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Wiener Zeitung.

Nr. 45, 6. Juni 1795

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[1]

Nro.

45.

Sna k.k. allergnä

digster Freiheit

Wiener Zeitung.

Sonnabend, den 6. Junius 1795.


Jnländische Begebenheiten.

Wien.

Donnerstags ist das Frohnleichnams=
Fest mit der an diesem Tage gewöhn=
⟨li⟩chen
feyerlichen Prozeßion, die von der St.
Stephans Metropolitankirche ausging, be=
⟨g⟩angen
worden, welche von JJ. MM. dem
Kaiser und der Kaiserinn, wie auch des Erz=
⟨h⟩erzogs
Joseph, und der beyden Erzherzo=
⟨g⟩innen
KK., HH., den Ministern, gehei=
⟨m⟩en
Räthen, Kämmerern und dem sämmt=
⟨l⟩chen
Hofftaate begleitet wurde.

Jn Absicht auf die Censur der Druck=
⟨sc⟩hriften
und Kupferstiche ist folgende die
⟨bi⟩sherigen Censursvorschriften in sich fas=
⟨en⟩de
allerhöchste General= Verordnung er=
⟨g⟩angen
:

§. I. Niemand soll unter den gegen
⟨A⟩nschwärzungen vehängten Strafeß, eine

Druckschrift mit vorsätzlicher Umgehung der
Mauthämter und der Revisorate einführen,
und vor erhaltener Censursbewilligung zum
Verkaufe bringen.

§. II. Der Buchhändler, welcher ein
Buch, eine Broschüre oder irgend eine
Druckschrift, die verbothen, oder erga
Schèdam beschränkt ist, ohne eigenen Er=
laubnißschein
, welchen nur das K. K. ober=
ste
Directorum, und in den Provinzen die
Landesstelle ertheilen kann, verkauft, wird
im ersten Betretungsfalle mit 50 Guld. für
jedes Exemplar, und im zweyten, nebst
dieser Geldbusse, mit Verlust des Gewer=
bes
bestrafet.

§. III. Die den Buchhändlern aus den
Revisoraten zurückbehaltenen verbothenen
Bücher, wovon ein von dem Eigenthümer.

[2]

oder dessen Handlungsbestellten unterschrie=
benes
Verzeichniß mit beygesetzter Zahl der
Exemplare allda geführet wird, sollen bin=
nen
Zeit von 6 Monathen bey Strafe der
Konfiskazion, unter den vorgeschrievenen
Vorsichten, wieder aus den Erblanden ge=
schafft
werden. Sollten in einem oder dem
andern Falle besondere Hindernisse der Be=
folgung
dieser Vorschrift im Wege stehen,
so sind solche von den Eigenthümern oder
Administratoren anzuzeigen, wo dann nach
Beschaffenheit der Umstände, diese Frist auf
weitere 3 oder 6 Monathe wird erstrecket
werden.

§. IV. Kein Buchdrucker soll das Min=
beste
in Druck legen, ohne zuvor das Ma=
nuscript
in einer leserlichen Schrift und
richtig paginirt, auch mit einem weißgelas=
senen
Rande versehen, beym Revisionsamte
eingereicht, und die Zulassung vom Censurs=
departement
erhalten zu haben. Diese wird
nicht von den Censoren ertheilet, und ist
das von denselben gegebene Admittitur nicht
hinlänglich, sondern sie muß wegen der in
Censurssachen nöthigen Ordnung und Ma=
nipulazion
durch das vom Revisor eigen=
händig
, und mit dessen Unterschrift, auf das
Manuscript beyzusetzende Iniprimatur bestä=
tiget
werden, welches entweder ohne, oder
mit dem Beysatze omissis deletis, mit Aus=
lassung
der in der Handschrift ausgelösch=
ten
Worten oder Stellen, oder mit einem
anderen Beysatze und unter gewisser Be=
schränkung
gegeben wird. Hätte Jemand
ohne dieses Imprimatur einzuhohlen und er=
halten
zu haben, oder ohne sich nach des=
sen
Beysätzen oder Beschränkungen zu ach=
ten
, etwas, es sey was es wolle, in Druck
gelegt, so wird nicht allein die ganze Aus=
lage
mit Zerstörung des Schriftsatzes kon=
fiszirt
und eingestampfet, sondern es wird
auch der Uebertreter, sogleich mit Verlust
des Gewerbes, und überdieß mit 50 Guld.
für jedes in Umlauf gesetzte Exemplar, und
wenn er diese Geldbusse nicht erlegen könn=
te
, mit Arrest und am Leibe gestrafet, und
dabey jede Ausflucht, die Exemplare nicht

verkauft, sondern vertauscht, oder ver=
schenkt
, oder die Auslage auf auswärtige
Bestellung und zum Versenden in das Aus=
land
veranstaltet zu haben, so wie jede
Ausrede auf Versehen der Handlungsdiener
oder Handlange als ungültig verworfen.

§. V. Die Manuscripte sind gewöhnlich
in zwey gleichlautenden Exemplaren einzu=
reichen
, doch kann nach Beschaffenheit des
Gegenstandes, nach Eigenschaft des Verfas=
sers
, und nach Umständen die Freyspre=
chung
vom Duplikate beym K. K. Direkto=
rium
, und in den Provinzen bey der Lan=
desstelle
angesuchet werden. Jn Fällen,
wo diese erfolgt ist, ist das Manuscript
nach vollbrachten Drucke, sogleich auf das
Revisionsamt nebst einem im Pappendeckel
gebundenen Exemplar wieder einzuliefern,
und würde jeder im Drucke ohne vorheri=
ge
Anzeige und erhaltene Erlaubniß gemach=
te
Zusatz, und jede erwiesene Verfalschung
des Originals (die Fehler in der Rechtschrei=
bung
oder im Styl, deren Verbesserung den
Sinn nicht ändert, allein ausgenommen,)
als Betrug und vorsetzliches Falsum stren=
ger
Ahndung unterliegen.

§. VI. Jeder, auf dessen Koster und
Rechnung ein Buch oder kleinere Schrift.
gedruckt werden soll, er sey Buchdrucker,
Buchhändler, Verleger oder Verfasser, ist
gehalten seinen Nahmen und Karakter nebst
seiner Wohnung zu Anfange des zur Gen=
sur
eingereichten Manuscripts, oder, wenn
es ein Nachdruck, oder neue Auflage ist,
des Originals leserlich beyzusetzen, und wird
von dem Revisionsamte nichts angenommen
werden, wo diese oder andere bey den
Manuscripten vorgeschriebenen Erfordernisse
ausser Acht gelassen sind.

§. VII. Die Manuscripte sollen von Nie=
mand
zu den Censoren gebracht, noch bey
denselben abgehohlet werden, sondern sie
sind ohne Unterschied unmittelbar bey dem
Revistonsamte einzureichen, wo sie der Ein=
reicher
mit dem Deciso abzuhohlen hat.
Die Censoren sind angewiesen, kein Exhi-

[3]

bitum, welches ihnen nicht im ordentlichen
Wege durch das Revisionsamt zukommt,
in Censurirung zu nehmen, noch ein Censu=
rirtes
anderswohin als dahin abzugeben.
Niemand ist befugt sich den Censor seines
Buchs, oder Manuscripts selbst zu wählen,
oder dem Revisionsamte auf irgend eine Art
anzusinnen, daß es ein Stück eigends den
Censor A, statt des Censors B zur Censu=
rirung
zusende, noch soll der Eigenthümer,
wenn er den Censor erfahren hat, bensel=
ben
selbst, oder durch andere überlaufen,
oder mit Bitten oder Vorstellungen behelli=
gen
, sondern jeder soll nach Einreichung
seines Werkes die Entscheidung ruhig ab=
warten
, und sich dieser ohne Widerrede und
Verunglimpfung der Censoren oder des Re=
visionsamtes
, welche allerdings nach dem
Grade des Frevels geahndet werden wür=
de
, geziemend fügen.

§. VIII. So wie zum Drucke neuer
Schiften, so muß auch zum Nachdrucke
eines schon erlaubten Werkes und eben so
⟨be⟩i je⟨d⟩er neuen Auflage die Erlaubniß mit=
⟨t⟩els
schriftlicher Anzeige und Einreichung des
Werkes selbst beym Revisionsamte undspective das Imprimatur, oder Reimpri-
matur
nachgesucht, und darf vor dessen
Erhaltung, unter gleicher Verpönung, we=
⟨d⟩er
Nachdruck noch die neue Auflage veran=
⟨st⟩altet
werden.

§. IX. Wer solche Schriften in Geheim
⟨d⟩ruckt, oder nachdruckt, die nach den Straf=
⟨g⟩esetzen
in die Kathegorie der Verbrechen
⟨ge⟩chören, macht sich derjenigen Strafen
⟨t⟩heilhaftig, welche in den Gesetzen auf
⟨di⟩e Verfassung dergleichen Schriften be=
⟨st⟩immt
ist.

§. X. Niemand soll ein Werk, davon
⟨di⟩e Handschrift bey einem deutscherbländi=
⟨sc⟩hen
Revisionsamte eingereichet worden,
⟨di⟩e Zulassung aber nicht erfolgt ist, in das
⟨A⟩usland zum Druck und Verbreitung schi=
⟨k⟩en
. Der Uebertreter wird mit einer nach
⟨de⟩m Grade der Anstößigkeit der Schrift,
⟨un⟩d wenn es eine Schmähschrift ist, nach
⟨de⟩m Jnteresse der dadurch angegriffenen

Personen abgemessenen Strafe belegt werden.
Das Vorgeben, daß ihm das Manuscript
von Handen gekommen, und der auswär=
tige
Druck ohne sein Wissen und Willen
veranstaltet worden sey, wird um so weni=
ger
angenommen, als Niemand ein von der
inländischen Censur verworfenes Manu=
script
andern mittheilen, oder mit Gefahr
weiterer Ausbreitung aufbewahren soll.

§. XI. Niemand soll mit Büchern hau=
siren
, solche kolportiren und damit heimli=
cher
Weise Gewerb treiben; die Uebertreter
werden nebst Konfiskazion, aller bey den=
selben
vorgefundenen Bücher in Verhaft ge=
zogen
, und nach Befund der Umstände, je
nachdem die also verkauften Bücher im ho=
hen
Grade sittenverderblich, religionswidrig
oder staatsgefährlich sind, mit schwerer an=
gemessener
Strafe, und wenn sie Auslän=
der
sind, auch mit der Landesverweisung
belegt werden.

§. XII. So wie allen und jeden Privat=
personen
, die nicht zum Buchdrucker= Ge=
werbe
gehörig befugt sind, Buchdrucker=
oder
Handpressen, und Druckcharaktere zu
haben untersagt ist, so wird auch allen
Buchdruckern bey Verlust ihres Gewerbes,
nebst Konfiskazion ihrer Werkzeuge, und
nach Beschaffenheit der Umstände noch wei=
terer
Geld = oder Leibesstrafe verbothen, an
entlegenen oder unzugänglichen oder verbor=
genen
Orten Pressen aufzustellen, und auf
heimliche Weise und durch lichtscheuende
Anstalten setzen oder drucken zu lassen.

§. XIIl. Obstehende Verfügungen sind
zugleich von Kupferstichen jeder Art und
Vorstellung, wie auch von Landkarten und
Prospekten, Rissen von Städten, Festun=
gen
, Gränzen, Küsten, zu verstehen, von
welchen, wenn sie zum öffentlichen Verkau=
se
bestimmt sind, vor der Gravirung jedes=
mahl
das Original oder die Zeichnung bey
dem Revisionsamte einzureichen, und die
Censursbewilligung einzuhohlen ist, so wie
alle auf Uebertretungsfälle bey Schriften
und Büchern setzgesetzte Pönsälle sich auf
die Kupserstiche in gleichem Maße erstrecken.

