, 5 Thle. 8. 789.
2 fl. 30 kr.

Leben und Schicksal des berichtigten Franz
Rudolph von Großing, eigentlich Franz
Mathäus Grossinger genannt, nebst der
Geschichte und Bekanntmachung der Ge=
heimnisse
des Rosenordens, 8. 789. 36 kr.

Stillings häusliches Leben; eine wahre Ge=
schichte
, 8. 789. 30 kr.

Gellerts sämmtliche Schriften, 10 Thle, 8. 4 fl.

Friedrich mit der gebissenen Wange, 8 Thle,
8. 789. 2 fl.

Friedrichs II hinterlassene Werke, 15 Thle,
8. 789. 7 fl. 30 kr.

Ueber den Umgang mit Menschen, von A.
Fr. v. Knigge, 2 Theile, 2te verb. Aufl.
8. 789. 1 fl. 15 kr.

NB. Dieses Buch wird keiner weitern
Empfehlung bedürfen, wenn man ohne

Jnteresse sagt, daß es von jedem Menschen
verdient gelesen zu werden.

Kleine Erzählungen für Kinder von einem
Kinderfreunde, 3 Theile. 8. 789. 1 fl. 30 kr.

Hermes Handbuch der Religion, 2 Thle, 8.
788. 2 fl.

Müllers Geschichte Carl v. Burgheim, 4 Thle,
8. 2 fl. 30 kr.

Werthers Leiden, 2 Thle, 8. 789. 30 kr.

Sanders (H.) Morgenstunden für gute Chri=
sten
, 8. 789. 20 kr.

über die Güte und Weisheit Gottes,
8. 788. 40 kr.

über Natur und Religion, 2 Thle, 8. 1 fl.

Erbauungsbuch zur Beförderung wahrer
Gottseligkeit, 8. 788. 36 kr.

Richters chyrurgische Bibliothek, 3 Theile,
8. 789. 4 fl.

Bey Joh. Georg Mößle,
k. k. privil Buchhändler auf dem Graben
in dem Hrn. Hofrath v. Kollerischen Hause
Nr. 1174 ist nebst sehr vielen andern
Büchern zu haben:

Fünfzehnter Band vom
Handbuch aller unter der Regie=
rung
des Kaisers Joseph II. für die
k. k. Erbländer ergangenen Verord=
nungen
und Gesetze, in einer syste=
matischen
Verbindung, enthält die
Verordnungen und Gesetze vom Jah=
re
1788. gr8. Wien 789. 3 fl. 30 kr.

Verwunderlicher englischer Wahrsager,
oder ausführliches Prognosticon des
Jahrs 1790, worinn das Kriegswe⟨h⟩
zu Land und See, nämlich aller
kriegsführenden Theile, Feld u See=
treffen
, Siege und Niederlagen,
Glück und Unglück, auch andere ver=
muthliche
Zufälle; samt der aller=
neuesten
Genealogie jetztlebender al=
lerh
. Standespersonen,verinund
genauverbder Welt vor Augen ge=
legt
werden, und zwar das 99ste=
mal
, Augsburg. Gebunden 30 kr.

Gegründeter Beweis, daß die Einfüh=
rung
der neuen Grundsteuer 1. den=
Unterthanen sehr nachtheilig, 2. den
Grundobrigkeiten wenig, jedoch in
Mähren mehr als in andern Län=
deren
schädlich, 3. dem Staate aber

[]

höchst schädlich ist, 8. Brünn 1789.
15 kr. gebunden 18 kr.

Vollständige Anleitung zur allgemei=
nen
Landwirthschaft, nach allen ih=
ren
Theilen und Umfange von ei=
ner
der Oekonomie beflissenen Gesell=
schaft
für das allgemeine Wohl des
Vaterlandes herausgeben, 8. Brünn
1789 5 Bände in 6 Theilen. Handelt
von Pflanzen, vom Acker und Wiesenbau,
von dem Bau der Futterkräuter und Forst=
baue
, vom Wein und Gartenbaue, von der
Viehzucht, vom Federvieh, Fischen und Bie=
nenzucht
; hat 161 Bogen, und wird wegen
der Gemeinnützigkeit um 2 fl. gegeben.

