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Wiener Zeitung.

Nr. 76, 22. September 1798

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[1]

Wien.

Vor wenigen Tagen ist nachstehendes
Patent erschienen:

Wir Franz der Zweyte ꝛc. ꝛc.

Damit in den Fällen, wo Güterbesitzer
über die Ablösung der Giebigkeiten mit
Unterthanen Verträge schliessen, oder zu
dem Gute gehörige Gründe und andere
Theile veräussern, bey solchen Gütern,
auf welche einem Dritten Rechte zustehen,
diese nicht verletzet, zugleich die Untertha=
nen
nicht zu Schaden gebracht werden =
gen
, das öffentliche Zutrauen aber, im
allgemeinen, desto sicherer aufrecht erhal=
ten
werde, haben Wir folgende Vorsich=
ten
für nöthig erkannt, und verordnen:

§. 1. Jeder Vertrag, wodurch ein Guts=
besitzer
seinen Unterthanen die Entrichtung
ber üblichen Personal= und Natural=Gie=

bigkeiten, gegen Erlag eines Geldbetrags,
auf immerwährende Zeiten erläßt, oder
wodurch sämmtliche Grundstücke, ein
Mayerhof oder andere beträchtliche Be=
standtheile
der Herrschaft, an die Unter=
thanen
vertheilt werden, hat zwar von
dem Tage seiner Errichtung, jedoch nur
in dem Falle seine gültige Wirkung, wenn
er von dem Kreisamte bestätiget wird.

§. 2. Es muß daher jedesmahl unum=
gänglich
bey dem Kreisamte die Bestäti=
gung
angesucht, dem Ansuchen aber ein
Auszug aus der Landtafel beygelegt wer=
den
, woraus erhelle, ob das Gut, von
welchem ein Bestandtheil veräussert wer=
den
soll, mit einem wie immer beschaffe=
nen
Fideikommiß= Lehn= oder anderem
Bande behaftet, auch ob, und wie es mit
Schulden belastet sey.

[2]

§. 3. Zeigt sich daraus, daß ein sol=
ches
Gut, mit welchem die Veränderung
vorgehen soll, allodial und zugleich schul=
denfrey
ist, so hat das Kreisamt die An=
weisung
bloß auf die innere Beschaffenheit
des Vertrages Rücksicht zu nehmen, be=
sonders
aber: ob er deutlich, der Fassung
des Unterthans angemessen, und auf eine
unzweydeutige Art aufgesetzt ist; ob er
keine Gesetzwidrigkeiten enthält, und ob
er der Aufrechthaltung des Unterthans zu=
sagt
. Wo diese Eigenschaften nicht be=
merket
werden, ist nach vorhergegangener
Verbesserung der Gebrechen, wo sie aber
zusammen treffen, ohne allen Anstand, die
Bestätigung zu ertheilen.

§. 4. Wenn aber der beygebrachte Land=
tafel
=Auszug zeiget, daß das Gut mit ir=
gend
einem Bande oder einer Last behaf=
tet
ist, welche damit frey zu schalten,
nicht erlaubet, ist auch von den Theilneh=
mern
und der Behörde die Bewilligung zu
dem abzuschliessenden Vertrage beyzu=
bringen
, und kann das Kreisamt ohne
diese Bewilligung, die Bestätigung nicht
ertheilen.

§. 5. Jst das Gut mit Schulden bela=
stet
, so ist der Vertrag vorläufig durch
das Kreisamt an die Landrechte zu senden.
Diese sind angewiesen denselben sämmtli=
chen
vorgemerkten Gläubigern zu dem En=
de
mitzutheilen, damit sie binnen einer
verhältnißmäßig zu bestimmenden Zeit, die
ihnen sich allenfalls anbiethenden Einwen=
dungen
, und die Erklärung über dasjeni=
ge
, was sie zu ihrer Sicherstellung weiter
für nothwendig halten, den Landrechten
vorlegen, und diese hiernach die Zuläßig=
keit
des Vertrages beurtheilen mögen.

§. 6. Jst bey den Landrechten, mit den
in der bestimmten Zeitfrist mit ihren Ein=
wendungen
und Erklärungen eingetretenen
Gläubigern, die Sache in Güte oder durch
rechtliche Entscheidung abgethan, oder hat
sich keiner deswegen gemeldet, so haben
die Landrechte davon dem Kreisamte die
Anzeige zu machen, damit dieses hier=
nach
, wenn sonst der Vertrag die oben

(§. 3.) bemerkten Eigenschaften besitzet,
ihn bestätige, oder die Bestätigung ver=
weigere
.

§. 7. Die kreisämtliche Bestätigung des
Vertrags hat die Wirkung, daß der Käu=
fer
oder Uebernehmer, dieses Vertrages
wegen, von keinem der auf das Gut ver=
sicherten
Gläubiger oder anderen Theilha=
ber
, angefochten werden kann. Doch vor
erfolgter Bestätigung, hat der Käufer die
Aufmerksamkeit zu tragen, daß er durch
voreilige Auszahlung eines Kaufschillings,
nicht zu Schaden komme.

§. 8. Jst ein solcher Vertrag in gültige
Wirkung gesetzt, so hat das Amt der
Landtafel in den landtäflichen, und das
Rectificatorium in den Rectifications= =
chern
, dessen Jnhalt vorzumerken. Ge=
geben
ꝛc. Wien den 1. September 1798.

Vermöge Hofdekrets vom 28. August
l. J. haben Se. Maj. beschlossen, daß
die bisher bestandene Vorschrift, bey den
an den Gränzen gegen fremde Staaten,
zum täglichen Verkehr aufgestellten Zolläm=
tern
, vom grossen Schlachtvieh nicht über
5, und vom kleinen Vieh nicht über 10
Stücke, hereinzubringen, auch auf die ge=
gen
Ungarn gelegenen, zum täglichen Ver=
kehr
aufgestellten Gränzämter ausgedehnet
werden soll, und daß diese Einleitung vom
1. Nov. d. J. angefangen, in Ausübung
gesetzt, und dem zu Folge, die Aemter
Hochenegg, Wistmath, Anger und March=
egg
, in Kommerzial= Zollämter umgestal=
tet
, dagegen Lichtenwerth, Zillingdorf,
Brodersdorf und Dürnkrut den Gränz=
ämtern
zum täglichen Verkehr, auf das
strengste gleichgehalten, hiernächst nicht nur
die grössern Viehtriebe, sondern auch über=
haupt
der bedeutendere Warenhandel, in
so weit dieser in dem Zollpatente auf die
Kommerzial=Zollämter gebunden ist, auch
gegen Ungarn auf dieselben beschränkt, je=
doch
der Eintritt des grossen Schlachtvie=
hes
sowohl, als des kleinen Viehes, wenn
jenes die Zahl von 5, und dieses die Zahl
von 10 Stücken nicht übersteigt, noch fort=
an
, wie bisher, bey jedem näher gelege=

[3]

ren mindern Zollamt zu leichterer Anschaf=
fung
des täglichen, wie auch des Ge=
werbsbedarfs
der Fleischer, gestattet wer=
den
soll. Wien den 4. September 1798.

Den weiteren von dem Treffen bey Ale=
xandria
allhier eingegangenen Nachrichten
zu Folge, hat die Englische Flotte, unter
den Befehlen des Admirals Nelson, am
25. Jul. den Hafen von Syracus verlas=
sen
, um neuerdings die feindliche Flotte
aufzusuchen. Am 1. August gegen Abend,
traf der Englische Admiral, mit seiner
Flotte, bey Abukir ein, wo die Franzö=
sische
Flotte vor Anker und in Schlachtord=
nung
stand. Der Englische Admiral ließ
dieselbe sogleich angreifen, und das Treffen
dauerte, mit kurzen Zwischenräumen von
Ruhe, bis den 3. August. Schon den
ersten Tag, um 10 Uhr Abends, flog das
Französische Admiralschiff, l'Orient, von
120 Kanonen, in die Luft, und die gan=
ze
Besatzung, die aus 1000 Mann bestand,
ging damit zu Grunde. Am folgenden
Tage hatte das Kriegsschiff Timoleon,
von 74 Kanonen, ein gleiches Schicksal.
Endlich wurden 9 andere Schiffe, 2 von
80, und 7 von 74 Kanonen, wie auch ei=
ne
Fregate, von den Engländern erobert.
Zwey andere Schiffe, eines von 80, das
andere von 74 Kanonen, wie auch 2 Fre=
gaten
, sind in einem sehr kümmerlichen
Zustande, entkommen, und haben sich,
wie man vermuthet, nach Corfu geflüch=
tet
. Zwey Fregaten und eine Bombardier=
Galliote sind verbrannt worden.

Die Englische Flotte bestand aus 13
Kriegsschiffen und einem Schiffe von 50
Kanonen. Sie hat keines ihrer Schiffe
im Gefechte verloren. An Todten zählt sie
21 〈…〉 und an Verwundeten 677 Mann. Un=
ter
den erstern ist ein Kapitain, und unter
den letzteren der Admiral Nelson selbst,
aber seine Wunde ist nicht gefährlich.

Die Französische Flotte, wie aus dem
Angeführten erhellet, bestand aus einem
Schiffe von 120 Kanonen, aus 3 von
80, aus 9 von 74, aus 2 Fregaten von
40, zwey von 36, und einer, von 18

Kanonen, wie auch einer Bombardier=
Galliote.

Auch hatten die Franzosen eine Bom=
ben
=Batterie auf der Spitze von Abukir.

Nach dem Berichte des Französischen
Kommissars, verlor die Französische Flot=
te
an Getödteten, Ertrunkenen und Ver=
brannten
, 5226, und nach der Anzeige des
Königl. Großbritannischen Kommissars,
an Gefangenen, 3705 Mann.

Der Admiral Nelson hat die eroberten
Schiffe nach Gibraltar gesandt, und blo=
kiret
den Hafen von Alexandria, wohin
sich 2 Linienschiffe, (ehemahls Veneziani=
sche
) und alle Transportschiffe geflüchtet
haben.

Der General Bonaparte war, den
letzten Nachrichten zu Folge, in Cairo;
aber seine Armee litt sehr viel von der
Hitze des Landes von der schlechten Be=
schaffenheit
des Wassers, und von den
wiederhohlten Angriffen der Landmiliz.

