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Wiener Zeitung

Nr. 59, 25. Juli 1798

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[1]

Jnländische Begebenheiten.

Wien.

Se. Maj. haben Samstags, den 21.
d. M., in einer Privat=Audienz,
den Minister der auswärtigen Angelegen=
heiten
, Grafen v. Kobenzl, den Orden
von goldenen Vließe gnädigst eigenhän=
dig
zu übergeben geruhet.

Se. Maj. haben Dero wirklichen gehei=
men
Rath und Hofkammer=Präsidenten,
Johann Bernhard Freyherrn v. Degel=
mann
, in Rücksicht auf dessen dem Staa=
te
geleisteten vieljährigen und ersprießli=
chem
Dienste, für sich und seine Nachkom=
men
, das Jndigenat im Königreiche Un=
garn
, mit Nachlassung aller Hoftaxen,
allergnädigst zu ertheilen geruhet.

Den 21. d. M. früh um 8 Uhr starb
allhier, in einem Alter von 65 Jahren,
Karl Graf v. Clerfayt, des goldenen
Vließes Ritter, des militarischen Maria=

Theresienordens Großkreuz, Sr. K. K.
Majestät wirklicher Kämmerer und gehei=
mer
Rath, des heil. röm. Reichs Gene=
ral
=Feldzeugmeister, Sr. K. K. Majestät
Feldmarschall, auch Oberster und Jnhaber
eines seinen Nahmen führenden Regiments
zu Fuß. Jn der langen und schmerzhaf=
ten
Krankheit, die seinem Tode vorher
ging, zeigte er in den Augen der Religion
und Philosophie dieselbe Seelengrösse, die=
selbe
Weisheit und alle die Tugenden, die
ihn während seiner ruhmvollen militari=
schen
Laufbahn bezeichnet haben. Wie
er im Leben allgemein geliebt und geehrt
war, so wird sein Verlust allgemein be=
dauert
. Er hat dem allerdurchlauchtigsten
Erzhause, und zwar unter vier Regenten,
durch 45 Jahre, mit eben so vielem Eifer
als Treue und Ruhm gedient. Die un=
parteische
Geschichte wird ihn ungezwei=

[2]

felt in den Rang der ersten Feldherrn se=
tten
. Ein strenger Beobachter der Kriegs=
zucht
, ein Feind aller Ruhmredigkeit und
aller Ränke, kannte er keine andere Wege,
als die der Ehre und der Dienstpflicht.
Er betrachtete die Soldaten als seine
Kinder, bekümmerte sich unaufhörlich um
ihre Bedürfnisse, und munterte sie durch
Wohlthaten auf; auch hörte er oft sich
von den Soldaten Vater nennen. Er
wußte das wahre Verdienst bey dem Offi=
zier
zu unterscheiden, und viele von ihnen
hatten ihre Beförderung seiner Unterstützung
zuzuschreiben. Auf solche Art machte er
von seinen Glücksgütern Gebrauch. Schon
früh zeigte er sich als ein vortreflicher
Offizier, und zwar in dem siebenjährigen
Kriege, gegen dessen Ende er Oberster wur=
de
, dann in dem wegen der Bayrischen
Erbfolge eingetretenen Feldzuge. Jn dem
letzten Türkenkriege, wo er ein besonders
Korps kommandirte, hat er in allen Ge=
legenheiten
die schönsten Vortheile erhal=
ten
. Er zog die Aufmerksamkeit von ganz
Europa auf sich, als er nach wiederhohl=
ten
Unfällen, zweymahl das Kommando
über die gesammte Armee übernahm, und
die zwey so klugen Rückzuge aus den Nie=
derlanden
in den Jahren 1792 und 1794
führte. Sein Ruhm erreichte den höchsten
Gipfel durch den merkwürdigen Ausgang
des Feldzuges am Rhein im J. 1796, nach
dessen Bendigung er hieher kam, und
als ein Weiser in einer ehrenvollen Stille
lebte. Die Thränen aller, die an seiner
Freundschaft Theil hatten, bezeichnen seine
gesellschaftlichen Tugenden weit besser, als
alles Lob, welches man ihm geben könn=
te
. Jhre MM. der Kaiser und die Kai=
serin
selbst würdigten den Verlust die=
ses
ausgezeichneten Staatsdieners Jhres
gnädigsten Leidwesens, und dessen entseelter
Leichnam wäre auf allerhöchsten Befehl
mit aller ehrenvoller Feyerlichkeit zur Erde
bestattet worden, wenn der Selbige in sei=
nem
letzten Willen nicht ausdrücklich es
verlangt hätte, in der Stille beygesetzt zu
werden.

Ausländische Begebenheiten.

Spanien.

Nach Berichten aus Madrid vom 21.
Jun. ist der Fürst de la Paz nunmehr da=
selbst
angekommen, und genießt der größ=
ten
Auszeichnung. Einem ausdrücklichen
Befehle des Königs zu Folge, erhält er
alle einem General=Kapitain zukommetnden
Ehrenbezeigungen, welches dieselben sind,
die dem Könige und der Königl. Familie
selbst erwiesen werden. Auch hat er das
Recht, wenn er öffentlich erscheint, mit
eben der Anzahl von Pferden zu fahren,
mit welchen JJ. MM. sich zeigen. Noch
umgeben ihm daher alle Zeichen der Macht
und Größe.

Sobald die jüngsthin ergangenen Finanz=
Dekrete erschienen sind, hat der Fürst dem
Minister Saavedra geschrieben, daß er,
so lange der Krieg währet, nur den Ge=
halt
als General=Kapitain und die Pen=
sion
seiner Gemahlinn beziehen, auf alle
übrigen Zuflüsse aber, die wenigstens
500,000 Realen betragen, Verzicht leisten
wolle. Ueber dieß gibt er auch sein be=
trächtliches
Sllbergeräthe ab.

Jtalien.

Jn den Konferenzen, welche der aus
Turin nach Meiland abgeschickte Marquis
de St. Marsan, daselbst mit dem Fran=
zösischen
Generale Brüne gehalten hat,
ist eine Konvention geschlossen worden,
in der es heißt: "Der Citoyen, General
Brüne, und der Marquis de St. Mar=
san
, General=Lieutenant der Sardinischen
Armee, da sie unter sich anzuordnen ha=
ben
, was die vorläufige Besetzung der
Citadelle von Turin durch Französische
Mannschaft zur eigenen Sicherheit von
Piemont, ingleichen einige andere Gegen=
stände
zur Herstellung der inneren Sicher=
heit
und der Freundschaft und Eintracht
mit der Ligurischen Republik, betrifft,
und durch die Absendung, welche von dem
Bothschafter Cit. Ginguene, und dem
Hrn. Caval. Damian de Priocca, Sr.

[3]

Sard. Maj. ersten Staatssekretar im De=
partemente
der auswärtigen Angelegenheit=
ten
, an den General Brüne, zur näheren
Bestimmung dessen, was auf diesen
wichtigen Gegenstand Beziehung hat, be=
vollmachtiget
sind, haben folgende Punk=
te
festgesetzt: 1) Die Citadelle von Tu=
ri⟨n⟩
wird am 15. Meßidor (3. Julius)
durch die Französischen Truppen besetzt wer=
dem
ꝛc. Alles was bis zum 7. Artikel
folgt, betrifft Sicherheits=Maßregeln,
damit das Eigenthumsrecht des Königs
auf die Citadelle, und alles was darin ist,
nicht gekränket werde, die Französische Be=
satzung
die nöthige Zahl nicht überschreite,
nie in die Stadt sich verbreitet, die Got=
tesdienst
=Ordnung in der Citadelle nicht
gestöret werde, noch irgend einem Frevel
ausgesetzt seyn möge. Weiter heißt es:
7) daß die Besetzung der Citadelle durch
die Franzosen nur durch 2 Monathe Statt
haben soll, mit Vorbehalt dessen, was
dann weiter zwischen dem Directorium von
Frankreich und Sr. Sard. Maj. wird fest=
gesetzt
werden; 8) daß nur die Citadelle
von Alessandria fortan durch Französische
Truppen besetzt bleiben soll; 9) daß ein
Französischer und ein Piemontesischer Of=
fizier
, in Rücksicht auf die den vorigen
Verträgen zu Folge, noch von den Fran=
zosen
besetzten Plätze Coni, Tortona,
Cherasco und Ceva, alles reguliren sol=
len
, was zum Behuf der Gemeinschaft,
welche die Piemontesischen Truppen, zur
Erhaltung der innern Ruhe, unter sich ha=
ben
müssen, zweckmäßig scheinen wird;
10) daß die Französische Regierung sich
verpflichte zur Erhaltung der innern Ruhe
in Piemont beyzutragen, und zu verhin=
dern
, daß denjenigen, welche die Königl.
Sardinische Regierung stören wollen, we=
der
mittelbar noch unmittelbar Beystand
und Unterstützung geleistet werde; 11) daß
zu dem Ende der General Brüne an den
Gränzen von Piemont eine Proklamazion
erlassen und alle in seinen Händen be=
findlichen
Mittel anwenden werde; 12)
daß er gleichfals seinen Einfluß und alle

seine Mittel geltend machen werde, um
die Feindseligkeiten der Ligurischen Re=
publik
einzustellen, und jeden Angriff der
Cisalpinischen Republik zu verhindern,
und auf allen Seiten die vorige Ordnung
und Eintracht herzustellen ꝛc. Gegeben zu
Meiland den 10. Meßidor vom 6. Jah=
re
, (28. Jun. 1798.")