Bey Gräffer dem Jüngern,
Buchhändler am Michaelerplatz Nr 133.
ist zu haben:

Zweyter Band des politischen Codex,
oder wesentliche Darstellung sämmt=
licher
die k. k. Staaten betreffen=
den
Gesetze und Anordnungen im
politischen Fache; praktisch bearbei=
tet
von Jgnaz de Luca, 8. Wien
1789. 1 fl 30 kr. Beyde Bände
3 fl. mit allerhöchster Genehmhaltung.

Kerndel (J. L.) praktischesche Abhandlung
über die einfachste und sicherste Heil=
art
des Trippers, 8. daselbst 1789.
Diese gut geschriebene und sehr nütz=
liche
Piece kostet 12 kr.

Plan von Belgrad, wie es von der k. k. Ar=
mee
unter Kommando des Prinzen Eugen
im Jahr 1717 belagert wurde, 10 kr.

Leben und Thaten des Prinzen Eugen, im
Auszuge mit Kupfern, 8. Nürnberg 1739.
1 fl. 30 kr.

Karte vom Temeswarer=Bannat, vom Hrn.
le Maire, sehr schön gestochen und illumi=
nirt
1 fl.

Lisuart de Grece,Roman de chevalerie,
ou 〈…〉 d'Amandis de Gaule par Mr. de
Mayer, 5 Tomes, 12. Paris 788. 5 fl.

Cleopatre Roman historique, fig. 3. Tom.
8. Paris 789. 3 fl.

de la Monarchie Prussienne, par Mr. le
C. de Mirabeau, 8 Vol. gr8. avec l'Atlas
in Fol. Londres 788,. 27 fl

Aurelia la vie du grand Monde, 2 vol.
8. Paris 789. 2 fl.

Pauline de 〈…〉, ou 〈…〉 Cor-

respondance familiere, 8. Geneve 788.
1 fl. 15 kr.

Coraly & Zamore, ou les illustres Ameri=
cains
, 2 parties, 8. Paris 789. 1. fl. 40 kr.

Jn der J. B. Hörlingischen Buchhandlung
in der Bognergasse Nr. 220 neben dem To=
denkopf
sind nebst vielen andern Büchern,
auch nachstehende zu haben:

Sichere, leichte und auf Erfahrung gegründete
Art, sich selbst ohne grosse Kosten und ohne
Hülfe eines Artes von den verschiedenen Ar=
ten
der Gonorrhoe oder Tripper zu heilen,
für das männliche und weibliche Geschlecht,
nebst den venerischen Recepten und des neu=
erfundenen
antivenerischen Mittels von G. le
Bar. Febure ꝛc. Zweite vermehrt und verbess.
Ausgabe,b. d. Franz. von G. v. E. r.
8. 789. geheft 12 kr.

Herrn Abts Racine Kirchengeschichte. A. d.
Franz. nach der neuen, mit einigen Anmer=
kungen
und Zusätzen vermehrten Ausgabe.
X. Theil, welcher enthält das Ende des
vierzehnten, und den Anfang des fünfzehn=
ten
Jahrhundertes. gr. Wien 1789 1 fl.
30. kr. blausteif 1 fl. 37 kr. alle 10 Bände
Pränumerationspreis 10 fl.

Die Herrn Pränumeranten belieben diesen
Band, der besonders wegen der Geschichte
der Koncilien zu Kostnitz und Basel merk=⟩⟨würdig ist abermals gegen ihre in Händen
habenden Scheine abholen, und sich auf den
11ten in meiner Handlung mit 1. fl. gefäl=⟩⟨ligst vormerken zu lassen.

Neues Militairisches Journal, 1sten Bandes
3tes, und 2ten Bandes 1tes Stück, mit
Kupfern, 8 Hanover 789. 1 fl. 48 kr.

Beyers (J. R. G) allgemeines Magazin für
Prediger, nach den Bedürfnissen unserer
Zeit, 1sten Bandes 3tes Stück, gr8. Leip=⟩⟨zig 789. 24 kr.