Nach den aus Konstantinopel einge=
kommenen
Nachrichten hat die Pforte wi=
der
Frankreich förmlich den Krieg erklä=
ret
, wobey der Französische Geschäftsträ=
ger
Russin nach den sieben Thürmen ge=
bracht
, die übrigen Jndividuen der Fran=
zösischen
Nazion zu Pera in Verhaft ge=
nommen
und die Französischen Kaufmanns=
güter
und andere Habschaften mit Be=
schlag
beleget worden sind.


Ausländische Begebenheiten.

Jtalien.

Von der neuen Reforme der Cisalpi=
nischen
Republik, melden Briefe aus
Meiland vom 1. Sept. was folget: End=
lich
ist der Vorhang aufgezogen. Am 30.
Aug. wurden Briefe von dem hiesigen Fran=
zös
. Bothschafter, Cit. Trouve, und von
dem Französischen Generale, Cit. Brüne,
unterschrieben, an 78 Deputirte und Mit=
glieder
des grossen Raths der Cisalpini=
schen
Republik, und an 38 Mitglieder des
kleinen Raths abgeschickt, worin sie ein=

[4]

geladen wurden, sich Abends um 9
Uhr in dem Französischen Gesandtschafts=
Pallaste einzufinden. Da vereinigten sie
sich, und hielten unter einander einen
Rath, welcher bis auf den 31. Aug. früh
um 4 Uhr dauerte. Es ward in dem=
selben
eine neue Constitution für die Cis=
alpinische
Republik verlesen, die aus Pa=
ris
gekommen, und von der, die General
Bonaparte den Cisalpinern gegeben hat=
te
, sehr verschieden ist. Sie macht eine
neue Eintheilung des Landes, in 11 De=
partemente
, anstatt der 20, welche jetzt
bestehen, setzt die Zahl der Volksrepräsen=
tanten
, im Verhältnisse mit der kleineren
Anzahl von Departementen, auf 80 in
dem Rath der Jüngern, und auf 40 im
Rath der Alten herab, da die vorige Con=
stituzion
160 Jüngere und 80 Aeltere an=
geordnet
hatte; endlich enthält diese neue
Konstituzion noch viele wesentliche Verän=
derungen
, wodurch sie sich derjenigen nähert,
welche in der Römischen Republik einge=
führt
worden ist. Von den oben gedachten
Deputirten sollen 22 die Einladung nicht
angenommen, und ihre Stellen sogleich
niedergelegt haben. Am 31. Aug. sah
man in allen Strassen häufige Französische
Patrouillen, und an dem Thore eines jeden
Raths stand ein Französischer Offizier mit
Wache, welcher allen Repräsentanten, die
nicht in ihrem Amte bestätiget waren, den
Eintritt versagte, die andern aber einließ.
Die beyden Räthe hielten dann ihre Si=
tzungen
bey verschlossenen Thüren, und
noch ist die öffentliche Ruhe nicht gestört
worden. Von den 5 Directoren sind 3
verabschiedet.

Fast zu eben der Zeit, da die Cisalpi=
nische
Republik reformiret wurde, ging
etwas ähnliches in der Ligurischen vor
sich. Der Französische Geschäftsträger, Cit.
Belleville, kam den 29. Aug. von Mei=
land
zurück. Am folgenden Tage speiste
er mit den Directoren und den Ministern.
Abends ward, mit Zuziehung einiger Glie=
der
beyder Räthe, eine lange Conferenz ge=
halten
. Am 31. hielt der Rath der Jün=

gern eine geheime Sitzung. Nach andert=
halb
Stunden ward die Sitzung öffentlich,
und der Präsident zeigte an, daß 9 Glie=
der
ihre Entlassung angesucht haben. Es
wurde darüber gestimmt, und ihre Ab=
dankung
angenommen. Eben das ging im
Rathe der Alten vor sich, wo 4 Glieder
abdankten. Darauf aber ward beschlos=
sen
, alle übrigen abwesenden Glieder ein=
zuberufen
. Eben so ward beschlossen, daß
die Kommißion der Fünfe, welche die letz=
ten
Kriegsvorgänge untersuchen sollte, und
der Gegenstand der zwischen der gesetzge=
benden
und vollziehenden Macht eingetre=
tenen
Spaltungen war, aufgehoben wer=
den
, und alle ihre Vollmacht in die Hän=
de
des Directoriums übertragen soll. Auf
solche Art siegte die Sache des Directo=
riums
, die von dem Französischen Mini=
ster
beschützet worden war, und ward die
Eintracht zwischen den beyden obersten
Gewalten, wie es scheint, hergestellt. Die
Konstituzion blieb unverändert, und die
öffentliche Ruhe ungestört.

Frankreich.

Das Fest des 18. Fructidor ist am 4.
Sept. von dem Directorium, den beyden
Räthen und dem Publikum, in Paris und
durch ganz Frankreich, auf das feyerlich=
ste
begangen worden, und nun trift man
Anstalten zu dem Feste vom 22. Sept.
das noch weit glänzender ausfallen soll.

Das Directorium hat aus St. Domin=
go
die Nachricht erhalten, daß die Eng=
länder
alle Posten, die sie noch auf die=
ser
Jnsel hatten, nun vollends geräumet
haben.

Jm Rathe der 500 am 3. Sept. wurde
ein Sendschreiben des Directoriums über
die Personalsteuer gelesen, in welchem das
Directorium anträgt, diese Steuer zu ver=
mindern
, und den Ueberschuß des davon
berechneten Betrags auf einem anderen
Wege einzubringen. Pison Galland
legte ein Organisazions=Gesetz über denje=
nigen
Artikel der Konstituzion vor, wel=
cher
eine Entschädigung jedem zusichert,

[5]

der sein Eigenthum zum Beßten des Staa=
tes
abtreten muß. Aubert legte den Vor=
schlag
eines Gesetzes über die Beschwerde=
führungen
, im Fall einer Steuerüberla=
stung
, vor. Die Tages Ordnung führte
die Erörterung über das Finanzwesen her=
bey
. Man nahm die Tabacksteuer vor.
Man sprach vieles dafür und dagegen, und
setzte endlich die Entscheidung noch weiter
aus.

Am 4. Sept. feyerten beyde Räthe das
⟨f⟩est des Ta⟨g⟩es mit Reden, welche die
Präsidenten hielten, mit Chören und mit
Musik.

Am 5. Sept. stellte Dübermenil dem
Rathe die Nothwendigkeit vor, unver=
züglich
wegen der in den Händen der Emi=
granten
=Eltern befindlichen Güter Maßre=
geln
zu treffen, wodurch mehrere Millio=
men
dem öffentlichen Schatz zufliessen wür=
den
, und der Rath beschloß am 11. Sept.
diese Sache vorzunehmen. Leyier legte
den Entwurf eines Gesetzes über die Ex=
pedizions
=Taxen vor. Die Erörterung
über die Tabacktaxe ward festgesetzt.

Erst in der Sitzung am 7. Sept. ward
diese Erörterung beschlossen, aber nur
vorläufig festgesetzt, daß eine Taback= Auf=
lage
Statt haben soll; die Art jedoch, wie
sie zu erheben sey, soll von einer neu da=
zu
bestimmten Kommißion, welcher alle
bisherigen Vorschläge mitgetheilt worden
sind, in Antrag gebracht werden.

Das Dekret über die Militar= Konscrip=
zion
ist in dem Rathe der Alten am 5.
Sept. bestätiget worden.

Am 8. hielt der Rath der 500 eine ge=
heime
Sitzung, und faßte in derselben ein
Dekret ab, nach welchem alle Requisizions=
Mannschaft, welche nicht bey der Armee
ist, sogleich sich dahin begeben soll.

Dänemark.

Aus Koppenhagen wird unter dem 4.
September geschrieben: Das Mißver=
ständniß
, welches daraus entstand, daß
ein Englisches Kriegsschiff ein Dänisches
Kauffahrteyschiff in der Nordsee aufbrach=

te, und nach Helsingör führte, ist nun
beygelegt, und die Sache wird ministeria=
liter
zwischen dem Dänischen und Engli=
schen
Hofe abgemacht werden. Folgendes
davon ist das Nähere: Nachdem drey von
unsern Fregaten sich an der Rehde von Hel=
singör
vereinigt, und eine solche Stellung
genommen hatten, welche das Auslaufen
der Engländer erschwert haben würde,
schien die Sache doch ernstlich zu werden,
als der Wind sich drehte. Die Englän=
der
hatten inzwischen noch zwey bewaffne=
te
Fahrzeuge erhalten, und waren also
zusammen 5 Kriegsschiffe stark. Da auch
in der Festung Cronenburg auf allen Fall
Vorkehrungen gemacht waren, und man
Feindseligkeiten befürchtete, schickte der
Englische Kommandeur einen Offizier an
Bord des obersten kommandiren Dänischen
Offiziers, und erklärte, daß er bereit sey,
die Prise zurückzuliefern, welches auch ei=
nige
Stunden nachher geschah, jedoch nur
unter der Bedingung, daß ihm von dem
Kommandanten auf Cronenburg ein Zeug=
niß
gegeben werde, daß er gedachtes Schiff
nicht freywillig ausgeliefert habe, sondern
bloß der Uebermacht gewichen sey. Ge=
tern
ist er hierauf mit seinem Convoy un=
ter
Segel gegangen.

Schweiz.

Die Französischen Truppen, welche an
die Gränzen des Frickthals vorgerückt wa=
ren
, sind am 3. Sept. wieder abgezogen,
und haben den Weg gegen Bern genom=
men
. Ungefähr 400 Mann Kavallerie, die
sich in Basel aufhielten, sind am 4. abge=
zogen
.

