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Wiener Zeitung.

Nr. 87, 30. Oktober 1793

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[1]

Jnländische Begebenheiten.

Wien.

Sonntags hatte der jüngsthin allhier
eingetroffene neue päpstl. Nuntius,
Monsignore Luigi Ruffo, aus dem Nea=
politanischen
fürstl. Hause di Scilla ꝛc.
Erzbischof zu Apaman, die Ehre, Sr.
Maj. dem Kaiser, sein Beglaubigungs=
Schreiben
zu überreichen, und Tags darauf
bey Jhrer Maj. der Kaiserinn, und der
Erzherzoge und Erzhorzeginnen KK. HH.
zur Audienz vorgelassen zu werden.

Jngleichen hat der bis zur Ankunft des
vorbenannten Hrn. Nuntius, als Jnter=
nuntius
b⟨e⟩stellt gewesene päpstl geheime
Kämmerer Monsignore Benedetto Agosti=
ni
Zamperoli, wegen seines nunmehrigen
Austritts und seiner bevorstehenden Abreise
die Urlaubsaudi⟨e⟩nz bey beyden Kais. MM.
sowohl, als sämmtlichen durchlauchchtigsten

Erzherzoglichen Herrschaften KK. HH. er=
langet
.

Der von dem Königl. Portugiesischen
Hofe an Se. Maj. den Kaiser zu Abstat=
tung
des Glückwünschungs=Kompliments
über die beglücktest angetretene Regierung
anher abgeschickte und nachher an den Kön.
Preußischen Hof als ausserordentlicher Ge=
sandter
und bevollmächtigter Minister be=
stimmte
Vicomte d'Anadia, hat ebenfalls
bey beyden Kais. MM. und JJ. KK. HH.
seine Abschiedsaudienz, und zugleich von des
Kaisers Maj. eine mit Brillanten besetzte
Tabatiere zum Andenken erhalten.

Nachdem des Königs von Großbritan=
nien
Majestät, als Kurfürst zu Braun=
schweig
=Lüneburg, an das Kais. Hofla=
ger
, nebst Jhrem bereits hier anwesenden
bevollmächtigten Minister, Freyherrn von

[2]

Mühl, annoch einen ausserordentlichen
Abgesandten, in der Person des Grafen
von Hardenberg, abgeordnet haben; so
hat in solcher Eigenschaft letzterer, Sonn=
tags
und Montags bey beyden Kais. MM.
und den übrigen Kais. Herrschaften die ge=
wöhnlichen
Antritts=Audienzen zu erhalten,
die Ehre gehabt.

Se. Maj. haben den General= Feldmar=
schallieutenant
, kommandirenden General
im Königreiche Slavonien, und im Her=
zogthum
Syrmien, des militarischen Eli=
sabeth
=Theresien=Ordens Ritter, Johann
Georg v. Geneyne, in Rücksicht auf des=
sen
durch 49 Jahre geleistete vorzügliche
Militardienste, und zum Zeichen der aller=
höchsten
Zufriedenheit zum wirkl. Kön. erb=
ländischen
geheimen Rath zu ernennen geruhet.

Se. K. K. Maj. haben den ehemahligen
Postmeister in der Königl. Stadt Jglau,
Johann Gallasch, in mildester Rücksicht
auf dessen bey dem Militare durch 16 Jah=
re
als Oberlieutenant, und durch 15 Jahre
als Postmeister, zusammen durch 31 Jahre
dem Staate geleisteten ersprießlichen Dien=
ste
, in den Adelstand der gesammten deut=
schen
Erbstaaten für sich und seine ehelichen
Leibeserben männlichen und weiblichen Ge=
schlechts
, mit dem Ehrenworte Edler von,
allergnädigst zu erheben geruhet.

Jngleichen haben Se. Maj. den als Se=
kretar
bey der Mährisch=Schlesischen Staats=
güter
=Administrazion angestellten Johann
Albert Speil, Besitzer des Landgutes
Weisöhlhütten, Olmützer Kreises in
Rücksicht auf seine durch mehrere Jahre
mit Auszeichnung geleisteten Dienste in den
erbländischen Ritterstand mit dem Ehren=
worte
, Edler v Ost⟨h⟩eim, sammt seinen
Nachkömmlingen zu erheben, und ihm zu=
gleich
das Jnkolat für die böhmischen Erb=
lande
zu verleihen allergnädigst geruhet.

Nachdem Se. K. K. Maj. den Landes=
gouverneur
von Steyermark in Erwä=
gung
der sich täglich mehr häufenden poli=
tischen
Landesgeschäfte, zu einiger Erleich=
terung
seiner Amtsbürde, von dem fer=
neren
Vorsitze bey dem Steyermärkischen

Landrechte zu entledigen, und die⟨se⟩n an den
wirklichen geheimen Rath und seitherigen
Präsidenten bey dem Lemberger Landrechte,
Johann Freyherrn von der Mark, zu über=
tragen
geruhet haben, so ist derselbe am
21. d. M. durch den Hrn. Gouverneur in
bemeldter Eigenschaft eines wirklichen Land=
rechtspräsidenten
gewöhnlichermassen instal=
liret
, und hat auch hierauf den Vorsitz bey
der Rathssitzung dieser adeligen Justitzstel=
le
genommen.


Ausländische Begebenheiten.

Maroko.

Beschluß des letzthin abgebrochenen Ma=
nifestes
des Kaisers von Maroko.

Hierauf gaben die Obgenannten der Ar=
mee
und dem Volke Nachricht über meine
Denkungsart, versammelten sich auf das
neue, und riefen mich als ihren Kaiser aus.

Dank sey dafür Gott dem Herrn, und
Einigkeit und Friede sollen herrschen unter
den Muselmännern dieses Reiches: Jch
bitte Gott, daß es in der ganzen Welt so
geschehe, und daß er seine barmherzigen Au=
gen
auf das Französische Reich werfe, von
welchem man mir sagt, daß es von einem
innerlichen Kriege zerfleischet werde, ja daß
dieses seit so vielen Jahrhunderten wegen
seiner Größe seiner guten Ordnung, und
seines Reichthums so berühmte Französische
Reich der beweinenswürdigste Gegenstand
geworden sey; daß unredliche Menschen die
Thronfolge ihrer Könige haben unterbre=
chen
wollen, welche seit Jahrhunderten von
Vater auf Sohn überging; daß sie sich ge=
gen
die alten Gesetze aufgelehnt, und dafür
Unordnung und Todtschlag eingeführt, und
endlich das Maß des Lasters voll gemacht
haben durch die Ermordung ihres recht=
mäßigen
Souverains, welcher mit meinem
durchlauchtigsten Vater in enger Verbindung
stand. Diese gräuliche und unerhörte La=
sterthat
hat mich mit dem lebhaftesten
Schmerze durchdrungen; doch verminderte
sich meine Bestürzung in etwas, als ich

[3]

hörte, daß nicht alle Franzosen von glei=
cher
Denkart seyn, und daß ein beträchtli=
cher
Theil dieser grossen Nation darauf behar=
re
, einen König von dem Geschlechte des
Umgebrachten haben zu wollen. Was mich
aber tröstet, ist dieses, daß ich weiß, daß
Sultan Selim, welchen Gott vor allem
Uebel bewahre, keinen Gesandten hat anneh=
men
wollen von diesen Rebe⟨l⟩len und Fein=
den
Gottes und der Könige der Erde, die=
sen
Verschwornen wider ihren rechtmäßigen
Vater und König, seinen innigsten Freund
und Alliirten, wie dieses die Könige von
Frankreich von undenklichen Zeiten durch
die engsten Verbindungen mit der hohen
Pforte gewesen sind.

Jn Folge dessen bin ich auch unterrich=
tet
worden, daß alle Souveraine von Eu=
ropa
, der deutsche Kaiser, die Kaiserinn
von Rußland, die Könige von Spanien,
England, Portugall und Preußen, die
Republik Holland, und endlich alle Sou=
veraine
, welche sich zum Gesetze Jesu be=
kennen
, mit aller ihrer Macht sich verei=
nigt
haben, um dem Sohne des so grau=
sam
ermordeten Königs von Frankreich
den Thron zurück zu geben, und das vori=
ges
Ansehen, die Gesetze des Reichs, seine
alten Gerwohn⟨h⟩eiten, und seine vorige Ver=
fassung
wieder herzustellen.

Jch erkläre also vor der ganzen Welt,
daß ich eben so denke, wie diese gros=
sen
Monarchen, und finde es nützlich, daß
alles dieses zur Glückseligkeit der Men=
schen
überhaupt und eines jeden insbeson=
dere
ausgeführt werde; denn alles das,
was die Souveraine gethan haben, und
noch thun, ist der Wille Gottes, der stäts
groß und gerecht ist, und welcher will,
daß man den verfolgten Unglücklichen bey=
stehen
soll.

Jch erbiethe mich daher mit allem dem,
was in meiner Macht steht, zu dieser gros=
sen
Unternehmung mitzuwirken, und ver=
biethe
hiermit den Eintritt in meine Staaten
allen diesen rebellischen und lasterhaften Men=
schen
, welche ihren rechtmäßigen Herrn und
König nicht erkennen.

Gegeben zu Tetuan, den 22. des Mon=
des
Romadan, im Jahr 1207.

Portugall.

Auszug eines Schreiben aus Lissabon
vom 21. September: Obschon unser Hof
bisher in dem wichtigen Streite, der die
größten Mächte von Europa gegen das
Französische Unwesen beschäftiget, als neu=
tral
ist angesehen worden, so hat derselbe doch
nicht unterlassen auf das genaueste die Ver=
pflichtungen
zu erfüllen, wozu er gegen
England und Spanien verbunden ist.
Der mit ersterem Lande bestehenden Allianz
zu Folge, befindet sich gegenwärtig eine
Portugiesische Flotte, zum Gebrauche der
Großbritannischen Regierung, in den Eng=
lischen
Häfen, und auf das Ansuchen des
Spanischen Hofes, um Verabfolgung des
durch die Verträge bestimmten Korps von
Hülfstruppen, ist ein solches aus dem
Kern der Portugiesischen Landtruppen zu=
sammengesetzt
worden. Die meisten Of=
fiziere
sind Freywilige, die sich aus allen
Regimentern zu dieser neuen Bestimmung
angebothen haben. Das Artillerie= Deta=
schement
insbesondere, welches aus 420
Mann besteht, zeichnet sich vor allen an=
deren
aus. Man war lange ungewiß, wel=
che
Bestimmung dieses Hülfskorps erhalten
würde, das von dem Prinzen von Brasi=
lien
, als Regenten des Königreichs,
ganz dem freyen Gebrauche des Spani=
schen
Hofes ist überlassen worden; vor
einigen Wochen aber vernahm man, daß
es zur Armee des Generals Ricardos,
in Roußillon stossen, und daher unter
Bedeckung einiger Kriegsschiffe, nach der
Bucht von Rosas gebracht werden soll.
Am 10. d. M. sollte die Einschiffung ge=
schehen
, weil aber dazu noch nicht alles in
Bereitschaft war, so wurde dieselbe bis
zum 17. verschoben. An diesem Tage aber
hat sie angefangen, und ist so eifrig
fortgesetzt worden, daß gestern die ganze
Flotte, welche aus 3 Linienschiffen, 2 Fre=
gaten
, 1 Schaluppe und 7 Transportschif=
fen
besteht, mit den an Bord genommenen

[4]

Truppen, 5000 Mann an der Zahl, in
See gegangen ist. Die Truppen stehen un=
ter
dem Kommando des Mareschal de
Camp Forbes, welcher sich mit dem Gene=
raladjutanten
, Grafen d'Assumar, drey
anderen Adjutanten, und den drey Divi=
sions
=Kommandanten Don Francesco No=
ronha
, Don Antonio Noronha, und Don
Correa de Mello am Bord eines der drey
oben erwähnten Linienschiffe befindet. Jn
ihrer Begleitung befinden sich verschiedene
ansehnliche Freywillige, und darunter der
französische Prinz Montmorency, ein Sohn
des Herzogs v. Lüxemburg und der Eng=
lische
Herzog von Northumberland, wel=
cher
unter dem Nahmen Lord Percy, schon
im Amerikanischen Kriege sich rühmlich be=
kannt
gemacht hat. Die Flotte steht un=
ter
den Befehlen des Don Pedro Moriz de
Souza=Sarmento. Da sich unter den
Seeoffizieren viele Engländer befinden, so
hat dieses unter dem Portugiesischen Schiffs=
volk
einige Bewegungen veranlasset, die aber
ohne Folgen waren.