§. XIV. Wer Verzeichnisse von verkäuf=

[4]

Jschen Büchern den Zeitungsblättern beyle=
gen
, oder auf andere Art durch den Druck
bekannt machen will, hat solche aufs spä=
teste
zwey volle Tage vor der Bekanntma=
chung
beym Revisionsamte in zwey gleich=
lauteuden
Handschriften einzureichen; diese
Verzeichnisse müssen rein, leserlich geschrie=
ben
, die Titel der Bücher gehörig nach ih=
rem
wahren Verfasser, wenn dieser genannt
ist, allezeit aber nach dem wahren Jn=
halte
, und dem Druckorte und Jahre ohne
Verdrehung, Verfälschung oder unver=
ständliche
Abkürzung aufgesetzt, und alle
unmittelbare unschichliche Zusammensetzung
von Werken, biblischen und geistlichen,
oder andere ehrwürdige Gegenstände be=
treffenden
Jnhalts mit Werken einer von
jenen ganz verschiedenen und solcher Gat=
tung
, daß daraus Anlaß zu ungebührlichen
Beziehungen entstehen könnte, vermieden
werden. Wenn über dergleichen Verzeich=
nisse
das Imprimatur nicht unbedingt, son=
dern
mit der Beschränkung omissis deletis
ertheilt wird, so sind dieselben vor gänzli=
cher
Vollendung des Drucks bey dem Re=
visionsamte
noch einmahl vorzulegen, da=
mit
dasselbe sich von der geschehenen Weg=
lassung
der ausgestrichenen Artikel überzeu=
gen
, und das unbedingte lmprimatur bey=
setzen
könne. Das nähmliche ist bey Ver=
zeichnissen
von Kupferstichen und Lizita=
tionskatalogen
zu beobachten. Letztere sind
nach Verhältniß ihrer Größe früher, als
bey einzelnen Blättern erforderlich ist, zur
Censurirung einzureichen.

§. XV. Wenn Buchhändler Kataloge
oder kleinere Verzeichnisse von Büchern, die
sie zum öffentlichen Verkaufe ausbiethen,
bey dem Revisionsamte einreichen, und dar=
unter
verbothene gefunden werden, so sind
sie schuldig, solche an das Revisionsamt
abzugeben, wo dieselben so lange aufbehal=
ten
werden, bis die Eigenthümer entwe=
der
einen Käufer, der die besondere Erlaub=
niß
erhält, finden, oder bis sie solche un=
ter
dießfalls gewöhnlicher Vorsicht außer
Land schicken werden. Keines von beyden
kann bey solchen Stücken, die im hohen

Grade Religions Sitten oder Staats=
widrig
, oder pasquillantisch, ehrenrührisch
und offenbar boshaft sind, statt haben,
als welche ohne Weiteres vom Revisions=
Amte zu vertilgen sind.

§. XVI. Wenn ein Buchhändler oder
ein Privatmann Ansuchungszettel um Er=
laubniß
verbothener, oder erga Schedam
beschränkter Druckschriften einreicht, und da=
zu
entweder einen falschen Nahmen, der die=
se
Erlaubniß ansuchenden Person gebraucht,
oder nach erhaltener Erlaubniß ein bey der
Einreichung des Gesuches auf dem Zettel
nicht gestandenes dergleichen Buch beysetzt,
hat dafür in jedem Falle eine Strafe im
Geld von 50 fl. zu entrichten. Eben diese
Strafe findet statt, wenn ein Buchhänd=
ler
oder anderer mehr als einmahl um die
Erlaubniß für das nähmliche Buch unter
dem Nahmen der nähmlichen Person an=
sucht
, und dadurch die das Censurfach di=
rigirende
Stelle frevelhaft zu täuschen ver=
sucht
. Derjenige, der die für diese Ueber=
trettungsfälle
bestimmte Geldstrafe zu erle=
gen
nicht vermöchte, hat für jeden Gulden
einen Tag im Gefängnisse zuzubringen.

§. XVII. Gleichwie die Revisionsäm=
ter
angewiesen sind, jeden ohne Unterschied
mit Vefolgung ihrer Amtspflichten nach
Thunlichkeit ohne unnöthigen Aufenthalt
zu befördern, so wird auch, wer immer
bey denselben, es sey wegen Revidirung
seiner Bücher und Kupferstiche, oder auf
andere Art Geschäfte hat, dem dort ange=
stellten
Personale die Achtuna, welche jeder
dem sein Amt handelnden Beamten zusteht
mit gleicher Bescheidenheit bezeigen, und
sich von Zudringlichkeit, von heimlicher
oder offener Wegnehmung eines dort zu=
rückbehaltenen
Stückes, von unanständigen
Reden, oder Gezänke und von aller Unge=
bühr
, unter sonst unausbleiblichen Ahn=
dung
zu enthalten wissen; sollte Jemand
glauten, allda über Ordnung und Vor=
schrift
beeinträchtiget zu seyn, so hat er
solches im ordentlichen Wege in Wien bey
dem K. K. Directorium, und in den Provin=
zen
bey der Landesstelle mit Grund und

[5]

Beweis anzuzeigen, und von da den ord=
nungsmäßigen
Bescheid nach geschehener Iin=
tersuchung
abzuwarten.

§. XVIII. Da gegenwärtige General=
Verordnung einestheils die Berichtigung al=
ler
vorgeblichen Unwissenheit, oder Unbe=
stimmtheit
und andererseits die Abstellung
aller ungebührlichen Schleichwege, Ver=
wirrungen
und Mißbräuche zum Hauptge=
genstand
und Zweck hat, so wird sich Je=
bermann
nach der allgemeinen Pflicht, die
Landesgesetze treulich zu befolgen, nach dem
Jnhalt derselben genau zu achten, und je=
der
sowohl von den wirklich bestehenden
Buchbruckern, Buchhändlern, Kupferste=
chern
und wer immer den Censursanstalten
unterliegende Geschäfte führet, als auch
von denjenigen, welche in Zukunft zu die=
sen
Gewerben eintreten, sich solche anschaf=
fen
, und zu seiner in allen Fällen unver=
brüchlichen
Richtschnur aufbewahren und
gegenwärtig halten. Welches in Folge
höchster Hofentschliessung vom 30. May
d. J. durch die K. K. Nied. Oest. Landes=
regierung
zu Jedermanns Wissenschaft hier=
mit
bekannt gemacht wird. Wien den 3.
Junius 1795.

Das von der Gold= und Silbergewerk=
schaft
zu Nagyag in Siebenbürgen, von
den vorräthigen reichen Erzen, bis Ende des
J. 1799 Sr. K. K. Maj. zinsfrey ange=
bothene
Darlehen von 50,000 Guld. ha=
ben
Allerhöchstdieselben mit banknehmigen
Wohlgefallen aufzunehmen, und dabey
insbesondere zu befehlen geruht, daß dem
K. K. Truchsoß, Edlen von Wildburg,
Hauptgewerlen des Nagyager Gold= und
Silber = Bergwerks, als Urheber dieser ed=
len
und patriotischen Handlung, das al=
lergnädigste
Wohlgefallen zu erkennen zu
geben sey.

Für die durch Feuer verunglückten Unter=
thanen
von Höflein bey Bruck, ist die
Sammlung milder Beyträge in der Stadt
durch einen Ausschuß der bürgerl. Bäcken=
meister
, und in den maaistratischen Vor=
städten
, durch die Haus=Eigenthümer vor=
genommen
worden. Es sind dadurch 440

Guld. 28 Kr. 2. Pf. in das städtische
Steueramt eingekommen.


Ausländischen Begebenheiten.

Jtalien.

Nach Berichten aus Nizza ist der Ge=
neral
Rellermann, der nun zu dem Kom=
mando
der Französischen Armee in Jtalien
ernannt worden ist, am 5. May in die=
ser
Stadt eingetrossen, und hat sogleich
von dem General Scherer, der zur Ost=
pyreneischen
Armee bestimmt ist, das Kom=
mando
übernommen. Hierauf aber ist er
nach Toulon abgegangen, wo er über die
dort versammelten Truppen, im 7. May.
Musterung gehalten hat.

Um 24. May ist zu Florenz Hr. Mist
angekommen, der am Toscanischen Hofe
als bevollmächtigter Minister der Franzö=
sischen
Republik beglaubiget ist.

Zu Livorno war man am 21. May in
grosser Gefahr, indem des Abends in einem
Theile der Stadt ein heftiges Feuer aus=
brach
; aber die klugen Anstalten des Gou=
verneurs
und die Thärigkeit der Besatzung
waren so wirksam, daß nach einigen Stun=
den
der Brand gelöscht war, und nur zwey
Häuser davon nahmhaft gelitten haben.

Der Papst ist am 17. May von Terra=
cina
nach Rom zurückgekommen, und aus=
serhalb
der Stadt von den ansehnlichsten
Personen und einem Theile des Volkes er=
wartet
und bewillkommet worden.

Die ertheilte Erlaubniß die Theater zu
eröffnen, ist wegen neueingetretener Um=
stände
, wieder aufgehoben worden.

Frankreich.

Ungeachtet aller Vorsicht und Gewalt,
welche die herrschenden Ausschüsse anwand=
ten
, um das über die fortdauernde Hun=
gersnoth
murrende, und von den unter=
drückten
Jakobinern aufgehetzte Volk im
Zaum zu halten, so ist doch am 20. May
neuerdings in Paris eine fürchterliche Em=
pörung
ausgebrochen.

[6]

Die erste Nachricht davon ist durch eine
von dem Wohlfahrts=Ausschusse an den
Französischen Bothschafter in der Schweitz,
Hr. Barthelemy, mit einem Kurier ge=
sandte
Depesche bekannt geworden, die der
Bothschafter sogleich drucken ließ, und die
wörtlich also lautet:

„Wir eilen, Jhnen Nachricht von dem
Ausgange eines neuen zwölften Germinals,
(1. April, an welchem Tage ebenfalls ein
Aufstand ausgebrochen war) der gegen die
National=Konvention gerichtet, aber von
derselben eben so siegreich als der erste ab=
gewendet
worden ist, zu ertheilen.

„Gestern Morgens entstanden in ver=
schiedenen
Vierteln von Paris zahlreiche
Hausen; Brod und die Konstitution von
1793, war ihr Losungswort; der Jakobi=
nismus
hatte diese Gesinnung eingeflößt.

„Da sich die Rotten vereinigt hatten,
marschirten sie auf die National= Konven=
tion
los, belagerten sie, und sprengten end=
lich
, nach einem langen Widerstande, die
Thüren. Einer unserer Kollegen, Ferrand,
der eben von der Rhein Armee zurückgekom=
men
war, hat bey dieser schrecklichen Ver=
wirrung
sein Leben verloren. Diejenigen
Glieder der National Konvention, welche
an den Schandthaten vom 12. Germinal
Antheil genommen, ohne dafür bestraft
worden zu seyn, zeigten sich hier in ihrer
ganzen Kühnheit. Aber ihr Triumph war
von keiner langen Dauer; bald eilten die
guten Bürger von Paris und die benach=
barten
Truppen herbey, und nun wurden
die Treulosen, welche die National= Reprä=
sentation
unterdrückten, aus ihrer Mitte
gejagt. Jn eben dem Augenblicke wurden
di jenigen Glieder der Konvention, die
durch ihre Vorschläge und Reden die straf=
baren
Unternehmungen unterstützt haben,
in Verhaft gesetzt.

„So endigte sich dieser Tag, der, wie
der 12. Germinal, das Grab der Repu=
blik
zu seyn schien, und der, wie jener, nur
ihren Grund befestigte. Jetzt herrscht all=
gemeine
Ruhe. n. s. w.