Wells. (J. J. v.) kurzverfaßter Gründe zur
Pflanzenlehre, als ein zur Naturgeschichte
unumgänglich nöthiger Theil, gr8. Wien
785. 39 kr.

methodische Einleitung mineralischen Kör=⟩⟨per, 〈…〉 Vorlesungen, mit
4 Kupfertafeln, gr8. Wien 786. 1 fl. 15. kr.

⟨〈…〉 Erklärungen der sonn=⟩⟨täglichen Evangelien in Schulen, zum Gebrau=⟩⟨che 〈…〉, 3. Bände, gr8. 788.
4 fl. 30 kr.

Rache aus Liebe, ein original Trauerspiel,
⟨〈…〉 8 Wien 789. geheft
〈…〉

[]

Pferde.

Jn der Annagasse in dem Hause Nr. 1022
sind zwey braune Wallachen, Gestüttpferde,
täglich für billigen Preis zu verkaufen, und
ist das mehrere bey dem Hausinspektor zu
erfahren.

Pferde.

Beym schwarzen Adler in der Leopoldstadt
sind täglich zwey sehr schöne Wagenpferde
zu verkaufen.

Caffeehaus in Bestand.

Jn einer nahe an der Stadt liegenden
Vorstadt ist ein Caffehaus mit zwey Billard
samt übriger dazugehörigen Einrichtung auf
künftige Michaelizeit zu verlassen, und sich
deshalb im deutschen Zeitungskomtoir zu er=
kundigen
.

Wohnungen zu verlassen.

Jn der Teinfaltstrasse Nr. 71 sind folgen=
de
Wohnungen, als der ganze 2te Stock mit
8 Zimmern, 1 Kuchel, dann Stallung auf
4 Pferde, und Heugewölb, weiters im 4ten
Stock eine Wohnung mit 4 Zimmern, ein
Kammerl und 1 Kuchel; im 5ten Stock 2
Kämmer, und endlich ein Hauptkeller täglich
zu verlassen, und ist sich diesfalls bey dem
Hausmeister alda anzumelden.

Haus zu verkaufen.

Jn der Stadt ist täglich ein Haus 4 Stock
hoh, welches erst von fünf Jahren neu er=
bauet
worden, zu verkaufen. Weitere Aus=
kunft
erhält man im deutschen Zeitungs=
komtoir
.

Häuser zu verkaufen.

Jn dem Markte Stockerau ist die durchaus
gut gebaute burgerl Behausung Nr. 165,
worauf bis hieher das Lederergewerb betrie=
ben
worden, nicht minder das Kellerhaus
Nr. 45, samt hiebey befindlichen Jnnleutzim=
mern
, dann ein Antheil Holz in der Au, all=
täglich
zu verkaufen. Die Kauflustige zu ein
so anderen können sich sowohl des Kaufschil=
lings
, als der Kaufsbedingnisse halber bey
dem in Nr. 165 in Stockerau wohnenden
Eigenthümer erkundig⟨en⟩.

Landwirthschaft zu verkaufen.

Jn Jnzersdorf am Wienerberg ist der Hof
Nr. 25 mit allen dazugehörigen Aeckern und
Wiesen, und dabey befindlichen Wirthschafts=
Pferden, Wagen, Pflügen, Kühe, Schwein
und Gestlügelvieh ꝛc. gegen leidentliche Ter=
mine
täglich zu verkaufen, und sich deshalb

in Wien am Graben in dem Kaufmannsge=
wölbe
zu den drey Mohren zu erkundigen.

Handlung zu verkaufen.

Jm Marggrafthum Mähren in der königl.
Kreisstadt Ungarisch=Hradisch ist eine wohl
eingerichtete Schnittwaaren=Handlung beym
goldenen Kreuz, mit einem wohl sortirten
Waarenlager von gold und silbernen Borden,
Spitzen, allerhand kurrenten Seidenartikeln,
dann wollenen Zeugen, Tüchern, Molton,
Rattin, Cottons, Leinwand, Blond und Zwirn=
spitzen
, spanischen Röhren, Weinreben, und
lakirten Stöcken, allerhand Knöpfsorten, Hand=
schuhen
, und andern zur gemischten Hand=
lung
geeigneten Erfordernissen, mit oder ohne
Grundstücken, als Wiesen, Weingärten, Kel=
lern
, Preßhaus, gegen baare Bezahlung, oder
in festzustellenden Zahlungsfristen, gegen Si=
cherstellung
der Terminen oder annehmlicher
Caution zu verkaufen; die Kauflustigen haben
sich an das Comtoir des Jnhabers derselben
nach Ungarisch=Hradisch Nr. 177 unmittelbar
wegen der weitern Bedingnisse und convena=
beln
Einverständniß zu verwenden.