Spanien.

Der König hat zur Verstärkung der ge=
gen
Frankreich zu Felde liegenden Amee
eine neue Rekrutirung von 60,000 Mann
ausgeschrieben, die so schnell als möglich
aufgebracht werden sollen. Jnzwischen hofft
man, daß bis Anfangs Oktobers die Por=
tugiesischen
Hülfstruppen bey der Armee in
Roußillon eingetroffen seyn werden.

Diese Armee hat sich den Monath Sep=
tember
hindurch fast täglich mit den Fran=
zosen
sehr lebhaft, aber auf eine unent=
scheidende
Art, geschlagen, daher der Hof
über alle diese verschiedene Treffen keine
Berichte hat bekannt machen lassen.

Jtalien.

Die zwischen dem Großbritannischen und
dem Königl. Neapolitanischen Hofe bereits
unter dem 21. Julius d. J. abgeschlossene
Konvention ist nun öffentlich erschienen,
und lautet, dem wesentlichen Jnhalte nach,
also: Jhre Majestäten, da Sie die Ge=

fahr seh⟨e⟩n, in welcher sich ganz Europa
in Folge der Grundsätze befindet, welche die
Französische Revolution unter allen Natio=
nen
zu verbreiten zum Ziele hat, haben über
die Mittel denselben Einhalt zu thun, sich
einverstanden. Diesemnach garantieren sie
sich wechselseitig, durch gegenwärtigen in IX
Artikeln bestehenden Traktat, ihre gegensei=
tigen
Staaten, und verpflichten sich gegen
einander, nicht eher die Waffen niederzule=
gen
, bis ihnen alle Städte und feste Plä=
tze
, die ihnen vorher zugehöret haben, wie=
der
zurückgegeben seyn werden; sie wollen
einverständlich im Mittelländischen Meere
agiren; Se. Sizil. Maj. wird 6000 Mann,
mit 4 Linienschiffen, 4 Fregaten und 4 min=
deren
Kriegsfahrzeugen stellen; aber der
Transport der Truppen, so wie derselben
Unterhalt, geschieht auf Kosten Großbri=
tanniens
; es soll im Mittelländischen Mee=
re
eine Englische Flotte so lange verbleiben,
als es nothwendig ist, und bis die im An=
trage
stehenden Projecte ganz ausgeführet
seyn werden. Aller Handel zwischen den
Häfen beyder Sizlien und den Häfen
von Frankreich, besonders aber der Han=
del
mit Lebensmitteln, soll ganz verbothen
werden. Se. Sizil. Maj öffnet alle ihre
Häfen den Engländern, und schließt sie den
Franzosen. Se. Großbrit. Maj. wenn
über den bevorstehenden Frieden wird un=
terhandelt
werden, wollen das allgemeine
Wohl von Jtalien nicht ausser Augen las=
sen
. Se. Sizil. Maj. werden keinen Frie=
den
eingehen, als unter der Bedingung der
obenerwähnten Zurückstellung. Die Rati=
fication
dieser Konvention soll binnen 3
Monathen geschehen.

Sobald diese erfolgt war, ist die Königl.
Proclamation erschienen, wodurch Se. Si=
zil
. Maj. Jhre Gesinnungen in Ansehung
Frankreichs bekannt machen.

Dem bisher in Neapel gestandenen
Französischen Minister, der mit 10 Perso=
nen
seiner Nation nach Genua abgereiset
ist, folgte bald darauf auch der ehemahli=
ge
Consul von Frankreich mit 120 Per=
sonen
, und weil alle Franzosen die Sizilia=

[5]

nischen Staaten verlassen müssen, so sind
noch mehr als 1500 in dem Falle abzurei=
sen
. Für die meisten hat die Regierung schon
die nöthigen Pässe ausgefertiget; aber eini=
ge
sind angehalten worden, und unter die=
sen
befinden sich 5 Wechsler.

Frankreich.

Man hatte vermuthet, der neulich der
Nat. Konvent. gemachte Vorschlag, wegen
Umänderung der Zeitrechung, würde, gleich
mehreren anderen Anträgen, keine weiteren
Folgen haben; allein man irrte sich, denn
die National=Konvention hat ihn bloß
mit Hinweglassung der Anfangs angetra=
genen
lächerlichen Benennungen der Mona=
the
und Wochentage, wirklich in ein Dekret
verwandelt. Diesemnoch datiren sich schon
alle öffentliche Blätter vom 16. Tage des
ersten Monathes, im zweyten Jahre der
Französischen Republik, anstatt vom 7.
Oktober 1793. Ob diese Veränderung in
Frankreich allgemein Beyfall finden werde,
s⟨te⟩ht dahin. So viel ist indessen gewiß,
daß bereits in dem Jakobinerklube ein Schrei=
ben
aus Maubeuge vorgelesen worden ist,
worin es heißt: Die Nat. Konvent. wür=
de
besser thun, anstatt des Kalendermachens,
sich damit zu beschäftigen, Maubeuge und
andere Festungen in einen bessern Verthei=
digungsstand
zu setzen ꝛc.

Die sogenannten Vertreter des Volkes
schicken von allen Seiten Klagschreiben an
die Konvenion. Ueberall finden sie das
Volk unwillig und in vielen Gegenden öf=
fentlich
gegen die immer mehr zunehmende
Unterdrückung im Aufstande. Es murrt
und klagt über die Art, wie man mit sei=
nen
Deputirten umgeht, und schreit laut
darüber, daß man denselben immer das
Mordeisen der Guillotine über den Nacken
halte. Jn den Klubben geschehen gewaltsa=
me
Anträge wider Paris, welches allein
allen Departementen Gesetze vorschreibt.
Das Ungewitter zieht sich mehr als jemahls
zusammen, und alles zeigt an, daß die Pro=
vinzen
, welche an die Gegenden gränzen,
von wo sie Hülfe hoffen können, öffentlich

aufs⟨t⟩echen werden. Aunis ist bereits im
Aufruhr, und die Einwohner dieser Pro=
vinz
suchen die Gemeinschaft zwischen Poi=
tou
und Bordeaux zu eröffnen. Sain=
tonge
und Augoumois sind ebenfalls äus=
serst
mißvergnügt, und eben in diesen beyden
Provinzen geschehen die meisten Truppen=
aushebungen
wider die Royalistenarmee,
zu welcher sie bey der mindesten Möglich=
keit
übergehen werden.

Jndessen tobt die Konventions=Armee in
jenen Provinzen entsetzlich. Das Dekret,
welches befiehlt, die Gegenden in der Ven=
dee
, wo sich die Königlichgesinnten aufhal=
ten
, mit Feuer und Schwerdt zu vertilgen,
wird mehr als zu strenge beobachtet. Jn
der Besorgniß, sich in demjenigen zu irren,
was man unter dem Nahmen: Aufenhalt
der Rebellen, verstehen soll, stecken die
Generale alles Eigenthum, Wald, Gehölz,
Aer⟨n⟩dte, Städte, Flecken, Dörfer, Häuser,
Hütten ꝛc. in Brand, oder verwüsten es.
Schon laufen bey 10, 000 Patriotenfamilien
ohne Brod und Wohnungen umher, und
man hat bereits mehr Früchte und Vieh=
futter
ohne Noth und ohne Vortheil für
die Republik verwüstet, als man für die
Ernährung einer ganzen Armee den Winter
über brauchte.

Nach einem Schreiben des Kommissars
Gasparin aus Ouilloule vom 4. Okt., ha=
ben
die Touloner das Fort Pharon, welches
die Franzosen einige Tage vorher eingenom=
men
hatten, wieder eingenommen, und die
Spitze, wo sich die Franzosen halten wollten,
mit starker Macht besetzt. Adet, der A=
gent
des Seeministers, schreibt aus Mar=
seille
, unter dem 17. Sept., einer von sei=
nen
Emissaren habe ihm aus Toulon die
Nachricht gebracht, daß die Engländer da=
selbst
die Volksrepräsentanten Beauvais
und Preault, nebst dem alten Maire von
Toulon, am Galgen hätten sterben lassen.

Die Nat. Konvent. hat auf den Antrag
der vereinigten Heils= und Kriegsausschüsse
beschlossen, daß in jedem Kanton, wo ein
Friedensrichter ist, 6 Pferde für den Dienst
der französischen Kavallerie ausgehoben, und

[6]

auf jedes Pferd ein Säbel, 2 Pistolen
und 1 Paar Stiefel geliefert werden sollen.
Diese Pferde müssen am 1. Nov. 1793 in
einer von den im Dekrete bestimmten Städ=
ten
, ihrer Eintheilung gemäß, eintreffen,
und in jeder dieser Städte soll ein Volks=
vertreter
zur Beschleunigung gesagter Aus=
hebung
gesandt werden.

Endlich hat Lyon der Gewalt wei=
chen
müssen. Die Konventionstruppen ha=
ben
sich am 9. Oktober dieser Stadt be=
mächtigt
, und darin weiter nichts als Wei=
ber
und Kinder gefunden, nachdem der Ge=
neral
der Königlichgesinnten in der vorhe=
rigen
Nacht mit einigen tausend Mann
abgezogen war. So freudig man diese
⟨Na⟩chricht aufnahm, eben so ungehalten
ward man über den General Doppet,
weil er Lyon erobert hat, ohne zugleich
die darin befindlichen Royalisten zu fan=
gen
. Doch hat man die bald durch
die Nachricht getröstet, daß man den Ab=
gezogenen
nachgesetzet, und sie größtentheils
ermordet habe. Jndessen ist dekretirt wor=
den
, daß Lyon andern Städten zum war=
nenden
Beyspiele geschleift werden soll. Nur
die Wohnungen der armen, und der er=
würgten
, eingekerkerten oder verjagten Ja=
⟨k⟩obiner
bleiben stehen, und diese zusammen
werden den Nahmen: Ville affranchie ( be=
freyte
Stadt) tragen. Auf den Ruinen
von Lyon soll eine Säule errichtet wer=
den
, mit der Jnschrift: Lyon bekriegte
die Freyheit; Lyon ist nicht mehr; am 18.
Tage des ersten Monathes vom zweyten
Jahre der einigen und unzertheilbaren fran=
zösischen
Republik.

Der Gebrauch aller Englischen Waren
ist auf das strengste verbothen, und zu=
gleich
ist angeordnet worden, daß alles V⟨er⟩=
mögen
, welches Englische Unterthanen in
Frankreich besitzen, eingezogen und jeder
derselben in Verhaft gesetzt werden soll.