Die seit dem aus Paris eingegangenen

öffentlichen Blätter, vom 21. May. enthal=
ten
von diesen Vorfällen folgende Umstände:

Am 20. May, gleich mit Anbruch des
Tages, war das Volk in den Vorstädten
in Bewegung; allenthalben rotteten sich
Haufen zusammen, und Emissare durch=
liefen
alle Werkstätte, um die Arbeitsleute
herbeyzurufen. Man hielt auch alle Leute,
die in der Gasse gingen, an, und zwang sie
zu bleiben. Brod, Brod! war der von
jeder Seite ertönende Ruf. Jnzwischen
hatte sich die Konvention versammelt, und
Preret zeigte im Nahmen der Regierungs=
Ausschüsse die nahe Gefahr an, indem er
die von dem Volke gefaßte Entschliessung
vorlas. Jn derselben heißt es: „das Volk
erkenne, daß man es vor Hunger sterben
lasse, daß die gegenwärtige Regierung un=
gerecht
, willkürlich und tyrannisch sey, daß
es diejenigen, welche Brod verlangen, ein=
ziehen
und ermorden läßt u. s. w: daher
habe es beschlossen: sich in Massa nach
der Konvention zu begeben, um Brod zu
begehren, und zugleich zu verlangen, daß
die revoluzionäre Regierung sogleich abge=
stellt
, und die republikanische Konstitution
vom J. 1793 eingeführt werde, daß man
die verhafteten Patrioten loslasse, die Pri=
man
=Versammlungen für den 25. Prairial
ansage, und am 25. Meßidor eine neue
gesetzgebende Versammlung an die Stelle
der jetzigen Konvention trete u. s. w.

Hierüber schlugen die Ausschüsse folgen=
de
, von der Konv. sogleich dekretirte Maß=
regeln
vor: 1) Die Stadt Paris soll ver=
antwortlich
für jede Beleidigung seyn, die
der National=Repräsentation geschehen könn=
te
. 2) Jeder Bürger soll sich auf seinen Po=
sten
begeben. 3) Jeder Anführer eines zu=
sammen
gerotteten Haufens soll in die Acht
erkläret seyn. 4) Als Anführer worden
diejenigen 20 Personen betrachtet, welche
die Vordersten des Haufens sind. 5)
Die Konv. geht nicht auseinauder bis die
Ruhe hergestellt ist. Es wurden hierauf
9 Deputirte abgeschickt, um in verschiede=
nen
Quartieren das nöthige zu besorgen.
Sie konnten aber sich gegen die schon an=

[7]

rückenden Haufen nicht mehr stellen, und
wurden zurückgewiesen. Alsbald wurde
eine Thür erbrochen und unzählige Weiber
drangen mit einem entsetzlichen Geschrey in
den Sal. Der Präsident Boissy d' An=
glas
, rief ihnen zu: Durch euer Geschrey
werden die Lebensmittel nicht einen Augen=
blick
eher ankommen. Er ernannte hierauf
den Bürger Fox zum provisorischen Kom=
mandanten
, der auch sogleich an seinen Po=
sten
ging, mit dem Vorsatze, Gewalt mit
Gewalt zu vertreiben.

Bald nachher wurden mehrere Thüren
aufgestossen und eine Menge Menschen drang
in den Sal, der nun ein Schlachtfeld
wurde. Die Weiber wurden zurückgetrie=
ben
. Anguis kam an der Spitze der be=
waffneten
Mannschaft in den Sal; ein An=
führer
der Empörer wurde angehalten, und
dann nach und nach mehrere. Kurz nach=
her
schrie man von neuem: ins Gewehr!
Es entstand ein Gefecht an der Thüre, man
schoß, und Leute mit Gewehr drangen in
den Sal. Ein Bürger, nach welchem ge=
hauen
wurde, flüchtete sich zu dem Präsi=
denten
, wurde aber an dessen Seite er=
schossen
. Der Deputirte Ferrand wollte ihn
vertheidigen, aber sogleich hieb man auf
ihn los, er war unbewaffnet, wollte ent=
fliehen
, und wurde ermordet. Der Prä=
sident
blieb ganz ruhig und kaltblütig auf
seinem Posten. So verstrich unter bestän=
digen
Bewegungen, Drohungen und That=
handlungen
der ganze Tag. Gegen Abend,
als schon ein Theil der Deputirten sich ent=
fernt
hatte, entstand wieder Lärm; es ka=
men
noch mehrere Menschen mit Gewehr;
einer davon las dann die obenerwähnte
Volksentschliessung vor und verlangte, daß
die anwesenden Deputirten hervortreten und
darüber eine Entscheidung fassen möchten.
Nun zeigten sich die alten Anhänger des
Jakobinersystems, Düroi, Düquesnoi,
Orieur, Romme, Bourbotte, Gouge=
ron
u. a. welche wahrscheinlich den ganzen
Auftritt verstaltet hatten, und die denn nun
auch sämmtliche Forderungen des Pöbels,
die Loslassung aller seit dem 9. Thermidor

verhafteten Patrioten, Haus= Untersuchun=
gen
zur Auffindung der verborgenen Ge=
treide
=Vorräthe, die Erneuerung der Aus=
schüsse
und die Verhaftnehmung aller jetzi=
gen
Glieder derselben, dekretirten.

Jndessen aber hatten diese Ausschüsse und
die Deputirten von ihrer Partey sich in
Paris einen Anhang zu schaffen gewußt,
mit dem sie dann unter dem Geschrey: Es
lebe die Konvention! in den Sal kamen,
den Pöbel vertrieben, die eben gefaßten
Dekrete sogleich varnichteten, und dagegen
deren Urheber in Verhaft setzen liessen.

Großbritannien.

Die Hofzeitung vom 17. May enthält
einen Bericht des Sir Richard Strachan
von der neulichen bereits gemeldeten Er=
beutung
einiger feindlicher Schiffe. Nebst 2
bewaffneten Schiffen, jedem von 3 Kano=
nen
, welche, als sie nach dem Gefechte
genommen wurden, nur noch 3 Leute am
Bord hatten, besteht die Zahl der übrigen
genommenen Schiffe aus 10, welche größ=
tentheils
mit Bauholz beladen waren. Sie
hatten sich unter ein Französisches Fort
zurückgezogen, welches auch auf das Ge=
schwader
des Sir Sidney Smith feuente,
aber bald zum schweigen gebracht ward.
Den Engländern hat diese Beute an Getöd=
teten
2, und an Verwundeten 15 Mann
gekostet.

Die Flotte, unter dem Kommando des
Admirals Mann, bestehend aus dem Victo=
ry
, von 110, dem Gibraltar, vom 80
Kan. und 10 Linienschiffen von 74 Kan.
wie auch 6 Fregaten, ist am 17. May von
Portsmouth nach dem mittelländischen Mee=
re
unter Segol gegangen. Unter ihrer Be=
deckung
sind die nach dem mittelländischen
Meere, nach Ostindien und Westindien,
wie auch nach Amerika bestimmten Kauf=
fahrteyslotten
mit abgesegelt. Das Ge=
schwader
des Admirals Harvey, das aus
4 Linienschiffen und 2 Fregaten besteht, ist
von einem Kreutzzuge in der Nordsee, am
17. nach dem Hafen von Portsmouth zu=
rückkommen
.

[8]

Eine Abtheilung von den Garden zu
Fuß, 4 Jrländische Regimenter, und 4 Re=
gimenter
zu Gibraltar sind neuerdings be=
ordert
worden, unverzüglich nach West=
indien
eingeschifft zu werden.

Es bestädigt sich, daß der Admiral Par=
ker
mit seiner Verstärkung zu Barbadoes
angekommen ist. Die Transportschiffe wur=
den
mit den Truppen sogleich nach Gre=
nada
geschickt, und der übrige Theil der
Flotte segelte nach Martinik. Die Jnsel
St. Vincent hat bey den neulichen Unru=
hen
sehr gelitten.

Von Bengalen hat man die Nachricht
erhalten, daß die nach Ostindien bestimmte
Handlungsflotte glücklich daselbst angekom=
men
sey.

Vereinigte Niederlande.

Ueber den zwischen Frankreich und den
vereinigten Provinzen jüngsthin geschlosse=
nen
Allianz=Traktat, gibt ein Schreiben
aus Amsterdam, vom 19. May, folgende
Erläuterungen: ‚Die zwischen unserer Re=
publik
und Frankreich geschlossene Off= und
Defensiv=Allianz hat, wie man leicht den=
ken
konnte, bey den Freunden der neuen
Ordnung der Dinge lebhafte Freude, bey
den Freunden des Oranischen Hauses aber
Mißvergnügen und Kummer verursacht.
Die Freude der ersteren war desto grösser,
als man das Gerücht verbreitet hatre, daß
Frankreich nur deßhalb so grosse Forde=
rungen
an unsere Republik mache, um eine
Allianz gänzlich zu vermelden, und dadurch
dem Könige von Preussen Gelegenheit zu
geben, sich in Zukunft des Erbstatthalters
wieder annehmen zu können. Dieses Ge=
rücht
ist nun durch den wirklichen Abschluß
der Allianz gänzlich zernichtet. Man wußte
ferner, daß man sich von verschiedenen Set=
ten
her grosse Mühe gegeben hatte, um die
Allianz rückgängig zu machen, und alle diese
Versuche sind ohne Erfolg gewesen. Hierzu
kommt noch, daß die Franzosen ihre For=
derungen
auf Walcheren und Südbeve=
land
, wozu die Repräsentanten von See=

land ihre Einwilligung schlechterdings nicht
geben wollten, ferner auf Herzogenbusch,
Bergen=op=Zoom und Breda haben fah=
ren
lassen, sich auch mit einer mäßigeren
Summe für die Kriegskosten (es sollen
wirklich anfangs 200 Millionen verlangt
worden seyn) begnügt haben. Nimmt man
hierzu noch, daß nunmehr, nach dem Wun=
sche
der sogenannten Patrioten, unsere Repu=
blik
als eine freye unabhängige Macht von
Frankreich anerkannt, und daß ihre Frey=
heit
und Unabhängigkeit, so wie die Ab=
schaffung
der Statthalterschaft, des Adels ⁊c.
von der Französischen Republik garantirt
ist, so kann man leicht denken, daß diese
Patrioten, bey solchen Umständen, noch
froh seyn können, indem von zwey Uebeln
wenigstens doch nur das kleinste Statt ge=
habt
hat, das heißt, daß man lieder ge=
wählt
hat, verschiedene Aufopferungen zu
machen, als den Franzosen die ganze Re=
publik
wie ein erobertes Land zu überlassen,
und sie den Französischen Landen einver=
leibt
zu schen. Daß die Franzosen dieses
thun konnten, liegt am Tage.