Die Ruhe ist in den kleinen Kantonen
noch immer nicht hergestellt. Die Ein=
wohner
einer grossen Anzahl von Gemein=
den
der Kantone Appenzell und Unter=
wald
, beharren bey ihrer Weigerung
den Eid auf die neue Konstiuzion zu
leisten. Sie haben sich an mehreren Or=
ten
bewaffnet, und zum Widerstande ver=
sammelt
. Um sie zu überwältigen, sind
Schweizerische und Französische Truppen,

[6]

gegen Thun und Luzern abgezogen, und
am 8. in die widerspänstigen Kantone ein=
gefallen
. Die Unglücklichen, welche Wi=
derstand
leisteten, wurden geschlagen, und
die Stadt Stanz wurde eingenommen.
So ist denn abermahls Blut geflossen, um
dem Volke die neue Ordnung der Dinge,
die es für verderblich ansieht, gewaltsam
aufzudringen, und die neue Allianz zu be=
siegeln
, wovon letzthin der Anfang mitge=
theilt
worden ist, und die in der Fortse=
tzung
also lautet:

Art. 4) Die Gränzen zwischen Frankreich
und Helvetien sollen durch eine besondere
Konvenzion festgesegt werden; die Grund=
lage
dieser Konvenzion wird darin bestehen,
daß alles, was zu dem ehemahligen Bis=
thum
Basel und dem Fürstenthun Brun=
drut
gehörte, definitiver Weise mit dem
Französischen Gebieth vereinigt bleibt, so
wie das in den Departementen vom Ober=
rhein
und Mont Terrible eingeschlossene
Schweizergebieth, unbeschadet der Rück=
gabe
oder Vertauschungen, die zur voll=
kommensten
Berichtigung besagter Gränzen
von Basel bis nach Genf etwann für un=
vermeidlich
gehalten werden möchten, und
die den schon vollzogenen Vereinigungen
mit dem Französ. Gebiethe nicht wider=
streiten
wurden.

5) Um das Verkehr der Französische
Republik mit dem südlichen Deutschland
und Jtalien zu sichern, soll ihr der freye
und fortwährende Gebrauch von 2 Han=
dels
= und Kriegsstrassen zugestanden seyn:
Die erste wird durch den nördlichen Theil
Helvetiens, den Rhein hinauf, längst der
westlichen und südlichen Ufer des Boden=
sees
, die zweyte von Genf aus, durch
das Departement des Montblanc und das
Walliser Land, nach dem Gebiethe der
Cisalpinischen Republik, in einer zu be=
stimmenden
Richtung gehen. Es ist be=
dungen
, daß jeder Staat auf seinem Ge=
biethe
die zum Bau beyder Strassen erfor=
derlichen
Arbeiten, auf seine Kosten ma=
chen
lassen wird.

6) Desgleichen ist bedungen, um

der innern Schiffahrt beyder Republiken
die vortheilhafteste Ausbreitung, deren sie
fähig ist, zu geben, daß eine jede auf ih=
rem
Gebiethe die nöthigen Kunstarbeiten
unternehmen werde, um eine Kommuni=
kazion
zwischen dem Genfer=See und dem
Rhein, und von Genf bis zu dem schiff=
baren
Theil der Rhone zu bewerkstelligen.

7) Die Französische Republik mache
sich verbindlich, die Helvetische mit allem
Salze, dessen sie bedarf aus ihren Salz=
werken
in den Departements der Meurth,
des Jura, und des Montblanc zu ver=
sorgen
.

Der Preis des besagten Salzes, des=
sen
Transport, die Orte und Zeiten, wo
es ausgeliefert wird, sollen wenigstens
alle zehn Jahre zwischen den von der Fran=
zösischen
Regierung zur Ausführung aus
ihren Salzwerken bestellten Bürgern und
den von der Helvetischen Regierung ange=
stellten
, festgesetzt werden, ohne daß der
Preis dieses Salzes in den Salzwerken
je den Preis, welchen die Französischen
Bürger bezahlen, übersteigen dürfe, und
ohne daß das verkaufte Salz je irgend
einer von den Auflagen, mit denen man
in Frankreich diese Ware etwann belegen
könnte, unterworfen seyn solle.

8) Zu Folge des vorstehenden Artikels
entsagt Helvetien ausdrücklich allen Salz=
rückständen
, auf die es noch zu Folge ehe=
mahliger
Verträge, die zwischen Frank=
reich
und den Kantonen statt fanden,
Anspruch machen könnte, und macht sich
verbindlich, jährlich in den Salzwerken
wenigstens zweymalhundert und fünfzig=
tausend
Zentner Salz zu nehmen.

9) Die Bürger der Französischen Re=
publik
sollen mit gehörigen Pässen verse=
hen
die Helvetische Republik ab= und zu
bereisen können; es soll ihnen frey stehn,
alle und jede Anstalten darin zu errichten,
und alle von den Gesetzen erlaubte Gewer=
be
auszuüben.

Jede Personen und Eigenthum sollen
den Gesetzen und Gebräuchen des Landes
unterworfen seyn.

[7]

Die Bürger der Helvetischen Republik
sollen in Frankreich und in allen Besitzun=
gen
der Französischen Republik, gleiche
Rechte und unter gleichen Bedingungen
genießen.

(Die Fortsetzung folgt.)

Deutschland.

Die Reichsfriedens=Deputazion zu Ra=
stadt
, hat am 10. Sept. folgenden Schluß
gefaßt.

l. Daß der Französischen Gesandtschaft
auf ihre Note vom 15. Fructidor (1.
Sept.) nach herkömmlichen Benehmen
mit der höchstansehnlichen Kaiserl. Pleni=
potenz
, zu erwiedern sey:

Die Französischen bevollmächtigten Mi=
nister
hätten in ihrer jüngsten Note vom
15. Fructidor (1. Sept.) durch das fort=
gesetzte
Beharren auf den verlangten fe=
sten
Punkten der rechten Rheinseite, bey=
nahe
alle Hoffnung niedergeschlagen, über
diesen für die künftige Deutsche Sicherheit
so wichtigen Gegenstand eine Vereinigung
zu Stande zu bringen, zumahl ihnen in
den vorhergegangenen diesseitigen Noten
bereits die erheblichsten Gründe wieder=
hohlt
mitgetheilt worden seyn, nach wel=
chen
die Reichsfriedens=Deputazion in
Forderungen einzuwilligen nicht vermöge,
die gegen die Wesenheit eines sichern,
dauerhaften und anständigen Friedens an=
stossen
würden. Wenn man unter der
Voraussetzung, daß keine Forderungen
mehr nachkämen, auf alle diesseits arti=
kulirte
Anträge, billige Erklärung erfolge,
auch die Französischen Truppen von dem
rechten Rhein=Ufer alsbald abziehen wür=
den
, sich endlich zu der so schmerzlichen
Ueberlassung der Lande des linken Rhein=
ufers
verstanden habe, und wenn man
sogar auch noch gegen Wiederabtretung
aller festen Punkte auf der rechten Rhein=
Seite und diesseits des Rheinthalwegs,
die Schleifung der Festungswerke von
Ehrenbreitstein (mit Bezug auf die in
Betreff dieses Platzes bestehende und einst=
weilen
zu dessen Verproviantirung wieder

herzustellende Waffenstillstands= und kon=
venzionsmäßige
Verhältnisse) nachgegeben
habe, so sey man überzeugt gewesen, al=
les
erschöpft zu haben, was sich nur im=
mer
mit der politischen Existenz und künf=
tigen
Sicherheit des Deutschen Reichs ver=
einigen
lasse. Man habe von der Billig=
keit
und Gerechtigkeit des Französ. Gou=
vernements
zuversichtlich erwarten müssen,
daß es bey Annahme der diesseitigen Er=
biethungen
sämmtliche dagegen stipulirte
Punkte ohne Anstand zugestehen werde.
Unmöglich könne man auch jetzt noch die
Hoffnung aufgeben, daß Erklärungen,
Vorstellungen und Anträge, die auf Recht,
Billigkeit, auch wechselseitige wohlver=
standene
und dauerhafte Convenienz sich
gründeten, nicht endlich bey dem Franzö=
sischen
Gouvernement den erwünschten Ein=
gang
finden sollten. Die Sicherheit der
Französischen Gränze gegen das Deutsche
Reich erfordere gewiß nicht auch noch feste
und sonstige Berührungs=Punkte auf dem
diesseitigen Rhein=Ufer selbst; man kann
daher anderst nicht vermuthen, als daß
die Französischen bevollmächtigten Mini=
ster
hauptsächlich nur etwann noch auf
die bey Maynz, diesseits des Rheinthal=
wegs
, gelegene befestigte St. Petersin=
sel
einen entscheidenden Werth legen dürf=
ten
: So schwer es nun aber auch noth=
wendig
der Reichsdeputazion ankommen
müsse, in Ansehung dieser wichtigen Jn=
sel
, eine Ausnahme von dem als Gränze
beliebten Rheinthalwegs Statt zu geben,
so würde sie gleichwohl, wenn davon
durchaus die Beschleunigung des Friedens
abhängen sollte, sich endlich auch noch zu
Ueberlassung dieser Jnsel auf den Fall zu
entschliessen geneigt seyn, wenn dagegen
Rehl, Cassel, und die Marsschanze
(Fort Mars) restituirt, auf alle Besitzun=
gen
auf dem rechten Rhein=Ufer verzichtet,
über die übrigen diesseitigen noch unerör=
ten
Anträge, Punkte, Erklärungen und
Vorschläge, vorzüglich in Betreff des
Schuldenwesens und des Privateigen=
thums
, sich zu einer billigen Uebereinkunft

[8]

verstanden, auch den harten Kriegsbe=
schwerden
und den unerschwinglichen Kon=
tribuzionen
ein Ende gemacht würde, wel=
chen
die occupirten Theile des rechten
Rhein=Ufers mitten im Waffenstillstande
und während der Friedensunterhandlungen
unterlagen. Für die Französische Repub=
lik
seyn alle diese übrigen Artikel, wovon
die Deputazion nicht abstehen dörfe, von
keinem wesentlichen Jnteresse mehr; sie
schmeichle sich daher mit der angenehmen
Hoffnung, daß das Französische Gouver=
nement
darin kein Hinderniß mehr finden
werde, das große Friedenswerk zu vollen=
den
, und die Segnungen des Friedens
auf die schon so lange seufzende unschul=
dige
Lande zu verbreiten.

