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Wiener Zeitung

Nr. 49, 18. Juni 1796

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[1]

Jnländische Begebenheiten .

Wien .

Des verdienstvollen verstorbenen K . K .
Taback = Bankal und Siegelgesällen =
Direktors , Aron Moyses König , hinter=
lassene
Söhne , die K . K . privilegirte Groß=
händler
und Banquier , König , Edle v .
Königshof , sind nunmehr alle , nach dem
in der christkatholischen Glaubenslehre em=
gefangenen
vollkommenen Unterrichte , die=
ser
Kirche beygetreten . Die Taufhandlung
ist zu verschiedenen Zeiten in verschiedenen
Kirchen , allenthalben unter einem grossen
Zusammenflusse ansehnlicher Personen , und
mit allgemeiner Rührung und froher Theil=
nahme
, vor sich gegangen . Die schon
vorher , und die nun Getauften erhielten
die Nahmen Eduard , Moriz , Albert ,
Leopold und Ernest .

Für die durch Feuer verunglückten Un =

terthanen der Freystadt Waras ist die
Sammlung in der Stadt Wien durch
einen Ausschuß der bürgerl . Feinstahlar=
beiter
, Handschuhmacher , Riemermeister ,
Häringer , Stadtsauerkräutler und Schiff=
meister
, in den magistratischen Vorstädten
aber , durch die Hausinhaber vorgenom=
men
, und ein Betrag von 351 Guld . 57
Kr . eingebracht worden .

Der zu Gospich an der Kroatischen
Gränze ansäßige Handelsmann , Joseph
Zender , hat aus freywilligem Antriebe
fünf fremde Deserteur für das Ginlayische
Freykorps auf die Art herbeygebracht ,
daß derselbe für jeden Mann 7 Guld . 56
Kr . Hand = und 1 Guld . Anbringgeld ent=
richtete
. Diese patriotische Handlung ,
durch welche sich dieser Handelsmann als
ein geborner Schweitzer in der Ergeben=
heit
für den Staat auszeichnete , wird

[2]

hiermit zu seinem mit Recht verdienten Lobe
bekannt gemacht .

Kriegsbegebenheiten .

So wie am 4 . dieses der Feind einen
allgemeinen Angriff auf die ganze Vorpo=
stenlinie
des rechten Flügels , von dem un=
ter
dem General = Feldmarschall = Lieutenant ,
Grafen Mercandin , stehenden Korps wag=
te
, eben so machte er einen allgemeinen
Angriff auf unsere Truppen an der ganzen
Linie des Sieg = Flusses . Er ward durch
die Tapferkeit der Truppen dreymahl zu=
rückgeschlagen
, und nur erst nach dem hart=
näckigsten
Widerstande , nöthigte er durch
Uebermacht die Avantgarde , des Generals
Baron Kienmayer , zum Zurückzuge , und
erzwang sich den Uebergang des Flusses .
Nachdem aber dem General , Baron Kien=
mayer
, einige Bataillonen vom Reserve =
Korps zu Hülfe geschickt werden konnten ,
hemmte er das weitere Vordringen des
Feindes , und behauptete sich nach einem
hitzigen Kavallerie = Gefechte , am Fusse des
Gaisberges . Da jedoch der Feind den
linken Flügel des Feldzeugmeisters Prin=
zen
v . Würtemberg , bedrohte , so wähl=
te
er die vortheilhaftere Stellung bey Kro=
bach
. Der Feind unternahm hierauf nichts
weiter , als daß er Detaschemente gegen
Ober = Kassel , Kirchheim , Blankenberg
und Neustadt vorschickte , welchen letztern
Ort jedoch der Feldzeugmeister sogleich mit
1 Bataillon und 2 Escadronen , zu Be=
hauptung
der Kommunikazion mit den
Rhein = Posten , besetzen ließ .

Als aber der Feind den folgenden Tag
fortfuhr sich von verschiedenen Seiten
mit großer Macht zu zeigen , sah der Feld=
zeugmeister
, Prinz von Würtemberg ,
sich veranlasset , bey Limburg über die
Lahn zu gehen , und sich allda zu setzen .
Um nun dem Feinde von dieser Seite in
seinen Fortschritten wirksamen Einhalt zu
thun , haben des Erzherzogs Karl K . H .
diesem von mehreren Seiten so lebhaft
angegriffenen Korps , beträchtliche Verstär=
kungen
von der Haupt = Armee , unter den

Befehlen des Feldzeugmeisters , Grafen
Wartensleben , zugeschickt , welcher letz=
tere
nunmehr , als im Range ältester Feld=
zeugmeister
, das Kommando über das an
der Lahn detaschirte Korps übernehmen
wird .

Diese Umstände machten eine Aenderung
in der Stellung der Armeen nothwendig ,
damit die beyden Haupt = Armeen in Ver=
bindung
bleiben , und die verschiedenen
Korps gegen Uebermacht gehörig unter=
stützt
werden können .

Aus Jtalien sind keine weiteren Nach=
richten
von Erheblichkeit eingelangt , da=
gegen
sind die wirksamsten Einleitungen ge=
troffen
, um den feindlichen Anfällen den
angemessensten Widerstand entgegen zu
setzen .

Um daher die von allen Seiten gegen
das Littorale und die Provinzen von Jn=
nerösterreich
im Anzug befindlichen Ver=
stärkungen
unserer daselbst schon vorfindig
gewesenen Truppen zweckmäßig zu leiten ,
die militarischen Operazionen zu beschleu=
nigen
, und das italienische Armee = Kom=
mando
in seinen Maßregeln auf das nach=
drücklichste
zu unterstützen , haben Se .
Maj . den Feldzeugmeister Graf Wenzel
Colloredo nach Laibach , den Feldmar=
schall
= Lieutenant Neugebauer nach Kla=
genfurt
, und den Generalmajor Specht
nach Triest beordert .

Uebrigens sind aus dem Venetianischen
die Nachrichten eingegangen , daß diese
Republik zur Sicherung des Handels und
Entfernung aller Korsaren aus dem Gol=
fo
Schiffe bewaffnen lasse .


Ausländische Begebenheiten .

Jtalien .

Aus Neapel vernimmt man , daß allda
die nachdrücklichsten Anstalten gemacht wer=
den
, den Franzosen , wenn sie feindlich bis
an die Königl . Staaten vordringen woll=
ten
, einen angemessenen Widerstand ent=
gegen
zu setzen .

[3]

Es ist zu dem Ende unter dem 17 . May
eine Königl . Verordnung zu einer allge=
meinen
Landesbewaffnung ergangen , und
unter dem 18 . May haben sich Se . Maj .
insbesondere wegen Errichtung eines frey=
willigen
Korps von 40 , 000 Mann , wel=
ches
an die schon an den Gränzen stehen=
den
30 , 000 Mann sich anschliessen soll ,
an die Bischöfe und Prälaten mit einem
Schreiben gewandt , welches also lautet :

Der lange Krieg , der gegenwärtig Eu=
ropa
verheeret , über so viele Völker Unheil
bringet , und so viel Blut und Thränen ko=
stet
, ist nicht bloß ein Staats = es ist auch ein
Religions = Krieg . Unsere Feinde sind die
Feinde des Christenthums : Nicht zufrieden
dasselbe in den Herzen ihrer Nation erstickt
zu haben , möchten sie es aus allen Theilen
der Erde verbannen , und an dessen Statt die
Gottesläugnung oder einen schwärmerischen
Götzendienst , der nichts besser ist , einfüh=
ren
. Die Religion ist ein öffentlicher Vor=
wurf
gegen ihre Unternehmungen . Sie
haben sich vorgesetzt die fürstliche Regie=
rung
abzustellen , und um diesen Endzweck
zu erreichen , stören sie die Ruhe der Nazio=
nen
, empören sie gegen ihre rechtmäßigen
Souvraine , versetzen sie in den Stand der
schrecklichsten Anarchie , bringen sie endlich
um Hab und Gut , und lassen sie in einem
Abgrunde von Verwirrung und Elende zu=
rück
. Belgien , Holland , so viele deut=
sche
und wälsche Provinzen sind die bekla=
genswerthen
Opfer ihrer Verführung und
Raubsucht ; sie schluchzen und klagen ; aber
vergebens ; unter den eisernen Händen ih=
rer
Unterdrücker kann weder Recht noch
Menschlichkeit Gehör finden . Es mußte
denn vor allem die Religion zerstöret , es
mußte das stärkste Hinderniß ihrer gräu=
lichen
Anschläge , welche die Triebfeder so
vieler Lasterthaten sind , bey Seite ge=
schafft
werden , damit , wenn einmahl der
Zaum abgeworfen ist , ohne Scheu und mit
kaltem Blute alle göttlichen und menschli=
chen
Gesetze verletzt werden könnten .

Die Religion , die uns unsere Pflich=
ten
lehrt , muß uns auch Entschlossenheit

einflössen . Der gläubige Bürger erkennt ,
daß er für sich und andere geboren ist ; daß
er von Geburt an die Pflicht eingehet , sein
Vaterland zu lieben , ihm in Nöthen bey=
zustehen
, und selbst das Leben für das
Land zu wagen , in dessen Schoß er sicher
ruht und sich sammt seiner Familie ernäh=
ret
; insbesondere aber wenn es von einem
Feinde bedroht wird , der weder Gesetz
noch Eigenthum , weder Leben noch Reli=
gion
schonet ; von einem Feinde , der , wo
er immer hinkommt , die Kirchen zerstö=
ret
, verschmäht und entheiliget , die Al=
täre
niederreißt , die Priester verfolgt und
das Heiligste , was Jesus Christus seiner
Kirche hinterlassen hat , mit Füssen tritt .
Ein Bürger , von Seite seiner Religion
angegriffen , kann gewiß nicht mit Gleich=
gültigkeit
diese Gefahren des Vaterlandes
ansehen ; angetrieben durch Gründe des
Gewissens , und der Sorgfalt für sein wahr=
res
Heil , wird er nicht unterlassen , zur
Hülfe zu eilen ; er wird sich an die Kriegs=
truppen
anschliessen , um zu einer tapfern
Gegenwehr mitzuwirken : er wird sein Ver=
trauen
auf den Gott der Kriegsheere se=
tzen
, der oft unvermuthet sich erhebt , und
seine Feinde wie Staub zerstreut .