„Aber freylich ist dagegen die Betrühnist
bey den Freunden des Oranischen Hauses
über die Allianz eben so groß und noch
grösser, als die Freude der Patrioten.
Denn nunmehr sind die Hindernisse zur
Herstellung des Erbstatthalters zu einem
hohen Grade gestiegen, und nur die Ue=
bermacht
der gegen Frankreich verbunde=
nen
Mächte scheint sie heben zu können.
Was aber auch hierüber im Buche des
Schicksals beschlossen seyn mag, so ist es
doch gewiß, daß unsere Republik über=
haupt
durch diese neue Allianz, da sie off=
und defensiv ist, gegen alle wider Frank=
reich
verbündete Mächte gleichsam den Krieg
erklärt, indem die Allianz, nach dem drit=
ten
Artikel, bis zu Ende des Krieges gegen
alle Feinde Frankreichs ohne Ausnahme, und
gegen England auf immer, so oft Krieg ent=
steht
, statt haben soll. Unsere in den Groß=
britanischen
Häfen angehaltenen Schiffe
sind also nunmehr für uns verloren, und

[9]

wie wird es mit unserer Handlung nach
den Sardinischen, Neapolitanischen, Spa=
nischen
und Oesterreichischen Häfen ausfe=
hen
? Wie wird Rußland diese Allianz
aufnehmen? Vermuthlich werden nunmehr
die Engländer, die bisher keine Kaper aus
rüsteten, weil wenig zu kapern war, desto
mehrere ausrüsten, um auf unsere nach Ost=
und Westindien, nach Amerika, nach der
Levante, nach dem Mittelländischen Meere
und nach der Ostsee gehenden Schiffe Jagd
zu machen. Da die Finanzen unserer Re=
publik
erschöpft sind, und wegen der an
Frankreich zu bezahlenden 100 Millionen
so leicht nicht wieder in blühende Umstände
kommen dürften, so wird die Ausrüstung
der den Franzosen versprochenen 12 Linien=
schiffe
und 18 Fregaten, die vorzüglich in
der Nord= und Ostsee gebraucht werden
sollen, nur langsam von statten gehen kön=
nen
. Wie sehr wird auch unsere Hand=
lung
nicht leiden, da nunmehr alle Schiff=
fahrt
auf dem Rhein, der Maes, der
Schelde und dem Hont für die Franzosen
eben so frey als für die Holländer ist, auch
die Anordnung wegen des Hafens von
Vließingen, des darüber gemachten Regle=
ments
ungeachtet, so leicht unangenehme
Folgen haben kann? Die Franzosen sind
nun völlig Herren der Münbung der Schel=
de
. Unsere Landtruppen müssen bey diesen
Umständen nothwendig auf dem Kriegsfuß
bleiben, da die Hälfre derselben, wenn es
verlangt wird, zum Dienst der Franzosen
hergegeben werden muß.

„Endlich obschon die Französischen Re=
präsentanten
einige Länder unserer Republik,
welche sie anfänglich behalten wollten, wie=
der
nachgelassen haben, so ist doch der Ver=
lust
von ganz Staatenflandern, von Ma=
stricht
, von Venloo und den übrigen Be=
sitzungen
, die im Süden von Venloo an
den beyden Ufern der Maas liegen, höchst
⟨e⟩mpfi⟨n⟩ für unsere Republik. Man darf
⟨n⟩ur die Karte nehmen, um zu sehen, wie
⟨u⟩nsere Handlung dadurch eingeschränkt wird.
Mastricht war für uns zur Kommunika=
⟨t⟩ion
mit Deutschland von äusserster Wich.

tigkeit. Da wir indessen bey dem allgemei=
nen
Frieden eben so viel neues Land wie=
der
erhalten sollen, als wir jetzt verileren,
so ist zu wünschen, daß diese anzuhoffen=
de
neue Erwerbung eine solche Lage für
unsere Republik habe, wodurch der uns
jetzt verursachte Verlust einigermaßen wie=
der
ersetzt werden möge. Manche glau=
ben
, daß dieser neue Zuwachs von der
Lüttichischen Seite her gewählt werden
dürfte. Man kann übrigens hieraus sehen,
daß die Französische Republik eben nicht
Willens zu seyn scheint, von den Län=
dern
, die sie von den gegen sie kriegfüh=
renden
Mächten erobert hat, viel wieder
heraus zu geben.

„Man weiß noch nicht, ob der Werth
der Requisitionen, welche die Franzosen
bisher in unserm Lande gemacht haben,
von den 100 Millionen werde abgezogen
werden, die wir ihnen nach dem Trakrate
bezahlen müssen. Verschiedene meinen,
daß dieses geschehen dürfte.

„Man wundert sich hier nicht darüber,
daß die kombinierte Französische und Hollän=
dische
Landarmee von einem Französischen
General kommandirt werden soll, aber man
hatte geglaubt, die kombinirte Flotte werde
von einem Holländischen Admiral komman=
tirt
werden.

Die zu Paris befindlichen Holländischen
Gesandten konnten mit dem Französischen
Volksrepräsen⟨t⟩anten Sieyes nicht zu Stän=
de
kommen. Dieser wollte die Sache zu
Ende gebracht wissen, und kam daher selbst
nach dem Haag, weil es, wie er sich ge=
gen
unsere Kommissare ausdrückte, edel
und anständig sey, ⟨a⟩s freye Menschen
unmittelbar, ohne Minister und Delegaten,
Allianzen schlössen. Die Versammlung von
Holland hat den Traktat bereits ratifizirt,
und dieses den Französischen Repräsentanten
durch 12 Deputirte anzeigen lassen, Sieyes
ist schon heute nach Paris abgereiset.

„Holland wird dieses Jahr wohl schwer=
lich
den Wallfisch= und Häringsfang so
gut benutzen können, als ehedem, da

[10]

die Furcht vor den Engländern viele Fi=
scher
abhält, in der Nachbarschaft des
Landes ihr Gewerbe zu treiben.

„Der im Haag angekommene General=
Adjutant des Feldmarschalls von Möllen=
dorf
, Herr von Meyering, ist bereits
wieder abgereiset.

Dänemark.

Die theils schon ausgerüstete, theils in
der Ausrüstung begriffene Flotte, besteht
aus 8 Linienschiffen und 4 Fregaten. Diese
Flotte, heißt es, wird mit Ende Mays
auslegen und im Junius gemeinschaftlich
mit einer Schwedischen Flotte, von glei=
cher
Stärke, in die See gehen.

Dem Vernehmen nach, ist von Seiten
Englands durch den Englischen Charge
d'Affaires, Hrn. Crawford, am Dänischen
Hofe erklärt worden, daß es für das künf=
tige
genöthigt sey, alle neutrale Schiffe,
welche mit Korn beladen und nach Frank=
reich
bestimmt wären, aufzubringen, je=
doch
die Ladung sowohl als auch die Fracht
sogleich bar und gut bezahlen werde. Da
bekanntlich die Körnerausfuhr aus den
sämmtlichen Dänischen Staaten bis zum 1.
September verbothen ist, so wird diese Er=
tlärung
den Dänischen Unterthanen vorerst
keinen Nachtheil bringen. Kaufmanns
Nachrichten zufolge, haben die Engländer
auch bereits mit Aufbringung einiger neu=
tralen
mit Korn beladenen Schiffe den An=
fang
gemacht.

DeutschIand.

Der am 20. May verstorbene Herzog
Ludwig Eugen von Würtemberg, war
auf einem Spazierritte begriffen, als er vom
Schlage gerührt, sogleich todt vom Pferde
sank. Er war den 6. Jan. 1731 gebohren,
und erst den 23. Okt. 1793 zur Regierung
gekommen. Sein Nachfolger ist der vor
kurzem zum Königl. Preußischen General=
Feldmarschell ernannte Herzog Friedrich
Eugen, jüngster Bruder der beyden letzt
verstorbenen Herzoge, welcher den 21. Jan.

in sein 64 Jahr getreten, und durch seine
Gemahlinn, eine Prinzeßinn von Bran=
denburg
=Schwedt, Vater einer zahl=
reichen
Familie ist.

Der Kön. Preuß. geheime Staats= und
Kabinets=Minister, Ehwald Friedrich Graf
v. Herzberg, ist am 27. May zu Berlin
im 70. Jahre seines Alters an Entkräf=
rung
verstorben.

Die Bayrische Regierung hat über die
Erziehung und Unterweisung der Jugend ei=
ne
Verordnung erlassen. Es wird darin
befohlen, daß alle Kinder von 7 bis 14
Jahren die öffentlichen Schulen besuchen,
daß die Lehrer alle Monathe der Polizey=
obrigkeit
anzeigen sollen, wer dieses Geboth
erfülle und wer es nicht erfülle. Es wird
niemand gestattet, einen Privatlehrer zu
halten, wenn die Kinder nicht auch zugleich
in die öffentliche Schule geschickt werden,
ausser dem Adel, den Räthen und andern
vermöglichen Personen, bey denen man
voraussetzen kann, daß sie eine gehörige
Privaterziehungsart von selbst wählen, und
dabey auf den allgemein eingeführten Lehr=
plan
sorgfältig Rücksicht nehmen werden.
Die Privaterzieher und Lehrer männlichen
und weiblichen Geschlechts werden unent=
geltlich
vom geistlichen Rathe zu München
gepfrüft, und die Fähigen unter denselben
mit Zeugnissen versehen. Wer kein solches
Zeugniß hat, darf durchaus keinen Unter=
richt
geben. Die Kinder aber, die Privaterzie=
hung
oder Privatunterricht genossen haben,
müssen sich einer scharfen Prüfung unter=
werfen
, wenn sie die öffentlichen lateinischen
Schulen oder die Universität besuchen wol=
len
. Besonders auch wird allen Kindern un=
ter
14 Jahren das Besuchen der öffentlichen
Tanzplätze und Bälle untersagt, und den
Eltern und Erziehern in Ansehung der öf=
fentlichen
Schauspiele, wenn sie ihre Kin=
der
manchmahl dahin führen wollen, em=
pfohlen
, eine kluge für das Alter und die
Begriffe derselben passende Auswahl zu
treffen.

[11]

Anhang zur Wiener=Zeitung 1795. Nro. 45.


Wien.

Verstorbenen zu Wien.

Den 27. May. Jn der Stadt.

Dem Hrn. Georg Scheldlein, brd. Neckt. Dokt.
d. Prosess. u. Syndik. d. diestg. Universit. s. K.
Maria A. alt 4 J. in d. unt. Bäckerstr. N. 777.

Dem Franz Wagner, Hausmeist. s. K. Jos. alt 4 J.
am Salzgrieß N. 345.

Vor der Stadt.

Hr. Martin Lillig, derrs. Kammerdien. alt 27 J.
in d. Alstervorst. N. 43.

Dem Mich. Strohmayr, Löhnkutsch. s. W. Gertr.
alt 38 J. in d. Jägerzeil N. 12.

Magd. Wapper, Löhnbedient. Wit. alt 58 J. zu
Margaret. Nr. 97.

Jos. Rosenstein, gew. k. k. Fortifikationsbauschrelb.
alt 60 J. zu Margaret. N. 79.

Theresia Schmid, Schneid. Wit. alt 74 J. zu Ma=
riah
. N. 126.

Ferd. Sigmund, Schiftn. alt 47 J. am Althanis.
Sr. N. 10.

Peter Hardel, gew. Mühlerkn. alt 63 J. im Lich=
tenth
. N. 1.

Dem Jos. Prohaska, herrs. Bedient. s. K. Ludw.
alt 1 J. auf d. Wieden N. 313.

Walburga Trescher, alt 58 J. in d. Versorg. im
Langenkeller am Neubau.

Georg Schmid. alt 84 J.

Jak. Paral, alt 76 J. bede im Versorgh. am Alsterb.

Theresia Marhofer, Wit. alt 82 J. im Versorgh.
in d. Währengerg.

Steph. Wereiny, alt 19 J.

Babel Belleck, alt 26 J.

Nicitan Daniczuk, alt 18 J.

Jos. Sikeren, alt 20 J.

Michailo Drintochin, alt 22 J.

Szabo Janos, alt 19 J. alle 6 Gem. im Militärsp.

Magd. Turn, Tanzmeist. K. alt 8 J.

Maria A. Neukamm, Schneid. Ehew. alt 51. J.

Georg Schmid, Hauer, alt 45 J.

Cath. Abök, Schuhmach. Ehew. alt 47 J.

Theresia Götz, Soldat. Wit. alt 36 J.

Maria A. Köterl, Tafeldeck. Wit. alt 59 J.

Anna Platzer, Dienstm. alt 24 J. alle 7 im allg.
Krankend.

Summa 27. Personen, darunter 4 Kind.

Den 28 May. Jn der Stadt.

Simon Loritz, akademisch. Saaldiener, alt 73 J.
in d. Schulg. N. 795.

Vor der Stadt.

Dem Hrn. Paul Jagitsch, bg. Küchengartn. s. K.
Anna, alt 7 J. in d. Leopoldst. N. 63.

Carolina Niser, gew. Kammerjsr. alt 39 J. in d.
Josephst. N. 77.