Es sind hierauf am 3. Jul. wirklich
1800 Mann Französischer Truppen im Ka=
stelle
von Turin eingezogen, und an dem=
selben
Tage ist zur Beruhigung der Ein=
wohner
, von Seite des Gouverneurs der
Stadt und Provinz Turin, Marchese de
Thaon, nachstehende Kundmachung er=
schienen
:

"Eine neue, unerwartete und ausseror=
dentliche
Verwebung der Ereignungen zog
Piemont plötzlich in einen beschwerlichen,
unseligen und durch die begleitenden Umstän=
de
, eine allgemeine Umwälzung des Staa=
tes
drohenden Krieg, wobey, indem auf
der Seite des Feindes die Leichtigkeit und
die Mittel des Angriffs stäts zunehmen,
von der andern Seite die Vertheidigung
stäts schwerer wurde. Se. Maj. sich selbst
bewußt, daß sie den Angriff nicht veranlas=
set
, und bloß, wie es ihre Pflicht war,
das Jhrige durch gesetzmäßige und noth=
wendige
Mittel zurück zu bekommen ge=
sucht
haben, zeigten sich immerfort geneigt
den Frieden zu unterhandeln. Die Fran=
zös
. Republik, geneigt die Regierung her=
zustellen
, glaubte einem so ausserordentli=
chen
Kriege nur durch ein eben so ausseror=
dentliches
Mittel ein Ende machen zu kön=
nen
. Daher, nachdem sie einige Bedin=
gungen
vorgeschlagen hatte, unter wel=
chen
sie sich erboth, sich in das Mittel zu
legen, um mit einem Mahle die Gelegen=
heit
zu neuen Beschwerden und neuen Be=
unruhigungen
, sowohl von innen als von
aussen zu benehmen, verlangte dieselbe, als
vorläufige Maßregel zur gemeinschaftlichen
Sicherheit, das Recht eine Französ. Besa=
tzung
in der Citadelle von Turin zu ha=
ben
. Jndem der unschätzbare Vortheil des
Friedens und der öffentlichen Ruhe in dem

[4]

Gemüthe des guten Landesfürsten jede an=
dere
Betrachtung überwog, so mußten Se.
Maj. das einzige Mittel ergreiffen, das
sich Jhnen anboth, einen Krieg zu been=
digen
, dessen Folgen nicht zu berechnen
waren. Und da Se. Maj. überzeugt von
den friedfertigen und freundschaftlichen Ge=
sinnungen
, womit die Französische Regie=
rung
jenes Mittel vorschlug, und gleicher=
massen
gewiß, daß dessen Annahm als ein
neues Zeugniß von Sr. Majestät redlichen
Vertrauen, die Vollziehung der vorher=
gegangenen
Versprechungen versichere, so
haben Sie durch dieses Mittel eine schnel=
le
Herstellung des Friedens, ingleichen
eine neue Bürgschaft gegen die Unter=
nehmungen
derjenigen erhalten, welche die
Regierung und das Land beunruhigen woll=
ten
. Hierauf sind denn verschiedene Bedin=
gungen
festgesetzt worden, welche zur Ab=
sicht
haben, allen Gelegenheiten zu Uneinig=
keiten
zwischen den Einwohnern der Stadt
und der Französ. Besatzungen der Cidadelle
vorzubeugen. Se. Maj. sind überzeugt,
daß wie von Seite der Französ. Truppen
die strengste Mannszucht wird beobachtet
werden, so auch von Seite der getreuen
Einwohner von Turin, diesen Truppen
mit aller Rücksichtwerde begegnet werden ꝛc.

Die wegen dieser Maßregeln vorläufig
zwischen dem Französ. Bothschafter zu Tu=
rin
und dem Sardinischen Staatssekretar
geschlossen Konvention ist nicht bekannt.
Eine von derselben Bedingungen scheint eine
allgemeine und gänzliche Verzeihung für
alle diejenigen gewesen zu seyn, welche an
der Jnsurrection Theil genommen haben,
oder wegen ihrer politischen Meinungen
in Untersuchung gerathen sind. Die Kund=
machung
dieser Amnestie ist bereits unter
dem 29. Jun. erschienen. Jn derselben
wird auch denjenigen, welche sich anders=
wo
niederlassen wollen, die Erlaubniß,
ihre Güter zu verkaufen und auszuwan=
dern
, ertheilet.

Es hat sich nicht bestätiget, daß Cisal=
pinische
Truppen in Piemont eingerückt
sind.

Kurz vor Beendigung des Kriegs ge=
gen
die Ligurische Republik, haben die
Piemontesischen Truppen entscheidende Vor=
theile
erhalten, und zuletzt auch Porto
Maurizio erobert; von dieser Seite her
stand der Ligurischen Republik die größte Ge=
fahr
bevor, die sehr gelegen durch die Fran=
zös
. Dazwischenkunft abgewendet worden
ist. Doch hat das Ligurische Directorium
wegen dieser Anfälle eine strenge Untersu=
chung
angeordnet.

Frankreich.

Der Rath der Alten hatte sich, nach=
dem
er schon auseinander gegangen war,
am 6. Jul. Abends noch einmahl versam=
melt
, um den Beschluß der 50 von die=
sem
Tage wegen Bevollmächtigung des
Directoriums, während eines Monaths
Haussuchungen anzustellen, zu genehmi=
gen
. Gleich am folgenden Morgen hat
das Directorium Gebrauch von dem ihm
ertheilten Rechte gemacht; verschiedene
Quartiere der Stadt sind umzingelt, und
viele Personen, die sich durch keine Papier=
re
ausweisen konnten, verhaftet worden.
Einen Theil derselben hat man auf die
Erläuterungen, die sie über ihren Stand
gaben, sogleich wieder freygelassen; ande=
re
aber bleiben, bis zur näheren Untersu=
chung
, in Verhaft. An eben dem Tage
hat das Directorium einen Beschluß er=
lassen
, wodurch die Haussuchungen auf
die ganze Republik ausgedehnt, und die
Central=Verwaltungen sämmtlicher Depar=
temente
den Auftrag erhalten, dieselben
zu veranstalten.

Französische Blätter versichern nunmehr,
daß die Flotte von 6 Linienschiffen und ei=
nigen
Fregaten, welche vor 7 oder 8 Mo=
nathen
, unter dem Kommando des Admi=
rals
Richery, aus dem Hafen von Brest
abgesegelt ist, deren Bestimmung man da=
mahls
nicht erfahren konnte, und welche
seit dem fast in Vergessenheit gerathen ist,
nach Ostindien gesegelt, und daselbst nun
angekommen sey, um im Persischen Meer=
busen
die Französischen Truppen, welche

[5]

der Gen. Bonaparte über Aegypten da=
hin
bringt, zu erwarten.

Verschiedene aus dem Jnneren nach
den Belgischen Departementen gekommene
Französische Truppen, sind nun wieder
zur Armee von Maynz beordert. Alle mit
Urlaub abwesenden Offizier und andere
Militar=Personen, deren Korps am Rhein
stehen, haben den Befehl erhalten, bey
Strafe, ohne Verzug, zu denselben zu=
rück
zu kehren.

Der Gen. Kilmaine bereiset noch im=
mer
die Belgischen Küsten, und besichti=
get
die dort angelegten Vertheidigungs=
werke
und die versammelten Truppen. Da
die Schleussen von Slykens von dem
Schaden, den die Engländer jüngsthin dar=
an
gemacht haben, größtentheils hergestellt,
und die Kanäle wieder fahrbar sind, so
sollen nun die in der Schelde ausgerüste=
ten
Fahrzeuge, durch diese Kanäle nach
Ostende gebracht werden. Die Stadt
Fliessingen wird befestiget.

Am 5. Jul. haben die Engländer wie=
der
mit 6 Fregaten, 4 Kuttern und 3
Schaluppen sich der Küste bey Blanken=
burg
genähert, um hier eine Landung zu
versuchen, sie sind aber durch das Feuer
der Küsten=Batterien und der Französischen
Truppen daran gehindert worden.

Jm Hafen von Dünnkirchen ist eine
Flottille ausgerüstet, die aus 12 Kriegs=
fahrzeugen
von 36 zu 12 Kanonen beste=
het
und ehestens in See gehen soll.

Der Cit. Francois hat, nach Beendi=
gung
der Konferenzen zu Selz, bevor er
diesen Ort verließ, an die General= Ver=
waltung
des Nied. Rheinischen Departe=
ments
geschrieben:

"Bürger, da meine Sendung geendi=
get
ist, so gehe ich, der Regierung Re=
chenschaft
davon abzulegen, die allein die
Resultate davon mittheilen kann. Sie
enthalten nichts Beunruhigendes. Jch
kann Salz nicht verlassen ohne Jhnen vor=
her
für die freundschaftliche Aufnahme und
die Beweise von Aufmerksamkeit gedankt
zu haben, die ich in Jhrem Departement

durch Jhr Wohlwollen erfuhr ꝛc."
Auf der Rückreise hat der Cit. Francois
alle Rhein=Gegenden besucht, ist am 7.
in Maynz, am 9. in Köln, und am 12.
in Aachen angekommen. Allenthalben
ward er mit grossen Ehrenbezeugungen auf=
genommen
.

Großbritannien.

Nach Berichten aus London vom 7.
Jul. sind bis dahin keine weiteren Berich=
te
von Erheblichkeit aus Jrland einge=
gangen
. Man rechnet, daß schon mehr
als 24,000 Rebellen gefallen sind. Die
noch vorhandenen überliefern in Folge der
ergangenen Proklamazionen, meistens ihre
Waffen und ihre Anführer. Man ver=
sichert
, der Vicekönig, Lord Cornwallis
habe an das Ministerium geschrieben, er
bedürfe keiner weiteren Verstärkung, und
die Absendung von 12,000 Mann Engli=
scher
Milizen, die im Antrage war, sey
eingestellt worden.

Der Minister Pitt, welcher seit seinem
Duel nicht mehr im Parlamente und lange
nicht mehr bey Hofe erschienen ist, indessen
aber meistens, seiner kränklichen Umständen
wegen, auf dem Lande gelebt hat, ist am
5. Jul. wieder bey der Cour von St.
James erschienen, und hat nach derselben,
mit dem Könige eine lange Privat= Unter=
redung
gehabt.

Man scheint nun auch in England zu
glauben, daß die Französischen von Tou=
lon
abgesegelten Truppen bestimmt sind,
durch Aegppten nach Ostindien den Weg
zu nehmen, und macht eilig Vorkehrun=
gen
, die Land= und See=Macht in Ostin=
dien
zu verstärken. Alle in Portugall be=
findlichen
Englischen Truppen sollen nach
Ostindien eingeschifft und dahin durch
eine Flotte unter dem Commodore Blan=
kett
, begleitet werden. Auch sagt man
daß so schleunig, als möglich, noch 6
Regimenter von England nach Ostindien
gesandt werden sollen. Vom Vorgebürge
der guten Hoffnung ist auch schon vor ei=
niger
Zeit eine Flotte abgegangen, die

[6]

zwischen der nördlichen Küste von Afrika
und Jole de France und Bourbon kreu=
zen
soll.

Briefe aus Lissabon melden, daß See=
leute
von Marseille, welche am besten mit
dem Handel nach der Levante bekannt
sind, schon vor mehrern Monathen ge=
braucht
worden sind, die Küsten von Ae=
gypten
zu untersuchen, und daß die vor=
nehmsten
jüdischen Handelshäuser in die=
sem
Lande, von dem dasigen Französischen
Consul den Auftrag gehabt haben, eine
Menge Proviant in den Magazinen von
Alexandrien, Rosette und Damiette,
aufzuhäufen. Schon im vorigen Som=
mer
ist, wie es heißt, eine Französische
Kriegschaluppe von Jsle de France nach
dem rothen Meere abgesandt worden, um
genaue Erkundigung über die Schifffahrt
auf diesem gefährlichen Gewässer einzu=
ziehen
.

