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Wiener Zeitung

Nr. 40, 19. Mai 1792

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[1]

Jnländische Begebenheiten .

Wien .

Der Leichnam der höchstsel . Kaiserinn
ward Mittewoche Abends geöffnet ,
einbalsamiret , und nachdem davon die Ein=
geweide
und das Herz getrennet waren ,
Donnerstags Mittags , auf die gewöhnli=
che
Art , in die Hofburgpfarrkirche übertra=
gen
und öffentlich ausgestellt . Gestern wur=
den
die Eingeweide in die Metropolitankirche ,
und das Herz in die Augustiner = Pfarrkirche ,
feyerlich abgeführt , und dort beygesetzt .
Heute Abends wird das Leichenbegängniß
und die Beerdigung in der höchsten Fami=
lengruft
bey den PP . Kapuzinern erfolgen .

Sonntags . den 20 . , Montags den 21 . ,
und Dienstags den 22 . d . M . Abends um
6 Uhr , wird in der Augustiner = Pfarrkirche
die Vigil , und den 21 . , 22 . und 23 . Vor=
mittags
um 10 Uhr , das Seelenamt ge=
halten
.

Die Hoftrauer fängt heute an , und wird
durch drey Monathe mit nachfolgenden Ab=
wechselungen
getragen :

Die Kavaliere , und diejenigen , welche ap=
partementmäßig
sind , haben die ersten 3 Wo=
chen
in schwarzem umgekehrten , und geperlt
aufgeriebenen Tuche , mit wenigen Knöpfen
an der Taille , und gar keinen auf den Auf=
schlägen
, mit Pleureusen , mit Manschetten
von Battist mit einem breiten Saum , mit
wollenen Strümpfen , korduanenen Schuhen ,
schwarz überzogenen Degen , und angelaufenen
Schnallen , und mit dem Flor auf dem Hute ;
die folgenden 3 Wochen aber in der vorigen
Kleidung , nur mit Ablegung der Pleureusen ,
und mit angelaufenen Degen zu erscheinen .

Nach Verlauf dieser 6 Wochen wird mit
den zur Hoftrauer für weil . des höchstsel . Kai=
sers
Majestät bereits bestimmten Abwechselun=
gen
dergestalt fortgefahren , daß die dritte Ab=
wechselung
sich mit dem 23 . Julius , und die vier=
te
mit dem 3 . September dieses Jahrs endiget .

[2]

Die schwarzen Livreen haben bey allen de=
nen
, welche als appartementmäßig dazu be=
rechtiget
sind , bis zu Ende dieser Hoftrauer
fortzudauern .

Die Dames haben die ersten 3 Wochen in
schwarzwollenen Zeugen , mit Kopf = und Garni=
turen
= Aufputz , dann Stirnzüngel von schwar=
ger
Gaze d'Jtalie , mit schwarzen Geschmuck ,
Handschuhen , Fächern , korduanenen Schuhen ,
und schwarz angelaufenen Schnallen ; und die
folgenden 3 Wochen ohne Veränderung zu er=
scheinen
.

Nach Verlauf dieser 6 Wochen wird mit den
zur Hoftrauer für weil . des höchstsel . Kaisers
Majestät bereits bestimmten Abwechslungen ,
wie oben gesagt , fortgefahren .

Ein aus Neapel allhier eingetroffener
Kourier hat die erfreuliche Nachricht über=
bracht
, daß J . Maj . die Königinn , am
2 . d . M . von einem Prinzen glücklich ent=
bunden
worden ist , der in der Taufe die
Nahmen Albert , Philipp , Kajetan ꝛc .
erhalten hat .

Beschluß der allhier eingeführten Markt=
ordnung
:

Vierter Abschnitt . Von den hiesigen
Gewerbsleuten .

Den hiesigen Gewerbsleuten wird hiermit
verbothen , im Sommer vor 10 Uhr , und im
Winter vor 11 Uhr , auf hiesigen Märkten
von den dieselbe besuchenden ursprünglichen
Erzeugern , und Landleuten Feilschaften abzu=
lösen
.

Es wird ihnen weiters hiermit schärfest ver=
bothen
, den auf den Markt kommenden Par=
teyen
entgegen zu gehen , ihnen aufzulauern ,
und überhaupt in = oder vor den Linien , es
sey unter Weges , in Häusern , Wirthshäusern ,
oder auf offener Gasse , auf was immer für
eine Art , Feilschaften vorzukau⟨f⟩en , und sie
somit den hiesigen Marktplätzen zu entziehen ;
alles dieses bey Strafe unfehlbarer Konfis=
zirung
der vorgekauften Feilschaft , oder wenn
sie schon weiters veräußert worden wäre , des
geldwerthes in jedem Betretungsfalle .

Fünfter Abschnitt . Von den Dollmet=
schern
, Taglöhnern , Helfern , und Trä=
erweibern
auf den hiesigen Marktplätzen .

Von dieser Gattung Leute wird keiner auf
den Markplätzen geduldet werden , der sich
nicht bey dem hiesigen Magistrate gemeldet ,
und ein eigenes Passirungszettel hierauf erhal=
ten
hat . Dieses Passirungszettel haben sie im =

mer bey sich zu tragen , um sich damit aus=
weisen
zu können .

Auf jedem Marktplatze , wo dergleichen Leu=
te
gebraucht werden , ist denselben ein eigener
Platz angewiesen , auf welchem sie sich Mor=
gens
zu sammlen haben , um allda von den
Parteyen , die ihrer benöthiget sind , aufge=
sucht
werden zu können .

Den Dollmetschen , Taglöhnern , Helfern ,
und Trägerweibern wird hiermit schärfest ver=
bothen
, den hierher kommenden Parteyen auf
den Strassen , oder in Häusern aufzupassen ,
sie in Wirths = oder andere Häuser zu führen ,
Muster irgendwohin zu tragen , und überhaupt
wie immer , entweder selbst vorzukaufen , oder
auf was immer für eine Art sich zu Vor=
käuflereyen
als Unterhändler gebrauchen zu
lassen , auch nur im geringsten sich in die Be=
handlung
zwischen Käufer und Verkaufer ein=
zumengen
, in Mäcklereyen einzulassen , und
zum Abbruch der Marktzufuhr , oder zu irgend
einen Unterschleif Hand zu biethen .

Der Uebertreter in einem , und dem andern
wird nicht nur unfehlbar vom Markte abge=
schafft
, sondern nach Maßgabe der Umstände
auch noch mit körperlicher Züchtigung bestra=
fet
werden ; so wie sich insbesondere auch auf
das , wegen der Träger auf dem Getreidmark=
te
unter dem 30 . März ergangene Cirkulare ,
und auf das , wegen der auf dem Markte auf
der Sailerstadt arbeitenden Tagwerker , und
Trägerweiber unter dem 3 . April erlassene
Cirkulare hiemit bezogen wird .

Da vorstehende Marktordnung sich nur auf
die eigentlichen nothwendigeren Eßwaaren be=
ziehet
; die Pomeranzen , Limonien , Rosinen ,
Zibeben , Feigen , Mandeln , und dergleichen
Waarengattungen aber , welche den Weibern
von den Kaufleuten bisher zum Wiederver=
kaufe
selbst gegeben wurden , zu den ordent=
lichen
Eßwaaren nicht gehören ; so ist der Ver=
kauf
dieser Gattung , so wie der Schwe⟨f⟩elker=
zel
, Feuersteine , des Kletzenbrods , und aller
dergleichen kleineren Gattungen , die keine Vik=
tualien
, und nicht unter den , andern Kaufleu=
ten
, oder Krämerhändlern vorbehaltenen
Gattungen begriffen sind , zu allen Stunden ,
jedoch nur jenen gestattet , welche hierzu durch
eigene obrigkeitliche Befugniß berechtiget seyn
werden .

Nach diesen in vorstehenden fünf Abschnit=
ten
enthaltenen Anordnungen ist sich demnach
zur Vermeidung der festgesetzten Strafen ge=
nauest
zu achten ; und gleichwie gegenwärtige
Marktordnung nur die allgemeinen Vorschrif =

[3]

ten enthält , so werden auch jene besonderen
Vorschriften , welche auf einem , oder anderen
Marktplatze zu verordnen nothwendig befunden
werden , an diesen Plätzen selbst angeschlagen ,
und so wird auch insbesondere in Ansehung des
Ankaufes , der auf der Donau hierher kom=
menden
Viktualien , eine eigene Ordnung be=
kannt
gemacht werden .

Schließlich wird hier noch zur allgemeinen
Warnung angemerket , daß jener , der mit fal=
scher
Maß und unächten Gewicht , der taxir=
te
Lebensmittel in einem die Satzung überstei=
genden
Preise , oder ungesunde , ungenießbare
oder verfäls⟨c⟩hte Lebensmittel verkaufet , nach
den bestehenden Gesetzen unnachsichtlich behand=
let
werden wi⟨r⟩d . Wien , den 24 . April 1792 .

Das Gubernium von Steyermark hat
nachstehende Kundmachung erlassen :

Mit vielen Mißvergnügen hat man von
Seite dieses Landesguberniums folgende ge=
setzwidrige
Mißbräuche vernommen :

a ) wird an den Vorabenden aufgehobe=
ner
Feyertage von verschiedenen Handarbei=
tern
und Taglöhnern die Arbeit früher , als
gewöhnlich , und von manchen schon gar
um 4 Uhr Nachmittags , verlassen ;

b ) halten sich einige Arbeiter und beson=
ders
Zimmerleute berechtiget , nach geendig=
ter
Arbeit einen Bund Holz von den Bau=
stätten
oder sonst ihren Arbeitsplätzen mit sich
hinweg zu tragen , und

c ) wird die sogenannte Umringlung frey
herumlaufender Schweine zum Nachtheile
der Aussat und des Wiesewachses beynahe
ganz unterlassen .