Fr. Maria A. Bauerschmid, bg. Schuhmach. Wit.
alt 52 J. in d. Josephst. N. 104.

Mich. Waldmann, Porzelainglaßirer, alt 63 J.
am Himmelpfortgr. N. 27.

Dem Andrä Bablinger, Webermeist. s. K. Jose=
pha
, alt 1 J. in d. Josephst. N. 149.

Dem Leop. Meixner, Schlossergs. s. W. Anna M.
alt 59 J. am Neustift N. 60.

Georg Fischer, gem. Jnvalid, alt 54 J. auf d. neu
Wien N. 26.

Joh. Lapereß, Schneider, alt 28 J. auf d. Wind=
mühl
N. 34.

Dem Mathä Neubauer, Brieftrag. s. K. Barb.
alt 8 J. in d. Leopoldst. N. 187.

Dem Jos. Breyer, Zeugmachergs. s. K. Andrä, alt
2 J. am ob. Neustift N. 192.

Mich. Spipula, alt 20 J.

Baldon Juor, alt 40 J.

Math. Wrawel, alt 20 J.

Jos Baumann, alt 83 J.

Jos. Schromeck, alt 24 J.

Jazko Czemmerensti alt 25 J.

Mich Czech, alt 20 J.

Laur. Bibula, alt 25 J. alle 8 Gem. im Militärsp.

Math. Vatter, Kutscher, alt 75 J.

Mich. Haberl, Schneidergs. alt 20 J.

Jos. Mayer, Tagl. alt 46 J.

Elis. Schalock, Soldat. Ehew. alt 20 J.

Anna M. Pleich, Handarbeit. alt 47 J.

Maria A. Hachmayer, Dienstm. alt 23 J. alle 6
im allg. Krankenh.

Summa 25. Personen, darunter 4. Kind.


Den 29. May. Jn der Stadt.

Frle. Theresia 1. Riegger, alt 14 J. im Kloster b.
St. Ursula in d. Johannesg.

Fr. Rosa Beer, Verwalt. Wit. alt 63 J. am alt
Fleischm. N. 736.

Vor der Stadt.

Dem Hrn. Peter Witt, Handelsm. s. K. Anna
Pulcherla, alt 1 J. in. d. Leopoldst. N. 434.

Hr. Joh. Rauschmaber, bg. Schlossermeist. alt 78
J. in d. Alstervorst. N. 64.

Dem Hrn. Jos. Rumgaudy, bgl. Schneidermeist.
s. K. Jos. alt 6 J. am ob. Neustift N. 115.

Anna M. Gratz, Binders Wit. alt 92 J. b. Elisab.

[12]

Wenzl Krezmüllner, Goldarbeiterlehrj. alt 15 J.
am ob. Neustift N. 56.

Dem Jos. Wenzel, Froschhandl. s. K. Magd. alt
1 J. am Thury N. 28.

Dem Hrn. Jos. Rothmüller, Grundgerichtsschreib.
s. K. Antonia, alt 1 J. in d. Leopoldst. N. 109.

Philipp Braunauer, herrs. Bedient. alt 51 J. am
Spitalb N. 133.

Frat. Aloys Fürst, a. d. Ord. d. barmh. Brüd. alt
43 J. im i. Kiost. in d. Leopoldst.

Joh. Domesde, alt 17 J.

Georg Laub, alt 34 J.

Mich. Komik, alt 20 J.

Jos. Hackhofer, alt 20 J. alle 4 Gem.

Anton Wanneck, Soldat. S. alt 10 J.

Stach Jandonich, alt 20 J.

Jakob Kolle, Gem. alt 18 J. alle 7 im Militärspit.

Cath. Kreutzer, Brodsitz. Ehew. alt 49 J.

Cäzilia Weiß, Musikus Wit. alt 78 J.

Elis. Stumvoll, Tragers Wit. alt 63 J.

Franz Fischer, Tagl. alt 19 J.

Johanna Matzki, Weberm ist, Wit. alt 75 J.

Magd. Knoll, alt —.

Joh. Himler, Tagl. alt 62 J.

Math. Magofsky, Schneidergs. alt 48 J.

Andrä Martin, Bergrichtersadjunkt, alt 39 J. alle
9 im allg. Krankenh.

Summa 27 Personen, darunter 4 Kind.


Den 30. May. Jn der Stadt.

Dem Franz Fuchs, Maurer, s. W. Anna W. alt
62 J. am Bauernmurk N. 534.

Dem Wenzel Wanka, Zimmergs. s. W. Theresia,
alt 48 J. in d. Singerstr. N. 923.

Vor der Stadt.

Dem Joh. Hakula, Schneib. s. W. Theresia, alt
32 J. zu Mariah. N. 130.

Eva Reichberger, Sattlers Wit. alt 51 J. auf der
Wieden N. 320.

Mich. Wimmer, Tagl. alt 76 J. auf d. Wieden
N. 346.

Mich. Marksteiner, Krenhandler, alt 87 J. zu Erd=
⟨b⟩erg
N. 3.

Dem Hrn. Wenzl Hartl, bgl. Schuhmach. s. K.
Peter, alt 5 J. in d. Alstervorst. N. 25.

Regina Schneider, Tagl. Wit. alt 95 J. im Lich=
tenth
. N. 122.

Dem Hrn. Leop. Gaul, bg. Rothgärb. s. Fr. The=
resia
, alt 36 J. in s. H. auf d. Laimgr. N. 48.

Christian Rise, Zeugmachergs. alt 28 J. zu Mar=
gareth
. N. 101.

Dem Joh. Wiener, schutzv. Brandwelner, s. K.
Thomas, alt 6 J. am Hundsrd N. 30.

Der Anna M. Bruns, Goldarbeit. Wit. i. Silef
K. Franz Bruno, alt 6 J. am Neubau N. 130.

Dem Joh. Drescher, schutzv. Weber, s. K. Theresia,

alt 1 J. am Himmelpfortgr. N. 70.

Jos. Piro, a d. Versorg. v. Findlh. alt 2 J. am
Neustift N. 24.

Joh. Wolf, Musikus, alt 47 J. wohnh. am Mag=
dalenagr
. N. 6, wurde am Schlagst. tod gefunden.

Cath. Baumgartner, alt 83 J. in d. Versorg. im
lang. Keller am Neubau.

Jokob Kelle, alt 18 J.

Stanisl. Wirnezky, alt 20 J.

Steph. Ezapta, alt 20 J.

Franz Czt⟨⟩, alt 22 J.

Joh. Reb⟨e⟩rczky, alt 18 J.

Thom. Omilla, alt 24 J.

Joachim Kmurinsky, alt 19 J.

Franz Kaßner, alt 44 J. alle 8 Gem. im Militärsp.

Steph. Hafner, Polizeysoldat, alt 58 J.

Mart. König, Spinnereyfakt. alt 45 J.

Cath. Tietl, Tischl. Ehew. alt 58 J.

Cath. Drescher, Dienstm alt 23 J.

Franz Ziegler, Tagl. alt 43 J.

Thom. Hartl, Schneld, alt 82 J.

Maria A. Wurzner, Wäscherin, alt 24 J. alle 7
im allg. Krankenh.

Summa 31. Personen, darunter 5. Kind.


Verlohrne Quittung.

Freytags den 29. May ist von dem Keller=
hofe
aus über den hohen Markt und Wipplin=
gerstrasse
bis in das Rathhaus eine auf 5 Gro=
schenstempel
geschriebene Abfertigungsquittung des
Joh. Michael Wieser, Korporals von Kaiser
Chevaux=Legers, zwischen halb 11 und 12 Uhr
verloren gegongen. Der redliche Finder wird
ersucht, diese Niemanden dienliche Quittung in
das Gewürzgewölb am Ecke des Kellerhofes ge=
gen
billige Belohnung zu bringen.


Warnung an das Publikum.

Nachdem ich in sichere Erfahrung gebracht
daß böse Leute unter den falschen Vorwand, als
wenn sie Forderungen an mich zu machen hätten,
und von mir keine Bezahlung erhalten könnten.
auf meinen Namen Geld zu borgen suchen, als
will sich hiemit öffentlich das gute Publikum für
solche Beträger warnen, mit der Erklärung
daß ich weder jemanden etwas schuldig, noch
einer Geldaufnahme benöthiget sey, somit in
keinem Fall eine Zahlung des auf meinen Na=
men
fälschlich geborgten Geldes leisten werde.
Wien den 3. Juni 1795.

Anna Regina Schmidt, gebohr=
ne
Rogalsky v. Rogallowitz.


Anzeige.

Nochdem der seit kurzer Zeit in hochfürstl.
Taxischen Kapelldiensten als Harfespieler gestan=
dene
Kammermusikus, hier Friedrich Wilhelm

[13]

Rosetti genannt, ungefähr 34 Jahr alt, schlan=
ken
Wuchses, von beyläufig 5 Schuh 5 Zoll
Oesterreicher Maas, länglichten blassen klein
maserichten Angesichts, blonden Haaren, klei=
nen
Augen, blonden Augenbraumen, sächsischer
schneller Mundart, auf der Reise gekleidet in
langen gestrickten gelben Beinkleidern und einem
kurzen grünen Jagdröckel, eine Harfe und ei=
nen
Koffer mit sich führend, Dienstag in der
Sti⟨⟩ und unter dem Namen Schulz von hier
nach München, von da aber sich, Gott weis
wohin, begeben; anbey die allhier in seinen Han=
den
gehabte und zum Hochfürstl., Taxischen Hof
gehörige dunkelrothe Pariser Pedal Harfe mit ei=
einem
gelben und mit Rosen=Guirlanden bemal=
ten
Resonanzboden auf eine wahrhaft diebische
Art verschlept, über das unläugbare Zeugniße
einer über alle Correction sich hinaussetzenden
vermessentlich groben und Respekt vergessenen
Aufführung, sowohl gegen höheren als niederen
Standespersonen so wie der niederträchtigsten
Schulden und Pratiquenmacherey, dann mehre=
ren
dergleichen zu seiner Entweichung betrüglich
vorbereiteten Attentaten, kurz, Beweise einer
beyspiellosen und jedem Publiko verabscheuungs=
würdigen
und höchstgefährlichen Denkungsart
zurückgelassen hat; als wird hiemit jedermann
vor dem Flüchtigen gewarnt, zugleich jedes Orts
löbl Obrigkeit und resp. Polizey Direction ge=
ziemend
ersucht, im Entdeckungsfall nicht nu⟨r⟩ die
obbeschriebene Harfe, sondern auch den Flüchti=
gen
nebst seiner Bagage anzuhalten, und der
weiteren Maasregeln willen eine obrigkeitliche
hilfliche Nachricht hieher zu erlassen. Regens=
burg
den 17. May 1795.

Hochfürstl. Thurn und Taxische
Musik Jntendance Commißion.

J. B. Grueber, Commissarius.


Geld auszuleihen.

Zehentausend Gulden in baarem Gelde wer=
den
aber nur auf Häuser in der Stadt, oder
auch auf Herrschaften in Oesterreich gegen aus=
weisender
hinreichender Sicherheit gegeben; dann
sind auch verschiedene grössere auch kleinere Po=
sten
, jedoch nicht alles in baarem Gelde allda
zu erhalten, welche aber auch in die Vorstadt,
jedoch gegen Pupilarsicherheit gegeben werden.
Weiters sind auch allda verschiedene Häuser in
als vor der Stadt mit oder ohne Gärten zu
⟨v⟩erkaufen, auch Landwirthschaften, Häuser auf
⟨d⟩em Lande, oder Herrschaften in Oesterreich zu
⟨e⟩rfahren; nähere Auskunft erhält man in dem
Ballgässel wo die Schmiedte ist Nr. 975 der
Eingang bey dem grossen Thor rechts die Stie=
ge
im ersten Stock, und wird jenen, welche

die Originalvokumenten vorzeigen können nähe=
re
Auskunft gegeben.