"Aus allen diesen Umständen (sagt ein
Londner Blatt) müssen wir schliessen, daß
Aegypten der erste und das Englische
Ostindien der letzte Gegenstand von des
General Bonaparte Unternehmung ist.
Aegypten ist der Sammelplatz, und wird
als ein Militarposten anzusehen seyn. Die
Anlegung einer Colonie daselbst dürfte al=
lenfalls
erst in der Folge geschehen. Der
Schwierigkeiten aber, die bey dem Unter=
nehmen
gegen unser Ostindien aufstossen,
sind äußerst viele. Allerdings haben die
Franzosen die beste Jahrszeit zu einer Rei=
se
nach Aegypten gewählt, welche im
Monath Junius bey günstigem Winde,
durch einzelne Schiffe von Marseille in
14 Tagen gemacht werden kann. Allein
der zweyfache Hafen von Alexandrien ist,
obgleich sehr geräumig, unsicher, und die
Küste von Aegypten voll Untiefen, welche
das Landen schwer und gefährlich machen.
Durch den Sand, welchen der Nil her=
abtreibt
, wird die Fahrt nach den Aegyp=
tischen
Häfen fast jährlich an einigen Stel=
len
so verschlemmt, daß die erfahrensten
Lootsen sich getäuscht finden Bonapar=
te
mag vielleicht schon die Aegyptische

Küste erreicht haben; aber, gesetzt er lan=
det
auch daselbst glücklich; wie viele noch
größere Schwierigkeiten bleiben dann noch
auf seinem Zuge nach Jndien zu besiegen
übrig! Die Mammeluken=Miliz, welche
etwann 8000 Mann stark, Aegypten be=
herrscht
, oder vielmehr unterdrückt, wird
freylich bey ihrer schlechten Verfassung
den Franzosen eben kein besonderes Hin=
derniß
in den Weg legen; aber die starke
Armee dieser letztern gehörig mit Proviant
zu verso⟨r⟩gen, wie viel gehört dazu! Denn,
daß ihnen künftig, falls sie nach Aegyp=
ten
kommen, keine Unterstützung weiter
aus Frankreich dahin zugeführet werde,
wird doch wahrscheinlich von der Englischen
Flotte verhindert werden. Die Schiff=
fahrt
auf dem rothen Meere, besonders
in dem nördlichen Theile desselben ist fer=
ner
, nach den Angaben der beßten Reise=
beschreiber
, äußerst gefährlich. Dieses
Meer ist den Europäischen Lootsen unbe=
kannt
, und die inländischen Seeleute sind
sehr ungeschickt. Nun nehme man noch
den Transport von Artillerie und anderen
Kriegsbedürfnissen, welche Schwierigkei=
ten
! Gar sehr ist übrigens zu zweifeln,
daß die Franzosen bey Jsle de France so
viele Schiffe sammeln können, um ihre
Armee von Jedda nach der Malabarischen
Küste zu bringen, oder daß sie der Wach=
samkeit
unserer Kommandeur in den Jndi=
schen
Gewässern entgehen. Aber gesetzt,
sie landeten auch in Jndien, so dürfte
ihre Armee durch die Zufälle einer solchen
Schiffahrt, und bey dem Vordringen durch
unbekannte und feindliche Gegenden, in ei=
nem
ganz neuen ungewohnten Klima, sehr
geschwächt seyn, so daß unsere Patrioten
für die Sicherheit unserer Ostindischen Be=
sitzungen
noch eben keine Besorgnisse hegen
dürfen, wenn anders nicht ganz unerwartete
und außerordentliche Vorfälle eintreten."

Man hat nun auch in Englischen Blät=
tern
die Berechnung gemacht, daß Bo=
naparte
von Alexandrien zwey Wege
nach Ostindien habe; der erste, als der
kürzeste, beträgt 557 deutsche Meilen,

[7]

wovon 193 zu Lande, durch die brennen=
den
Wüsten Syriens, und 364 zu Was=
ser
gemacht werden müssen; der andere
weitere Weg, beträgt 857 deutsche Mei=
len
, wovon 10 zu Lande über Suez,
und 847 zu Wasser zurückgeleget werden
müssen.

Es ist ein neuer Französischer Agent,
der Cit. Niou, in England angekommen,
welcher das Tauschgeschäft der Gefangenen
zu besorgen hat.

Schweiz.

Es sol auf eine von der Französischen
Armee in der Schweiz bey dem Französi=
schen
Directorium gemachte Vorstellung
geschehen seyn, daß der Tit. Rapinat,
bis auf weitere Verfügung, in seinen
Verrichtungen als Französischer Kommissar
in der Schweiz bestätiget worden ist.
Nach einer andern Nachricht hingegen,
war er abberufen, als man von seinen
Schritten einen allgemeinen Aufstand als
wahrscheinliche Folge besorgte, und er
wurde bestätiget, als sich zeigte, daß die
Helvetische Regierung zu Arau sich allem
geduldig unterzogen hatte. Uebrigens
herrscht seit dem, wie es scheint, zwischen
den Französischen und Schweitzerischen Ge=
waltträgern
das beste Einverständniß, und
es bestätiget sich nicht, daß von ersteren
die auf den Bürger Laharpe gefallene
Wahl verworfen worden sey. Vielmehr
hat der Gen. Schauenburg dem gesetzge=
benden
Körper zu dieser Wahl Glück ge=
wünscht
, und deshalben bey seiner Armee
Feyerlichkeiten angestellt. Laharpe, be=
kanntlich
ein Haupturheber der Helveti=
schen
Revoluzion, befindet sich zu Paris,
hat aber schon geschrieben, daß er die ihm
verliehene Stelle annehme, und wird ehe=
stens
in Arau erwartet. Jnzwischen ist
am 3. Jul. der Cit. Rapinat, der nun
sich auch zu Arau aufhält, in der Ver=
sammlung
des Directoriums erschienen,
und hat den neugewählten Director Ochs
mit einer sehr schmeichelhaften Anrede vor=
gestellt
, und in sein Amt eingesetzt.

Der Bürger Haller, von Bern, der

lange Zeit Finanz=Verwalter der Franzö=
sischen
Armee in Jtalien war, ist zum
Gesandten der Schweiz bey der Cisalpi=
nischen
Republik ernannt worden.

Der Cit. Mengand ist von Straßburg
nach Basel zurückgekommen, und wird
wie man glaubt, noch ferner die diploma=
tischen
Geschäfte der Französischen Repub=
lik
besorgen, weil der zu seinem Nach⟨v⟩ol=
ger
bestimmte Cit. Champigni vorläufig
noch im Haag zu verbleiben hat.

Türkey.

Es hatte sich von Widdin her das Ge=
rücht
verbreitet, als wäre das berüchtig=
te
Rebellen=Oberhaupt, Paswand Oghli,
den 5. d. M. in einem Aufstande von sei=
nen
eigenen Leuten ermordet, und dessen
abgeschlagenes Haupt, sammt Anerbie=
thungen
wegen Uebergabe der Festung,
dem Kapudan=Pascha in das Lager über=
bracht
worden; allein vermöge jüngerer
vor dortiger Gegend eingekommener Nach=
richten
, kläret sich die Sache dahin auf,
daß jenes durch 8 Vertraute des Paswand
Oghli in das Lager des Großadmirals
gesendete Haupt von einem, auf Befehl
dieses Rebellen=Anführers hingerichteten
Missethäter, und bloß eine übelausgeson=
nene
Kriegslist war, um die Aufmerk=
samkeit
im Türkischen Lager zu zerstreuen,
die Belagerungs=Arbeiten zu hemmen, und
die dadurch sorglos gemachte Armee in
der nächst darauf folgenden Nacht mit
desto wahrscheinlicherem Erfolge zu über=
fallen
. Dieses listige Vorhaben wurde
jedoch eben zu rechter Zeit entdecket, die
8 falschen Abgeordneten wurden auf Be=
fehl
des Kapudan=Pascha sogleich hin=
gerichtet
, zu der schon eingestellt gewesenen
Bombardirung der Stadt und Festung
wieder mit neuem Eifer Hand angeleget,
und dadurch der in Antrag gewesene Aus=
fall
der Rebellen für dieses Mahl gänz=
lich
vereitelt.

Es bestätiget sich hingegen, daß bey
einem am 30. Junius auf die Festung
unternommenenen General=Sturm, durch
den Paswand Oghli unter den großherr=

[8]

lichen Belagerungs=Truppen ein grosses
Blutbad angerichtet worden ist, wobey
die Anzahl der von beyden Seiten theils
todten, theils verwundeten Mannschaft
auf nicht weniger als 1o,ooo Mann an=
gegeben
wird.

Deutschland.

Die Französischen bevollmächtigten Mi=
nister
am Reichsfriedens=Kongresse zu Ra=
stadt
, haben am 9. und 10. Jul. einen
Schluß des Französischen Directoriums
vom 24. Jun. übergeben, wodurch sie
mit aller Vollmacht versehen worden sind,
den Reichsfrieden zum Schlusse zu bringen
und zu unterzeichnen.

Fortsetzung des am 6. von der Reichs=
friedens
=Deputation gefaßten Schlusses:

"Wenn man nun mit diesen Betrachtun=
gen
noch die weiter verbinde, daß zur
gründlichen Berichtigung sämmtlicher Hand=
lungsverhältnisse
und Aufstellung allgemei=
ner
Grundsätze über dieselbe eine vollständi=
ge
Kenntniß der Lokalverhältnisse so vieler
Lande und reife Prüfung aller dabey ein=
tretenden
mannigfaltigen Rücksichten un=
umgänglich
erforderlich sey; wenn man
ferner die in ihren Folgen nicht zu berech=
nende
neue Richtung erwäget, welche der
ganze Handel, der zunächst an den Rhein
gränzenden und dem entfernten Deutsch=
lande
durch Aufhebung der Rheinzölle er=
halten
würde, so dürfe man sich allerdings
den Beyfall der bevollmächtigten Franzö=
sischen
Minister zuversichtlich versprechen.
Wenn man den Antrage wiederhohle, daß
es dermahl noch, und bis zur Abschlies=
sung
eines Handels= und Schiffahrts= Trak=
tats
bey den bisherigen Zollabgaben, und
zwar dergestalt zu belasten sey, daß in=
dessen
in Ansehung der Zölle alles in statu
quo verbleibe, daß aber alsbald nach ge=
schlossenen
Frieden die Unterhandlung über
einen Kommerz= und Schifffahrtstraktat,
mit Zuziehung aller dabey mit intereßirten
Staaten, angefangen werden sollte. Es
verstehet sich hierbey von selbst, daß in die=
sem
Traktat sich wird über allgemeine
Grundsätze und solche Punkte, welche das

allgemeine Jnteresse betreffen, vereinigt
werden können, und daß hierdurch die
Französische Republik nicht gehindert wer=
de
, hiernächst mit einzeln Reichsständen
auch noch eigene, dem allgemeinen Be=
sten
nicht zuwiderlaufende, und andern
Theilen des deutschen Reichs unpräjudizir=
liche
Handelsübereinkünfte zu treffen.