II. Dann sey, nach gleichfallsigen her=
kömmlichen
Benehmen mit der höchstan=
sehnlichen
Kaiserl. Plenipotenz, der Fran=
zösischen
Gesandtschaft in einer eigenen
Note zu eröffnen: Bereits seit dem An=
fange
der hiesigen Friedensunterhand=
lungen
habe sich die Reichsfriedens= De=
putazon
bey der Französischen Gesandt=
schaft
für den Rückzug der Französischen
Truppen vom rechten Rhein=Ufer auf das
nachdrücklichste, jedoch stets vergeblich,
verwendet. Am 11. März laufenden Jahrs,
sey die Ueberlassung der Lande des linken
Rhein=Ufers, unter andern Voraussetzun=
gen
, auch ausdrücklich unter dieser gesche=
den
, daß die Zurückziehung der Französi=
schen
Truppen von der rechten Seite des
Rheins sofort erfolge, und keine weite=
re
Kriegsprästazion deselbst Statt finde.
Seitdem habe die Reichsfriedens= Depu=
tazion
mehrmahls auf das angelegentlich=
ste
auf die Erfüllung dieses Antrages ge=
drungen
. Die Französischen bevollmäch=
tigten
Minister hätten aber hierauf nicht
nur keine befriedigende Antwort ertheilt,
sondern es vermehrten sich seit Kurzem die
Französischen Truppen auf dieser Seite des
Rheins in so grosser Anzahl, die Kriegs=
beschwerden
aller Art auf diesem kleinen
Theile Deutschlands würden so drückend,

die neuerdings ausgeschriebenen Kontri=
buzionen
seyn so unerschwinglich, und
würden mit so äußerst harten und beyna=
he
feindlichen Zwangmitteln exequirt, das
allgemeine Elend dieser unglücklichen Ge=
gend
steige hiedurch zu so einem hohen
Grade, daß sich deren Bewohner, mitten
im Waffenstillstande und während der
Friedensunterhandlungen, dem Rande der
Verzweiflung näher als je sähen. Laut
spreche die Stimme der Menschheit und
des Völkerrechts für diese unglücklichen
Lande. Vergebens werde es also sicher
nicht seyn, wenn die Reichsfriedens= De=
putazion
von den Französischen bevoll=
mächtigten
Ministern zuversichtlich erwar=
te
, daß das rechte Rhein=Ufer endlich
einmahl durch den Abzug der Französischen
Truppen und die Einstellung aller und je=
der
Kriegsbeschwerden die so höchstnöthi=
ge
Erleichterung erhalten möge.


Erinnerung.

Bey nunmehe eintretenden vierten Jahresquar=
tale
werden die Liebhaber der Wiener Zeitung, mit
auch des posttägigen Frag= und Kundschaftsbogens,
um die gewöhnliche Vorhineinbezahlung er⟨innert⟩,
auch werden wieder neue Billette gegen Aushändi=
gung
der alten, ausgegeben. Wenn jemand die Zei=
tung
bestallungsweise nehmen will, so haben sich
die hier in Wien Anwesenden im Zeitungskomoir
in der Rauhensteingasse im Groß=Gerlischen Hause
Nr. 983 und die auswärtigen Liebhaber bey dem
hiesigen K. K. Obersthofpostamte deßwegen anzu=
melden
. Das Zeitungskomtoir kann aber an den
Tagen, wo die Zeitungen ausgegeben werden, keine
Pränumerationen annehmen. Zugleich werden die
Pränumeranten ersucht, auf ihre Scheine Acht zu
geben und sie nicht zu verlieren, sie auch dey Ab=
hohlung
der Zeitung jedesmahl mitzubringen, weil
man, der Ordnung wegen, sich bemüßiget sieht, ohne
Scheine keine Zeitung verabfolgen zu lassen. Auch
findet man nothwendig die Herren Pränumeranten
zu ersuchen, ihre Scheine besser, als bisher, vor
Unreinlichkeit zu bewahren, da man, wegen ver=
schiedentlich
eingeschlichenen Unfugs, in Zukunft, wenn
die Nummer, welche ausgelöscht werden soll, nicht
kennbar wäre, gleichfalls keine Zeitung ausfolgen
lassen kann.

[9]
[10]

Fortsetzung des Verzeichnisses der an
das königl. ungarische Hof=Kammer=
General=Zahlamt eingegangenen frey=
willigen
Kriegsbeyträge.

Die 3 Lehrer der Nationalschule in der
Zipfer kön. 16. Kronstadt Wallendorf
der Olaszy
12
Franz v. Szotoczky, Hofrichter des erle=
digten
Großwardeiner Bisthums
1000
Joseph Duszik, Religionsfonds Rentmei=
ster
zu Harkats
6
Ladislaus v. Erney, Arader Kammeral=
Hofrichter
17 30
Jos. Pampery, griechischer Handelsmann
zu Miskolez
150
Joh. Kirchenknopf, Varanover Rentmeister 6
Nachstehende Beamten der Religionsfonds=
Herrschaft Sajo=Lad, als:
Paul Drabos, Hofrichter 10
Joseph Privitzer, Kastner 5
Johann Lengyel, Kontrolor 2 30
Stephan Szekely, Gespann 1
Stefan Gertselyi, deto 1
Johann Grill, Jäger 1 15
Johann Kiß, Mauthner 1 15
Johann Furtsa, Mühler 2 30
Stephan Gyöngyössy, Binder 1
Johann Szikszay, Wirth 30
Erlauer Domkapitel, die von dem hochw.
Domherrn Jos. Deglassy vermachten
2000
Joh. Barth. v. Fay, Consiliar, und er=
ster
Vicegespann des Hevesser Komitats
350
Die löbl. Szatthmarer Gespannschaft 25
Die Possession Vamos Ujfalusi 3 17
—— Kiß Toronya 11 50
Die Gemeinde Hoszulasz 8 18
Thomas Laymann, Kastner in Ujhely 5 30
Anna v. Redl 25
Die evangelische Schuljugend zu Szo=
botius
im Neutraer Komitat
5
Joh. Jos. Zollner, Bürger zu Preßburg 25
Die königl Freystadt Modern von eini=
gen
Handwerkszünften allda
82 49
v. Beeg, Feldkriegskommisär 6 15
Johann v. Malatinsky, Generalpräcep=
tor
im Hevesser Komitat
126 53
Niklas Kondorossy, griech. Handelsmann 25
Michael Racz von Karczagh 25
Georg Zisi von Fülöy Szallas 25
Hofrath Sigmund v. Lovasz 5428 20
Die Schmölnitzer königl. Bergbeamten
als Früchtenpreis
1213 58
Verschiedene Edelleute und Gemeinden
des Neutraer Komitats, als:
Aegidius v. Zsenger, Fiscal der Herr=
schaft
Hollics und Sassin
20
Die Gemeinde der Possession Scepano 19
—— —— Nagy Kovallo 15
—— —— Szmrdak 4
—— —— Veszka 10
—— des Marktes Szenicz 95
—— der Possession Kuno 15
—— —— Pritrsd 28 27
—— —— Bukocz 23 48
—— des Marktes Egbello 25
—— der Possession Lettnicz 7 30
—— —— Peterfalva 15
—— —— Unyn 20
—— —— Radimo 15
—— —— Dojcs 16
—— —— Clasco 17 30
—— —— Szottina 8
—— —— Ribke 8
—— —— Roho 3
—— —— Sassin 50
—— —— Szrasza 10
—— —— Csary 10
—— —— Kutty 30
—— —— Szomolanka 5
—— —— Broczko 15
—— des Marktes Hollics 50
—— —— Rabossocz 20
—— der Possession Mokrihai 20
—— —— Vradist 4
—— —— Vidovan 3 20
—— —— Trnovecz 10
—— —— Katto 8
—— —— Kitz Pritrszka 10
—— —— Mocsidlan 13 30
—— —— Kopcsan 71 8
—— —— Popudin 10 40
—— —— Bleskovan 10 8
—— —— Hradist 15
—— —— Oszuszka Jokeo 16
—— —— Oszuska Korlath 12
—— —— Huboka 60
—— —— Jablonicz 22
—— —— Cserova 2
—— —— Lieszko 2
—— —— Roszbehy 1 30
—— —— Turoluka 10
—— —— Rovenszko 10
—— —— Varallya Berencz 20
—— —— Szobotist 86
—— —— Lopasso 7 1
—— —— Esaskov 25
[11]

Im Monat Juny 1797.

Joh. Fink, Postmeister zu Verbasz 6 15
Nachstehende Partheyen des Zipfer Ko=
mitats
, als:
Michael v. Doleviczeny, dasigen Komi=
tats
Jurassor
4 30
Paul v. Johny, deto Assessor 10
Thomas v. Cornides 10
Daniel Cerva, Minister der Helvet. Con=
fession
zu Käßmark
6 40
Christian Generschi, deto 6 40
Ludwig Grünblath, das. Kom. Jurassor 4 30
Johann Schneider 9
Thomas Mauksch, Minister d. Augsp. Conf. 4
Martin Liedemann, Rektor der Augsp.
Schulen zu Leutschau
10
Georg Abraham, Fölvarer Handelsmann 25
Niklas Vitesz, griechisch katholischer Pfar=
rer
zu Nagy Urögd
5
Constantin Christoph 25
Michael Csocs 12 30
Die Gemeinde der Possession Omorovicza 45 20
Anton Bitter, Kastner zu Doborusk 6
Christoph Demiter, griech. Handelsmann 12 30
Das Frauenstift der Notredamen in Preßb. 150
Des Neutraer Komitats Bajmoczer Prozeß 863 43
Das Domkapitel zu Zengg 480
Die Geistlichkeit zu Raab 30 49
Leopold Valter, Szent Janoser Religions=
fonds
Rentmeister
10
Martin Traup, Arendator 100
Die in dem Szigether Gymnasio studie=
rende
Jugend
15
Die bey der Großwardeiner Academie
und Gymnasio studirende Jugend
119 14
Das Neutraer Domkapitel 600
Dasselbe als ein Vermächtnis des da ver=
storb
. Domherrns, Joh. Babilovics
108
Der Dubiczaer Handelsmann Ratkovics 50
Der Petrinianer Handelsmann Miskich 100
Joseph Szarvas, Hofrichter des Frhrn.
v. Mednyanszky
450
Der Vaghujhelyer Prozeß im Neutraer
Komitat
436 24
Die k. Salinen Hauptkasse zu Szigeth
in der Marmoroß von den Marmo=
roßen
Kammeralbeamten, Subalternen
und Manipulationsarbeitern, als
Von der Hauptkasse zu Szigeth 73 54
dem k. Bergverwalteramte zu Rhonaszek 445 6
Salzgrubenamte Sugatagh 64 15
Szlatina 58 24
Kerekhegy 56 30
dem Transportamte Bocsko 52 40
Szigeth 33 51
Busztyahaza 155 3
Tisza Ujlak 44 26
dem Wald= und Rentamte Mokra 60 1
Körösmezö 321 45
Akna Raho 200 8
Visso 153 29
dem Provisoratamte Szigeth 44 4
Huszth 7 35
dem Eisenhandlungsamte Kobolaposana 21 50
Im Platz der hergegebenen, und zur Salz=
gruben
=Manipulation eingelösten 90
1/4 Preßb. Metzen Haber a 30 kr.
45 7
Verschiedene Partheyen des privilegirten
Markts Baja, als:
Der Markt selbst aus der Gemeindekasse 100
Die Fleischhacker daselbst 4 30
Die Riemerzunft 10
Die Schnürmacherzunft 4 30
Die Schmied= und Wagnerzunft 4 30
Die Zischmenmacherzunft 25
Die Zimmergesellen des Jak. Schmidhammer 15
Jakob Schmidhammer selbst 15
Anton Aichinger 2
Johann Gyuretay 3
Michael Petrovics 3
Niklas Albrecht 4 30
Anton Pestality 1
Peter Simity 1 30
Joseph Zetka 3
Joseph Pok 2
Demeter Havfity 2
Martin Stimacz 1
Theodor Ruszity 2
Stanislaus Jankovics 6 40
Jakob Thür 2
Johann Simity 2
Porphirius Tokailics 2
Joseph Piloff 4 30
Andreas Harlikovics 4 30
Martin Czina 5
Joseph Kaintz 4 30
Georg Szavics 2
Die Maurergesellen 15
Titus Breszovaczko, Expaulinerpriester 50
Graf Leopold Palfy 4137 5
Die Segediner lateinische Schuljugend 51 25
Michael Timari, aus dem Orte Erdöd
im Bekesser Komitat
500
[12]