Erledigte Stipendien.

Wir Rector & Consistorium der uralten und
weltberühmten Universität allhier geben hiermit
allen der hohen Schule allhier die öffentliche Vor=
lesungen
Besuchenden zu vernehmen, daß bey
allhiesiger hohen Schule aus nachbenannten Stif=
tungen
einige Stipendien ledig seyn, nämlich
Aus der Thomas Crönnischen Stiftung für ei=
nen
aus K⟨r⟩ain⟨,⟩ von Laybach, oder Oberborg ge=
bürtigen
Studenten, welcher aber die vorl⟨äufige⟩
Präsentation von dem Hrn. Erzbischofen von
Laybach zu bewirken hat. Aus der Geißlerischen
Stiftung, erstens für jene von des Stiftters
Freundschaft Abstammende, zweytens für die
aus seinem Geburtsorte gebürtige, drittens für
Lausnitzer und Schlester, viertens für die an
Lausnitz und Schlesten angrünzende. Aus der
Gerdesischen Stiftung für einen von des Stif=
ters
Freundschaft, in dessen Ermanglung für ei=
nen
aus Westphalen gebürtigen Studenten. Aus
der Bilbervillinischen Stiftung für 2 aus Un=
tersteyermark
gebürtige Studenten, deren einer
die Präsentation von dem Markte Leibnitz zu be=
wirken
hat. Aus der Molitorischen Stiftung
für die von des Stifters Freundschaft Abstam=
merde
, erstens von der männlichen= nachhin
weiblichen= und endlich Seitenlinie. Jn Abgang
der Befreundten für Elsaßer, und angränz⟨ende⟩
von Elsaß. Ans der Pretterschneggerischen
Stiftung für einen was immer für einen St⟨u⟩=
dium
obliegenden, von dem Markt Weißkirchen
in Obersteyermark gebürtigen, oder in deren
Ermanglung für einen andern aus Steyermark
gebürtigen Jüngling, welcher aber die vorläufi=
ge
Präsentation von dem Marktgericht Weis=
kirchen
zu bewirken hat. Aus der Rosenbursi=
schen
Stiftung für einen Jüngling aus der Kha=
romannischen
Familie, oder in deren Abgang
für einen von Korneuburg gebürtigen, und von
dem alldasigen Stad magistrat presentirten Kna=
ben
. Aus der Salzerischen Stiftung für 2
arme Studenten, nämlich einen aus der Stadt
Steyer im Lande Oesterreich ob der Ens ge=
bürtigen
, welchen der Magistrat erstbemeldter
Stadt zu presentiren hat, oder in dessen Abgang
für einen aus Oedenburg in Ungarn gebürtigen,
weiters für einen von Waldhofen an der Ybbs
in Oesterreich unter der Enns gebürtigen, von
bemeldter Stadt presentirten Jüngling. Aus
der Sorbaithischen Stiftung für 2 aus des
Hrn. Stifters Freundschaft abstammende Jüng=
linge
, in Ermanglung derselben aber für jene
aus denen Niederlanden gebürtige. Aus der

[14]

Zwierschlagischen Stiftung für 2 Jünglinge,
vorzüglich des Hrn. Stifters Blutsverwandte, nach=
hin
aber für andere aus Deutschland gebürtige. Da=
her
haben jene Studenten, welche um Verleihung
der vorangeführten Stipendien anlangen wollen,
ihre Bittschriften pro 1mo Semestri 1795
von heute an bis 20. Juni 1795 einzüreichen, in
solchen aber das Behörige von der Ortsobrig=
keit
ausgefertigte, und von dem Hrn. Pfarrer
bestättigte Armutszeugniß beyzubringen, dann
bey jenen Stiftungen, wo die Präsentation, oder
das Geburtszeugniß erforderlich ist, sich unver=
weilt
um sothane Urkunden zu bewerden, und
solche beyzubringen, widrigenfalls die später ein=
reichende
und nicht behörig belegte Bittschriften
nicht mehr angenommen werden würden.


Nachricht.

Ein junger Mann, welcher sich von Jugend
auf der Handlung gewidmet, auch mit den be=
sten
Zeugnissen der k. k. Realhandlungsakade=
mie
, und verschiedener Handlungsplätze, wo er
seit mehreren Jahren gedienet, versehen ist, gibt
in folgenden Gegenständen Lehrunterricht, näm=
lich
: in der kaufmännischen doppelten Suchhal=
tungswissenschaft
, Wechselrechten, Handlungs=
wissenschaft
, und Handlungsgeschichte. Er macht
demnach bekannt, daß er noch einige Stunden
des Tages zum Unterrichte übrig hat. Wer
sich nun diesen sämmtlichen oder auch einzelnen
Gegenständen zu widmen gedenkt, beliebe sich
diesfalls am Graben, in dem Gewölbe zur gol=
denen
Schlange und das Nähere zu erkundigen.


Beschäftigungsuchender.

Ein in der Handlung und Fabriksgeschäften
kündiger Mensch wünschte einige Tage in der
Woche bey Handlungen oder Fabriken, in= oder
vor der Stadt, in der deutschen, italienischen,
Französischen Correspondenz und Führung der =
cher
, doppelt oder einfach, deschäftiget zu werden.
Diejenigen, welche ihn bedürfen, sind ersucht ihre
Ad〈…〉resse in dem Geldarbeitergewölb des Hrn.
Hofbauer Nr. 1176 bey dem goldenen Rössel
am Kohlmarkt ab⟨z⟩ugeben.


Handlungskompagnon wird gesucht.

Man wünscht zu einer mit einer eigenen, al=
ten
und aufrecht stehenden Fabrike verdundenen
Waaren=Niederlage in Wien sich mit einem
den Handlungsgeschäften und zu Führung des
diesfälligen Briefwechsels erfahrnen Mann, wel=
cher
, um als Theilnehmer an dem betreffenden
Handlungsnutzen selbst beytretten zu können, mit
einem eigenen Einlagsvermögen von 15000 oder
wenigstens 10000 Gulden versehen seyn soll,
zu vergefellschaften. Des Näheren wegen ha,

man sich schriftlich oder mündlich an den k. k.
Herrn Hofagenten v. Broßlern, auf der hohen
Brücke Nr. 396 im 3ten Stock wohnhaft, zu
wenden.


Reisekompagnon und Wirthschafterin wer=
den
gesucht.

Es reiset jemand künftige Woche mit eigenen
gebe⟨⟩ Kalleß nach Temiswar, wenn jemand
dahin zu reisen gesinnt wäre, gegen Halbscheid
der Postspesen, beliebe sich in der Spezereyhand=
lung
zum Fischhof am hohen Markt Nr. 511
des nähern zu erkundigen. Auch wird eine Weibs=
person
in gesetzten Bahren in ein bürgerl. Haus
als Wirtschafterin gesucht.


Mittel wider die Sommersprossen.

Dies schon seit zwey Jahren allgemein be=
kannte
Bleschwasser ist von nun an durch den gan=
zen
Sommer bey Ludwig Mausberger, k. k.
priv. Buchdrucker in seinem Anmeldungsgewölbe,
in der Stadt, in der ⟨⟩ ⟨⟩eitzergasse, hinter der
großen Kriegskanzley, neben der k. k. Oberpoli=
zeydirektion
Nr. 232 zu bekommen. Die ganze
Portion kostet 3 fl. 20 kr. Die halbe 1 fl. 40 kr.
Da zugleich im vorigen Jahre die Erfahrung ge=
lehret
, daß die Uiberschickung dieses Mittels in
flüßiger Gestalt manchen Beschwerlichkeiten, und
bey großer Entfernung auch vielen Frachtlohn un=
terliegt
, so wird es heuer auch zum erstenmal in
trockner krystalischer Gestalt in fingerlangen Bü⟨ch⟩=
gen
gut verwahret, vom 1. May angefangen,
ausgegeben, wozu die Verfahrungsart beym Ge=
brauche
der Ankündigung beygefügt ist. Die gan=
ze
Portion kostet 3 fl. Die halbe 1 fl. 30 kr.
Endlich konnte auch im vorigen Jahre nicht jede
Bestellung befriediget werden, theils weil man=
che
zu spät in der Jahrszeit geschah, und dann,
well die Vorsicht, es in trockner Gestalt zu lie=
fern
nicht gepflogen worden ist, daher jeder be=
liebige
Abnehmer ersuchet wird, sich bey Zeiten
zu melden. Jene, welche im vorigen Jahre
größere Anzahlen abgenommen haben, erhalten
in diesem ebenfalls eine befriedigende Provision.


Nachricht.

Johann Bauer, Maschinist, und Bandage=
macher
, wohnhaft in der Josephstadt in der
langen Gasse beym goldenen Stern Nr. 79,
welcher von einer k. k. ni. öst. Landesregie=
rung
die Erlaubniß hat, alle Sattungen so=
wohl
mechanischer, als anderer in dem Fache
der Wundarzneykunst nöthigen Maschinen ver=
fertigen
zu dürfen, giebt sich die Ehre hiemit
bekannt zu machen, daß er nebst andern chy=
rurgischen
Maschinen nunmehr drey besondere
für menschliche Gebrechlichkeiten nuzbare Banda=

[15]

gen verfertige, welche auch von den Hrn. Profesto=
ren
, und Hrn. Wundärzten für gut, und dem
Zustande angemessen sind erkennet worden.
Erstlich hat er eine ganz besondere Art eines
sich unmerklich bewegenden Bruchbandes erfun=
den
, welwes dem ausgewettenen Theile eine
solche Richtung giebt, daß es ohne Unterband
getragen, und der Patient versichert werden
kann, daß nicht nur im Tragen nichts dazwi=
schen
heraustrette, sondern auch durch geschick=
te
Anlegung dieses Bruchbandes der Patient
sich selbst kuriren könne, wenn anders der Bruch
männlichen, oder weiblichen Geschlechtes nicht
gar zu alt ist, oder durch eine unschickliche
Bandage vernachläßiget worden, oder aber
gar nicht mehr in den Leib zurückzubringen
wäre. Zweytens hat er eine ganz besondere
Art Maschin erfunden, bey Männern, und
Frauenzimmern den anhaltend ablaufenden Urin
aufzuhalten, welche sogenannte Fistelmaschin
mit allem Beyfalle aufgenommen worden.
Drittens verfertigt er die Phantomes samt Zu=
behör
für das Akkouchement. Auch hat er
den Tournequets eine ganz neue Richtung ge=
geben
, wodurch den Patienten, und den Hrn.
Operatuers eine Erleichterung verschaffet wird,
indem nach der Operazion der Obertheil, wel=
cher
Spannung verursachet, ohne Gefahr der
Verblutung kann weggenommen werden.


Weinschanks=Nachricht.

Einem verehrungswürdigen Publikum wird
hiemit angezeigt, daß das Burgerspital in Wien
den 4. Juni das Schankhaus daselbst eröffnet
hat, und ihre eigenen beygeschaften ächten und
guten Weine wie vormals pr. 9, 11, 15, 18
und 24 kr. die Maß ausschänkt. Auch ist der
dem Bürgerspital zugehörige Keller am neuen
Markt neben dem Caffeehaus bereits eröffnet,
woselbst auch eigener Wein pr. 8 kr. die Maß
ausgeschänkt wird.


Nachricht von Chinesischen Malereyen.