Jch selbst werde das erste Beyspiel
des Eifers und des Muthes geben . Jch
will mich an die Spitze meiner geliebtesten
Unterthanen zur gemeinschaftlichen Ver=
theidigung
setzen , im vollen Vertrauen
auf den Beystand des Königs der Köni=
ge
und des Herrn der Herren , der das
Herz der Fürsten lenket und sie mit wei=
sen
Rathschlägen erleuchtet , wenn sie sei=
nen
heiligen Nahmen aufrichtig anrufen .
Zugleich jedoch will ich kein schickliches
Mittel unterlassen , den durch göttliche
Verfügung meiner Regierung anvertrau=
ten
Völkern Ruhe und Frieden zu ver=
schaffen
. Aber zur Beförderung dieser Ab=
sicht
müssen die nothwendigen Vorsichten
nicht ausser Acht gelassen werden , damit
wir auf jeden Fall bereit seyn . Man wird
gelegenheitlich zur Erhaltung des Friedens
unterhandeln , aber nur mit den Waffen

[4]

in der Hand , um nicht verderblichen und
erniedrigenden Bedingungen unterliegen zu
müssen , die dieser Feind , geneigt die Schwä=
che
seines Gegners zu benutzen , vorschrei=
ben
möchte .

Biethet mir zu dieser Absicht insge=
sammt
die Hände , ihr Prälaten meines
Königreichs , die ihr die Verwahrer und
die ersten Vertheidiger der Religion seyd ,
und vereiniget mit meiner Sorgfalt einen
Eurer apostolischen Sendung würdigen Ei=
fer
. Fordert eure Diöcesanen auf , sich an
mich und meine Truppen anzuschliessen , um
den Feind zurück zu schlagen , wenn er es wa=
gen
sollte , sich unseren Gränzen zu nähern .
Erkläret ihnen die Rechtmäßigkeit und die
Wichtigkeit unserer Sache , und beweiset
ihnen die strenge Pflicht , die jeder hat ,
dieselbe zu vertheidigen . Macht , daß die
Kirche selbst durch den Mund ihrer Diener
sprechen , und ihre Kinder einlade die Sache
Gottes aufrecht zu erhalten und ihn zu
bitten , daß er uns entweder einen gerech=
ten
Frieden oder einen rühmlichen Sieg
gewähret . Neapel , den 18 . May 1796 .

( Unterzeichnet : ) Ferdinand .

Zugleich mit diesem Scheiben erging ein
anderes an die getreuen und geliebten
Unterthanen , welches nächstens folgt .

Frankreich .

Jn der zu Paris erscheinenden Gazette
Franzoise findet man die Bemerkung , daß
während als man zu Paris Siegesfeste
feyert , der Mangel und die Theurung des
Brodes mit jedem Tage zunehmen ; wirk=
lich
galt das Pf . Brod am 29 . May 90
Liv . Dieses beweiset , wie das erwähnte
Blatt richtig anführte , daß die eroberen=
den
Völker nicht eben die glücklichen sind ,
und die Siege keine Früchte tragen . ( Hier=
bey
erinnert man sich dessen , was ein Mit=
glied
der Konvenzion vor geraumer Zeit
öffentlich gesagt hat : wir finden uns in
dem Falle des Hanibals , er schrieb nach
Carthago : ich habe Jtalien erobert , schickt
mir Leute : ich habe Jtalienn geplündert ,
schickt mir Geld . ”)

Auch mit den Finanz = Angelegenheiten ,
so sehr man sich damit beschäftiget , kann
man sich noch immer nicht aus den Ver=
legenheiten
ziehen . Ueber das am 22 .
May gefaßte Dekret , zu Folge desen alle
Aßignaten in Mandate umgesetzt werden
sollen , hat zwar das Directorium gleich
eine Proklamazion erlassen , und die Bür=
ger
gegen die Kunstgriffe , wodurch der Wu=
chergeist
die Operation zu erschweren su=
chen
dürfte , gewarnet ; allein dessen unge=
achtet
stiegen die Louisd’or von jenem Ta=
ge
an immer höher , und waren am 26 .
May das Stück zu 13 , 000 Liv . in Aßig=
naten
, indem die Wucherer letztere durch
die Vorstellung , daß es unmöglich sey , sie
in der bestimmten Zeit einzulösen , immer
mehr herabzusetzen suchen . Jn gleichem
Verhältnisse stieg der Preis aller Waaren .

Daher hat denn auch die Finanz = Kom=
mißion
im Rathe der 500 am 26 . May
durch Beffroi vorgestellt , daß erwähntes
Vorgeben blos ein Kunstgriff der Wuche=
rer
, und ohne Grund sey . Zum Beweise
führte er an , daß in Paris 132 Auswechs=
lungs
= Aemter eröffnet werden sollen , und
jeder Bürger täglich für 400 , 000 Liv . Aßig=
nate
würde auswechseln können ; nach die=
ser
Rechnung sey erwiesen , daß ohne alle
Beschwerlichkeit , in einem Tage 5 Milli=
arden
und 500 Millionen würden umge=
setzt
werden können , welches in 3 Tagen
bis 22 Milliarden betrüge : nun seyn offen=
bar
mehr nicht als 21 Milliarden Aßigna=
ten
im wirklichen Umlauf , und wenn dem=
nach
alle in Paris allein wären , so könn=
ten
sie in 3 Tagen ausgelöset seyn . Man
beschloß diese Angaben drucken zu lassen .

Seitdem ist der Preis der Louisd’or
wieder in etwas herabgesunken , stand aber
doch am 28 . May noch auf 10 , 000 Liv .
Nur der hohe Preis der Waren blieb un=
verändert
.

Nun rechnet man auf den Ueberschuß ,
den Buonaparte aus Jtalien , von dem
Ertrage der dort gemachten Erpressungen ,
einsenden soll . Wirklich versichert man ,
daß er dem Directorium und dem Finanz =

[5]

Minister angezeigt habe , es lägen in der
Kassa zu Tortona für 2 Millionen Livres
baares Geld , dessen er nicht bedürfte , ( ein
ansehnlicher Fond um damit 24 Milliar=
den
auszuwechseln ) und wozu er noch 10
Mill . ehestens beyfügen zu können hoffe .

Jm Rath der Alten ist am 25 . May
der Bericht über den Zustand des Schatz=
amtes
vorgelegt worden , nach welchem
noch 24 Milliarden und 500 Millionen
Aßignaten im Umlaufe , und seit dem für
60 Millionen Rescriptionen ausgegeben
worden , wovon jedoch 10 Millionen wie=
der
eingegangen sind , endlich , daß nun
für 2 Milliarden und 400 Millionen Ter=
ritorial
= Mandate verfertiget werden , wo=
von
ein kleiner Theil durch Mandat = Schei=
ne
bereits in Umlauf gesetzt ist .

Das Directorium bestreitet inzwischen
einen Theil der Ausgaben auch durch Ver=
äusserung
der kostbaren Juwelen des =
niglichen
Schatzes . Selbst der unter dem
Nahmen le Regent , weitberühmte Dia=
mant
ist in die Fremde gesandt worden .
Dieser in seiner Art einzige Stein wiegt
547 Karat , und wird auf 8 Millionen
Livres geschätzt . Er ist jetzt mit anderen
kostbaren Juwelen im Auslande hinterlegt ,
und es wird darauf ein Anlehn gemacht ,
mit dessen Ertrage die aus den Preußischen
Staaten nach Frankreich gemachten Pfer=
de
= Lieferungen bezahlt werden sollen .

Aus sehr vielen Departementen und von
den meisten Armeen sind über die Vereit=
lung
der Jakobiner = Verschwörung an das
Directorium Glückwünsche gesandt worden .

Was man indessen gleich Anfangs von
einer weiteren Ausdehnung dieser Ver=
schwörung
vermuthete , hat sich vollkom=
men
bestätiget . Jn verschiedenen Städ=
ten
hatten die Anhänger der Verschwö=
rung
geheime Zusammenkünfte , äusserten
neue Hoffnungen und waren besonders auf
die Berichte aus Paris aufmerksam . Auch
jetzt scheinen sie hier nicht alle Hoffnung
aufgegeben zu haben . Noch wird Ba=
boeufs
Lehre öffentlich geprediget und die
Volkshaufen sind wieder sehr zahlreich , so

sehr die Polizey gegen alle Bewegungen
wachsam ist .

Man hat auch Baboeuf und seine 6
Mitverschworne in der Abtey nicht sicher
genug geglaubt und besorgt , daß sie durch
ihre Anhänger befreyet werden könnten .
Daher hat man sie nach dem Tempel ge=
bracht
, und Drouet , der man an eben dem
Orte gefangen sitzt , wo der durch ihn fre=
ventlich
angehaltene König Ludwig XVI .
so lange schmachten mußte , hat Musse ge=
nung
über dieses Vergehen , und die durch
das Schicksal über ihn nun schon zum
zweyten Mahle herbeygeführte Bestrafung
philosophische Betrachtungen anzustellen .

Das Gesetz gegen die Fremden wird
immer mit Strenge vollzogen . Besonders
aber werden alle aus den ehemahls im
Aufstande gewesenen und noch jetzt ver=
dächtigen
Franzosen mit Mühe aufgesucht
und von Paris entfernet .

Der dem Scheine nach gegen die Sep=
tember
= Mörder vorgenommene Profeß ist
nun geendiget , und das Urtheil , wie zu
vermuthen war , sehr gelinde ausgefal=
len
. Nur 4 Personen , die , nach dem
Auspruche des Gerichts , mit Vorsatz ge=
mordet
hatten , sind zum Tode verurtheilt
worden .

Großbritannien .

Nach der Hofzeitung vom 28 . May ist
Lord Havokesbury zum Grafen von Li=
verpool
, und der Jrländische Pair , Lord
Hood , zum Englischen Pair , unter dem
Titel Viscount Hood , ernannt worden .

Die Hofzeitung vom 31 . May enthält
eine neue Liste von 14 Personen , die zu
Pairs des Königreichs ernannt worden
sind .