Um nun diesen Mißbräuchen dort wo
sie schon wirklich bestehen , ernstlich abzu=
helfen
, und zugleich ihrer weitern Verbrei=
tung
vorzukommen , hat man beschlossen ,
daß

Erstens an jene Arbeitsleute , welche sich
an obgedachten Vorabenden früher , als in
den übrigen Werktägen , der Arbeit entzie=
hen
, für denselben Tag nur der halbe Tag=
lohn
abgereichet , und sie nebst dem den
Magistraten , oder den Werbbezirkskommis=
saren
auf dem Lande angezeigt , dann hier=
auf
über den nächstfolgenden abgebothenen
Feyertag mit Arrest belegt , im übrigen aber

gegen diejenigen , welche selbst an den ab=
gebothenen
Feyertagen zu arbeiten sich wei=
gern
, nach den ohnehin bestehenden Poli=
zeygesetzen
vorgegangen werden soll ; dann

Zweytens die Zimmerleute sich so wenig
als Jemand anderer anmassen sollen , ohne
Erlaubniß des Eigenthümers , Holz sich zu=
zueignen
; wiedrigenfals dieselben gleich an=
dern
Holzdieben zu bestrafen wären , und
daß endlich

Drittens kein ungeringeltes Schwein
auf aufgethaute Aecker oder Wiesen ge=
lassen
, und hiedurch mit fremden Scha=
den
genähret werden soll : würde aber den=
noch
wieder dieses Verboth gehandelt , so
müsse sich auch jeder Eigenthümer dieser
Thiere gefallen lassen , wenn solche auf
fremden Gründen beschädiget , oder gar ge=
tödtet
würden , für welche Fälle demselben
nur das Recht auf das versetzte oder ge=
tödtete
Schwein zu verbleiben hätte , ohne
daß er eine weitere Schadloshaltung anzu=
sprechen
berechtiget wäre . Grätz den 14 .
April 1792 .


Ausländische Begebenheiten .

Portugall .

Seit dem die Königinn in Quelus ist ,
scheinen Jr . Majest . Gesundheitsumstände
wieder einigermassen sich zu bessern . Die=
selbe
fährt täglich , von Doct . Willis und
einigen Damen begleitet , in und um Que=
lus
spazieren .

Unter der Königinn Nahmen ist ein Ge=
setz
bekannt gemacht worden , welches er=
klärt
, daß die Dekrete der vorigen Könige
in Ansehung der Strafe , der diejeni=
gen
ausgesetzt sind , welche nach fremden
Staaten reisen , nur in Kriegszeiten ferner=
hin
geltend seyn , in Friedenszeiten aber die=
jenigen
, welche sich ohne Erlaubniß frey=
willig
ausser Landes begeben , bloß die Ein=
künfte
von ihren Gütern verlieren sollen ,
die der Fiscus , so lange sie abwesend sind ,
zu beziehen hat .

Die Fregate Minerva und die beyden

[4]

1396


Brigantinnen Galgo und Lepre , welche
einige Zeit über , zum Schutze des Portu=
giesischen
Handels an der Strasse von Gi=
braltar
gekreutzet haben , sind nach dem
Tajo zurück gekommen .

Spanien .

Der neuerrichtete Staatsrath ist amOster=
sonntage
in Gegenwart vieler ansehnlicher
Hof = und Staatspersonen , und unter dem
Vorsitze des Königs , feyerlich eröffnet wor=
den
. Se . Maj . hielten zuerst eine kurze An=
rede
, in der Sie Jhre Absichten bey Wie=
dererrichtung
dieser Behörde , zu erkennen
gaben , und hierauf sprach der Graf v .
Campomanes über eben diesen Gegenstand
mit vielem Geiste und männlichen Bered=
samkeit
. Als sodann die Zuhörer sich hin=
weg
begeben hatten , wurden die Thüren
geschlossen , und nahm die erste Berath=
schlagung
über Staatsangelegenheiten ihren
Anfang . Diese soll sich insonderheit auf
die Verhältnisse mit Frankreich bezogen
haben und dauerte durch mehrere Stun=
den
. Nach geendigtem Rathe gab der Graf
v . Aranda , auf Königl . Kosten , ein vor=
trefliches
Gastmahl von 80 Gedecken , wozu
alle Glieder des Raths , die auswärtigen
und inländischen Minister und andere Per=
sonen
von Rang geladen waren .

Der König hat die in der Person des
verstorbenen Finanzministers vereinigt ge=
wesenen
Aemter , welche D . Diego de Guar=
doqui
bisher verfah , getrennet und dar=
aus
ein Staats = und Depeschen = Sekretariat
der inländischen Geschäfte , und eine Gene=
ral
= Superintendenz der Einnahmen und
Ausgaben geschlaffen , davon ersteres dem
D . Diego Guardoqui , mit dem Titel ei=
nes
Staatsrathes , und dem Auftrage , bis
Se . Maj . die zweyte besetzen werden , auch
diese inzwischen zu versehen , verliehen wor=
den
ist .

Der Generallieutenant und Oberstwacht=
meister
von der Leibgarde , Don Emanuel
Godoy , der seit einigen Jahren die Gunst
des Königs in vollem Masse geniesset , soll
nun zum Minister in Staatsgeschäften er =

nannt worden seyn , und hat zugleich einen
anderen Beweis von der Gnade des =
nigs
erhalten . Se . Maj . haben nähmlich
an den Dekan des Finanzrathes folgendes
Dekret erlassen :

"Jn Rücksicht auf die wichtigen und
unausgesetzten Dienste , die mir von dem
Generallieutenante D . Emanuel Godoy ,
obersten Wachtmeister meiner kön . Leibgar=
de
, und meinem wirklichen Kämmerer , ge=
leistet
worden sind , ingleichen in Anbetracht
seines alten wohl bekannten Adels , wie
auch des Glanzes und der Würde seiner Fa=
milie
, und damit er derselben Ansehen auf=
recht
zu erhalten im Stande sey , habe ich
beschlossen , ihm mit dem mir in der =
nigl
. Seestrecke ( Maremma ) von Alcudia
angehörigen Gute von neun und neunzigtau=
send
* ) für ihn , seine Erben und Nachfol=
ger
mit allen Rechten , Vortheilen , Ein=
künften
und Vorzügen , die mir bisher da=
von
zukamen , ohne Ausnahme und ohne
allen Vorbehalt , eine königl . ewige , gänz=
liche
, vollkommene und uwiderrufliche Do=
nation
zu machen . Sie werden davon mei=
nem
Rathe Nachricht geben , und dem ge=
nannten
D . Emanuel Godoy die gehöri=
gen
Versicherungen ertheilen . " Aranjuez
den 10 . April 1792 .
( Unterschrieben : ) Jch der König .
* ) Die Maremmen werden in Spanien
nicht nach der Grösse , sondern nach der
Menge des Viehes bemessen und benen=
net
, das sie weiden können . Auf gedach=
ter
Strecke ist also für 99 , 000 Stück Viehes
Weide vorhanden .

Das Gut , wovon obiges Dekret erwäh=
net
, liegt in Estremadura , der Provinz ,
aus der Don Godoy gebürtig ist , und ge=
hörte
vormahls den Jesuiten . Der Ertrag
desselben wird auf 70 bis 80 , 000 Spani=
sche
Dukaten berechnet . Der König , als
obersten Verwalter dieser Güter , hatte bis=
her
den Ertrag der gedachten Maremma zu
frommen Stiftungen bestimmet . Damit
diese durch die Schenkung an Don Godoy
nichts verliehren , hat der König schon vor=
her
von seinen anderen Einkünften einen

[5]

ganz gleichen Betrag der Kasse der from=
men
Stiftungen angewiesen .

Von Seite Maroko's scheint nun Spa=
nien
nichts mehr zu besorgen zu haben ,
da es sich bestätiget , daß der Sultan an
der im Treffen mit seinem gegen ihn em=
pörten
Bruder erhaltenen Wunde , gestor=
ben
ist und dieser die Regierung erhalten
hat . Der Marokanische Bothschafter , der
so lange Zeit in Spanien war , und unter
der vorigen Regierung sich nicht getraute
nach Hause zu gehen , kennt jezt keine Be=
sorgnisse
mehr , und hat daher seine Rück=
reise
bereits angetreten .

Jtalien .

Nach Briefen aus Turin vom 2 . May ,
werden gegenwärtig in den Sardinischen
Staaten solche Vorkehrungen gemacht , wel=
che
fast keinen Zweifel mehr übrig lassen ,
daß der Sardin . Hof bald auch in der Sa=
che
der Souvraine auftreten , und im Ver=
ständnisse
mit denjenigen Mächten , welche be=
reits
sich genöthiget gesehen haben , den nur
zu langen und zu gefährlichen Jrrungen ei=
nes
Theils der Französischen Nation , die
Gewalt der Waffen entgegen zu setzen , mit=
wirken
wird , dem Französischen Reiche Ord=
nung
und Ruhe , und der Krone Macht und
Ansehen wieder zu verschaffen .

Die Gemahlinn des ältesten Bruders des
Königs von Frankreich , ist am 1 . May
zu Turin eingetroffen .

Von dem Papste vernimmt man , daß
er glücklich in Terracina eingetroffen sey ,
alle Arbeiten an den Sümpfen besehen ,
und verschiedene neue Anordnungen gemacht
habe .

Der zum Erzbischofe von Nicea , ( nicht
Theben , wie es neulich hieß ) ernannte
Abbe Maury hat am 29 . April in der
Kirche des Vatikans durch den Kardinal
Zelada die Weihung erhalten . Dieser Fey=
erlichkeit
wohnten die beyden Französischen
Prinzeßinnen , einige entsetzt Franz . Bischöfe
und viele andere ansehnliche Personen bey .

Den 4 . May verstarb zu Rom an der
Brustwassersucht , in einem Alter von 66

Jahren , der Kardinal Garampi , ehemah =

liger Nuntius an den Höfen von Warschau
und Wien , der durch seine persönlichen
Eigenschaften , durch seine Kenntnisse und
seine Liebe für die Wissenschaften allenthal=
ben
Liebe , Achtung und Ruhm erworben
hat .

Großbritannien .