Circulare.

Durch die unter dem 8. Junius 1771
und 14. Januar 1790 ergangenen Verord=
nungen
ist zwar ohnehin die Einfuhr des
ausländischen Zichoriewurzel= und anderen
dergleichen Kunst= Kaffees, unter Konfis=
kazions
=Strafe bereits verbothen worden,
weil unter diesen Kaffee=Gattungen allerley
der Gesundheit schädliche Jngredienzen ge=
mischt
, auch dabey andere Bevortheilun=
gen
des Publikum ausgeübt werden kön=
nen
: Da sich aber seit dem die Zahl der
inländischen Erzeuger des Zichorienwur=
zels
=Kaffees vermehrt hat, so ist durch ein
Hofdekret vom 21. August d. J. verordnet
worden, daß die inländischen Erzeuger des
Zichorienwurzels Kaffees, vom 1. Novem=
ber
d. J. angefangen, die Päcke ihres Er=
zeugnisses
, mit ihren Fabrikszeichen und
Nahmen, dann mit Beysetzung ihres
Wohnorts bezeichnen sollen, weil ausser
dem aller auf diese Art nicht bezeichnete
Zichorienwurzel=Kaffee als ausländischer
betrachtet, und in Folge der oberwähnten
Hofdekrete konfiszirt werden würde. Wien
den 4. September 1798.


Kundmachung.

Christian Schulz, Webergesell, hat
die Kunst, aus Hanf Schläuche zu ver=
fertigen
, erfunden, welche, nach den in
Gegenwart der Sachverständigen, damit
vorgenommenen gut gerathenen Proben,
bey Feuersbrünsten so vortheilhaft zu ge=
brauchen
sind, daß sie den ledernen nicht
nur nichts nachgeben, sondern ihrer Leich=
tigkeit
und Beugsamkeit halber noch einen
Vorzug verdienen. Dieses wird in Folge
eines Hofdekrets vom 21. August d. J,
von der K. K. Nied. Oest. Regierung zu
jedermanns Wissenschaft hiermit bekannt

[13]

gemacht wird. Wien den 4. Septem=
ber
1798.


Verstorbene zu Wien.

Den 19. September. Jn der Stadt.

  • Dem Hrn. Jos. Walter, bg Kirchnermeist. s. K. An=
    ton
    , alt 6 J. am Kienmarkt R. 493.
  • Dem Hrn. Franz Tragi, bg. Schneidermeist. s. K.
    Maria A. alt 3 J in d. Sterng. N. 484.
  • Fr. Eva Rottenschlager, k. k. Postwagenkondukt. Wit.
    alt 50 J. im Judeng. N. 536.

Vor der Stadt.

  • Dem Frn. Mich. Schlager, bgl. Weinwirth, s. K.
    Theresia, alt 3 J. auf d Wieden N. 362.
  • Dem Hrn. Mich. Kollmann, schutzv. Brandwein. s.
    Fr. Anna M. alt 26 zu St. Ulrich N. 17.
  • Dem Hrn. Anton Pergameni, Bandfabrikant, s. K.
    Magd. alt 1 J. am Neubau N. 132.
  • Dem Joh. Umlauf, Weinwirth, s. W. Anna, alt 43 J.
    im Prater b. silb. Bären.
  • Dem Hrn. Mich. Wohlschlager, gew. bg Bandfabrik.
    s. Fr. Theresia, alt 49 J. in s. H. am Oberneust.
    N. 204.
  • Mich. Treuling, led. alt 60 J. am Oberneust. N.57.
  • Der Maria A. Fruhwirth, Tagl. Wit. i. T. Cath. alt
    19 R. in d. Alstervorst. N. 168.
  • Dem Joh. Pillinger, Tagl. s. K. Cath. alt 1 J. im
    Lichtent. N. 60.
  • Jos. Hofböck, alt 68 J. inm Versorgh. in d. Währingerg.
  • Joh. Senleiner, Papiermaler, alt 56 J.
  • Jos. Zimmermann, Tagl. alt 43 J.
  • Philipp Weißbecker, Bäckerjung, alt 20 J.
  • Theresia Böhm, Tagl. Ehew. alt 45 J. alle 4 im allg.
    Krankenh.
  • Summa 16 Personen, darunter 5 Kind.

Den 13 September. Jn der Stadt.

  • Hr Karl v Türckheim, pens. k. k. Generalfeldmarsch.
    Lieut u d. militär M. Ther. Ord. Ritt. alt 57 J.
    in d. Bischofg. N. 667.
  • Dem Hrn. Math Ruech, bg Anstreich. s. K. Antonia,
    alt 1 J. am Katzensteig N. 528.
  • Dem Hrn Ludw. Turrini, k. k Waarensensal, s. K.
    Cath. alt 1 J in d. Preßg. N. 542.

Vor der Stadt.

  • Dem Hrn. Maximil. Edl. v. Friedenfeld, Bandma=
    cherges
    . s K. Theresia, alt 2 J. auf d. Landstr. N. 139
  • Fr Barb. Anzenberger bg. Hausinhab. Wit. alt 77
    J. in i. H. auf d. Laimgrube N. 69.
  • Dem Math Leitner, Weberges. s. K. Jos. alt 2 J. zu
    Erdberg N. 268.
  • Franz Schwarz, Schlosserges alt 27 J. b. d. Barmh.
  • Georg Oelick, Gem. alt 60 J. im Jnvalidenh.
  • Jakob Raban, Fourierschütz, alt 33 J. im Militärsp.
    Sophia Jodlbayer, Dienstm. alt 40 J.
  • Rosalia Deitenhofer, Bedient. Ehew. alt 56 J.
  • Jos. Koller, Bedient. alt 78 J. alle 3 im allg. Krankenh.
  • Summa 12 Personen, darunter 4 Kind.

Den 14. September. Jn der Stadt.

  • Dem Anton Hoborka, Schmiedmeist. b. d. k. k Gar=
    nisonartill
    . s. W. Veronika, alt 32 J. im Elend
    N. 190.

Vor der Stadt.

  • Hr. Math Scheibenhofer, bg. Steinmetzmeist. alt 70
    J. in s. Hütte nächst dem Stubenthor
  • Dem Mich. Wagner, Löhnkutsch. s. W. Maria A.
    alt 50 J. in d. Alstervorst. N. 207.
  • Der Rosa Lechner, pens. k. k. Bibliothekdien. Wit. i.
    T. Josepha, alt 19 J. in d. Alstervorst. N. 63.
  • Dem Peter Wefinacher N. 7 am Michaelbayrischengr.
    s. T. Elis. alt 13 J. ist auf d. Strasse durch einen
    Wagen beschädiget word. u an d Stelle tod geblieb.
  • Dem Hrn Christian Plenk, bg. Schuhmach. s. K.
    Anna M. alt 5 J. in d. Leopoldst N. 268.
  • Dem Martin Propst., Wäscher, s K. Elis. alt 2 J. zu
    Erdberg N. 173.
  • Dem Anton Thum, Zeugmacherges. s. K. Anna, alt
    1 J. auf d. Wieden N. 278.
  • Dem Karl Müllner, Handlungsdien. s. W. Josepha,
    alt 68 J. zu St. Ulrich N. 54.
  • Dem Joh. Kranck, Tagl. s. W. Elis. alt 63 J. zu
    Gumpend. N. 50.
  • Dem Paul Deim, Artilleriehandlang. s. K. Simon
    alt 2 J. zu Gumpend. N. 83
  • Josepha Wegmann, led. alt 19 J b. d. Elisabeth.
  • Regina Drexler, Handarbeit. alt 25 J.
  • Joh. Steiner, Schuhmacherges alt 26 J.
  • Joh. Kick, Tagl. alt 19 J.
  • Jos. Tusel, Holzbauer, alt 56 J.
  • Barb. Bart, Dienstm. alt 42 J. alle 5 im allgem.
    Krankenh.
  • Summa 17 Personen, darunter 4 Kind.

Topographisches Postlexikon
aller Ortschaften der k. k. Erbländer

Zweyter Theil.

Oesterreich.