Auch enthält diese Hofzeitung Depeschen
vom Admiral Jervis , durch welche die
Eroberung der Französischen Fregate Uni=
ke
, von 34 Kan . und 218 Mann , und
von Sir John Waren , wodurch die Ero=
berung
eines Kapers und einer Brigantine
gemeldet wird .

Schon mehr als die Hälfte der Parla=
ments
= Wahlen sind geendiget , und obschon

[6]

an mehreren Orten die Wahl auf neue
Personen fiel , so zeigen doch die Opposi=
zions
= Zeitungen im allgemeinen eine grosse
Unzufriedenheit ; daher zu vermuthen steht ,
daß in dem neuen Parlamente das Gewicht
der Minister mehr zu als abgenommen ha=
ben
dürfte . Jn London erregt die Wahl
für Westmünster noch immer die meiste
Aufmerksamkeit . Am 30 . May standen die
Stimmen so : für Herrn Fox 480 ; für den
Admiral Gardner 373 , und für Herrn
Tooke 258 . Als am 27 . die Wahl den
Anfang nahm , ward Herr Fox von dem
Herrn Scott , der Admiral Gardner durch
Sir R . Turton vorgeschlagen und Herr
Took schlug sich selbst vor . Alsdann hielt
Herr Fox eine Rede , welche viele Bemer=
kungen
über die letztern beyden Parlaments=
acten
darstellte , die so viele Aufmerksamkeit
erregt hatten . Noch , sagte er , wagten
die Minister es nicht das Volk von Ver=
sammlungen
abzuhalten , seine Repräsen=
tanten
zu wählen . Er versicherte hierauf ,
daß er die Constituzion von 1688 stäts ,
nie aber die Neuerungen von 1796 ehren
werde . Mit den beyden übrigen Candida=
ten
stehe er in keiner Verbindung , sondern
suche nur Stimmen für sich . Doch hege
er Achtung gegen beyde . Der eine sey
ein tapferer Admiral , der dem Staate
grosse Dienste geleistet habe , und der an=
dere
ein Mann , welcher ein Gegenstand von
grausamen und ungerechten Verfolgungen
der Minister gewesen wäre , und daher An=
sprüche
auf die Theilnahme seiner Mitbür=
ger
habe . Admiral Gardner versicherte sei=
ne
Anhänglichkeit an den König und an die
Constituzion . Er ward aber durch den
parteyischen Lärm des Volks so oft unter=
brochen
, daß man nicht viel hören konnte .
Herr Tooke sagte : er stimme alle dem
bey was Herr Fox gesagt , und er würde
sich nicht zu einem Candidaten angebothen
haben , wenn er glauben könnte , ihm da=
durch
Abbruch zu thun . Er könne aber
nicht glauben , daß die Stadt Westmün=
ster
zwey Repräsentanten wählen würde ,
von denen einer zernichte , was der ande =

re Gutes thue . Der tapfere Admiral ha=
be
von innern Feinden in seinem Aver=
tissement
geredet ; darunter könne niemand
als die Minister verstanden werden . Er
beklagte sich hierauf über die lange Gefan=
genschaft
, die er zu erdulden gehabt hätte .
Er lobte das öffentliche Betragen des
Herrn Fox , und den Privatcharakter des
Admirals . Dieser sey zu bedauern , daß
er hier auf Befehl seiner Obern erscheinen
müsse , und er würde besser thun , seinen
Muth in Bekämpfung der auswärtigen
Feinde zu zeigen , und die innern Feinde
ihm und Herrn Fox zu überlassen . Auch
am 28 . und 29 . hielten die 3 Candidaten
ähnliche Reden , von denen die Rede des
Herrn Tooke sich durch bittere Bemerkun=
gen
über die Minister und den Admiral
auszeichneten .

Jn Ansehung des neulich gemeldeten an
Lord Charles Townshend verübten Bru=
dermordes
, werden nun folgende Umstände
angeführt : Er sowohl , als sein Bruder ,
Lord Frederik , hatten schon seit geraumer
Zeit mehrere Beweise eines zerrütteten See=
lenzustandes
gegeben . Jezt waren sie zu=
sammen
nach Yarmouth gegangen , wo
der erstere , ohne Widerstand zu finden , zum
Parlamentsgliede gewählt wurde . Das
viele Trinken , welches die Wahl veranlaß=
te
, machte ihren Gemüthszustand schlim=
mer
und bedenklicher , so daß , als sie zu=
sammen
weggefahren waren , der Mayor
des Orts ihnen nachfuhr , um sie zu bewa=
chen
, jedoch nicht so glücklich war , sie ein=
zuhohlen
. Weil an einem Orte , wo die
Pferde gewechselt wurden , deren nicht ge=
nug
bey der Hand waren , blieben die Be=
diente
, die sie bis dahin zu Pferde begleitet
hatten , zurück , und der Postillion , der sie
führte , versichert , nur den Lord Frederik
im Wagen gesehen zu haben , und er also ge=
glaubt
habe , ausser ihm niemand zu führen .
Nachdem sie aber einige Meilen gefahren wa=
ren
, hörte der Postillion einen Schuß hinter
sich , und da er , wie er sich umsah , bemerk=
te
, daß Lord Frederik eine Pistole zum Wa=
gen
hinauswarf , glaubte er , dieser habe sie

[7]

aus Fröhlichkeit abgefeuert , und fuhr , oh=
ne
sich weiter darum zu bekümmern , fort .
Jn der Stadt hielt er still , um zu fragen ,
wohin er fahren soll ? und da er die erhal=
tene
Anweisung nicht gleich versteht , springet
Lord Frederik mit vielen Schimpfen aus
dem Wagen , wirft sogleich Kleider und
Hemd ab , und will sich mit dem Postillon
boxen , der nun den todten Körper im Wa=
gen
bemerkt , und um Hülfe ruft . Bey
der hierauf vor den Geschwornen angestell=
ten
Untersuchung ergaben sich theils die
obigen Umstände , theils aber , daß Lord
Charles in den Mund geschossen war , oh=
ne
daß weder Zähne noch Lippen beschä=
digt
waren , daher es wahrscheinlich wird ,
daß er selbst die Pistole in den Mund ge=
nommen
und sich erschossen habe . Dage=
gen
aber gab Frederik durch seine Reden
zu erkennen , daß er der Thäter sey . Die
Geschwornen thaten darauf den Ausspruch ,
daß Lord Charles durch den Schuß einer
Pistole getödtet sey , daß sie aber den Thä=
ter
nicht wissen . Der Leichnam ist in der
Stille beerdigt , und Lord Frederik als ein
Wahnsinniger dem Doctor Willis überge=
ben
worden .

Vereinigte Niederlande .

Da die Republik sich nicht anders als
wie eine Französische Provinz ansehen darf ,
so hat man auch im Haag , zu Rotterdam
und in andern Städten am 29 . May das
Französische Sieges = Fest mit vielem Ge=
pränge
gefeyert .

Am 30 . May ist Voß von Steenwyck
zum Präsidenten der Naz . Vers . erwählt
worden , in welcher noch immer Gegen=
stände
von nicht grosser Bedeutung vor=
kommen
, und alle wichtigeren Sachen ver=
schoben
werden .

Der Antrag des Generals Beurnonville
in der Stadt Amsterdam einen Französi=
schen
Kommandanten anzustellen , ist von
der Naz . Vers . verworfen worden .

Am 27 . May übergab der See = Aus=
schuß
eine Beschwerde über verschiedene
Bedrückungen , welche die Französischen
Agenten in Holländische = Brabant , zum

grossen Nachtheile der Schiffahrt und
des Handels der Republik , sich erlaubten .
Die Sache wurde an den Ausschuß der
auswärtigen Angelegenheiten gewiesen

Nach einem Antrage des Finanz = Aus=
schusses
ward die Fortsetzung der Solder=
höhung
von 7 Sous wöchentlich für die
gesammten Truppen bewilliget .

Der Ausschuß der Ostindischen Angele=
genheiten
zeigte der Naz . Vers . an , daß
er das Benehmen der 5 vom Vorgebirge
der guten Hoffnung zurückgekommenen Of=
fizier
genau untersucht , und es so wenig
tadelhaft gefunden habe , daß er sie der
Gewogenheit der Naz . Vers . empfehlen
müsse .

Jn der Sitzung am 30 . ward angezeigt ,
daß auch der Spanische Hof die neue Re=
gierung
der Republik förmlich anerkannt
habe .

Es ward ein Memoire des Französischen
Gesandten gelesen , wodurch er der Naz .
Vers . den mit Sardinien geschlossenen Frie=
den
mittheilet , und es sehr geltend macht ,
daß die Republik in diesen Friedens = Schluß
mitbegriffen sey .

Dafür ward denn auch die angesuchte
Ausfuhr von 5000 Ochsen und 10 , 000
Schafen zur Französischen Armee am Rhei=
ne
nunmehr bewilliget .

Jn Rücksicht auf die Provinzial = Admi=
nistrazionen
ward dekretiret , daß sie in je=
der
Provinz die höchste gesetzmäßige Macht
seyn , und Repräsentanten genannt werden
sollen . Es scheint jedoch , daß dieser
Schluß nur vorläufig sey , und noch kei=
nen
Theil der Konstituzion ausmache , mit
welcher die dazu ernannte Kommißion noch
im gebähren ist , aber nicht viel von sich
hören läßt .

Die Provinzial = Versammlung von Hol=
land
hat eine nicht sehr trostreiche Bekannt=
machung
über den Finanz = Zustand der Pro=
vinz
erlassen . Nach derselben betragen die
Rückstände noch 19 Millionen Gulden ,
ausser dem Beytrage von 39 1 / 2 Million zu
den 60 Millionen , welche die National =
Versammlung verlangt , so daß in diesem

[8]

Jahre , nach Abzug von 5 1 / 2 Millionen , die
jener Petizion zu Folge gezahlt sind , noch
53 Millionen Gulden abzuführen wären .
Die Verwaltung hat daher eine neue Auf=
lage
beschlossen , welche sie in der ersten künf=
tigen
Sitzung bestimmen wird . Unterdessen
sollen für 12 Millionen Papiergeld ausge=
geben
werden , mit dem man die Beyträge
jener Auflage soll bezahlen dürfen .