Sobald Hr . Grey in der Parlamentssi=
tzung
am 30 . April , aufgehört hatte , über
die angebliche Nothwendigkeit der Parla=
mentsreforme
zu sprechen , wie letzthin ist
angeführt worden , stand gleich Hr . Pitt auf ,
um seine Gründe vorzutragen . Er sagte ,
er wisse zwar , daß es gegen die Parlaments=
regeln
sey , über einen Gegenstand zu spre=
chen
, der nur erst angekündiget würde ; aber
so sehr er sonst strenge an diese Regeln hal=
te
, so müsse er in einer Gelegenheit eine
Ausnahme machen , wo sich die offenbare
Absicht zeige , eine Reforme in der Konsti=
tution
zu einer Zeit in Anregung zu brin=
gen
, wo jedes Wort , das auf Konstitution
Beziehung hat , die wichtigsten Betrachtun=
gen
erzeugen muß . Der Gedanke , die Re=
presentation
im Parlamente zu ändern ,
sey ihm nicht neu , er habe selbst viel dar=
über
gedacht , und im J . 1784 einen Vor=
schlag
dazu diesem Hause vorgeleget ; er habe
seine Meinung noch nicht geändert , aber Zei=
ten
und Umstände wären nun ganz verschie=
den
; eine solche Veränderung bedrohet nun
das Glück und das Leben der Einwohner
und den allgemeinen Wohlstand des Engli=
schen
Reiches , welches seit vielen Jahren
unter allen Reichen von Europa allein ,
weder den Druck des Despotismus , noch
das Unheil der Anarchie kenne . Er würde
daher zu einer Aenderung der Parlaments =
Repräsentation nur in dem Falle einwilligen ,
wenn solche ohne Nebenirrungen und mit all=
gemeiner
Uebereinstimmung bewirkt , und so
ausgemessen werden könnte , daß sie Groß=
britanniens
Wohlstand sichere , nicht aber
denselben vermehren wolle ; denn er sey über=
zeugt
, die menschliche Weisheit wäre nicht
im Stande , ein vollommeneres System

[6]

der bürgerlichen Sicherheit , als welche die
gegenwärtige Verfassung gewährt , zu er=
sinnen
. Die Sicherheit der Konstitution
beruhet auf der Sicherheit des Parlaments ,
die auf keine Weise streitig gemacht werden
könne , und es wäre sonderbar , dieser ein
System stäter Veränderlichkeit vorziehen zu
wollen . Er würde immer alle Kräfte an=
wenden
, denjenigen Theil der Demokratie
in der Englischen Verfassung zu erhalten ,
welcher persönliche Sicherheit gewährt ; aber
nie würde er die Hand zur Entwicklung ei=
ner
Demokratie biethen , deren Folge die
Anarchie sey , die man Freyheit nenne . Als
er eine Reforme vorschlug , sey er dazu durch
die Beschwerden des Landes bewogen wor=
den
; damahls war die Meinung der Na=
tion
überhaupt , das Land sey in Armuth
versetzt , und das Parlament verabsäumte das
Wohl des Volkes , lasse sich durch den Ein=
fluß
der Krone lenken , und dieser sey zu
sehr angewachsen ; dennoch hätten auch da=
mahls
viele kluge Leute gedacht , das Gute
der Konstitution überwiege so sehr das Ue=
ble
, und die Folgen einer Aenderung seyn
so ungewiß , daß es klüger wäre , dieselbe
zu vermeiden ; nun aber sey auch der Ein=
fluß
der Krone viel vermindert , dem Uebel
sey seit dem größtentheils abgeholfen , der
Wohlstand der Nation habe sehr zugenom=
men
, niemand führe Beschwerde , jeder fühle
im Gegentheile Glück und Zufriedenheit ,
und daher könne jetzt nichts eine Reforme
rechtfertigen . Man müsse sie nur um so mehr
zu vermeiden suchen , als man gegenwärtig
ein so belehrendes Beyspiel von den Gefahr=
ren
einer Revolution vor Augen habe . Hier
sprach Hr . Pi⟨t⟩t mit Wärme gegen diejenigen ,
welche das Volk zu verführen und in Be=
wegung
zu setzen suchen , und gegen die Mit=
tel
die sie dazu anwenden . Er warf ihnen
vor , ihre Absicht sey nicht die Englische
Konstitution zu befestigen , sondern sie zu
untergraben und einer eingebildeten Voll=
kommenheit
, die wirkliche Ruhe und Glück=
seligkeit
aufzuopfern . Diese Absicht äussere
sich in einem Schalle von Schriften , wel=
che
täglich aus den Englischen Pressen her =

vorkämen , und worin die Revolution des
vorigen Jahrhunderts für unvollkommen er=
klärt
, die Erbmonarchie verschmäht , Sub=
ordination
und Rangordnung lächerlich ge=
macht
, und auf alle Art getrachtet wird , an
die Stelle der glücklichen Englischen Konsti=
tution
einen Plan zu setzen , der sich auf soge=
nannte
Rechte des Menschen gründen soll ,
aber nie in irgend einem Lande bestanden hat ,
und bestände er des Morgens , schon des
Abends wieder zu Grunde gehen müßte . Er
sey daher fest entschlossen , bis auf die letzte
Stunde seines Lebens , die Englische Kon=
stitution
gegen alle Versuche ihrer Feinde
zu vertheidigen , und das Volk vor dem
Unheile zu bewahren , das derselben Refor=
nations
= Plane über das Land zu bringen
drohen .

Die Rede des Ministers ward oft durch
laute Beyfallszeichen unterbrochen . Den=
noch
erhob sich Hr . Fox , um demselben zu
antworten . Er bestritt die Behauptung ,
daß die Beschwerden welche im J . 1784
dem Hrn . Pitt die Reforme der Parlaments=
representation
nothwendig scheinen machten ,
und ihn bewogen , selbst sie in Vorschlag zu
bringen , nun , da er Minister sey , aufgehöret
haben , und die Umstände für das Land eben
so , wie für ihn geändert seyn . Keine der
damahligen Gefahren für die Freyheiten
der Nation sey seit dem entfernt , vielmehr
wären sie nur dringender , und die Ein=
griffe
besonders seit drey Jahren im=
mer
wirksamer geworden . Gewiß dürfe
man nicht behaupten , daß dieses Parla=
ment
die Nation gehörig vertrete , und der=
selben
Meinung und Willen geltend zu ma=
chen
im Stande sey . Die letzten Rüstun=
gen
gegen Rußland seyn davon ein voll=
gültiger
Beweiß . Nie hätte sich die öffent=
liche
Meinung entschiedenen gegen eine Maß=
rege
erkläret , und doch hätten die Mini=
ster
stäts die Stimmenmehrheit gegen die
öffentliche Meinung und die ächten Vertre=
ter
der Nation , durch ihren verderblichen
Einfluß in das Parlament , zu behaupten ge=
wußt
. Wäre aber die Nation hier gehö=
rig
repräsentiret gewesen , so würde diese un =

[7]

kluge Rüstung niemahls zu Stande gekom=
men
seyn , und die Nation wäre nun nicht
genöthiget , die zwecklosen Unkosten derselben
zu tragen . Von Jahr zu Jahr , von Tag zu
Tage verliehre das Haus einige seiner Vor=
rechte
, seit dem das bedenkliche Wort : Ver=
trauen
auf die Minister in die Parlaments=
sprache
eingeführt worden sey . Er wäre da=
her
ganz überzeugt , daß die Nothwendigkeit
einer Reforme sehr groß ist , obschon er nicht
behaupten könne , daß Hrn . Greys Plan
dazu zweckmäßig sey , und nur diejenigen ,
welche sich zu Werkzeugen eines unbegränz=
ten
Despotismus gebrauchen lassen woll=
ten
, würde ihm hierin widersprechen . Er
gebe zu , daß Hrn . Payne's Pamphlet ge=
gen
die Englische Konstitution gerichtet sey ;
aber daß ein Fremder ( Hr . Payne ist ein
Amerikaner ) eine Schmähschrift herausge=
geben
habe , sey ein schwacher Grund für
Hrn . Pitt , seine vormahls geäusserte Mei=
nung
zu andern . Die Revolution in Frank=
reich
, weit entfernt eine Reforme in Eng=
land
fürchterlich zu machen , müsse vielmehr
dazu einladen ; denn sie beweisen nur , wie
gefährlich es sey , die Mißbräuche so sehr
anwachsen zu lassen , daß eine Aenderung
ohne eine allgemeine Revolution gar nicht
möglich ist . Nichts erneuern wollen , sey
die größte Neuerung in England ; denn
die Englische Konstitution sey zu ihren ge=
genwärtigen
guten Stand nur durch im=
merwährende
Reformen gekommen ; es sey
die Pflicht des Parlaments immer alle
Theile dieses Gebäudes zu untersuchen ,
und wo etwas schadhaft wird , gleich nach=
zuhelfen
und auszubessern , damit das Ganze
nicht zusammenstürze . Der gegenwärtige
Zeitpunkt sey zu einer Reforme so zweck=
mäßig
als jeder andere . Vielmehr scheine
der gegenwärtige ruhige Zustand des Lan=
des
angemessenen zu einer wichtigen Berath=
schlagung
als der Zeitpunkte , da Hr . Pitt ,
noch während des Amerikanischen Krieges ,
seinen Antrag machte . Wünsche das
Volk keine Reforme , so könne die Erörte=
rung
nicht schaden , wäre aber das Volk
dafür gestimmt , dann wäre diese Erörte =

rung eine weise , gute und nothwendige
Maßregel . Es sey die Natur aller mensch=
lichen
Dinge , daß sie , wenn sie nicht ge=
ändert
würden , ausarteten ; was gut ist ,
könne es nicht stäts bleiben ꝛc . Jn allen
Staaten , fuhr er fort , sehe man , daß
täglich wesentliche Verbesserungen gemacht
würden ; die Philosophie breite Licht über
alle Völker aus , England allein , hoffe
er , werde nicht ohne Verbesserungen , in
Vorurtheile und Bigotterie versunken bleiben
wollen . Es sey ein Vorzug der Englischen
Konstitution den Keim aller nöthigen Ver=
besserungen
in sich zu enthalten .

Nun stand Hr . Burke auf , und bezeug=
te
: es thue ihm leid , diejenige Seite des
Hauses ( die Opposition ) verlassen zu müs=
sen
, für die er so lange gestritten habe ;
aber die Gefahr , worin er die Konstitu=
tion
und das Vaterland sehe , nöthige ihn
dazu . Er sey zwar schon ein Jnvalide ge=
worden
; aber doch wolle er sein Schwerd
umgürten , und die Liebe für sein Vaterland
werde ihm Kräfte genug geben , die Fac=
tion
zu bekämpfen , welche den Staat unter=
grabe
ꝛc . Er zog dann gegen die sogenann=
ten
in England zahlreich gewordenen Re=
volutionsfreunde
, ihre Klubs und ihre Un=
ternehmungen
mit Heftigkeit los , behaup=
tete
, daß in der Englischen Konstitution
nichts heiliger als die Volksrepresentation
sey , daß diese bey allen in England vor=
gegangenen
Veränderungen nie wäre berührt
worden , und es nun zu thun nicht die min=
deste
Nothwendigkeit vorhanden sey . Der
Grund aller Reformationsideen wäre die
schamlose Schmähschrift des Hrn . Payne ,
genannt : Die Rechte des Menschen .
Der Verfasser sey zwar ein Fremder genannt
worden ; eigentlich wäre er aber ein Am=
phibium
, zum Theil ein Amerikaner , zum
Theil ein Franzose , und zum Theil ein
Engländer , der jedoch von jeder dieser dreyen
Nationen genug besitze , um sie alle in Ver=
wirrung
zu bringen . Die Verbreiter seiner
Schmähschrift seyn eben diejenigen , die
nun eine Parlamentsreforme verlangen . Sie
hätten auch ausserordentliche Bothschafter

[8]

in dem Königsmörderklub ( der Jakobiner )
zu Paris , die den Auftrag besorgten , zwi=
schen
der Französischen und der Englischen
Nation , das heißt zwischen dem Pöbel der
einen und der anderen , ein Bündniß zu
schliessen , damit ihre abscheulichen und ge=
fährlichen
Grundsätze allenthalben mögen
ausgebreitet werden . Diese Staatsrefor=
matoren
, als der König von Frankreich
sich bewegen ließ , gewissermassen eine Par=
lamentsreforme
vorzuschlagen , warfen ihn
vom Throne , stürzten die ganze Regierung
und alle Ordnung um , und , anstatt den
Beschwerden des Volkes abzuhelfen , wurde
das Uebel verdoppelt . Nun hat es 700
Tyrannen , anstatt eines : Leute , die der
Abschaum der Nation sind , davon nicht
einer 100 Pf . Einkommen hat . Das wäre
nun die gepriesene Volksrepresentation , die
man in England einführen wolle ꝛc .