Aufgemuntert, sowohl durch den sehr schmei=
chelhaften
Beyfall, womit man den vor kurzen in
zween Bänden vollständig erschienenen ersten Theil
dieses Werkes, Böhmen,Mähren und Schlesien
beehrte, als auch durch die erhaltenen den innern
Gehalt des desselben bewährenden Zeugnisse meh=
rerer
Oberbehörden, werde ich mit Ende October
zum Drucklegung des zweyten Theiles, welcher das *)
Erzherzogthum Oesterreich, nämlich 1) Oester=
reich
unter und ob der Ens. 2) Jnnerösterreich,
das ist, die Herzogthümer Steyermark, Kärn=
ten
und Krain. 3) Oberösterreich oder die Graf=
schaft
Tyrol. 4) Friaul, nämlich die Grafschaf=

[14]

ten Görz und Gradiska. 5) Das deutsche Litto=
rale
, oder das Triester=Gebiet. 6) Endlich die
hochfürstl. Gebiete Brixen und Trient enthalten
wird, schreiten, und den ersten Band binnen 5
Monaten zuverläßig abliefern. Nur heischt es bey
einem so grossen und kostspieligen Werke die Noth=
wendigkeit
, ein verehrungswürdigstes Publikum
zur Subskription auf diesen zweyten Theil neuer=
dings
vorzuladen, um auch gegenwärtig die Auf=
lage
der Exemplarien mit der Anzahl der Titl.
Herren Abnehmer in ein Verhältniß bringen zu
können. Es wird daher auf den ersten Band auch
ausser den schon bekannten Subkriptions=Plätzen
bey **) Unterzeichneten, und in den Provinzen bey
sämmtlichen k. k. Kreis= und Oberpostämtern, die
Vorauszahlung pr. 3 fl. noch bis zum letzten No=
vember
angenommen, und so, wie man in den k.
k Erbstaaten überhaupt durch eben diesen meinen
öffentlichen Dank erheischenden Geldvorschuß die
wirkliche Ausführung meines Unternehmens beför=
derte
, eben so zuversichtlich kann ich auch izt, nach
dem ich mir durch die zweckmäßige Bearbeitung
der Erstlinge meines Postlexikon einiges Zutrauen
erworben zu haben schmeicheln darf, zur Fort=
setzung
desselben auf die nämliche geneigte Unter=
stützung
rechnen. Uebrigens habe ich die Ehre zu
erinnern, daß diejenigen, welche ausser der Sub=
kription
, die zween schon erschienenen Bände,
mithin den ersten Theil abnehmen wollen, selbe,
sobald sie für den ersten Band des zweyten Theils
sich unterzeichnen, und 3 fl. voraus bezahlen, auch
diese zween Bände um den äusserst wohlfeilen Preis
pr. 6 fl. erhalten, wo im Gegentheile jeder ein=
zelne
Band um 4 fl. 30 kr. verkauft werden wird.
Sollten einige der Titl. Herren Abnehmer ihre
Exemplarien des ersten Theils noch nicht haben ab=
langen
lassen, so ersuche ich, aus der Eingangser=
wähnten
Ursache, sowohl dieses zu bewerkstelligen,
als auch untereinstens die weitere Anticipation ge=
gen
den zu erhaltenden Jnterimsschein zu entrich=
ten
. Wien den 15. September 1798.
Christian Krusius,
kontr. Off. der k k. Postw. Hauptexpedition.

*) Die übrigen hier nicht abgehandelten Besitzun=
gen
dieses Erzherzogthums, nämlich Vorderöster=
reich
, oder jene in Jtalien ꝛc. werden seiner Zeit
in einem eigenen besondern Bande geliefert werden.

**) Dir. Titl. Hrn. Postmeister und Postbeamten
belieben sich wegen ihren Bestellungen unmittel=
bar
an den Herausgeber selbst zu verwenden.


Nachricht.

Von dem k. k. priv. Versatzamte wird in Folge
bestehender Verordnung einer hochlöbl k. k. ni. öst.
Landesregierung dd. 17. Oktober 1793 hiemit be=
kannt
gemacht, daß vom ersten nächst eintrettenden

Monats Oktober durch folgende fünf Wintermonate
bis letzten Februar 1799 das Versatzamt allhier in
der Früh um 8 Uhr eröffnet, und die Amtirung
allda jeden Werktag, mit Ausnahme des Samstags,
bis 2 Uhr Nachmittags ununterbrochen fortgesetzt
werden wird, die Licitationstäge ausgenommen,
als an welchen die Licitationen in den gewöhnli=
chen
Vor= und Nachmittagsstunden wie bisher wer=
den
abgehalten werden. Dieser Anordnung zu Folge
werden die Parteyen, welche allda Geschäfte zu
besorgen haben, erinnert, sich in der Fruh um so
gewisser zu gehöriger Zeit in dem Amte einzuffin=
den
, und das Nöthige zu Erholung ihrer Bedürf=
nisse
längstens bis 1 Uhr Nachmittags einzureichen,
auch sich nach dem allda vorgeschriebenen Unterricht
in Ansehung der guten Ordnung, und zwecksmäs=
sigen
Sicherheit zu benehmen haben, als das Amt
um 2 Uhr nachmittags gesperret, und nach dieser
Zeitfrist kein Parteygeschäft mehr angenommen wer=
den
wird. Nebstbey werden die versetzenden Par=
teyen
hiemit angewiesen, sich in der Ordnung, wie
sie im Amte erscheinen in dem Schätzungs=Saale
mit ihren Pfändern anzustellen, und sich allda von
allem Vor= und Eindrängen, oder sonstigem Un=
fuge
zu enthalten; als sie im Nichtbefolgungsfalle
ohne allem Unterschied und Rücksicht ganz abge=
schaft
, und für diesen Tag nichts mehr von ihnen
angenommen werden wird. Gleichermassen wird
auch in Ansehung der auslösenden Parteyen die
bestehende Verordnung hiemit erneuert, vermöge
welcher die Pfandgeber gehalten sind, ihre in dem
Amte auslösende Pfänder sogleich bey der Ueber=
nahme
in dem Amte anzusehen, und sich von der
Richtigkeit des Pfandes, und der dazu gehörigen
Pfandtheile um so gewisser zu überzeugen, als der
Partey des Recht für den Abgang eines Pfand=
theiles
Klage zu führen nur in so lang eingerau=
met
wird, als das Pfand noch in den Handen der
Amtsmanipulanten sich befindet.


Kundmachung.

Von Seite des hiesigen k. k. Thierspitals wird
mit höherer Begnehmigung folgendes allgemein
kund gemacht: 1) Jst nach dem nunmer einge=
führten
verbesserten Lehrplan die Lehre der Thier=
arzney
für die Militar= und Zivilschmiede auf 2
Jahre dergestalt erstrecket worden, daß ein Schüler,
wenn er besonderen Fleiß anwendet, und vorzüg=
liche
Fähigkeiten besitzet, den ganzen Kurs auch in
einem Jahr vollenden könne. Der Kurs für die
Militar= und Zivilschmiede wird künftig nicht vom
1. November, sondern vom 1. September, heuer
aber, wo dieser Termin schon verstrichen ist, vom
1. Oktober den Anfang nehmen 2) Für die Aerzte
und Wundärzte werden die Vorlesungen über die
Viehseuchen vom 1. November bis Ende April alle

[15]

Mittwoch und Sonnabende von halb 12 bis halb
1 Uhr gehalten werden. 3) Da das Thierspital
eine eigene Beschlagschmidte unterhält, und dersel=
ben
von Seite der k. k. Landesregierung alle dies=
fällige
Befugnisse einer bürgerl. Schmidte ertheilt
worden sind, so werden daselbst alle von wem
immer dahin gebrachten Pferde an den Werktägen
von halb 6 früh bis halb 11 Uhr Mittags, dann
von 3 bis 6 Uhr Nachmittags mit dem nöthigen
Beschläg gegen dem versehen werden, daß für ein
neues Hufeisen 15 kr., und für ein altes aufzu=
schlagen
5 kr. bezahlet, das Geld aber Niemand
auf die Hand gegeben, sondern nach der dem in
der Schmidte stäts anwesenden Lehrschmied, oder
dem in dessen Abwesenheit dessen Stelle vertretten=
den
Oberschmied geschehenden Vorzählung in das
allda eigends vorhandene Geldkästchen geworfen
werde. Das Jnstitut wird für gutes ordentliches
Beschläg sorgen; der Beschlag geschieht immer in
Gegenwart des Lehrschmieds oder eines Oberschmieds
nur durch bereits gut geübte Schmiede. Der Lehr=
schmied
ober der Oberschmied haben für den guten
Beschlag der Pferde zu haften. 4) Nimmt das
Thierspital alle kranke und bleßirte Privatpferde
zur Kur gegen dem auf, daß für die Kurwartung
und Arzney bey innerlichen Krankheiten täglich
25 kr. und bey äußerlichen Krankheiten täglich 15
kr. pr. Pferd bezahlet, und wenn der Eingenthü=
mer
des Pferdes es nicht selbst mit der Fourage
während der Kurzeit versehen wollte, dafür täg=
lich
20 kr. so lange der Preis des Futters nicht =
her
zu stehen kömmt, entrichtet werden. Für eine
größere Operazion, als für dasGnalirenKastri=
ren
ꝛc. wird, wenn das Pferd hierzu in das Thier=
spital
gebracht wird, ein Ducaten für jedes Pferd
besonders zu bezahlen, und wenn das Pferd im
Thierspital gelassen werden will, sodann die obbe=
stimmte
tägliche Bezahlung für selbes zu leisten
seyn. Die öffentlichen Prüfungen fangen heuer
den 20. dieses früh um 9 Uhr an, und dauern
bis 12 Uhr Mittags, nachmitags aber werden sie
vom 3 bis 6 Uhr gehalten.


Feuerwerk.

Donnerstags den 27. September (oder wenn es
an diesem Tage die Witterung nicht zuließ, Sonn=
tags
den 30.) werde ich mein diesjähriges fünftes
und letztes Feuerwerk abzubrennen die Ehre haben,
unter dem Titel:


Die Erdkugel,
oder die Schönheiten der Welt.

Noch einmal vor dem Schlusse der angenehmen
Jahrszeit, will ich suchen das verehrte Publikum
von Wien mit einem Schauspiele von meiner Kunst
zu unterhalten. Jch habe daher in der Anlage
dieses meines diesjährigen letzten Feuerwerks vor=

züglich alles dasjenige vereinbaret, was bisher am
meisten den Beyfall meiner werthesten Zuseher er=
worben
hat. Weder Aufwand, noch Mühe, noch
Anstrengung irgend einer Art habe ich gesparet,
um für den mir dieses Zahr geschenkten Beyfall
meine Dankbarkeit zu bezeigen, zur Beurlaubung
mich neuerdings der Gunst des verehrten Publikums
zu empfehlen und mit diesem tröstenden Beyfalle
belohnt, in neuen Bemühungen, zur Erweiterung
meiner Kunstfähigkeiten, und zur künftigen Erge=
tzung
meiner schätzbaren Vaterstadt, trostvoll das
nächste Jahr zu erwarten. Es werden drey Ab=
theilungen
und sechs Hauptvorstellungen seyn, wo=
von
der Anschlagzetel das Ausführlichere enthalten
wird.
Johann Georg Stuwer,
k. k. priv. Kunst= und Lustfeuerwerker.