Franz Ant. v. Scheidtl, Naturalienmaler,
gibt sich hiemit die Ehre einem hohen Adel und
verehrungswürdigen Publikum anzuzeigen, daß
er von seiner Reise aus Koppenhagen eine voll=
ständige
Sammlung Chinesischer Figuren mitge=
bracht
habe. Sie enthält, nebst aller Kaiser,
aller Chinesischen Stände, Kleidertrachten, und
Handlungen, insbesondere aber 1) den dortigen
Staatsrath, die Gerichtsbarkeiten, und das Mi=
⟨li⟩tär
; 2) alle Arten von Künstlern und Professi=
⟨o⟩nisten
in 187 Blättern; 3) die 4 Chinesischen
Hauptprodukte, als, die Pflanzung des Thee
in12Blättern, des Porzelain in 27 Blättern,

die Pflegung des Geidenwurins, in 18 Blät=
tern
, und die Bauung des Reises in 25 Blät=
tern
von ihrer Entstehung bis zu ihrer Ausfuhr=
dann
4) einige sehr sehenswürdige Prospekte, und
5) Segel und andere Schiffe in 25 Blättern=
wie
auch 6) eine reichhaltige Parthie Jnsekten
mit ihren Generazionen, und besonders sehens=
würdige
Papillonen in 24 Blättern. Er läßt
sich zwar hier in kein besonders Detail über die
sehenswürdigen Gegenheiten dieser Stücke ein,
sondern schmeichlet sich mit Zuversicht, daß diese
Sammlung, welche überhaupt sowohl in Rück=
sicht
der Gegenstände selbst, als auch des rich=
tigen
Kolorits eine äußerst interessante Gallerie
bildet, und den Beyfall des Natur= und Kunst=
liebhabers
erhalten werde. Sie ist zu sehen auf
dem sogenannten Platzl beym Egyptischen Joseph
Nr. 2 im ersten Stock, und zwar von 3 bis 6
Uhr Nachmittag. Sollten hohe Herrschaften
diese Sammlung in ihren Wohnungen zu sehen
wünschen, so ist derselbe bereit, solche gegen
(Discretion) hinzubringen. Wer in das Haus
kommt, und die Sammlung allda beseden will
zahlt die Person 20 kr. Es ist allda auch ein
Paperl (weis Würbel) genannt von der Jnsel
Martinik, nebst einer großen Flüg sammt Mu=
sikalien
um billigen Preis zu| verkaufen.


Fortepiano zu verkaufen.

Es ist 1 grosses Fortepiano von einem guten
Meister täglich zu verkaufen. Kauflustige können
sich deshalb am Graben im Schlossergassel im
Krammerischen Bierhaus Nr. 597 im 2ten Stock
anmelden.


Musikalien.

Bey Joseph Heidenreich in der Leopoldstadt hin=
ter
dem Theater in der Schmelzgasse Nr. 456
bey dem kleinen Ring im Laden sind folgende

Stücke gegen Bestellung zu haben:

Der Spiegel von Arcadien, des H. Süßmayr,
von mir blos allein in 8 stimmige Harmonie
übersetzt a 2 Oboe, 2 Clarinetti, 2 Corui,
2 Fagotti. 9 fl.

Ganbare gebrauchte Opern und Melobramen in
Parilturen mit Büchel, als:

Christliche Judenbraut, von Paneck.

Abgerebte Zauberey, von Gretirl.

Adelheid von Velohelm, von Grätz.

Erndekranz, von Hiller.

Ariadne auf Naxos.

Bäurische Marquis, von Galuppl.

Beyde Antons, erster, zweyter und dritter Theil.

Don Juan, von Mozard.

Drey Sultaninnen, Krönungsceremonie.

Dorfdeputirten, von Schubauer.

[16]

Eifersüchtige Bauern, von Sarti.

Entführung aus dem Serail, von Mozard.

Erwin und Elmire, von Andre.

Trofonio, von Salieri.

Verstellte Liebhaberin, von Paistello.

Verwandelte Weiber, von Hiller.

Was erhält die Männer treu, von Umlauf.

Wilden, von Dalirac.

Freytagsreisen, von Spindler.

Gute Mädchen, von Piccinl.

Geadelte Bauernmädchen, von Sachini.

Rothe Käppchen, von Ditters.

Rauchsangkehler, von Salieri.

Spiegelritter, von Kozebue.

Narrenspital, oder Schule der Eifersüchtigen,
von Salieri.

Pyramus und Tisbe, von Spindler.

Milton und Elmire, von Andre.

Lottchen am Hofe, von Andre.

Dergleichen sind noch bis 50 Stücke zu haben.


Neue Musikalien.

Bey Hohenleitner, Kunsthändler in der Do=
rotheegasse
Nr. 1142 sind die schönsten Alten,
Duetten, und Terzetten aus der neuen Oper:

Der Spiegel von Arkadien, im Clavieraus=
zug
, und sauber gestochen zu haben, als:

Die Ouvertur 30 kr.

Introduzione Wie traurig ist es. 10 kr.

Coro Jhr guten Götter 10 kr.

Ariette Mein Flehen ist bereits erhört 10 kr.

Duetto Ach! welche ein schöner Jüngling 15 kr.

Aria Moß ich ferne vom Weibe leben 10 kr.

Aria Mein Mädchen blüht in voller Jugend 10 kr.

Terzert Schwingt euch mit mir vom Göt=
ter
Sitze 20 kr.

Duetto La, la, Wir sind zwar noch Büb
chen 15 kr.

Duetto Die Milch ist gesünder 10 kr.

Aria Wandle bey des Zephirs Kosen 10 kr.

Zu tändeln und zu scherzen 10 kr.

Seit ich so viel Weiber sah 10 kr.

Zu Hochzeit ihr Herren und Frauen
10 kr.

Er eilet fort, wie ist mein Herz be
klommen 15 kr.

Der Tag der Nacht ist erscheinen 15 kr.

NB Auch sind alle diese obigen Stücke schon
ordentlich gebunden um 4. fl. zu haben.


Bey Johann Träg,

in der Singerstrasse Nr. 933 sind folgende neue

Musikalien zu haben:

1 Sinf. in G von Haydn Mit dem berühm=
ten
Andante worin der Pauckenschlag so große
Wirkung macht 9 fl.

1 Grand Sinf. betittelt das Eclio mit 2 Or=
chestern
. Von Weigl 9 fl.

1 Conc. Sinf. Reymann 9 fl.

1 Jagd Sinf. Richter 6 fl. 40 kr.

5. Sinf. von Maschek, Duschek, Naumann,
Buchsmann und Dittersdorf jede 6 fl. 40 kr.

1 Conc. per il Clav. in B. Gallus 9 fl.

4 Conc. a Viol. Princ. von Mestrino, Dan-
ner
, Pœsinger und Hutti, jedes 9 fl.

1 Conc. à Viola Princ. von Sperger 9 fl.

2 Conc. à Violoncello Princ. Reicha und
Schlik, jedes 9 fl.

1 Cassatio in C. Starzer 6 fl. 40 kr.

1 Concertino in D. Hoffmeister 9 fl.

1 Serenata in D. Pichl 9 fl.

2 Cassatio in D. und F. Wanhall, jede 6 fl.
40 kr.

1 in Dis Kromer 6 fl. 40 kr.

Der Spiegel von Arcadien in 8 St. 12 Oboe,
2 Clarinetti, 2 Corni, 2 Fag. Süssmayer
13 fl. 30 kr.

12 Redout Deutsche per il Clav. Gerl 1 fl.

Ein musikalisches Räthsel 17 kr.

Var. per il Clav. Förster 30 kr.


Nachricht.

Der Verleger der Gratzer Bauernzeitung macht
auf die verschiedenen an ihn eingegangenen An=
fragen
: ob er nicht 1) seine Originalberichte von
der Armee am Rhein (wo sich jetzt das Kriegs=
theater
koncentrirt) 2) jene aus der Türkey ( wel=
che
gegenwärtig immer höheres Jnteresse erhalten)
und 3) seine vielen Originalnachrichten aus Jta=
lien
(wodurch sich die Bauernzeitung bekanntlich
bisher unerreichbar gemacht bar) dann 4) ob er
nicht auch sein Jntelligenzblat, oder doch wenig=
stens
Grazians Maximen, von seiner übrigen
Bauernzeitung zu trennen, und diese viererley
Stücke besonders herauszugeben sich entschließen
könnte? hiermit bekannt: daß die Bauernzeitung
in allen ihren Zweigen, so wie sie jetzt ist, un=
zerstückelt
, und ausser einem anpassenden Titel,
welchen sie mit Eintritt der zwoten Hälfte dieses
Jahres erhalten dürfte, ganz unverändert bleibt.
Auch ihr Preis bleibt der nämliche, nämlich beym
k. k. Oberpostamt in Gratz halbjährig 4 fl.


Ankündigung.

Genaue und umständliche Schilderung der
letzten traurigen Revolution zu Genf
zum warnenden und belehrenden Bey=
spiele
für andere Völker und Nationen.
8. Deutschland 1795. kostet geheftet in einem
Umschlage 10 kr.

und ist zu haben bey Franz Nötzl, Buchhändler

[17]

1795

Nro. 45.


in der Singerstrasse neben dem Duggatischen
Caffeehaus, dem rothen Apfel gegenüber, und
Johann Schulmeister, Buchbinder in der Woll=
zeile
Nr. 808, und in den meisten Buchhand=
lungen
, sowohl in als außer Wien.


Bey Johann Schulmeister,

bürgerl. Buchbinder, in der Wollzelle Nr. 808
sind folgende sehr brauchbare Bücher um bey=
gesetzte
äußerst wohlfeile Preise zu haben:

10 Des Herrn Houdart de la Motte, neue Fa
beln, a. d. Franz. übersetzt, mit sehr vielen
Kupfern, 4to Breßlau 1751. ganz neu 1. fl.

11 Schwandtneri (Joan. Georgi) Scriptores
Rerum Hungaricarum veteres ac genuini
plurimis variantibus Lectionibus ac neces-
sariis
Gotis illustrati, cum Fig & Cartis,
Volumina tria, Folio, Viennæ 1746. statt
24 fl. ganz neu um 6 fl.

12 Notitia utraque cum Orientis tum Occi-
dentis
ultra Arcadii Honorique Cæsarum
Tempora. Beygebunden Alciati de Ma-
gistratibus
. item Descriptio Urbis Ro-
. item Liber vetustissimus de Rebus
bellicis, cum permultis figuris ligno inci-
sis
, folio, Basileæ apud Frobenium 1552.
(Liber admodum rarus & propter mag-
num
Quantitatem figurarum ligno incisa-
rum
valde ætimatum) um 3 fl. 30 kr.

13 Golzii (Huberti) Historiæ Imperatorum
Cæsanrumque Romanorum ex Antiquis Nu-
mismatibus
restituta, cum permuliis pul-
chris
figuris, Volumina duo, folio, Brugis
Flandorum, 1563 bis 73. in 2 Bänden gut
erhalten und selten um 4 fl.

14 Hagecii (Wenzeslai) böhmische Chronika,
folio, Nürnberg 1610. statt 6 fl., gebunden
und gut erhalten um 1 fl.

15 Craanen (Theodori) Tractatus physico-
medi⟨c⟩us
de H⟨o⟩mine, cum multis figuris
(Liber singularis) 4to Lugd. Batav. 1689.
statt 4 fl. 30 kr. um 1 fl.

16 Abriß des Reichs=Atilaß, oder Einleitungs=
karten
zur deutschen Staats=Erdbeschreibung,
mit 21 illuminirten Eharten, gr. 4to Leipzig
1758. 51 kr.

17 Bonfinii (Antonii) Rerum Hungaricarum
Decades Libris 45 comprehensæ, ex re-
censione
& cum Præfatione Belli, Folio,
Lipsiæ 1771. statt 7 fl. 30 kr. ganz neu 2 fl.

18 Traité mathematique, contenant les prin-
cipales
Definitions, Problemes, & Theo-
remes
d'Enclide l'Arithmetique deci-
male
, la Trigonometrie, la Longimetrie,
la Planimetrie, & Sterometrie. ⟨L⟩a For-
tifications
hollandoise françoise ita-

lienne & l'Espagnolle. La Perspecti-
ve
m⟨i⟩li⟨t⟩ & la Geographie universelle,
avec quantite des Figures, par Luders,
f⟨o⟩lio maj a Paris 1664. (Livre tres rare)
in Pergamentband gut erhalten um 3 fl.