Es sprachen hierauf noch viele Redner
für und wider die Parlamentsreforme ;
da aber darüber noch kein Vorschlag wirk=
lich
gemacht , sondern nur vorläufig an=
gekündiget
worden ist , so ward auch nichts
entschieden .

Schweden .

Der Königsmörder , Jakob Johann
Ankarström , ist am 27 . April Vormit=
tags
, zur Vollziehung des über ihn abge=
gebenen
Urtheils , unter der gehörigen Mi=
litarbedeckung
, nach dem Richtplatze gefüh=
ret
worden , wo ihm zuerst die rechte Hand ,
hiernächst der Kopf abgeschlagen , sodann
der Körper geviertheilet , der Kopf und die
Hand auf einen Pfahl gestecket , die vier
Theile des Leichnams auf Räder gelegt und
befestiget worden sind , um an den Land=
strassen
aufgestellt zu werden .

Am Tage vor Vollstreckung dieser Stra=
fe
wurde das Urtheil des Fiskals über die
Grafen Horn und Ribbing , den Oberst=
lieutenant
Liliehorn , den Kanzleyrath
Engeström , den Major v . Hartmanns=
dorff
, und den Adjutanten Baron v . Eh=
renswärd
, dem Hofgerichte übergeben .
Nach demselben sollen die zwey ersten ih =

rer Ehre und Güter verlustig erkläret , ih=
nen
der Kopf und die rechte Hand abge=
hauen
, soll der Körper geviertheilt , und
auf Pfähle gesteckt werden . Die Uebrigen
sollen Ehre , Güter und Leben verlieren .
Die Richter haben ihnen 8 Tage zugestan=
den
, binnen welchen sie ihre Vertheidigung
einreichen können .

Die Summe , welche bisher auf das
Französische Theater ist verwendet worden ,
soll nun zur Errichtung einer Kadettenschu=
le
bestimmt seyn .

Wie ernstlich sich der junge König und
der Regent angelegen seyn lassen , die Wun=
den
, welche das Königreich durch den vo=
rigen
Krieg erhalten hat , zu heilen , und
den Wohlstand dauerhaft zu gründen , zeigt
ein unter dem 12 . April an alle Landes=
hauptleute
im Reiche ausgefertigtes Circu=
lare
, durch welches von ihnen ein umständ=
licher
Bericht von dem wirklichen Zustande
des einem jeden derseben anvertrauten Le=
hens
, nebst ihrer Aeußerung über die beß=
ten
und dienlichsten Mittel verlangt wird ,
den Nutzen derselben zu befördern , den Acker=
bau
und den Nahrungsstand zu verbessern ,
und das Wohl der Unterthanen , sowohl
im Allgemeinen als im Besondern , in Auf=
nahme
zu bringen ; wobey Se . Majestät ,
Dero Erklärung zufolge , bey der herzlichen
Trauer und ihrem erlittenen Verlust keinen
andern Trost suchen , als in der Sorgfalt
für ein geliebtes Volk und Vaterland , so=
bald
als möglich geschehen kann , ihre Ant=
worten
zu erhalten wünschen .

Deutschland .

Die Truppen des Landgrafen von Hes=
sen
= Kassel ziehen mit schnellen Schritten
aus den innern und höhern Gegenden des
Landes an die Rheingegenden , nach Rhein=
fels
ꝛc . Man sagt , sie werden Koblenz
decken , wenn die Franzosen da herüber
kommen wollten . Die Französischen Prin=
zen
und Ausgewanderten , sind in einer un=
beschreiblichen
Thätigkeit . Es heißt , sie
werden mit einer ansehnlichen Arme auf=
treten
.

[9]

Hofentschliessung .

Se . Königl . Maj . haben vermöge Hofdekrets
vom 11 . d . M . zu beschliessen geruhet , daß
der mit Ende April des l . J . zu Ende gehende
Octroi der Mährischen Leihbank , vereiniget mit
dem Jntelligenz = und Zeitungsblatte , wie auch
dem Kundschaftsamte , gegen eben den Einlags=
fund
, eben die Kaution , und eben die in dem
bisherigen Octroi erhaltenen Bedingungen , in
soweit solche mit der gegenwärtigen Verfas=
sung
, und mit den nachgefolgten Gesetzen ver=
einbarlich
sind , ohne alle Erhöhung der Zin=
se
, selbst mit Vereinigung der Großhandlung ,
wenn es ausdrücklich verlanget würde , an ver=
mögliche
Privatinteressenten , auf . 15 oder 20
Jahre überlassen , und hierzu der Weg der Ver=
steigerung
eingeschlagen werden soll ; der erste
Anboth nach den Bedingungen des erloschenen
Octroi , mit Rücksicht auf die jetzige Verfas=
sung
zu bestimmen , und der neue Octroi sal-
va
Ratificatione , an denjenigen , oder dieje=
nigen
, die unter hinlänglicher Sicherheit zu
den beßten Bedingungen für das Wohl des Pub=
likums
; besonders aber des inländischen Kom=
merzes
, sich verstehen , zu überlassen sey . Diese
allerhöchste Entschliesung wird zu Jedermanns
Wissenschaft mit dem Beysatze kund gemachet ,
daß die Pachtlustigen sich darüber bey dem K .
Mährisch = Schlesischen Gubernium melden sol=
len
, und die Pachtungsbedingungen bey der Re=
gistratur
des erstgenannten Guberniums in
Brünn einsehen können . Wien den 14 . April
1792 .


Verstorbene zu Wien .
Den 12 . May Jn der Stadt .

  • Niemand

Vor der Stadt .

  • Dem Hrn . Pet . Putz , bg . Schneidermeist . s . Fr .
    Rosalia , alt 38 J . am Strotzischen Gr . N . 4
  • Dem Thom . Zuber , Laternanzind . s . W . Maria
    A . alt 54 J . in d . Leopoldst . N . 96 .
  • Dem Joh Gruber , Uhrmacher , s . K Anna , alt
    2 J . am Neubau N . 116 .
  • Fr . Maria A . Widmann , bg . Bindermeist . Wit .
    alt 54 J . auf d . Landstr N . 223 .
  • Dem Thom . Singer , Lebzelter , s . W . Franziska ,
    alt 31 J in d . Alstervorst . Nr . 161 .
  • Dem Steph . Büchler , Viehmayr , s . K . Anna , alt
    1 J . zu Margaret . N . 58 .
  • Pet . Raderer , Tagl . alt 38 J . zu mariah . N . 92 .
  • Dem Simon Badenreider , Zimmerm . s . T . Ma=
    ria
    A . alt 13 J . im Lerchenf . N . 45 .
  • Mart . ⟨K⟩ley , Gem . alt 89 J . im Jnvalidenh .
  • Stanisl . Streminsky , Gem . alt 30 J . i . Militsp .
  • Fr . Johanna verw . Gräf . v . Starhemberg a . 58 J .
  • Georg Hofer , Schuhmacherlehrj . alt 23 J .
  • Joh . Eckmayer , Handlungsdien . alt 42 J .
  • Mart . Griener , Ha⟨u⟩er , alt 20 J .
  • Math . Adam , Weber , alt 22 J .
  • Hr . Ant . Gspann , Oberlieut . alt 21 J .
  • Anna M . Schweiger , Schuhmach . Wit . alt 84 J .
    Anna M . Schletter , Bedient . Wit . alt 50 J . alle
    im allg Krankenh .
  • Summa 18 . Personen , darunter 2 Kind .

Den 13 . May . Jn der Stadt .

  • Hr . Jos . Ant . Goldhann , d . ä . Rath , u . bg . Ei=
    senhändl
    alt 69 J . in d . Himmelpfortg . N . 992
  • Dem Hrn . Leop . Steinbacher , k . Hauptzollamts
    Waarenbeschauer , s . Fr . Cath . alt 60 J . in d .
    Wollzeile N . 799 .
  • Dem Kaspar Penauer , Musikus , s . W . Elis . alt
    32 J . am hoh . Markt . N . 485 .
  • Pat . Restitur Wilserstorfer , a . d . Kapuzinerord .
    alt 53 J . in i . Klost . am Neuenmarkt .

Vor der Stadt .

  • Hr Nikl . Riegler , Jnstrukt . alt 60 J . auf der
    Wieden N . 12 .
  • Franz Holl , Uhrmach . alt 38 J . am Neub . N . 147 .
  • Jak . Tandler , Viehmayr , alt 38 J . nächst der
    Währingerlinie N . 88 .
  • Math . Käs , Brodsitz . alt 69 J . in d Leopst N . 219 .
  • Dem Hrn . Bened . Gleichauf , bg . Uhrmach . s . S .
    Joh alt 17 J . auf d . Landstr . N . 109 .
  • Dem Hrn . Barthol . Winkler , bg . Tischlermeist .
    s . K . Josepha , alt 4 J . in d . Leopoldst N . 386 .
  • Dem Hrn . Joh . S . Hausch , bg . Nadlermeist . s .
    Fr . Josepha , alt 28 J . zu St . Ulrich N . 30 .
  • Dem Steph . Schlatzer , Lehenkutsch . s . W . Maria
    A . alt 40 J . in s H . am Himmelpfortgr . N . 62 .
  • Dem Laur Kreutzer , Hauer , s W . Magd . alt 84
    J . am span . Spitalb . N . 130 .
  • Dem Paul Zußer , herrs . Reitkn . s . K . Mich alt
    2 J . Zu St . Ulrich N . 17 .
  • Maria A . Walkhamer , Tagl . Wit . alt 74 J . zu
    Nikolsd . N . 17 .
  • Joh . Meyerofsky , Gem . alt im Militärsp .
  • Maria A Haas , Dienstm . alt 36 J .
  • Anna M . Has , Soldat . Wit . alt 36 J .
  • Elis . ⟨F⟩ischer , Schifkn . W alt 60 J .
  • Theresia Großer , Dienstm . alt 63 J .
[10]

  • Maria A . Rieder , Schneid . W . alt 60 J .
  • Theresia Stärzer , Dienstm . alt 17 J .
  • Magd . Waitzinger , Tischl . Wit . alt 47 J .
  • Elis . Beyer , Diestm . alt 36 J . alle 8 im allgem .
    Krankenh .
  • Summa 24 Personen , darunter 2 Kind .