Die neuesten aus Paris eingehenden Be=
richte
lassen keinen Zweifel übrig, daß nun
auch die unglückliche Königinn das Schlacht=
opfer
von der Wuth und von der Rachsucht
der abscheulichen Rotte geworden, wel=

che alle göttlichen und menschlichen Rechte
unter die Füsse tritt, und mit allen mensch=
lichen
Gefühlen und Begriffen in offenba=
barem
Kriege ist. Nachdem man diese un=
glückliche
Fürstinn lange genug mit allen er=
denklichen
Martern gequälet, und zum Zeu=
gen
der vielfachen Lasterthaten gemacht hatte,
welche die Jahrbücher der Französischen Re=
volution
zum ewigen Gegenstand des allge=
meinen
Abscheues machen müssen, ist diesel=
be
vor einiger Zeit, wie eine gemeine Mis=
sethäterinn
, nach der Concierg⟨ri⟩e e, ohne
alle Schonung gebracht, und endlich dem
Blutgerichte, das nur eine Fortsetzung
der zu bekannten Mordscenen vom 2. und
3. Sept. v J. scheinet, überliefert wor=
den
. Die Verhandlung, der man zum
Hohn den Nahmen eines Prozess⟨e⟩s beylegt,
fing den 14. Octob. an und der ⟨öffentli=
che
Ankläger las ein Gewebe von Unge=
reimtheiten
, boshaften Lügen und ⟨Albern=
heiten
, auf welche zu antworten die erha=
bene
Fürstinn unter ihrer Würde finden
muste, und so ward sie dann für schuldig
erkläret, und am 16. wirklichhingerichtet.
Wenn etwas bey dem Anblicke dieser gräu=
lichen
Handlung den Schmerz, der alle füh=
lende
Herzen durchbohret, zu lindern ver=
mögend
ist, so kann es nur der Gedanke
seyn, daß endlich dadurch die Leiden dieser
edlen Königinn, die das Schicksalnur
kränken, nie beugen konnte, geendiget sind,
und die Ungeheuer, ihre Mörder, sich
selbst des kostbaren Unterpfandes beraubt
haben, dessen Erhaltung bisher noch eini=
germassen
das gerechte Rachschwert der
vereinigten Mächte hemmen konnte.

Vereinigte Niederlande.

Der Erbprinz von Oranien hat den Ge=
neralstaaten
berichtet, er sey am 3. Oktob.
mit seinem Korps von Anderlecht, bey
Brüssel, aufgebrochen, und zu Braime le
Comte eingetroffen, am 4. habe er den
Marsch nach Mons fortgesetzt und am 5.
nach Bettignieé, er habe hierauf die Posten
am linken Ufer der Sambre besetzt, und sein
Hauptquartier zu Gontrenil genommen.

[7]

Unter dem 8. Octob. gab der Prinz aus
dem eben genannten Hauptquartiere die
Nachricht von einem kleinem Postengefech=
te
, das an diesem Tage des Morgens
vorgefallen, und wobey der Kapitain Rei=
zenstein
, sonst aber nur 1 Mann, umge=
kommen
ist.

Am 9. ist Maubeuge zur Uebergabe
aufgefordert worden.

Von dem Grenadierbataillone von Ho=
henlohe
, welches man seit dem am 13.
Sept. bey Menin vorgefallenen Treffen,
ganz vermißte, haben sich ungefähr 150
Mann, welche versprengt waren, nach und
nach in Ypern eingefunden. Der Ueber=
rest
des Bataillons ist von den Franzosen
theils niedergemacht, theils gefangen worden.

Die dritte Kolonne von den Truppen der
Republik, welche der Antrag war, in das
Feld zu schicken, hat deßwegen noch keine
Befehle erhalten; es heißt vielmehr der
Prinz Erbstatthalter habe nach seiner Zu=
rückkunft
aus den K. K. Niederlanden
einen neuen Plan vorgeschlagen, um den
Verlust zu ersetzen, den die Holländische Ar=
mee
, besonders am 13. September, erlit=
ten
hat.

Der Verlust an diesem Tage ist jedoch,
vornehmlich an Offizieren, lange nicht so
groß gewesen, als man geglaubt hat.
Mehrere Offiziere, deren Anverwandte ih=
rentwegen
schon die Trauer angelegt hatten,
und die schon durch andere ersetzt worden
waren, sind wieder unter den Lebenden
erschienen. Dieses ist unter andern der
Fall mit dem Oberstlieutenante Pieter=
maat
, und mit dem Major van der Felz.
Beyde wurden bisher todt geglaubt,
und von beyden hat man kürzlich Nach=
richten
aus ihrer Gefangenschaft erhalten.
Die Vermuthung, daß so viele Offiziere
geblieben wären, erhielt dadurch Wahr=
scheinlichkeit
, daß man wegen derselben
nichts erfuhr; allein manche, die zu Ge=
fangenen
gemacht worden waren, konnten
entweder gar keine Briefe abschicken, oder
wurden von Lille weiter in das Jnnere
von Frankreich, nach Soissons, Amiens

und Rouen abgeführt. Der Generalma=
jor
van der Duyn von s'Gravenmoor,
hat sich ranzioniren wollen. Die Franzo=
sen
aber sollen 200000 Gulden von ihm
gefordert haben.

Die Einrichtung eines Korps reitender
Artillerie, welche schon lange im Antrage
war, ist endlich beschlossen werden. Die
Offiziere dieses Korps, welche größtenthe⟨il⟩s
aus emigrirten Franzosen bestehen, haben
bereits den Eid geleistet. Das Korps ist
in 2 Brigaden getheilt, und steht, so wie
die gesammte Artillerie, unmittelbar unter
den Befehlen des Prinzen Friedrich von
Oranien, der jetzt die neue Würde eines
Feldzeugmeisters bekleidet.

Dieser Prinz leidet noch immer an seiner
am 13. Sept. erhaltenen Wunde. Noch
am 14. Oktob. ist darin ein neuer Schnitt
gemacht worden; doch verspricht man sich
eine sichere und baldige Genesung.

Deutschland.

Auf die Danksagung, die im Nahmen
des ganzen deutschen Reichs am 9. Sept.
Sr. Majestät dem König von Preußen
für die Wiedereroberung von Maynz ab=
gestattet
worden ist, und an den Kurbran=
denburgischen
Gesandten am Reichstage zu
Regensburg, Grafen von Görz gerichtet
war, hat gedachter Gesandter am 7. Oc=
tober
folgende Note bey dem Reichrathe
vorgelesen:

Se. Königl. Maj. von Preussen, mein
allergnädigster Herr, haben mit wahrer
Rührung und besonderm Vergnügen dieje=
nigen
Gesinnungen des Dankgefühls ver=
nommen
, welche Allerhöchst denselben auf
Veranlassung Sr. Kurfürstl. Gnaden von
Maynz, von Jhren höchst und hohen
Mitständen durch eine gesammte hochan=
sehnliche
Reichsversammlung am 9. v. M.
in so verbindlichen Ausdrücken aus dem
Munde des Reichsdirektoril über die Wie=
dereroberung
der Kurfürstl. Residenz und
Festung Maynz, und über den siegreichen
Erfolg Dero Waffen sind dargebracht wor=
den
. Gerührt von diesen schmeichelhaften

[8]

Merkmahlen der Zufriedenheit und des
Dankes Sr. Kurfürstl. Gnaden von Maynz
und aller Jhrer höchst und hohen Mit=
stände
, haben Se. Königl. Maj den gnä=
digsten
Auftrag ertheilt, Jhre Empfindun=
gen
darüber auf das verbindlichste und
lebh⟨a⟩fteste den vortreflichen Gesandschaften
mit der angelegenen Bitte zu bezeugen,
daß dieselbe belieben möchten, Jhren al=
lerseitigen
höchst und hohen Mitständen da=
gegen
in Jhrem Nahmen die Versicherung
zu hinterbringen; wie Allerhöchst sie den
W⟨e⟩rth dieses Dankgefühls auf das voll=
kommeste
zu schätzen wüßten, und daß,
so wie Sie zeither, aufgefordert durch die
reinste und von Jhren glorreichen Voräl=
tern
angeerbte Vaterlandsliebe, sich für
die Erhaltung und Vertheidigung des Va=
terlandes
keiner Art von Aufopferung in
diese⟨n⟩ gefahrvollen Zeiten entzogen hätten,
Se. Königl Maj. auch nach solchen viel=
fach
durch die That schon bewiesenen Ge=
sinnungen
, nach dem ruhmvollen Beyspie=
le
Sr. Kaiserl. Majestät und in dem eng=
sten
Einverständnisse mit Jhren treuen
Bundsgenossen dero fortwährende Sorg=
falt
fernerhin der Sicherheit und Wohl=
fahrt
des werthen deutschen Vaterlandes
zu widmen entschlossen wären.

Nach Berichten aus Zweybrücken, vom
15 Octob. setzte sich der Preußische Gene=
ral
Prinz v. Hohenlohe, am 12. mit 5
Bataillonen Jnfanterie, einigen Eskadro=
nen
Hussaren und Dragonern, und einer
Batterie reitender Artillerie über Frohn=
burg
und Lamberg in Marsch, griff bey
Tages Anbruche ein französisches Korps,
das hinter Bitsch auf einem Berge, der
sogenannten Prinzenband, gelagert war, an,
und vertrieb sie nach einem heftigen Kano=
nen
= und Gewehrfeuer, während dem der
General Schladen mit gleich glücklichem
Erfolge ein Französisches Korps auf der
rechten Seite von Limberg anfi⟨e⟩l. Die
Preußen machten hierauf eine Wendung,
um das Fort Bitsch, über Stürtzelbrunn
und Aspelscheid, und kehrten am 13.
Abends nach einem äusserst beschwerlichen

Marsche durch Waldeigen und über fast
unübersteigbare Berge in ihr Lager zurück.
Am 14. Morgens kamen die Franzosen in
der Meinung, daß dieses Lager von den
Preußen blos einer Wache übergeben wor=
den
wäre, mit vereinter Kraft von den An=
höhen
von Kahrbach, um es aufzuheben.
Aber zu ihrem Ersta⟨u⟩nen fanden sie die ganze
Preußische Armee auf ihrem vorigen Po=
sten
, und der General Köhler empfing
sie so tapfer, daß sie nach einer ziemlich
lebhaften aber kurzen Kanonade gezwun=
gen
wurden, sich zurück zu ziehen.

Weitere Berichte aus Bi⟨s⟩mischheim,
vom 15. Octob. melden folgendes:

Durch die Unternehmung, welche der
Erbprinz von Hohenlohe am 12. Octob.
auf Herzogshand, um den Feind von die=
sen
wichtigen Posten hinter Bitsch und
aus der ganzen Gegend zu vertreiben, ge=
macht
hatte, war letzterer gezwungen
worden, sich auf Sargemünde zurück zu
ziehen, woselbst zu gleicher Zeit Verstär=
kungen
von Torbach und Saarbrück an=
gekommen
waren. Man sah sie den 14.
Abends in Kolonnen auf den Chausseen
nächst Sargemünde bey dem Gewehre lie=
gen
. Der General. Graf von Kalkreuth,
urtheilte gleich, daß der Endzweck dieser
Bewegung des Feindes seyn würde, am
and⟨er⟩n Morgen mit einem starken Korps
auf dem Wege nach Bisingen vorzurücken
vielleicht in der Absicht, sich dieses wich=
tigen
Postens zu bemächtigen, der nur
schwach besetzt war, nur eine Kompagnie
Jnfanterie ohne Kanonen und etwann 100
Reiter, bey Bebelsheim und gegen Ha=
bekirch
vor sich hatte. Der General be=
fahl
demnach dem Obersten v. Szekaly beym
Anbruche des Tages mit 7 Kompagnien
Jnfanterie, einigen Kanonen und etwas
Kavallerie dahin zu marschiren, und ließ
ihn noch von dem Generale v. Vitting=
hoff
durch 2 Kompagnien Jnfanterie und
eine halbe Eskadron Dragoner von Bi=
singen
aus verstärken.

(Die Fortsetzung folgt.)

[9]

Wien

Meteorologische Beobachtungen
auf der k. k. Sternwarte.

Vom 22. bis 29. Oktober.



Barometerstand.


Täg 8 Uhr früh 3 U. nachm 10 U. abend
Den Z. L. 12 Th Z. L. 12 Th Z. L. 12 Th
22 28 5 6 28 6 2 28 7 0
23 7 11 8 2 8 4
24 8 2 7 1 6 3
25 5 9 5 2 4 11
26 4 7 4 4 4 4
27 4 6 3 5 2 10
28 2 4 2 7 3 5


Reaumur'scher Thermometerstand.