Wenn übrigens die Reichsfriedens=De
putazion in ihrer letzten Note die Anträge
wegen der freyen Rhein=Schiffahrt, we=
gen
des freyen Leinpfades und wegen des
Uferbaues vorerst auf dem abzuschliessen=
den
Handels= und Schifffahrts=Traktat
verweisen zu müssen geglaubt habe, so ha=
be
sie jedoch zugleich zu erkennen gegeben,
daß sie vor der Hand dieser speciellen Ge=
genständen
halber unter gewissen, beyden
Theilen gleich nützlichen Erläuterungen,
verstanden sey. Die Reichsfriedens= De=
putazion
finde daher dermahl kein wei=
teres
Bedenken zu erklären, daß dieser Ar=
tikel
als zugestanden, dem künftigen Frie=
dens
=Jnstrumente dergestalt eingerückt
würde, daß bey dem Leinpfade die Wor=
te
: nach Nothdurft und Möglichkeit bey=
zusetzen
, bey der gemeinsamen und freyen
Rhein=Schiffahrt aber, den Grundsatz,
daß beyden Nationen das gleiche Recht
die Schiffahrt auf dem Rhein zustehe,
festzusetzen; denn durch eine gemeinsame
Uebereinkunft mit der Batavischen Repub=
lik
die freye Schiffahrt auf dem Rhein
bis zu seinem Ausflusse sicher zu stellen,
auf das Stapelrecht und der Schifferzunft=
zwang
allenthalben aufzuheben seyn. Was
sodann noch die Kommerzial=Brücke betref=
fe
, davon die neueste Französische Note
abermahls erwähne, so zögen immerhin
dergleichen Brücken einen Kontrakt nach sich,
der mit der Absicht einer strengen Aussen=
gränze
sich nicht wohl vertrage, weswe=
gen
stehende Brücken, zwischen 2 Staa=
ten
, so viel möglich vermieden würden.

(Der Beschluß nächstens.)

Der Königinn von Preussen Maj. ist
am 15. Jul. zu Charlottenburg, von einer
Prinzeßinn glücklich entbunden worden.

[9]

Niederösterreich=Ständische Classen=Lotterie.
Errichtet und kundgemacht Kraft Ständischen Patents vom 31. Jänner 1795.

Fortsetzung des Verzeichnisses
der am 18. Junius 1798 gezogenen Lose, und damit verbundenen Gewinne.

1702 120 5226 3803 942 1211
5210 5048 683 120 3919 4334
4847 4976 237 4617 2461
5724 120 1128 4866 120 5074 3632 120
3749 5657 120 4688 496 120 5047
[10]
[11]

Weiteres Verzeichniß der in Mähren im
April, May, Junius und Julius 1797
eingegangenen freywilligen Kriegsbeyträge.

Die Leipniker Juden.

  • Wolf David Belak, 1 Stuck weisses Tuch.
  • Gerson Münster, 1 St. deto
  • Jakob Groag, 1 St. Croisee.
  • Jakob Fried, 1 St. ausgearbeitetes Kalbfell.
  • Markus Braschmann, 2 Pfund Zinn.
  • Markus Minkowiz, 8 Pf. Bley.
  • Jakob Vogel, 3 Pf. deto.
  • Markus Stigliz, 3 Pf. Eisen
  • Der Jglauer Magistrat, 400 6/8 Ellen weisses Tuch,
    und 802 3/8 Ellen Croisee.
  • Peter Hermann Graf v. Blümegen, 1000 Ellen
    Leinwand zu Hemden.
  • Die Stadt Lettowiz, 15 Roquelours mit Knöpfen.
  • Engelbert Wolter, Lokalkaplan zu Oberfreschau,
    6 Pf. Charpien.

Von der königl. Stadt Znaim.

  • Leopold Pernold, 1 Musquetons und 1 Carabiener.
  • Andreas Zwerenz, 2 Scheibenröhre.
  • Karl Wolfsberger, 1 Flinten.
  • Jgnaz Vaßl, 2 Scheibenröhre.
  • Joseph Jonscher, 1 Flinten.
  • Johann Harenreich, 1 Scheibenrohr.
  • Karl Steiber, 2 Gewehr mit Läufe.
  • Jgnaz Ewert, 1 Scheibenrohr.
  • Ferdinand Scheibner, 2 Gewehr mit Läufe.
  • Aloys Schrimph, 1 Scheibenrohr.
  • Anton Mann, 6 Musqueten, 3 Pistolen, 1 Ge=
    wehr
    mit Lauf und 2 deto mit Schlösser.
  • Kriminal Corpora delicti, 4 Flinten, 4 Pistolen,
    1 Gewehr mit Lauf und 1 deto mit Schloß.
  • Mathes Homme, 1 deto mit Lauf.
  • P. Anton Freind, Prior des Dominikaner= Kon=
    vents
    , 1 Stutzen.
  • Wilhelmine verwittwete Gräfin v. Schafgotsch,
    als Pulizer Grundobrigkeit, 2 Feldstücke von Me=
    ⟨ra⟩l
    und 2 deto von Eisen, 1 Scheibenrohr, 2 Mus=
    queten
    , 1 Flinten, 2 Pistolen und 2 Säbeln.
  • Die Brendizer und Krawskaer Grundobrigkeit,
    3 Pistolen und 3 Gewehr mit Läufe.
  • Die Reüserowizer deto, 1 Scheibenrohr, 1 Stutzen,
    3 Flinten und 2 Pistolen.
  • Augustin Harzhauser, Döschner Pfarrer, 2 Pistolen.
  • Matthias Trauner, Jaispizer Kaplan, 2 Flinten.
  • Joseph Steinberger, Kammer=Kreisamtskanzelist,
    1 Pistolen.
  • Die mährisch Neustädter Bürgerschaft, 2 Flinten,
    1 Säbel mit Kupel und 1 Kartusch.
  • Franz Charaus, Predlizer Amtmann, 1 Schei=
    benrohr
    .
  • Die Stadt Jglau, 50 Flinten.
  • Die Stadt Trebitsch, 71 3/8 Ellen weisses Tuch.
  • Peter Hermann und Franz Graf Blümegen, als
    Biskupitzer Obrigkeit, 652 Ellen grau melirten
    Croisee.
  • Franz Graf v. Blümegen, als Lettowizer Obrig=
    keit
    , 274 Ellen deto.
  • Graf v. Walderody, 60 Ellen Leinwand.
  • Anna Rupertin, von Eißgrub, 1 1/2 Pf. Charpien.
  • Wenzl Hayer, Gastwirth in Porliz, 1 Stutzen.
  • Andreas Hitschmann, Herrschaft Leipniker Ober=
    amtmann
    , 2 Flinten.
  • Wenzl Kaupa, Rentmeister allda, 1 deto.
  • Justus Pollak, Unteraugedzer Lokalkaplan, 1 deto
    und 1 Säbel.
  • Josepha Hirnlin, Buchdruckerin in der Stadt Oll=
    müz
    , 1 mit Eisen beschlagenes Bürstrohr.
  • Der Stadtmagistrat zu Littau, 440 Ellen ordinär
    weisses Tuch.
  • Jgnaz Scholtz, Stadtquartiermeister in Ollmüz,
    23 Elln deto
  • Die Herrschaft Bodenstadt, 118 Ellen Leinwand
    zu Hemden.
  • Das Domkapitel zu Brünn, 1000 Ellen Leinwand.
  • Aloys Reichel, bürgl. Eisenhandler 150 paar Schuhe.
  • Das Staathalteramt zu Freudenthal, 50 Centen
    Eisen, 18 Gewehrlänf mit und 82 ohne Schlösser.

Verzeichniß der freywilligen Kriegsbey=
träge
von Lemberg im März 1797.

Lemberger g. k. Bischof Peter Bielansky 300
Götz, Conscriptions=Amtschreiber für
Jäner und Februar 1797
1 45
⟨H⟩ollfeld, Landrechts Registrator allda. 12
Mannbach, deto Einreichungs= Proto=
kollist
allda
5
Volgard, deto Kanzlist 1
Schlumberger, deto Gerichtsdiener 2 30
Graf Felix Ant. v. Los 250
Adalbert Scholz, Wisznicer Criminal=
Chyrurgus
9
Gemeinde Ravbrod 7 50
Krzeczow, Gawlow, Jadow=
nik
und Bollanow
53 46
Stanionteker Benedictiner Nonnen Kloster 100
Bochnier Forstbeamten.
Förster d. 1. Klasse, Niepolomicer Wlocky 6 30
Boszyner Weigl. 6 30
Grobler David 6 30
Stanislawicer Hawelka. 3 36
Gablowker Bollak 8 36
Bratuczicer Lipinsky 3
Dziewiner Böese 3 18
Kamioner Golz 3 36
[12]
[13]

Meteorologische Beobachtungen
auf der k. k. Sternwarte.
Vom 17. bis 24. Juli.


Barometerstand.

Täg 8 Uhr fruh 3 U. nachm. 10 U. abend
Den Z. L. 12 Th. Z. L. 12 Th. Z. L. 12 Th.
17 27 11 8 28 0 8 28 o 8
18 28 1 4 1/2 2 5 1/2 3 10
19 5 8 6 5 6 6 1/2
20 6 8 1/2 6 1 5 7
21 5 1 3 10 3 4
22 1 11 1 0 1 3 1/2
23 2 7 3 7 4 8

Reaumur'scher Thermometerstand.

Grad Grad Grad
17 15 ober 0 161/2ober 0 131/2ober 0
18 14 1/4 14/3 12 1/2
19 131/2 17 1/4 14 1/4
20 161/2 20 1/2 161/3
21 181/2 22 18
22 19 232/3 171/2
23 14 143/4 13 1/2

Anzeige des Windes.

17 W. schwach W. schwach W. schwach
18 W. stark
19 W. stark W. stark W. mitelm.
20 W. still O. still O. still
21 O. still N. O. still S. W. still
22 N. W. still O. still W. stark
23 W. stark W. stark

Getreidepreis.

Zu Wien vom 16. bis 21. Juli.

Der Metzen Groschen.
Weitzen von 36 bis 47
Korn von 31 bis 38
Gersten von 33 bis 38
Haber von 29 bis 32

Zu Stockerau vom 16. Juli.

Der Metzen | Groschen
Weitzen | von 42 bis 48
Korn | von 29 bis 30
Gersten | von bis
Haber | von 26 bis 28

Zu Fischamend den 17. und 19. Juli.

Der Metzen Groschen.
Weitzen von 37 bis 42
Korn von 28 bis 32
Gersten von 18 bis 33
Haber von 23 bis 25

Zu Stadt Großenzerstorf vom 18. Juli.

Der Metzen Groschen.
Weitzen von 33 bis 40
Korn von 24 bis 28
Gersten von 19 bis 21
Haber

Kundmachung.