Erinnerung.

Daß die über das Vermögen, des verstor=
benen
bürgerl. Schifmeisters Paul Tiefengra=
bers
seel. vermög Verordnung des löbl. Stadt=
magistrats
dd. 3. Juny 1789. wieder au⟨f⟩ge=
hoben
, und dessen Gläubiger vollständig be=
friediget
worden sind.

Nachricht.

Von der Kanzley der Stiftherrschaft Schot=
ten
: Nachdem jener Grund, welcher auf den
Schottenfeld zwischen Martin Küwer, und
Kaspar Klinghofer lieget, bis auf diese Stund
zum grösten Nachtheil benannten seiner zwey
Nachbarn noch nicht eingeplanket, viel weni=
ger
ein Haus darauf erbauet worden, so wird
dem allfälligen Eigenthümer desselben die Erin
nerung gemacht daß er diesen seinen Grund
von heut über 4 Wochen, das ist, bis 7. Oc=
tober
d. J. mit einer aufrechten Planken um=
geben
haben müsse; wie im widrigen Fall er=
wähnter
Grund ohne weiteren an einen ande=
ren
Käufer veräußert werden soll.

Licit. Bücher.

Jm grossen Federlhof Nr. 627 im ersten
Stock werden am 14. September und fol=
gende
Täge, Bücher und Landkarten ver=
schiedenen
Jnhalts und mancherley Sprachen
öffentlich licitando verkauft werden. Die Ka=
talogen
sind an dem Orte des Verkaufs, und

[]

in der Johann Paul Krausischen Buchhand=
lung
am Michaelsnlatz Nr. 1183 zu haben.

Licit..Effekten

Den 14. dies werden auf Verordnung der
löbl. k. k. ni. öst. Landrechten ein der ⟨Kru=
gerstrasse
im Hofwagnerischen Haus Nr. 1045
im 2ten Stock zu den gewöhnlichen Vor= und
Nachmittagsstunden verschiedene Fahrnisse,
als gold= und silberbordirt= und un⟨b⟩ordirte
Mannskleider, derley Leibwäsche, wie auch
Spiegel, Soffen, Sessel und Kästen, dann
Mineralien und Bergstuffen, licitando verkauft.

Licit. Effekten.

Mit Verwilligung einer hochlöbl. ni. öst.
Landesregierung werden den 15. dies und fol=
gende
Täge in der Dorotheergasse im Bren=
nerischen
Hause Nr. 1145 gold. und tomba=
cken
Sackuhren, gute Pe⟨i⟩l, etwas Silber
und Galanterien, nicht minder gestickte und
bordirte, sammetene, tüchene, und zeugene
Mannskleider sondern auch broschirte, at=
lassene
, grosdekourne, tafetene, batafene,
zitzene, musselinene und kottunene Frauenklei=
der
, derley Pelze, übertragene Niederländer=
und Blondspitze, Leib, Tafel und Hauswä=
sche
, etwas Porzelain, Spiegel, Soffen,
Sessel, hartfournirte Schublad und Aufsatz=
kästen
, derley Tische, ein halbgedecktes Pie=
rutsch
auf Federn, dann Bettgewand, Ku=
pfer
, Zinn und andere Geräthschaften lici=
tando
verkauft.

Licit. Pferd und Wägen.