Grad Grad Grad
22 5 3 / 4 ober 0 6 4 / 5 ober 0 4 3 / 4 ober 0
23 4 1 / 3 7 1 / 2 4 1 / 5
24 1 3 / 4 7 4 1 / 5
25 2 3 / 4 7 3 3 / 4
26 4 3 / 5 13 7 1 / 4
27 5 11 8 1 / 4
28 4 1 / 4 9 6 3 / 4


Anzeige des Windes.


22 N. mittelm. N. mittelm. N. W. schw.
23 N. still N. schwach N. still
24 S. O. schw. S. O. stark S. O. mtlm.
25 S. O. mtlm. S. O. mtlm. S. O. schw.
26 S. schwach S. schwach S. still
27 S. mittelm. S. schwach
28 S. still S. schwach


Getreidepreis.

Zu Wien vom 21. bis 26. Oktober.

Der Metzen Groschen.
Weizen von 25 bis 45
Korn von 23 bis 28
Gersten von 20 bis 23
Haber von 17 bis 23

Zu Stockerau vom 21. Oktober.

Der Metzen Groschen.
Weitzen von 23 bis 45
Korn von 21 bis 25
Gersten per 18
Haber von 16 bis 18

Zu Fischamend vom 24. Oktober.

Der Mezen Groschen.
Weitzen von 33 bis 38
Korn von 19 bis 22
Gersten von 16 bis 20
Haber von 13 bis 18


Verstorbene zu Wien.

Den 21. Oktober. Jn der Stadt.

  • Frle. Theresia Rudl v. Rosenfeld, pens. k. k.
    Hauptm. T. alt 72 J. nächst d. Stubenth. N. 834
  • Dem Hrn. Jos. Beck, Solizitator, s. T. Anna,
    alt 10 J. in der Weyhburgg. N. 959.
  • Hr. Jos. Karl v. Kazler, jubil. magistr. Rait=
    handl
    . u. Pupillarregistrat. alt 74 J. am
    Salzgrieß N. 343.
  • Dem Hrn. Joh. Thomas Stessel k. k. Hof=u.
    bg. Wachshandl. s. K. Franz, alt 3 J. in der
    Wipplingerstr. N. 283.
  • Hr. Joh. An⟨t⟩rich, bürgl. Handelsm. alt 39 J.
    nächst dem Stubenth. N. 698.

Vor der Stadt.

  • Agnes Ha⟨k⟩el, Schuhmach. Wit. alt 67 J. am
    ob. Neustift N. 134.
  • Dem Hrn. Joh. Mich Aubele, bgl. Goldarbeit.
    s. K. Cath. alt 3 J. auf der neu Wien N.
  • Dem Joh. Sallinger, Lehnkutscher, s. K. Maria,
    alt 2 J. am Thury N. 16.
  • Jos. Adlwarth, Friseur, alt 56 J. zu St. Ulrich
    N. 22.
  • Magd. Reinhart, Kanoniers Wit. alt 77 J. zu
    Mariah. N. 89.
  • Dem Gregor Hirsch, Tagl. s. W. Theresia, alt
    37 J. auf der Landstr. N. 190.
  • Der Fr. Eva Kerbler, bg. Zeugschmieds Wit. i.
    K. Eva. alt 6 J. in der Josephst. N. 141.
  • Dem Anton Potgorschza, Grenad. s. K. Anna,
    alt 2 J. in der Alsterg. N. 99.
  • Franz Lang, Reitkn. alt 57 J. b. Barmh.
  • Re⟨zk⟩a Brachulka, alt 25 J.
  • Fedor Kopi⟨l⟩a, alt 24 J.
  • Mich. Esoy, alt 23 J. alle 3 Gem. im Militärsp.
[10]
  • Georg Heim, Fuhrkn. alt 19 J.
  • Heinrich Gratzer, Kellner, alt 44 J. bede im allg.
    Krankenh.

Summa 19 Personen, darunter 5 Kind.


Den 22. Oktober. Jn der Stadt.

  • Dem Hrn. Karl Haberkorn, Offiziantv. d. k. k.
    Stiftungs=u. städtis. Staatshauptbuchhalt.
    s. Fr. Theresia, alt 38 J. im Judeng. N. 500.
  • Dem Hrn Kasp. Schefal, Apothekerbuchh. s. Fr.
    Theresia, alt 29 J. im Komödieng. N. 1078.

Vor der Stadt.

  • Jos. Götz, Musikus, alt 49 J. am Neustift N. 61.
  • Dem Hrn. Ph⟨ili⟩pp. Wurtz, bg. Stä⟨c⟩kmach. s. K.
    Philippina, alt 3 J. in der Leopoldst. N. 1o6.
  • Dem Hrn. Phil. Buchmilner, bg. Strumpfwirk.
    s. K. Franz, alt 3 J. auf der Landstr. N. 104.
  • Dem Hrn. Wilh. Schurleiner, bg. Schneiderm.
    s. K. Wilhelm, alt 3 J. in d. Josephst. N. 8.
  • Dem Hrn. Math. Trumel, bg. Bierwirth s K.
    Mar. Josepha, alt 5 J. auf der Wieden N. 343
  • Dem Kaspar Rubendunst, Weber, s. K. Jos. alt
    1 J. in der Leopoldst. N. 100.
  • Simon Sen⟨iu⟩k, Ge⟨m⟩ alt 22 J. im Militärsp.
  • Jos Graf, Schneider, alt 20 J.
  • Amad Steuerer, Lederhandl. S. alt 15 J.
  • Franziska Paradieser, Dienstm. alt 20 J. alle 3
    im allg Krankenh.

Summa 12. darunter Personen, 5. Kind.


Den 23. Oktober. Jn der Stadt.

  • Dem Hrn. Franz Bi⟨b⟩ald, k k Ministerialbanko=
    Hofde
    . Registratorsadjunkt, s S. Franz,
    alt 10 J. in der Dorotheg N. 1142.
  • Simon Stangel, herrs. Bedient. alt 38 J. in der
    Naglerg N. 192.

Vor der Stadt.

  • Hr. Jos Hö⟨ch⟩enberger, gew. bg. Bandmacher,
    alt 58 J. in s. H. in der Leopoldst. N. 16.
  • Dem Georg Si⟨g⟩hard. Tagl. s. K. Rosalia, alt
    1 J.zuErdberg N. 32.
  • Math S⟨pa⟩at, Ha⟨usle⟩hrer, alt 33 J. auf d. neu
    Wieden N. 309.
  • Dem Hrn. Jos. Buschinger bg. Schneidermeist.
    s K. Cath. alt 6 J. am Rennweg N. 349.
  • Dem Hrn Bernh. Schuster, gew. bgl. Tischlerm.
    s. Fr. Cath. alt 79 J. am Neubau N. 149.
  • Dem Hrn. Christ. Leithner, bg. Schuhmacherm.
    s. K. Christoph, alt 2 J. in der Josephst. N. 28.
  • Dem Jos. Kaiser, Schuhmach. s.J. Joh. Georg,
    alt 6 J. im Lerchenf. N. 47.
  • Dem Philipp Lang, Jnvalid, s. W. Anna, alt
    46 J. in der Kothg. N. 96.
  • Dem Simon Wagner, Tagl. s. K. Jakob, alt 3
    J. zu N⟨i⟩kolsd. N. 15.
  • Dem Christ. Hannauer Fragner, s. W. Theres.
    alt 38 J. in s. H. zu Gumpend. N. 76.
  • Joh. Prindacher, Tagl. alt 53 J. in d. Josphst.
    N. 34.
  • Jos. Garlinski, Zwirnhandl. alt 43 J.
  • Mart. Leederer, Tagl. alt 57 J. bede b. Barmh.
  • Dem Matg. Weltzer, gew. Tischl. s W. Theres.
    alt 92 J. im Versorgh. im langen Keller.
  • Nikola Mayer, gew. Maurer, alt 83 J.
  • Hr Peter Po⟨rm⟩er, gew Oberlieut. alt 96 J. bede
    im Versorgh. in der Währingerg.
  • S⟨t⟩eph ⟨B⟩a⟨r⟩ma, alt 28 J.
  • Fe〈…〉o ⟨Wi⟩lnick, alt 22 J. bede Gem. im Militärsp.
  • Elis. ⟨B⟩einholz, Friseurs T. alt 15 J.
  • Ca⟨t⟩h 〈…〉noschütz, Jnvalid. W. alt 69 J.
  • Wilhelmina B⟨u⟩merschein, ledig, alt 50 J.
  • Anna M. ⟨T⟩obler. alt 69 J.
  • Peter Wege〈…〉ek, 〈…〉ehmayr, alt 78 J. alle 5 im
    allg. Krankenh.

Summa 25. Personen, darunter 5. Kind.


Den 24. Oktober. Jn der Stadt.

Niemand

Vor der Stadt.

  • Dem Hrn. Peter Breyer, bgl Zeugmachermeist.
    s. K. Alo⟨y⟩sia, alt 2 J. am ob. Neustift N.60.
  • Dem Joh Schmid, Viehirt s. K. Theresia, alt
    1 J. an ob Neust⟨i⟩ft N 366.
  • Mich. Jak⟨ob⟩er, gew. B⟨r⟩uderschaftsansager, alt
    56 J. in sHim Lerchenf. N. 151.
  • Dem Jgnaz Qui⟨d⟩enzki, Bedient. s K. Jgnaz, alt
    9 J. auf der Wieden N. 129.
  • Ri⟨tz⟩ Mabritzkovitz, alt 20 J.
  • Jonas Sobkol, alt 24 J.
  • Laur. Czieb, alt 35 J alle 3 Gem. im Militärsp.
  • Jos. Riedl, Tagl alt 50 J.
  • Theresia Falk, Webers T. alt 11 J.
  • Nikola Go⟨l⟩sory, Maurer, alt 63 J.
  • Apolonia Bittner, Schreib. Wit. alt 76 J.
  • Anna M. Mayer, Schuhmach. Wit. alt 46 J.
    alle 5 im allg Krankenh.

Summa 12 Personen, darunter 3. Kind.


Ertrunkene Mannsperson.

Den 26. Sept. d. J. wurde in dem Land=
gerichts
=Distrikte der l f. Stadt Tulln eine
ertrunkene Mannsperson gefunden, diese war
bey 26 Jahre alt, einer kleinen Statur, hatte
ein volles Angesicht, schwarze, in einen Zopf
geflochtene Haare, trug eine schwarze man=
schestene
Hosen, weisse Ga⟨t⟩iehosen, graue
floretseidene Strümpfe ein grünes zeugenes
Leibel mit gleichen Knöpfen; welches hiemit
zur allgemeinen Wissenschaft kund gemacht
wird.

[11]

Ertrunkene Mannsperson.

Den 15. d. M. wurde an dem Donauufer
nächst Ybbs eine ertrunkene Mannsperson ge=
funden
. Diese war ungefähr etlich und drey=
zig
Jahre alt, gegen 5 Schuh, 3 Zoll lang,
hatte schwarze rund geschnittene Haare, ein
weiß=flanellenes Jankerl, ein braun tuchenes
Leibel mit gelben Knöpfeln, ein schwarz lei=
n⟨e⟩es
Halstuch schwarz zwilchene Hosen, ei=
nen
grün wollenen Hosentrager, alte Schuhe
mit Bandeln, weiß leinene Strümpfe; und
um die Mitte des Leibs e⟨i⟩ne schlechte lederne
Bauchgurte; in seinem Hosensack wurde ein
an einem ledernen Riemen hangender Schlüs=
sel
mit 5 sogenannten Vorstreichen gefunden,
welcher vermuthlich zu einer Truhe gehören
dürfte. Welches hiemit zu jedermans Wissen=
schaft
kund gemacht wird. Wien den 29.
Oktober 1793.


Nachricht.