Die von Haarlem nach Amsterdam ge=
kommene
Kommißion der Provinzial = Ver=
waltung
hat daselbst eine Proklamazion
verlassen , worin sie die Bürger zur Ruhe
und Eintracht ermahnt . Auch der Gene=
ral
Beurnonville ist jetzt in Amsterdam
eingetroffen . Jn Rücksicht auf die daselbst
ausgebrochenen Unruhen will man versi=
chern
, daß die Bürger = Kanonier selbst nicht
recht wüßten , was sie wollten , und nur
als Werkzeuge von Leuten in Bewegung
gesetzt wurden , die bestochen waren , um
Unruhen zu erregen , ( wie dieses der ge=
wöhnliche
Fall bey Volks = Empörungen ist . )

Preussen .

Nach Berichten aus Warschau ist zur
Huldigung der Pohlnischen , an Preussen
gefallenen Staaten der 6 . Julius angesetzt ,
aber der König wird dabey nicht in eige=
ner
Person erscheinen .

Zu Folge einer unter dem 1 . Jun . er=
schienen
Bekanntmachung ist das bisherige
Polizey = Departement aufgehoben und da=
für
ein wirkliches Polizey = Directorium ,
unter dem Vorsitze des geheimen Kriegs=
raths
, Polizey = und Magistrats = Präsiden=
ten
v . Schimmelpfennig errichtet worden .
Bey dieser Gelegenheit werden sämmtliche
Einwohner und Fremde aufgefordert , den
Polizey = Verordnungen ungesäumt Folge
zu leisten , überall zur Ordnung , Sicher=
heit
und Ruhe nach Kräften und mit gu=
tem
Willen unaufgefordert beyzutragen ,
und sich so zu verhalten , als es getreuen
Vasallen , die wirklich schon die Huldi=
gung
, welche nächstens geleistet werden
wird , abgeleistet haben , gebührt und zu=
kommt
. Dagegen wird Nahmens Sr .
Königl . Maj . von Preussen allen Einwoh =

nern der Stadt Warschau landesherrliche
Huld und Gnade , Abhelfung der vielfäl=
tigen
und besondern Beschwerden und Vor=
sorge
für deren Erhaltung in dem Ver=
trauen
zugesichert , daß sie sich dessen stäts
werth bezeigen und die Milde der Königl .
Preußischen Regierung nicht verkennen
werden , damit der König nie veranlaßt
werde , Vergehungen , seinen erhabenen
und menschenfreundlichen Gesinnungen zu=
wider
, mit Strenge zu ahnden .

Aus Grodno wird unter dem 20 . May
berichtet : Gestern ward in hiesiger Ge=
gend
mit der wirklichen Gränzbeziehung
zwischen den Rußisch = Kaiserl . und Königl .
Preußischen Staaten der Anfang gemacht .
Die beyderseitigen Demarkazions = Kommis=
sare
begaben sich gleich des Morgens früh
von hieraus nach dem linken Ufer des
Niemen , wo die Lassosna sich mit dem=
selben
vereinigt , und von wo an künftig
der erstgedachte Fluß , bis an die alten
Gränzen des Königreichs Preussen die
neue Landes = Gränze beyder Staaten be=
stimmen
wird . Ein ganzes Bataillon Rus=
sisch
= Kaiserl . Jnfanterie war mit fliegen=
den
Fahnen und klingendem Spiele , auch
einigen Kanonen dorthin vorgerückt . Vor
der Fronte desselben ward von einem Rus=
sischen
Feldpriester , nach griechischen Re=
ligions
= Gebräuchen , unter freyem Him=
mel
, öffentlicher Gottesdienst gehalten , und
nach dessen Beendigung das Tedeum an=
gestimmt
, auch dabey ein Artilleriefeuer
von 31 Salven gemacht . Das auf der
linken Flanke dieses Bataillons postirte ,
zur Eskorte der Königl . Preuß . Demar=
kazions
= Kommissare bestimmte Hussaren=
kommando
vom Sulerschen Regimente gab
dann gleichfalls eine Salve aus dem Ka=
rabiner
, und als hierauf an der linken
Seite der Lassosna der erstere , mit dem
Königl . Preußischen Adler bezeichnete ,
Gränzpfahl errichtet war , wurde von einem
der Königl . Preuß . Demarkazions = Kom=
missare
eine kurze Rede gehalten , und so
dann das Lebehoch ! Sr . Königl . Preuß .
Maj . unter Trompetenschall ausgebracht .

[9]
[10]
Guld . Kr .
Sebastian und Paul Heß , Graveur 9
Joseph Deich , Tabakkrammer 5
Franz Socher , Schneider 2
Bernhard Hanke , Klaviermeister 6
M . Anna Maißina 12
Markus Lipowitz , Tandler 2
Simon Nißner , Schneider 2
Joseph Wichtl , Wagenschmiermacher 2
Karl Eger , Schneider 2
Mathias Müllner , Wäscher 2
Karl Helferstorfer , 2
N . Wolfmüller , Handelsmann 5
Maria Josepha v . Platzer , Buchhal = terswittwe sammt ihrer Tochter Ma = ria Anna 126
Maria Kaiser , Mädchenschulinhaberin 12
Joseph Schuller , Wirth 4
Joh . Strohmayer , Friseur 2
J . Serre , Zahnarzt 50
Philipp Jak . Martin 24
Joh . Kramgnia , Stadtlehenkutscher 20
Georg Forstner 4
Ferdinand Bergmann , Krenhandler 6
Joh . Gannauser , Gelbgiesser 4
Paul Geyer , Traiteur 6
Michael Seewald , Gartner 2
Andre Fischer , Friseur 4
Joh . Reiter , Klaviermeister 6
Franz Wissenthal , Kapäunler 15
Joh . Mich . Mayer , Chirurgus 6
Johanna Wargotsch 4
Joh . Reißmüller , Sollicitator 10
Mathias Fagowitz , Friseur 4
N . Mangot , Wittwe 14
Joh . Hartels , Doktor 12
M . Anna Grafin , Wittwe 15
Frau Gräfin v . Aichelburg 210
Kristian David v . Willweber 9 30
Katharina Förschlin , Wittwe 200
Franz Spielmann , gewesener Kaufman 50
Karl Heinrichsberger , Wirth 4
Blasius Schweighofer , 4
Sebastian Pfeiffer , Bandmacher 20
Joseph Stallmayer , Emallier 9
Engelbert Aigner , Eisenhandler 24
Karl Schreyer , reducirter k . k . Militar Verpflegsadjunkt 12
Adam Math . Hörsch , k . k . Rittmeister 20
Franziska Baldaci , Wittwe 138
Paul Stephani , Waarensensal 20

Verzeichniß derjenigen Parteyen von
der gräflich Leopold v . Kollowratischen
Herrschaft Wetzdorf V . U . M . B . wel =

che nachstehende Beträge als ein Kriegs=
darlehen
für das Jahr 1796 Sr . Maj . zum
freywilligen Geschenk dargebracht haben :

Guld . Kr .

Verzeichniß Derjenigen , welchen zu der
von dem Richter der Alstervorstadt Johann
Georg Schulz unternommenen Samm=
lung
auf Kleidungsstücke für die auf Vor=
posten
stehenden k . k . Truppen im Monat
März 1796 beygetragen haben :

[11]

Rechnungs = Auszug

über allen Empfang und Ausgaben des Armen = Jnstituts in der k . k . Haupt = und
Residenzstadt Wien für den Monath May 1796 .


Nach Ausweis des vorigen Monaths blieb an fl . kr . pf . fl . kr . pf . fl . kr . pf .
Kassestand
2296 5 2033 1 2 43 6 2
1 An Sammlungsbüchsen 1687 55 2 1565 18 2 3253 14
2 Opferstock = Geldern 137 45 172 12 3 309 57 3
3 Kirchenbüchsen 98 9 369 40 2 467 49 2
4 eingegangenen Subscriptionen 419 47 72 59 492 46
5 Allmosen von besonderen Gutthätern , sammt
zu Geld geschlagenen Naturalien
219 1 232 23 3 451 24 3
Summa des reinen Empfangs 2562 37 2 2412 34 2 4975 12
6 Hierzu der obige Kasserest von dem vorigen Mo=
nathe
pr .
2296 5 2033 1 2 4329 6 2
Haupt = Summe 4858 42 2 4445 36 9304 18 2
1 An die Armen war in diesem Monathe zu ver=
theilen
, und betrug die wirkliche Ausgabe
1729 36 7344 25 9074 1
Zeigt sich also bey den Stadtpfarrern mehr um 3129 6 2
Dahingegen bey den Vorstadtpfarren für die
Vertheilung ein Abgang von
2898 49
Zur Ergänzung des Abgangs in diesem , und zur
Bedeckung der ersten Betheilung im künftigen
Monathe :
Gaben die Stadtpfarren eine Aushilf pr .
796
Und die Hauptverlagskasse 4236
Summe der Aushilf 5032
Nach Abschlag der obigen den Vorstadepfarren
gegebenen Aushilf mit 796 fl . bleibt bey den
Stadtpfarren
2333 6 2
Und nach Abschlag des oben ausgewiesenen , und
in diesem Monathe zur gänzlichen Vertheilung
nothwendigen Betrags mit 2898 fl . 49 kr .
bleibt bey den Vorstadtpfarren
2133 11
Und im Ganzen 4466 17 2
Mit der ganzen Portion 71 100 171
drey Viertel 127 167 294
halben 465 2101 2566
ein Viertel 112 2159 2271
Zusammen 775 4527 5302

Wien bey dem Hauptbeziek den 15 . Juni 1796 .

Wien bey dem Hauptbeziek den 15 . Juni 1796 .

[12]

Löbliche Handlung .