Se. Maj. haben zu befehlen geruhet,
daß, wenn ein inländischer Verleger eine
Schrift, welche der hier zu Lande beste=
henden
Censur nicht überreicht worden ist,
unter einem fälschlich vorgesetzten inlän=
dischen
Druckorte, im Auslande in Druck
leget, derselbe eines solchen Vergehens
wegen, mit einer Geldstrafe von 25 Du=
karten
, und wofern er diese zu entrichten
unvermögend wäre, mit einer angemesse=
nen
Arreststrafe beleget werden soll; wäre
aber zugleich der Jnhalt des Buches so
beschaffen, daß er für sich schon, zu Folge
der Gesetze, eine Strafe nach sich zieht,
so würde diese Strafe noch insbeson=
dere
zu verhängen seyn. Wien den 7.
Julius 1798.


Verstorbene zu Wien.

Den 15. Juli. Jn der Stadt.

  • Hrn. Karl Philipp Graf Vinchant deGontroeul, k. k.
    Kämmerer, d. milit. M. Ther. Ord. Kommandeur
    u. General=Felwachtmeist. alt 40 J. in d. Him=
    melpfortg
    . N. 1018.

Vor der Stadt.

  • Franz Hausstein, Silberarbeiterges. alt 19 J. auf der
    Wieden N. 299.
  • Dem Joh. Glas, herrs. Kutsch. s. W. Barb. alt 58 J.
    am span. Spitalb. N. 220.
  • Fr. Maria A. Edlbauer, bgl. Schuhmach. Wit. alt
    57 J. in d Leopoldst. N. 183.
  • Franz Falli, Maurerges. alt 32 J. ist durch einen Fall
    am Kopf beschädiget worden, und hierauf auf der
    Windmühl N. 4 gestorben
  • Dem Hrn. Jakob Schrenk, bgl. Petschierstech. s. K.
    Josepha, alt 6 J. in d. Leopoldst. N. 222.
[14]

  • Dem Joh. Adolph Nolden, Fellfärber, s. K. Barb
    alt 2 J. am Oberneust. N. 246
  • Dem Jakob Purckner, Zimmermaler, s. W. Cath. alt
    46 J. am Neubau N. 117.
  • Maria A. Permann, Landzinngiessermeist. Wit. alt
    63 J. zu St. Ulrich N. 126.
  • Anna Klima, Malers K. alt 7 J.
  • Mich. Molzer, Weinwirth, alt 47 J. beede im allg.
    Krankenh.
  • Summa 11 Personen, darunter 3 Kind.

Den 16. Juli. Jn der Stadt

  • Dem Hrn. Franz Geyersperg, herrs. Zuckerbäck. s. K.
    Franz, alt 5 J. in d. Wallnerstr. N. 295.
  • M. Johanna Dambeck, herrs. Stubenmagd, alt 28 J.
    in d. Herreng. N. 36.

Vor der Stadt.

  • Theresia Fink, Dienstm. alt 22 J. am Rennw. N. 427
  • Kunigunda Ehrnsperger, Köchin, alt 36 J. zu Ma=
    riah
    N. 88.
  • Dem Georg Hierzig, Holzhauer, s. K. Barb. alt 1 J.
    am Himmelpfortgr. N. 75.
  • Dem Hrn. Joh. Schrietwieser, bg. Handschuhmach.
    s. K. Barb. alt 4 J. auf d. Landst. N. 279.
  • Dem Christoph Harl, Friseur, s. T. Elis. alt 27 J. in
    d. Leopoldst. N. 398.
  • Dem Jos. Bruckner, Tischler, s. K. Jos. alt 3 J. am
    Oberneust. N. 333.
  • Georg Semler Schneidermeist. alt 60 J. b. Barmh.
  • Martin Kinmayer, alt 30 J.
  • Paul Fellner, alt 26 J. bede Gem. im Militärsp.
  • Magd. Splet, Wollspinnerin, alt 26 J.
  • Magd. Topmayer, Schneid. W. alt 33 J.
  • Paul Marhofer, Tagl alt 22 J.
  • Theresia Trewisch, Tafetmach. alt 15 J.
  • Fr Eva Bauer, bg. Fleischselch. Wit. alt 44 J.
  • Susanna Wimmer, Schlossers T. alt 46 J. alle 6 im
    allg. Krankenh.
  • Summa 17 Personen, darunter 4 Kind.

Den 17. Juli. Jn der Stadt.

  • Hr. Franz Jos. Mayer, d. äuß. Rath u. bg. Handelsm.
    alt 79 J. in d. Weihburgg. N. 964.
  • Jos. Prager, Handelsjud, alt 76 J. in der Preßg.
    N. 543.

Vor der Stadt.

  • Dem Jos. Fischer, Wäscher, s. K. Joh. alt 2 J. am
    Rennweg N. 572.
  • Hr. Joh. Jahr, k. k. Tafeldeck. alt 69 J. auf d. Laim=
    grube
    N. 153.
  • Dem Wenzl Morel, Schneid. s. K. Franz, alt 1 J. in
    d. Leopoldst. N 241.
  • Dem Laur Pastorela, herrs. Bedient. s. K. Aloys, alt
    1 J. auf d. Wieden N. 454.
  • Cath. Helber, Handarbeit. alt 46 J. b. Elisabet.
  • Leop. Rumpold, alt 39 J.
  • Georg Wagner, Pfründl. d. gr. Armenh. alt 77 J.
    bede im Versorgh. in d. Währingerg.
  • Jos. Kanns, Tagl. alt 30 J.
  • Eva Schwerwacher, Tüchelmacherges. Wit. alt 57 J.
  • Adelheid Poller, Malers Wit. alt 73 J.
  • Heinrich Serve, Jnvalid. Korporal, alt 68 J. alle 4
    im allg. Krankenh.
  • Summa 13 Personen, darunter 3 Kind.

Den 18. Juli. Jn der Stadt.

  • Fr. Antonia v. Bekassy, k. k. Raths u. d. Krassovaer
    Komitats erst. Vizegespans Wit. geb. v. Begh, alt
    40 J. in d. Bognerg. N. 339.

Vor der Stadt.

  • Dem Mich. Hausknecht, Tagl. s. K. Barb. alt 2 J. auf
    d. Landstr. N. 184.
  • Hr. Cölestin Aitenbüchler, bg. Tischlermeist. alt 36 J.
    in d Währingerg. N. 177.
  • Eleonora Stangl, Landhandelsm. Wit. alt 60 J. auf
    d. neu Wien N. 78.
  • Georg Fritz. Tagl. alt 30 J. im Lerchenf. N. 17.
  • Dem Thomas Steuer, Schneid. s. K. Franziska, alt
    4 J. am Oberneust. N. 35.
  • Georg Goldnagel, Goldarbeiterges. alt 18 J. ist in d.
    Donau ertrunken gefund. worden.
  • Peter Tosto, Fuhrkn. alt 20 J. ist über einen Pferd=
    schlag
    gestorben.
  • Andrä Ziegler, pens. k. k. Pferdkn. alt 62 J. zu Ma=
    riah
    . N. 12.
  • Dem Jos. Alleitner, Steinmetzgs. s. W. Barb. alt
    34 J am Thury N. 59.
  • Sloko Raba, alt 24 J.
  • Domokos Marthon, alt 46 J. bede Gem. im Militärsp.
  • Anton Ritter, Kutsch. alt 48 J.
  • Doroth. Grumpholz, Schneid. W. alt 36 J.
  • Mich. Marhofer, Weberses. alt 60 J. alle 3 im allg.
    Krankenh.
  • Summa 15 Personen, darunter 2 Kind.

Anzeige.

Von meiner Abhandlung über die Krankhei=
ten
von Würmen, in welcher die Kennzeichen
und Zuständen des Bandwurms von vielen ge=
heilten
Kranken, nebst meinen öffentlich abgelegten
Proben in dieser Krankheit enthalten sind, sind
noch einige Bücher à 36 Kreuzer bey mir zu ha=
den
. Nebstbey benachrichtige ich auch alle bey mir
Hilfe suchende Kranke, daß ich meine Wohnung
verändert, und dermal in der Stadt in der Kärnt=
nerstrasse
Nr. 1140 im ersten Stock wohne.
Joseph Len⟨a⟩sfeld,
der Arzneywissenschaft Doctor.


Ertrunken gefundene Mannsperson.

Von dem Landgerichte der fürstl Passauischen
Herrschaft Schwadorf B. U. W. W. wird hiemit
bekannt gemacht: daß den 18. Juni d. J. am

[15]

Gestade der Donau bey dem Markt Fischamend
unter einem Floß eine unbekannte Mannsperson
ertrunken gefunden worden sey, welche dem Anschein
nach schon bey 14 Tage unter dem Wasser gelegen
seyn mag; sie war beyläufig 30 Jahr alt, mitterer
untersetzter Statur, hatte schwarze in eine Rolle
rückwärts eingekämte Kopfhaare, eine alte rothtü=
chene
zerrissen Weste, mit alten gelben Knöpfen,
eine alte silberfarb manschesterne gestreifte schon
zerrissene Hosen, mit kleinen weissen Knöpfen, und
ein zerrissenes Hemd an. Uebrigens konnte man
aus allfälligen Wahrzeichen weder auf Stand, noch
Namen dieses Verunglückten schliessen, sondern wur=
de
nur nach der ordentlich vorgenommenen Landge=
richts
=Beschau überzeugt, daß an dem Tode dessel=
ben
keine Gewaltthätigkeit Schuld sey. Schwa=
dorf
den 6. Juli 1798.


Ertrunken gefundene Mannsperson.

Den 16. Juni d. J. ist in dem Donauarm zu
Lebarn in dem sogenannten Mittelhaufen, im Land=
gericht
der Herrschaft KönigstettenV. O. W. W.
eine unbekannte und schon bey 9 Tage lang in
Wasser liegende Mannsperson ertrunken gefunden
worden; selbe war von mitterer Statur, hatte lan=
ge
schwarzbranue offene Haare, an dem Leib ein
roth tüchenes Leibel mit ordinär weissen Gürtler=
knöpfen
, einen braun kottunenen Brustfleck mit ei=
nem
breiten blauen Tafetband eingefaßt, eine schwarz
lederne Hosen mit ledernen Kniebändeln und ein
Hemd, aber weder Strümpf noch Schuh, auch kein
Geld oder sonstige Habschaften bey sich, war 24
bis 26 Jahr alt, und dem Vermuthen nach ein
Schiffknecht. Diejenigen, welche von dieser verun=
glückten
Mannsperson Wissenschaft haben, werden
ersucht, hieher umständliche Anzeige zu machen.
Königstetten den 5. Juli 1798.


Ertrunken gefundene Mannsperson.