Von dem k. k. ni. öst. Merkantil= und Wech=
selgericht
wird hiemit bekannt gemacht: daß
den 15. und 29. September, dann 13. Ok=
tober
früh um 9 Uhr auf dem Salzgries beym
weissen Wolfen in der Au Nr. 441 ein 2si=
tziger
Reisewagen, ein sogenanntes Bothen=
kalleß
, ein 2sitziger Schwimmer, und 3 Stück
Pferde, versteigerungsweis werden hindan=
gegeben
werden, und falls 〈…〉 Wägen und
Pferde weder bey dem ersten, noch zweyten
Termin um den Schätzungsbetrag, oder dar=
über
an Mann gebracht werden könnten, die=
selben
bey dem dritten Termin auch unter
der Schätzung verkauft werden würden.

Licit. Eckerische Realitäten.

Von der freyhrl. Johann Baptist Ludwigs=
dorfischen
Herrschaft Gundersdorf im V. U.
M. B. wird hiemit bekannt gemacht: Es sey
bewilliget worden, die Verlassenschaft des
Johann Eckers, behaust gewesenen Unterthans
in Dorfe Wagelsdorf, bestehend in dem gut

gebauten Hause, samt Stallungen, Scheuren,
Keller auf 260 Eimer, und den zum Hause
gehörigen 21 Joch 52/64 Aecker, 4 Joch 2/64
Weingarten, 1 Joch 55/64 Wiesen und 4/64
Garten, 1 Joch Uiberländäcker, 106 Eimer
1787er Wein, 90 Eimer 1788er, 135 Stück
eisene Reife, 320 Eimer Fässer, dann der
heurigen ganzen schweren und geringen Fech=
sung
, endlich in Vieh und verschiedenen Haus=
einrichtungsstücken
und Geräthschaften öffent=
lich
feilzubieten, und gegen gleich baare Be=
zahlung
zu verkaufen. Da nun zur diesfäl=
ligen
Versteigerung der 15. September d. J.
bestimmt ist, so haben die Kauflustige an die=
sem
Tage früh um 6 Uhr in der Johann
Eggerischen Behausung zu Wagelsdorf sich
einzufinden; indessen kann die Schätzung al=
täglich
in der hiesigen Amtskanzley eingesehen
werden.

Licit. Böhmerisches Haus.

Von Superintendenten und Spitalmeister
des Burgerspitals in Wien wird hiemit bekannt
gemacht: Es sey auf Anlangen der Anna Ma=
ria
Kerndtinverwilliget worden, die dersel=
ben
verpfändete, und auf 260 fl. gerichtlich
geschätzte Johann Böhmerische Behausung Nr.
39. zu Nußdorf, sammt Hausgarten, Preß=
haus
und Preß öffentlich auszufeilen und an
den Meistbietenden hindanzulassen. Da nun
hiezu drey Termine, und zwar für den ersten
der 17. August, für den zweyten der 14. Sep=
tember
und für den dritten der 12. October
d. J. mit dem Beysatz bestimt worden, daß
wenn dieses Haus, und Zugehör weder bey
dem ersten noch zweyten Termin um den Schä=
tzung
Betrag oder darüber an Mann gebracht
werden könnte, solches bey dem dritten auch
unter der Schätzung verkauft werden würde;
als haben all jene, welche gedachtes Haus
und Zugehör zu kaufen willens sind, an den
bestimten Terminen fruhe um 10. Uhr in des
Dorfrichters zu Nußdorf Behausung zu er=
erscheinen
.

Licit. Effekten

Den 16. dies und folgenden Tag zu den
gewöhnlichen Vor= und Nachmittagsstunden
werden auf Ver〈…〉 der k. k. ni. öst.
Landrechten in der Singerstrasse im freyherrl.
v. Moserischen, oder sogenannten Hallewei=
lischen
Haus Nr. 926 rechterhand über die
Schneckenstiege im ersten Stock verschiedene
Verlassenschaftsfahrnisse, als Frauengeschmuck,
goldene ⟨Nip⟩en und Silber, broschirt= gros=
〈…〉 musselin= und andere

[]

Frauenkleider, Niederländer= und Brüßler=
spitze
, Leib= und Hauswäsch, die ganze Trop=
pauersammlung
von Büchern, leinwandene
Spaliere, ein Bett mit rothen Damast, der=
ley
Soffen, Kanapee und Sessel, Spiegel,
Uhren, Porzelain, hart und weiche Kästen
und Tische, Schokolade, Bettstätte, samt
Bettgewand, Meßing= Zinn= Kupfer= und
Eisengeschirr und mehr andere Geräthschaf=
ten
, licitando verkauft.