Von dem Magistrate der k . k . Haupt = und Resi=
denzstadt
Wien wird hiermit bekannt gemacht : Es
habe der hiesige Florentinerspitzfabrikant , Mathias
Opferkuh , eine neue Art von Weberstuhl erfunden ,
worauf Lahme und solche Menschen gebrauchet wer=
den
können , welche nur einen Fuß , oder eine Hand
haben . Das zur Untersuchung dieses Stuhls bey=
gezogene
bürgerl . Webermittel hat sich durch diese
gute Erfindung bewogen gefunden , den Mathias
Opferkuh freywillig in das Mittel aufzunehmen ,
welche löbl . Handlung der hiesigen bürgerl . We=
berinnung
hiermit öffentlich belobet wird . Wien
am 8 . Juni 1796 .


Jm k . k . Hoftheater bey dem Kärnt=
nerthor

ist am Dienstage den 14 . dieses zum erstenmal
vorgestellt worden : Das unterbrochene Opfer=
fest
. Eine neue heroisch = komische Oper in zwey
Aufzügen , vom Hrn . Franz Xaver Huber , mit
Musik vom Hrn . Peter Winter , Kapellmeister in
wirklichen Diensten Sr . churfürstl . Durchlaucht von
Bayern . Die Dekorationen sind von Erfindung
und Ausarbeitung des Hrn . Platzer , Mitgliede der
k . k . Kunst = Akademie und Kammermaler Sr . k . k .
Majestät .


Verstorbene zu Wien .

Den 8 . Juny . Jn der Stadt .

  • Dem Hrn . Jakob Mundig , bg . Schneidermeist . s . K .
    Jos . alt 1 J . am Salzgrieß N . 214 .

Vor der Stadt .

  • Fr . Eva Jeleck , eines holländ . geh . Raths hinterl . Wit .
    alt 40 J . in d . Leopoldst . N . 277 .
  • Hr . Martin Berr , bgl . Kirschnermeist . alt 65 J . am
    Thury N . 2 .
  • Dem Hrn Lukas Kaschuch , bgl . Sattlermeist . s . Fr .
    Theresia , alt 35 J . auf d . Landstr . N . 2 .
  • Dem Jos . Dorfinger , Maurer , s . W . Cath . alt 66 J .
    im Lerchenf . N . 19 .
  • Dem Hrn . Martin Bodensteiner , bg . Sauerkräutler ,
    s . K . Elis . alt 3 J . auf d . Wieden N . 417 .
  • Dem Paul Rosensteiner , Viehmayer , s . K . Martin ,
    alt 1 J . am Hungelgr . N . 11 .
  • Veit Mayer , Wäscher , alt 66 J . zu Margaret . N . 116 .
  • Dem Joh . Lehman , Bedient . s . K . Anton , alt 1 J .
    am Hungelgr . N . 12 .
  • Dem Caspar Hagen , Wäscher , s . K . Anna , alt 1 J .
    in d . Rossau N . 35 .
  • Dem Ferd . Billhofer , Zeugmachergs . s . W . Johanna ,
    alt 36 J . am Hundsth . N . 70 .
  • Karl Bartel , Gem . alt 21 J . im Militärsp .
  • Eva Winter , Sesseltrag . T . alt 16 J .
  • Cath . Ulzer , Dienstm . alt 36 J .
  • Cath . Lang , Reitkn . Wit . alt 75 J .
  • Anna Kaufmann , Tagl . Ehew . alt 55 J .
  • Maria A . Holoschosskin , Schneid . Ehew . alt 54 J .
  • Hr . Anton Schafer , Handelsm . alt 34 J .
  • Joh . Schnuermann , gem . Jnvalid , alt 28 J . alle 7 in
    allg . Krankenh .
  • Summa 19 Personen , darunter 5 Kind .

Den 9 . Juny . Jn der Stadt .

  • Fr . Maria A . Pieringer v . Wartenberg , k . k . Hof=
    kriegsagent
    . Wit . alt 64 J . in d . unt . Breunerstr .
    N . 1192 .
  • Regina Hennin , Laternaufzünd . Wit . i . S . Joh . alt
    10 J . im Tiefengrab . N . 234 .

Vor der Stadt .

  • Hr . Laur . Hirt , Hofkanzelist , b . d . k . k . ob . Staatskon=
    trolle
    , alt 35 J . auf d . Wieden N . 423 .
  • Hr . Jos . Weckh , priv . Schriftgieß . alt 73 J . in s . H .
    in d . Strotzisch . Hauptg . N . 7 .
  • Franz Krammer , herrs . Bedient . alt 66 J . auf d . neu
    Wien N . 116 .
  • Jos . Prigl , Musikus , alt 72 J . am Neubau N . 195 .
  • Dem Jos . Neinthaller , Tagl . s . K . Leop . alt 2 J . auf
    d . Landstr . N . 169 .
  • Dem Jos . Königs , Bildhauer , s . K . Anton , alt 1 J .
    auf d . neu Wien N . 120 .
  • Georg Redinger , Musikus , alt 63 J . am Neub . N . 105 .
  • Dem Laur . Steininger , Schifkn . s . K . Josepha , alt
    1 J . im Lichtenth . N . 187 .
  • Dem Valentin Just , Spiegelmachergs . s . K . Anna
    alt 3 J . auf d . Wieden N . 320 .
  • Dem Wenzl Kleinschnitz , Zeugmach . s . K . Theresia ,
    alt 1 J . auf d . Wieden N . 139 .
  • Mich . Steinho , Gem . alt 30 J . im Militärsp .
  • Joh . Hirsch , Profoß , alt 74 . J . im Jnvalidenh .
  • Cath . Schamböck , Tagl . Ehew . alt 57 J .
  • Cäzilia Knirsch , Dienstm . alt 31 J .
  • Theresia Primeßin , Dienstm . alt 28 J .
  • Franz Stasser , Tagl . alt 43 J . alle 4 im allg . Krankh .
  • Summa 18 Personen , darunter 5 Kind .

Den 10 Juny . Jn der Stadt .

  • Dem Jakob Winter , Krankensesseltrag . s . K . Elis . alt
    9 J . im Elend N . 184 .

Vor der Stadt .

  • Hr . Joh . Brodtrager , bgl . Schneidermeist . alt 67 J .
    in d . Leopoldst . N . 412 .
  • Dem Hrn . Jgnaz Taglohn , bgl . Fleischhauer , s . Fr .
    Theresia , alt 45 J . in s . H . am Magdalenagr . N . 28 .
  • Dem Wenzl Eter , schutzv . Lebzelter , s . W . Cath . alt
    30 J . auf d . Wieden N . 454 .
  • Dem Anton Zink , herrs . Kutsch . s . W . Rosalia , alt 5
    J . auf d . Wieden N . 265 .
  • Dem Jos . Sumerer , kais . Reitkn . s . T . Cäzilia , alt 2
    J . zu Mätzleinsd . N . 55 .
  • Dem Joh . Georg Pirzl , gem . Soldat , s . K . Anna
    alt 4 J . am Neustift N . 24 .
[13]

  • Elis . Felnery , Wais . alt 2 J . auf d . Wieden N . 304 .
  • Dem Joh . Tallhammer , Sailergs . s . K . Rosina , alt
    1 J . am Oberneust . N . 115 .
  • Jakob Schröder , Gem . alt 26 J .
  • Georg Retz , Corporal , alt 51 J . bede im Militärsp .
  • Karl Hutscheck , Scheidergs . alt 18 J .
  • Franz Vater , Maurergs . alt 45 J .
  • Simon Achmann , Polizeysoldat , alt 59 J .
  • Georg Heigner , Tagl . alt 30 J .
  • Gertraud Krottenthaller , Wälschermagd , alt 23 J .
  • Martin Forer , Bäckerj . u . Pfründl . d . gr . Armenh .
    alt 73 J .
  • Maria A . Eibel , Hauers Ehew . alt 50 J .
  • Veronika Ulrich , Dienstm . alt 23 J . alle 8 im allgem .
    Krankenh .
  • Summa 19 Personen , darunter 4 Kind .

Den 11 . Juny . Jn der Stadt .

  • Dem Hrn . Karl Hilchenbach , Superintend , u . Konsi=
    storialrath
    d . Helvetisch . Kirchengemeinde , s . K . Karl ,
    alt 5 J . in d . Dorotheg . N . 1180 .
  • Barb . Oberbucher , Holzhauers Wit . alt 64 J . auf d .
    Fischerstiege N . 401 .

Vor der Stadt .

  • Dem Hrn . Andrä Samuel Zeller , Apotheker , s . Fr .
    Anna M . alt 38 J . auf d . Wieden N . 185 .
  • Hr . Joh . Perinet , k . k . Hauptmaut = Taback = u . Siegl=
    gefällensbeschauer
    , alt 66 J . in d . Ungerg . N . 290 .
  • Dem Hrn . Maxmil . Rußal , Adjutant b . k . k . Artill .
    Fuselierkorps , s . Fr . Barb . alt 33 J . zu Gumpend .
  • Jos . Wimmer , Waagmacher , a . 36 J . zu St . Ulr . N . 39
  • Regina Dürr , Landschuhmachermeist . Wit . alt 71 J .
    in d . Alstervorst . Nr . 29 .
  • Dem Georg Oth , Gartner , s . W . Theresia , alt 39 J .
    am Michaelbayrischengr . N . 7 .
  • Dem Leop . Furtner , Wäscher , s . K . Joh . alt 2 J . zu
    Margaret . N . 116 .
  • Dem Menrad Billy , Tischler , s . K . Jakob , alt 3 J .
    am Hungelg . N . 8 .
  • Anna M . Eisenberger , Viehmayrs Wit . alt 53 J . zu
    Erdberg N . 217 .
  • Dem Jakob Zirk , Wäscher , s . S . Joh . Georg , alt 10
    J . zu Gumpend . N . 102 .
  • Simon Pechtel , alt 5 J . im Versorgh . am Alsterb .
  • Theodor Gergonowiz , Bedient . alt 46 J . b . Barmh .
  • Ferd . Kammerl , Tagl . alt 76 J .
  • Johanna Zirk , Dienstm . alt 22 J .
  • Jos . Magister , Schuhmachergs . alt 22 J .
  • Bernhard Keck , Tagl . alt 56 J .
  • Jakob Frischauf , Tagl . alt 55 J .
  • Theresia Reharin , Dienstm . alt 25 J .
  • Anna M . Schwarz , Kramers Ehew . alt 34 J .
  • Maria A . Kunz , Strumpfwirk . Wit . alt 49 J .
  • Maria A . Kanl , Tagl . Wit . alt 75 J . alle 9 im allg .
    Krankenh .
  • Summa 23 Personen , darunter 4 Kind .