Den 14 . May . Jn der Stadt .

  • Dem Hrn . Carl . Edl . v . Nikelsperg , wirkl . Hof=
    sekret
    . b . d . k . ob . Finanzhofstelle , s . K . Cath .
    alt 9 J . am Bauernm . N . 531 .
  • Dem Hrn . Joh . Arnhold , bg . Ziegeldeck . s . Fr .
    Rosalia , alt 61 J . in d . gr . Schulerstr . N . 840 .
  • Dem Hrn . Joh . Weliowitz , griechis . Handelsm .
    s . K . Joh . alt 2 J . am alt . Fleischm . N . 743 .

Vor der Stadt .

  • Hr . Jos . Trexler , gew . bg . Schuhmachermeist .
    alt 81 J . auf d . Landst . N . 119 .
  • Rosina Böchhacker , Maurerswit . alt 88 J . auf
    d . Wieden N . 17 .
  • Dem Melchior Heitz , Maurer , s . K . Anna , alt 7
    J . zu Mariah . N . 51 .
  • Cath . Lun , Strohschneid . Wit . alt 84 J . am
    Hungelgr . N . 12 .
  • Dem Hrn Joh . Adam Stubenrauch , Mauthein=
    nehm
    . s . K . Joh . G . alt 4 J . b . d . St . Marxer=
    linie
    N . 14 .
  • Dem Hrn . Jos . Werl , bürg . Silberarbeit . s . K .
    Theresia , alt 7 J . am Neubau N . 129 .
  • Dem Jak . Schmukel , Weber , s . K . Anna Barb .
    alt 9 J . zu Gumpend . N . 39 .
  • Dem Christ . Sumer , Schuhmach . s . K . Jos . alt
    4 J . zu St . Ulrich N . 11 .
  • Der Magd Schnepf , Weberswit . i . K . Franz ,
    alt 5 J . am Thury N . 35 .
  • Dem Joh . Pistller , Tischl . s . K . Anna , alt 5 J .
    am Neubau N . 163 .
  • Fr . Johanna Rab , bg . Perückenmach Wit . alt
    63 J . b . Elisabet .
  • Joh . Ritterstorfer , Aufseh . alt 49 J .
  • Jgnaz Bok , Lehrer , alt 57 J .
  • Jak . Pfortner , Landkutscherkn . alt 77 J .
  • Hr . Joh . Mich . Solcher , bg . Schneidermeister ,
    alt 78 J . alle 4 b . Barmh .
  • Math . Groß , alt 60 J .
  • Kasp . Rözinger , alt 24 J . bede Gem . i . Militärsp .
  • Mart . Högensberger , Tagl . alt 37 J .
  • Maria A . Groß , Bedient . Wit . alt 40 J .
  • Barb Hütter , Köchin , alt 36 J .
  • Hr . Franz Dürk , bg . Tischlermeist . alt 59 J .
  • Franziska Hart , Tagl . W . alt 32 J .
  • Christian Gorschützky , Barbierer , alt 24 J .
  • Mich Ettinger , Grundwacht . alt
  • Eleon . Schelndorfer , Schneid . Wit . alt 75 J .
    alle 8 im allg . Krankenh .
  • Summa 28 . Personen , darunter 9 . Kind .

Nachricht für arme mit dem grauen
Staar behaftete Binde .

Die Herren Professoren Prohaska und
Schmidt operiren dies Jahr die arme Staar=
blinden
im hiesigen allgemeinen Krankenhau=
se
, wie sonst Herr Professor Barth operirt
hat , und zwar wird jeder von ihnen diejeni=
gen
Staarblinden operiren , die sich an ihm
wenden . Professor Prohaska wohnt auf der
Universität , Professor Schmidt wohnt in der
Josephinischen Akademie in der Währinger=
gasse
, oder ist auch zu finden in seiner Kran=
kenanstalt
in der Wollzeile vom scharfen Eck
über Nr . 801 im ersten Stock . Jedoch soll
jeder Blinde das Zeugniß der Armut mitbrin=
gen
; und damit nicht , wie andere Jahre Blin=
de
, denen nicht mehr zu helfen ist , ein weite
Reise umsonst machen , sollen sich alle jene
die vom Lande hieher reisen wollen , zuvor
von einem sachkündigen Arzte oder Wundarzte
untersuchen lassen , weil hierorts nur jene
können aufgenommen werden , die den grauen
Staar haben . Von Erscheinung dieser Nach=
richt
werden bis zum 15 . Junius dergleichen
Leute auf die Anweisung eines der benannten
Herren Professoren im hiesigen allgemeinen
Krankenhause aufgenommen . Wien den 15 .
May 1792 .


Anzeige .

Nachdem Unterzeichneter binnen zwey Mo=
naten
nach seinem Bestimmungsort abzugehen
willens ist , so macht er hiermit bekannt , da=
mit
diejenigen , so für seine Rechnung sowohl
als für sein in Diensten stehendes Personale
eine erweisliche Forderung zu machen haben ,
sich hierum bis Ende des bevorstehenden Mo=
nates
Juni in der fürstlich Starhembergischen
Hauptbuchhalterey am Minoritenplatz anmel=
den
mögen .
Ludwig Graf Starhemberg .


Nachricht .

Von dem königl . ni . öst . Landrecht wird
hiemit bekannt gemacht : daß der über das
hierländige Vermögen des Hrn . Joseph Wenzl
Graf v . Wrbna , und Freudenthal den 22 .
September 1790 verhängte Konkurs über den
zwischen demselben , und seinen Gläubigern
getroffenen Vergleich unter den 20 . April d .
J . von Seite dieses Gerichts aufgehoben wor=
den
sey . Wien den 11 . May 1792 .


Die Franziska Ruchserin wird als Ver=
schwenderin
erklärt .

Von dem Magistrat der k . Haupt = und Re =

[11]

sidenzstadt Wien wird hiemit bekannt gemacht :
Es sey für nöthig befunden worden , die Fran=
ziska
Ruchserin , gebohrne Kaufmannin , des
vergandeten Sattlermeisters , Michael Ruchser ,
Ehegattin , wegen des während ihrer Minder=
jährigkeit
gezeigten , und noch nun nach dem von
selber bereits zurückgelegten 24 . Altersjahre
immer fortdauernden , von ihren Vormunde ,
Kaspar Binder , und der leibl . Mutter bestät=
tigten
Leichtsinnes , durch gegenwärtiges Edikt
als Verschwenderin zu erklären ; welches dem=
nach
jedermann zu dem Ende hiemit öffentlich
erinnert wird , damit niemand ersagter Fran=
ziska
Ruchserin einige Geschäfte eingehen , Con=
tracte
schliessen , oder derselben ein Darlehen
leisten soll , widrigens ein solcher Darleiher
seines gemachten Darlehens verlustiget , und
die abgeschlossenen Geschäfte oder Contracte
null und nichtig seyn sollen . Wornach jeder=
man
sich zu achten und vor Schaden zu hüt=
ten
wissen wird . Wien den 30 . April 1792 .


Capital wird gesucht .

Der Eigenthümer eines Gutes in Steuer=
mark
ist willens auf selbes 25000 fl . aufzu=
nehmen
. Der dieses Capital auf einige Jah=
re
gegen billige Perzent darzuleihen gedenket ,
beliebe sich im privil . deutschen Zeitungskom=
toir
des weitern anzufragen .


Reisekompagnon wird gesucht .

Es reiset jemand mit seinen eigenen Wagen
nach Nürnberg , und sucht ein allenfalls auch
zwey Personen nach Regensburg oder Nürn=
berg
mitzunehmen . Man kann sich dieserwe=
gen
beym Hausmeister in der goldenen Saule
am Judenplatz anfragen .


Ankündigung .

Ein gut gebildeter lediger Mensch der sowohl
in der Schön = als auch Rechtschreibung fol=
gender
sechs Sprachen nemlich der deutsch , böh=
misch
, lateinisch , italienisch , französisch , und
englischen dergestalten kündig ist , daß er in
einer jeden dieser Sprachen einen methodischen
Unterricht zu geben fähig ist , nebstbey die üb=
rigen
Kenntnisse zur Erziehung und Bildung
der Jugend besitzet , wünschet als ein Erzieher
der Jugend irgend wo unterzukommen das um=
ständlichere
seinentwegen ist in der Naglergasse
Nro . 190 im 4ten Stoke beym H . Johann
Walter bürgerlich . Schneidermeister zu er=
fragen
.


Nachricht .

Abbe Philippe , der sich durch viele Jahre
als Hofmeister bey jungen Herren verwendet

hat , nimmt Kostknaben an . Sie werden bey
ihm sich üben können , in der deutschen Sprache
nach der Normalmethode , im Französischen ,
Lateinischen , Griechischen , Jtalienischen , nach
den besten Regeln ; dann in der böhmischen
und englischen Sprache , in der Geschichte und
Erdbeschreibung , im Schönschreiben , in der
Rechenkunst , in den schönen Wissenschaften ,
und in der Kenntniß der besten Schriftsteller ,
wie auch der Biographien der berühmtesten
Männer , ferner im Zeichnen , in der Tonkunst ,
und endlich im Tanzen . Dazu werden die taug=
lichsten
Lehrer gewählet . Er wendet allen mög=
lichen
Fleiß und Mühe an , das Herz der ihm
anvertrauten Zöglinge wohl zu bilden , ihnen
die besten Sitten einzuflößen , und eine voll=
kommene
Erziehung zu geben . Die Eltern und
Vormünder , welche ihre Kinder oder Pupillen
ihm anvertrauen wollen , belieben sich bey ihm
selbst in seiner Wohnung in der Weihburggasse
Nr . 939 im Sartorischen Hause im 3ten Stock
des Mehreren zu erkundigen .


Nachricht .

Frau Anna Maria Ba⟨u⟩ck in der Kohlmes=
sergasse
am Fischmarkt bey den 7 Kurfürsten
zu ebener Erde links Nr . 667 wohnhaft , ge=
denket
ihren Tokayer = und St . Geörger Aus=
bruchwein
= Vorrath in Gebünden um die aller=
billigste
Preise hindanzugeben , und sich von
diesem Handel los zu machen , weil sie dem=
selben
alters und gebrechlichkeits halber nicht
weiter abwarten kann .


Nachricht .