Von dem k. k. priv. Versatzamte wird in
Folge Verordnung einer Hochlöbl. k. k. ni. öst.
Landes=Regierung hiemit bekannt gemacht:
daß vom ersten nächst eintrettenden Monats
November durch folgende 4 Wintermonate,
bis letzten Februar 1794 das Ve⟨r⟩satzamt allhier
in der früh um 8 Uhr eröffnet, und die Am=
tirung
allda jeden Werktag mit Ausnahm des
Samstags bis 2 Uhr Nachmittags ununter=
brochen
fortgesezt werden wird, die Lizitazi=
onstage
ausgenommen, als an welchen die
Lizitazionen zu den gewöhnlichen Vor= und
Nachmittagsstunden wie bisher werden abge=
halten
werden. Dieser hohen Anordnung zu=
folge
, werden die Partheien, welche allda Ge=
schäfte
zu besorgen haben erinneret, sich in
der Früh um sogewißer zu gehöriger Zeit in
dem Amte einzufinden, und das nöthige zu
Erholung ihrer Bedürfniße längstens bis 1 Uhr
Nachmittags einzureichen, auch sich nach dem
alda vorgeschriebenen Unterricht in Ansehung
der guten Ordnung, und zweckemäßigen Sicher=
heit
zu benehmen haben; als das Amt um 2
Uhr Nachmittags gesperret, und nach dieser
Zeitfrist kein Partheigeschäft mehr angenom=
men
werden wird Beynebst werden die ver=
setzenden
Partheien hiemit angewiesen, sich in
der Ordnung, wie sie ⟨i⟩m Amte erscheinen, in
dem Schätzungssaale mit ihren Pfändern an=
zustellen
, und sich allda von allen Vor= und
Eindringen, oder sonstigen Unfug zu enthalten,
als sie im nicht Befolgungsfalle, ohne allen
Unterschied, und Rucksicht ganz abgeschaft,
und für diesen Tag nichts mehr von ihnen an=
genommen
werden wird. Gleichergestalten

wird auch in Ansehung der auslösenden Par=
theien
die bestehende Verodnung hiemit er=
neueret
, vermög welcher die Pfandgebere ge=
halten
sind, ihre in dem Amte auslösende
Pfänder, sogleich bey der Uebernahm in dem
Amte anzusehen, und sich von der Richtigkeit
des Pfandes, und der darzugehörigen Pfand=
theile
um sogewißer zu überzeugen, als der
Parthey daß Recht für den Abgang eines
Pfandtheils Klage zu führen, nur so lang ein=
geraumet
wird, als das Pfand noch in Handen
der Amtsmanipulanten sich befindet.


Prodigalitäts=Erklärung, und Einberufung
der Gläubiger des Fürsten Niklas Esterhazy.

Von dem k. k. ni. öst. Landrecht wird über
die von Seite der königl. ungarischen Hof=
kanzley
bereits geschehene Kundmachung in
Folge einer unterm 7. dieß erf⟨l⟩ossenen höchsten
Hofentschliessung, auch hierlandes hiemit be=
kannt
gemacht: Herr Anton Fürst Esterhazy,
Kapitän der königl. ungarischen Leib Garde,
habe höchsten Orts vorgestellet, und öffentlich
kund machen zu lassen gebetten, daß (nachdem
sein, vermög der ungarischen Landesgesetze noch
unter der väterlichen Gewalt stehender und der=
mal
nichts Eigenthümliches besitzender Herr
Sohn, Fürst Niklas Esterhazy, sich einen sehr
beträchtlichen, und für ihn schlechterdings un=
erschwinglichen
Schuldenlast, durch seine auf
das äusserst getriebene Verschwendung zugezo=
hen
, nun aber durch einen zwischen demselben
und ihm Hrn. Fürsten Anton Esterhazy mit
aller Feyerlichkeit errichteten, und von Sr.
Majestät allergnädigst zu bestätigenden Ver=
trag
, sich freywillig erklärt und verpflichtet
habe, keine weitere Schulden oder Verschrei=
bungen
, unter was immer für einen Namen
oder Titel; bey gänzlicher Ungültigkeit dersel=
ben
, machen zu wollen) sich Niemand mit er=
wähnt
seinem Hrn. Sohne von nun an in ei=
nen
Kontrakt, Darleihen oder sonstige Ver=
bindlichkeit
quocunque titulo einlassen solle;
widrigns alle derley von ihm Hrn. Niklas
Fürsten Esterhazy austellende Urkunden Obli=
gazionen
und Verschreibungen für null und
nichtig erkläret, und die Jnhaber derselben
bey Gericht sich keines rechtlichen Beystandes
zu vertrösten haben sollen. Auch habe gedach=
ter
Herr Fürst Anton Esterhazy, um ehestens
i⟨n⟩ die wahre Kenntniß der von seinem Hrn.
Sohne bis itzt gemachten Schulden, und was
immer für Namen habenden Verbindungen
verläßlich kommen zu können, das weitere An=
suchen
gestellet; sämmtliche Gläubiger seines
Hrn. Soh⟨ne⟩s, wir auch alle diejenige, welch=

[12]

von ihm unter was immer für einen lästigen
Titl, Obligazionen, Gutstehungen, Wechsel,
Verpfändungen, Coobligationen, Pensionsver=
sicherungen
,Kontrakte, Verschreibungen, auf
des Hrn. Fürsten Anton Esterhazy Leben oder
Absterben, mit einem Worte, was immer für
ersinnliche Gattungen von lästigen Verbindun=
gen
für sich bis nun haben ausstellen lassen,
dahin anzuweisen, daß sie sich binnen 3 Mo=
nathen
vom Tage der beschehenden Publication
um sogewisser mit ihren gegenwärtigen, oder
erst nach dem Tode des Hrn. Fürsten Anton
Esterhazy zu machen habenden Forderungen,
bey demselben anmelden, und sich über sothane
Anmeldungen mit einem von ihm Hrn. Fürsten
Anton Esterhazy schriftlich zu erhaltenden Zeug=
nisse
ausweisen sollen, als ansonst diese gleich=
falls
nach Verstreichung obigen Termins mit
ihren Forderungen nicht mehr angehöret, und
einen gerichtlichen Beystand weder itzt noch
nach desselben Absterben jemals zu gewärtigen
haben würden, wo hingegen bey erfolgender
Anmeldung und gehöriger Liquidirung Herr
Fürst Anton Esterhazy sich vorbehalte mit den
Gläubigern und anderen Prätendenten eine Ver=
handlung
vorzunehmen, und selbe nach Recht
nnd Billigkeit nach und nach zu befriedigen;
in sofern aber dieses bey Lebzeiten desselben
nicht erfolgen sollte, durch leztwillige Anord=
nung
(worüber er Herr Fürst Anton Esterhazy
sich die höchste Bestättigung und Handhabung
seiner Zeit erbitten würde) die Vorsehung zu
treffen, daß derley für rechtmäßig befunden
werdende Forderungen aus den zu sequestriren=
den
Majorats Einkünften (welche sein Hr. Sohn
nach seinem Tode zu beziehen hätte) nach Ab=
schlag
dessen, was zu seinem Unterhalt und
Auskommen, bis zur gänzlichen Tilgung der
von selben gemachten Schulden mit höchster
Begnehmigung bestimmt werden wird, wie
auch dessen, was zur vorzüglichen und richtigen
Abführung der von Familien Schulden ab=
fallenden
Jnteressen nöthig ist, getilget wer=
den
mögen. Als wonach diese von dem Hrn.
Fürsten Anton Esterhazy gebettene Publikation
sowohl wegen der hiedurch wider den Herrn
Fürsten Niklas Esterhazy verhängten Prodi=
galitäts
Erklärung, als auch wegen Anweisung
sämmtlicher Gläubiger zur Anmeldung ihrer
Forderungen in der ausgemessenen Frist, wenn
nämlich diese an der von dem Hrn. Fürsten Ant.
v. Esterhazy angetragenen Ausgleichung Theil
zu nehmen wünschen, und daß dieß widrigen=
falls
ih⟨n⟩en e⟨t⟩waigen Rechten unnachtheilig seyn
solle, durch die obangeführte höch⟨ste⟩ Hofent=

schliessung angeordnet worden. Dieserwegen
werde dann Jedermann, soviel des Hrn. Fürsten
Niklas Esterhazy Prodigalitäts Erklärung be=
trift
, sich vor Schaden zu hüten wissen; des=
selben
Gläubiger aber, in Ansehung der von
dem Hrn. Anton Fürsten Esterhazy unter einem
angetragenen Ausgleichung, in dem Falle
(wenn sie an der von ihm Hrn. Fürsten Anton
Esterhazy angetragenen Ausgleichung Theil zu
nehmen wünschen) ihre Foderungen, gegen
dem jedoch, daß dieses widrigenfalls ihren et=
waigen
Rechten keinerdings nachtheilig seyn
solle, in der oben ausgemessenen Frist, vom
Tage der Affigirung gegenwärtigen Edikts zu
rechnen sich bey leztgedachten Hrn. Anton Fürst
Esterhazy anzumelden haben. Wien den 15.
Oktober 1793.


Anzeige.

Bey dem Magistrate der k. k. Haupt= und
Residenzstadt Wien ist eine vor 6 oder 7 Jah=
ren
in der Stadt, und zwar in den Gegen=
den
der Kärntnerstrasse gefundene goldene
Dose, die länglicht und von glatter Façon,
und mit Wiener Probe versehen ist, hinter=
legt
worden. Diese Anzeige wird zu jeder=
manns
Wissen zu dem Ende bekannt gemacht,
damit der allenfällige Eigenthümer bey dem
Kriminal⟨=⟩Senate dieses Magistrats hierum
sich anmelden, und gehörig legitimiren kön=
ne
. Wien den 21. Okt 1793.


Ankündigung
eines erledigten Suttingerischen Stiftungs=
Stipendiums
.

Ein die untern Schulen, oder die Philoso=
phie
, oder die Theologie studierender Jüng=
ling
, welcher arm ist, kann bis Ende laufen=
den
Jahrs 1793 bey dem k. k. ni. öst. Land=
rechte
mit Beylegung des Armenzeugnisses,
dann der Studienzeugnisse erster Klasse, um
die Verleihung des eledigten Suttingerischen
Stiftungstipendiums jährlich pr. 150 fl. all=
täglich
anlangen. Wien den 28. Okt. 1793.


Anzeige.

Den 11. November 1793 werden die öf=
fentlichen
Vorlesungen über die Staatsrech=
nungswissenschaft
auf der k. k. Universität
allhier ihren Anfang nehmen. Die Lehr=
stunden
sind, wie gewöhnlich, von halb 11
Uhr his halb 1 Uhr.

Gottfried Brand. k. k. Hofbuchhalter
und öffentlicher Lehrer der Staats=
rechnungs
=Wissenschaft, wohnhaft
auf dem Ballplatze im wälschen
Hause Nr. 1364.

[13]

Nachricht.

Abbe Philippe, der sich durch viele Jahre
als Hofmeister bey jungen Herrn verwentet
hat, nimmt noch junge Herrn als Kostkinder
an, sie werden, nach Fähigkeit, in folgenden
Stücke geübet. Als: in der deutschen Sprache
nach der Normalmethode, in der lateinischen,
wälischen, französischen, und englischen Spra=
che
, nach den besten Regeln, dann in der Ge=
schichte
, Erdbeschreibung, in schön Schreiben,
in der Rechenkunst, in den mathemathischen,
und schönen Wissenschaften, in der Kentniß
der besten Schriftsteller samt dem Leben der
berühmtesten Männer, wie auch in Zeichnen,
in der Thonkunst, im Danzen ꝛc. Dazu sind
wirklich die tauglichsten Lehrer gewöhlet, derer
mehrere bey im schon Logieren. Er wendet
allen möglichen Fleiß und Mühe an, das Herz
der ihme anvertrauten Zöglinge wohl zu bilden,
ihnen die besten Sitten einzuflössen, und eine
vollkommene Erziehung zu geben. Die Ael=
tern
, und Vormünder, welche ihre Kinder oder
Pupillen ihm anvertrauen wollen, belieben sich
bey im selbst in seiner Wohnung in der Wei=
burggasse
Nr. 955 in groß Baron Moserischen
Hause auf der Hauptstiege in 4ten Stock an=
zumelden
.