Bey Ludwig Mansberger,

k. k. priv. Buchdrucker, in seinem Anmeldungs=
gewölbe
, in der Seizergasse hinten der großen
Kriegs=Kanzley neben der kaiserl. königl. Ober=
Polizey=Direktion Nro 232, dann bey Johann
Schulmeister, bürgerl. Buchbinder in der Woll=
zeile
Nro 808 sind nebst vielen andern Bücher

auch folgenden zwey Stücke ganz neu zu
haben, als:

Ein paar Worte an Marforius Vindobonen-
sis
: 8vo. Wien, 1795 auf Druckpapier bro=
schirt
10 kr. Auf Schreibpapier aber bro=
schirt
12 kr.

Sendchsreiben von Hannswurst aus dem
Reich der Todten, an seine würdige Nach=
folger
bey den Wiener=Vorstädt=Theatern, in
Geschmack des lustigen Eipeldauers abgefaßt.
8. Wien 1795 broschürt 10 kr.


Ankündigung

für Freunde der philosophischen Litteratur.
Obschon das Ansehen der großen Weltweisen
Leibniz und Wolf auf den Akademien Deutsch=
lands
beynahe unumschränkt herrschte; so hat
dennoch die neuer Darstellung der Philosophie
durch Kant einen so schnellen und zugleich sichern
und festen Gang allda gewonnen, daß an der
inneren Güte derselben, und an ihren vortheil=
haften
Folgen für die Cultur des menschlichen
Geistes gar nicht mehr zu zweifeln zu setzn scheint.
Wenn es daher dem philosophirenden Publikum
daran gelegen seyn möchte, das innere Gebiet
dieser Philosophie etwas näher kennen zu lernen,
so dürfen es sich Unterzeichnete zum wirklichen
Vergnügen rechnen, mit einem Unternehmen auf=
zutretten
, das gewiß sehr willkommen seyn muß.
Man hat sich nämlich entschlossen, eine ganz neue
Sammlung philosophischer Werke in deutscher
Sprache unter dem Titel: deutsche philosophi=
sche
Bibliothek, derauszugeben, worin sowohl
die vorzüglichen Kantischen Schriftsteller sammt
ihren merkwürdigsten Gegnern, als auch alle
übrigen vorzüglicheren Philosophen älterer und
neuerer Zeiten aufgenommen werden sollen, und
deshalb keine Kosten werden gescheitet werden,
um auch jene Werks, die bisher entweder gar
nicht, oder doch nicht zum Beßten übersetzt der=
ausgekommen
sind, in einer reinen deutschen
Sprache verständlich liefern zu können, welches
daher auch jenen zur Nachricht dienen mag, die

[18]

diese Sammlung mit dergleichen brauchbaren
Uibersetzungen, oder auch mit originelen klei=
nern
und größern philosophischen Ausarbeitungen
unterstützen möchten. Nebst dieser vollständigen
Allgemeinheit, die man dieser Sammlung vor=
zügliche
philosophischer Werke zu geben bemü=
het
seyn wird, und nebst der gehörigen Rücksicht
auf das Zweckmäßigere und den mögliche Selbst=
unterricht
bey der Aufeinanderfolge dieser Werke,
wird sich selbe auch noch durch einen netten und
correcten Druck, durch schön und richtig gesto=
chene
Bildnisse der berühmtesten Philosophen aus
jedem Zeltalter und von jeder Nation, und zu=
gleich
durch einen sehr wohlfeilen Preis aus=
zeichnen
. Wir gedenken monatlich 60 Bogen
für 1 fl. W. W. also den Bogen für 1 kr. zu
liefern, den einzigen Fall ausgenommen, da
zugleich ein Kupferstich mitkommt, welchen wir
für 7 kr. anrechnen werden, daher nur 53 Bo=
gen
werden geliefert werden können. Da aber
ein solches gemeinnütziges Unternehmen vorläufig
beträchtliche Auslagen erfordert, und diese selbst
nur dann können gewaget werden, wenn sich ei=
ne
hinlängliche Zahl von Staatsbeamten, Pro=
fessoren
, Doctoren, Gelehrten, Freunden
und Bestissenen der Philosophie im deutschen
Publico, und vorzüglich in den österreichischen
Staaten, deren Vortheil allein und zu einem
solchen Unternehmen bewog, zu Unterstützung
desselben vorgefunden haben wird; so werden dis=
se
auch einen annehmbaren Pränumerationsweg
sehr billig finden. Wir laden daher alle Freunde
der Philosophie, welche einen guten Fortgang die=
ses
Unternehmens wünschen, ein, sich vom heu=
tigen
Tagen bis Ende Juni mit ihren Prä=
numtrationen
bey unterstehenden Herrzu Sollis=
tanten
zu melden, und zugleich 1 fl. vorhinein
zu erlegen, woben wir die Herren Pränumerran=
ten
ersuchen, nebst ihren Namen auch ihren Cha=
racter
, wenn es ihren beliebig ist, anzugeben,
damie diese den Biographien der vorzüglichsten
Philosophen alter und neuerer Zeiten, deren Her=
ausgabe
mitunter von Zeit zu Zeit erscheinen
wird, und zu welchen alsdann die Kupfersicht
nachWintergebunden werden möge, auch
vorgedruckt werden können. Damit aber auch
jene an dieser Bibliothek Theil nehmen können,
die bereits ein oder das andere Werk schon be=
sitzen
, und sich selbes daher nicht in Dupplo an=
schaffen
wollten, so möge selbe mir allezeit bey
Erlegung ihrer Pränumeration ihren Hrn. Col=
loctanten
bekannt machen, was für ein Werk sie
von den ihnen mit jeden Monat vorhin öffent=
lich
angezeigten schon besitzen, und folglich nicht
zu erhalten wünschen; sodann ihnen beym

Erlage der Pränumeration im nächsten Monate
eben so viele Kreutzer zu guten gerechnet werden,
als das ihnen nicht zukommende Werk an Bo=
genzahl
beträgt. Uibrigens werden wir bey
unserer Sammlung immer die neuesten Origi=
nalausgaben
u⟨n⟩serer Schriftsteller benutzen. Die
erste Lieferung, welche, weil wie den Freunden
der Philosophie sogleich gerne mit einem schönen
Kopf des Socrates ein Vergnügen verschaffen
möchten, aus 53 Bogen bestehen wird, wird
mit Ende Juli geschehen, und, in wie weit die
Bogenzahl in mittlerer Octav=Form hinreichet,
folgende 3 Werke enthalten: 1) Werdermanns
kurze Darstellung der Philosophie in ihrer
neuesten Gestalt. 2) Jacobs Grundriß der
Erfahrungsseelenlehre. 3) Kants Kritik der
reinen Vernunft Hierbey wird allen jenen,
die das Pränumerationsgeschäft über sich nehmen,
für ihre freundschaftliche Mühe das zehnte Exem=
plar
zugesichert. Eben so viele Prozent genießen
auch jene, die außer der Pränumeration Bestel=
lungen
machen; diese haben aber den Bogen mit
1 1ʃ2 kr. zu bezahlen, und zugleich keine Kupfer=
stiche
zu erwarten, weil hierin den Herren Prä=
numerenten
, für welche die guten Abdrücke aus=
lange
sollen, billig, und zwar nach der Reihe
ihrer angemeldeten Pränumeration der Vorzug
gegönnet werden muß. Den Hauptverlag be=
sorget
Herr Buchhändler Bienreich in Grätz.
Außer Grätz wird Pränumeration angenommen:
Zu Brünn, bey Leopold Holler, und J. G.
Gastl, Buchhändlern. Zu Klagenfurt, in der
Edlen v. Kleinmayerschen Buchhandlung. Zu
Krems, bey Möstel, Buchh. Jnsbruck, bey
Fischer, Buch. Laybach, bey Korn, Buchh.
Lemberg, in der Pfaffischen Buchhandlung.
Linz, in der akademischen Buchh. Ollmütz,
bey Gertner, Buchh. Pest, bey Gebrüdern Ki=
lian
, Buchh. Prag, bey Kasp. Widtmann,
Kalve und Herl, Buchh. Preßburg, bey Schwa⟨⟩=
ger
, Buchh. Salzburg, in der Mayerschen Buch=
handlung
. Triest, bey Wage, Fleiß u. Comp.
Buchh. Wien, bey Fr. Rötzl, Buchhändler.
Wenn was immer für Anstände obwalten, oder
Auskünfte verlanget werden möchten, so bitten
wir jeden unsrigen Gönner und Freud der Phi=
losophie
, sich, jedoch mit frankirten Briefen, an
uns unter folgender Aufschrift zu werden: An
die Herausgeber der deutschen philosophischen Bi=
bliothek
zu Grätz. Den 25. April 1795.


Ganz moderner englischer Wagen zu verk.

Jn der Leopoldstadt beym Eingang in der
Jägerzelle rechterband dem Marlnellischen Thea=
ter
gegenüber, neben der Schmiede Nr. 368
steht bey dem Sattlermeister Ebel ein ganz mo=

[19]

berner gelb lakirt halbplattirter englischer Stadt=
und Reisewagen, mit eisenen Bögen und Schrau=
ben
, so sich sehr bequem fährt, bey der Stadt
und auf Reisen zu gebrauchen, und im volligen
Stand ohne allen Mangel ist; in Commißion
um billigsten Preis zu verkaufen.


Wägen zu verkaufen.

Am Schottenfeld in der Zieglergasse im Ober=
zellnerischen
Hause bey St. Nepomuck Nr. 116
stehen ein Basterd und ein Pierutsch, bey wel=
chen
beyden der Kasten in stehenden eisene Fe=
dern
hänget, und mit weißen Tuch ausgemacht
ist, und welch letztere ein= und zweyspännig zu
gebrauchen, um billigen Preis zu verkaufen, und
ist sich dieserwegen in besagter Behausung rech=
ter
Hand im Hof bey der Hausmeisterin anzu=
fragen
.


Pohlnische Pferde, sammt einem überführ=
ten
Kalleß zu verkaufen.

Es sind täglich bey der goldenen Kugel auf
der Wieden zwey pohlaische Pferde, 6jährig,
Braum, Wallachen, 15 Faust hoh, sammt ei=
nen
Kalleß, zu verkaufen. Kauflustige haben
sich dieserwegen in der Kärntnerstrasse zur stei=
nern
beiligen Dreyfaltigkeit Nr. 937 im 2ten
Stock anzufragen.


Pferde und Bastard zu verkaufen.

Jn der Strotzischen Hauptgasse Nr. 52 ste=
hen
4 Braun mit Blassen, in den besten Jah=
ren
, nebst einem Bastard sammt Geschirr, zu
verkaufen. Jm großen Karmeliterhaus Nr. 456
über den Hof die S⟨t⟩iege im 4ten Stock, die Thür
Nr. 25 ist der nächste Preis zu vernehmen.


Caffeehaus zu verlassen.

Es ist ein Caffeehaus in der Mitte der Stadt
an einen guten Posten in Bestand zu verlassen.
Wer solches zu nehmen Belieben tragt, kann
sich des Weitern bey dem Bevollmächten des Eigen=
thümers
, Herrn Doktor Edlen v. Aineth, im
tiefen Grafen Nr. 324 im ersten Stock erkun=
digen
.


Nachricht

Die Erben der bürgl. Fischkäuflerin, Frau
Ursula Schestdockhin, machen mit Vorwissen
und Bewilligung eines löbl. Magistrats anmit
bekannt, daß sie gesonnen sind, den von ihrer
obgedachten Frau Mutter ererbten Fischkäufler=
Kammerhandel, sammt den vorräthigen Geräth