Bey Christoph Gerold am Judenplaz Nr .
269 im Tabackgewölb sind , nebst dem Vene=
tianischen
Seifengeist a 2 kr . , verschiedene
Sorten Rosoglio auf Breßlauer Art zugerich=
tet
, zu bekommen : als fein Vanille a 42 kr .
doppel Nelkengeist , Citronengeist , kurfüstlicher
Magengeist , Krampambuli , Persiko , fein süs=
ser
Pomeranzenspiritus , fein grünes Baumöl ,
Windwasser , Kimmelgeist , Tannenzapfen , A-
qua
d'Ora , fein doppel Kronawetter , Dan=
ziger
Goldwasser von jeder Sorte das Flaschel
33 kr . Wer 25 Fläschel mitsammen nimmt ,
erhält sie um wohlfeilere Preise . Sie wer=
den
sich , durch ihre Aechtheit und Güte von
selbst empfehlen .


Nachricht .

Nachdem ich Endesgenannter mit der Ver=
schönerung
und Vergrösserung meines Gast=
hofes
zum goldenen Bärn in Regensburg , un=
weit
der steinenen Brücke gelegen , bereits schon

[12]

zwey Jahre fertig , und dadurch in den Stand
gesetzt bin , die angesehensten Herrschaften mit
zahlreichen Suiten , und übrige Passagiers nach
Würden und Wunsch bedienen zu können , da
nicht nur alle Zimmer ganz neu meublirt , son=
dern
auch die Stallungen dergestalt ansehnlich
erweitert worden sind , daß 60 Pferde bequem
untergebracht werden können , auch sich seit 20
Jahren ein ansehnliches Weinlager von ver=
schiedenen
Sorten , vorzüglich der besten Rhein=
weinen
von guten Jahrgängen gesammelt hab ,
daß ich mir nicht nur alle Zufriedenheit der=
jenigen
hohen Herrschaften und Passagiers ,
welche mich mit ihren Zuspruch beehren , son=
dern
auch diejenigen Herren Weinliebhaber ,
welche von meinen Weinen zu kosten belieben ,
oder Bestellungen zu machen , ganz gesichert zu
seyn , nach dero Verlangen bedienet zu werden ,
als hab ich solches allen hohen Herrschaften
und Passagiers , welche durch Regensburg zu
reisen gedenken , hierdurch öffentlich bekannt
machen , sie um deren geneigten Zuspruch ge=
ziemend
ersuchen , und hiermit die prompteste
und billigste Bedienung zusichen wollen . Re=
gensburg
den 26 . März 1792 .
Johann Andreas Lehr .


Nachricht .

Johann Bauer , Maschinist , und Bandage=
macher
, wohnhaft in der Josephstadt in der
langen Gasse beym goldenen Stern Nr . 79 ,
gibt sich die Ehre einem hohen Adel , und dem
schätzbarsten Publikum bekannt zu machen , daß
er in die Stelle des hier in Wien in der Jo=
sephstadt
verstorbenen Joseph Arzt , eines in
der Mechanik , und andern Kunstfächern sehr
geübten Mannes , und Bandagemachers , einge=
tretten
sey , und daß er von Seite der hohen
k . ni . öst . Landesregierung die gnädigste Be=
willigung
erhalten habe , alle Gattungen so=
wohl
mechanischer , als anderer das chyrurgi=
sche
Fach betreffende Stücke verfertigen zu där=
fen
. Unter andern verfertiget er , und können
bey ihm bestellet werden : Pha⟨nt⟩omes sammt
Zugehör für das Accouchement , Operations=
stühle
zum Steinschnitt , Maschinen den Urin
aufzuhalten , Tournequets , Br⟨u⟩chbänder aller
Gattungen , mit = und ohne elastischen Federn
ꝛc . , mechanische Geburts = oder Hebammenstühle ,
mechanisches Krankenbett , mittels dessen der
Kranke sich selbst auf alle Seiten wenden , auf=
setzen
, erhöhen , oder erniedrigen , auch im Bette
die Bedürfnisse der Natur verrichten kann , oder
von seinem Krankenwärter , ohne angerührt zu
werden , diese Wendungen ꝛc . erhalten kann .
Ferner können mehrere nutzbare Erfindungen

den Kunstliebhabern vorgezeigt werden . Ueber=
haupt
aber schmeichelt er sich , daß er in Rück=
sicht
der Güte seiner Arbeiten , der schleunigen
Bedienung , und billige Preise , allgemeines
Vertrauen erlangen werde .


Bergantheile zu veräussern .

Jn dem Schmölnitzer Bergstädtischen Ter=
rain
in Ungarn besitzet Maximilian Stein bey
der Josephigrube in der Gegend Bärmgrund
genannt auf Silber und Kupfer 16 Kuxe oder
1 / 8 Grube . Nichtminder im Hatschower Ter=
rain
nächst an dem Schmölnitzer bey Christi
Himmelfahrt Grube auf Silber und Kupfer
eben 16 Kuxe oder 1 / 8 Grube . Endlich bey
der Grube Laureta auch Schmölnitzer Herr=
schaftsbezirks
in der Gegend Stillbach auf Sil=
ber
und Kupfer 12 Kuxe oder 3 / 32 Antheile
der Grube . Weil der Besitzer gewisser Um=
stände
wegen auf Geld ansteht , so hat er sich
entschlossen , die Hälfte besagter Bergantheile
zu veräussern , und zwar bey Josephi 8 Kuxe ,
oder 1 / 6 Grube , bey Himmelfahrt nicht un=
gleich
, und bey Laureta 6 Kuxe oder 1 / 32
und 1 / 64 . Wer sämtliche Antheile , oder von
dieser oder jener Grube nur , oder auch von
dem bey jeder Grube angebothenen Antheile
nur 1 / 64 , oder 2 Kurze , oder 1 / 32 , oder 4
Kuxe an sich zu bringen gedenket , beliebe sich
des weitern auf der Wieden in der kleinen
neuen Gasse Nr . 198 bey Hrn . Maximilian
Lechner zu erkundigen . Wien den 9 . May
1792 .


Nachricht
für die Herren Abnehmer des Universal =
Atlaßes nach und zu Büschings grosser
Erdbeschreibung , und das litterari=
sche
Publikum überhaupt .

Durch eine allerhöchste Hofentschliessung
vom 30 . März dieses Jahrs ist dem Unter=
zeichneten
die allergnädigste Befugniß ertheilt
worden , für seine geographischen sowohl als
sonstigen Artikel ein eigenes Niederlags Ge=
wölbe
oder Verschleiß = Komptoir zu eröff=
nen
. Es befindet sich in der Singerstrasse
Nr . 932 vom rothen Apfel herüber , und ist
seit den 10 . May offen . Es werden also al=
le
Verlags = Artikel , welche bisher unter dem
Namen des Unterzeichneten in der vormals
Wucherschen Buchhandlung im Seitzerhof un=
ter
den Tuchlauben , bey Karl Krill k . Lotto=
kollekteur
in der Singerstrasse , bey Joseph
Fri⟨st⟩er privil . Kunst = und Buchhändlern am
Bauernmarkt , bey Franz Anton Hoffmeister
priv . Kunst = und Buchhändlern in der Woll =

[13]

zeil , bey Joseph Kuhn bürgerl . Buchbinder
in der Himmelpfortgasse , dann bey Joh . Bapt .
Hofer bürg . Buchbinder in der Kurrentgasse ,
und an noch einigen unbeträchtlichern Ver=
lags
= Orten zu haben waren , nunmehr vom
10 . May an in dem angezeigten Orte in der
Singerstrasse ausgegeben , und die Herren
Pränumeranten und Alle , die bisher sich für
seine Unternehmungen zu verwenden die Güte
hatten , ergebenst dahin angewiesen . Die
Vorausbezahlungen , welche sowohl seit den
drey Jahren der Bestehung des Universal = At=
laßes
, als seit zwey Monaten auf die allge=
meine
Erdbeschreibung zu diesem Anlaße an
allen obenangezeigten Orten für den Unter=
zeichneten
geleistet worden sind , werden nun=
mehr
gleichfalls unmittelbar von ihm selbst
verbürget . Wien den 16 . May 1792 .
Gehorsamster
Franz Joh . Jos . v . Reilly .


Nachricht
an Beobachter des französisch = östreichischen
Krieges .

Der nun bereits von Frankreich an Oestreich
erklärte Krieg macht eine Karte von den Gränzen
dieser beyden Reiche nothwendig . Es wird also
den Liebhabern und Lesern der Kriegsgeschichte
hiemit nicht nur eine solche Gränzkarte , son=
dern
auch eilf dazu gehörige Plane von den
wichtigsten auf jener Gränze liegenden Festun=
gen
angekündigt . Diese zwölf Blätter wer=
den
unter dem Titel Französisch = östereichi=
scher
Gränz = Atlas erscheinen , und in Dop=
pelfolio
= Format , nämlich in der Größe der
gewöhnlichen homanischen Karten geliefert .
Das erste dieser Blätter enthält die zusam=
menstossenden
französischen , östreichischen und
Reichslande von Basel in der Schweiz und
den vier Waldstädten an , durch Breisgau ,
Elsaß , Baden , Zweibrücken , Lothringen ,
Trier , Luxemburg , Lüttich , Namur , Brabant ,
Hennegau und Flandern bis hinauf nach Dün=
kirchen
am deutschen Meere oder der Nordsee ,
und wird nicht nur in Anführung der Gränz=
örtern
sehr vollständig seyn , sondern auch auf
merkwürdigen Plätzen kleine Nachrichten aus
den vorigen französischen Kriegen geben . Von
Frankreich selbst erscheint der ganze östliche
und nordöstliche Theil auf der Karte , und
zwar nach der neuen Eintheilung des Reichs
in drey und achzig Departements . Diese Kar=
te
giebt also eine genaue Darstellung des gan=
zen
Kriegsschauplatzes , wenn er auch in der
Folge mehr auf = oder abwärts verlegt werden
sollte . Die übrigen eilf Blätter enthalten die

vorzüglichsten Festungen , welche auf dieser
Gränze während des Krieges einer Belagerung
ausgesetzt sind , als : Neubreysach , Straßburg ,
Kehl , Landau , Metz , Luxemburg , Namur ,
Mons , Tournay ( Dornik ) Lille , Valencien=
ne
u . s . w . Doch werden nicht nur diese ,
aber auch nicht gerade alle diese , sondern die=
jenigen
geliefert , die durch die Umstände die
interessantesten werden . Bey jeder Festung
wird wieder eine kurze historische Nachricht
von ihrer Entstehung und ihren kriegerischen
Schicksalen beygefügt . Ganz besonders wird
aber hier auf richtige und genaue Jllumina=
tion
gesehen , weil sie diesem Gegenstande zur
Erläuterung dienen muß . Das erste Blatt
oder die Gränzkarte selbst wird Donnerstags
den 14 . Juni , und sodann mit jedem Don=
nerstage
ein folgendes , jedes für 15 kr . er=
scheinen
. Ausser der Pränumeration wird
nachher kein Stück hindangegeben . Die Her=
ren
Pränumeranten aber erhalten mit dem
zwölften oder letzten Stücke ein gestochenes
Titelblatt zu diesem Atlasse unentgeltlich .
Jn Wien wendet man sich an das v . Reilly=
sche
Landkarten = Verschleißkomptoir in der
Singerstrasse Nr . 932 vom rothen Apfel her=
über
. Ausser Wien in Prag an Hrn . Widt=
mann
Buchh . , in Brün an Hrn . Gastel Buchh ,
in Preßburg an Hrn . v . Weissenthal , in Grätz
an Hrn . Trötscher Buchh . , in Laybach an
Hrn . Korn Buchh . , in Jnsbruck an Hrn .
Merx Buchh . , in Salzburg die Mayrische
Handlung , in Passau an Hrn . Nothwinkler
Buchh . , in Botzen an das k . Oberpostamt ,
in Bamberg an Hrn . Göbhart Buchh . , in
München an Hrn . Lindauer Buchh . , in Krems
an Hrn . Möstl Buchhändler . Wien den 10 .
May 1792 .