Lehr, und Erziehungsanstalt für junge
Mädchen.

Mit Bewilligung der löbl. k. k. ni. öst.
Landesregierung wird eine Unterrichts= und
Erziehungsanstalt für junge Mädchen eröff=
net
, welche bereits die deutschen Normal=
schulgegenstände
vollendet haben. Der Un=
terricht
umfaßt nebst der französischen und
italienischen Sprache, dem Tanzen und allen=
falls
auch der Musik, alles, was sowohl zu
den Frauenzimmer Ar⟨b⟩eiten, Stricken, Mer=
ken
, Nähen Sticken, Putz, oder sogenann=
te
Marchandes des Modes- Arbeiten, Fri=
siren
, als auch dasjenige was zu der prak=
tischen
Haushaltung gehöret. Der Unterzeich=
nete
kann zu seiner Empfehlung nichts ande=
res
anführen, als seine vorzüglich in dem
Erziehungsfache erworbenen und geprüften
Kenntnisse, und hofft durch seinen Fleiß und
sorgfältig getroffene Wahl der nöthigen Leh=
rer
, die Gunst des hochgeehrtesten Publikums
zu verdienen.

Jakob Hurka, Unternehmer im v.
Trattnerischen Gebäude, die 4te
Stiege im 2ten Stock ober der Uhr.


Dienstsuchender.

Ein fremder Mensch, 28 Jahre alt, wel=

cher bey verschiedenen Wirthschaftskanzeleyen
als Schreiber, Beamter, und letztlich bey
einer hohen Herrschaft als Hausoffiziant ge=
dienet
, nebstbey die junge Herrschaft auf
dem Forte piano mit dem besten Erfolge
unterichtet hat, dermahlen aber allhier schon
einige Monathe brodlos sich befindet, wün=
schet
abermahl entweder in Wien oder an=
derswo
in Dienste zu kommen. Er hat eine
gute lesbare Handschrift, und kann im kon=
cepiren
sowohl als auch zur Führung verschie=
dener
Geld= und Natural=Rechnungen wohl
gebraucht werden; spielt das Forte piano,
die Violine, Altoviola und Violoncello,
und spricht deutsch, lateinisch und böhmisch,
und ist über seine Fähigkeiten als auch gute
Aufführung mit den besten Zeugnissen verse=
hen
. Er nimmt auch Stunden auf dem
Forte piano an, besitzet eine gute und leichte
Methode, und der Erfolg wird lehren, daß
er des Zutrauens würdig ist. Jst zu erfragen
unter den Tuchlauben im Seitzerhofe im To=
backgewölbe
.


Dienstsuchender Schneider.

Ein gewanderter Schneider welcher recht
sau⟨b⟩er und rein arbeiten kann, und hierüber
Proben zu machen jederzeit bereit ist, auch
eine gute Rekommendation hat, sucht in ein
Herrschaftshaus oder auch in die Livere zu
kommen. Er ist anzutreffen in der Jägerzeil
Nr. 429 auf der hintern Stiege im zweyten
Stock Nr. 9.


Dienstsuchende Mannsperson.

Ein Mann von besten Jahren, der im ras=
siren
und frisiren wohlerfahren, und auch
im Schreiben zu gebrauchen, suchet bey ei=
ner
Herrschaft in Dienste zu kommen. Das
Nähere ist im Färbergäßl Nr. 296 bey der
Frau Traiteurin zu erfragen.


Nachfrage.

Wenn eine alte gutgesittete Mannsperson,
katholischer Religion, gegen alsogleicher Ab=
legung
eines Kapitals von 800 fl., oder auch
eine ledige Weibsperson, die etwann noch ko=
chen
und häusliche Arbeiten verrichten kann,
gegen obige Bedingnisse auf dem Lande ver=
sorgt
werden will, so haben sie sich im Sei=
zerhofe
im dortigen Tabacksgewölbe anzufragen.


Nachricht.

Die türkische Kaffebrennfabrik in der Jo=
sephstadt
im Holzbauerischen Haus Nr. 50
erinnert hiemit, daß ihr bisheriger Verlags=
ort
nicht mehr in der Stadt im goldenen En=

[14]

gel am Graben im Tobacksgewölbe bey Hrn.
Jgnaz Pizalla sey, sondern daß sie selbes zu
Hrn. Johann Xaver Resch, auf dem Michae=
ler
Plaze, in das Spezereygewölbe zu den 3
Laufern übers⟨e⟩tzt habe, und daß dieser von
ihr gebrannte ächte türkische Kaffee künftig
in der Stadt nur an diesem leztern Orte;
in der Leopoldstadt aber zur weissen Schwan=
ne
Nr. 224 in der Lotterie Kollektur bey der
Frau Rosalia Mazino, und in der Alster=
gasse
im Zähischen Hause Nr. 29, wie auch
in der Fabrike selbst ganz allein zu verkaufen
sey. Dieser mit so vielem Beyfalle aufge=
nommene
Kaffee, der nicht nur an trefflichem
angenehmen Geschmacke und vorzüglichen Kräf=
ten
allen andern ordinair gebrannten Kaffee
weit übertrifft, ist zugleich so ausgiebig, daß
man von 1 Loth 6 Schalen des köstlichsten
Getränkes erhält. Die Kochung desselben ist
ganz die nämliche wie eines jeden ordinair=
gebrannten
Kaffees; nur fügt man die höchst=
nöthige
Erinnerung bey, diesen mit Zucker
gebrannten Kaffe ja nicht unter die Klasse
des häufig bestehenden sogenannten Gesund=
heitskaffee
, der meistens aus verschiedenen
Jngredienzien erzeuget wird, zu zählen. Die=
ser
Kaffee ist natürlich ächt, ohne allen Zu=
satz
, die Erfindung, solchen mit Zucker zu
brennen, hat einzig zum Zwecke, ihn nicht
nur geschmackhafter, kraftvoller und ange=
nehmer
, sondern auch der Gesundheit zuträg=
licher
zu machen. Der bisherige ununterbro=
chene
häufige Abgang desselben, und die Zu=
friedenheit
des geehrtesten Publikums, ist der
redendste Beweis, daß er keiner ferneren An=
preisung
benöthige. Der Preis dieses Kaf=
fees
ist auf das billigste gesetzt, in bleyernen
Büchsen versiegelt, worauf ein türkisches
Schild, in welchem die Buchstaben E und
Gund das Haus=Numer 50 der Fabrik gut
ausgedruckt ist. Ein Loth kostet 3 kr. 1 Pf.
Ein Viertelpfund 25 kr. Ein halbes Pfund
48 kr. Das ganze Pfund 1 fl. 36 kr.


Für die Menschheit äußerst wich⟨t⟩ige
Nachricht.

Andreas Url befindet sich in dem Besitz eines
Geheimnisses, wodurch einem Uebel, welches
aller Orten anzutreffen, und in einigen Ländern
ganz einheimisch ist, gänzlich abgeholfen wer=
den
kann. Dieses Uebel sind die Kröpfe, und
fast alle Arten dicke Hälse, welche derselbe
vollkommen zu heilen im Stande ist. Hieher
gehören die Kropfhälse, Satthälse, Steckhälse
und Blähhälse. Dieses Mittel hat nicht blos
⟨b⟩ey Menschen sondern auch bey Thieren z. B.

bey Hunden seine Wirksamkeit bewiesen, wenn
es mit der in dem Gebrauchzettel enthaltenen
Vorsicht gebraucht wird. Daß dieses keine
leeren Verheißungen seyn, hat er zu erst vor
einer hohen Landesstelle durch die dargebrach=
ten
Zeugnisse, der von ihm hergestellten Per=
sonen
bewiesen. Diese Beweise hat er auch
der hiesigen medizinischen Fakultät vorgelegt,
und da dieselbe wissen wollte, ob sein Mittel
nicht etwan einige der menschlichen Gesundheit
auf eine andere Art nachtheilige Bestandtheile
enthalte, so hat er sein Geheimniß der medizi=
nischen
Fakultät entdeckt, welche hierüber an
die löbl ni. öst. Landesregierung ihren Bericht
abgestattet hat. Ueber alles dieses wurde dem
Unterzeichneten durch eine allerhöchste Entschließ=
ung
vom 14. v. M. die Erlaubniß ertheilt,
sein Mittel ungehindert anwenden zu dürfen.
Von diesem Mittel ist oft eine, gewöhnlich
aber 3 bis 4 Doses hinreichend, und nur wenn
der Kropf sehr groß, oder wegen andern Um=
ständen
sehr hartnäckig ist, werden mehrere
erfordert. Die Zeit der Cur ist nach Ver=
schiedenheit
der Umstände, ebenfalls verschie=
den
, gewöhnlich aber dauert sie 4 Wochen.
Uebrigens wird dabey niemand in seinen Ver=
richtungen
, oder sonstigen Lebensordnung ge=
stört
. Das Mittel ist unter der Benennung
Urlische Kropf Lattwerge hier in Wien im
dem Verlagsgewölbe der Oehlerischen Buch=
druckerey
in Burgerspital gegenüber von der
Auffahrt auf die Pastey, und sonst nirgends
in Commißion zu haben. Jede Dosis kostet
1 fl. Der Gebrauch des Mittels, und die da=
bey
zu beobachtende Diät während der Cur
sind in einer gedruckten Anleitung enthalten,
welche unentgeltlich dazu gegeben wird.


Nachricht.

Johann Baptiste Moret hat von einer ho=
hen
Landesregierung die Freyheit erhalten,
den Senf gleich jenem von Dijon zu verfer=
tigen
, welcher von einer löbl. k. k. medizini=
schen
Fäkultät approbirt, und der Gesund=
heit
nicht schädlich befunden worden ist. Sei=
ne
Wohnung ist in der Roßau in der 3 Moh=
rengasse
Nr. 118 im ersten Stock. Man
kann damit auch bedienet werden: bey der
schönen Sultanin in der Kärntnerstrasse Nr.
961 bey Hrn. Joseph Kreuzzenfeld, dann bey
Herrn Jakobus Genthon, Argent haché- Fa=
brikant
, hat sein Gewölb beym Eingange
von St. Peter, zur heil. Dreyfaltigkeit Nr.
542, und auch in dem Spezereygewölbe bey
der Prinzeßinn von Würtemberg beym Schot=
tenthor
. Alle auswärtigen Liebhaber, so sich

[15]

dessen bedienen wollen, können sich gerade
an den Verfertiger dieses Senfs wenden, er
verspricht, selbige auf das Geschwindeste zu
bedienen. Man kann das ganze Jahr hin=
durch
bedienet werden. Ein Tösel Senf mit
Sardellen zu 40 kr. deto mit Kaperl 40 kr.
deto mit feinen Käutern 40 kr. deto ordi=
nairen
24 kr. Für die Tögeln, die man
ihm zurück bringt, giebt er 2 kr.


Nachricht.

Einem hohen Adel und verehrungswürdi=
gen
Publikum wird abermal zu wissen ge=
macht
, daß der Fruchthändler, Joseph Bod=
⟨n⟩er
von Bozen aus Tyrol wieder mit all=
dort
gewachsenen Früchten angekommen sey,
als von Apfel Gattungen: Maschänzker= weis=
se
und rothe Rosmarin=Muskatell=oder
Pa⟨nt⟩äffel= und Kaiser=Aepfel, dann Granat=
Aepfel
, Kitten, Zitteronen, Birn, Pfeffer=
Birn
=Lazeroli= und Pfirsich=Spaltl, und das
ächte Bozner K⟨l⟩e⟨i⟩enbrod. Der Einsatz ist im
grossen Waghause gegen dem Rathgässel.


Veränderter Weinschank.