Gasthaus=Nachricht.

Der unterzeichnete Gastwirth zum goldenen Grei=
fen
in der Kärntnerstrasse Nr. 1026 gibt sich die
Ehre dem hohen Adel und dem verehrungswürdi=
gen
Publikum anzuzeigen, daß er sein vorgedach=
tes
Gasthaus ganz neu eingerichtet, und dabey nichts
vergessen habe, was zur Bequemlichkeit und einem
angenehmen Aufenthalt derjenigen dienen kann, die
ihn mit ihrem Zuspruche beehren. Er hat sich
durch eine ansehnliche Vermehrung der Wohnzim=
mer
in den Stand gesetzt, jeden Reisenden nach
seinem Wunsche und seinen Bedürfnissen zu bedie=
nen
, ihm so wie er es verlangen wird, die Woh=
nung
in einem, mehreren, ja auch nöthigen Falls
8 bis 10 niedlich, nach dem neuesten Geschmack
meublirten Zimmern auf kurze oder längere Zeit
einzuraumen; auch zweifelt er nicht dur Accuratesse
und Behändigkeit der Aufwärter, durch eine aus=
gesuchte
und gute Küche, so wie durch Aechtheit
und Güte des Getränkes den ungetheilten Beyfall
seiner ansehnlichen Gäste zu erhalten. Da er zu=
gleich
die öffentliche Versicherung gibt, daß er alle
diese Vorzüge seines neueingerichteten Gasthofes noch
durch möglichste Wohlfeilheit in den Preisen jeder
Art zu erhöhen gedenke, so schmeichelt er sich, es
zuversichtlich wagen zu dürfen, dasselbe, und sich
selbst dem hohen Adel und gnädigen Publikum öf=
fentlich
anzuempfehlen, und selbige um ihre gnädi=
ge
Unterstüztung mittels eines zahlreichen Zuspruchs
in diesen dem allgemeinen Bedürfnisse und Wün=
schen
so sehr zusagenden Unternehmen gehorsamst
zu bitten.
Philipp Roßner,
Gastwirth zum goldenen Greifen in
der Kärntnerstrasse Nr. 1026.


Ball=Nachricht.

Unterzeichneter hat die Ehre einen hohen Adel
und geehrten Publikum anzuzeigen, daß Sonntags

[16]

den 30. dies und Sonntags darauf den 7. Okto=
ber
die letzten Bälle im Casino zu Baaden für die=
ses
Jahr abgehalten werden. Die so zahlreich als
ansehnlichen Besuche, mit welchen man ihm diesen
Sommer beehret, verbindet ihm seinen schuldigen
Dank daher abzustatten, und empfiehlt sich zu De=
ro
ferneren hohen Gnaden.
Phillip Otto.


Nachfrage an Herz Aron Marx.

Herz Aron Marx, ein Jude aus Schmalkalden,
hat Anno 1783 zu Karasebes im Banat eine
Frau, Namens Debora, geheirathet, und zu sei=
ner
Nahrung eine Schenke geführt. Da aber seit
1787 seine nahen Anverwandte in Schmalkalden
keine Nachricht von seinem Aufenthalt haben erhal=
ten
können; so wird derselbe inständig gebeten, sei=
nen
jetzigen Aufenthalt an Levy Aron Marcus in
Schmalkalden im Heßischen anzuzeigen; auch wird
jedermann, welcher von seinem jetzigen Aufenthalt,
oder im Fall gedachter Herz Aron Marx nicht mehr
am Leben seyn sollte, von dessen Tode, wo und
wann solcher erfolgt ist, genau unterrichtet seyn
sollte, hiemit ganz gehorsamst gebeten, solches ge=
gen
ein Rekompens von einem Dukaten an gedach=
ten
Levy Aron Marx in Schmalkalden anzuzeigen.


Neue privil. Schule für junge Mädchen.

Jn dieser Schule wird nicht nur im Nähen,
Stricken, Werken und Netzen Unterricht gegeben,
sondern auch zugleich die französische Sprache theo=
retisch
und prakisch gelehret. Die schon rühmlichst
bekannte und faßliche Lehrart ist diejenige des hie=
sigen
öffentlichen Lehrers Herrn Baillet, von dem
Unterschriebene eine Schülerin ist. Diese Schule
fängt mit 1. Oktober an. Die dazu gewidmeten
Stunden sind vormittag von 9 bis 12, und nach=
mittag
von 2 bis 4 Uhr. Wenn sonst junge Frau=
enzimmer
ausser diesen Lehrstunden Privatuntericht
in dieser Sprache verlangen, können sie ebenfalls
bedient werden. Nähere Auskunft hierüber erhält
man in der Hauptmauth im dritten Stock bey Hr.
Baciochi.
Judith Gräffer.


Ein Knab wird in Kost und Wohnung
gesucht.

Es wünschet sich ein kaiserl. Beamter einen
Knaben zu sich in die Kost und Wohnung zu be=
kommen
, dessen Wohnung ist in der Riemerstrasse
im Schmiedischen Bierhaus Nr. 869 im dritten
Stock Nr. 22 auf der Hauptstiege. Die nähere
Auskunft kann man allda erfragen.


Anzeige.

Joseph Weyde, öffentlicher Lehrer an der Haupt=
schule
am Bauernmarkte Nr. 620, ist gesinnet mit

Anfang künftigen Monats Oktober einige Knaben
in die Kost zu nehmen, und für ihre Erziehumg
und für ihren Unterricht zu sorgen. Diejenigen
Herren Aeltern, welche ihre Kinder seiner Obsorge
unzuvertrauen willens sind, können täglich die wei=
tere
Auskunft über die Bedingnisse in seiner Woh=
nung
bey obiger Hauptschule von ihm erhalten.


Putzarbeiterin wird gesucht.

Man sucht eine Frauensperson, die sehr geschickt
ist, in der Modeputzarbeit in einem Gewölb zu
arbeiten. Man hat sich anzufragen am Salzgrieß
Nr. 195 im vierten Stock der Eingang Nr. 8.


Compagnon wird gesucht.

Zu einer Rosaglio= und riechenden Wasser= Fa=
brike
, welche in einer der schönsten hiesigen Vor=
städte
und in einer sehr gangbaren Gasse sich bie=
findet
, wird hiemit ein Compagnon mit einem sehr
mäßigen Capital gesucht, welchem die ganze dies=
fällige
Verfahrungsart zu lehren der Eigenthümer
sich verbindet. Das Nähere ist bey H. Michael
Russer auf der Sailerstatt im Kirzingerischen Haus
Nr. 855 in Mohnbeigelgewölbe zu erfragen.


Dienstsuchender.

Joseph Bitzler, ein gelernter Tischler, welcher
12 Jahre als Gesell geabeitet, auch nebstbey die
Lakierkunst nach der neuesten englischen Art voll=
ständig
gelernet hat, als Wägen, Tischlerarbeit u.
dgl. auf das feinste zu lakieren, zugleich ein Kunst=
und Zimmermaler ist, daß er im Stande ist, ohne
Angabe eines Meisters nach dem neuesten Geschmack
zu arbeiten, auch sich seiner Rechtschaffenheit we=
gen
ausweisen kann, bietet hohen Herrschaften, die
einen Menschen von diesem Metier oder Kunstar=
beit
auf Landgütern, oder sonst, gebrauchen sollten,
seine Dienste in oder ausser der Livre an. Er ist
vom 24. Septemb. bis 24. Oktob. in Wienerisch=
Neustadt auf der Tischlerherberg zu erfragen, wo=
hin
er auch die allenfalsigen Briefe an ihn zu ad=
dreßiren
bittet.


NACHRICHT.

Ein junger Mensch, der seine Geschicklichkeiten
in den kaufmännischen Rechnungen aller Arten,
besonders in der kaufmännischen doppelten Buch=
haltungswissenschaft
, und im deutschen Briefstyle,
durch glaubwürdige Zeugnisse sowohl, als durch
kräftigere Beweise darthun kann, biethet hiemit
(aus Mangel hinlänglicher Bekanntschaft) seine
Dienste in ein Compoir, oder in eine andere Buch=
halterey
an. Er versteht nebstbey die französische
und wälsche Sprache, im mündlichen sowohl als
im schriftlichen. Er verspricht auf das Feyerlichste
anhaltenden Fleiß und ungemeine Treue. Er wohnt

[17]

in der Naglergasse, wenn man vom Kohlmarkt
kömmt, links das zweyte Gassel, der Haarhof ge=
nannt
, Nr. 291 im zweyten Stocke; ist anzutref=
fen
früh bis 8, mittags von 1 bis 2, und abends
von 6 bis 7 Uhr; an Sonn= und Feyertagen wie
auch an Donnerstägen beynahe den ganzen Tag.
Wer ausser diesen Zeiten mit ihm sprechen will,
beliebe die Addresse in obenbeschriebener Wohnung
zu lassen, wohin und wann er kommen soll. NB.
Wer in= oder ausser dem Hause an Werk= oder
Feyertägen monathlich oder lektionsweise in den
kaufmännischen Rechnungen aller Arten, beson=
ders
in den sogenannten ausländischen und Fat-
turen
-Rechnungen nach allen möglichsten Verkür=
zungen
, besonders aber in der kaufmännischen
doppelten Buchhaltung, im deutschen Brief-
style
und in der Rechtschreibung gründlichen
Unterricht verlangt, dem kann er für einen sehr
billigen Preis Genüge leisten.


Portrait=Maler.

Ein aus Jtalien angekommener Migniatur= Ma=
ler
schmeichelt sich durch seine Kunst dem hochschätz=
baren
Publikum Portraite von der genauesten Aehn=
lichkeit
um billige Preise zu liefern. Wer daher
Lust hat, einige Stücke von ihm zu sehen, beliebe
auf die Sailerstatt in das Severinhubersche Haus
Nr. 856 im ersten Stock um ihn zu schicken, oder
zu kommen.