Neue Musikalien .

Bey Sukowaty , Hoftheater = Copist , am Pe=
tersplatz
im Mazischen Haus Nr . 554 im Hof
rechts im 3ten Stock , werden neue Quartetten
für 2 Violin , 1 Viola , und Violoncello aus
der beliebten Opera des Hrn . Cimarosa : Il
Matrimonio secreto auf Pränumeration pr .
7 fl . 30 kr . bis den 15 . k . M . Juny heraus=
gegeben
. Folgende Stücke fürs Klavier gut
übersetzt und mit beygeschriebenen Singstim=
men
aus eben derselben Opera sind alsogleich
bey ihm zu haben :

Duetto , Car von dubitar , 49 kr .

Jo ti lascio , perche uniti , 35 kr .

Terzetto , Le faccio un inchino ; 1 fl .

Aria , Perdonate Signor mio , 46 kr .

Duetto , Se fiato in corpo avete , 1 fl . 10 kr .

[14]

Terzetto , Cosa farete , 49 kr .

Aria poi Quintetto , Del lasciate ch'io re-
spiri
, 1 fl .


Musikalienankündigung .

Bey Fr . A . Hoffmeister Musik = Kunst = und
Buchhändler in der Wollzeil Nr . 803 , neben
dem Schwebbogen , sind folgende Arien aus
der beliebten Oper : die Zauberflöte , von Hrn .
Mozart , beym Klavier zu singen :

Aria , Jn diesen heil'gen Hallen , 8 kr .

Alles fühlt der Liebe Freuden , 9 kr . ( die
der Mohr singt

Jch Narr vergaß der Zauberdinge , 8 kr .

Ach ich fühl' es ist verschwunden , 9 kr .

Der Vogelfänger bin ich ja , 7 kr .

Ein Mädchen oder Weibchen , 9 kr .

Wie stark ist nicht dein Zauberton , 12 kr .

Das Bildniß ist bezaubernd schön , 12 kr .

Der Hölle Rache kocht in meinem Her=
zen
, 12 kr .

Papagena , Weibchen , Täubchen , meine
Schöne , 20 kr .

mit Recitativ , Zum Leiden bin ich aus=
erkohren
, 15 kr .

Duetto , Bey Männern welche Liebe fühlen ,
10 kr .

Tamino mein , o ! welch ein Glück , 8 kr .

Pa Pa Papagena bist du mir ganz ,
15 kr .

Bewahret euch für Weibertücke , 7 kr .

Terzetto , Du feines Täubchen nur herein , 14 kr .

der 3 Knaben , zum Ziele führt dich die=
se
Bahn , 9 kr .

Seyd uns zum zweytenmal will=
kommen
, 9 kr .

Soll ich dich Theurer nicht mehr sehen ,
22 kr .

Glockenspiel und Coro zwischen Pamina und
Papageno , 9 kr .
Marsch , Wir wandelten durch Feuerglut , 8 kr .

Während den Zug in dem Weisheits=
tempel
, 8 kr .

Chor , O Jsis und Osiris schenket , 8 kr .

Die Ouvertur für das Klavier , 20 kr .


Bey Joseph Gerold , k . Hof = und Universi=
täts
. Buchhändler am Dominikanerplatz Nr .
724 ist ganz neu zu haben :

Deutsches Brevier für Stiftsdamen und Klo=
sterfrauen
. 2 Bde . , welche den Winter = und
Frühlingstheil enthalten . gr8 . 792 . 72 Bo=
gen
stark . ungeb . 3 fl . 30 kr .

Rieß ( L . ) historisches Lesebuch aus der heil .
Schrift , Kirchen und Weltgeschichte , zum
nützlichen Gebrauch und Unterhaltung für alle

Stände . 2 Bde . gr8 . 791 . 95 Bog . 4 fl .

Nützliches Addreß = und Reisebuch , oder Archiv
der nöthigsten Kenntniße von Wien für rei=
sende
Fremde und Jnländer . 8 . Wien 792 .
30 Bogen stark , kostet in ordinären Band
1 fl . , mit Schuber 1 fl . 8 kr . , auf schönen
Schreibpapier in Franzband 1 fl . 45 kr .

Glückszufälle für Neugierige auf das gegen=
wärtige
Jahr . 8 . Wien . geb . 12 kr .

Der wienerische Sekretär auf alltägliche Fälle
für das gemeine Leben , von Fr . X . S . Rie=
del
, Lehrer in der Theresianischen Ritter=
akademie
in Wien . Zum Gebrauch für je=
den
der in der Briefstellerey und andern
schriftlichen Aufsätzen Unterricht verlangt und
bedarf . 4te viel vermehrte Auflage . gr8 . 790 .
41 Bogen stark ungeb . 1 fl . 54 kr . braunsteif
2 fl . 8 kr .

Kräutermanns ( Dr . v . ) Lehre von den untrüg=
lichen
Kennzeichen des Urins , des Pulfes ,
der Temperamente , und des Bluts . m . An=
merkungen
versehen , und durchgehends ver=
bessert
. 8 . 788 . 18 Bogen . blausteif 36 kr .

Vortrefliches Hausbuch für Frauen und Mäd=
chen
in 6 Absätzen . Enthält die vornehmsten
Pflichten eines ledigen und verheiratheten
Frauenzimmers verschiedene Lehren für alle
Auftritte des menschlichen Lebens , wie auch
Erinnerungen an das schöne Geschlecht zur
Ausbildung , nebst einer Anweisung zu einer
guten Lebensart und andern Kenntnissen in
ökonomischen Geschäften . Alsdann einem zur
Erhaltung der Gesundheit und Schönheit ,
nebst allerhand bewährten und auf Erfah=
rung
gegründeten Hausmitteln , in verschie=
denen
Krankheiten zu gebrauchen . 8 . 28 Bo=
gen
stark auf Druckpap . 1 fl . 15 kr . braun=
steif
1 fl . 24 kr . auf Postpap . 1 fl . 30 kr . in
Franzband 1 fl . 50 kr .

Wienerischer Kommerzial = oder Geschäftsallma=
nach
auf das Jahr 1792 . Ein gemeinnützi=
ges
Buch für jedermann . geb . 40 kr .


Nachricht
an die resp . Hrn . Abnehmer von Wolfs
meiner Geschichte der Jesuiten .

Die gute Aufnahme dieser Geschichte , wo=
von
nun schon der 2te Band in den Händen
der Hrn . Pränumeranten ist , hat es möglich
gemacht , daß ich hiemit die Erscheinung des
3ten Bandes auf den 4 . Juny bestimmen kann ,
und da während dieser Zeit Hr . Wolf . der ver=
dienstvolle
Verfasser dieser Geschichte uns mit
einem 4ten Bande , eben so reichhaltig an an=
ziehenden
Jnteresse , und ganz in dem Geiste
der ersten 3 Bände geschrieben , beschenket hat ,

[15]

so wird derselbe um den 4 . July d . J . zu er=
heben
seyn . Dieser 4te Band , der die neueste
Zeitgeschichte dieses Ordens zum Gegenstande
hat , schliest dieses ganze trefliche Werk ; und
da selber nicht nur um einige Bogen stärker ,
als die vorhergehenden Bände , sondern auch
mit einem Verzeichniß älterer und neuerer
Schriften den Jesuitenordens betreffend und mit
einem allgemeinen Register aller 4 Bände über
die vornehmsten Personen und Sachen verse=
hen
ist , so ist der Preis für diesen 4ten Band
um 10 kr . erhöhet , folglich auf 50 kr . festge=
setzt
worden . Um diese allgemeine Geschichte
dieses so berühmten als berüchtigten Ordens
der Gesellschaft Jesu so viel möglich vollstän=
dig
zu machen , wird der Verleger die eben so
berühmten Provinzialbriefe über die Sitten=
lehre
und Politik der Jesuiten von Blasius
Paskal , alle , 3 Bändchens in zween Bände ,
eingetheilt , jeden zu 40 kr . liefern . Die Vor=
ausbezahlung
auf den ersten Band geschieht bey
Empfang des 4ten Bandes der Geschichte ; doch
können auch jene hierauf pränumeriren , die
diese Geschichte nicht abgenommen haben . Der
Jnhalt des 4ten Bandes sammt den Provin=
zialbriefen
ist bey mir und nächstens bey mei=
nen
bekannten Hrn . Verlegern unentgeldlich zu
haben . Brünn den 12 . May 1792 .
Joseph Georg Traßler , Buch=
drucker
, Buch = und Kunsthändler .


Nachricht
für Freunde der Zahlenlotterie .

Untern Tuchlauben im Seitzerhof im dasigen
Tabacksgewölbe sind zu haben : 16 Plane , oder
eben soviel verschiedene Methoden , um mittels
Pyramid = und anderen leichten Rechnungen die
Numern im Lottospiel zu errathen , das Stück
einzeln 20 kr . , alle 16 Plane zusammen 4 fl .
30 kr . Der Abnehmer aller 16 Plane erhält
über dies eine besondere kleine schöne Rech=
nung
, welche erst kürzlich in 4 Numern einen
ganzen Terno gab , wie auch ein Spiel auf
den Ruf , welches in den letzten beyden Zie=
hungen
richtig zutraf , unentgeldlich ; einzeln
kostet jedes dieser zween Stucke 40 kr . Ue=
brigens
geben alle diese Plane überhaupt nur
sehr wenig Numern , daß also von allen füg=
lig
Gebrauch gemacht werden kann ; den 12 .
May auf den Wienerzug gaben Nr . 1 Nr . 9
und Nr . 11 nicht mehr als 10 Numern , und
mit diesen 10 Numern alle 5 Treffer .