Der in der W⟨ip⟩lingerstrasse Nr. 287 ge=
wesene
Weinschank ist in den tiefen Graben
zum goldenen Huth Nr. 321, dem Hahne
gegenüber, verlegt worden. Bedienung und
Wein, Oesterreicher, die Maß von 10 bis
54 kr., nebst verschiedenen Sorten hungari=
schen
, wird Un⟨t⟩erzeichneter in seinen 3 Ge=
wölbern
sowohl, als auch über die Gasse
die möglichste Befriedigung leisten.

Franz Rengelrod, Weinschänker.


Brillantene Ohrgehänge zu verkaufen.

Es sind schöne lange brillantene Ohrgehänge
nach der letzten Mode per commission zu ver=
kaufen
. Sie haben im Gewichte, wofür man
bürget, 43 7/16 Carrat, und werden pr. 2800 fl.
überlassen. Kauflustige können selbe beym Hrn.
Joseph Schobert, burgerl. Goldarbeiter in der
grossen Dorothegasse Nr. 1139 im kleinen
Salesianer Hause zu ebener Erde nach Belie=
ben
i⟨n⟩ Augenschein nehmen.


Thurn= und Stöckeluhrn zu verkaufen.

Nachdem Unterzeichne⟨t⟩er jüngsthin die Ehre
hatte, eine grosse neue Thurnuhr in dem Bistum
Agram wie auch nach Türckey, zu machen,
welche ohne Ruhm zu melden, von allen Ken=
nern
die Gelegenheit hatten sie zu sehen, mit
vielen Beyfall gutgeheissen worden. Durch
dies aufgemuntert, hat er sich en⟨t⟩schlossen,
weil ohnedem es noch niemand wagte, derley
Uhren vorräthig zu verfertigen, um dadurch

sowohl dem hohen Adel auf ihren Schlössern
oder Kirchenthurn, als auch den Herren Pfar=
rern
sowohl zu deren Sicherheit, als Bequem=
lichkeit
, ein paar derley Uhren, von zweyerley
Größe, auf seine Unkosten zu verfertigen, um
es den hohen Herrschaften, oder der Geist=
lichkeit
oder deren Kommißionaren vorzuzeigen,
um hierdurch die so unangenehme langwierige
Vorausbestellung, und erst abzuwartende Qua=
lität
zu erleichtern; er ist auchurbiethigin
allen Orten alle Arten von Schloss=oder Thurn=
uhren
auf das beste zu reparieren, wann selbe
anderst zu reparieren möglich sind, oder allen=
falls
durch einen Umtausch zu übernehmen.
Ferners hat er verschiedene und von allen Gat=
tungen
und Grösse Stockuhren mit und ohne
theils vergoldeten, theils schwarzen Kästen vor=
räthig
; er nimmt auch Bestellungen von allen
Gattungen Uhren an, wovon er sich sowohl
vor den richtig guten Gebrauch in seiner Dauer,
als wegen der billigsten Preise, seiner Werke
aller Orten anempfehlen und v⟨e⟩rbürgen kann.

Leopold Dr⟨ä⟩ringer,
burgl. Uhrmacher, hat seyn Gewölb
auf der hohen B⟨rücke⟩ Nr. 296, wohnt
vor dem Schottenthor im Schwarz=
spanner
=Hause Nr. 102.


Uhren zu verkaufen.

Bey Johann Rau, bürgerl. Großuhrma=
chermeister
=Meister in Wien, wohnhaft in
der neuen Luftschützgasse nächst dem Neubau,
beym goldenen Luftschützen Nr. 181 im ersten
Stock, sind französische vergoldete Stockuh=
ren
und alle andern Gattungen um den bil=
ligsten
Preis zu haben.


Nachricht.

Joseph Anton Winich, burgl. Handels=
mann
in einer Handlung zur goldenen Schlan=
ge
am Neubau allhier, hat die Ehre, allen
allhier und ausser hier befindlichen Herren
Drechslermeistern, Tischlern, Messerschmie=
den
, Galanteriearbeitern ꝛc. zu versichern, daß
er vor wenigen Tagen eine sehr grosse Par=
tie
aller Gattungen prezioser Ausländer Höl=
zer
erhalten habe; nämlich: Mahagoni, grü=
nes
und schwarzes, Eben, F⟨ic⟩adin oder =
nigs
, Purpur, Luft, rothes ⟨S⟩andel, Oli=
ven
, Buchs, Ceder, Kra⟨n⟩adiel, Kranadezi,
Rosen, Disser, Fernambuk, Schlangen oder
Lettern, und mehr andere de⟨r⟩gleichen von
den schönsten So⟨r⟩ten. Auch h⟨a⟩be er mit
diesen eine schöne grosse Partie Elephanten=
zähne
von verschiedener Grösse erhalten; so
auch orientalische Per⟨l⟩mutterschalen, und

[16]

mehr dergleichen, wo er sowohl von dem ei=
nen
als den andern sehr billige Preise ma=
chet
, er werde auch sorgen, in Zukunft im=
mer
mit einem grossen Lager versehen zu
seyn, um seine Abnehmer nach Vergnügen
bedienen zu können.


Ochsen=Röhrbeine zu verkaufen.

Da schon lange der Wunsch geäußert worden,
die Ochsen=Röhrbeine stückweise erhalten zu
können, so macht Franz Betzner, burgl. Fleck=
sieder
, den Herrn Waderl=Fabrikanten und
Beindrechslern hiemit bekannt, daß von nun
an in seinem Hause beym weißen Engel Nr. 3
auf dem Strotzischen Grunde neben den Alt=
lerchenfeld
, alltäglich sowohl hintere als vor=
dere
Ochsen Röhrbeine, Stück=oder Dutzend=
weise
, wie auch zu hundert oder tausend um
die billigsten Preise zu haben seyen. Auch sind
in dem nemlichen Hause, wegen Kaßirung des
Garten, einige hundert von verschiedenen fran=
zösischen
Sorten 3jährige Pfirschenbäume täg=
lich
um die leichtesten Preise zu haben.


Anzeige.

Heinrich Jos. Brand bürgl. Handelsmann
am Hof zur Stadt Amsterdam, giebt Nach=
richt
von seinen neu angekommenen englischen
Waaren; sie bestehen in der besten Gattung
Reit=Sättel, mit und ohne Federn, Sattel=
decken
, blattirten Steig⟨b⟩iegeln, elastischen
Bauch= und Obergurten, Hauptgestellen mit
blattirten Schnallen, mit und ohne derglei=
chen
Mundstücken, Halsbändern samt Sprung=
riemen
, verschiedenen blattirten Chaise= und
Reitpeitschen, ganze englische Häuthe, wo=
raus
Pferdegeschirre verfertiget werden kön=
nen
, englische Schäfte oder Stiefel Leder,
fammt dergleichen Sohlen, auch schwere ächte
Lückersohlen, und verfertigte englische Manns=
schuhe
. Desgleichen sind alle Gattungen mun=
dirter
und unmundirter spanischer Röhre,
Badine und Bambos zu haben. Jn Pest
hat selber seine Hütte heym Eingange in die
Herrengasse.


Baumwolle=Gespunst zu verkaufen.

Auf dem Neustift in der Langenkeller=Gasse
Nr. 81 beym goldenen Ritter im 2ten Sto=
cke
sind Maschinen=Gespünste aller Sorten zu
bekommen.


Mannskleidermacher=Anzeige.

Franz Heizmann, burgl. Schneidermeister,
wohnhaft nächst dem Judenplatz im Curent=
gässel
Nr. 247 im kleinen Ofenloch auf der
ersten Stiege im 2ten Stock Nr. 10 wo F H

angezeichnet ist, erbietet sich gegen baare Be=
zahlung
sein gut und wirthschaftlich zu arbei=
ten
; er zeigt hier wie hoch mittergrosse Klei=
der
von eingelassenen Tuch mit feinen Kana=
sasfutter
und gleichen Knöpfen zu stehen kom=
met
; mit Chalon, Damis oder Kottunfutter
um 1 fl. 20 kr. mit Croise um 4 fl. 20 kr.
höher als hier angemerkt ist; bittet aber alles
selbst einzukaufen, oder zur Auslage einen Vor=
schuß
zu geben. Rock, Weste und Hosen von 6fl.
Tuch 25 fl. 30 kr. von 4 fl. Tuch 20 fl. 30 kr.
von 2 fl. 36 kr. Tuch 16 fl. von 25 Groschen
Tuch 11 fl. 30 kr. von breiten Halbtuch 15
fl. Rock und Hosen von 6 fl. Tuch 19 fl.
20 kr. von 4 fl. Tuch 16 fl. von 2 fl. 36 kr.
Tuch 12 fl. 36 kr. von 25 Gr. Tuch 9 fl. 30 kr.
Ein englischer Kaput von 6 fl. Tuch 21 fl.
von 4 fl. Tuch 17 fl. von 2. fl. 36 kt. Tuch
12 fl. Ein Kaputfrak ist um 2 fl. minde=
rer
, oder nachdem die Bestellung seyn
wird. Ein Chemis von 4 fl. Tuch 21 fl. 30 kr.
von 2 fl. 36 kr. Tuch 14 fl. 30kr. von 1 fl. 30 kr.
Tuch 10 fl. von 25 Gr. Tuch 9 fl. Eine Ho=
sen
von schwarzen Sartin mit rauhen Bar=
chetfutter
3 fl. 15kr. Auch werden Pekesche nach
der neuesten Facon gemacht. Uebrigens versi=
chert
er durch Beweis der dauerhaften Arbeit
ferneren Beyfall zu erhalten.


Rauhwaaren.

Angeeifert durch den grossen und gütigen
Beyfall, welchen Johann Mayer, burgl.
Kirschnermeister, im vorigen Jahre von ei=
nem
hohen Adel und verehrungswürdigen
Publikum erhalten, hat derselbe keine Kosten
noch Mühe gesparet, sich diesen Winter hin=
durch
wieder mit einem grossen Vorrathe von
den neuesten und schönsten Pelz= und Rauh=
waaren
aller Gattungen zu versehen. Ver=
spricht
daher, Jedermann nach seinem Wohl=
gefallen
mit folgenden Stücken um die billig=
sten
Preise bestens zu bedienen, um sich fer=
ner
allen Beyfall und Zutrauen zu versichern.
Es werden also besonders zu haben seyn:
Garnituren von moskovitischen Zobeln für
Damen auf Kleider, von Nr. 1 und Nr. 2.
Schwarze silberhärige amerikanische Fuchs=
Stutzen
. Kreuzfüchse deto. Schwedische Füchse
deto. Schwedische Luchsen deto. Gold= und
silberspitzige Bärnstutzen deto. Schwarze feine
amerikanische deto. Eine ganz besondere sehr
seltene Gattung von den ne⟨u⟩esten Stutzen.
Alle Gattungen Frauenmäntel. Ausschlag.
Ve⟨r⟩schiedene Mannskleider=Futter. Verschie=
dene
Gattungen von Wolfs Wildschuren, von

[17]

12 bis 36 Dukaten. Das Verlagsgewölb ist
in der Kärntnerstrasse beym König von Preus=
sen
Nr. 965.

Nachricht.

Johann Georg. Schwarz, k. k. Hof= und
Leibkirschnermeister, macht hiemit einem ho=
hen
Adel und verehrungswürdigsten Publikum
bekannt, daß er sich mit allen Gattungen der
schönsten Rauhwaaren versehen habe, und
da er sämmtliche dem k. k. Hofe angehörige
Pelzwerke in Verwahrung hat, auch die vor=
⟨tr⟩efflichen
Gemächer, Rauhwaaren den
Sommer über aufzubewahren, besitze. Er
empfiehlt sich daher einem hohen Adel und
verehrungswürdigen Publikum, und hoffet
um so zuversichtlicher einen zahlreichen Zu=
spruch
, als sein eifrigstes Bestreben seyn
wird, sich mit der besten und promtesten
Bedienung auszuzeichnen. Sein Verkaufsge=
wölb
ist unter Aushängung des k. k. Adler=
schildes
eben jenes, welches sein Vorfahrer
und Schwiegervater, Herr Friedrich Andreas
Diettrich, besessen hat, unter den Tuchlau=
ben
Nr. 261 dem blauen Jgel gegenüber.