Den 22. Juni d. J. ist in dem Donauarm in
der sogenannten Werdern Hebe, im Landgerichte
Königstetten V. O. W. W. eine unbekannte bey
18 Tag lang im Wasser liegende Mannsperson,
von mitterer Statur, bey 50 Jahr alt, mit einem
schwarz grauen Bart, derley kurz geschnittenen
Haaren, einen schwarz zwillichenen mit rothen Lein=
wand
eingefaßten Kittel mit gelb mettallenen Knö=
pfen
, einem weiß flanellenen Ueberleibel, schwarz
kottunen Leibel mit schwarz beinenen Knöpfen, ei=
nen
grün zeugenen Hosentrager, seidenen Halsflor,
schwarzen Strümpfen, und einem Hemd, aber ohne
Hose und Schuhe, gekleidet, und muthmaßlich ein
Oberländer Schiffmann, tod gefunden worden; in
der Rockkitteltasche hatte er eine schwarz lederne
Brieftasche, worinn ein Kamm in weissen Papier
eingemacht, und auswendig darauf geschrieben war
Bancozetel 200 fl, nebst 2 Kupferstichbilder, wo=

von eines illuminirt und eines von Tafet ist, und
ein anders Octavblättel, worauf folgende Worte
geschrieben: "Frau Stemeder bittet um einen Klag=
brief
in Betref des Joseph Renner an der Schott⟨au⟩,
wegen denen schuldigen 200 fl. samt Jnteresse be=
rechneter
massen 20 fl. welche Zahlung er schon zu
verflossenen Georgi hätte bezahlen sollen, da aber
bis nun selbe Zeit nicht zu richtigkeit gelangen kann,
so bittet selbe um die Einschafung." welch alles bey
dem hiesigen Landgericht aufbewahret ist. Dieje=
nigen
, welche von der obbeschriebenen Mannsperson
Wissenschaft haben, werden ersucht, hieher um=
ständliche
Anzeige zu machen. Königstetten den 5.
Juli 1798.


Gefundene Sachen.

Es sind seit einiger Zeit mehrere kleine Banko=
zetteln
, ein Beutel mit Geld, eine Silberprobe,
eine goldene Dose, ein Reisekoffer, 3 Brieftaschen
und ein Frauenmantel gefunden worden. Die Ei=
genthümer
haben sich diesfalls bey der k. k. Ober=
polizeydirekzion
zu melden, und ihr Eigenthum ge=
hörig
zu beweisen. Wien den 17. Juli 1798.


AVIS.

L'on fait savoir an jeune Homme qui est
parti de Vienne au commencement de ce mois
avec un certain Mr. L... de Berlin, que s'il
retourne dann 6 semaines, ou deux mois au
pluard, que l'on ne pourra lui faire aucun
reproche quelcouque sur son depart. Pour
d'autres raisons il est prié de donner de ses
nouvelles à son ami de M... sur le Schot=
tenbastey
Nr. 118 ou à Mr. des B... à Ma-
riahilf
chez qui il a mangé plusieurs sois afin
qu'ou puisse lui oommuniquer de qu'il y en 〈…〉
lui dire.


Reisekompagnon wird gesucht.

Jm Falle jemand längstens bis Ende dieses Mo=
nats
mit eigenen Wagen nach Hamburg zu reisen
gedenkt, und einen Reisekompagnon, gegen Erlag
der halben Spesen, wünscht, so beliebe derselbe sei=
ne
Abreise im Comtoir der Herren J. G. Schuller
& Comp. abzugeben.


Reisekompagnon wird gesucht.

Jemand, der nächster Tage über Triest und
Venedig nach Jtalien mit extra Post abreiset, su=
chet
einen Compagnon. Die nähere Auskunft ist
zu erfragen auf dem hohen Markt im rothen Kreb=
sen
Nr. 564 in dem Nürnberger Gewölbe.


Kostmädchen werden gesucht.

Eine Person, die nichts als französisch spricht,
nimmt Kostmädchen, die sie in allen erforderlichen
Kenntnissen, besonders im Sticken unterichtet. Sie

[16]

wohnt auf der Landstrasse in der Rauchfangkehrer=
gasse
Nr. 69 zu ebener Erde.


Kostkinder werden gesucht.

Eine Stunde von Wien entfernt in einer an=
genehmen
sehr gesunden Gegend, befindet sich ei=
ne
Frau, welche einige Kostkinder weiblichen Ge=
schlechts
anzunehmen wünschet Die vollkommene
Auskunft darüber ist zu vernehmen in der Sin=
gerstrasse
Nr. 9⟨41⟩ im alten Stock bey der Jnha=
berin
dieser Wohnung.


Eine Köchin wird gesucht.

Eine ansehnliche Familie wünscht eine Köchin
aufzunehmen, der, wenn sie etwas französisch oder
itainenisch sprechen könnte, es vielleicht nicht unvor=
theilhaft
seyn würde, jedoch muß sie sich über ihren
letzten Dienst mit einem gultigen Zeugnisse aus=
weisen
können. Nähere Nachricht kann man auf
der hohen Brücke Nr. 151 im ersten Stock auf der
hintern Stiege Nr 2 einziehen.


Gouvernant wird gesucht.

Es wird von einem gräfl. Hause eine Gouver=
nante
, mit vortheilhaften Bedingnissen, gesucht,
welche die nöthigen Eigenschaften, Kinder dieses
Standes zu erziehen, besässe, und welche auch ent=
schlossen
wäre, von Wien wegzureisen. Um das
Nähere frage man sich in der Plankengasse Nr.
1129 im ersten Stock bey dem Haushofmeister der
nämlichen Herrschaft, die eine solche Person wünscht.


Ein Vorreiter und ein Stalljunge
wird gesucht.

Man braucht einen Vorreiter, der auch im Er=
forderungsfalle
die Dienste des Kutschers verrichten
könnte, und einen Stalljungen in einer ansehnli=
chen
Familie; wenn sie französisch oder italienisch
sprechen, so würde es für sie beyde nicht unvortheil=
haft
seyn, jedoch müssen sie sich über ihre letzten
Dienstjahre mit gültigen Zeugnissen ausweisen kön=
nen
Nähere Nachricht kann man auf der hohen
Brücke Nr 151 im ersten Stock auf der hintern
Stiege Nr. 2 einziehen.


Feuerwerk im Prater.

Donnerstags den 26., und wenn an diesem Ta=
ge
die Witterung nicht günstig wäre, den 31. Ju=
lius
, werde ich die Ehre haben, zum Annen=Feste
mein dießjährig drittes Feuerwerk abzubrennen,
unter dem Titel: Wiens Lieblingsfeuer am Ta=
ge
Annens. Durchdrungen von der lebhafte=
sten
Dankbarkeit für den gnädigen Beyfall, wo=
mit
das verehrungswurdige Publikum mein letztes
Feuerwerk aufgenommen, und dasjenige, was
durch anhaltende üble Witterung und wiederhohlt
eingetrettenen Regen daran mangelhaft geworden
in, mit der die Einwohner Wiens bezeichnenden

Nachsicht und Güte entschuldiget hat, habe ich mit
erneuertem Muthe, alle meine Kräften aufgebo=
then
, um meine Dankgefühle und meine Verehrung
für ein so huldvolles Publikum zu bezeigen, und
mich dabey dem Schutze der Schönen Wiens, vor=
züglich
der liebenswürdigen Annen, durch ein ih=
nen
geweihtes Fest, ganz besonders zu empfehlen.
Pracht, Neuheit, Uebereinstimmung und Abwechs=
lung
in den darzustellenden Stücken dieses Feuer=
werks
, und die von mir ganz neu erfundenen, bis=
her
noch nie gesehenen Luftstücke, die unter der
Benennung Medusen=Köpfe, nach der sechsten
Fronte, in der Luft erscheinen werden, sollen die
Zeugen meiner Bemühungen, und meines stäten
Bestrebens seyn, des Beyfalls meiner vereehrten
Gönner und Gönnerinen mich würdig zu machen.
Das Ausführliche wird das Anschlagzettel melden
Johann Georg Stuwer,
k k. priv. Kunst= und Lustfeuerwerker.


Hoher Adel, und verehrungswurdiges
Publikum!

Godefried Malle⟨k⟩, wohnhaft am Getraidmarkt
Nr 7. macht hiermit bekannt, daß sein Vater glei=
ches
Namens, bürgerl Orgelbauer, und Klavier=
Jnstrumentmacher, durch einen jähen Tod densel=
ben
in gänzliche Unwissenheit seiner Gönner und
Abnehmer versetzt hat, er bittet also dieselben, auch
ihm der sein väterliches Gewerb zu betreiben, und
die von selben angefangenen Arbeiten zu vollenden
gedenkt, ferner ihre Abnahme und Zuspruch zu
schenken, und verspricht im Gegentheil dieselbe
prompte und gute Bedienung, die den Ruhm sei=
nes
sel. Vaters ausmacht.


Gasthaus=Bekanntmachung.

Einem verehrungswürdigen Publikum, wie auch
jenen Reisenden, die etwa durch Teschen in kaiserl.
Schlesien, oder nach Galizien ihren Weg nehmen
dürften, wird hiemit bekannt gemacht, daß Unter=
zeichneter
ein öffentlich eigenthümliches Gast= und
Einkehrwirthshaus in erwehnter Stadt am obern
Platz unweit der k k. Post mit dem Schild zum gol=
denen
Löwen errichtet hat, in welchen die Herr=
ren
Gäste die bequemste Bedienung sowohl in An=
sehung
der wohleingerichteten Zimmer, als auch der
Bewirthung mit gut zubereiteten Speisen und al=
lerhand
ächten Jn= und Ausländer Weinen finden
können. Und da auch die Stallungen gut, rein
und geräumig erbauet sind, so können sowohl Land=
kutscher
, Fuhrleute, als auch jene, die andere Fuhr=
werke
betreiben, sich auf ein gutes Unterkommen
um so sicherer verlassen, als dieses Gasthaus durch=
aus
nach Art der Wienergasthäuser erbauet und einge=
richtet
ist. Nach dieser Beschaffenheit schmeichelt

[17]

Neuentdecktes Kolosorucker Bitter=Wasser
in Böhmen.