Verlohrne brillantene Sonnenrosen .

Den 22 . May in der Nacht ist auf der Sai=
lerstett
eine grosse brillantene Sonnenrosen au jour
gefaßt , verlohren worden . Der redliche Finder ,
oder wer davon eine Auskunft geben kann , wird
höflichst ersucht , solche gegen 20 Dukaten Recom=
pens
, in die Papier = Niederlage im Schönbrunner=
haus
unter den Tuchlauben zu überbringen .


Verlohrne Brieftasche .

Den 9 . Juni Abends von 9 bis 10 Uhr ist
auf dem Weg von dem Wirthshaus zu den drey
Hacken auf der Freyung durch die Renngasse auf
die hohe Brücke , Judenplatz in die Theinfaltstrasse
eine rothlederne Brieftasche , in welchen sich ein
Bankozettel von 100 fl . eines von 50 , gegen 100
Gulden in kleinern Zetteln , 5 kaiserl . und 2 Hol=
länder
= Dukaten , dann verschiedene Schriften , nebst
einem kaiserl . Paß befinden , verlohren gegangen .
Der redliche Finder wird ersucht , diese Brieftasche
gegen einem Rekompens von 50 Gulden in das deut=
sche
Zeitungskomtoir abzugeben .


Betrettene Waar = und Farbzeichen .

Es ist bey dem k . k . Stadt = und Landgericht zu
Wienerisch = Neustadt den 10 . November 1794 eine
Mannsperson wegen Diebstahls und Trugs einge=
bracht
und untersucht worden , unter dessen Effek=
ten
ein Waar = oder Farbzeichen vorgefunden wur=
de
, worüber sich bisher noch Niemand mit einem
Anspruche des Eigenthums gemeldet hat . Nach=
dem
nun diese untersuchte Mannsperson den Ei=
genthümer
, oder rechtmäßigen Besitzer des obbe=
sagten
Zeichens nicht angeben will , sondern solches
gefunden zu haben vorschützt ; dem Eigenthümer
aber sehr daran gelegen seyn kann , um allenfalls
Waare von grossen Werth damit auszulösen ; so
wird das gedachte Waarzeichen hiermit zu dem
Ende beschrieben , damit der dieses Zeichen füh=
rende
Professionist hierdurch erforschet , und der
Eigenthümer dieses Zeichens in Erfahrung gebracht
werden könne ; welch letzterer über die Art des
Verlustes zu vernehmen wäre . Das Waare = oder
Farbzeichen ist in der Grösse eines Zehnkreuzer =
Stücks , mit einem auf der linken Seite befindli=
chen
kleinen Loche ; neben diesem sind auf dem
Zeichen oben die Buchstaben I . S . , in der Mitte
ein Kreutz , und unten die Zahl 40 geschlagen .
Der Meister , der ein solches Zeichen ausgegeben
hat , oder der Eigenthümer , dem es entfremdet
worden , oder wie immer in Verlust gerathen ist ,
hat sich bey der k . k . Oberpolizeydirektion dießfalls
zu melden . Wien den 16 . May 1796 .


Warnung

Den Herren M . Hönig Söhne ist nachstehen=
der
von den Herren Joh . G . Schuller & Comp .

[14]

an Zahlung überkommener Wechsel in Verlust ge=
rathen
: Fl . 2000 dd . 25 . März . 796 . 2 mt . d .
La Pourtales l’aine in Neuschatel ord . Isac
Lazar Schif , auf die Herren N . Arnsteiner &
Comp . gezogen und von ihnen auch acceptirt .
Da die Amortisirung erst nächster Tagen in dieser
Zeitung eingeruckt werden wird , so will man in=
dessen
einen jeden warnen , diesen Wechsel von
Niemanden an Zahlungsstatt , oder als Hypothek
anzunehmen .


Warnung

Von dem k . k . ni . öst . Landrechte wird hiemit
zu jedermanns Wissenschaft und Warnung bekannt
gemacht : Es sey Anton Aloys Edler v . Natorp ,
auf Ansuchen seines Vaters , Franz Wilhelm Ed=
ler
v . Natorp , k . k . priv . Großhändler allhier ,
über die beygebrachten Beweise seines unwirthschaft=
lichen
Betragens , ungeachtet des bereits erreichten
großjährigen Alters , noch dermal zur Verwaltung
seines eigenen Vermögens für unfähig erkläret ,
und der väterlichen Kuratel ferner dergestalt unter=
worfen
worden , daß er weder Schulden zu ma=
chen
, noch gemachte Schulden zu bezahlen , oder
zu bestättigen befugt , noch jemand demselben ein
giltiges Darlehen zu machen , und überhaupt mit
ihm Kontrakte abzuschliessen in solang berechtiget
seyn soll , bis nicht der gedachte junge v . Natorp
von einer bessern Gebahrung hinlängliche Proben
abgelegt haben , und durch öffentliche Kundmachung
diese Unfähigkeitserklärung als aufgehoben bekannt
gemacht worden seyn wird . Wien den 14 . Juni 1796 .


Erinnerung
an die ni . öst . Landesmitglieder .

Es sey in dem k . k . Neustädter = Militar = Cade=
tenhause
ein von dem ni . öst . Herrenstande zu er=
setzen
kommender Cadetenplatz erledigt , daher jene
Landesmitgieder , welche diese Stelle für einen ih=
rer
Söhne , der jedoch sich in einem Alter von 6
bis 10 Jahren befinden muß , zu erhalten wün=
schen
, hierwegen längstens binnen 14 Tagen bey
obgemeldten ni . öst . Herrenstand anzulangen , und
das diesfällige mit Taufschein , dem Studienzeug=
nisse
, dann einen chirurgischen Attestat über die
körperlichen Eigenschaften dieses ihres Sohnes be=
legte
Gesuch in dem ni . öst . Landhause bey dem
daselbst bestehenden Einreichungsprotokoll abzuge=
ben
haben .


Kost und Wohnung für junge Mädchen .

Die Wittwe eines jüngst verstorbenen k . k . Be=
amten
von guter Familie hat den Entschluß gefaßt
junge Mädchen vom Lande oder aus der Stadt
in Kost und Wohnung zu nehmen , und ihnen an=
bey
die unentbehrlichsten weiblichen Kenntnisse , als :
Nähen , Stricken , Sticken , Putzmachen , Reinlich =

keit , häusliche Ordnung , Sittlichkeit u . b . d . bey=
zubringen
. Daß sie all diesen Gegenständen ge=
wachsen
sey , wird eine persönliche Bekanntschaft
jene Aeltern , Verwandte , oder Vormünder über=
zeugen
, welche sie mit ihrem Zutrauen beehren
wollen . Die Bedingnisse , unter welchen sie ein
Kind zu sich nehmen wird , können mit ihr selbst
nach Verschiedenheit der Umstände ausgemacht wer=
den
. Jhre Wohnung ist im Ballgässel bey dem
Blumenstock Nr . 986 im ersten Stock .


Dienstsuchende .

Eine Frau vom Stande und gesetzten Jahren ,
mit vieler Weltkenntniß , und übrigen Eigenschaf=
ten
, wünschet bey einer Herrschaft , oder auch in
einem bekannten Privathaus als Gouvernante bey
erwachsenen Fräulen , oder als Gesellschafterin , oder
bey einer Wirthschaft als Aufseherin anzukommen .
Die nähere Auskunft kann diesfalls in der Thein=
faltstrasse
bey der schönen Latern Nr . 77 in zwey=
ten
Stock rechterhand eingeholet werden .


Reisegesellschafter wird gesucht .

Jemand , der in einigen Tagen mit eigenen Wa=
gen
von hier nach Laybach auf der Post zu rei=
sen
gedenkt , wünscht gegen Bezahlung eines Pfer=
des
einen Gesellschafter zu haben . Das weitere
ist in der Teinfaltstrasse Nr . 80 im dritten Stock
zu erfragen .


Jahrmarkt = Nachricht .

Von dem Markte Kirchberg am Wagram wird
hiermit kund gemacht : Es werde , um in Zukunft
an jeden Vormarkttage der beyden Jahrmärkte all=
hier
, als am Dienstag nach Laurenti , und am
Dienstag vor dem Aschermittwoch die Unordnun=
gen
zu vermeiden , keinen Krämer oder Handels=
mann
ohne Ausnahme gestattet , einen Stand oder
Bude an jeden dieser Vormarkttage Vormittag auf=
zurichten
; indem diese Vormarkttäge wegen Man=
gel
des hinlänglichen Raums blos dem bisher Vor=
mittag
gewöhnlich abgehalten werdenden Holz = und
Pferdmarkt gewidmet sind ; welche Gewohnheit auch
neuerdings unterm 12 . April 1796 von der hoch=
löbl
. Landesregierung bestättiget wurde . Jn glei=
cher
Absicht wird ferner hinzugesetzet , daß allhier
am Charfreytag niemals ein Jahrmarkt bestanden
hat , und daher auch an diesem Tag keinem Han=
delsmann
oder Kramer mit Schnittwaare einen
Stand aufzurichten erlaubt werden könne .


Gesundheits = Wässer

Bey Andreas Huebmer , burgerl . Spezereyhand=
ler
zum 7 Saulen am neuen Markt , sind wie im
vorigen Jahre verschiedene von einer medicinischen
Fakultät aprobirte neu angekommene Gesundheits =
Wasser zu haben : als Selterwasser , Egerischer

[15]

Sauerbrunn , Rohitscher Sauerbrunn , Billiner
Sauerbrunn , und Billiner Bitter = oder sogenann=
tes
Saidschitzer = Bitterwasser . Man kann damit in
einzelnen Flaschen oder Krügen , oder auch in gan=
zen
Küsten bedienet werden , und versichert , nebst
bester und akkuratester Bedienung , die billigsten
Preise . Ferner kann man auch mit Caffee und
Zucker , französischen Schweitzerkäs , oder sogenann=
ten
Groyer , und extra sein Provanzeröl in billig=
sten
Preis bedienet werden .