Wägen zu verkaufen .

Es ist ein noch bey bestem Stande , auf 4
romanischen eisenen Federn , mit dergleichen

Bögen , und Legeisen bey den Achsen , verse=
hener
4sitziger Wagen , der sowohl bey der Stadt
als auf Reisen zu gebrauchen , grün lakirt ,
und mit fast ganz neuem weissen Tuch ausge=
futtert
ist , um billigen Preis zu verkaufen ; dann
ein ganz neues Reisekalesch mit Riepen , mit
silberfarben holländischen Plusch ausgefuttert ,
auf 4 und 2 Personen zu führen ; selbes ste=
het
vorn auf einer Prellfeder , und hängt hin=
ten
in eisenen Schneckenfedern , ist auf 4 Per=
sonen
zu decken , das Dach zum herausziehen ,
und die Axen zum verschrauben ; man hat sich
deshalb in der Jägerzeil beym schwarzen Thor
Nr . 13 , allwo selbe gesehen werden können ,
beym Hausinhaber zu melden .


Wagen zu verkaufen .

Es ist ein fast ganz neuer Bastard mit star=
ken
englischen Federn , und weissen Tuch aus=
gemacht
, auch zum reisen sehr bequem , täg=
lich
zu verkaufen , und kann man sich des Prei=
ses
wegen täglich vormittag zwischen 10 und
12 Uhr , nachmittag von 2 bis 5 Uhr auf der
Kaiserstrasse unweit der Mariahilferlinie zur
Toleranz Nr . 364 des weitern erkundigen .


Wägen zu verkaufen .

Jm tiefen Graben im Harpfischen Haus bey
dem neu angehenden Sattlermeister sind ver=
schiedene
neue Stadtwagen , wie auch Reis=
wägen
, samt einen Gallawagen um billige
Preise zu verkaufen . Auch sind bey ihm Wa=
genstellungen
zu haben .


Wagen zu verkaufen .

Ein von dem berühmten Sattler Simon zu
Brüssel verfertigter und blos zur Hieherreise
gebrauchter 4 oder 6sitziger Reisewagen ist
täglich zu verkaufen , und kann in der Herrn=
gasse
Nr . 58 angesehen , auch beym Haushof=
meister
daselbst der Preis davon erfahren
werden .


Modewagen zu verkaufen .

Auf der Laimgrube nächst den Karmelitern
bey dem Sattler , Christoph Beyer , ist ein
ganz nach der neuesten Mode verfertigter
Schwimmer , welcher hauptsächlich bey den
zu bevorstehenden Krönungen zu gebrauchen
wäre , täglich zu verkaufen . Auch sind da=
selbst
noch verschiedene andere Wägen zu haben .


Wagen zu verkaufen .

Ausser Mariahilf beym weissen Adler Nr .
169 ist ein 4sitziger Reiswagen , welcher auf
4 Federn stehet , ganz neu , und mit aller Zu=
gehör
und Bequemlichkeit versehen ist , täglich

[16]

zu verkaufen . Kauflustige haben sich deswegen
daselbst bey dem Hausinhaber um das mehrere
zu erkundigen .


Kalleß zu verkaufen .

Ein 4sitziges Kalleß , auch zur Reise gerich=
tet
, welches im Auslande und sehr gut ge=
macht
ist , mit 4 hölzenen Federn , dabey Noth=
riemen
, eisenen Bögen , die 4 Räder ganz von
Nußbaumholz , mit grünen Tuch gefüttert ,
und das ganze Kalleß grün lakirt , vorne ei=
nen
Koffer und eine grosse Laterne in der
Mitte hat , ist täglich zu verkaufen . Wer sol=
ches
zu sehen beliebet , hat sich bey dem Hof=
sattler
in der Wallnerstrasse Nr . 147 anzufragen .


Pierutsch zu verkaufen .

Am Salzgries im Passauerhof ist ein neues
hohes modernes Pierutsch mit eisenen Schwan=
nenhälsen
, das Kastel lakirt mit einer Bor=
dur
, das Gestell roth angestrichen , täglich zu
verkaufen . Kauflustige haben sich diesfalls in
der dasigen Schmiede anzufragen .


Pferd und Wägen zu verkaufen .

Es sind täglich zwey 3jährige , 16 Faust ho=
he
langgestreckte breitbrüstige lichtbraune Wal=
lachen
, aus dem Czakaturner Gestütt ohne
mindesten Fehler , und die bereits ein halbes
Jahr täglich eingespannet worden , zu verkau=
fen
; ferner ein ganz neues noch nie geführtes ,
fein lakirtes mit breiter Bordur eingefaßtes ,
in stehenden Federn hangendes , mit extrafei=
nem
weissen Tuch ausgemachten , ganz gerin=
ges
Pierutsch auf 2 Personen , mit 2 eisenen
Schwannenhälsen versehen ; dann ein neues auf
Pariserart mit hohen Rädern versehenes , in
vergoldeten Federn hangendes Pierutsch , eben=
falls
mit seinem weissen Tuch ausgemacht , und
ein ganz leichtes wenig gebrauchtes , mit ro=
then
Saffian ausgemachtes , mit einem eisenen
Schwannenhals versehenes , auf 7 Personen zum
sitzen gerichtes , in Federn hangendes Reisepie=
rutsch
. Des weitern beliebe man sich im Bur=
gerspital
dem Kärntnerthortheater gegenüber
im ersten Hof links Nr . 6 Stiege Nr 18 ,
bey dem dasigen Hausmeister , Johann Mun=
schedel
, anzufragen .


Aerostatische Figuren zu verkaufen

Eine Sammlung von besserer Art aus dop=
pelten
Goldschlagerhäuteln nach der Kunst in
Lebensgrösse zusammengesetzter ärostatischer Luft=
figuren
mit allen ihren Schattirungen und Far=
ben
, nebst verschiedenen hiezu gehörigen und
brauchbaren Jnstrumenten , bestehend in einem
auf einen braunen Pferd reitenden türkischen

Frauenzimmer , einen vollkommen grossen mit
Pelzwerk angekleideten Mann mit einem Barth ,
einem Weinfaß , worauf Bachus sitzet , und
den Anwesenden Gesundheit zutrinket , mit Gir=
landen
gezieret , das Erzherzoglich Oesterreichi=
sche
Wappen , mit allen angebrachten Zeichnun=
gen
, dann 2 grosse , und mehrere kleine Luftbal=
lons
; sind für Kenner und Liebhaber , sowohl
theilweis , als auch zusammen , täglich zu verkau=
fen
. Hände sich jedoch jemand , der eine Unter=
nehmung
damit zu machen gedächte , und die
baare Zahlung nicht ganz prästiren könnte , so
ist man auch erböthig gegen hinlängliche Si=
cherheit
deshalb Termine einzugehen . Mehre=
res
beliebe man sich im Rathgassel neben dem
Fischhof im Hause wo der Schlosser ist beym
englischen Schlüssel Nr . 640 im 2ten Stock
zu erkundigen .


Dachziegel zu verkaufen .

Auf dem Ziegelofen zu Vösendorf stehen bis
hundertausend gut gebrennte Dachziegel um
billigen Preis zum Verkauf . Kauflustige kön=
nen
sich bey dem daselbstigen Ziegelplatzmei=
ster
hierwegen täglich melden .


Monatzimmer zu verlassen .

Jm freyherrl . v . Gilleisischen Haus Nr . 25
in der Herrngasse , sind im 2ten Stock 7 schön
eingerichtete Zimmer , nebst Küche und Neben=
zimmer
, täglich zu verlassen .


Wohnungen zu verlassen .

Kommenden Michaeli ist in der Stadt am
Stockimeisenplatz Nr . 610 der 3te Stock , be=
stehend
aus 8 Zimmer , 2 Kucheln , 2 Holz=
lagen
, 2 Keller , und Boden zu verlassen . Man
hat sich dieserwegen beym Hausmeister daselbst
des mehrern zu erkundigen .


Kleines Lustgebäude samt Mayerhof zu ver=
lassen
, oder zu verkaufen .

Dieses Gebäude ist schön und wohlgebaut ,
eine halbe Stunde ausser der Favoritenlinie an
der Laxenburgerallee , besteht im ersten Stock
aus 4 schön spalierten Zimmern , wovon 2 mit
Parquetböden , und einem schön ausgemalten
Saal mit einer Altona ; dann zu ebener Erde
aus 4 ausspalierten Zimmern , 1 Kabinetl , und
1 Salletl , 1 Kuchel mit einem Brunn , Obst =
und Kuchelgarten , und in der Mitte einen
schönen grossen Ziergarten mit Alleen , Bogen=
gängen
, einem schönen Glorietl , einem Lust=
haus
, Glashaus , und mehreren Verzierungen ,
2 gewölbten Pferd = und 1 Kühstallung , ge=
mauerten
Wagenschupfen , 2 gemauerte Stadl .

[17]

und sonstigen zu dem Mayerhof gehörigen Be=
quemlichkeiten
, 2 Keller , wovon auf einem
noch ein besonderes Lusthaus sich befindet , dann
eine Eisgrube . Dazu gehören noch 20 Joch
Aecker von guten Grund . Die Liebhaber kön=
nen
sich des mehreren bey dem burgerl . Bier=
wirth
, Hrn . Stänzel , in der Wipplingerstras=
se
Nr . 420 erkundigen .


Baugrund zu verkaufen .

Jm Altlerchenfeld in der neuen Alleegasse
ist ein Baugrund von 90 # Klafter , samt
einen sehr grossen darunter liegenden Keller ,
täglich um einen billigen Preis zu verkau=
fen
; Liebhaber dessen können sich gegenüber
bey dem Eigenthümer Nr . 191 zu ebener Er=
de
anmelden .


Haus zu verkaufen , oder zu verlassen .

Es ist ausser der Mariahilferlinie nicht weit
von Schönbrunn in der schönsten Lage und
Aussicht ein mit 1 Stockwerk versehenes neu=
gebautes
Haus , samt Stallung , Wagenschu=
pfen
und Garten in Bestand zu verlassen , oder
zu verkaufen ; das mehrere ist bey Hrn . Jo=
seph
Bostar in der Stadt in der Naglergasse
Nr . 196 . im 2ten Stock rückwärts zu erfragen .


Haus auf dem Land zu verkaufen .
Wer ein , eine Post von Wien in einer an =

genehmen Gegend liegendes , gut und bequem
gebautes Haus , samt einem grossen Obst = und
Grasgarten zu kaufen dächte , kann in der Her=
rengasse
im Hause Nr . 18 im 4ten Stock auf der
Hauptstiege bey dem Schneidermeister das meh=
rere
erfragen .


Haus zu verkaufen .

Ein Haus , nur 100 Schritt außer der Li=