Kundmachung.

Von dem k. k. ni. öst. Landrechte wird hiemit
bekannt gemacht: Es sey die wider den Anton A=
lois
Edeln v. Natory unter den 14. Junius 1796
verhängte Unfähigkeitserklärung zur Verwaltung
seines Vermögens, und die bisher über ihn fort=
gesetzte
Curatel auf Anlangen seines Vaters Franz
Wilhelm Edeln v. Natory, k. k. priv. Großhänd=
lers
, und über das ihm von diesem beygelegte Zeug=
niß
eines nunmehr wirthschaftlichen Betragens, wie=
der
aufgehoben, folglich ihm Anton Alois Edeln v.
Natory die freye Ausübung der ihm nach bereits
erreichter Großjährigkeit zustehenden Rechte einge=
räumet
worden. Wien den 14. Sept. 1798.


Türkische Zinellen.

Anton Kerner, k. k. privil. Hof= und Kammer=
Waldhorn= und Trompetenmacher, wohnhaft am
Dominikanerplatz Nr. 715 in eigener Behausung,
hat die Ehre allen Musikliebhabern anzuzeigen,
daß bey ihm ein frischer Transport ächter türkischer
Musikteller, oder sogenannte Zinellen, aus Con=
stantinopel
von bester Qualität zu haben sind.


Grosses Forte piano und Violin.

Jn der Stadt im Michaeler Durchhause, ober
der Schule im 2ten Stock rechts, ist ein rothge=

beitztes mit Brons geziert und sehr fleissig gearbei=
tetes
grosses Forte piano, leicht zum Spielen, und
der Ton voll und angenehm, um einen billigen
Preis zu verkaufen; wie auch eine ächte gut con=
ditionirte
Pariser Violine von Hrn. Chapui.


Forte piano.

Ein sehr gutes und schön gebeitztes, dann zwey
überspielte Forte piano sind in der Wollzeil ne=
ben
dem Schwibogen Nr. 829 im 2ten Stock
rechts, täglich um den billigsten Preis zu verkaufen.


Bey Alois Doll,
Buchhändler, am Stephansplatz im deutschen
Hause, ist ganz neu zu haben:

Nouveau Dictionnaire

portatif, françois-allemand & allemand- fran-
çois

çois, avec un recueil de Neologismes & un
Lexique geographique en deux langues,
par JEAN VALENTIN MEIDINGER.
2 Tomes in 8. à Francfort 1798. en feuilles
2 fl. 30 kr. broché 2 fl. 40 kr.

Von dem nämlichen Verfasser ist auch zu haben:
Praktische französische Grammatik à 1 fl.
Praktische italienische Grammatik à 1 fl.
Erster Unterricht in der französischen Spra=
che
für Kinder à 20 kr. Lesebuch zum Ueber=
setzen
in das Französische à 1 fl. Grammaire
allemande à 1fl.

Wechsel=Cours=Tabellen
(allgemeine)
für Amsterdam, Augsburg, Frankfurt, Hamburg,
Leipzig und Wien.
Von Abraham Wolf Aub, Wechselsensalen.
3 Bände. gr. 8. Nürnberg 179597. 7 fl. 30 kr.
Der dritte Band wird gratis nachgeliefert.

Röschlaub (And.)
von dem Einflusse der Brownischen Theorie
in die praktische Heilkunde.
gr. 8. Würzburg 1798. Ungeb. 1 fl. 12 kr.
broschirt 1 fl. 15 kr.

Der Name des durch seine Pathogenie rühm=
lichst
bekannt gewordenen Verfassers ist hinlänglich,
auch diesem neuen Werke eine günstige Aufnahme
zu verschaffen. Jn dem 87sten St. der Oberdeut=
schen
Litt. Zeitung d. J. wird solches sehr vor=
theilhaft
beurtheilet, und allgemein empfohlen.

Kolbani (Paul)
Giftgeschichte des Thier= Pflanzen= und Mineral=
reichs
, nebst den Gegengiften und der medi=
zinischen
Anwendung der Gifte.
gr. 8. Wien 1798. 1 fl. 30 kr.


Bey Joseph Frister,

Kunst= und Buchhändler neben dem neuen Markte

[18]

in der Plankengasse im Baron Wetzlarischen
Hause Nr. 1124, ist zu haben:

Militärische Denkmünze, oder Belohnungsgeschich=
te
der k. k. obligaten Mannschaft; zweytes
Bändchen, 12. Wien, 1798. gebund. 30 kr.

—— beyde Bändchen zusammen, nebst Register,
gebund. 1 fl.

Dem für edle Thaten so gefühlvollen Publi=
cum
, übergibt man hiermit die systematische Fort=
setzung
des Verzeichnisses jener k. k. obligaten Krie=
ger
, die sich durch eine besondere Handlung der
Tapferkeit gegen den Feind ausgezeichnet haben,
und dafür mit Ehren=Denkmünzen belohnet wor=
den
sind. Dieses Werkchen dürfte ein nicht un=
angenehmes
Geschenk für Aeltern und Anverwandte
seyn, welche darin mit Vergnügen die Namen und
die Geschichte von dem Wohlverhalten ihrer Kin=
der
und Freunde finden werden. Es muß auch
nicht weniger für den Offizier ein vorzügliches Jn=
teresse
haben, wenn er die Namen jener Offiziere
liest, den durch die Tapferkeit ihrer gemeinen Mit=
brüder
das Leben, oder die Freyheit gerettet wurde.
Er wird immer stolzer darauf werden, der Anfüh=
rer
solcher Männer zu seyn, die ihr eigenes Leben
nicht achteten, um das Leben ihrer Vorgesetzten zu
retten.

Oesterreichischer Militär-Almanach, für das
Jahr 1798. Auf Schreibpapier, und illu-
minirt
, in grünem Bande, 2 fl. Auf Druck-
papier
, im blauen Bande, 1 fl.

Klügels Anleitung zur Kenntniß der Kriegs= und
Seewissenschaften, mit 12 Kupfern, 8. Wien,
797, gebund. 1 fl. 20 kr.

Bourscheids Schild des Achilles, eine Schreibtafel
für den Militärstand, 8. 791. geb 30 kr.

Geschichte der in den k. k. Erbstaaten florirenden
Ritterorden, mit illuminirten Ordenszeichen, 8.
Regensb. 796. gebund. 2 fl. 15 kr.


Ankündigung.

Jn der Aloys Dollischen Buchhandlung auf dem
Stephansplatz, und in der Pichlerischen Buchdru=
ckerey
nächst dem Stubenthor Nr. 838,
ist neu zu haben:

Der zweyte und letzte Theil
von des
Grafen Macartney
Gesandschaftsreise nach China,

auf Kosten der Großbrittanischen Regierung unter=
nommen
in den Jahren 1792 bis 1794, nebst
Nachrichten über den gegenwärtigen Zustand von
China, und die chinesische Tartarey, in physischer
politischer, wissenschaftlicher und technologischer Hin=
sicht
; aus dem Englischen des Sir George Staun=
ton
, Ambassade Sekretärs, frey übersetzt. Mit ei=

ner Landcharte 1 fl. 8 kr. Alle 2 Theile komplet
2 fl. 15 kr.


Bey Christoph Peter Rehm,
Buchhändler, am Kohlmarkt im Buron v. Braun=
dauschen
Hause, ist ganz neu zu haben:

Das neunte Heft von der Wahrheit in Maske.
Vom Verfasser der Eipeldauerbriefe. 8. Wien
1798. kostet gebunden 15 kr. Alle neun Hefte
2 fl. 15 kr.

Der Geist Rudolfs von Schreckenstein, sein Her=
umwandeln
und seine Erlösung. Eine Geister=
geschichte
des zwölften Jahrhunders. Mit ei=
nem
prächtigen Kupfer, gestochenen Titel und
Bignette. 8. 799. ungebunden 45 kr. broschirt
49 kr. steif gebunden 55 kr.

Der Raubritter mit dem Stuhlarme, oder der
Sternenkranz. Eine Geistergeschichte. Mit ei=
nem
prächtigen Kupfer, gestochenen Titel und
Bignette. 8. 799. ungeb. 48 kr. brosch. 52 kr.
steif geb. 58 kr.

Die Wanderungen des Ritters Eckberts von Klau=
senthal
. Scenen aus der Geister, und Vorwelt,
vom Verfasser des schwarzen Ritters. 2 Theile.
Krems 798. Mit Kupf. und gestochenen Titeln.
Ungeb. 1 fl. 40 kr. brosch. 1 fl. 48 kr.

Mercier über die Einsamkeit, und ihren Einfluß
auf Geist und Herz. Nach Zimmermann; und
mit psychologischen Reflexionen begleitet von Prof.
Heydenreich Wien 799. Mit einer schön gesto=
chenen
Titel Bignette. Ungeb. 45 kr. br. 49 kr.

Die Gespenster, kurze Erzählungen aus dem Rei=
che
der Wahrheit, von S. C. Wagner, 2ter
Theil. 8. Wien 798. brosch. 58 kr. Beyde
Theile 1 fl. 56 kr.

Alme, oder ägyptische Mährchen, vom Verfasser
des Welter von Montdarry, 3 Bändchen, kom=
plet
8. Braunschweig 798. 2 fl. 15 kr.

Spieß, Geheimnisse der alten Aegyptier, eine
wahre Zauber= und Geistergeschichte des acht=
zehnten
Jahrhunderts. Schöne mit Titelkupf.
gezierte Auflage, 2 Theile. 8. Leipz. 798 1 fl.
12 kr. brosch. 1 fl. 20 kr. steif geb. 1 fl. 32 kr.

—— Begebenheiten und tolle Streiche des Jakob
von Buchenstein, Erb. Lehn= und Gerichtsherrn
auf Ober= Mittel= und Unterbuchenstein, 3 Thle.
mit Kupf. Schöne dem Original ähnliche, zwey=
te
durchgesehene Auflage 8. Frankf. u. Leipz.
798. ungeb. 1 fl. 45 kr. brosch. 1 fl. 57 kr.
blausteif mit Schildel 2 fl. 15 kr.

—— Die Löwenritter. Eine Geschichte des drey=
zehnten
Jahrhunderts, 4 Theile mit Kupf. 8.