Nachricht .

Es wird hiermit bekannt gemacht , daß Unter=
zeichneter
den Verschleiß , und Hauptverlag des in
so vielfältigen Krankheitsumständen bewährt befun=
denen
, sowohl von der löbl . hiesigen , als auch Pra=
ger
medizinischen Fakultät approbirten Sedlizer , oder
sonst genannten Kreuzherrn Bitterwasser übernom=
men
hat , und mit solchen die realleste Bedienung
verspricht . Man glaubt nun weiter nicht ein Ge=
sundheitswasser
dieser Art erst anrühmen zu dür=
fen
, welches sich bereits durch seine gute Wirkung
allgemein anempfohlen hat , und bis in das ent=
fernteste
Ausland verführet wird . Dieses durch
Siegel und Schild wider alle Verfälschung gesi=
cherte
Bitterwasser wird zur Vermeidung alles mög=
lichen
Unterschleifes , in der Comenda des ritterli=
chen
Ordens der Kreuzherren mit dem rothen Stern
zu St . Carl , in einem eigens dazu bestimmten gu=
ten
Keller aufbewahret , und der Verkauf desselben ,
sowohl in einzelnen Krügen von verschiedener Grös=
se
, als auch in ganzen Küsten , in meinem Hand=
lungsgewölbe
zum schwarzen Adler Nr . 276 in
der Leopoldstadt besorget , und an nachstehenden Or=
ten
, als : Bey Hrn . Franz Lehrner , Handelsmann
zum goldenen Kranz auf der Landstrasse Nr . 43 ;
Hr . Anton Köck , Handelsmann zum schwarzen Ad=
ler
auf der Wieden Nr . 193 ; Hrn . Michael
Killian , detto zum schwarzen Elephanten , nächst
Mariahilf Nr . 5 ; und bey Hrn . Joseph Kraus ,
detto bey St . Joseph , in der Leopoldstadt in der
Neuengasse Nr . 81 , zur Bequemlichkeit des Pub=
likums
verschliessen werden , nämlich : Der ganz
grosse Krüg zu 24 Kreuzer , der von gewöhnlicher
Grösse 20 Kr . , und der kleineren Gattung 12 Kr .
Jenen aber , so dieses Wasser Küstenweise abneh=
men
, wird ein nach Proportion billiger Preis ge=
macht
werden . Wien den 1 . Juni 1796 .

Jgnaz Kleebinder .

NB . Anleitung zum Gebrauch dieses Wassers ,
nebst angemerkter vorläufigen Entdeckung desselben ,
werden sowohl bey mir , als auch an benannten Or=
ten
unentgeldlich ausgegeben .


Bandagenmacher .

Anton Sayard , Bandagenmacher , hat bey der
hochlöbl . k . k . ni . öst . Regierung um Erlaubniß ,

hier in dieser Haupt = und Residenzstadt Wien Bruch=
bänder
von verschiedener Art , wie solche von den
Herrn Doktoren und Aerzten nach Beschaffenheit
der Umstände für unschädlich befunden werden , für
das hochgeehrte Publikum machen , und öffentlich
verkaufen zu dörfen , angelangt und hiezu nach
bey hiesig löbl . medicinischer Fakultät abgelegt ,
und unschädlich befundenen Proben , auch die gnä=
digste
Erlaubniß erhalten . Er schmeichelt sich , allen
denjenigen , die bey ihm Bruchbänder , Nabelbruch=
bänder
, Bruchbeutel , von allen Gattungen von ela=
stischer
und mechanischer Art , für beyderley Geschlecht
von jedem Alter Bauchgurten , Bandagen für klei=
ne
Kinder , Bandagen für diejenigen , welche sich
im Reiten , Tanzen , Fechten und dergleichen Lei=
besübungen
für Schaden präserviren wollen , neu
bestellen , oder auch alte Bandagen repariren , und
frisch überziehen lassen , und sich somit seiner Arbeit
bedienen werden , alle Zufriedenheit zu verschaffen ,
und hoffet , daß seine Arbeit nicht minder , als
der billige Preis bey dem hochgeehrten Publikum
für ihn die beste Empfehlung bewirken werden .
Er wohnet auf der neuen Wieden in der Preßgasse
in schwarzen Adler im Barbierischen Haus Nr .
231 im ersten Stock . Er ist auch zu bestellen in
der Kärntnerstrasse beym Daniel in der Löwengrube
Nr . 1112 im Glaserergewölb .


Mannskleidermacher Anzeige .

Franz Heinzmann , burgl . Schneidermeister , wohn=
haft
am alten Fleischmarkt nächst der Hauptmauth
im Groß = Kätzischen Haus Nr . 731 auf der zwey=
ten
Stiege im vierten Stock , wo F . H . angezeich=
net
ist , erbietet sich gegen baare Bezahlung fein
gut und wirthschaftlich zu arbeiten : er zeigt hier
wie hoch mittergrosse Staatskleider von eingelassen=
nen
Tuch mit feinen Kanafesfutter und gleichen
Knöpfen zu stehen kommet ; mit Chalon , Damis ,
oder Kottunfutter um 1 fl . 20 kr . mit Croise um
4 fl . 20 kr . höher als hier angemerkt ist ; es gilt
ihm gleich , ob man selbst einkauft , oder zur Aus=
lage
einen Vorschuß gibt . Rock , Weste und Hosen
von 6 fl . Tuch kostet 27 fl . von 4 fl . Tuch 22 fl .
von 2 fl . 36 kr . Tuch 16 fl . 40 kr . von 26 Gro=
schen
Tuch 18 fl . von breiten Halbtuch 16 fl . 30
kr . Rock und Hosen von 6 fl . Tuch 20 fl . 30 kr .
von 4 fl . Tuch 17 fl . 30 kr . von 2 fl . 36 . kr . Tuch
13 fl . 20 kr . von 26 Groschen Tuch 9 fl . 45 kr .
Ein englischer Kaput von 6 fl . Tuch 23 fl . von 4
fl . Tuch 18 fl . von 2 fl . 36 kr . Tuch 13 fl .
Ein Kaputfrak ist um 2 fl . minderer , oder nach=
dem
die Bestellung seyn wird . Ein Chemis von
4 fl . Tuch 23 fl . von 2 fl . 36 kr . Tuch 15 fl . 30 kr .
von 1 fl . 36 kr . Tuch 10 fl . 30 kr . von 26 Gro=
schen
Tuch 9 fl . 20 kr . —. Eine Hosen von schwar=
zen
Sartin mit rauhen Barchetfutter 3 fl . 15 kr .

[16]

Ein Frack von gestreiften Halbtuch nach der
letzten Mode 13 fl . Ein Kaput von 26 Gro=
schen
Tuch 9 fl . Auch werden Pekesche nach der
neuesten Fason gemacht . Uebrigens versichert er
durch Beweis der dauerhaften Arbeit ferneren Bey=
fall
zu erhalten .


Nachricht
wegen allen Gattungen von Militar = Feuergewehr .

Nachdem ich im verflossenen Jahre wegen mei=
nen
mit dem königl . spanischen Hof angestossenen
sehr beträchtlichen Gewehrlieferungs = Kontrakten ,
viele andere an mich ergangene Anträge von der
Hand weisen mußte , nunmehr aber alle diese Ver=
bindlichkeiten
zur größten Zufriedenheit dieses Ho=
fes
erfüllt habe , so mache ich allen hohen Geschäfts=
trägern
von auswärtigen Höfen , und allen Herren
Kommissionärs bekannt , daß ich alljährig eine sehr
grosse Partie Militarfeuergewehr , Karabiner , Stu=
tzen
, und Pistolen nach jedem beliebigen Muster
in den billigsten Preisen , und vollkommenster =
te
zu erzeugen , und jeden diesfälligen Lieferungs =
Kontrakt zu befriedigen vermag ; jedoch kann keine
mindere Bestellung , als wenigstens auf 2000 Stück
angenommen werden .

Nicolaus Oesterlein , k . k . priv . Feuer=
gewehr
Fabriks = Jnhaber in der Alster =
Vorstadt .

Ankündigung

Jm Edlen v . Hellenbergschen Hause auf der Wien
Nr . 26 die Stiege rechts im zweyten Stock , wer=
den
nach Art der natürlichen Steine durch eine
ganz neue eigene Erfindung denselben ganz ähnlich
gemachte Tisch = und Trumeauxplatten um die bil=
ligsten
Preise verfertiget , wovon der Quadratschuh
zu 1 fl . 30 kr . gerechnet wird . Dergleichen Tisch =
und Trumeauxplatten sind nach modernester Art
der meublirten Zimmer mit verschiedenen Arabes=
qen
, und geschmackvollsten Bourduren eingegraben
nach Belieben zu finden , die an Härte , Dauer ,
und Pollitur den ächten Steinen nichts nachgeben ,
dergleichen sind auch bey dem Eigenthümer daselbst
wirklich schon vorräthig zu sehen ; er verspricht auch
zugleich , daß , wenn eine dergleichen Steinblatte
in ein oder mehrere Stücke sollte zerbrochen wer=
den
, dieselbe wieder unkennbar vollkommen herzu=
stellen
. Auch kann man daselbst kleine Tisch = Des=
seursplatten
mit Aufsätzen nach aller Art anschaf=
fen
, oder auch einige schon verfertigt erhalten , wo=
mit
man gewiß mit aller Zufriedenheit bedient
werden wird .


Ankündigung neu verfertigter Tischlerarbeit

Johann Gottlieb Winneguth , bürgl . Tischler=
meister
, macht einem hohen Adel und verehrungs=
würdigen
Publikum bekannt , daß bey ihm von

verschiedener Gattung bestverfertigter Tischlerarbeit
alsogleich , oder gegen Bestellung bald möglichst zu
haben ist . Er hat sein Verkaufgewölb am neuen
Markt neben den Kapuzinern im Schloisneckischen
Haus Nr . 1121 , seine Wohnung im Burgerspi=
tal
Hof Nr . 5 , Stiegen Nr . 9 , ersten Stock Nr . 56 .