Licit. Effekten.

Von Seiten der Ritterl. Maltheserordens=
Gesandtschaft werden den 17. September und
folgende Täge in der Weyhburggasse in dem
v. Sartorischen Hause Nro. 939. im ersten
Stock zu den gewöhnlichen Vor= und Nach=
mittagstunden
verschiedene Verlassenschafts=
effekten
, als an Prätiosen: 6 Maltheseror=
denskreuze
, eine goldene Tabatiere mit Bril=
lanten
besetzt, 1 detto emaillirte, und andere
in Gold gefaßte Tabatieren, dann eine gol=
dene
Repetieruhr, und eine Wanduhr, auch
einige gestickte und. bordirte Kleider, und
verschiedenes Silber, Spiegel, Kasten, So=
phen
, und andere Einrichtungsstücke, auch
etwas Wäsche, dann ein paar Rapphengste
sammt Geschirr, ein zweysitziger blaulakirter
Schwimmer auf vier Federn und vier Noth=
riemen
mit 2 Reistruhen zum anschrauben,
und ein viersitziger grünlakirtes Pirutsch den
Meistbietenden gegen baare Bezahlung hin=
dangegeben
werden.

Licit. Weine.

Von der k k. Herrschaft Wolkerstorf wer=
den
den 17. September früh um 8 Uhr die
nach Absterben ⟨Eleon⟩ora Guppenbergerin, ge=
westen
Mühler〈…〉 zu. Pillichstorf, vor
handene Weine und zwar 1783er Bisamber=
ger
35 Eimer in 2 Gebünden, 1787er =
nigsbrnnner
252 Eimer in 9 Gebünden, und
17⟨8⟩8er Pillichstorfer 62 2/4 Eimer in 4 Ge=
bünden
, endlich 1103 Eimer leere Weinfäs=
ser
in eisenen Banden, nebst einen Keller in
der Holzluden, durch öffentliche Versteige=
rung
den Meistbietenden verkauft; Kauflusti=
ge
dieser Weine, Fässern, oder Kellers ha=
ben
sich daher obigen Tag. und Stund in
der Mühl zu Pillichstorf einzufinden, und
die Versteigerung abzuwarten.

Licit. Effekten und Wein.

Den 18. dies und folgende Täge zu den
gewöhnlichen Vor= und Nachmittagsstunden
werden mit hoher Regierungsbewilligung in
der obern Bäckerstraße in dem v. Hüttneri=

schen Haus Nr. 782 im 2ten Stock verschie=
dene
Verlassenschaftsfahrnisse, als ein Sma=
ragdring
mit Brillanten, eine Rosennadel,
goldene Dosen, ein Kelch, Haus= und Ta=
felsilber
, broschirt= grosdetour= tafet= bataf=
und andere Frauenkleider, Brüßler= und Nie=
derländerspitze
, Waderl, Handschuh, Leib=
Haus= Tafelwäsche ein Pendiluhr so ein
Jahr geht, Luster, Spiegel, Trumotische mit
Marmorplatten, ein kleiner Tafelservis, Kaf=
fee
= und Thee deto, auch Figuren, samt Va=
sen
von seltenen Porzelain, indianische Spiel=
Zupftrüherl und Tatzen, Niederländerspalier,
ein Bett, auch Soffen und Sessel von Da=
mast
, ein Kruzifix von Donner, gemalte Bil=
der
, auch Kirchenparamenten, hart und wei=
che
Schrift= Garderob= Aufsatz= und Schublad=
kästen
, und Tische, Bettstätte, samt Bett=
gewand
, Meßing= Zinn= Kupfer= und Eisen=
geschirr
, etwelche Eimer Grinzinger in klei=
nen
Gattungen, Schnebergerwasser, und der=
ley
Flaschen in Einsatzküsten, und mehr an=
dere
Geräthschaften, licita⟨ndo⟩.

Licit. Effekten, Wägen, Räder und