Ein Zuwachs des so wohlthätigen und geschätz=
ten
Bitterwassers ist ein allgemeiner Gewinn für
die Menschheit, der ihr auch bekannt zu werden
verdient. Dieser neue Brunn liegt an der Gränz=
linie
zwischen den Kolosorucker= und Saidschitzer
Gründen, von dem ersten Saidschitzer Brunnen
nur 200 Schritte entfernt, mit all den übrigen auf
einerley Grundfläche, nur etwas über sie erhöht.
Es ist daher weder zu bewundern noch zu bezwei=
feln
, daß das Wasser aus diesen neuentdeckten Ko=
losorucker
Brunnen, mit dem so bekannten Saidschi=
der
Wasser ein und das nämliche sey, eben so rein
und klar, eben so frisch, eben so bitter, mit eben
den nemlichen Bestandtheilen, und in eben dem
nemlichen Verhältnisse. Das erstere beweiset der
Augenschein und Geschmack, das Letztere die chy=
mische
Untersuchung. Jn einer Abhandlung könnte
man die Versuche mit Recht verlangen, aber nicht
indemgegenwärtigen Zeugnisse, und doch wird
man an der Richtigkeit des Besagten um so weniger
zweifeln, als die Nähe und Lage dieser Wasser
überzeugend genug für ihre Gleichheit sprechen.
Die Eigenschaften der Bitterwässer, und ihre heil=
same
Wirksamkeit sind schon zu bekannt, als daß es
nöthig wäre, sie hier aufzuzählen. Die einzige Be=
merkung
zu wiederholen, kann man sich nicht ent=
halten
, daß die Natur für uns immer unerreichbar
bleibe, eine Arzney aus ihrem Schoose in Ansehung
ihrer Einfachheit, und dabey ausgebreiteten Wirk=
samkeit
alle menschliche Kräfte übersteigen, und jede
künstliche Zusammensetzung weit hinter sich zurück=
lasse
. Jn dessen Rücksicht dann auch eine hiesig
löbl. medicinische Fakultät sowohl, als eine hochlöbl.
ni. öst. Landesregierung dasselbe, nach geschehener
Prüfung, vollkommen ächt, und der menschlichen
Gesundheit angemessen befunden, deshalb auch ein=
zuführen
, und zu jedermanns Gebrauch zu veräus=
sern
die Erlaubniß verliehen hat. Dieses ächte
Bitterwasser ist, nebst mehrern frischen Mineral=
wässern
, von welchen von Zeit zu Zeit neue Zu=
fuhren
ankommen, um die gütigen Abnehmer im=
mer
mit frischen Sorten bedienen zu können, in
meiner Spezereyhandlung um nachstehende äusserst
billige Preise stäts zu haben. (an Sonn. und Feyer=
tagen
aber bekommt man selbe von 7 bis 9, und
von 11 bis 12 Uhr.)

Als: kr. *kr.
Kolosorucker Bitterwasser 19
Rohitscher Sauerbrunn die Flasche 19 2
Füreder detto detto 20 2
Sternberger detto detto 18 2
Freudenthaler detto detto 22 2
Eger detto der Krug 32 1
Billiner detto der grosse detto 18 3
detto detto der kleine detto 12 1
Saidschitzer Bitterwasser der grosse detto 20
detto detto der kleine detto 13
Spaawasser die Flaschel 1 fl. 2
Pirmonter Wasser, erwartend.
Selter Wasser der Krug 42 6
Extra fein Provenzeröl das Flaschel 38 3
detto fein detto detto 32 3
detto feines Tafelöl detto 26 3
Saidschitzer Bittersalz das Pfund 28

Die leeren Flaschen und Krüge werden um den
Preis mit * wieder zurückgenommen.

Lignum sanctum Kugeln von der kleinsten bis
der größten Gattung, nebst allen Spezerey= Waa=
ren
, um die billigsten Preise.

Von erwähnten Wässern und Olitäten wird die
beste Verpakung gegen 3 Kreuzer Spesen von
jedem Stück besorget.
Johann Aigentler,
Spezereyhandler, am hohenMar
im Fischhof.


Vier per centige Banks= oder andere öffent=
liche
Fondsobligationen pr. 5000 fl. werden
al paripariangenommen, und können jährlich
um 100 fl höher benutzet werden.
Jemand der von hier wegzureisen gedenkt,
gesonnen, sein in hiesiger Vorstadt befindliches Haus,
so nach Abzug aller Ausgaben jährlich 300 fl. trägt,
um 3000 fl. 4 per centige Banko= oder andere öf=
fentliche
Fondsobligationen wegzugeben; weßwegen
man sich in der Himmelpfortgasse Nr. 1010 im er=
sten
Stock an der ersten Thüre zu erkundigen hat.


Bey Aloys Doll,
Buchhändler, am Stephansfreythof im deutschen
Hause, ist ganz neu zu haben:

Das kuriose Buch der Natur.

Welches in 6 Theilen enthält:

  • 1) Einen lehrreichen Unterricht von den verschie=
    denen
    Rassen und Varietäten der Menschen.
  • 2) Merkwürdige Beyspiele von außerordentlicher
    Leibestärke, Abhärtung, Gefräßigkeit, körperlicher
    Geschichlichkeit und Geistesstärke der Menschen.
  • 3) Beyspiele von merkwürdigen Träumen, Ahn=
    dungen
    und Visionen.
  • 4) Sonderbare Beyspiele von Nachtwandlern,
    von Sinnlosen, von menschenfeindlichen und men=
[18]

  • schenschenen Sonderlingen, und von wirklichen Men=
    chenfressern
    in Europa.
  • 5) Die verschiedenen Rassen der bekannteste
    Thiere.
  • 6) Merkwürdige Beyspiele von der Gelehrigkeit,
    Treue, List, Schlauheit und Muth der Thiere.

Herausgegeben von
Johann Heinrich Fischer.

Mit dem Motto aus Haller:
Jns Jnnre der Natur dringt kein er=
schaffner
Geist:
Zu glücklich, wem Sie noch die äußre
Schale weist.
Mit Kupfer und Vignette.
8. Mannheim 1798.
ungebunden 1 fl. 15 kr. broschirt 1 fl. 20 kr.


Jn der Joh. Thomas Edl. v. Trattnerschen
Hof=Buchhandlung ist ganz neu zu haben:

Gretsch (A.) Predigt von der engen und wechsel=
seitigen
Verbindung der Priester und Layen,
welche am Festage der heil. Magdalena in der
Pfarrkirche zum heiligen Ulrich, als der hoch=
würdige
Herr Laurentius Kurzmann, Welt=
priester
ꝛc. dem Ewigen sein feyerliches Dank=
opfer
wegen seiner fünfzigjährigen Priester=
würde
dargebracht, vorgetragen worden, gr. 8.
1798. brosch. 7 kr.

Leggi E Costumi del Cambio ossia Trattato
sulle lettere di Cambio del Conte Pompeo
Baldasseroni. Gentiluomo di Camera, E
consigliere di S. A. il serenissimo Duca di
Modena. Seconda editione Italiana, con
Aggiunte dell'Autore, gr. 4. Firenze 796.
Liga⟨t⟩o 5 fl. 30 kr.


Jn der Hörlingischen Buchhandlung,
in der Bognergasse neben dem Todtenkopf Nr. 343,
sind nebst vielen andern Büchern auch nachstehende
um die billigsten Preise zu haben:

Allgemeine auf Geschichte und Erfahrung ge-
gründete
theoretisch-praktische Wasserbau-
kunst
; bearbeitet von einer Gesellschaft Hy-
drotechniker
, Professoren der Mathematik,
Ingenieuren und Maschinen-Directoren, her-
ausgegeben
von Wiebeking und Krœnke.
Erster Band mit XXVI grossen Regal- Ku-
pfertafeln
. gr. 4. Darmstadt 798. ein pracht=
volles
klassisches Werk. 50 fl.

Erzlebens (Joh Christian Polykarp) theoretischer
Unterricht in der Vieharzneykunst, neu verbessert
herausgegeben von K. A. Zwierlein. 8. Göttin=
gen
798. 1 fl. 54 kr.

Rosenstein (Nils Rosen von) Anweisung zur Kennt.
niß und Kur der Kinderkrankheiten, mit Zusä=

tzen begleitet von J. A Murray, sechste vermehr=
te
Auflage von J. C. Lober und W. H. S. Bu=
cholz
8. Göttingen 798. 2 fl. 15 kr.

Auszug aus des Hrn. Dr Johann Georg Krünitz
ökonomisch=technologischen Encyklopädie, oder
allgemeinen System der Staats= Stadt= Haus=
und Landwirthschaft, und der Kunstgeschichte in
alphabetischer Ordnung, herausgegeben von M.
E. von Schütz, 17 Bände mit vielen Kupfern.
gr. 8. Berlin 786-97. 47 fl.

Handwörterbuch (neues historisch=biographisches)
oder kurzgefaßte Geschichte aller Personen, wel=
che
sich durch Talente, Tugenden, Erfindungen,
Jrrthümer, Verbrechen und anderer merkwür=
diger
Handlungen von Erschaffung der Welt bis
auf gegenwärtige Zeiten einen ausgezeichneten
Namen machten ꝛc., herausgegeben von Johann
Gottfried Grohmann, 6 Bände. gr. 8. Leipz.
796-98. 13 fl. 30 kr.

Pindari Carmina cum Lectionis varietate &
adnotationibus iterum curavit Chr. Gottl.
Heyne, 3 Volumina. 8. maj. Göttinguæ
798. 11 fl. 15 kr.


Jn dem Verlagsgewölbe der Oehlerischen Buch=
druckerey
, in der Spiegelgasse, dem k. k. Versatz=
amte
gegenüber, in dem Hause, wo das Cassino
ist, ist zu haben:

Anleitung (vollständige) zum Katechisiren, sowohl
in Schulen, als in der Kirche, von J. S. 2 Thle.
8. St. Pölten. 796. 1 fl. 15 kr. brosch. 1 fl. 20 kr.

Depisch kurze Homilien zur Erklärung des Wort=
verstandes
der gewöhnlichen Sonn= und Fest=
tagsevangelien
im ganzen Jahre, zum Beßten
katholischer Prediger auf dem Lande. 2 Thle
8. Cilli. 795. 4 fl. 45 kr. brosch. 4 fl. 50 kr.

Dietl Homilien über die sonntäglichen Evangelien.
8. das 794. 40 kr.

Van Epsen (celeberrimi Jurisconsulti Lova-
niensis
) Jus ecclesiasticum in Epitomen re-
dactum
, ad subjunctis brevibus sentemtiis
atque argumentis studii patristici instructum
a D. P. Benedicto Oberhauser 4 T. Cil-
lejæ
795. 4 fl.

Grundriß der christlichen Moral nach den vom
Hrn. Abte von Fabiani herausgegebenen Grund=
zügen
der christlichen Moral, von einem Welt=
priester
des Bisthums Würzburg. Cilli. 794.
30 kr. brosch. 33 kr.

Köhler Anleitung für praktische Seelsorger am
Kranken= und Sterbebette. das. 794. 24 kr.
brosch. 27 kr.

Anleitung zum praktischen Unterricht künfti=
ger
Seelsorger. Neueste mit Bezug auf die
k. k. Verordnungen veranstaltete Auflage. das.
795. 36 kr. brosch. 40 kr.

[19]

Lang Erklärungen über den grossen Katechismus in
den k. k. Staaten, hauptsächlich zu dem Unter=
richte
des Landvolkes eingerichtet, und seiner Pfarr=
gemeinde
vorgetragen 5 Thle das. 794-95. 2 fl.
15 kr. brosch. 2 fl. 20 kr.