Forte piano .

Es ist ein gutes Forte piano zu verkaufen .
Kauflustige belieben sich deswegen in der Wollzeil
Nr . 909 im 2ten Stock beym eisenen Gatter täg=
lich
von 9 bis 12 Uhr zu melden .


Anzeige .

Der Kupferstecher Franz Assner , in Wien , hat
unsere bereits bis gegen den siebenten Band fort=
geruckten
Unterhaltungen aus der Natnege=
schichte
nachgedruckt . Ohne uns hier einer ge=
rechten
Empfindlichkeit zu überlassen , deren Aus=
brüche
nie angenehm zu lesen sind , müssen wir
doch das Publikum darauf aufmerksam machen ,
daß Assner , was man für unglaublich halten könn=
te
, alle bisherigen Nachdrucker übertroffen hat .
Denn daß sein Nachdruck Seite für Seite , selbst
einen auffallenden Druckfehler nicht ausgenommen ,
mit der Originalausgabe gleich lauft , und nur die
schlechten Kupfer , die stumpfen Lettern und der
schmutzige Druck jenen von diesen unterscheiden ,
das hat er mit den meisten Nachdrücken gemein .
Aber daß er in seinen Anzeigen feyerlich 8 Bän=
de
garantirt , da der Verfasser wirklich erst den
Entwurf zum siebenten bearbeitet ; daß er , unbe=
kannt
mit dem Plane des Verfassers , sich hier gar
sehr verrechnet , und indem er seinen Abnehmern
ankündigt , wie sie in den 8 Bänden alle Thiere
zu erwarten hätten , von einer ganzen Thier=
klasse
nichts zu wissen scheine ; daß er das ,
was schon vor 5 Jahren anfing , als etwas ganz
neues anbietet ; daß er einen höchstschlechten Nach=
druck
20 Procente theurer , als das Original ver=
kauft
; daß er seine Subscribenten um ihre Na=
men
ersucht , um sie als Beförderer des Nach=
drucks
vorzudrucken , was doch in diesem Falle
prostituiren heißt ; ja , daß er endlich nicht ein=
mal
das Honorarium an eine Anzeige wendete ,
sondern ein grosses Stück aus der Einleitung des
ersten Bandes dazu nahm wo hat das je ein
Nachdrucker gethan ? Wir machen hiermit be=
kannt
, daß die Abnehmer des Assnerschen Nach=
drucks
, oder andere Freunde dieses Werks , die sich
franco an uns wenden , das Original in Augs=
burg
um zwanzig Pocente wohlfeiler als den
Nachdruck , in Wien aber im nämlichen Preise , wir
den Nachdruck , bekommen , daß sie noch jetzt in
die Zahl unserer Subscribenten einrücken können

[17]

und daß wir den gutdenkenden und verständigen
Bewohnern jener Gegenden zutrauen , sie werden
das schönere und wohlfeilere Original einem schlech=
ten
und theuren Nachdruck vorzuziehen wissen .
Jn Wien hat die Dollische Buchhandlung am Ste=
phansfreydhof
die Güte für uns , Namen und
Karakter der Liebhaber von der Originalausgabe
zu sammeln . Sie erhalten alsdann binnen einigen
Wochen die bereits seit 5 Jahren in wöchentlichen
Lieferungen erschienenen complette 5 Bände franco
Fracht und Mauth zu nachstehenden Preisen , als :
Die Säugethiere , 2 Bände , 4 fl . 25 kr . ; die Am=
phibien
, 1 Band , 2 fl . 44 kr . ; die Vögel , 2
Bände , 6 fl . 8 kr . Augsburg im Juni 1796 .
Martin Engelbrechtische Kunsthandlung .


Ankündigung

Jn der Franz Anton Hoffmeisterschen Musik = Kunst =
und Buchhandlung in der Wollzeile Nr . 911
ist in Commißion zu haben :

  • Neuestes wienerisches Journal der Moden und der
    gesammten Haushaltungskunst . Herausgegeben
    von einer Gesellschaft , und besorgt von J . Ley=
    rer
    . Drey Hefte , mit 12 illum . Kupf . sammt
    Pränumeration auf das vierte Heft 2 fl . 16 kr .
    Von diesem Journal erscheint pünktlich mit
    Ende jeden Monats ein Heft , es liefert nebst
    den neuesten Moden und ihrer Beschreibung fol=
    gende
    Bücher , die mit dem 12ten Hefte oder
    einem Jahrgang vollständig seyn werden , als :
    1 ) Nöthige Anweisung zum Nähen , Sticken ,
    Stricken und Werken . 2 ) Anweisung zum Ko=
    chen
    , und zu Verfertigung geschmackvoller Spei=
    sen
    . 3 ) Neuestes Oekonomie = und Hauswirth=
    schaftsbuch
    für Frauenzimmer . 4 ) Bewährte
    Schönheitsregeln für Damen , und wirksames Mit=
    teln
    in besondern Zufällen des Lebens .
  • Unterhaltungen aus der Naturgeschichte . Mit schön
    illum . Kupf . 24 Stücke , mit eben so viel Kupf .
    1 fl . 36 kr .
  • Alle Wochen am Donnerstage kommen 2 Stü=
    cke
    heraus . Mit 33 Stücken ist der erste Band
    geschlossen , wo sodann ein sauberes Titelblatt er=
    scheint
    . Das ganze Werk wird sich auf nicht mehr
    als 8 Bände belaufen , und jeder Band 30 bis
    34 Stücke enthalten . Der erste und zweyte Band
    liefert die Säugethiere ; der dritte die Amphibien ,
    der vierte und fünfte die Vögeln , der sechste , sie=
    bente
    , und achte , Jnsekten , und Fische .

Bey Jgnatz Grund , bürgl . Buchbinder am Ste=
phansfreydhof
, und bey Johann Bapt . Hofer ,
burgerl . Buchbinder im Currentgassel Nr . 447 ,
ist ganz neu zu haben :

  • Die natürliche Zauberey oder Wahrsagerkunst durch
    das Kartenaufschlagen . Mit 4 Kartenplänen . Ko=
    stet
    gebund . mit Schuber 24 kr .

Wenn es möglich ist , durch Worte Jemand
ein Spiel zu lernen , so wird der Käufer oder Käu=
ferinn
in dem Stand gesetzt , sich und eine ganze
grosse Gesellschaft nicht allein sattsam zu unterhal=
ten
, sondern auch vieles , zwar zufällig , doch öf=
ters
wirklich Zutreffende aus der Karte sagen zu
können .


Bey Franz Joseph Rötzl ,
Anfangs der Singerstrasse , dem rothen Apfel ge=
genüber
, ist ganz neu zu haben :

  • Oesterreichische Militär = Pharmakopäe . gr . 8 . Wien
    1796 . 30 kr .
  • ebendieselbe in lateinischer Sprache .
    30 kr .
  • Erläuterungen der neuen österreichischen Militär =
    Pharmakopäe , zum Gebrauche der österreichi=
    schen
    Feldärzte . gr . 8 . Wien 795 . 1 fl . 30 kr .
  • Franck ( J . P . ) Epitome de curandis hominum
    morbis prælectionibus academicis dicata .
    5 Tomi . 8 . maj . Venetiis 794 . 6 fl .
  • Anatomisches Musäum , gesammelt von Joh . Gottl .
    Walter . 2 Bände , mit vielen illuminirten Ku=
    pfern
    . gr . 4 . Berlin 796 6 fl . 45 kr .
  • Alberti de Haller Icones plantarum Helvetiæ ,
    complectens 52 tabulas æn . sol . Bernæ 795 .
    15 fl .
  • Anthologia græca cum versione latina Hugo = nis Grotii , edita ab Hieronymo de Bosch .
    4 . maj . Ultrajecti 795 . 9 fl . 45 kr .
  • Seltene und erhabene Ansichten der Natur nach
    den besten , kostbarsten Werken und Zeichnungen
    in Kupfer gestochen , und mit einer Schilderung
    versehen , nebst 8 Kupfern und einer Vignette .
    fol . 795 . 6 fl .
  • Ebendasselbe Werk mit schönen illum . Kupf . 9 fl .
  • Nouveau dictionnaire francois , allemand , &
    polonois , enrichi de plusieurs exemples de
    l’histoire polonoise , des termes ordinaires
    des arts & des remarques de grammaire &c .
    4 Tomes . second . edit . ganz neu geb . 25 fl .
  • Quinti Horatii Flacci carmina curavit Jere = mias Jacobus Oberlinus . 4 . maj . Argent0 = rati 788 . 9 fl .
  • Les costumes des peuples de la Russie . Mit
    vielen illum . Kupf . 4 . Berne 791 . 6 fl . 40 kr .
  • Sammlung auserlesener Abhandlungen zum Ge=
    brauche
    praktischer Aerzte . 16ten Bandes drittes
    und 4tes Stück . 1 fl . 12 kr . , alle 16 Bände
    sammt Register 36 fl .
  • Historische Nachrichten und politische Betrachtun=
    gen
    über die französische Revolution , von C .
    Girtaner . 11 Bände . 8 . Berlin Originalauflage
    zweyte vermehrte 792 95 . 20 fl .
  • Ebendieselbe Auflage in ord . 8 . 11 Theile , auch
    Originalausgabe 10 fl . 30 kr .
[18]

  • Allgemeine Sammlung historischer Memoires vom
    zwölften Jahrhundert bis auf die neuesten Zei=
    ten
    , durch mehrere Verfasser übersetzt , mit den
    nöthigen Anmerkungen versehen , und jedesmal
    mit einer universalhistorischen Uibersicht begleitet ,
    herausgegeben von Fried . Schiller . Zweyter Ab=
    theilung
    11ter Band , m . K . gr . 8 . Jena 796 .
    2 fl . 15 kr . , alle 15 Bände 25 fl .
  • Richters ( D . A . G . ) chyrurgische Bibliothek des
    15ten Bandes , erstes , 2tes , und drittes Stück .
    8 . Göttingen 796 . 1 fl . 30 kr . alle 15 Bände
    sammt Register 30 fl .
  • Burgsdorf ( F .<