Anzeige.

Mathias Strobl, bürgl. Kirschnermeister,
nimmt sich abermal die Freyheit, durch den
gütig erhaltenen Beyfall und günstiges Ver=
trauen
einer hohen Noblesse und verehrungs=
würdigen
Publikum seinen neuen Vorrath
von nachstehenden Pelz= und Rauhwaaren
anzukündigen, welche er um die billigsten
und leidentlichsten Preise hindan zu geben be=
reit
ist: Als siberische graue, silber und gold=
spitzige
Bärnstutzen, schwarze amerikanische
deto, Stutzen von schwar⟨z⟩en amerikanischen
Füchsen, von silberhaarigen Füchsen, von
Kreutzfüchsen, von schwedischen Füchsen, von
blauen und weissen Füchsen, von schwedischen
und kandanischen Luchsen, dann Stutzen von
besonderer Gattung, wie auch ganz verschie=
dene
Gattungen neuer Ausschläge und Bräu=
me
zu Frauenmäntel und Frauenkleider aus=
zuschlagen
und zu garniren; verschiedene Gat=
tungen
Wildschu⟨r⟩e von Wölfen, Manns= und
Frauenkleider=Futter, Reisepelz von Fuchs.
Pferdedecken von Tyger, von schwarzen, weis=
sen
und grauen Bären. Das Verlagsgewölb
ist am Kohlmarkt Nr. 1177, beym König
von Frankreich.


Nachricht.

Die k. k. priv. Nürnberger Spiegel=Fabrik⟨e⟩
in Wien giebt von der Eröffnung ihrer Nie=
derlage
am Ecke des alten Fleischmarkts im

gräfl. von Gatterburgischen Hause Nr. 751 die
geziemendste Anzeige. Gute und ächte Waare
um die billigsten Preise, soll die einzige Em=
pfehlung
seyn, und kann daher sicher ihre
verfertigten Waaren einem geehrten bürgerl.
Handelsstande und auch allen mit diesem Ar=
tikel
handelnden Parteyen zur beliebigen Ab=
nahme
anbieten.


Frischer Hopfen.

Guter neuer böhmischer Hopfen, heuriges
Gewächs, ist hier zum Verkauf angekommen,
der Centen zu 40 fl. Die Hrn. Wirthschafts=
beamten
, Bräumeister, oder wer solchen =
thig
hat und zu kaufen gedenket, beliebe sich
in der Leopoldstadt in der Sperlgasse Nr.
213 beym Fütterer anzufragen.


Ankündigung.

Neue frische Blumenkiele, Blumen= und an=
dere
Gartensämereyen, so bey Johann Pod=
lesny
, Lust= und Ziergärtner, dann Saa=
menhändler
auf dem neuen Markte neben
den Kapuzinern, bey der englischen Gärtne=
rin
Nr. 1370, zu haben sind. Es wird ge=
wiß
jedermann angenehm seyn, seine Woh=
nung
im Winter in einen Blumengarten ver=
wandelt
zu sehen, zu diesem Entzwecke hat
er es sich angelegen seyn lassen, von allen
Gattungen der raresten bis zu den ordinairen
Blumenkielen zu versehen, und kann ein
verehrungswürdiges Publikum diese Blumen=
kielen
in die Blumengeschirre und Gläser
ein= und aufsetzen, wo noch überdieß bey ihm
von allen Gattungen Blumen und andern
Gartensämen um die billigsten Preise zu ha=
ben
sind, er verspricht sich daher einen gnä=
digen
Zuspruch, da er blos wünscht, ein ver=
ehrungswürdiges
Publikum mit der Aecht=
heit
seiner frischen Waaren überzeugen zu
können.


Blumenkiele und Saamen.

Bey Joh. Angel⟨o⟩ Montano, burgl. Han=
delsmann
, in seinem Gewürzgewölbe zum gol=
denen
Stern in der Wolzeil nächst dem Stu=
benthor
sind wieder angekommen, und zu haben
die frischen Blumenzwiebel, wie folgt:

Narcißi nobili von 4 Sorten. Fruhe Nar=
cissen
. Gefüllte Tazzeten. Weisse und gelbe
Tazzeten. Gefüllte weisse Hyacinthen, detto
leibfarbe, und violblaue Hyacinthen. Frühe
Hyacinthen. Trouboni. Gelbe Jonquilien.
Gedoppelte Arunkulen. Arunkulen von 30er=
ley
Farben. Arunkulen la bella des Brusse=
les
. Gelbe Arunkulen. Arunkulen die schöne
von Orleans. Gesprengte Arunkulen von ver=

[18]

schiedenen Farben. Arunkulen der Prinz von
Oranien. Pur rothe extra schöne Arunkulen,
allerhand färbige Anemoni. Allerhand roth=
artige
Anemoni. Anemoni la bella des Brus=
seles
. Anemoni der grosse Turband. Ane=
moni
in Regenbogen. Anemoni der Prinz
von Oranien. Anemoni alta Ba⟨ll⟩ena. Ane=
moni
die schöne von Normandie. Persianische
Tulpen. Türkische Tulpen. Extra schöne hol=
ländische
Tulpen verschiedener Farben. Diese
Blumenkiele sind durch und durch das hundert
für 5 fl. das Stück für 3 kr. Auch sonst al=
lerhand
Arten schöner Blumen, nämlich ex=
tra
holländische Narcissen, Narcissen soleil d'or,
Orange fenix, Arunkulen Turband d'or, grosse
Anemoni, gefüllte Tuberosen von jeder Sorte
das Stück 6 kr. Tres S⟨v⟩etica das St. 10 kr.
Holländische Passatutten, Passatuten Cardina=
lis
, die grosse Könnigin von Brittannien, der
König von Albinien von jeden das St. 18 kr.
Saamen von Kaulistor von den schön=
sten
Sorten das Loth 18 kr. Saamen von
Broccoli Romani extra schön das Loth 15
kr. Saamen von spanischen Zwiebeln das
Loth 15 kr. Saamen von romanischen Fen=
chel
das Loth 15 kr. Saamen von lombardi=
schen
Kohl, Melaunkern und Cardi, wie auch
Artischokenkern das Loth 15 kr. Frühkraut
das Loth 12 kr. Kauli=Arabi das Loth 8
kr. Kapucinerkohl das Loth 8 kr. Nägelsaa=
men
das Loth 1 fl. Veilchensamen Loth 30 kr.
Lucerner=oder Schwei⟨z⟩erklee das Pfund 30 kr.


Das entdeckte Glücksrad für Liebhaber der
Zahlenlotterie.

Ein Mann von Ansehn und Vemögen,
neb⟨st⟩bey ein sehr glücklicher Lottospieler, hat
mit 4 Numern diese Glücksrades, nämlich mit
1. 11.1〈…〉. 25. im Februar 1767 über 1⟨.⟩000
fl. gewonnen, und ha⟨tte⟩nur um ein Aug ge=
sehn
, um viermal sovielzu gewinnen, denn
es sindden 18 Februarin Wien gezogenwor=
den
26. 11. 11. 1. 84. Der Uiberbringer
dieser gewonnenen, anschaulichen Summe hat=
te
im Taumel der Freude, nebst einem ansehn=
lichen
Geschenke auch die Gelegenheit benutzt,
sich dieses Glücksradabzuschreiben, den⟨Schlüs=
sel
jedoch zu erhalten war keine Möglichkeit;
ein erfahrner Adept, dem es schon so man=
che
auch dunkelste Cabbala zu entziffern geglü=
cket
hat, hatte nachvieljährigen,und viel
hundertmal fruchtlos wiederholten Versuchen
erst dieser Tagen durch einen blossen Zufall
das unverhofte Glück den Schlüssel, und die
g⟨anze⟩ Aufklärung dieses Glücksrades zu ent=
decken
, und mit Erstaunen wahrzunehmen, daß

dieses Glücksrad die Zeit hindurch, als es we=
gen
dem verborgenen Schlüssel müßig liegen
bleiben mußte, sehr oft ansehnliche Treffer,
und erst dieses Jahr den 20. April mit Nr.
48. 34. 18. 19. einen Quaterno gegeben ha=
be
. Die Vorzüge, welche dieses Glücksrad
vor allen übrigen Planen und Cabbalen hat,
bestehen darinn, daß auf jeden Zug nur 4
Numern zu setzen kommen, daß keine Zwey=
deitigkeit
, oder auch nur der geringste Zwei=
fel
vorkommen kann, daß man endlich in die=
sem
Glücksrade die 4 Spielnumern auf alle
wo immer vorzunehmende Ziehungen auf im=
mer
und beständig schon berechnet finde, folg=
lich
, wenn man nicht selbst will, gar nichts
mehr zu berechnen, und auch nicht einmal die
Feder mehr anzusetzen habe. Dieses Glücks=
rad
ist seiner Seltenheit und Vortre⟨fl⟩ichkeit
wegen in dem äusserst mäßigen Preis von 4 fl.
30 kr. im Tabakgewölbe des Seizerhofs zu
haben.


Nachricht

für Liebhaber der Zahlenlotterie.

Jm Tobacksgewölbe beym goldenen Engel
am Graben ist für 40 kr. zu haben: Die
Cabbalistische Spinne, welche in der Wiener
Ziehung den 19. Nov. alle 5 Numern, wie
selbe gezogen worden, nämlich: 49, 83, 15,
47, 58 gegeben. Eben allda ist auch zu ha=
ben
, der bekannte Cabbalistische Maßstab,
und die kleine besondere Cabbala, jedes Stück
für 20 kr.


Neuer noch nie im Druck erschienener
Cabbalistischer Schneck,

welcher eine sichere Weisung giebt, die
N⟨u⟩mern auf die künftigen Ziehungen zu
wählen, und welcher jeden auch Rech=
nungsunkundigen
sehr leicht begreiflich ist.

Von einer glücklichen Lottospielerin.

Dieser bisher so geheim gehaltene cabba=
listische
Schneck, gab im jezt laufenden Jahr
den 5. und 19. Jänner; den 1. und 16. Febr.,
den 2. und 13. März; den 20. April den 4.
18. und 28. May, wie auch im letzten Zug
den 21. Juny mit Nr. 72, 66, 26, einen
Terno, mithin in den 14 Ziehungen d. J. 10
Terni. Zu mehrerer Unterhaltung ist auch ei=
ne
Cabbala beygefügt, welche den 22. Juny
d. J. mit einzigen 3 Numern einen Terno
Seccogab, und ohne aller Rechnung jeder=
mann
leicht verständlich ist. Diese 2 Stücke
werden im Tabacksgewölbe des Seitzerhofes
nicht verkauft, sondern denjenigen, welche von
heute an das neu entdeckte Glücksrad, oder

[19]

was immer für andern Plan, oder Cabbala,
abnehmen, unentgeltlich mitgegben. Dieses
Glücksrad ist von einem jüngst erschienenen
cabbalistischen Glücksrade in allen seinen Thei=
len
ganz und gar unterschieden.


Pharamundi Rumelli Terno Secco Cabala,
nebst einer sehr wichtigen unentgeltlichen
Beylage für Liebhaber der Zahlenlotterie.

Diese Kabala, deren Schlüssel jederman
sehr leicht begre⟨i⟩fflich seyn muß, gab im Wie=
ner
Zug den 21. Sept. mit Nr. 12, 20, 85,
einen Terno; die Abnehmer werden sich in
Zeit von einigen Minuten überzeugen können,
daß diese Kabala nebst häufigen Extraten und
Amben, welche aber hier in keine Erwägung
zu nehmen, in einigen Jahren über 50 Ter=
ni
, und zwar mit wenig Numern gegeben
habe, ist im Tabacksgewölbe des Seizerho=
fes
um 4 fl. 30 kr. zu haben. Die Abneh=
mer
dieser Kabala erhalten über dieß eine
sehr wichtige Beylage unentgeltlich; von die=
ser
Beylage, deren