Lebensgeschichte Jesu der Zeitordnung nach, in ei=
ner
freyen Uebersetzung aus den vier Evangelien
wörtlich dargestellt. 2 Thle. das. 796. 1 fl. 20 kr.
brosch. 1 fl 26 kr.

Leonard Meister über die Leidensgeschichte Jesu
Christi. Zürich. 793. 45 kr.

Leß die Lehre von der christlichen Mässigkeit und
Keuschheit, in 12 Predigten, nebst einem An=
hange
. 794. 45 kr.


Nachricht.

Jn der Kunsthandlung des Hrn. Jos. Eder am
Graben ist eine neue Karte der Jnsel Malta für
12 kr. zu haben. Diese Special=Karte ist nach
den besten geographischen Nachrichten gezeichnet und
fleissig in Kupfer gestochen; sollte dieselbe, wie man
hofft, von den Geographen und Zeitungslesern ei=
nigen
Beyfall erhalten, so werden von Zeit zu Zeit
mehrere dergleichen nachfolgen.


Bey Johann Träg,
Kunst= und Musikalienhändler, in der Singer=
strasse
Nr. 957, sind folgende neue Musikalien
zu haben:

Beethoven 3 Trios pour un Violon, Alto &
Violonc. Op. 9. 3 fl. 30 kr.

Wœlfl 9 Var. sur le Duo: Herbey, herbey, ihr
Leute! tiré de l'Opera der 2te Theil der Zau=
berflöte
Nr. 5. 36 kr.

Pleyel 6 nouveaux Quatuors pour Flute, Vio-
lon
, Alte & Basse 1 & 2 Partie, 6 fl.

Wranizky 6 Quatuors pour 2 Violons, Alto
& Violonc. Op. 32. Liv. 1. 2. 6 fl.

6 Duos pour 2 Flutes Op. 33. Liv. 1. 2.
5 fl.

Khym 3 Duos pour 2 Clarinettes. Op. 2. 2 fl.

Beecke 6 Lieder von Mauhison, für Klavier und
Gesang, 1 fl. 30 kr.

Weis 12 deutsche Lieder, 2ter Theil, 1 fl. 36 kr.

Bornhardt Lieder am Klavier zu singen, 45 kr.


Forte piano.

Ein sehr gutes und schon gebeiztes, dann zwey
übeerspielte Forte piano sind in der Wollzeil ne=
ben
dem Schwibogen Nr. 829 im 2ten Stock
rechts, täglich um den billigsten Preis zu verkaufen.


Fortepiano's.

Einige grosse ganz neue Fortepiano sind zu ver=
kaufen
, für welche ein Jahr gut gestanden wird.
Kauflustige belieben sich in Hietzing Nr. 8. 9. bey
dem Klaviermacher anzufragen.

Wägen zu verkaufen.

Bey Joseph Mayrberger, bürgerl. Sattlermei=
ster
in der Josephstadt, anfangs der Kaisergasse,
sind verschiedene Wägen zu haben, als: 2 neue
viersitzige Wägen, und 1 überführter, 1 neuer
Schwimmer, 2 neue viersitzige Bastard, und 1
überführter, 3 neue und 1 überführter Bastard,
8 neue Kallesche von verschiedener Gattung, dann
1 rußisches Kallesch, das Dach zum abschrauben,
und 1 überführter Phäton auf die Reise mit eise=
nen
Federn und gerader Langwied.


Reisekallesch zu verkaufen.

Es ist ein fast ganz neues wohlkonditionirtes Rei=
sekalleß
, das nur eine Reise nach Oberöstreich ge=
macht
hat, um billigen Preis zu verkaufen: es hat
4 stahlene Federn, eisene Bögen, ein platirtes Dach
mit Jalousien ganz zum zumachen, seidene Sonn=
springfedern
und Ohrenküssen, ist auch vorne und
hinten eingerichtet um einem Koffer aufzuschrauben.
Es ist zu sehen und der Preis zu erfahren bey dem
burgerl. Sattlermeister, Mathias Kerpf, in der
Wallnerstrasse Nr. 282.


Reitpferd und Bastard zu verkaufen.

Es ist ein brauner Hengst, von türkischer Race,
14 1/2 Faust hoh, im 6ten Jahr, sehr gut zu=
geritten
und fehlerfrey; wie auch ein etwas über=
führter
2sitziger Bastard, grün lakirt, mit gestreif=
ten
Tuch gefüttert, eisenen Achsen, und Schwanen=
hälsen
versehen, täglich zu verkaufen, in der untern
Bäckenstrasse im v. Grosserischen Haus Nr 794.


Pferde zu verkaufen.

Zwey Holsteiner 7jährige schöne Wagenpferde,
Rappen, und 18 Faust hoh, auf der Mölkerba=
stey
Nr. 95. Ein englisches Reitpferd, Rapp,
16 Faust hoh, auch auf der Mölkerbastey zu be=
sehen
. Die weitere Auskunft kann man bey dem
Eigenthümer haben.


Pferde zu verkaufen.

Auf der Wien im Lorenzerhaus Nr. 34 neben
dem goldenen Kögel, sind täglich 50 bis 60 Stück
Pferde, als Postzüge und Paarweis, auch Reit=
pferde
von verschiedenen Farben, meistens Sieben=
bürger
und Ungern, um billige Preise zu verkau=
fen
, allwo immer frische Transporte ankommen.


Pferd wird zu kaufen gesucht.

Es wünscht jemand ein englisirten Lichtfuchsen
mit Blassen, 16 Faust hoh, vollkommen gesund,
und brauchbar zum einspannen. Man hat sich
damit anzumelden bey dem Schmidmeister im Star=
hembergischen
Freyhaus auf der Wieden.


Casino zu verpachten.

Es ist die neuerrichtete Casino zu St. Gott=

[20]

hardt nächst Gras zu verpachten Solche bestehet,
nebst der Trateurwohnung, mehrerer Speisezim=
mer
, auch in einen Billardzimmer, und besondern
Kaffeekuchel, im untern Stock und respektive Ein=
gangssaal
mit einer Kögelstatt von 12 Klaftern in
der Länge; im obern Stock aber ein mit aller Be=
quemlichkeit
neu gemalener, und mit mehreren Lu=
stern
, Wand Spiegelleuchtern und Trumeaux wohl
eingerichteter grosser Tanzsaal, dann eine gewölbte
Stallung auf 24 Pferde und ein neu angelegter
englischer Park mit vielen Abtheilungen für Gäste,
und einigen darin befindlichen Kögelstätten. Kurz,
da nichts gesparet worden, vermög der natürlich
schönen Lage, die allenthalben beliebt ist, auch
durchgehends für Bequemlichkeit und Landlust es
den besuchenden Gästen angenehm zu machen, so
wird es nur an einem anständigen Pachter liegen,
zu Vervolllommung dessen sich gehörig einrichten,
und ebenfalls die Gäste sowohl mit guten Spei=
sen
als Trank nach Wunsch bedienen zu können.
Wer also Lust trägt, und mit den Nöthigen hiezu
sich vollkommen einzurichten im Stande ist, hat sich
binnen 6 Wochen entweder zu Wien am Peters=
platz
in Schneckenbierhaus bey dasigen Hausinha=
ber
, oder aber zu Gratz bey Hrn. Dr. Janel,
als Bestellter, diesfalls zu erkundigen oder anzu=
melden
.


Lammwirthshaus in St. Pölten zu verkaufen.

Der Eigenthümer desselben ist gesonnen solches
alltäglich aus freyer Hand zu verkaufen; selbes ist
sehr bequem und gut gebauet, liegt an der Lin=
zerstrasse
, durch welche die Reichsstrasse sowohl, als
auch jene von Krems nach Maria Zell gehet; das
Haus selbst bestehet in einer schönen gewölbten Ein=
fahrt
, einem grossen ordinaren, und 2 kleinen Gast=
zimmern
, einer daran stossenden Schenk, einer gros=
sen
geräumigen Küche, einem guten Speisgewölb,
dann zu ebener Erde aus noch 3 aneinander ste=
henden
Wohnzimmern, und einer Dienstbothen=
kammer
; in den geräumigen Hof, durch welchen in
der Mitte eine grosse Schupfe geht, sind 5 gewölbte
Pferdställe, auf etwelche 40 Pferde, ein grosser
Körnerkasten, eine Waschküche mit Backofen und
darunter 1 Krautkeller, der Hauskeller selbst faßt
bey 400 Eimer. Dann liegt gleich vor dem Lin=
zerthor
der zum Vergnügen des hiesigen Publi=
kums
schön zusammen gerichtete Ueberländ=Garten,
welcher über 1 Joch groß ist, und in 3 Abhei=
lungen
besteht, wovon die erste ein Küchenstück
mit schönen guten Obstgattungen von Zwergelbäu=
men
an Trilagen aufgebunden; die 2te ein Obst=
garten
von hochstämmigen Bäumen, worunter an=
dere
Spaliere mit Gängen, und viele Partien von
Tisch und Bänken angebracht sind; die dritte Ab=
theilung
ist ein angenehmes Fichtenwäldchen; im

ganzen Garten sind 8 Lusthäuser und Lauben,
2 gedeckte, und eine offene Kegelbahn, ein Schank=
zimmer
, darunter ein Keller angebracht ist. Kauf=
liebhaber
können alle Tage beydes besehen, dann
entweder das Haus allein oder beydes zusammen
kaufen. Auch wird alle nöthige Einrichtung um
einen billigen Preis mit hergegeben, dann läßt
man gegen Sicherheit und landesübliche per Cent
ein Drittheil des Kaufschillings darauf liegen.


Haus und chyrurgisches Gewerb.

Jn dem Markte Wilhelmsburg an der Maria=
zeller
Strasse, zwischen Lilienfeld und St. Pölten,
ist das Haus Nr. 45, welches mit einem Stock=
werke
versehen ist, sammt dem dazu gehörigen Kraut=
garten
, und der auf diesem Hause wirklich haften=
den
und radicirten Badergerechtigkeit, alltäglich aus
freyer Hand zu verkaufen. Kauflustige haben sich
an den Eigenthümer, Johann Fleischherr, Chyrur=
gus
zu Wilhelmsburg selbst zu verwenden.


Licit. Slibowitzer.

Vermög hoher Regierungsbewilligung werden auf
dem Neubau Nr. 177 bey dem grünen Brunn ge=
gen
90 Eimer alter und ächter kroatisch= und slavo=
nischer
Slibowitzer sammt den Gebünden Freytag
den 27. dies Monats nachmittag um 3 Uhr lici=
tando
verkauft.


Licit. Effekten.

Den 28. des nachmittag um 3 Uhr werden mit
Bewilligung eines löbl. Magistrats in der Stadt
im Judengassel Nr. 534 im sogenannten Doktor
Latzenhof zu ebener Erde folgende Verlassenschafts=
fahrnisse
, als eine silberne Sackuhr